Freitag, 12. Februar 2016

Forscher weisen Gravitationswellen nach

Nach Jahrzehnten der Suche meinen Forscher nun, erstmals Gravitationswellen nachgewiesen zu haben. Die hatte Albert Einstein vor 100 Jahren in der Allgemeinen Relativitätstheorie prognostiziert. Er hatte aber nicht gedacht, dass ein Nachweis möglich ist.
Wissenschaftler haben zum ersten Mal Verformungen in der Raumzeit nachgewiesen, die als Gravitationswellen von Albert Einstein postuliert worden waren. Der hatte sie vor 100 Jahren mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie beschrieben. Mit dem Gravitationswellen-Observatorium Ligo (Laser Interferometer Gravitation Wave Observatory) in den USA haben die Astrophysiker nun die Signatur zweier verschmelzender Schwarzer Löcher aufgespürt, berichteten die Forscher am Donnerstag in Washington. An der nobelpreisverdächtigen Entdeckung waren auch deutsche Forscher beteiligt: Zwei Wissenschaftler in Hannover hätten das Signal als erste gesehen, erklärte Bruce Allen, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik.

Informationen über ein unsichtbares Ereignis

Wie die Forscher erläutern, wurden die Gravitationswellen am 14. September 2015 um 9:51 Uhr UTC (11:51 Uhr MESZ) gemessen. Von den Daten ausgehend, haben sie ermittelt, dass eine Kollision deren Ursprung war, bei der ein Schwarzes Loch von 29-facher Sonnenmasse mit einem von 36-facher Sonnenmasse verschmolzen war. Das ganze habe sich demnach vor 1,3 Milliarden Jahren von uns aus in der südlichen Hemisphäre ereignet. Die 3-fache Masse der Sonne sei in Gravitationswellen umgewandelt worden. Damit unterstreichen sie auch ihre Einordnung, dass Gravitationswellen Informationen über ihren Ursprung und die Natur der Gravitation transportieren, an die man anders nicht gelangen könnte.

mehr:
- Einstein hatte Recht: Forscher weisen Gravitationswellen nach (Martin Holland, heise news, 11.02.2016)

siehe auch:
- Gravitationswellen? Na logisch (Matthias Matting, Telepolis, 11.02.2016)
- Astronomie : Und jetzt der ganz große Knall (Frank Grotelüschen, ZEIT Online, 12.02.2016)

Das Geheimnis von Raum und Zeit Einstein's Relativitätstheorie Doku 2015 (NEU in HD) {57:14}

Veröffentlicht am 26.07.2015

Werner Heisenberg und die Frage nach der Wirklichkeit [1:25:22]

Veröffentlicht am 20.03.2014
Hans-Peter Dürr, Anton Zeilinger und Martin Heisenberg über Leben und Werk des grossen Wissenschaftlers (Vollständige Fassung).
Kapitel: Die Poesie der Physik - Was die Welt im Innersten zusammenhält - Unschärferelation - Die Angst vor der Bombe - Die Verantwortung des Wissenschaftlers - Der Teil und das Ganze (BR alpha 2011).
Teil der Sammlung/Playlist "Werner Heisenberg - Vorträge, Gespräche und ein Portrait" hier: https://www.youtube.com/playlist?list...

Alpha Centauri - Was sind Gravitationswellen - Folge 53 {14:33}

Veröffentlicht am 08.08.2012
Alpha Centauri - Was sind Gravitationswellen - Folge 53

Auf der Jagd nach Gravitationswellen {8:26}

Hochgeladen am 07.07.2011
Prof. Dr. Michael Kramer, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, und sein Kollege Dr. Norbert Wex (siehe "Mit Pulsaren auf der Jagd nach Gravitationsellen", Spektrum der Wissenschaft Juli 2011, S. 48, www.spektrum.de/artikel/1072101) fahnden mit Hilfe von Pulsaren nach Gravitationswellen. Pulsare sind kosmische Leuchttürme: schnell rotierende Neutronensterne, deren Radiostrahlung pulsartig auf der Erde eintrifft.

Astronomen nutzen sie als hochpräzise kosmische Uhren. Sobald eine dieser Uhren langsamer oder schneller geht, weist dies darauf hin, dass eine Gravitationswelle den Raum zwischen Pulsar und Erde durchquert haben könnte. Diese wellenförmigen Dehnungen und Stauchungen der Raumzeit, die schon von Albert Einstein hervorgesagt wurden, könnten künftig sogar helfen, miteinander verschmelzende Schwarze Löcher genauer zu untersuchen.

Verzerrung der Raumzeit: Wurde Einsteins große These der Gravitationswellen bewiesen? {0:52}

Veröffentlicht am 11.02.2016
Vor 100 Jahren von Albert Einstein vorausgesagt, sind sie bislang nur indirekt nachgewiesen worden: Gravitationswellen. Sie verbiegen die Raumzeit, sind ein Mysterium. Nun könnten sie erstmals gemessen worden sein. Laut Gerüchten soll die Sensation auf einer Pressekonferenz in Washington bekannt gegeben werden.
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Donnerstag, 11. Februar 2016

Honorare in der Psychotherapie: Und das Ministerium schweigt…

Das Bundesgesundheitsministerium hat den vielfach kritisierten Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschuss vom 22. September zur Neubewertung psychotherapeutischer Leistungen nicht beanstandet.

