Mittwoch, 9. Dezember 2015

USA: Bekloppte aller Länder vereinigt Euch

Im US-Wahlkampf werden zunehmend extreme Positionen vertreten, die Regierung kann sich der geschürten Panik nicht entziehen 

In den USA, wo man bereits im Wahlkampfmodus ist, scheint man nach dem Massaker in San Bernardino zunehmend durchzudrehen und sich in Angst zu suhlen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump versucht weiterhin ganz vorne zu schwimmen und fordert nun ein "vollständiges und totales" Einreiseverbot für alle Muslime, gleich ob sie als Migranten oder als Touristen in die USA kommen wollen.

Als Grund nannte er den Hass auf Amerikaner in "großen Teilen der muslimischen Bevölkerung". Schon zuvor hatte er die Flüchtlinge als Trojaner bezeichnet, mit deren Hilfe Terroristen in die USA gelangen können. Der bei einem der Selbstmordattentäter vor dem Fußballstadion in Paris gefundene Pass bestätigte für Trump die These, die auch in Europa von islamfeindlichen Gruppen verbreitet wurde.

Der Widerstand in den USA steigt, überhaupt noch syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen und sich damit solidarisch gegenüber den Nachbarländern Syriens und der EU zu zeigen bzw. als Staat Verantwortung für die Ausbreitung des IS zu übernehmen, der erst durch die mit erlogenen Gründen legitimierte US-Invasion in den Irak mit entstanden ist. Die US-Regierung wollte gerade einmal 10.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen, die aber zuvor ausgiebig überprüft würden, was mindestens 2 Jahre dauern kann. Schon das geht den Konservativen nicht weit genug, deren Vorfahren vor nicht allzu langer Zeit alle Einwanderer waren.

Der Vorsitzende des Heimatschutzausschusses des Repräsentantenhauses, der Republikaner Maichael McCaul aus Texas, verbreitet nun auch die Nachricht, dass nach angeblichen Mitteilungen von Geheimdienstmitarbeitern islamische Extremisten versucht hätten, wie sich das Flüchtlingsprogramm der USA nutzen ließe, um in die USA zu gelangen. Die Bereitschaft wächst also, die USA noch stärker in eine Festung zu verwandeln, die sich vom Ausland abschließt, was die Bewegung von Menschen betrifft.

mehr:
- Trump fordert "totales Einreiseverbot" für Muslime (Florian Rötzer, Telepolis, 08.12.2015)

siehe dazu auch: 
- Obamas Nachfolger – ein Grusical (AlterMannBlog, 23.11.2015)

Die Geschichte der USA und des Terrorismus - Volker Pispers zu USA Terrorismus,Taliban - Wahlen [45:17]

Veröffentlicht am 07.04.2014
Die Geschichte der USA und des Terrorismus 
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Volker Pispers in der besten Abrechnung mit der USA im Terrorkampf
Aus dem Programm "Bis Neulich" des Jahres 2004

Heute noch genauso aktuell wie vor 10 Jahren

Volker Pispers ist - keine Frage - mitunter zynisch, aber er reflektiert letztlich nur die politische Wirklichkeit.

Eigentlich müsste einem das Lachen permanent im Hals stecken bleiben müssen. Aber Volker Pispers schafft es das Obskure an vielen politischen Geschehnissen so auf den Punkt zu bringen, dass der eigentliche Lacher der unfreiwilligen Komik gilt, die uns die aktuelle und vergangene Politik bietet.

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Volker Pispers zählt zweifelsohne zu den wortgewaltigsten deutschen Kabarettisten. Mit bestechendem Wortwitz entlarvt er die leeren Parolen der Politikerklasse, indem er sie konsequent bis zum bitteren Ende denkt und sie den Mächtigen lustvoll um die Ohren. Seine knallharten und oft makabren Schlüsse garniert er so liebevoll mit seiner brillianten Mimik und Gestik, daß dem Zuschauer höchst amüsiert und lachend die Absurdität des herrschenden Wahnsinns klar wird.
Quelle: Kabarettlive.de
Wenn man die besten Kommentare zur aktuellen Politik der SPD, CDU, der Linken PDS, der FDP oder der AFD sucht - hier ist man immer richtig.
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Korruption ist’s nur, wenn’s die anderen machen

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Todkranke Laura will mit Buch Hoffnung machen

Vor neun Jahren starb Lena Wunsch mit gerade einmal 19 Jahren an einem Hirntumor. Auch ihre Schwester Laura ist todkrank. Nun hat die 27-Jährige ein Kinderbuch geschrieben, um ihr Schicksal zu verarbeiten, aber auch um anderen Hoffnung zu machen.

Hannover. Laura Wunsch ist nahezu blind, einzig Farben kann sie noch grob erkennen. Das hält die junge Frau allerdings nicht vom Malen ab: Für den Umschlag ihres ersten Buches „Kenny der kleine Kämpfer“ hat sie ein Bild gemalt, und auch für ein geplantes Kinderbuch hat sie mit Aquarellkreide Bilder entworfen. Im Januar soll das Kinderbuch veröffentlicht werden. Ob Laura Wunsch das noch erlebt, ist ungewiss. Die junge Frau, 1988 in Hannover geboren, ist todkrank und lebt im Hospiz. Laura wird nach Lage der Dinge sehr jung sterben. So wie ihre Schwester Lena vor neun Jahren. Laura Wunschs Stimme ist kräftig, doch sonst ist die junge Frau geschwächt. Ein paar Schritte kann die 27-Jährige noch gehen, meistens aber liegt sie in ihrem Bett im Hospiz. Dort lebt sie seit Mitte Oktober. Ende September hat sie erfahren, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Vielleicht schaffe sie es noch bis Weihnachten, haben die Ärzte gesagt.
mehr:
- Todkranke Laura will mit Buch Hoffnung machen (Martina Sulner, HAZ, 01.12.2015)

siehe auch:
- Laura Wunsch, Kenny der kleine Kämpfer (Post, 20.11.2015)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Polen: Streit um das Verfassungsgericht

Regierung versucht mit der blitzartigen Neubesetzung des Verfassungsgerichts die nationalpatriotische Umgestaltung der Gesellschaft zu sichern
Der polnische Streit um das Verfassungsgericht eskaliert. In der Nacht auf den Donnerstag hat Staatspräsident Andrzej Duda in einem obskuren Eilverfahren vier von fünf Richtern, die durch die regierende Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) Sejm am Mittwoch für das Verfassungsgericht gewählt wurden, vereidigt. Diese fünf sollten fünf andere Richter ersetzen, die die alte Sejm-Besetzung am 9. Oktober, kurz vor der Parlamentswahl Ende Oktober, bestimmt hatte. Ihnen hatte der Präsident, der der PiS entstammt, die Vereidigung verweigert. Damals regierte noch die konservativ-liberale Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO).

