Freitag, 24. April 2015

Heute vor 25 Jahren: Das Weltraumteleskop Hubble startet ins All

Am 24. April 1990 wurde das Weltraumteleskop Hubble ins All geschossen. Nach einem holprigen Start lieferte es Astronomen in nie gekannter Qualität Einblicke ins Universum. Der Öffentlichkeit gab es farbenfrohe Aufnahmen, die das Bild vom All prägen.

Vor genau 25 Jahren, am 24. April 1990, startete das Weltraumteleskop Hubble an Bord des Space-Shuttles Discovery ins All. Nach anfänglichen Problemen folgte eine der erfolgreichsten Missionen der Raumfahrtgeschichte, die vor allem das öffentliche Bild von unserem Universum entscheidend geprägt hat. Hubbles Bilder aus den Tiefen des Sonnensystems, der Milchstraße und darüber hinaus zeichnen ein vor allem äußerst farbenfrohes Bild unfassbar weit entfernter Himmelskörper. Gleichzeitig ist der wissenschaftliche Beitrag des Teleskops – das nicht vor der Erdatmosphäre behindert wird – schwer zu übertreiben.

Holpriger Beginn

Bereits 1923 hatte der Raketenpionier Hermann Oberth in seinem Buch "Die Rakete zu den Planetenräumen" ein Teleskop im All beschrieben, erinnert die ESA. Damit würden viele auf der Atmosphäre beruhenden Probleme umgangen, nicht nur die Wetterabhängigkeit, sondern auch die Absorption bestimmter Strahlungsanteile durch die Lufthülle. An Fahrt gewann die Idee aber erst in den 1970er-Jahren, als sich NASA und ESA für ein Projekt zusammentaten. Das geplante Weltraumteleskop sollte nach Edwin Hubble benannt werden, jenem Astronomen, der die Expansion des Universums erkannt und nachgewiesen hat.

Eigentlich sollte das Teleskop bereits 1986 starten, aber die Challenger-Katastrophe verhinderte das. Erst im Frühjahr 1990 war es dann soweit und einen Tag nach dem Start wurde Hubble im Orbit ausgesetzt.


mehr:
- 25 Jahre Weltraumteleskop Hubble: Ein Universum in bunt (heise News, 24.04.2015)


aus dem Carinanebel (Quelle: wall4all)

"Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden"

Das Leben der Flüchtlinge, die Zukunft Nordafrikas, die Sicherheit Europas

"Ihr sollt mich recht verstehen. Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften, Bin Laden in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten."


Diese Worte äußerte der libysche Diktator Muaamar al-Gaddafi, in einem Interview mit dem französischen Journal du Dimanche im Februar 2011. Als er diese Worte tätigte, konnte Gaddafi nicht ahnen, dass Osama bin Laden am 2. Mai 2011 von einer amerikanischen Sondereinheit auf pakistanischem Boden erschossen würde. Noch weniger war er sich wohl bewusst, dass er selbst im Oktober des gleichen Jahres als Flüchtling im eigenen Land ein grausames Ende finden würde.
mehr:
- "Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden" (Ramon Schack, Telepolis, 23.04.2015)
siehe auch:
- Mein Wermutstropfen in die Betroffenheitstränen (AlterMannBlog, 22.04.2015)
- Flüchtlinge sterben? Stärker abschotten! (Felix Werdermann, der Freitag, 23.04.2015)
Nach der Katastrophe im Mittelmeer hat die EU-Kommission einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt. Er wird die Probleme nicht lösen, vielleicht sogar verschärfen

Untersuchungsausschuss sperrt BND-Chef aus

Dem BND geht es dieser Tage "naß noi", wie man in Pullacher Gefilden zu sagen pflegt. Zunächst verklagte der auf seinen Ruf bedachte Betreiber des DE-CIX den Auslands(?)-Spionagedienst wegen Abgreifens inländischer Daten. Heute nun wurde bekannt, dass der BND auch Geheimnisse vor seiner Kanzlerin haben soll. Zur Strafe musste der BND-Präsident heute beim NSA-Untersuchungsausschuss vor die Tür.

So soll BND-Chef Gerhard Schindler bereits seit 2008 gewusst haben, dass die amerikanischen Partner, die vorgeblich Terroristen jagen, auch ein Auge auf die europäische Industrie geworfen hatten und sich hierzu der vom BND durchgeleiteten Informationen bedienten. Nach Angaben von ZEIT ONLINE hatte die NSA 800.000 sogenannte "Selektoren" wie IP-Adressen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern zum Bespitzeln genannt. SPIEGEL ONLINE zufolge sollen rund 40.000 davon problematisch sein, weil diese beim Ausspähen von inländischen oder westeuropäischen Ziele helfen, bei denen es offenbar nicht um Terrorbekämpfung geht.