Mit dem aktuellen Beschluss hat der Erweiterte Bewertungsausschuss die Umsetzung der gefestigten Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) verlassen: Das Mindesthonorar nach BSG-Definition soll es nur für rund zwei Prozent der Psychotherapeuten mit Maximalauslastung der Praxis geben, gemessen ausschließlich an den genehmigungspflichtigen Leistungen. Fast alle psychotherapeutisch Tätigen werden mit Abschlägen auf die Mindestvergütung belegt – über komplizierte Rechenwege zu „Strukturzuschlägen“ umbenannt. Diese werden erst ab 18 Behandlungssitzungen pro Woche auf eine um mehr als acht Prozent zu niedrig berechnete basale „Stundenvergütung“, gestaffelt nach Auslastungsgraden, zugesetzt. Zwei Monate benötigte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zur Prüfung – um schließlich nichts Beanstandenswertes zu finden.

mehr:
- Honorare in der Psychotherapie: Und das Ministerium schweigt… (Norbert Bowe, Ärzteblatt, Januar 2016)

Aufrechterhaltung des westlichen Narrativs: Der Fall MH17 köchelt weiter

In den Niederlande ist MH17 auch im Parlament noch ein Thema, beispielsweise was das seltsame Fehlen von primären Radardaten betrifft
Zwar wurde ein technischer Abschlussbericht des vom Dutch Safety Board (DSB) geführten internationalen Teams veröffentlicht, nach dem die malaysische Passagiermaschine MH17 am 17. Juli 2014 von einer Buk-Rakete abgeschossen wurde - vermutlich von prorussischen Separatisten oder gar von russischen Soldaten, auch wenn offen blieb, von wo aus genau die Rakete abgefeuert worden sein könnte (Nach dem niederländischen Abschlussbericht wurde MH17 mit einer 9M38M1-Buk-Rakete abgeschossen). Seitdem hat sich der "Informationskrieg" von allen Seiten verdichtet (Zweifel an der MH17-Untersuchung mehren sich).

Die Täter ausfindig zu machen, obliegt allerdings dem Gemeinsamen Untersuchungsteam (JIT), in dem Experten aus der Ukraine, Malaysia, Belgien und Australien unter Führung der niederländischen Staatsanwaltschaft und der niederländischen Polizei kooperieren. Das JIT hat sich dem Ergebnis des Dutch Safty Board angeschlossen, dass sehr wahrscheinlich eine Buk-Rakete die Maschine abgeschossen hat, man habe auch bereits Verantwortliche im Visier, müsse aber jedes andere Szenario ausschließen und gerichtsfeste Beweise liefern. Offenbar aber fehlen vor allem Zeugenaussagen. Ob sich das seither verbessert hat, ist unklar.

Dem Abschlussbericht vehement widersprochen hat die russische Regierung, die auf Experimente des Rüstungskonzerns verweist, der die Buk-Systeme herstellt. Danach müsse die Rakete von einem ukrainisch kontrollierten Gebiet abgefeuert worden sein, zudem habe es sich um eine Rakete gehandelt, die in Russland schon längst ausrangiert worden sei. Beklagt wird zudem, dass Russland nicht ausreichend in die Untersuchung einbezogen wurde, Informationen aus Russland seien nicht berücksichtigt worden (Russland kritisiert erneut MH17-Abschlussbericht).

mehr:
- Der Fall MH17 köchelt weiter (Florian Rötzer, Telepolis, 09.02.2016)

mein Kommentar:
Wenn die Ukraine-Krise hauptsächlich eine Propaganda-Angelegenheit ist, welchen Vorteil sollten die »prorussichen Separatisten« von einem MH-17-Abschluß gehabt haben? Jeder Separatisten-Kommandeur muß ein Interesse daran gehabt haben, ein solches Fanal zu vermeiden.

siehe auch:
Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung, 27.07.2014)
- Ukraine: Informationskrieg um MH17 (6) (Gabriele Wolff, Unnützliche Kommentare zur Welt, 10.10.2015)

Ablehnungsquoten wissenschaftlicher Journale

Prestigegeprange oder Indiz für Exzellenz?
Je höher die Ablehnungsrate eines wissenschaftlichen Journals, desto exklusiver aus Sicht von Autoren das Privileg einer akzeptierten Einreichung. Und - so die Annahme - umso größer die Qualität der publizierenden Journale. Eine Untersuchung widerspricht nun dieser landläufigen Meinung und spielt in die Hände von Kritikern wie Prof. Gerhard Fröhlich von der Universität Linz, der Ablehnungsquoten als reinen Prestigeschmuck ansieht.

Die American Psychological Association (APA) berichtet für das Jahr 2013 eine Ablehnungsquote von satten 98 % für das Journal The Counseling Psychologist. Realistisch betrachtet birgt die Einreichung eines Artikelvorschlags in einem solchen Journal ein immens hohes Risiko der Ablehnung inklusive des zu berücksichtigenden Zeitverlustes für Peer Review und Mitteilung der Herausgeberentscheidung über die Einreichung. Dieser kann mithin zwischen sechs bis zwölf Monaten oder länger betragen.

