Sonntag, 1. November 2015

Angst sells: Die Neuorganisation der russischen Streitkräfte bereitet US-Militärs Sorgen

Weniger Soldaten, neue Struktur, bessere Waffen: Der Kreml hat seine Streitkräfte radikal reformiert. US-Militärs warnen vor russischen Überraschungsaktionen. Wie groß ist die Gefahr für die Nato?

Russland fliegt Luftangriffe in Syrien, lässt strategische Bomber aufsteigen und setzt alle paar Wochen auf einen Anruf hin Zehntausende Soldaten in Marsch - "unerwartete Überprüfungen der Gefechtsbereitschaft" nennen die Strategen solche Großmanöver. US-Militärs schlagen nun Alarm. Die "New York Times" berichtete Anfang der Woche von Befürchtungen amerikanischer Offiziere, Russland könnte im Konfliktfall das globale Internet lahmlegen. Russische U-Boote operierten verdächtig oft in der Nähe der großen Unterseekabel, schreibt die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte Militärs.

Und Ben Hodges, Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, warnt ganz offen vor Russlands neuer Schlagkraft. Doch was hat sich verändert? Welche Risiken muss der Westen konkret fürchten, welche nicht?

Moskau sei zu überraschenden Aktionen fähig, kombiniert mit Propaganda und gezielten Falschinformationen ("hybride Kriegsführung"), sagt US-General Hodges. Der Kreml forciere zudem den Aufbau sogenannter "Anti-Access/Area-Denial"-Systeme ("A2/AD"). Dahinter verbirgt sich die Fähigkeit, einem technisch überlegenen Gegner den Zugang zu strategisch wichtigen Gebieten zu verwehren, mit relativ einfachen Mitteln: Flugabwehrsystemen oder Anti-Schiffs-Raketen zum Beispiel.
mehr:
- Radikale Streitkräftereform: Moskaus neue Schlagkraft (Markus Becker, Benjamin Bidder, SPON, 27.10.2015)

mein Kommentar:
Man vergleiche die Anzahl der US-amerikanischen Militärstützpunkte auf der Welt mit der der Russen. Und dann schaue man sich die Rüstungsausgaben an. Für mich ist ganz klar: Die USA sind Schuld an der jetzigen angeblichen Bedrohungslage. »US-Militärs schlagen Alarm«. Daß ich nicht lache: Ein Meisterstück der Propaganda des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (Post, 15.03.2015)
Eins hat der Ukraine-Konflikt gezeigt: Im Westen wird genauso Propaganda betrieben wie im Osten (bei uns wird’s nur subtiler gemacht). Das Märchen vom abgrundtief Bösen zieht nicht mehr! Und in keinem der Videos, die ich von Putin gesehen habe, hatte ich den Eindruck, daß der Mann lügt oder geistig gestört ist. Der Westen wird so einem Mann nochmal nachtrauern!

siehe auch:
- Die 10 Länder mit den höchsten Militärausgaben (Frieden Fragen)
- Militärausgaben auf Rekordstand: SIPRI-Bericht: 2010 weltweit 1,63 Billionen Dollar verpulvert / Finanzkrise bremste Zuwachs (AG Friedensforschung, aus Neues Deutschland, 12.04.2011)
- Rüstung, Rüstungsexport, Rüstungsproduktion, Abrüstung Beiträge ab 2014 (AG Friedensforschung)
- USA – Das Geschäft mit der Angst: der neue »militärisch-industrielle Komplex« ist außer Kontrolle (Post, 14.09.2015)

Putin Crushes BBC Smartass [5:57]

Veröffentlicht am 03.10.2015
Another certified moron bites the dust
JOHN SIMPSON, BBC: Western countries almost universally now believe that there’s a new Cold War and that you, frankly, have decided to create that. We see, almost daily, Russian aircraft taking sometimes quite dangerous manoeuvres towards western airspace. That must be done on your orders; you’re the Commander-in-Chief. It must have been your orders that sent Russian troops into the territory of a sovereign country – Crimea first, and then whatever it is that’s going on in Eastern Ukraine. Now you’ve got a big problem with the currency of Russia, and you’re going to need help and support and understanding from outside countries, particularly from the West. So can I say to you, can I ask you now, would you care to take this opportunity to say to people from the West that you have no desire to carry on with the new Cold War, and that you will do whatever you can to sort out the problems in Ukraine? Thank you!

Translation courtesy of Inessa S https://www.youtube.com/channel/UCeix...
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Schwarzenacker vor 2000 Jahren: wichtiges Handelszentrum im ehemaligen Stammesgebiet der Mediomatriker

Rom - Marmor, Macht und Märtyrer (2/4) Der Aufstieg zur Kaiserstadt [HD, Doku] [43:44]