Offiziell hat dies erst eine BND-Untersuchungsgruppe aufgrund eines Beweisantrags der Bundestagsfraktionen - und zwar aller - herausgefunden. Jedoch soll Schindler bereits 2013 infolge des NSA-Skandals eine eigene Liste in Auftrag gegeben, die es auf immerhin 2.000 brisante Selektoren schaffte. Nachdem Kanzleramtschef Pofalla im August 2013 den NSA-Skandal für beendet erklärte, ging dieser hinter den Kulissen offenbar erst richtig los. So wurde nicht etwa nur das Handy der Kanzlerin abgehört, wofür die Generalstaatsanwaltschaft angeblich keine belastbaren Anhaltspunkte hat, sondern auch andere Politiker, die bislang des Terrorismus unverdächtig waren.

mehr:
- Schindlers Geheimnis (Markus Kompa, Telepolis, 23.04.2015)

siehe auch:
Lieferservice für die NSA (Jana Frielinghaus, junge Welt, 25.04.2015)
„Der Bundesnachrichtendienst ist eine kriminelle Vereinigung“ (Hans Berger, Hintergrund, 24.04.2015)
- Der BND, ein gefährlicher Staat im Staat (Kai Biermann, ZEIT Online, 23.04.2015)
- BND half NSA beim Überwachen europäischer Politiker (Kai Biermann, Patrick Beuth, Tilman Steffen, ZEIT Online, 23.04.2015)
- Überwachung – Betreiber von Internetknoten will BND verklagen (ZEIT Online, 22.04.2015)
Metadaten-Überwachung – "Die BND-Überwachung verstößt gegen die Verfassung" (Kai Biermann, ZEIT Online, 08.02.2015)
- Massenüberwachung – BND speichert 220 Millionen Telefondaten – jeden Tag (ZEIT Online, 06.02.2015)
- Geheimdienst – Die Anarchos vom BND (Kai Biermann, ZEIT Online, 14.11.2014)
- BND-Überwachung – Warum schickt der BND der Bundeswehr abgehörte Daten? (Kai Biermann, ZEIT Online, 18.03.2014)

Ukraine: Umgang mit Andersdenkenden

Die Gnadenlosigkeit gegen politische Gegner war Merkmal des alten Regimes. Am Umgang mit Andersdenkenden entscheidet sich, was die Ukraine heute für ein Staat sein will.

Oles Buzina war Journalist, Boris Nemzow Politiker. Der eine lebte in Kiew, der andere in Moskau. Der eine schrieb gegen eine unabhängige Ukraine an, der andere engagierte sich von Russland aus für den Maidan. Beide wurden erschossen. Doch während auf Nemzows Tod weltweit Empörung und Trauer folgten, fiel die Anteilnahme für Buzina verhalten aus.

Sicher, Nemzow war früher stellvertretender Ministerpräsident und weitaus bekannter als Buzina. Aber es war ja nicht nur der Journalist, der starb: Auch der Politiker Oleh Kalaschnikow, einst Mitglied in Janukowitschs Partei der Regionen und der Journalist Sergej Suchobow wurden getötet. Hinzu kommt eine Reihe von Politikern, die allesamt in Viktor Janukowitschs Partei der Regionen aktiv war und angeblich Suizid verübt hat.

mehr:
- Wer sich nicht mit dem Maidan identifiziert, gilt als verdächtig (Alice Bota, ZEIT Online, 24.04.2015)

Ein Gerichtsverfahren nach 70 Jahren

Angeklagter im Lübecker Auschwitz-Prozess sieht sich nur als pflichtbewusstes "Rädchen im Getriebe" 

Oskar Gröning ist fast 94 Jahre alt. Beheimatet im beschaulichen niedersächsischen Nienburg/Weser lebte er ein ebenso beschauliches Leben als Personalchef einer Glasfabrik und ehrenamtlicher Richter am dortigen Amtsgericht. Aber es gab ein Leben vor diesem beschaulichen Leben, eines als Mitglied der NSDAP und der SS, eines als "Sonderbeauftragter" der SS im Konzentrationslager Auschwitz, wo er über das den inhaftierten und ermordeten KZ-Insassen aus aller Welt geraubte Hab und Gut penibel Buch führte, und es bisweilen in den Tresor des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (WVHA) in Berlin schaffte. Für dieses Leben steht er nun in Lüneburg vor Gericht. Der Vorwurf: Beihilfe zu 300.000fachem Mord! Im Juli soll das Urteil verkündet werden.
mehr:
- "In einem Konzentrationslager ist das nun mal so" (Birgit Gärtner, Telepolis, 23.04.2015)

siehe auch:
Mord verjährt nicht (Heinrich Wefing, ZEIT Online, 22.04.2015)
- Gröning ging vom Tod der Juden in Auschwitz aus (ZEIT Online, 23.04.2015)
Joachim Gauck – Die Verbrechen beim Namen nennen (Michael Thumann, ZEIT Online, 24.04.2015)
- Spät. Zu spät? (The European, 25.04.2015)
Oskar Gröning – Ein Prozess, der Linderung verspricht (Sybille Klormann, ZEIT Online, 13.05.2015)

mein Kommentar:
Was soll ein solches Verfahren nach über 70 Jahren noch nützen, außer dem deutschen Staat, der aller Welt Rechtsstaatlichkeit demonstrieren zu müssen glaubt. Der Mann war damals 23 Jahre alt! Ähnlich wie bei der Hetze gegen Daniel Cohn-Bendit wegen Kindsmißbrauchs wagen sich jetzt Leute aus der Deckung, die damals noch nicht mal auf dem Reißbrett existierten und jene Welt nie kennengelernt haben.
Ich warte auf Gerichtsverfahren gegen George Dabbeljuh und den jüngsten US-amerikanischen Friedensnobelpreisträger!
Oh, was sind wir doch für Saubermänner!!