Was aber treibt Wissenschaftler an, eine Einreichung in einem solchen Journal vorzunehmen? Vermutlich am ehesten der Sensationseffekt im Falle der Annahme und das Gefühl, eine publizistische Trophäe erbeutet zu haben. Die Passion für derartige Coups ist sicher auch dem harten Existenzkampf weit überwiegend befristet arbeitender Wissenschaftler geschuldet, die derartige Erfolge dringend brauchen, um für zukünftige Bewerbungsverfahren attraktiv zu bleiben (Prekäre Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen).

mehr:
- Ablehnungsquoten wissenschaftlicher Journale (Ulrich Herb, Telepolis, 09.02.2016)

Vermeintliches Flash-Update installiert Mac-Malware

Mit einem angeblichen Flash-Update sollen Nutzer zur Installation von Schad-Software gebracht werden. Um die OS-X-Schutzfunktion Gatekeeper zu umgehen, setzen die Angreifer auch auf ein Apple-Entwickler-Zertifikat.
Ein angebliches Flash-Update will Mac-Nutzer derzeit wieder zur freiwilligen Installation von Schad-Software bringen, wie das SANS Internet Storm Center berichtet. Den Nutzern werde ein Browser-Dialog gezeigt, der zum Einspielen des vermeintlichen Updates auffordert und auf eine Download-Seite weiterführt.

Zertifikat gegen Gatekeeper

Um die in OS X integrierte Schutzfunktion Gatekeeper beim Öffnen des vermeintlichen Flash-Installers zu umgehen, benutzen die Angreifer ein Entwickler-Zertifikat. Das System warnt beim Öffnen zwar, dass die Datei aus dem Internet heruntergeladen wurde, führt diese aber aus, wenn der Nutzer auf "Öffnen" klickt.

Apple hat das in diesem Fall verwendete Zertifikat inzwischen offenbar zurückgezogen, allerdings könnten bereits wieder modifizierte Installer mit einem neuen Zertifikat im Umlauf sein. In der Standardeinstellung von OS X erlaubt Gatekeeper das Ausführen von mit Apples Entwickler-Zertifikat signierten Programmen sowie von Apps aus dem Mac App Store.

Der von Johannes B. Ullrich vom Internet Storm Center analysierte Installer spielte eine Scareware ein, die dem Nutzer Sicherheitsprobleme auf seinem Mac vorgaukelt und zur "Beseitigung" ein bezahltes Upgrade unterbreitet. Zugleich wird auch eine offenbar echte Flash-Version installiert.

mehr:
- Vermeintliches Flash-Update installiert Mac-Malware (Leo Becker, mac & i, 09.02.2016)

Sind deutsche Elitesoldaten im Irak?

Britische Zeitung berichtet von einem heldenhaftem Einsatz – Deutsches Verteidigungsministerium dementiert

Sind deutsche Spezialeinheiten mit anderen Eliteeinheiten gegen ISIS im Irak aktiv? Ja, das sind sie. Zumindest wenn man einem Bericht der britischen Boulevard-Zeitung Daily Mirror Glauben schenkt. Nein, deutsche Spezialkräfte kämpfen auf keinen Fall im Irak am Boden gegen ISIS, lautet jedoch die Antwort des Verteidigungsministerium.

"Das ist eine Falschmeldung. An dem Bericht ist nichts dran." Mit diesen Worten zitiert der Blog Augen geradeaus!, der die Meldung aufgriff und an offizieller Stelle nachhakte, einen Sprecher des Ministeriums von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

In dem Bericht des Daily Mirror vom vergangenen Freitag heißt es, dass ein Team bestehend aus Mitgliedern des Special Air Service (SAS) - eine Spezialeinheit der britischen Armee -, gemeinsam mit deutschen und US-amerikanischen Eliteeinheiten, die auf der Suche nach ISIS-Stellungen waren, in einen Hinterhalt gerieten. Der Einsatz im Norden des Iraks nahe der Stadt Mossul, so schreibt das Blatt, sei streng geheim gewesen.

mehr:
- Sind deutsche Elitesoldaten im Irak? (Marcus Klöckner, Telepolis, 09.02.2016)

Großbritannien: Erneut parlamentarische Rüge für Überwachungsgesetz

Für das geplante Überwachungsgesetz IPB läuft es auf seiner ersten Runde durchs britische Parlament nicht gut. Nun hat der zweite Ausschuss nach einer intensiven Prüfung massive Kritik geäußert. An mehreren Stellen müsse dringend nachgearbeitet werden.
Nach dem Ausschuss für Wissenschaft und Technologie hat nun auch der Ausschuss für Geheimdienste und Sicherheit des britischen Parlaments unerwartet scharf das geplante Überwachungsgesetz der Regierung kritisiert. Insgesamt liefere das sogenannte Investigatory Powers Bill nicht die Klarheit, die im Bereich der Geheimdienstarbeit so dringend nötig sei, beklagen der Abgeordneten: "Der Entwurf scheint unter Zeitmangel und nach ungenügender Vorbereitung entstanden zu sein." Zwar sei man sich des Zeitdrucks bewusst, der auf der Regierung laste, trotzdem dränge man auf eine vollständige und klare juristische Grundlage für die Geheimdienstarbeit.