Veröffentlicht am 04.09.2014
Kaum ein Ort in Europa kann auf eine so reiche und bewegte Geschichte zurückblicken wie Rom. Die Überreste aus einer fast dreitausendjährigen Geschichte der Stadt am Tiber ziehen nach wie vor die Besucher in ihren Bann. Der Aufstieg und die Entwicklung der Stadt Rom von einfachen Hüttendörfern auf sieben Hügeln zum "Haupt der Welt", zur Metropole eines Weltreiches, ist ein Spiegelbild der damaligen Herrschaftsverhältnisse. Herrschaftsgeschichte, Baugeschichte und Alltagsgeschichte werden im Film in einen kausalen Zusammenhang gebracht.
Rom ist nicht erst seit Papst Benedikt XVI. eines der beliebtesten Reiseziele, das von Millionen von Pilgern aufgesucht wird. Kaum ein Ort in Europa kann auf eine so reiche und bewegte Geschichte zurückblicken wie die ewige Stadt. Die Überreste einer fast dreitausendjährigen Geschichte ziehen nach wie vor die Besucher in ihren Bann. Von hier begann die Eroberung eines Weltreiches, hier verewigten sich die Cäsaren in einer Fülle imposanter Bauwerke, hier schlug der neue christliche Glaube erste Wurzeln und verbreitete sich dann über das ganze Imperium. Der Aufstieg der Stadt am Tiber vom einfachen Hüttendorf zur Metropole eines Weltreiches ist ein Spiegelbild der damaligen Herrschaftsverhältnisse.
In ihrer vierteiligen Dokumentation will Elli G. Kriesch Herrschafts-, Bau- und Alltagsgeschichte dieser Hauptstadt der Welt in einen historischen Kontext setzen und dem Zuschauer den neuesten Stand der archäologischen Forschung nahebringen. Nicht nur die Bedeutung einzelner Bauwerke wird dargestellt, sondern auch ihre Funktion in der römischen Gesellschaft erklärt. Wie lebten die Aristokraten, wie die Plebejer? Warum baute man Tempel, Triumphbögen und Siegessäulen? Wie verlief der Alltag in der Stadt auf den sieben Hügeln? Wie entwickelte sich das urbane Leben, Kultur und Unterhaltung? Ein Presenter schlägt dabei die Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit, von den Problemen einer modernen Großstadt zu den Problemen einer antiken Kommune. Wie sah die Stadt damals aus und was ist heute noch davon erhalten?
Die zweite Folge "Der Aufstieg zur Kaiserstadt" spannt den Bogen vom Charisma Cäsars, über die Expansion des römischen Weltreichs bis zur Friedensherrschaft des Kaiser Augustus. Er war es, der die Stadt aus Ziegeln zu einer Weltstadt aus Marmor machte. Von Rom aus erstreckte sich strahlenförmig ein gut ausgebautes Straßennetz bis in die letzten Winkel des Reiches. Dies erlaubte rasche Truppenverschiebungen, förderte die Handelsströme und den kulturellen Austausch zwischen den Provinzen und der Hauptstadt. Das einfache Volk lebte auf engstem Raum in mehrstöckigen Mietshäusern, die wegen der Brandgefahr nicht einmal eine Küche besaßen. Gegessen und getrunken wurde in Bars und Tavernen. Die leeren Amphoren landeten auf dem Monte Testaccio, dem Müllberg von Rom, wo heute noch Millionen von Tonscherben den Archäologen Auskunft geben über Herkunft und Umfang der römischen Importe.
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Altertum (Alltagsleben im antiken Rom) [39:03]

Veröffentlicht am 21.07.2014
Gegen-Sozialismus.jimdo.com

Nachdem G. Julius Caesar 58-51 v. Chr. Gallien erobert hatte, ließ Augustus durch seinen Schwiegersohn Agrippa das Land als römische Provinz neu organisieren und mit dem Bau eines ausgedehnten Fernstraßennetzes erschließen. Römische Truppenangehörige verwalteten die Provinz. Die keltische Adelsschicht wurde in die neuen Herrschaftsstrukturen eingebunden. Der intensive Kontakt mit der römischen Administration führte schließlich zu einer tief greifenden Romanisierung aller Bevölkerungsschichten in allen Bereichen des täglichen Lebens. Die folgende, fast 300 Jahre währende Friedenszeit (Pax Romana) in unserer Region brachte eine wirtschaftliche Blüte mit sich. Es entstanden Siedlungen in Pachten, Saarbrücken, Tholey, Bliesbrücken und Herapel sowie Landgüter und Villen in Erfweiler-Ehlingen, Bierbach und Nennig. Metz als Hauptstadt der Mediomatriker und Trier als Hauptstadt der Treverer entwickelten sich zu großen, urbanen Zentren. 
Karte Galliens und seiner Stämme vor der vollständigen Eroberung durch Gaius Iulius Caesar 58 v. Chr. [Gallien, Wikipedia]
Das römische Schwarzenacker lag an der Nord-Süd-Achse von Trier nach Straßburg und 2 km südlich der West-Ost-Achse von Metz nach Worms. Obwohl der römische Ort nicht direkt am Kreuzungspunkt der Straßen lag, sorgte dennoch diese verkehrsgünstige Lage für den Aufschwung des Ortes von einer kleinen keltischen Ansiedlung zu einem wichtigen Handelszentrum im ehemaligen Stammesgebiet der keltischen Mediomatriker
Handelsrouten im römischen Gallien
Das Leben im gallorömischen Etappenort (vicus) von Schwarzenacker endet erst im Jahr 276 n. Chr. Nachdem plündernde und brandschatzende germanische Volksstämme schon mehrfach im 3. Jh. n. Chr. den Rhein überschritten hatten, drangen Franken und Alemannen 275/76 n. Chr. in Gallien ein und hinterließen Spuren der Verwüstung in Städten, Siedlungen und ländlichen Anwesen. Zwar kehrte im 4. Jh. der Alltag in die Stadt zurück. Die ehemals blühende römische Kleinstadt konnte jedoch ihre einstige Bedeutung nicht wiedererlangen. Sie verfiel und wurde schließlich ganz aufgegeben. Viel später werden die Chroniken der Zisterziensermönche aus dem benachbarten Wörschweiler von einer Römerstadt jenseits der Blies berichten. Die Mönche bewirtschafteten den Wüstungsbereich und machten ihn urbar. Die damit verbundenen Planierungsarbeiten waren mit Mühsal verbunden, was sich im Flurnamen ,,Auf der Ungnad" widerspiegelt. Die von Brandschutt schwarz gefärbte Ackerflur gab dem Ort den Namen. Die heutige Ortschaft Schwarzenacker entstand in der Zeit nach 1800. Vorher gab es zwei Gehöfte, von denen der Edelhof innerhalb der römischen Ruinenstätte stand bzw. steht. Als dieser Anfang des 18. Jh. errichtet wurde, fand man Reste eines römischen Schwitzbades, das J. Daniel Schöpflin in der "Alsatia iIIustrata" 1751 beschreibt. Später beauftragte der Landesfürst Herzog Karl 11. August von pfalz-Zweibrücken seinen Hofbaumeister Johann Christian von Mannlich mit der Ausgrabung des Gräberfeldes auf dem "Heidenhübei" in Einöd. Systematische Ausgrabungen und wissenschaftliche Untersuchungen setzten erst sehr viel später ein. Während der Grabungen 1954 und 1963 legten die Ausgräber J. Keller und R. Schindler ein städtisches Besiedlungssystem frei. Es folgten in den Jahren zwischen 1965 - 1967 und 1980- 1982 Grabungskampagnen unter der Leitung von Landeskonservator A. Kolling. 

Zahlreiche römerzeitliche Funde aus Schwarzenacker belegen eine wirtschaftliche Blüte von Handel, Handwerk und Gewerbe. Es konnten zwei Töpfereien identifiziert werden. Aber auch Weber, Tuchwalker und -färber übten nachweislich ihr Handwerk aus. Schreinerund Stellmacherwerkzeuge kamen ans Tageslicht (Hobel, Stechbeitel, Sägen, Löffelbohrer). 