Der schreckliche Holocaust an Deutsche [35:37]

Veröffentlicht am 10.03.2014
Hinweis!!
Die Kommentarfunktion habe ich deaktiviert,
weil mir auf YouTube einige Male geschah,
daß Einträge die ich gepostet habe, nach
dem Ausloggen, nicht mehr zu finden sind.
Demnach kann hier ein unbekannter Dritter
im Verborgenen nach belieben schalten und
walten ...so, wie es ihm gerade paßt.

Bitte habt also Verständnis dafür, daß ich darauf verzichte,
diese extrem manipulierte Kommentarfunktion zu nutzen,
b.z.w. nutzen zu lassen, denn es macht gewiss keinen Sinn,
wenn gepostete Argumente, z.b. wenn man sich gegen die
Desinformation eines Troll's wehrt, überhaupt nicht online sind,
außer für Denjenigen (eingeloggt) der das selbst gepostet hat.


siehe auch:
- Das Internierungslager in Algenrodt (Post, 01.11.2014)
- Vergewaltigung durch alliierte Soldaten – "Viele Frauen schwiegen aus Scham oder Angst" (Post, 22.03.2015)
siehe auch:
- Was die Medien bewegt… (AlterMannBlog, 24.04.2015)
Philip Zimbardo: The psychology of evil (Post, 11.05.2015)

Donnerstag, 23. April 2015

Augen, die zu früh zu viel gesehen haben

Normalerweise lichtet er Models und Designerkleider für Hochglanzmagazine ab. Die größte Herausforderung aber fand der Fotograf Ruvan Wijesooriya in Afghanistan. Vor seiner Kamera: Schulkinder mit Traumata – und Träumen 

Mit festem Blick schaut Taiba in die Kamera. Nur schwach deutet das Mädchen ein Lächeln an. Ihre Hände stecken in den Taschen ihres dunklen Mantels, das weiße Kopftuch liegt lose auf ihrem Hinterkopf und fällt locker über die zierlichen Schultern der Fünftklässlerin. „Ich möchte Ärztin werden“, steht unter dem Foto. Auch Taibas Klassenkameradin Lyda blickt ernst. Ihr Berufswunsch: Polizistin. Soriya hingegen lächelt offen und neugierig unter ihrem akkurat sitzenden Kopftuch in die Kamera. Fast meint man, beim Betrachten ihres Porträts das Kichern der Zehnjährigen zu hören. Pilotin, das ist ihr Traumberuf.

Taiba, Lyda und Soriya leben im afghanischen Mir Bacha Kot, rund 25 Kilometer nördlich von Kabul. Hier standen die drei Mädchen vor der Kamera von Ruvan Wijesooriya. „Für die meisten von ihnen war es das erste Mal“, erinnert sich der 37-Jährige, der extra aus New York anreiste, um insgesamt 238 Schülerinnen und Schüler der „Roots of Peace“-Schule zu fotografieren und sie von ihren Träumen erzählen zu lassen. Für die überwiegend ernsten Gesichtsausdrücke hat Wijesooriya eine einfache Erklärung: „Diese Kinder kennen Porträtfotos fast nur von Generälen oder Märtyrern, also imitierten sie deren Ernsthaftigkeit“. Und so lächeln zwar einige von ihnen ausgelassen in die Kamera, viele blicken jedoch würdevoll, fast feierlich. Auch Taiba.

Dass sie zur Schule gehen kann, ist keine Selbstverständlichkeit in ihrer von Krieg und patriarchischen Strukturen gezeichneten Heimat. Noch vor rund zehn Jahren besuchten nur rund 900.000 Kinder und Jugendliche überhaupt die wenigen Schulen des Landes. Mädchen waren vom öffentlichen Bildungswesen nahezu ausgeschlossen. Heute machen sie fast 40 Prozent der mittlerweile über acht Millionen Schüler in Afghanistan aus – zumindest bis zu einem gewissen Alter: „Sobald sie in die Pubertät kommen, verschwinden sie meist aus den Schulen und leben sehr zurückgezogen“, erzählt Wijesooriya. Die Momente davor hat er in beeindruckenden Bildern festgehalten.


Von der High Society nach Afghanistan und zurück
Mit dieser Glitzerwelt könnte das Herzensprojekt des 37-Jährigen kaum weniger zu tun haben: Aus seiner ehrenamtlichen Arbeit mit den afghanischen Schulkindern aus dem kleinen Mir Bacha Kot entstand nun das „Yearbook Afghanistan“ – ein virtuelles Fotoalbum und zeitgeschichtliches Dokument, in dessen Fokus die Kinder eines Landes stehen, das sonst nur als Schauplatz von Krieg und Krisen gilt. Ein besonderes Erlebnis für den erfahrenen Fotografen und seine unerprobten Nachwuchs-Models: „Sie genossen die Erfahrung sichtlich. Diese Kinder haben fast nie Gelegenheit, sich zu entspannen, glücklich zu sein und im Mittelpunkt zu stehen. Genau das passiert aber, wenn man ein Porträt macht.“