Datenschutz nur stiefmütterlich behandelt

Das Gremium hat sich auf jene Bereiche des Gesetzentwurfs konzentriert, die sich auf die Kompetenzen der Geheimdienste beziehen und fordert wesentliche Änderungen in gleich mehreren Bereichen. So schreiben die Parlamentarier, dass sie allgemeingültige Regeln zum Datenschutz erwartet hatten. Stattdessen behandle der Entwurf dieses wichtig Thema eher stückweise, was die Schutzmaßnahmen untergrabe. Deswegen müsse ein ganzer Teil ergänzt werden, der sich übergeordnet dem Datenschutz widme. Dieser Teil solle das Rückgrat des Gesetzes bilden, um den herum die außergewöhnlichen Kompetenzen der Geheimdienste begründet werden.

In Bezug auf die Regeln zur sogenannten Gerätemanipulation ("Equipment Interference") kritisiert der Ausschuss, dass nur der Zugriff auf Geräte zur Informationsgewinnung (Computer Network Exploitation) geregelt werde. Eingriffe aus einem anderen Zweck müssten weiter unter Rückgriff auf mehr als 20 Jahre alte Regeln erfolgen, sollten aber eigentlich auch erfasst werden. Außerdem habe man nicht genug Argumente für massenhafte Gerätemanipulationen ("‘Bulk’ Equipment Interference") – die "gezielte" sollte ausreichen.

mehr:
- Großbritannien: Erneut parlamentarische Rüge für Überwachungsgesetz (Martin Holland, heise News, 09.02.2016)
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Mittwoch, 10. Februar 2016

US-Geheimdienstdirektor: Das Internet der Dinge als Spionage-Hilfe

Das Internet der Dinge gilt als einer der größten Trends der nahen Zukunft. Smarte, ans Internet angebundene Geräte erleichtern aber nicht nur das Leben, sondern auch die Überwachung, meint der Geheimdienstkoordinator der USA.
Der Nationale Geheimdienstdirektor der Vereinigten Staaten hat vor dem US-Senat eingeräumt, dass Geheimdienste in Zukunft das Internet der Dinge (IoT) für ihre Arbeit nutzen könnten. In einer Anhörung erklärte James Clapper, dass die Dienste künftig für die "Identifizierung, Überwachung, Ortsbestimmung, die Zielbestimmung für die Rekrutierung oder den Netzwerkzugang" auf smarte Geräte zurückgreifen könnten. Gleichzeitig wies er aber auch darauf hin, dass smarte Geräte mit Internetanbindung im Stromnetz, autonomen Autos oder Wohnungen eine Gefahr für den Datenschutz und die Sicherheit darstellen.

Mit dieser kurzen Äußerung im Rahmen seiner Ausführungen zu aktuellen Gefahren in aller Welt hat Clapper deutlich gemacht, wie zweischneidig die Arbeit der US-Geheimdienste ist. So ist es eine Aufgabe der NSA, die IT-Sicherheit von Geräten, Netzen und Software sicherzustellen. Andererseits ist der Geheimdienst aber auch für die Überwachung zuständig und setzt dafür auch immer wieder darauf, Informationstechnik anzugreifen, um Zugang zu Netzen zu erhalten. Sicherheitslücken im Internet der Dinge hält Clapper für ein Problem, aber an völlig abgesicherten Geräten könnten auch die Angriffe der NSA scheitern.

mehr:
- US-Geheimdienstdirektor: Das Internet der Dinge als Spionage-Hilfe (Martin Holland, heise Online, 10.02.2016)

NSA Whistleblower: Everyone in US under virtual surveillance, all info stored, no matter the post {12:28}

RT
Am 02.12.2012 veröffentlicht 
RT talks to William Binney, whistleblower and former NSA crypto-mathematician who served in the agency for decades. Virtual privacy in US, Petraeus affair and whistleblowers' odds in fight against the authorities are among key topics of this exclusive interview - READ SCRIPT
http://on.rt.com/9ycore  

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Schweiz: staatliche Wikipedia-Manipulationen

Schweizer Beamte sind bei Wikipedia aktiv – in manipulativer Weise. Das berichtet eine Schweizer Tageszeitung. Wikipedia sperrte deshalb schon mehrmals den IP-Adressblock der Bundesverwaltung.

Schweizer Beamte verändern so häufig Wikipedia-Artikel, dass der IP-Adressblock der Bundesverwaltung in den vergangenen beiden Jahren gleich mehrfach gesperrt wurde. Das berichtet die Schweizer Tageszeitung Nordwestschweiz. Wikipedia bestätigte gegenüber der Zeitung, dass von Rechnern aus dem Netz der Bundesverwaltung so häufig auf die Wiki-Server zugegriffen und "anonym und unpassend Artikel verändert" wurden, dass Wikipedia eingriff.