Nun hat das Verfassungsgericht die Wahl von drei der im Oktober gewählten Richter als rechtmäßig erklärt, die von zwei aus Termingründen jedoch nicht. Der Präsident wurde zudem von dem Gericht aufgefordert, die besagten drei zu vereidigen. Das Urteil sei nicht anzufechten, so das Gericht.

Die nationalkonservative PiS sieht das Verfassungsgericht jedoch als nicht zuständig an, da es in eigener Sache urteile. Dabei war es zu tumultartigen Szenen im und vor dem Sejm gekommen. Oppositionelle Abgeordnete wedelten mit der Verfassung herum. Das liberale Polen fürchtet, dass die PiS mit einem von ihren Richtern dominierten Verfassungsgericht die Verfassung missachten kann und eine Art Diktatur errichtet. Seit Mitte November regiert Beata Szydlo als Premierministerin, als wahrer Chef wird allerdings PiS-Parteivorsitzender Jaroslaw Kaczynski angesehen, der sich eine nationalkonservative Umerziehung der polnischen Bevölkerung vorgenommen hat.

mehr:
- Polen: Streit um das Verfassungsgericht (Jens Mattern, Telepolis, 05.12.2015)

ZDF - Polen: Streit um Verfassungsrichter [1:46]

Veröffentlicht am 09.12.2015
Die Vereidigung neuer Verfassungsrichter hat in Polen für Streit gesorgt. Die Opposition wirft Präsident Duda und der Regierungspartei PiS vor, die Demokratie zu untergraben.
mein Kommentar:
In Osteuropa scheint ein zunehmend autoritärerer Wind zu wehen… Es gibt zwischen zwei Blöcken nicht so viel Platz…

siehe auch:
- Proteste in mehr als 20 Städten: Tausende Polen demonstrieren gegen ihre Regierung (SPON, 19.12.2015)

EuroNews - DE - Interview: Jaroslaw Kaczynski [5:19]

Hochgeladen am 18.06.2007
Jaroslaw Kaczynski, Polnischer Ministerpräsident
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Kritizismus – die Forster-Kant-Debatte

Mit Kritizismus (von griech. κρίνειν scheiden, sondern, sichten, unter- sowie entscheiden bis zu [ver]urteilen und richten mit κριτική τέχνη: die Kunst[fertigkeit] der Beurteilung, Unterscheidung; s.a. KritikKriteriumKrise) bezeichnete Immanuel Kant seine grundsätzliche Vorgehensweise, in der Erkenntnistheorie nach den Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis und der Geltung von Urteilen zu fragen. So sind bei Kant die Kategorien als apriorische Denkformen die Grundvoraussetzung und Werkzeuge des Urteilens und des Wahrnehmens. Kants Kritizismus ist ein Ergebnis seiner Kritik der reinen Vernunft.  
[Kritizismus, Wikipedia, abgerufen am 06.12.2015]

Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht, oder die Natur unseres Gemüts ursprünglich hineingelegt. (Immanuel Kant (1781): Kritik d.r.V., Werke, A, Bd.IV, S.125)  [Kritizismus, Streit zwischen Kant und Forster, Wikipedia, abgerufen am 06.12.2015]
Empirie und ordnende Systematik (in Yomb May, Georg Forsters literarische Weltreise, De Gruyter, GoogleBooks, S. 84 ff.)
Teleologie (altgriechisch τέλος télos „Zweck, Ziel, Ende“ und λόγος lógos „Lehre“) ist die Lehre, dass Handlungen oder überhaupt Entwicklungsprozesse an Zwecken orientiert sind und durchgängig zweckmäßig ablaufen.[1] Der Begriff hat eine längere Vorgeschichte, der Ausdruck dafür wurde aber erst vom deutschen Philosophen Christian Wolff in seiner Philosophia rationalis, sive logica (1728) eingeführt.[2] 
[TeleologieWikipedia, abgerufen am 06.12.2015] 
Intuitives Wissen – Zhuangzi, die Freude der Fische (23.08.2015)
Die Kant-Forster-Kontroverse im Spiegel der Forschung (Tanja van Hoorn, Dem Leibe abgelesen, Georg Forster im Kontext der physischen Anthropologie des 18. Jahrhunderts; in Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung, Nr. 23, Schriftenreihe des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, GoogleBooks, S. 108ff)
Johann Friedrich Blumenbach als ungenannter Gegner in Georg Forsters Streit mit Immanuel Kant über den Rassenbegriff (in: Norbert Klatt, Kleine Beiträge zur Blumenbach-Forschung, Klatt-Verlag, 2010, PDF)
Vor dem Hintergrund der fehlenden philosophischen Schulung führte der Aufsatz „Ueber den Gebrauch teleologischer Principien in der Philosophie“ Forster jedoch die Schwierigkeit vor Augen, Kant beizukommen. Zumindest geht das aus Forsters Brief vom 19. November 1788 an Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) hervor.[117] Dieser Brief zeigt zudem, daß Kants neue Abhandlung ihre Wirkung auf Forster nicht verfehlt hat und ihn anspornte, sich mit Kant näher zu befassen. In dem schon genannten Brief an Friedrich Heinrich Jacobi heißt es hierzu:
Mein nächstes Studium, wenn ich Muße gewinnen kann, soll seyn die Kantische Philosophie, mit der ich gar gerne aufs Reine wäre.
Als eine Frucht dieser Bemühungen kann Forsters Brief an Blumenbach vom 4. April 1789 angesehen werden,118 in dem Forster mit Anspielungen auf Kants „Kritik der reinen Vernunft“ über Blumenbachs „Bildungstrieb“ reflektiert, dessen neue Ausgabe er soeben erhalten hatte. Gleichzeitig deutet Forster damit gegenüber seinem Onkel an, daß er begonnen hat, sich mit Kants kritischem Denken vertraut zu machen.