Außerhalb des Freilichtmuseums, in Randlage des Ortes wurde eine Eisenschmiede entdeckt (GießerkeIle, Hammer, Amboss u. a.). Andere Funde belegen ortsansässige Fuhrleute. Balken- und Schnellwaagen zeugen von korrekten Verkaufspraktiken der Händler. Der Vicus war in erster Linie Gewerbe- und Handelszentrum für einheimische und auswärts hergestellte Produkte, ein zentraler Siedlungspunkt, wo die Bevölkerung der Region insbesondere Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte umschlagen konnte. 
aus dem Besucher-Flyer des Römermuseums Schwarzenacker

Römermuseum Schwarzenacker: Video [4:02]

Veröffentlicht am 31.05.2013
Tag der Offenen Tür im Römermuseum in Homburg/Saar

Quo vadis?
Römische Ausgrabungen, archäologisches Freilichtmuseum, Kinderfreizeit, Kultur im Saarland entdecken, touristische Attraktionen in SaarLorLux.

2014 findet der Tag der Offenen Tür am 10. und 11. Mai 2014 statt.

Ein Videobericht von Alexander Dossow.

Weitere sichtbare Zeichen römischen Wirkens in der Nähe:

- Limes-Strasse
von Bad Hönningen über Taunusstein, Idstein, Bad Homburg, Butzbach, Hanau, Seligenstadt, Aschaffenburg, Schwäbisch Gmünd, Aalen , Eichstätt bis Regensburg
- Saalburg (Bad Homburg/Taunus)
- Porta Nigra (Trier)

Bundeswehreinsatz in Mali: Das nächste planlose Unterfangen?

Im nächsten Jahr soll der Einsatz ausgeweitet werden. Von einem ausgearbeiteten politischen Ansatz zur Mission in einem sehr schwierigen Umfeld fehlt jede Spur 

Die "Wir schaffen das!"-Aufgabenstellung der Kanzlerin angesichts der vielen Flüchtlinge hat in den Hintergrund gerückt, was zuvor unter der Überschrift "die gewachsene Verantwortung Deutschlands" als Debatte lanciert wurde: eine größere militärische Beteiligung bei der Befriedung von Krisenherden außerhalb des Landes. Um der internationalen Gemeinschaft zu dokumentieren, dass sich Deutschland nicht abseits stellt. 

Den Anfang soll Mali machen. Vergangenen Sonntag bestätigte Verteidigungsministerin von der Leyen Pläne, wonach der Bundeswehreinsatz in Mali ausgeweitet werde. 

 "Wir brauchen ein robustes Mandat" 

Es gehe um eine Erkundungsmission, geprüft wird aber ein Einsatz von Soldaten im Rahmen der UN-Mission Minusma.
mehr:
- Bundeswehreinsatz in Mali: Das nächste planlose Unterfangen? (Thomas Pany, Telepolis, 22.10.2015)

siehe auch:
- EU produziert Terror (Jörg Tiedjen, junge Welt, 10.08.2015)
- »Ein harter, sehr harter Weg« (Jörg Tiedjen, junge Welt, 10.08.2015, einsehbar bei AG FRiedensforschung, Kassel)

Neubeginn in Mali: Wie hilft die Bundeswehr? | Journal Reporter [12:06]

Veröffentlicht am 14.12.2013
Deutsche Soldaten leisten in Mali Aufbauhilfe: Sie bilden heimische Militärs aus, damit sie zukünftig Krisen im Norden des Landes selbst lösen können. Die deutschen Ausbilder sind geachtet, vor allem, weil sie in Mali keine Kolonialgeschichte haben. Doch die Präsenz der Soldaten hat auch das Leben in den Städten rund um die Camps verändert.
Mehr Informationen unter: www.dw.de/neubeginn-in-mali-wie-hilft-di­e-bundeswehr/a-17296854
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Placebo: Zuckerpillen wirken immer besser

Der Placebo-Effekt hat sich in den letzten Jahren verstärkt – aber nur in den USA
Der Placebo-Effekt ist aus wissenschaftlicher Sicht noch immer ziemlich rätselhaft. Unklar ist aus Sicht der Hirnforschung, wie die "Kraft der Gedanken" körperliche Prozesse beeinflussen kann. Fest steht aber, dass es den Effekt gibt und dass zum Beispiel Zuckerpillen oder Scheinoperationen tatsächlich eine Wirkung auf den Organismus entfalten können.

Im Jahr 2002 veröffentlichte Bruce Moseley, Orthopäde und früherer Mannschaftsarzt der Basketball-Nationalmannschaft der USA, eine der bekanntesten Placebo-Studien. Für die Studie wurden 180 Patienten, die allesamt an einer starken Kniearthrose litten, in drei gleichgroße Gruppen eingeteilt.

Während bei der ersten Gruppe eine arthroskopische Spülung und bei der zweiten Gruppe ein arthroskopisches Debridement vorgenommen wurde, kam es bei der dritten Gruppe zu keinem operativen Eingriff: Ohne deren Wissen wurde bei diesen Patienten die Operation lediglich simuliert. Die Ärzte haben die Patienten der dritten Gruppe getäuscht, indem sie ihnen unter Lokalanästhesie lediglich drei kleine, oberflächliche Hauteinschnitte am lädierten Knie gesetzt haben. Zudem wurde das übliche OP-Szenario exakt simuliert, angefangen bei der Geräuschkulisse, der Verabreichung von Medikamenten, den technischen Instrumenten bis hin zu den Handlungsabläufen des OP-Teams.

Das Fazit der Studie war eindeutig: Den tatsächlich operierten Patienten ging es genauso gut wie den getäuschten Patienten. Erstaunlicherweise konnten die Ärzte dieses Ergebnis auch zwei Jahre nach der OP bestätigen: Über 90 Prozent der getäuschten Patienten (die weiterhin nichts von dem Placebo-Eingriff wussten) sprachen von einer deutlichen Linderung der Schmerzsymptome und einer verbesserten Beweglichkeit ihres Knies. Es gibt Hinweise darauf, dass beim Placebo-Effekt Endorphine, also körpereigene Opioide, ausgeschüttet werden, die als Schmerzhemmer wirken.

Interessant ist nun, dass sich die Wirkung des Placebo-Effekts in den letzten Jahren offenbar noch verstärkt hat – vor allem bei Depressionen gleicht sich die Wirkung von Zuckerpillen und tatsächlichen Medikamenten immer mehr an.

mehr:
- Placebo: Zuckerpillen wirken immer besser (Patrick Spät, Telepolis, 22.10.2015)

The Strange Powers of the Placebo Effect [2:57]

Hochgeladen am 05.02.2011
A look at the many strange effects of placebos.