Unerwünschte Erwähnungen

Die Bundesbeamten sollen nicht nur fleißig harmlose Korrekturen von Rechtschreibfehlern vorgenommen, sondern etwa auch unerwünschte Erwähnungen der Vorratsdatenspeicherung oder offenbar unrühmliche Details über den Schweizer Nachrichtendienst NDB entfernt oder umgeschrieben haben. Die Nordwestschweiz legt auch Zahlen vor: So seien 2015 398 deutschsprachige Wikipedia-Artikel von Computern der Bundesverwaltung aus verändert worden. In den fünf Jahren zuvor sollen Bundesangestellte über 1500 Artikel verändert haben, seit dem Jahr 2003 seien es insgesamt über 5500 gewesen. In die Artikel mehrerer Bundesämter seien regelrechte Werbetexte eingefügt worden. Oft erkannten Wikipedia-Administratoren die Änderungen und machten sie rückgängig.

Für die Analyse der Tageszeitung wurde eine Software des norwegischen Programmierers Jari Bakken genutzt, mit der Eingriffe bei Wikipedia feststellbar sind. Bakken veröffentlichte in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Auswertungen von umfangreichen Wikipedia-Textbearbeitungen ausgehend von Regierungs-Rechnern der USA, Russlands, Israels, Kanadas, Australiens und Norwegen. Aber auch Manipulationen etwa großer Ölfirmen zeigte er auf.

mehr:
- Beamte der Schweizer Bundesverwaltung manipulieren Wikipedia-Texte (Tom Sperlich, heise Online, 10.02.2016)

Heute for 67 Jahren – 10. Februar 1949: Uraufführung von "Tod eines Handlungsreisenden"

Am 10. Februar 1949 wird Arthur Millers Theaterstück „Tod eines Handlungsreisenden“ am New Yorker Broadway uraufgeführt. Für das Drama, das sich sozialkritisch mit der amerikanischen Lebensweise und dem typisch amerikanischen Traum – Streben nach Erfolg, Ansehen und Wohlstand – auseinandersetzt, erhält der erst 33-jährige Miller 1949 den Pulitzer-Preis.
mehr:
- Uraufführung von „Tod eines Handlungsreisenden“ (SZ Online, 10.02.2014)

siehe auch:
- Tod eines Handlungsreisenden (Richard Albrecht, Film und Buch, 03.11.2013)
Wie bei manchen späteren Vorstellungen gab es bei der ersten Aufführung nach dem Schlussvorhang keinen Applaus. Unter den Zuschauern ereigneten sich merkwürdige Dinge. (…) Besonders Männer saßen vorgebeugt und vergruben das Gesicht in den Händen, andere weinten. (…) Zuschauer gingen durch das Theater, um sich mit jemandem leise zu unterhalten. Eine Ewigkeit schien zu vergehen ehe jemand daran dachte, zu applaudieren, und dann hörte der Beifall nicht mehr auf.« Was im ersten Moment als theatralische Inszenierung erscheinen könnte – war authentisch: Eine den Theater-Rahmen aufsprengende Reaktionsweise, merkwürdig und aufschlußreich zugleich. Und natürlich auch der (lower) middle-class-Identifikationsfigur Willy Loman (low man …) als reisendem Kleinhändler (Vertreter) zuzuschreiben…
Tod eines Handlungsreisenden - Trailer [3:24]

Veröffentlicht am 24.03.2014
Seit fast vier Jahrzehnten arbeitet Willy Loman ziemlich erfolglos als Handlungsreisender. Als ihm plötzlich gekündigt wird, versucht er weiterhin, seinen unerschütterlichen Glauben an den amerikanischen Traum und die damit verbundene Scheinwelt gegenüber seiner Familie aufrecht zu erhalten. Sein Sohn Biff führt ihm die Realität vor Augen und löst damit eine folgenschwere Reaktion bei seinem Vater aus. Volker Schlöndorffs preisgekrönte Verfilmung von Arthur Millers weltberühmtem Bühnenstück besticht durch Detailtreue und eine exzellente Besetzung. Dustin Hoffman wurde für seine herausragende Darstellung mit dem Golden Globe und dem Emmy Award ausgezeichnet. An Hoffmans Seite beeindruckt John Malkovich als sein Sohn Biff.


»Das Wunschbild der sexuell-sozialen Versorgtheit, der rationalisierten Sexualität (lässt) die Ehe zur bürgerlichen Einrichtung im Bürgertum werden […] und setzt Familie als Refugium vor dem Lebenskampf.« 
Ernst Bloch (1895-1977): Das Prinzip Hoffnung 

Top 10 Notes: Death of a Salesman [9:47]

Veröffentlicht am 19.03.2014
It's the first play to win a Tony, New York Drama Circle Critic Award and Pulitzer Prize. Welcome to WatchMojo.com and in this installment of Mojo Notes, we'll be exploring ten pieces of trivia about Arthur Miller's "Death of a Salesman." Special thanks to our user WackyJack322 for submitting the idea on our Suggest Page at WatchMojo.com/suggest!