Blumenbach's Racial Categories {7:41}

Veröffentlicht am 03.11.2013
Many people have attempted to tackle the issue of race in their own way. Google Johann Friedrich Blumenbach and his thesis On The Natural Variety of Mankind.

siehe auch:
Das tragische Leben des Georg Forster (Post, 05.12.2015)
Heute vor 220 Jahren – 24. Februar 1793: Die Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent (Post, 24.02.2013)

Samstag, 5. Dezember 2015

Pirelli-Kalender 2016 – Noch nie so nackt

Serena Williams und Amy Schumer zeigen im Pirelli-Kalender viel - vor allem aber, wie unterschiedlich Frauen aussehen können.
mehr:
- Pirelli-Kalender 2016 – Noch nie so nackt (Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015)


The 2016 Pirelli Calendar by Annie Leibovitz | Behind The Scenes [3:03]

Veröffentlicht am 30.11.2015
Go behind the scenes with Annie Leibovitz on the 2016 Pirelli Calendar.

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Das tragische Leben des Georg Forster (1754-1794)

Anläßlich seines 261. Geburtstages brachte Phoenix gestern abend eine Terra X-Dokumentation über Georg Forster.
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Terra X Expedition in die Südsee [43:28]

Veröffentlicht am 13.01.2014
Georg Forster ist einer der größten deutschen Entdecker, doch sein Name ist heute fast unbekannt: Im Jahre 1772 erhält der 17-Jährige durch einen Zufall die Möglichkeit, James Cook, den größten Schiffskapitän seiner Zeit, auf einer großer Weltumseglung zu begleiten.
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siehe auch:
- Heute vor 221 Jahren – 24. Februar 1793: Die ersten demokratischen Wahlen auf deutschem Boden (Post, 24.02.2014)

Wie der Mainzer Georg Forster dem Fremden begegnete | Kunscht! [4:01]


Veröffentlicht am 10.11.2015
Er war Weltreisender, Revolutionär, Naturforscher, Schriftsteller und völlig unvoreingenommen fremden Kulturen gegenüber. Eine Mainzer Schau beleuchtet das Leben und Wirken von Georg Forster (1754-1794).

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Ein Brückenbauer zwischen den Welten: Georg Forster [4:07]

Veröffentlicht am 10.07.2014
Ein Brückenbauer zwischen den Welten - Johann Georg Adam Forster. Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer stellt in seinem Kommentar einen deutschen Protestanten vor, der als erster Wissenschaftsjournalist gilt - und der die Ideale der Französischen Revolution auch auf deutschem Boden vertrat.
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siehe auch:
- Georg Forster bei Projekt Gutenberg (SPIEGEL)
- Georg Forster – "Ein unbändiger Appetit auf die Welt" (Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk,  17.07.2015)
- Jürgen Goldstein, 9. April 2015 (Gedankensprünge, beachte die Videos!)
- Georg Forster literarische Weltreise (Yomb May, De Gruyter, 2011, GoogleBooks)
- Georg Forster: Im Eismeer der Geschichte (Benedikt Erenz, ZEIT Online, 17.07.2015)
Es gibt keinen deutschen Autor der klassischen Epoche, der einen weiteren Horizont hatte […] Wegen seiner Liebe zur Freiheit, zu Gleichheit und Brüderlichkeit nannte Georg Forster sich selbst "für Deutschland verloren". […] Forster weiß: Den edlen Wilden, den idealen Menschen vor aller Zeit oder Zivilisation gibt es nicht. Es gibt nur andere Zivilisationen und Ordnungen. Sind sie besser, sind sie schlechter als die in Europa? Sind sie einfach nur zurück? Oder gibt es Elemente, die in die Zukunft weisen? […] Die deutsche Knechtseligkeit: Keine Wut-, keine Mutbürgerlichkeit wird sie je vertreiben, in stets neuen Phrasen und Ressentiments beherrscht sie das Land. Man werde den Deutschen die Freiheit wohl "gnädigst befehlen müssen", zitiert Goldstein Forsters bitteres Resümee. […] So gelingen Goldstein immer wieder verblüffende Seitenblicke. Er zeigt uns keinen heroisch Gescheiterten, sondern einen Erfahrungsdenker, der "das Eismeer der Geschichte", wie Theodor Lessing es nannte, ebenso kühn wie stoisch durchfahren hat.
 - Biografie: Weltumsegler und Revolutionär (Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 07.08.2015)
Dem Konzept einer natürlichen Entwicklung blieb Forster auch als Revolutionär treu: Die Revolution war für ihn nicht der Ausdruck von Vernunftautonomie, nicht Fortschritt zur Freiheit, sondern eine Naturgewalt, die sich schicksalhaft die Bahn brach. "Revolutionäre Umstürze sind weder Ausdruck des souveränen Volkswillens noch der aufgeklärten Vernunft, sondern Folgen einer Natur, die auch den Menschen bestimmt", fasst Goldstein zusammen.
- Georg Forster – ein kritisches Lebensbild (Andrzej Januszajtis, Deutsch-polnische Begegnung zu Wissenschaft und Kultur, Schriftenreihe der Danziger Naturforschenden Gesellschaft, 2005, Bd. 8, S. 183-194)
Trotz aller Lebensenttäuschungen vermochte er seinen Optimismus beizubehalten, der auch heute vorbildlich sein kann: Selbst wenn man mit den Vertretern des Despotismus über die Erreichung des Ideals der Vollkommenheit des Menschenbildes lachen wollte, das nur in der Phantasie des Philosophen existiere, so sei bei allen Abweichungen von der menschlichen Vernunft der einzige Wertmaßstab im innersten unseres Wesens gelegen, das eigentümliche moralische Gefühl, welches keinem einzigen Vernünftigen fehlt und in welchem die Unterschiede des Guten und Bösen, wie die Unterschiede des Schönen und Häßlichen im Sinnengefühl, ursprünglich gegründet ist.