Grund zu Entspannung und kindlicher Ausgelassenheit gibt es in Mir Bacha Kot selten. „Die Gegend war früher übersät mit Landminen“, erzählt Wijesooriya. Später fanden viele Kriegsflüchtlinge ihren Weg in die noch immer ärmliche Region, die heute multiethnisch geprägt ist. Viele Kinder wachsen ohne Eltern und in großer Armut auf. 2011 hörte der Fotograf zum ersten Mal von der Arbeit der NGO „Roots of Peace“, die sich nicht nur dem Kampf gegen Landminen verschrieben hat, sondern auch mehr Mädchen in Schulen bringen will. Spontan bot er der Organisation an, die „Roots of Peace“-Schule zu unterstützen. Mit einem Fotoprojekt natürlich.

mehr:
- Augen, die zu früh zu viel gesehen haben (Katharina Pfannkuch, Cicero, 23.04.2015)

Deutschland im "Akademisierungswahn"?

Immer weniger Lehrlinge, immer mehr Studenten – gerät das deutsche Bildungssystem in Schieflage? Die provokante These des Philosophen Julian Nida-Rümelin vom "Akademisierungswahn" hat viele Gegner.
Hunderttausende Schüler büffeln derzeit für ihr Abi. Viele von ihnen sitzen ab Herbst in Hörsälen deutscher Hochschulen. Weit weniger aber werden eine betriebliche Lehre beginnen – darauf lassen die Trends des Berufsbildungsberichts 2015 schließen. Er weist einen Minusrekord bei den Ausbildungsverträgen aus. Für den Fachkräftemarkt kein gutes Zeichen, warnt die Wirtschaft, die für ganz viele Lehrstellen gern Bewerber mit Abitur hätte.

mehr:
- Deutschland im "Akademisierungswahn"? (heise News, 22.04.2015)

mein Kommentar: Meine Eltern haben Sich schon in den 70ern darüber lustig gemacht, daß möglichst alles Schüler Abitur machen sollen: Einerseits würde das Abitur als solches entwertet, zum anderen gebe es eine Gaußsche Glockenkurve der Intelligenzverteilung in einer Gesellschaft, und die ließe sich durch politische Maßnahmen nicht verschieben. Was dann geschah, läßt sich mit der Gewässer-Begradigung in den 70ern vergleichen: Alle Bäche und Flüsse wurden ordentlich eingebettet… bis man dann in den 80ern/90er drauf kam, daß die Überflutungsflächen abhanden gekommen waren und man dann viel Geld in die Renaturierung steckte.
Meine Hoffnung ist, daß die Zeitspanne, innerhalb derer solche Unsinnigkeiten offenbar werden, sich allmählich verkürzen…

siehe auch:
- Bachelor-Abschluss: Die Unzufriedenheit der Unternehmen steigt (Thomas Pany, Telepolis, 23.04.2015)
- Bologna, Geschichte einer Enttäuschung (Lena Klimkeit, ZEIT Online, 23.04.2015)
- DIHK-Studie – Viele Unternehmen mit Bachelor-Absolventen unzufrieden (ZEIT Online, 23.04.2015)
- Droht der Untergang des Unilandes? Nein. (Anne-Kathrin Gerstlauer, ZEIT Online, 23.04.2015)

Ikeas Vision für die Küche der Zukunft – lebst Du schon oder wischst Du noch Staub?

Ikea ließ Studenten und Designer die Küche des Jahres 2025 erdenken. Heraus gekommen ist ein smarter Tisch, ein Kühlschrank ohne Schrank und ein umfangreiches Recyclingsystem. Sehen kann man die Designs bei einer Ausstellung in Mailand.
In der Concept Kitchen 2025 ließ Ikea Studenten der Universität Lund und der TU Eindhoven Visionen für die Küche der Zukunft entwickeln. Die Ideen wurden anschließend mit dem Londoner Design-Studio Ideo ausgearbeitet und sind jetzt in Mailand in einer Ausstellung zu sehen. Wer zur Expo nach Mailand fährt, kann einen Abstecher zu der futuristischen Küche machen.

Display-, Waage-, Kochfeld-Küchentisch
Herzstück der Küche soll ein smarter Küchentisch werden. Durch einen Projektor über der Tischfläche wird der Tisch zum Display, eine Kamera soll erkennen, was auf dem Tisch liegt.

Werden Lebensmittel auf den Tisch gelegt, schlägt der Tisch ein passendes Rezept vor. Beim Dosieren sollen integrierte Waagen helfen, über Induktion soll direkt auf der Tischfläche gekocht werden können. Der smarte Tisch liefert Informationen beim Kochen, ohne dem Menschen die eigentlichen Arbeitsschritte abzunehmen.

mehr:
- Ikeas Vision für die Küche der Zukunft (heise News, 22.04.2015)

mein Kommentar:
Der Sinn von Schränken ist, den Inhalt vor Staub zu schützen. Es ist leichter, einen Schrank von Staub zu befreien als ein komplettes Regal.
Irgendwie macht mir diese Nerd-Zukunftsvostellung Angst: Da gibt es hochintelligente Tischoberflächen, die erkennen, was ich vom Einkauf mitgebracht habe, aber daß die Regale zustauben, daran hat niemand gedacht. Daß ein Kühlschrank weniger Energie verbraucht als mehrere verschiedene Einzelboxen dürfte klar sein. Man kann sich schon mal überlegen, wieviele »Kriege gegen den Terror« oder gegen angeblich vorhandene Massenvernichtungswaffen wir – bzw. unser großer Bruder – noch führen müssen, um diesen überbordenden Energieverbrauch decken zu können.