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In dem Nächsten – nicht im Fernsten – stecke mithin der Knoten des Daseinsrätsels. Der Zielinhalt des Dunkel des gelebten Augenblicks sei unter der mythologischen Bezeichnung Gott intendiert und sei mit unmythologischer Bezeichnung Agens wie Kern der sich entwickelnden Materie. Diese unmittelbar zu erleben sei bislang noch nicht möglich und somit lebe noch kein Mensch wirklich, was Bloch in verschiedenen Werken mit der Formel: „Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht.“ auszudrücken versucht. Das Carpe diem (Pflücke den Tag) der Tatmenschen sei weit davon entfernt das Jetzt erleben zu lassen und ebenso reiche reine Kontemplation nicht aus. In der Klassengesellschaft, die notwendig über das Produkt das wirklich Produzierende übersehe, finde ein Begreifen-Ergreifen der aktuellen Triebkräfte des Geschehens nicht statt, bestenfalls falle ein senkrecht einschlagendes Licht auf die Unmittelbarkeit revolutionärer Situationen. Hier sei ein militanter Optimismus angebracht, ein echtes geschichtsbewusstes Carpe diem.
[Das Prinzip Hoffnung, Inhalt, Das Antizipierende Bewusstsein (Zweites Kapitel), Das Dunkel des gelebten Augenblicks, Wikipedia, abgerufen am 10.02.2016]

Ernst Blochs Abschlusssätze im Prinzip Hoffnung bilden ein fulminantes Furioso (Eberhard Braun) zum Thema Heimat:
Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfaßt und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat. (S. 1628) (Das Prinzip Hoffnung, Wunschbilder des erfüllten Augenblicks (Fünftes Kapitel), Heimat, Wikipedia)

Dienstag, 9. Februar 2016

ttt hat sich mit dem IS befaßt – und AlterMann mit ttt

ttt, das ist diese komische Sendung mit komischen Themen, wo ein ganz politisch korrekter Schweizer, der sich in einer arschlochfreien Zone eingenistet hat, die auch arschlochfrei wird, falls er mal nicht da ist. Er befasst sich sonst mit Rindviechern und scheint auch seine Zuschauer als solche zu betrachten. Man fragt sich schon, wo hat er denn all den Nichtschweizer-Käse gekauft, der so über das Jahr in dieser Sendung verzapft wird. Diese Nische, zwischen Willschem Sonntagabendpalaver und Zubettgehen, scheint bei den Programmmachern irgendwie durchgeflutscht zu sein. Manchmal schüttle ich nur den Kopf, aber als er gestern sieben Minuten lang Dabiq – Das Zentralorgan des IS brachte, über das ich am 19. November mal gebloggt hatte, fragte ich mich ernsthaft, ob die ganzen Leute, die sich beim zwangsfinanzierten Rundfunk die Taschen füllen, wirklich ohne Intelligenz sind, oder nicht bis drei zählen können. Falls das doch nicht so ist und diese Sendung bewusst und ohne Androhung von körperlicher Gewalt ausgestrahlt wurde, dann müsste das zu einer Entlassungswelle im Sender wegen Zuschauerverarsche kommen. Als Autor wird ein Joachim Gaertner genannt. Weiß der überhaupt, wie Recherche geht?
mehr:
- ttt – titel täuschen tricksen (AlterMannBlog, 09.02.2016, diskrete grammatikalische Korrekturen von mir)

siehe auch:
- Endzeiterwartung und Fanatismus – Zur kriegerischen Energie des „Islamischen Staates“ (Fassadenkratzer, 28.01.2016)


mein Kommentar:
manchmal glaube ich an Wahnvortellungen zu leiden: Ich bin in eine Werbesendung hineingeraten und komme nicht mehr raus!

Escher's Print Gallery Explained [1:31]

Veröffentlicht am 08.05.2012
This video was running in Escher Museum at Den Haag, Holland. It explains with precision what happens in the too-chaotic part of the Escher famous picture.
I recorded it with my own camera as it was running at the screen. Quality is not perfect, but watchabe.

Roger Willemsen ist tot

Roger Willemsen war ein Intellektueller, wie sie Deutschland zu selten hat: Er brachte seinen Kenntnisreichtum in die Öffentlichkeit. 

Das ist ein Tod, der schmerzt. Roger Willemsen ist mit 60 Jahren gestorben, das ist heutzutage sehr jung. Und er hinterlässt eine Lücke. Denn er gehörte auf sehr eigene Weise einer Spezies an, mit der Deutschland nicht im Übermaß gesegnet ist. Er war ein public intellectual, ein öffentlicher Intellektueller, der viel reiste und in vielen Medien herumkam, im Radio Dauergast war, das Fernsehen nicht scheute und Bücher schrieb, auf Podien saß, Gala-Moderationen und Schirmherrschaften übernahm, eine hohe, große Gestalt, die manchmal zu schweben schien, aber nie die Bodenhaftung verlor.

Den Möglichkeitssinn und die Fähigkeit, auch mal Urlaub vom Leben zu nehmen, hatte er sich aus Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" ausgeliehen. Über Musil hatte Willemsen in den frühen 1980er Jahren in München seine Dissertation geschrieben, "Das Existenzrecht der Dichtung". In der alten Bundesrepublik war er geboren, 1955 in Bonn, und er war in ihr groß geworden, die Prägungen seiner Generation hat er nie verleugnet, ohne sie demonstrativ vor sich her zu tragen.