Schützen wir das christliche Abendland

Der Vater des 1933 geborenen Konstantinos Gavras war kein Kommunist. Er konnte die Monarchie nicht leiden und die Nazis noch viel weniger. Für einen wie ihn war es nur logisch, dass er sich dem kommunistisch geprägten Widerstand anschloss - nicht weil er die Diktatur des Proletariats errichten, sondern weil er an der Seite von Antimonarchisten gegen die deutschen Besatzer kämpfen wollte. Nach dem Krieg wurde er dafür politisch verfolgt. Er verlor seine Anstellung beim Staat und wurde in ein Umerziehungslager gesteckt.

Der junge Konstantinos erhielt keine Zulassung zum Universitätsstudium und durfte nicht einmal den Führerschein machen, weil man dafür eine Unbedenklichkeitsbescheinigung brauchte, die ihm als Sohn eines "Kommunisten" verwehrt wurde. Die zuerst von den Briten und dann von den Amerikanern gestützten Reaktionäre versorgten ihre Gesinnungsgenossen (darunter viele Kollaborateure) nach dem Krieg mit Posten in der Verwaltung, wo nun alte Rechnungen beglichen wurden. Solche Dinge graben sich in das kollektive Gedächtnis ein, wirken lange nach und sind ein Grund dafür, dass viele Griechen bis heute lieber an der Bürokratie vorbei leben. Seit Sigmund Freud wissen wir, dass eine nie richtig aufgearbeitete Vergangenheit in Form diffuser, manchmal auch absurd erscheinender Erinnerungen wieder auftaucht. Dabei kann schon mal eine Angela Merkel in SS-Uniform oder Schäuble mit Hitlerbart herauskommen.

Kokon der Introvertiertheit

Merkel ist nicht schuld daran, dass Costa-Gavras 1951 keinen Führerschein machen durfte, wäre aber im heutigen Griechenland weniger unbeliebt, wenn sie sich außer mit Spar- und Reformplänen auch mit der Psyche der betroffenen Menschen beschäftigt hätte. Das hätte sogar Geld gespart, weil die Reformunwilligkeit gleich abnimmt, wenn sich die zu Reformierenden verstanden fühlen und man auf nationale Traumata Rücksicht nimmt, statt zur Selbstbespiegelung nach Distomo zu fahren (siehe Teil 1) oder sich auf Kreta mit dem in Duisburg geborenen Ex-Dr. und Ex-FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis zu treffen, der uns in der ARD-Sendung Griechenland am Scheideweg erzählen durfte, dass sich die Griechen in einem "Kokon der Introvertiertheit" eingerichtet haben. Historische Gründe für diese "Introvertiertheit"? Leider Fehlanzeige.

mehr:
- Schützen wir das christliche Abendland (Hans Schmid, Telepolis, 05.12.2015)

Freitag, 4. Dezember 2015

Warum Katastrophen erkannt, aber selten verhindert werden

Schon vor mehr als zwei Jahren haben Institute und NGOs vor den Folgen des Syrienkrieges gewarnt. Trotzdem hat die EU wenig getan, um sich auf die Flüchtlinge vorzubereiten. Warum hören Politiker kaum auf wissenschaftliche Prognosen und Kassandrarufe?
Man hätte ahnen können, dass ein Bürgerkrieg zu einer großen Zahl an Flüchtlingen führt. Es gab zahlreiche Prognosen. Erst hieß es, in diesem Jahr würden allein 450.000 Flüchtlinge in Deutschland Asyl beantragen, dann 800.000, eine Million und letztendlich 1,5 Millionen. Warum verhält sich Europa dennoch so, als wäre die Ankunft von Flüchtlingen eine Überraschung?

Zumindest vermitteln die Regierungen der EU diesen Eindruck: Flüchtlingsheime sind überfüllt, Erstaufnahmestellen überfordert, Menschen übernachten in Büschen, da sie tagelang nicht registriert werden. Solche Zustände wird wohl niemand als „Willkommenskultur“ bezeichnen.

Statt immer weiter zu versuchen, Zahlen vorherzusagen, sollte man sich künftig lieber die Trends näher ansehen – und anhand dieser auch politische Entscheidungen treffen. „Es hat uns nie Probleme bereitet, Kassandra zum Sprechen zu bringen“, sagt Dirk Salomons, Professor der Columbia University in New York, der früher selber mehrere humanitäre Missionen geleitet hatte. „Sie teilte uns immer früh genug mit, dass es Probleme geben wird. Uns fiel es aber immer schwer, ihr zu glauben.”

mehr:
- Warum Katastrophen erkannt, aber selten verhindert werden (Krisztian Simon, Cicero, 03.12.2015)

Der Krieg in Syrien ist ein Krieg zwischen USA und Russland… [19:29]

Veröffentlicht am 07.11.2014
... so wie Vietnam, Korea und Ukraine auch. Dabei kämpft der IS zu 90% für amerikanische Interessen, und bekommt dabei noch amerikanische Waffen aus Saudi Arabien, und Luftunterstützung von der US-Luftwaffe. Und wenn er mal gegen die Interessen der USA kämpft, dann wird aus der Luftunterstützung eben ein Luftangriff. So wird die US-Air-Force zum Lenkrad der Jihadisten, mit denen die USA ein Bodenkrieg gegen Assad führen. Der wiederum erhält politische, militärische und propagandistische Unterstützung.aus Russland.