Krypto-Experten gegen Schnüffelwut der NSA

Drei Wegbereiter von modernen Verschlüsselungs-Verfahren gehen auf die Barrikaden und wettern gegen die Daten-Hamsterei von NSA und Co. Dabei vergleichen sie das Verhalten der Behörde mit dem von Suchtkranken.
Die Verschlüsselungs-Spezialisten Ron Rivest, Adi Shamir und Whitfield Diffie sprechen sich deutlich gegen Vorgehen und Pläne von US-Regierungsorganisationen aus. Was diese drei Krypto-Koryphäen sagen hat Gewicht, denn sie haben einen wesentlichen Anteil der Grundlagen von heute eingesetzten Verschlüsselungs-Techniken erdacht.

Auf dem Cryptographer’s Panel, einer festen Einrichtung im Rahmen der RSA Conference, agrumentieren die Krypto-Experten vehement gegen die Forderung vom NSA-Chef Michael Rogers, dass Unternehmen der Behörde Schlüssel zum Dekodieren von verschlüsselten Daten zur Verfügung stellen sollen.

mehr:
- Krypto-Experten gegen Schnüffelwut der NSA (heise Security, 22.04.2015)

Girls' Day: Merkel will Mädchen für Technik begeistern

Die Bundeskanzlerin wirbt auf dem Girl's Day erneut für mehr Frauen in MINT-Berufen. In Fächern wie Mathematik, Informatik, den Naturwissenschaften sowie in Technikberufen sind Frauen weiter unterrepräsentiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Mädchen dazu aufgerufen, sich stärker auf ungewohnte Berufsfelder einzulassen. Es sei unglaublich spannend, wie sich Technologien entwickelten, sagte Merkel am Mittwoch zum Auftakt des "Girls' Day". Gerade in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) seien die Chancen groß. "Da sind riesige Möglichkeiten", sagte Merkel bei der Begrüßung einer Gruppe von Schülerinnen im Kanzleramt. Aber um diese Berufe machten Mädchen oft auch einen riesigen Bogen.

mehr:
- Girls' Day: Merkel will Mädchen für Technik begeistern (heise News, 22.04.2015)

Wir leben im finsteren Mittelalter der IT-Sicherheit

Bei der Eröffnungsrede zur diesjährigen RSA Conference zeichnete der Chef des Sicherheitsunternehmens ein dunkles Bild: Aktuelle Schutzmaßnahmen in Unternehmen sind hoffnungslos überfordert.
Amit Yoran, seit kurzem Chef des IT-Sicherheitsanbieters RSA, sagte während seiner Eröffnungsrede zur RSA Conference 2015, dass „wir im finsteren Mittelalter der IT-Sicherheit leben“. Er bezog sich damit auf die zahlreichen spektakulären Angriffe der letzten Jahre und die offensichtliche Unfähigkeit von Unternehmen, ihre Daten trotz teurer Sicherheitskomponenten zu schützen. Dies liege laut Yoran zum einen daran, dass die falschen Schutzmechanismen verwendet würden und zum anderen am fehlerhaften Verhalten von IT-Spezialisten in Unternehmen.

mehr:
- RSA-Konferenz: „Wir leben im finsteren Mittelalter der IT-Sicherheit“ (heise Security, 22.04.2015)

"Clinton Cash"

In den USA debattiert man über ein Buch, das problematische Verbindungen der Präsidentschaftsbewerberin und ihres Gatten zu Unternehmen und ausländische Regierungen enthüllen soll

Das Buch, über das Amerika derzeit am meisten spricht, erscheint erst am 5. Mai: Es ist vom Peter Schweizer, dem Autor von Throw Them All Out - How Politicians and Their Friends Get Rich Off Insider Stock Tips, Land Deals and Cronyism That Would Send the Rest of Us to Jail - und es trägt den Titel Clinton Cash - The Untold Story of How and Why Foreign Governments and Businesses Helped Make Bill and Hillary Rich. Einige Vorwürfe daraus sind bereits bekannt.
So soll die Clinton-Familienstiftung von Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten Summen zwischen einer und zehn Millionen Dollar erhalten haben. Die Saudis ließen ihr angeblich sogar 25 Millionen Dollar zukommen. Insgesamt verfügt die Stiftung über 226 Millionen Dollar.

Von Seiten der Stiftung hieß es auf die Vorwürfe bislang, dass dieses Geld nicht der Clinton-Familie, sondern dem Kampf gegen HIV und übergewichtige Kinder sowie der Katastrophen- und Entwicklungshilfe zugute komme. Kritiker zweifeln das nicht an, fragen sich aber, warum die Golfmonarchien den Umweg über die Stiftung gingen, wenn sie Geld für gute Werke übrig hatten.