Created by:
Daniel Keogh - http://www.twitter.com/ProfessorFunk
Luke Harris - http://www.lukeharrisgraphics.com

Recommended Links:
Ben Goldacre's book 'Bad Science' has an excellent chapter on placebos
http://www.badscience.net/
http://www.amazon.co.uk/Bad-Science-B...

The Wikipedia page on Placebos is pretty excellent too:
http://en.wikipedia.org/wiki/Placebo

Why does the placebo effect work? [6:00]

Veröffentlicht am 03.06.2013
The placebo effect is a long-recognised phenomenon that has played an important part in the history of medicine -- from the healing powers of Stonehenge to administering placebo drugs to modern day patients. But it's not until recently that science has begun to truly understand how the placebo effect really works.

Professor Nicholas Humphrey asks why placebos work and reveals their central paradox: If we can effectively cure ourselves by taking placebo medicine, why don't we just heal ourselves straight away?

Exploring this paradox from the perspective of evolution, Professor Humphry looks at the associated costs and benefits of pain or illness. How can placebo medications readdress this balance and is a "dose of contrived optimism" just what the doctor ordered?

Find out more about Prof Nicholas Humphrey:
http://www.humphrey.org.uk

10 Unanswered Science Questions

This video is part of a series brought together by the All Times 10s YouTube Channel exploring ten unanswered science questions.

To view the greatest minds on YouTube respond, follow the link at the end of the video or click below:
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Wer steckt hinter dem syrischen Giftgas-Angriff?

CHP-Politiker machen aufgrund von Gerichtsakten den türkischen Geheimdienst und islamistische Milizen verantwortlich 

Selbst für syrische Verhältnisse war es gigantisches Massaker. Bis zu 1700 Menschen starben am 21. August 2013 in der Region Ghouta. Doch auch zwei Jahre nach dem Giftgasangriff sind die die Hintergründe unklar. Nun machen türkische Politiker die Regierung ihres Landes verantwortlich. 

Es ist eines dieser verwackelten Handyvideos, die zu den täglichen Chronisten des Syrienkrieges geworden sind und deren Bilder dennoch kaum zu ertragen sind. Blasse Gesichter starren da in die Kamera. Nur noch der Schaum vor dem Mund zeigt so etwas wie Leben. Auf dem Boden liegen Kinderkörper aufgereiht. Dazwischen kauern schreiende Eltern und pressen Sanitäter ihre Hände auf Brustkörper. "Sarin-Gas-Angriff Syrien" steht auf Arabisch über dem YouTube-Clip. 

Am 21. August 2013 geschah einer der schlimmsten dieser Angriffe - nicht nur in der Geschichte Syriens. 355 Tote zählten Ärzte ohne Grenzen an diesem Tag in der südwestlich von Damaskus gelegenen Region Ghouta. Die US-Regierung sprach von 1429, die oppositionelle Freie Syrische Armee sogar von 1729 Todesopfern.
mehr:
- Wer steckt hinter dem syrischen Giftgas-Angriff? (Fabian Köhler, Telepolis, 30.10.2015)
- Syrien: Und ihr denkt, es geht um einen Diktator (Hans-Christof Kraus, FAZ online, 24.07.2012)

aktualisiert am 26.11.2015

Umstrittenes Unterrichtsbuch: Innenministerium hebt Vertriebsverbot wieder auf

Ein Arbeitgeberverband lässt ein Unterrichtsbuch stoppen - weil es ihm zu wirtschaftskritisch erscheint. Nun hat das Innenministerium das Lieferverbot wieder aufgehoben. Dem Buch soll aber künftig ein Warnhinweis beiliegen. 

Ein Band mit Unterrichtshilfen für Lehrer hatte bei Wirtschaftsvertretern jüngst für Empörung gesorgt - wegen angeblich "einseitiger Propaganda" gegen das Unternehmertum: Auf Druck des Bundesverbands Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein Wirtschaftsbuch aus dem Programm nehmen müssen. Das hatte das Innenministerium angeordnet, dem die Bundeszentrale untersteht.
mehr:
- Umstrittenes Unterrichtsbuch: Innenministerium hebt Vertriebsverbot wieder auf (SPON, 29.10.2015)

Mutter des Mohamed-Entführers handelte "ungeheuer mutig"

Die Mutter des Mohamed-Entführers erkannte ihren Sohn auf einem Fahndungsfoto - und rief schließlich die Polizei. Die Frau habe "ethisch und moralisch das Richtige getan", sagt eine Psychologin von der Berliner Charité.
Im Fall des getöteten Flüchtlingsjungen Mohamed hat der 32-jährige Silvio S. die Tat gestanden. Die Ermittler kamen ihm auch dank seiner Mutter auf die Spur. Sie erkannte ihren Sohn auf einem Fahndungsfoto und rief die Polizei. Aus Sicht von Experten ist diese Konstellation etwas Besonderes. "Das ist nicht selbstverständlich", sagte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité, Isabella Heuser.

mehr:
- Berliner Psychologin: Mutter des Mohamed-Entführers handelte "ungeheuer mutig" (SPON, 30.10.2015)

Samstag, 31. Oktober 2015

Antiwestliche Ressentiments sind in der Mitte angekommen

Kolumne Grauzone: Während Deutschland die Rechtsextremen fürchtet, hat sich eine Bewegung formiert, die Ansätze linker und rechter Ideologien kombiniert: die Querfront. Mit ihren antiwestlichen und antiliberalen Ressentiments erreicht sie frustrierte Bürger

Pegida spaziert wieder. Die Stimmung im Land ist gereizt. Glaubt man den Umfragen, ist die Mehrzahl der Deutschen mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung eher unzufrieden – vorsichtig formuliert.

Beobachter warnen zunehmend vor „rechtem Gedankengut“. Was genau damit gemeint ist, bleibt häufig unklar und hängt mitunter auch vom Standpunkt des Betrachters ab. Die Fokussierung auf „rechtes Gedankengut“ hat in jedem Fall historische Gründe.