Es war einmal – unsere westlichen Werte und das Völkerrecht

Ist der deutsche Anti-IS-Einsatz juristisch in Ordnung? Der Völkerrechtler Daniel-Erasmus Khan hegt große Zweifel. Der Professor der Münchner Bundeswehr-Uni wirft der Politik mangelnde Sorgfalt und Verantwortung vor.
So taugt die angesprochene Sicherheitsratsresolution schon deswegen nicht als Rechtfertigung, weil darin gerade nicht von der Art von Maßnahmen die Rede ist, die eine Ausnahme vom Gewaltverbot bilden. Und ein Selbstverteidigungsrecht gäbe es zwar, wenn ein militärischer Angriff vorläge; dann dürfte die Bundesrepublik auch ohne Sicherheitsrats-Resolution Frankreich militärisch zur Seite stehen. Nur: Frankreich wurde nicht von einem fremden Staat attackiert, denn der IS ist ja kein Staat, auch wenn er sich als solchen bezeichnet. Und selbst wenn man bei einem Angriff nicht-staatlicher Akteure ein Verteidigungsrecht anerkennen will, so ist die hohe Gewaltschwelle, die der Internationale Gerichtshof dafür fordert, vorliegend sicher noch nicht überschritten: Paris war ein schwerer Terroranschlag, mehr aber auch nicht. Andernfalls droht die Weltordnung in einer Spirale militärischer Gewalt zu versinken, was die Uno-Charta ja gerade verhindern will.

Zur Verteidigung eines anderen Staates darf die Bundeswehr - so das Bundesverfassungsgericht - nur eingesetzt werden im Rahmen eines sogenannten Systems kollektiver Sicherheit. Das sind die Uno oder auch die Nato. Für die EU wird das zwar nunmehr auch behauptet, ist aber sehr umstritten und ungeklärt: Irgendeine militärische Struktur jedenfalls weist die EU bisher nicht auf. […]

Wann wäre ein sorgfältiges, verantwortungsvolles Abwägen der völkerrechtlichen Pro- und Kontra-Argumente mehr geboten, wenn nicht bei der Frage "Krieg oder Frieden"? Der Zeitdruck, unter dem derzeit die politischen Entscheidungen in Berlin gefällt werden, lässt das aber offenkundig nicht zu. Das ist bedauerlich. Bundesregierung und Bundestag scheinen jedenfalls dem Völkerrecht nicht den gebührenden Stellenwert einzuräumen.

mehr:
- Syrien-Einsatz der Bundeswehr: "Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht hätte gute Chancen" (Dietmar Hipp im Interview mit Völkerrechtler Daniel Erasmus Khan, SPON, 03.12.2015)

mein Kommentar:
Die Talkshow-Welle läuft zur Zeit wieder auf Hochtouren, es geht um den Islamischen Staat, die Anschläge in Paris und den Bundeswehr-Einsatz in Syrien. Ich habe keine Talkrunde über die Notwendigkeit debattieren sehen, das Völkerrecht zu beachten. Und ich behaupte, daß das Völkerrecht für die scheinbare Notwendigkeit, gegen den IS in den Krieg zu ziehen, kaum eine Rolle spielt. Es ist eher so wie ein Schlips: Man sollte bei einem Empfang zwar einen dabei haben, aber es geht zur Not auch ohne. Wenn Putin die Krim »annektiert«, ist in unseren Medien das Geschrei groß, aber bei der Entscheidung für einen militärischen Einsatz auf der anderen Seite des Mittelmeers hat das Völkerrecht in der öffentlichen Diskussion kaum Gewicht. Es gab einmal eine Zeit, da war (bzw. nahmen wir) das Völkerrecht wichtig…

siehe auch:
- Kampf gegen den "Islamischen Staat" Bundeswehr-Einsatz in Syrien ist völkerrechtlich gerechtfertigt (Jost Müller-Neuhof, Tagesspiegel, 01.12.2015)
- Bundeswehreinsatz in Syrien: Aus Liebe zu Frankreich (Johanna Roth, ZEIT Online, 27.11.2015, beachte auch die Kommentare!)
- Der Einsatz der Bundeswehr im internationalen bewaffneten Konflikt im Irak und Syrien im Licht von Verfassungs- und Völkerrecht - Eine kleine Presseschau (Linksunten.indymedia.org, 01.12.2015)
- Tausende Angriffe – Ein Jahr US-Bombenkrieg im Irak und in Syrien: Attacken werden ausgeweitet. Russische Regierung warnt vor weiterer Destabilisierung (Karin Leukefeld, junge Welt, 05.08.2015, gefunden bei AG Friedensforschung)
Syrien-Posts (15.10. u. 01.11.2015)
siehe auch:
- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)


OS X: Doppelte Einträge im „Öffnen mit“-Dialog löschen

Ein Rechtsklick auf eine Datei und die Wahl des „Öffnen mit“-Menüs ermöglicht schnell das Öffnen einer Datei in einer anderen als der Standard-Anwendung. Das Menü kann in einigen Fällen vor allem durch Drittapps schnell Einträge doppelt anzeigen. Das Löschen der doppelten Einträge übernimmt ein Terminal-Befehl.
mehr:
- OS X: Doppelte Einträge im „Öffnen mit“-Dialog löschen (Justus Zenker, MacLife, 03.03.2014)
- Duplicate entries in “Open With” menu in Finder even after rebuilding Launch Services (Ask Different, 12.01.2013)
- How to remove startup items in OS X? (MacPaw, 24.02.2015)
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Mittwoch, 2. Dezember 2015

Woody Allen wird 80: Komiker, Tragiker, Zyniker

Dass seine Filme von ihm selbst handeln, streitet Woody Allen vehement ab. Ein Bildband beweist: Nach fünf Jahrzehnten erzählen sie sein Leben besser als jede Biografie.
mehr:
- Woody Allen wird 80: Komiker, Tragiker, Zyniker (ZEIT Online, 01.12.2015)

siehe auch:
- Woody Allen, a documentary (Arte.tv, 30.11.2015)
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12 Questions for Woody Allen [6:06]

Hochgeladen am 23.11.2011
WOODY ALLEN: A DOCUMENTARY 

Purchase the film on Amazon: http://www.amazon.com/Woody-Allen-Doc...

Watch the film on iTunes: https://itunes.apple.com/us/movie/woo...

Filmmaker Robert Weide, seen quizzing Woody in this clip, followed the notoriously private film legend for over a year to create the ultimate film biography. Iconic writer, director, actor, comedian, and musician Woody Allen allows his life and creative process to be documented on-camera for the first time. Order now on DVD and get in time for the Holidays: http://www.newvideo.com/docurama/wood...