Sie haben den Verdacht, dass es den Ölscheichs nicht in erster Linie um solche guten Werke ging, sondern um eine gute Beziehung zur Clinton-Familie. Und weil Vertreter ausländischer Interessen in den USA weder in die Wahlkampfkasse eines Kandidaten noch an PAC-Fassadenorganisationen spenden dürfen, geben sie zur Verbesserung der Beziehungen zu Politikern gerne an Stiftungen. Dem Politiologe Michael Johnston von der Colgate University entsteht dadurch ein Interessenskonflikt, auch wenn sich keine direkten Gegenleistungen nachweisen lassen.

mehr:
- "Clinton Cash" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 22.04.2015)

Schluss mit der Betroffenheit!

Stilles Gedenken, eine Blume in den Wellen, Trauer-Smileys - die Tragödie im Mittelmeer hat uns aufgewühlt. Was für ein verlogenes Schauspiel.

Als im November 2014 die italienische Seenotrettungs-Operation "Mare Nostrum" durch das Programm "Triton" ersetzt wurde, gab es keinen Zweifel: Es würde Tote geben. Viele Tote.
Entsprechend kritisch fielen die Kommentare von Menschenrechtsorganisationen aus, Zeitungsartikel nahmen Stellung. Umsonst. "Mare Nostrum" wurde versenkt, praktischerweise in der Wintersaison, die von Natur aus ruhiger ist. Im Alltagslärm der üblichen Sensationen, Katastrophen und Katzenvideos geriet das Flüchtlingsdrama in den Hintergrund.

Und jetzt das: innerhalb einer Woche hunderte Tote.

Das Geschrei ist groß. Wie konnte das geschehen?

mehr:
- Schluss mit der Betroffenheit! (Sarah Mahlknecht, Telpolis, 22.04.2015)

Sinkendes Vertrauen in Demokratie unter jungen Arabern

Umfrage in zwölf Ländern zeigt die Desillusionierung der Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren

Deutlich desillusioniert von den Möglichkeiten der Demokratie und dem, was den Aufständen von 2011 folgte, zeigen sich arabische Jugendliche aus zwölf Ländern in einer großen jährlichen Umfrage. Ihren Regierungen bringen sie meist wenig Vertrauen entgegen. Die Überzeugung, dass die Regierungen mit der Bedrohung durch den IS zurecht kommen, ist in manchen Staaten gering. Sorgen bereitet die Arbeitslosigkeit. Dennoch gibt es Anzeichen für Optimismus.

Letzteres wird anhand von Adjektiven festgestellt, mit denen die Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 24 ihre Gefühle beschreiben, welche die Zukunft ihres Landes am besten beschreiben. 63 Prozent wählten positive Adjektive, die ihnen angeboten wurden ("optimistic", "excited", "hopeful") und nur 25 Prozent wählten aus den negativen Adjektiv-Angeboten ("concerned", "frustrated", "sad").

Diese etwas einfach-plakative Art der Kategorisierung ist nicht untypisch für die Befragung, die Anfang dieses Jahres durchgeführt wurde. Als verantwortlich für die Untersuchungen zeichnen sich zwei Profis im Politikmarketing. Die Face-to-Face-Interviews übernahm PBS (Penn Schoen Berland, die mit ihren Umfragetools im Wahlkampf von Bill Clinton erfolgreich waren und später auch andere prominente Politiker wie Tony Blair als Kunden gewannen. Der Chef des Studienträgers ASDA'A Burson-Marsteller hat ebenfalls einen großen Namen im Bereich Politik und Marketing.

Die verkaufstüchtige Handschrift ist der Studie, die sich als "größte ihrer Art im Nahen Osten" bezeichnet, von der erste Seiten an anzusehen, wo man ankündigt zu verraten, was "zweihundert Millionen arabische Jugendliche zu ihrer Zukunft zu sagen" haben.

mehr:
- Sinkendes Vertrauen in Demokratie unter jungen Arabern (Thomas Pany, Telepolis, 21.04.2015)

Mittwoch, 22. April 2015

De-Mail : Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit PGP gestartet

De-Mail-Kunden können nun ihre Nachrichten und Anhänge im Web-Frontend des Diensts lokal mit PGP verschlüsseln und danach versenden.
Die Anbieter von De-Mail haben heute die angekündigte Option für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit PGP freigeschaltet. Damit können nun De-Mail-Kunden der Deutschen Telekom, von United Internet (1&1, GMX und Web.de) sowie von Francotyp-Postalia untereinander PGP-gesicherte Mails austauschen, sofern sie im Frontend die Sicherheitsstufe "hoch" aktiviert haben.

mehr:
- De-Mail : Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit PGP gestartet (heise news, 22.04.2015)

Microsoft veröffentlicht über 20 Updates außer der Reihe

Die Begründung für die neuen Updates außer der Reihe lautet wie bei Microsoft üblich erst mal für alle Updates gleich: "Installieren Sie dieses Update, um Probleme in Windows zu beheben."

Normalerweise veröffentlicht Microsoft Updates für Windows stets am Patchday, damit Administratoren sich auf den Termin einstellen können. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Jetzt hat Microsoft über 20 optionale Updates außer der Reihe veröffentlicht. Nicht alle sind für alle Windows-Versionen gedacht. Wie viele optionale Updates Windows in der Systemsteuerung anbietet, hängt also von der Windows-Version ab.