Hinzu kommt: Es gibt eine militante extreme Rechte, die das politische System der Bundesrepublik ablehnt, die gewaltbereit ist und Menschenleben bedroht. Es wäre ein Wunder, wenn diese Leute angesichts der politischen Stimmungslage im Land nicht Morgenluft wittern würden.

mehr:
- Querfront – Antiwestliche Ressentiments sind in der Mitte angekommen (Alexander Grau, Cicero, 31.10.2015)
- Tote-Hosen-Sänger Campino: „Angela Merkel hat Applaus verdient“ (Interview mit Campino, Cicero, 28.10.2015)

Campino bei 3nach9 "Die Kanzlerin hat bei mir angerufen!" [2:02]

Veröffentlicht am 17.11.2014
Campino von den Die Toten Hosen berichtet bei 3nach9 von einem überraschenden Entschuldigungs-Anruf aus dem Kanzleramt:

Versuch gegen Libertarismus und Monopolismus

Demokratie schützen Der neue Turbokapitalismus aus Silicon Valley setzt geltende wirtschaftliche und demokratische Rechte außer Kraft, wenn wir ihn gewähren lassen.

Wie Thomas Schulz in seinem vielbeachteten Essay über das „Morgen-Land“ in Kalifornien treffend festgestellt hat, geht es bei den derzeitigen Entwicklungen in und um Silicon Valley primär nicht um neue Technologien, sondern um einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel, welcher unser Denken und Handeln komplett verändern wird. Besonders bedrohlich ist dabei, dass dieser Prozess von einer kleinen, aber mächtigen Personengruppe gesteuert wird, die unser Konsumverhalten bestimmt und unsere Wertehorizonte besetzt.1

Der nachfolgende Essay greift die Überlegungen von Schulz auf und bringt diese in Verbindung mit Auffassungen anderer Autoren wie z. B. Andrew Keen2 oder Yvonne Hofstetter3, nicht zuletzt um damit entsprechende Denk-Synergien und potentielle Veränderungs-Energien aufzuzeigen. Es werden mehrere Ansätze zum Umgang mit dem Thema Turbokapitalismus vorgestellt, die den geneigten Leser zum eigenen Nachdenken und Zornigwerden inspirieren möchten.

mehr:
- Versuch gegen Libertarismus und Monopolismus (Michael W. Bader, Freitag-Community, 26.10.2015)
Mit mehr als 70 % Marktanteil ist Google auch mit seinem Betriebssystem Android bei Smartphones und Mobilgeräten marktbeherrschend und damit auch auf diesem Gebiet ein „Quasi-Monopolist“. Google ist deshalb eine Gefahr für den Wettbewerb, weil es diesen ganz einfach ausschließt. Diese Marktpositionierung widerspricht allen deutschen und europäischen Rechtauffassungen bezüglich legaler wirtschaftlicher Machtentfaltung einzelner Wirtschaftssubjekte.

Döpfner schreibt in seinem offenen Brief den denkwürdigen Satz: „Wir haben Angst vor Google. Ich muss das einmal so klar und ehrlich sagen, denn es traut sich kaum einer meiner Kollegen, dies öffentlich zu tun. Und als Größter unter den Kleinen müssen wir vielleicht auch in dieser Debatte als Erste Klartext reden. Sie haben es selbst in Ihrem Buch geschrieben: ‚Wir sind überzeugt, dass Portale wie Google, Facebook, Amazon und Apple weitaus mächtiger sind, als die meisten Menschen ahnen. Ihre Macht beruht auf der Fähigkeit, exponentiell zu wachsen. Mit Ausnahmen von biologischen Viren gibt es nichts, was sich mit derartiger Geschwindigkeit, Effizienz und Aggressivität ausbreitet wie diese Technologieplattformen, und dies verleiht auch ihren Machern, Eigentümern und Nutzern neue Macht.“20
Mein Kommentar:
Oha, ein Springer-Vorstand hat transatlantische Angst… Wo schreibt man das hin?

NSA-BND: Der Bericht des Sonderermittlers

Mit welchen Suchbegriffen versorgte die NSA ihren deutschen Partner BND? Der Sonderermittler zur Selektorenliste erhebt in seinem Abschlussbericht nun schwere Vorwürfe gegen die USA. Auch deutsche Wirtschaftsunternehmen waren demnach Spähziele.
Sein Arbeitsplatz im Neubau des Bundesnachrichtendienstes an der Berliner Chausseestraße bestand aus fünf Büros und einer Küche, die auch als Besprechungsraum diente. Knapp vier Monate lang sichtete der Sonderermittler der Bundesregierung, Kurt Graulich, hier die Liste der sogenannten Selektoren, mit denen der US-amerikanische Geheimdienst NSA seinen deutschen Partner BND versorgte - damit dieser die Suchbegriffe in seine eigenen Überwachungssysteme einspeise.

In einem fast 300 Seiten dicken Bericht kommt der Jurist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen nun zu dem Ergebnis: Vor allem europäische Regierungseinrichtungen seien in massiver Anzahl Spähziele der NSA gewesen. Die Amerikaner hätten damit klar gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen.

Aber auch deutsche Ziele, die durch das Grundgesetz vor der Ausspähung eigener Nachrichtendienste besonders geschützt sind, waren laut Graulich in überraschend großer Anzahl auf der Wunschliste der NSA zu finden. Darunter seien auch zahlreiche Wirtschaftsunternehmen aus oder mit Sitz in Deutschland gewesen.

mehr:
- Geheimdienstaffäre: Sonderermittler spricht von klarem Vertragsbruch der NSA (Maik Baumgärtner und Martin Knobbe, SPON, 30.10.2015)
Von Unternehmen, die im Fokus der NSA lagen, waren bislang zwei bekannt geworden: die europäischen Rüstungskonzerne EADS und Eurocopter, die heute zu Airbus gehören. In dem Bericht wird nun bestätigt, dass über 70 Telefonnummern beider Unternehmen zu den Selektoren gehörten. Graulich deutet auch weitere Spähziele im Unternehmensbereich an: Er verweist auf Spezialbauunternehmen, etwa einen Tunnelbauer, ohne diesen namentlich zu nennen.