Als er 1991 beim Bezahlsender Premiere seine Fernsehkarriere begann, mit der Interviewreihe 0137, wurde das so eine Art Gesellschaftsroman der Gegenwart in O-Tönen, mit Prominenten aus Kunst und Kultur. Aber es gehörten eben auch die Inhaftierten aus der RAF zu seinen Interviewpartnern. In das Ideal seiner späteren Talkshows, ob sie Willemsens Woche hießen oder Willemsens Zeitgenossen, ging das Salon-Ideal ein. Und die Erkenntnis, dass er in der vielfältigen Medienwelt, in der er nun agierte, einen Markenkern brauchte. Er gewann ihn aus zwei großen Leidenschaften: aus der Literatur und aus der Jazz-Musik, der er in seinen Sendungen über und mit dem Pianisten Michel Petrucciani zu einem Publikum außerhalb der Jazzkeller und der fingerschnippenden Kennerschaft verhalf.

mehr:
- Verstorbener Publizist Roger Willemsen - Schwebender mit Bodenhaftung (Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 08.02.2016)

siehe auch:
- „Es gibt einen Eros der Ideen“ (Interview, Timo Stein, Cicero, September 2012?)
- Mein Wunschkabinett (Roger Willemsen, Cicero)
- „Das ist magisch“ (Calvani, Kay Kloetzer, Goedzak, der Freitag, 08.08.2013)
- Roger Willemsen – Immer zu früh (Matthias Kalle, ZEIT Online, 08.02.2016)
- „Man sieht, wie sich Haltung zersetzt“ (Interview mit Roger Willemsen, The European, 08.02.2016)

Roger Willemsen über Heidi Klum und Germanys next Topmodel [1:48]

Veröffentlicht am 15.12.2014
Auszug aus dem SWR UniTalk mit Roger Willemsen.

Til Schweiger im Wortgefecht mit Roger Willemsen [2:45]

Veröffentlicht am 22.09.2012
In der Talkshow '3nach9' lieferten sich Til Schweiger und Roger Willemsen am Freitagabend ein heftiges Wortgefecht in einer Diskussion zum Afghanistan-Einsatz der Deutschen Bundeswehr.
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Roger Willemsen über M. Reich-Ranicki [8:56]

Hochgeladen am 26.10.2008
Bei Kerner debattieren Roger Willemsen u.a. über M. Reich-Ranicki Eklat beim deutschen Fernsehpreis 2008

Roger Willemsen | Angriff auf die Demokratie [10:29]

Veröffentlicht am 02.04.2015
Angriff auf die Demokratie - Eine Intervention
Ende 2011 veranstaltet das Haus der Kulturen der Welt in Deutschlands Hauptstadt Berlin eine Tagung zur aktuell gegebenen politischen Situation. Zur Sache äußern sich in längeren Stellungnahmen zehn Personen - Künstler, Autoren, Intellektuelle -, denen die sogenannte "Eurorettung" als auslösender Reiz dient. Der Tenor ihrer Beiträge lautet, dass elementare Bestandteile von Demokratie aus den Angeln gehoben werden - und zwar aufgrund von angeblichen wirtschaftspolitischen Unausweichlichkeiten.

Roger Willemsen: Der ewig Reisende (Sternstunde Philosophie, 26.04.2015) [56:19]

Veröffentlicht am 27.04.2015
Mehr Kultur: http://srf.ch/kultur
Er redet klug, viel und schnell. Und er reist alleine an die Enden der Welt: Roger Willemsen, der bekannte Fernsehmoderator und Autor spricht mit Juri Steiner über das Suchen und Finden, über Talkshows und die Taliban, erfundene Wahrheiten und das eigene Langsamerwerden.

Roger Willemsen zu 9/11 [5:52]

Hochgeladen am 08.09.2011
Interview der „Kulturzeit" mit Roger Willemsen, 8. September 2011. Ein grausames Stück.

Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen [8:44]

Veröffentlicht am 05.05.2013
Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen bei "Lesen ohne Atomstrom" 2012 über die Weltlüge. Altonaer Theater am 10.04.2012

Roger Willemsen zum Tod von Dieter Hildebrandt [5:10]

Veröffentlicht am 24.10.2015
RNF life im Februar 2014
Quelle: RNF

Wortwechsel - Walter Janson im Gespräch mit Roger Willemsen 19.03.2006 [29:17]

Veröffentlicht am 22.05.2015

Die Kunst des Streitens in der Mediengesellschaft: Keynote von Roger Willemsen #kk14 [34:53]

Veröffentlicht am 25.09.2014
Roger Willemsen ist nicht erst seit seiner Studie „Das Hohe Haus“ der führende Diagnostiker des bundesrepublikanischen Diskurses, der am offenen Herzen des parlamentarischen Politikbetriebs seine Beobachtungen zur Lage der Nation anstellte. Als Ethnologe der eigenen Gesellschaft denkt, spricht und schreibt Willemsen seit Jahren über die Mechanismen der gesellschaftlichen Selbstreflexion, die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der Meinungsführerschaft und die Höhen und Tiefen einer professionellen Talkshow-Öffentlichkeit. In seiner Keynote-Rede beleuchtet der Schriftsteller die Abgründe und Tugenden einer kommunikationsversessenen Mediengesellschaft.