Welche Probleme die Updates beheben, ist wie bei Microsoft üblich nicht auf den ersten Blick zu erkennen, denn die Beschreibung lautet stets nur "Installieren Sie des Update, um Probleme in Windows zu beheben." Auch die Übersichtsseite der Updates in der Knowledge-Base verrät nicht mehr.

mehr:
- Microsoft veröffentlicht über 20 Updates außer der Reihe (heise news, 22.04.2015)

siehe dazu auch:
- Neue Funktionen für den Datenschutz in Office 365 (heise news, 22.04.2015)

Griechen mißtrauen der Ukraine-Berichterstattung

76 Prozent der Griechen vertrauen Medien in Sachen Ukraine-Krise nicht

Berichten Medien unvoreingenommen? Zumindest in Sachen Berichterstattung zur Krise in der Ukraine scheint es erhebliches Misstrauen bei den Mediennutzern zu geben. Die russische Nachrichtenagentur Sputnik hat zusammen mit dem britischen Meinungsforschungsinstitut ICM Research untersucht, ob die Bevölkerungen in mehreren europäischen Ländern der Medienberichterstattung im Hinblick auf die Krise in der Ukraine vertrauen.

Das Ergebnis zeigt, dass das Missstrauen gegenüber den Medien groß ist. Bei der Untersuchung wurde folgende Frage gestellt: "Inwieweit vertrauen Sie den führenden Medien in Ihrem Land in Bezug auf eine unvoreingenommene und glaubwürdige Berichterstattung über die Ukraine-Krise?"

mehr:
- Sputnik-Umfrage: Misstrauen und Zweifel an Berichterstattung der Medien (Marcus Klöckner, Telepolis, 22.04.2015)

Auf dem Weg in den Überwachungsstaat

E ist nunmal so: Die Gesellschaft ist dermaßen komplex geworden, da ist eine Vorratsdatenspeicherung unvermeilich geworden. Inzwischen grummelt es diffus in der gesamten Bevölkerung, die latente Aggressivität steigt, da müssen Vorkehrungen getroffen werden. Vielleicht haben wir ja 1984 überbewerdet oder überinterpretiert. Vielleicht ist unser Unwohlsein unbegründet und wir sollten einfach nur mehr Vertrauen haben in Rettungsschirme, Drohnen und den NSA-Voyeurismus…
Hier drei heise-Meldungen, aus denen wir entnehmen können, was alles auf uns zukommt:

Vorratsdatenspeicherung, Einstieg ins umfassende Predictive Policing, ein Zentrallager für alle nicht als Flüchtlinge anerkannten Menschen: Forderungen auf dem Polizeikongress.

Auf dem vierjährlich stattfindenden Bundeskongress der Deutschen Polizeigewerkschaft, veranstaltet unter dem Motto "Sicherheit – Freiheit – Bürgerrechte – Ohne uns läuft nichts", wurde ihr Vorsitzender Rainer Wendt wiedergewählt. "Deutschlands schillerndster Arbeiterführer" nutzte den öffentlichen Teil des Kongresses, um für Projekte zu werben: neben der Vorratsdatenspeicherung und dem Einstieg ins umfassende Predictive Policing für ein Zentrallager aller Menschen, die nicht als Flüchtlinge anerkannt wurden und abgeschoben werden müssen.

mehr:
- Precrime auf dem Polizeikongress: Predictive Policing ausweiten (heise news, 21.04.2015)

- Drohne soll für belgische Polizei aufpassen (heise news, 21.04.2015)
Die Polizei in der belgischen Provinz Limburg hat offenbar erfolgreich getestet, wie sie einen unbemannten Minihelicopter für ihre Zwecke einsetzen kann.
Nach einer zweijährigen Testphase hat sich die Polizei in der belgischen Provinz Limburg entschieden, künftig eine Drohne regulär einzusetzen. Da der bisher eingesetzte unbemannte Kleinhelicopter Altura Zenith von Aerialtronics nicht mehr einsetzbar ist, schafft sich die Polizei für 7000 Euro einen neuen gleichen Typs an, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

In der Testphase wurde die Drohne rund 70 Mal eingesetzt, vor allem zur Verkehrsüberwachung oder bei Großveranstaltungen. Der Vorteil liege auch darin, dass sie viel schneller in den Einsatz geschickt werden kann als ein bemannter Helicopter, argumentiert die Polizei.

siehe dazu auch:
- Niedersachsens Polizei-Drohne hob voriges Jahr 18 Mal ab (heise news, 22.05.2014)

- Whistleblower und investigative Journalisten bald im Abseits? (Brigitte Zarzer, Telpolis, 21.04.2015)
Eine neue EU-Richtlinie will Geschäftsgeheimnisse besser schützen, könnte aber Aufdeckern von Missständen das Leben schwer machen