Ob es sich dabei um Wirtschaftsspionage oder um Aufklärung zu militärischen Zwecken handelte, darauf wollte sich der Sonderermittler nicht festlegen. Jedoch sei die Zusammenarbeit zwischen NSA und BND weder transparent noch für die deutsche Seite steuerbar gewesen, stellt der Gutachter fest.
Mein Kommentar:
Tunnelbauer sind für Nachrichtendienste natürlich interessant, da sicherheitsrelevant! (Untergrund…) :-P

siehe auch:
- Selektorenbericht: Ein Versuch, den BND freizusprechen (Kai Biermann, Komentar, ZEIT Online, 30.10.2015)
Sein [Kurt Graulichs] 262 Seiten starker Untersuchungsbericht beginnt mit einem Zitat des Philosophen Jürgen Habermas. Das ist bemerkenswert. Besagt das Zitat doch, nur eine "kritische Publizität" mache es möglich, dass Menschen sich eine "öffentliche Meinung" über Sachverhalte bilden könnten. Die Öffentlichkeit kritisch zu unterrichten ist eine der Säulen der Demokratie. Doch der Bericht des Sonderbeauftragten der Bundesregierung ist alles andere als kritisch. Im Gegenteil, er gibt in vielen Punkten die Meinungen des Bundesnachrichtendienstes und der Bundesregierung wieder.
Zitat Graulich: Die NSA habe das Vertrauen der Bündnispartner missbraucht. Sie habe "aus der Tarnung des Gemeinschaftsprojekts (heraus) nachrichtendienstliche Aufklärung gegen Mitgliedsländer der Europäischen Union unternommen. Die NSA hat sich damit nicht nur vertragswidrig verhalten, sondern auch ohne Abstimmung in der Kooperation die deutsche Position gegenüber ihren europäischen Partnern potentiell gefährdet."

Wer sollte überwacht werden? Diese zentrale Frage bleibt unbeantwortet. Das ist vor allem für jene schlecht, die vielleicht betroffen sind und sich gern dagegen wehren würden. Dass es sie gibt, räumt Graulich ein. Zum Beispiel auf Seite 188: "Unter den herausgenommenen Selektoren befindet sich eine ganze Anzahl, die auf wirtschaftlich tätige Unternehmen mit Sitz in Deutschland oder deutschem Ursprung gerichtet waren."

In einem Rechtsstaat darf jeder klagen, wenn er glaubt, dass seine Rechte verletzt wurden. Das wird aber schwierig, wenn die Betroffenen nicht wissen, dass sie betroffen sind. Und der Bericht tut alles, um zu verschweigen, wer genau betroffen ist.

siehe auch:
- BND/NSA-Affäre: Sonderermittler deckt erhebliche Mängel und Rechtsbruch auf (Stefan Krempl, Telepolis, 30.10.2015)
- Berichte und Zusammenfassungen zur NSA-Affäre (Telepolis) 
- NSA-Skandal: EU-Parlament fordert Aus für Massenüberwachung und Schutz für Snowden (Stefan Krempl, Telepolis, 29.10.2015)
- Petition: EU-Parlament fordert Straffreiheit für Edward Snowden (SPON, 30.10.2015)
- 1999: Jam-Echelon-Day (Christoph Zeiher, der Freitag)
Montag, der 10. September 2001. Es ist der Tag vor den Anschlägen auf das World Trade Center in New York. In Brüssel tagt ein Ausschuss des EU-Parlaments, dessen Auftrag es ist, die Aktivitäten eines Spionage-Programms der USA, Großbritanniens und anderer Staaten zu untersuchen. Der Name des Programms: Echelon. Ein Papier aus der Generaldirektion Interne Politikbereiche in der EU berichtet vom erstaunlichen Ergebnis dieser Sitzung: „Der Ausschuss empfahl dem Europäischen Parlament, dass die Bürger der EU-Mitgliedsstaaten bei ihrem Kommunikationsverkehr auf Verschlüsselung zurückgreifen sollten, um ihre Privatsphäre zu schützen.“

Im Schlussdokument des Parlamentsausschusses selbst heißt es dazu: „E-Mails können und sollen (…) von jedermann verschlüsselt werden. Die Verschlüsselung ist sicher und relativ problemlos, im Internet finden sich bereits benutzerfreundliche Systeme, wie z.B. PGP/GnuPG, die Privatpersonen sogar gratis zur Verfügung gestellt werden. Es fehlt aber bedauerlicherweise noch an der notwendigen Verbreitung.“
Nach dem 11. September 2001 wuchsen die Befugnisse der Geheimdienste in den USA in einem nie dagewesenen Umfang. Die nationale Sicherheit wurde zum Grundpfeiler amerikanischer (und damit auch europäischer) Politik. Den Weg dorthin ebneten Programme wie Echelon. Seit 2001 hat sich der Etat der US-Dienste verdoppelt. In nur drei Tagen wurde der Patriot Act durch den Kongress gebracht. Allerdings drangen viele Details des gigantischen Überwachungsapparats erst durch Edward Snowden an die Öffentlichkeit. Duncan Campbell, der Entdecker von Echelon, würdigt das: „Dank Snowden und der mutigen Menschen vor ihm ist die Notwendigkeit öffentlicher Verantwortung und Kontrolle nicht mehr angreifbar.“

Öffentliche Verantwortung legitimiert politische Macht, zumindest in einer Demokratie. Sie ist das Fundament der Gesellschaft wie öffentliche Empörung die Waffe der Bürger, um diese Verantwortung einzufordern. Massenüberwachung verhindert beides. Geheimdienste entziehen sich jeder öffentlichen Verantwortlichkeit. Das liegt in ihrer Natur. Die Menschen müssen sie aktiv einfordern.

Man bräuchte wieder einen Jam-Prism-Day, doch das Monster heute verstopfen zu wollen, wäre aussichtslos. Im Jahr 2001 war die Idee, ein Spionageprogamm abstürzen zu lassen, noch nachvollziehbar. Heute sind die Dienste zu leistungsstark. Too big to fail, wenn man so will. Andererseits sind politische Aktionen im Netz inzwischen umfassender, als es mit dem Jam-Echelon-Day der Fall war. Edward Snowden hat der Bewegung nicht nur einen neuen Helden, sondern auch einen zuvor nicht gekannten Zulauf beschert, ohne dass die kritische Masse damit erreicht wäre.
- Der Sokrates der Geheimdienste (Daniel Rossbach, der Freitag, 24.09.2015)

mein Kommentar: 
Jesses, haben sich die USA in den letzten zwei Jahren selbst ans Bein gepinkelt; ein machtbesessener, paranoider Sauhaufen sondergleichen!
Als ich bei der Grundausbildung bei der Bundeswehr war, trat Batteriefeldwebel Knieriemen (Spitzname »Sackhalter«) an einem Freitagnachmittag zum Wochenendappel vor die Truppe und schrie: »Wir ha’m ’ne Sau, wir ha’m ’ne Sau! Da hat einer vors Geschäftszimmer geschissen und hat ’ne Papierrose draufgesetzt. Batterie… Alarm!« Beim Laufen in die Unterkunft wußten wir nicht, ob wir Angst haben oder vor Begeisterung lachen und schreien sollten…

555 Tage NSA Untersuchungsausschuss (Wilhelm Ahrendt, Freitag-Community, 12.09.2015)
- CIA-Analytiker: So werden Kriege gemacht (Hans Springstein, Freitag-Community, 09.09.2015)

Good Will Hunting - Warum nicht für die NSA arbeiten? [2:31]

Hochgeladen am 21.03.2011

David Bowie/Pat Metheny - This Is Not America (Promo Clip) [3:34] Text   Übersetzung

Hochgeladen am 28.08.2007
1985 EMI America Stereo.