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Millionen von Geräten mit kompromittierten Krypto-Schlüsseln im Netz

Eine Sicherheitsfirma schätzt, dass für 9 Prozent aller SSL-Endpunkte im Netz die privaten Schlüssel bekannt sind. Damit könnten Angreifer sich als diese Server ausgeben und Router, Modems und VoIP-Telefone im selben Netz ausspionieren.
Viele Endbenutzer-Geräte wie Router und NAS-Systeme recyclen Schlüssel und Zertifikate für SSH- und SSL-Verbindungen und liefern die privaten Schlüssel gleich mit. Forscher der Sicherheitsfirma SEC Consult haben nun die öffentlich zugängliche Firmware von mehr als 4000 Geräten untersucht und dabei 580 solcher privater Schlüssel ausheben können. Da diese öffentlich zugänglich sind, kann sich nun ein Angreifer im selben Netz mit den betroffenen Geräten verbinden und als legitimer Gesprächspartner ausgeben.

So gut wie alle namhaften Hersteller betroffen
Betroffen sind Kabel- und DSL-Router, Modems, Internet Gateways, VoIP-Telefone und mit dem Internet verbundene Kameras. Von den 580 von den Forschern gefundenen Schlüsseln werden mindestens 230 momentan aktiv genutzt. SEC Consult schätzt, dass 9 Prozent aller SSL-Endpunkte im Netz betroffene Zertifikate einsetzen – insgesamt 3,2 Millionen Systeme. Außerdem sollen 6 Prozent aller öffentlich auffindbaren SSH-Hosts betroffen sein.

SEC Consult fand über 900 betroffene Produkte von 50 Herstellern, die auf diese Art geschlampt haben. Die Liste liest sich wie ein Who's Who der namhaften Hersteller von Routern: Alcatel-Lucent, Cisco, D-Link, DrayTek, Huawei, Linksys, Netgear, TP-Link, Trendnet, Tenda und Zyxel. Die Deutsche Telekom, General Electric, Motorola und Vodafone sind auch betroffen. Aber auch die Festplatten-Hersteller Seagate und Western Digital sind auf der Liste – deren NAS-Geräte bohren sich gerne per UPNP Weiterleitungen durch die Router-Firewall und exponieren so die Sicherheitslücke im öffentlichen Netz.

mehr:
- House of Keys: Millionen von Geräten mit kompromittierten Krypto-Schlüsseln im Netz (Fabian A. Scherschel, heise Security, 27.11.2015)

Kampf dem IS: Das eine menschenverachtende System gegen das andere

Was ist das Problem?
Maßgebliche Leute in Deutschland fordern jetzt unter Hinweis auf die Pflicht zur Solidarität mit Frankreich ein Eingreifen Deutschlands in Syrien und Mali
- Bundeswehr in Syrien – An Frankreichs Seite (Klaus-Dieter Frankenberger, FAZ, 02.12.2015)

IS - Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch [1:06:43]

Veröffentlicht am 18.04.2015
IS Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch HD
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Erdöl, Schutzgelder und Plünderungen - zahlreiche Geldquellen machen den Islamischen Staat (IS) zur bestfinanzierten Terrororganisation der Welt. "Thema" ergründet auf einer Reise von Bagdad bis zur syrisch-türkischen Grenze die Struktur der Organisation, die weit mehr ist als nur eine dschihadistische Gruppe.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 entdeckte die Welt Osama bin Laden und die Terrororganisation Al-Kaida. In Ton- und Videobotschaften riefen die Terroristen zum Dschihad auf und drohten dem Westen mit weiteren Angriffen. Der Gegenschlag der USA ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Afghanistan-Krieg beschlossen die Vereinigten Staaten 2003, auch im Irak zu intervenieren. Über zehn Jahre später, im Juli 2014, trat mit Abu Bakr al-Bagdadi eine weitere Figur erstmals in die Öffentlichkeit, nachdem er sich selbst zum Kalifen eines neuen „Islamischen Staats im Irak und in der Levante“ (heute: Islamischer Staat – IS) ernannt hatte.

Laut westlicher Geheimdienste ist der IS die reichste Terrororganisation der Welt. Ihr Einkommen – die Summe aus Kriegssteuern, Lösegeldern und natürlich Erdöl – lässt sich mit dem Bruttonationaleinkommen eines Staates wie Liberia vergleichen. Wie ist diese Organisation entstanden, was ist ihr Wirtschaftsmodell? Die blitzartige Eroberung des Nordirak und seiner Erdölvorräte stärkte den IS. Wird er sein Gebiet weiter vergrößern können, und bedeutet dies das Ende der neokolonialen Grenzverläufe? Wie kann ein Gebilde bekämpft werden, das nicht mehr von Fremdfinanzierung abhängig ist?

Jérôme Fritel und Stéphane Villeneuve haben einen Monat im Irak verbracht, um den Finanzierungsmechanismen und den Wurzeln dieser Terrororganisation nachzuspüren, welche die geopolitische Gemengelage in der Region völlig auf den Kopf stellt. Aus Sicherheitsgründen ist das Filmteam nicht in das vom IS kontrollierte Gebiet vorgedrungen. In der Art eines Roadmovies führt die Ermittlung an die verschiedenen Grenzen auf irakischer, kurdischer und türkischer Seite sowie nach Bagdad, wo alles begann.
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Wüstenkrieg - Islamisten in der Sahara (Arte Doku 01.12.2015) [52:08]

Veröffentlicht am 01.12.2015
2012 eroberten Islamisten weite Teile Malis. In den wenigen Monaten ihrer Schreckensherrschaft führten sie im Norden des Landes die Scharia ein und zerstörten die berühmten Mausoleen Timbuktus. Die französischen Streitkräfte intervenierten und versuchen seither, mit internationaler Unterstützung, die Lage zu kontrollieren. Doch ein Ende des Konflikts ist nicht abzusehen.
Antoine Glaser (Video, 29:10): »Ganz Afrika stand der Intervention der Briten und der Franzosen in Libyen [Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011, Wikipedia, beachte den Unterschied in der Nomenklatur!] völlig ablehnend gegenüber. Libyen ist ein Land, geprägt von Stammeskulturen. Muammar al Gaddafi war sicherlich ein Diktator und Autokrat, aber er hatte dieses Land unter Kontrolle. Heute ist Libyen ein Zufluchtsort für Terroristen aller Couleur.«