In Zeiten der Globalisierung und technischen Vernetzung wird der effiziente Schutz von Geschäftsgeheimnissen für Unternehmen immer wichtiger. Eine geplante EU-Regelung will hier der Wirtschaft helfen und unterschiedliche Länderregelungen harmonisieren. NGOs, Journalisten und Gewerkschaftsvertreter warnen allerdings: Aufgrund der Richtlinie könnten bedenkliche Praktiken von Unternehmen künftig unentdeckt bleiben, zumal bei Weitergabe und Veröffentlichung von Informationen mit kaum abschätzbaren rechtlichen Folgen zu rechnen wäre.
Es gebe einige "ernsthafte Bedrohungen für die Arbeit von Journalisten und Gewerkschaftsvertretern", kritisierte Mogens Blicher Bjerregard von der Europäischen Journalistenföderation (EFJ) die geplante EU-Richtlinie zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Diese soll in den nächsten Monaten dem EU-Ministerrat nochmals vorgelegt und dann vom EU-Parlament beschlossen werden. Neben der EFJ haben auch zahlreiche andere Journalistenorganisationen, NGOs und Gewerkschaftsvertreter Protest eingelegt. Journalisten fürchten aufgrund verschiedener Passagen und Formulierungen, dass sie künftig jede Information vorab von Juristen prüfen lassen müssten, bevor sie überhaupt eine Enthüllungsgeschichte veröffentlichen könnten.


Geschwindigkeitsweltrekord für japanische Magnetschwebebahn

Japan ist bekannt für seine Schnellzüge. Nun hat erstmals ein Zug der Hightech-Nation die magische Marke von 600 Kilometern in der Stunde durchbrochen. Die Magnetschwebebahn läutet eines neues Zeitalter ein.
So schnell ist noch nie ein Zug gefahren: Mit sage und schreibe 603 Kilometern pro Stunde hat die japanische Magnetschwebebahn Maglev auf einer Teststrecke einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord aufgestellt, wie die Bahngesellschaft Central Japan Railway (JR Tokai) am Dienstag bekanntgab. Die Zugfahrt sei gerade beim superschnellen Tempo besonders "komfortabel" gewesen, sagte der Leiter des Testzentrums in der Provinz Yamanashi, Kazuyasu Endo, zu Reportern. Der Magnetzug brach damit seinen erst vergangene Woche aufgestellten Rekord von 590 Kilometern pro Stunde.

Die Magnetschwebebahn, die Konkurrenz zum deutschen Transrapid, soll 2027 Tokio mit der Industriestadt Nagoya verbinden. Es wird erwartet, dass der Zug im Normalbetrieb maximal Tempo 500 Stundenkilometer fahren wird. Mit den Weltrekordversuchen wollte JR Tokai wichtige Daten wie zum Beispiel zum Luftwiderstand und zu Vibrationen sammeln, um die Technik und das Design der Züge weiter zu verbessern. Mit der Magnetschwebebahn läutet die Hightech-Nation ein neues Zeitalter für Hochgeschwindigkeitszüge ein.

mehr:
- Japanischer Magnetzug rast mit Tempo 603 zum Weltrekord (heise news, 21.04.2015)

603 km/h: Japanische Magnetschwebebahn stellt neuen Weltrekord auf [0:50]

Veröffentlicht am 21.04.2015
Eine japanische Magnetschwebebahn hat den neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Züge aufgestellt. Der sogenannte Maglev-Zug der Central Japan Railway erreichte bei einer bemannten Fahrt auf einer Teststrecke in der Yamanashi-Präfektur 603 Stundenkilometer.
Damit überbot der Zugtyp seinen eigenen Weltrekord von 581 Stundenkilometern aus dem Jahr 2003.
"Dieser Zug ist genau so konfiguriert, wie er es auch für die kommerzielle Nutzung sein wird. Wir haben bestätigt, dass der Komfort für die Passag…
LESEN SIE MEHR: http://de.euronews.com/2015/04/21/603...

Montag, 20. April 2015

Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer verhindern

Letzte Nacht ereignete sich die vielleicht größte “Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer: Möglicherweise mehr als 900 Tote, EU-Krisengipfel geplant”.

Erst Anfang der Woche waren “Vermutlich 400 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken”. Gegen dieses Massensterben muss sofort etwas getan werden. Dabei ist es noch der leichteste und billigste Teil, die Rettungsmaßnahmen im Mittelmeer wieder zu verstärken. Gerade deshalb muss das sofort erfolgen. Schon schwieriger ist es, die Schleuserbanden wirksam zu bekämpfen und ihnen den Zugang zum Mittelmeer insbesondere in Libyen zu erschweren. Den größten politischen Streit gibt es jedoch um den Umgang mit geretteten und sonstigen Flüchtlingen.

In einer idealen Welt gäbe es gar keine Flüchtlinge und könnten alle Menschen überall auf der Welt in Frieden und Wohlstand leben. Die Realität sieht leider anders aus. Deutschland und Europa, aber auch die USA oder Kanada und Australien können nicht alle Menschen aufnehmen, die kommen wollen, insbesondere wenn es Sozialleistungen weit über den Einkommen für harte Arbeit in ihren Heimatländern gibt. Doch es leiden auch zu viele Menschen unter Bürgerkriegen oder staatlicher Unterdrückung. Folglich kann man nicht allen eine freie und ungefährliche Einreise legal zum Zwecke der Zuwanderung gewähren.

mehr:
- Alexander Dilger (junge Welt, 20.04.2015)
siehe auch:
- Parteitag – CSU sieht in Deutschland kein Einwanderungsland (ZEIT Online, 30.10.2010)
Migrationsrat hält Pegida für Spätfolge früherer CDU-Politik (ZEIT Online, 05.01.2015)

mein Kommentar:
ein moralischer Anspruch kann eine äußerst schwere Bürde sein…