Freitag, 30. Oktober 2015

Falscher Einsatzbefehl während der Kubakrise: ein weiterer Fall eines Beinahe-Atomkriegs aus Versehen

Heute vor 53 Jahren erkannte Captain William Bassett einen falschen Einsatzbefehl
Zu den bislang bekannten Zwischenfällen, Eigenmächtigkeiten und Missverständnissen, welche die Kubakrise beinahe in ein nukleares Ende geführt hätten, muss offenbar ein weiterer Vorfall gerechnet werden. The Intercept und das Bulletin of the Atomic Scientists berichten vom Fall des Air Force Captain William Bassett, der am 28.10.1962, einen Tag nach dem fatalen "Schwarzen Samstag", im entscheidenden Moment seiner Intuition mehr vertraute als den Befehlen.

Bassett war Senior Field Officer der 498th Tactical Missile Group auf einer geheimen Raketenabschussbasis Basis in Okinawa, wo er für 32 mit nuklearen Gefechtsköpfen bestückte Cruise Missiles verantwortlich war. Der Zeitzeuge John Bordne, heute 74 Jahre alt, berichtete gestern anlässlich einer Veranstaltung bei den Vereinten Nationen zur Kubakrise über die angespannten Situation.

So sei es damals üblich gewesen, dass routinemäßig eine Wettermeldung und ein Zahlencode von der benachbarten Zentrale gefunkt wurde. Normalerweise habe der der erste Teil des Zahlencodes nicht zu denen der Codebücher gepasst, sondern nur im Ausnahmefall zu Trainingszwecken oder im Ernstfall. Doch an jenem Sonntag habe der erste Teil gepasst. Dies habe signalisierte, dass ein Einsatz zu erwarten sei. Auch der zweite Teil der Zahlenreihe stimmte mit dem Code überein - erstmals. Dies autorisierte die Crew, die versiegelten Codes für den dritte Teil sowie den Umschlag für die Ziele zu öffnen. Dieser dritte Code enthielt die Autorisierung, die Raketen zu starten. Auch der dritte Teil der Zahlenreihe stimmte mit dem versiegelten Code überein.

mehr:
- Weiterer Fall eines Beinahe-Atomkriegs aus Versehen während der Kubakrise (Markus Kompa, Telepolis, 29.10.2015)
siehe auch:
- Falscher Abschussbefehl für Atomraketen: Der Tag, an dem die Welt (beinahe) unterging (Marc von Lüpke, SPON, 29.10.2015)

Planspiel Atomkrieg Raketenpoker um die Nachrüstung HD Doku Teil 2 1 [13:36]


Veröffentlicht am 14.11.2013
"Ich hatte immer Angst, dass es mal aus Versehen losgeht", so Erhard Eppler im Interview für den zweiten Film der Reihe "Planspiel Atomkrieg". Es war eine Angst, die viele in den Jahren der Nachrüstungsdebatte teilten, eine Angst, die größer wurde durch die angekündigte Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa, eine Angst, die, wie man heute weiß, nicht unbegründet war. Fehlalarme hatte es in den siebziger und achtziger Jahren erschreckend häufig gegeben.

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Archipow war während der Kubakrise auf dem sowjetischen, mit nuklearen Torpedos bestückten U-Boot[1] B-59 (Б-59) der Klasse Projekt 641stationiert. Am 27. Oktober 1962 wurde dieses U-Boot, ohne vorheriges aggressives Verhalten, von US-amerikanischen Zerstörern in internationalen Gewässern eingekesselt und mit Übungs-Wasserbomben attackiert[1][2], um ein Auftauchen zur Identifizierung zu erzwingen. Auf der einen Seite war den amerikanischen Streitkräften die nukleare Bewaffnung des U-Bootes nicht bekannt, auf der anderen Seite ging Walentin Sawizki, der Kommandant des U-Bootes,[3] aufgrund des Beschusses davon aus, dass ein Krieg bereits begonnen haben könnte.[1]
Für den Abschuss der Waffen war an Bord des U-Bootes die Zustimmung dreier Offiziere notwendig,[4] namentlich Archipow, Sawizki und Politoffizier Iwan Maslennikow. Archipow lehnte anfangs als einziger von ihnen den Einsatz der Nuklearwaffen an Bord ab,[4] die im Falle eines Angriffes eingesetzt werden sollten, und konnte Sawizki schließlich überzeugen, das U-Boot auftauchen zu lassen,[3] um auf weitere Befehle aus Moskau zu warten. In der Folge hat B-59 keine Nuklearwaffen abgefeuert. [Wassili Alexandrowitsch Archipow, Biografie, Wikipedia]

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Wassili Archipow - Dieser Mann rettete die Welt, und niemand weiß es [8:58]
Veröffentlicht am 16.10.2012
Wassili Archipow - Dieser Mann rettete die Welt, und niemand weiß es

1962 wollen US-Schiffe ein sowjetisches U-Boot vor Kuba zum Auftauchen zwingen. Was die Amerikaner nicht wissen: Es hat Atomtorpedos an Bord, bereit zum Abschuss. Ein Mann verhindert die Katastrophe...
aktualisiert am 23.03.2016

Fundgrube – Klassenfahrt auf LSD – Die Hippie-Urväter Merry Pranksters

Mit einem buntbemalten Schulbus tourten sie 1964 durch die USA, im Namen von Spaß, Chaos - und Drogentrips. Das Künstlerkollektiv Merry Pranksters wollte sein Bewusstsein erweitern - und prägte dabei eine ganze Generation.