In den Rahmen der Anstrengungen der abbasidischen Kalifen um Rückgewinnung ihrer Autorität gehört auch die staatstheoretische Abhandlung, die der schafiitische Gelehrte Abu l-Hasan al-Mawardi (972–1058) für den Kalifen al-Qāʾim abfasste. In dieser Abhandlung mit dem Titel al-Aḥkām as-sulṭāniyya („Die herrschaftlichen Bestimmungen“) wird zum ersten Mal eine umfassende Theorie vom Kalifat entwickelt. Ein zentraler Gedanke ist dabei die Ämterdelegation. Der Kalif, der zu den Quraisch gehören muss, ist als Imam Vorsteher der islamischen Gemeinschaft, dessen Aufgaben sich in allumfassender Weise auf die Bewahrung der Religion (dīn) und die Führung (siyāsa) der weltlichen Angelegenheiten erstrecken. Er kann diese Aufgaben jedoch an verschiedene Amtsträger delegieren, an den Wesir, der eine allgemeine Amtsbefugnis in allen Angelegenheiten hat, den Emir, der als Statthalter in einer Provinz fungiert oder den Dschihad führt, den Qādī, den Stammbaumwächter, den Imam, der für die Durchführung des Ritualgebets verantwortlich ist, den Leiter der Wallfahrt, den Steuerbeamten und den Muhtasib, der von Amts wegen für das „Gebieten des Rechten und Verbieten des Unrechten“ verantwortlich ist. Der Fiktion der Souveränität des Kalifen wird durch eine formelle Anerkennung der Oberhoheit des Kalifen und durch die Erwähnung seines Namens im Freitagsgebet Genüge getan. Das, was in diesem Werk, das von großer Bedeutung für die Folgezeit war, als Emire bezeichnet wird, waren in der Realität die Herrscher der Ghaznawiden und Seldschuken, die die wirkliche Macht in der Hand hatten, aber die formale Oberhoheit des Kalifats anerkannten.[4]
Al-Mawardi knüpfte die Delegation der Macht noch an eine Herrschaft nach der Schari’a. Weil spätere islamische Theoretiker überzeugt waren, dass jede Form von Herrschaft besser sei als Anarchie, legitimierten sie auch reine Gewaltherrschaft, solange die nominelle Oberherrschaft des Kalifen dabei aufrechterhalten werde. [Kalifat der Abbasiden, Staatstheoretische Fundierung des Kalifats durch al-Māwardī, Wikpedia, Hervorhebung von mir]

Expansion des Kalifats bis 1500 [Quelle: 1400 Jahre islamische Expansion, islamischer Imperialismus und islamischer Sklavenhandel, Der Prophet des Islam ]

Doku Muammar al Gaddafi oder Das libysche Paradox [54:01]

Hochgeladen am 18.04.2011
Die Geschichte des heutigen Libyen:
Gaddafi - Eine Dokumentation (Dauer: 51:48 min), hiess es bei SF-DRS, schamlos, manipulativ und verzerrend!


SF hat diesen bösartigen Verschnitt, der mehr die propagandistisch beworbenen Putschisten weiter bewerben sollte, aus dem Programm genommen.
Grund: Urheberrechte!
Das Schweizer Fernsehen hat wesentliche Teile herausgeschnitten. Nach meiner Einschätzung ca. 15.min.
Dafür einen eigenen Anfang und ein neues Ende angefügt das den Aktualitäten entnommen ist, was den Globallisten direkt in die Hände spielt!
Zusätzlich sprach eine Kommentatorin.

Der Unterschied zum Original ist wie Tag und Nacht!

Das ursprüngliche Original ist von ARTE France produziert!
Der Titel: Muammar al-Gaddafi oder Das libysche Paradox
Der Kommentator ist männlich.
Dauert 54min und zeigt richtig Freude an Gaddafi.
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Tetament von Muammar al-Gaddafi:

http://lupocattivoblog.wordpress.com/...
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Die Dokumentation gibt einen Überblick über das Leben von Muammar al-Gaddafi und ein Land, das in der internationalen Politik oft von sich reden macht und über das dennoch nur wenig bekannt ist.

Es gibt nur wenige Männer, die in so hohem Maße und seit so langer Zeit ihr Land verkörpern wie Muammar al-Gaddafi. Der libysche Staatschef ist seit 1969 an der Macht und damit länger als jeder andere Staatschef eines arabischen Landes. Zugleich ist er mit 66 Jahren der Jüngste von ihnen.

Nicht nur in dieser Hinsicht ist Libyen paradox: Gaddafi war einst leidenschaftlicher Gegner der USA und bekämpfte sie mit den Waffen des Terrorismus, zieht aber heute im Kampf gegen islamischen Extremismus und bei der Nutzung der libyschen Erdölvorräte mit Amerika an einem Strang. Er befürwortete in der Vergangenheit eine staatlich gelenkte Wirtschaft, gibt aber nun jedem Libyer die Möglichkeit, mit Hilfe ausländischen Kapitals sein eigenes Unternehmen zu gründen. Er ist überzeugter Moslem, widersetzt sich jedoch den libyschen Imamen und verlieh der libyschen Frau einen in der arabischen Welt einmaligen gleichberechtigten Status.

Gaddafi setzte sich als Anhänger Nassers für die arabische Einheit ein und wandte sich nach deren Scheitern Afrika zu, wo er heute als Vermittler auftritt. Während des Embargos wurde der libysche Staatschef vom Westen einhellig geächtet, während er in jüngerer Zeit sowohl Sarkozy als auch Blair, Schröder und Prodi in Tripolis empfing. All diesen Widersprüchen ist das Filmteam mit drei Spezialisten - den Journalisten Antoine Sfeir und Samir Sobh sowie dem Politologen Moncef Djaziri - während der einmonatigen Dreharbeiten in Libyen nachgegangen.