Die Studenten im kalifornischen Berkeley mochten ihren Sinnen nicht trauen: Stroboskope blitzten durch den Saal, bunte Scheinwerferkegel flogen über die Wände, Lichtorgeln tauchten das Geschehen in eine traumgleiche Atmosphäre. Vor der Bühne zuckten langhaarige Wesen mit Indianerstirnbändern zur verzerrten Musik einer Band, die sich später Grateful Dead nennen sollte, und der Softdrink, den man ihnen am Eingang ausgeschenkt hatte, ließ die Klänge, Lichter und Worte zu einer einzigen großen Bewusstseinserweiterung verschmelzen: Es war der 27. November 1965, Tag des ersten "Acid Tests" der Geschichte. Und die Substanz im Getränk, die ihre Sinne in ein neues Reich führte, war ein synthetisches Halluzinogen namens LSD.

Es war eine bewegte Zeit in den USA: Lyndon B. Johnson regierte im Weißen Haus, in den Gettos schwelte die Wut über die Unterdrückung der Schwarzen, amerikanische Bomben fielen auf Vietnam. Und in einem Waldstück südlich von San Francisco experimentierte eine Gruppe junger Erwachsener mit Drogen und einem neuen Lebensstil. Es war diese Künstlerkommune, die sogenannten Merry Pranksters (auf Deutsch etwa: "Die lustigen Possenreißer"), die sich später als Keimzelle der Hippie-Bewegung entpuppen sollte.

mehr:
- Hippie-Urväter Merry Pranksters Klassenfahrt auf LSD (Airen, SPON, 26.10.2015)

LBJ: The 36th President of the United States [23:22]

Veröffentlicht am 02.05.2012
Growing up in the beautiful but rugged Texas Hill Country helped form the man and the politician Lyndon Johnson would become. He learned about hard economic times, the value of education, and got his first taste of politics. In this biographical video, you will learn about the Johnson family, the political journey of LBJ, and his whirlwind romance with Claudia Alta "Lady Bird" Taylor.

As President, LBJ championed education, civil rights, the environment, the space program, and social programs -- all while grappling with an escalating war in Vietnam. In 1968, LBJ decided not to run for re-election, retiring to Texas. Lyndon Johnson died in 1973, two years after the opening of the LBJ Library.

Ken Kesey & Mountain Girl on Arrest [1:37]

Veröffentlicht am 25.12.2012
"You only come to this movie once and if you don't get something rewarding out of every minute you're sitting there then you're blowing your ticket."

Ken Kesey Live at University of Virginia [1:00:50]

Veröffentlicht am 30.03.2013
Ken Kesey Live at University of Virginia

- Autor Ken Kesey tot (FAZ, 10.11.2012)

The WHO Magic Bus 1968 medium [3:22]

Veröffentlicht am 28.01.2013

"Going up the Country" - Canned Heat / WOODSTOCK '69 [3:13]

Hochgeladen am 17.06.2008
Enjoy this GREAT SONG from Woodstock era !
PEACE&LOVE !!!

Lyrics :
-I'm going up the country, babe don't you wanna go
-I'm going up the country, babe don't you wanna go
-I'm going to some place where I've never been before
-I'm going, I'm going where the water tastes like wine
-Well I'm going where the water tastes like wine
-We can jump in the water, stay drunk all the time
-I'm gonna leave this city, got to get away
-I'm gonna leave this city, got to get away
-All this fussing and fighting, man, you know I sure can't stay
-Now baby, pack your leaving trunk, you know we've got to leave today
-Just exactly where we're going I cannot say, but
-We might even leave the USA
-'Cause there's a brand new game that I want to play
-No use of you running, or screaming and crying
-'Cause you've got a home as long as I've got mine

btw I've never made this video

Furthur (Further) bus restoration starts? Part 2 [30:08]

Veröffentlicht am 09.09.2013
FURTHUR bus restoration-first step.
Removing the bus from the woods ("swamp"). A group of volunteers and Original Merry Pranksters help pull Ken Kesey's 1939 International Harvester out of the woods where it has been deteriorating. Reel #1. The next step is up to the people. The Kesey's will donate the bus to the Furthur down The Road Foundation to be restored if the foundation can raise the money to restore it. To donate (tax exempt) go to http://www.furthurdowntheroad.org/

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Redewendung: Eselsbrücke

So schafft es selbst der Esel 

Der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23-79) behauptet in seiner »Naturgeschichte«, dass Esel sich nicht nur weigerten, Gewässer zu durchqueren, deren Tiefe sie nicht einschätzen könnten, sondern auch keine Brücken passierten, durch deren Boden man Wasser sehen könne. Instinktiv bocke der Esel vor vermeintlicher Gefahr – eigentlich ja gar nicht dumm. Eine »Eselsbrücke« war bis ins Mittelalter daher ein Synonym für die Endstation des Vorankommens oder des Verstehens. Diesem Verständnis folgend wäre also Einsteins Relativitätstheorie für jemand, der sie partout nicht versteht, dessen Eselsbrücke in der Physik. 

Wann und wie aus der Eselsbrücke der neuzeitliche Behelf für die weniger Einsichtigen und Unwissenden wurde, ist ungewiss. Angesichts der üblichen Deutung des Esels als Symboltier für Träg- und Dummheit ist uns der heutige Gebrauch durchaus selbstverständlich: eine Brücke, ein Weg, mit dessen Hilfe selbst ein Esel ein Problem lösen kann. Das »Eselsohr« und die "Eselei« haben den Ruf des nützlichen Langohrs ebenfalls beschädigt. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 
siehe auch:
- Mentales Mapping - die Landkarte im Gehirn (Post, 04.10.2015)

Gedächtnistraining (1/3): Geniale Methode zum Lernen und Merken [9:39]

Hochgeladen am 24.05.2009
http://www.denkreich.com Vortrag und praktische Übung zur Routen- bzw. Locimethode für genial einfaches Lernen und Merken. Der Vortrag zeigt anhand einer Reihe von 20 Farben, wie Mnemotechniken funktionieren und vermittelt bereits die ersten Grundlagen eines Gedächtnistrainings. Auch in der Schule und an der Uni die bessere Lösung als Spickzettel und Spicken in Prüfungen, Tests und Klausuren!

Gedächtnispalast für Anfänger [2:46]

Veröffentlicht am 20.07.2015
Benjamin von lern-training.net erklärt was sinnvoll ist, wenn du einen Gedächtnispalast bauen willst...

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