Das Ergebnis ist die bis heute umfassendste Dokumentation über ein Land, das in der internationalen Politik oft von sich reden macht und über das dennoch nur wenig bekannt ist.


Weiteres:
http://www.erinnerungsforum.net/forum...

Man stelle sich vor, in den Vereinigten Staaten würde eine Gruppe von Fanatikern mit Waffengewalt eine Stadt besetzen. Wie lange würde es bis zum Einschreiten der Armee dauern? Nur zur Erinnerung: Im Jahr 1993 weigerte sich eine religiöse Sekte mit Namen „Branche Davidians" in Waco, Texas, die Türen für eine Hausdurchsuchung zu öffnen. Die Armee rückte mit Panzern vor, belagerte das Gebäude 51 Tage lang und es kamen zumindest 74 Menschen ums Leben. Die Liste mit den Namen der bekannten Opfer zeigt 20 Kinder im Alter zwischen ein und dreizehn Jahren.
http://www.theintelligence.de/index.p...
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Montag, 30. November 2015

Der Ukraine-Konflikt – Aktuelles, Teil 5



September 2015: 

"Maidan-Helden" wittern Verrat (Ulrich Heyden, Telepolis, 01.09.2015)
Bei Protesten von Ultranationalisten gegen die Dezentralisierung der Ukraine starben in Kiew drei Menschen. Regierungslager ringt um Stimmen für zweite Lesung der umstrittenen Verfassungsänderung
Am Montag wurden bei den Angriffen hunderter Ultra-Nationalisten auf Soldaten des Innenministeriums und Mitglieder der Nationalgarde, welche das ukrainische Parlament schützten, zwei Nationalgardisten und ein Jugendlicher getötet. 120 Mitglieder der Sicherheitskräfte wurden verletzt.
Auslöser der gewalttägigen Angriffe vor und der Tumulte im Parlament war die Verfassungsänderung zur Dezentralisierung der Ukraine, welche die Werchowna Rada am Montag in der ersten Lesung mit 265 Stimmen – bei 368 registrierten Abgeordneten - billigte. 226 Stimmen für die Verfassungsänderung waren in der ersten Lesung nötig gewesen. 38 Abgeordnete des Russland-freundlichen "Oppositionsblockes" kamen Präsident Poroschenko zu Hilfe und stimmten für die Verfassungsänderung. Im Oppositionsblock haben sich ehemalige Mitglieder der von ex-Präsident Viktor Janukowitsch geführten Partei der Regionen zusammengeschlossen (Ukraine: Militante Nationalisten proben den Aufstand).


Ukraine-Serie: 

Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (18.09.2014, zuletzt aktualisiert am 04.10.2014)
Ukraine 19 – Die Ukraine, korrupter Journalismus und der Glaube der Atlantiker (29.08.2014, zuletzt aktualisiert am 19.10.2014) 
Ukraine 18 – Putin als Projektionsfläche für die deutsche Sehnsucht nach dem »Starken Mann«?(23.08.2014
Ukraine 17 – I love Putin, Putin loves you (19.08.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur (18.08.2014, zuletzt aktualisiert am 19.08.2014
Ukraine 15 – Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois (15.08.2014, zuletzt aktualisiert am 02.09.2014
Ukraine 14 – »Wir sind Menschen des Friedens« (29.07.2014, zuletzt aktualisiert am 15.08.2014)
Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (27.07.2014, zuletzt aktualisiert am 14.09.2014)
Ukraine 12 – Geld und Faschismus in der Ukraine (18.05.2014, zuletzt aktualisiert am 18.09.2014)
Ukraine 11 – Unsere Medien: Nicht-Berichten und Sprachverdrehung und der Krieg »Reich gegen Arm« (16.05.2014, zuletzt aktualisiert am 01.10.2014)
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung (11.05.2014, zuletzt aktualisiert am 31.07.2014)
Ukraine 8 – Mariopol und die Berichterstattung  (10.05.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014)
Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (03.05.2014, zuletzt aktualisiert am 27.09.2014)
Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (25.04.2014, zuletzt aktualisiert am 28.10.2014)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich? (28.03.2014, zuletzt aktualisiert am 20.08.2014)
Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (25.03.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014) 
Der Ukraine-Konflikt 2 – Über unterschiedliche Meßlatten und die Verwendung von Sprache am Beispiel der Homosexuellen-Gesetzgebung in Deutschland und des israelisch-palästinensischen Konflikts (21.03.14, zuletzt aktualisiert am 03.09.2014)
Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis (04.03.2014)

weitere wichtige Artikel:
Der militärische Teil des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine (Post, 21.05.2015)
Deutsche glauben den Medien nicht (Post, 26.12.2014) mit langer Link-Liste!
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)
Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)
Bedrohliche Sprachlosigkeit (Post, 19.11.2014)
Der ewige Krieg – Obama bricht das Recht (Post, 18.10.2014)
IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel (Post, 08.10.2014)
Vor 55 Jahren – 15.-27. September 1959: Nikita Chruschtschow besucht die Vereinigten Staaten(Post, 25.09.2014)
Menschen, die mir während der Ukraine-Krise positiv aufgefallen sind (17.09.2014)
Aachener Rede von Gabriele Krone-Schmalz (14.09.2014)
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (19.10.2014)
Deutschland und die Ukraine, zur Geschichte (02.09.2014)
Endlich: Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen(26.08.2014, zuletzt aktualisiert am 17.09.2014)
Heute vor 100 Jahren – 15. August 1914: Das erste Schiff durchfährt den Panamakanal(15.08.2014) 
Dianne Feinstein, CIA, NSA (09.08.2014) 
Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel (Kai Ehlers, IPPNWforum Nr. 138, Juni 2014, S. 22)
Die US-amerikanische Außenpolitik (27.04.2014)
Jean Ziegler, ein wahrhaftiger Mensch (10.09.2013) 


zuletzt aktualisiert am 04.09.2015