Interview: Roger Willemsen über die Masseneinwanderungsinitiative und Reisen [25.21]

Veröffentlicht am 26.02.2014
Die TagesWoche hat den deutschen Autor, Journalisten und Moderator Roger Willemsen vor seinem Vortrag an der muba 2014 getroffen. Ein Gespräch über die Schweiz nach der Masseneinwanderungsinitiative, über Mobilität und den Lebensstil eines Reisenden.
Lesen Sie das Interview in der TagesWoche: http://www.tageswoche.ch/+bkqxj

Harald Schmidt mit Gast Roger Willemsen [11:17]

Veröffentlicht am 22.01.2015
Harald Schmidt (ARD) vom 29.03.2007
Gast: Roger Willemsen

Sonntag, 7. Februar 2016

Westliche Werte und systemische Intelligenz im real existierenden Kapitalismus: Öl zu Schleuderpreisen

▶︎ Flint Hills values North Dakota Sour crude at $1.50 a barrel 
▶︎ Crude prices based on sulfur content and transport costs

Oil is so plentiful and cheap in the U.S. that at least one buyer says it would pay almost nothing to take a certain type of low-quality crude.

Flint Hills Resources LLC, the refining arm of billionaire brothers Charles and David Koch’s industrial empire, said it offered to pay $1.50 a barrel Friday for North Dakota Sour, a high-sulfur grade of crude, according to a corrected list of prices posted on its website Monday. It had previously posted a price of -$0.50. The crude is down from $13.50 a barrel a year ago and $47.60 in January 2014.

While the near-zero price is due to the lack of pipeline capacity for a particular variety of ultra low quality crude, it underscores how dire things are in the U.S. oil patch. U.S. benchmark oil prices have collapsed more than 70 percent in the past 18 months and fell below $30 a barrel for the first time in 12 years last week. West Texas Intermediate traded as low as $28.36 in New York. Brent, the international benchmark, settled at $28.55 in London.

“Telling producers that they have to pay you to take away their oil certainly gives the producers a whole bunch of incentive to shut in their wells,” Andy Lipow, president of Lipow Oil Associates LLC in Houston, said of the price that was posted as negative until Flint Hills revised it on Monday. Jake Reint, a Flint Hills spokesman, said the price was fixed on the website after the firm incorrectly posted it as negative. The prices reported by Flint Hills Resources and rivals such as Plains All American Pipeline LP are used as benchmarks, setting reference prices for dozens of different crudes produced in the U.S.

Plains All American quoted two other varieties of American low quality crude at very low prices: South Texas Sour at $13.25 a barrel and Oklahoma Sour at $13.50 a barrel.

mehr:
- The North Dakota Crude Oil That's Worth Almost Nothing (Dan Murtaugh, Javier Blas, BloombergBusiness, 18.01.2016)

siehe auch:
Ölpreis: Der Fluch des billigen Öls (Marlies Uken, ZEIT Online, 18.01.2016)


Everything Is Broken   Text (AZLyrics)


siehe auch:
- Barack Obama: Obama will Erdölsteuer einführen (ZEIT Online, 05.02.2016)
Republikaner im Kongress protestieren
Der Plan hat in einem Wahljahr allerdings keine echte Chance vom Kongress akzeptiert zu werden. Die Republikaner nannten die Idee "absurd". "Präsident Obama hat von Tag eins seiner Präsidentschaft einen offenen Krieg gegen die amerikanische Energie(industrie) geführt", sagte der republikanische Kongressabgeordnete Steve Scalise.

Die Energiepolitik der Obama-Administration ist ein rotes Tuch für die Republikaner im Kongress, die dem Weißen Haus vorhalten, die US-amerikanischen Öl- und Gasunternehmen nicht genug zu fördern. Sie hatten sich bereits mehrmals gegen Pläne ausgesprochen, verschiedene Steuererleichterungen für Ölproduzenten zu beenden.
George Carlin - Arrogance of mankind [7:39]

Hochgeladen am 04.08.2010
save the wales, save those snails...
»It ain't what you don't know that gets you into trouble. It's what you know for sure that just ain't so.« [Mark Twain]

In Australien setzt man sich mal kurz ins Auto und fährt 100 Kilometer, um ein Bier zu trinken. Und wenn auf der Rückfahrt die Bierdose leer ist: Scheibe runter – falls sie noch oben sein sollte – und raus damit. Die haben das Gefühl, unendlich viel Platz zu haben.
Ich war in den Blue Mountains auf einem 50 Meter hohen Baum, da haben sie einfach Stahlstäbe reingeschlagen und deren Enden durch einen Stahldraht miteinander verbunden, damit man auf der entstandenen Wendeltreppe hochsteigen konnte: bei uns ein Ding der Unmöglichkeit! 
Und im »Land of the free« kann man sich fürs Auto einen kleinen Apparat kaufen, der hinten möglichst viel Dreck aus dem Auspuff pustet, weil die frei sein wollen: Die lassen sich von irgendwelchen Umweltschützern doch nicht ihren Motor kastrieren! (Deshalb nimmt die Bevölkerung die VW-Abgas-Manipulationen auch nicht besonders ernst.) Die Amis haben als Autobesitzer das Recht, soviel Dreck in die Luft zu blasen, wie sie wollen. Und dieses Recht lassen sie sich von niemandem nehmen!
Von den Indianern habe die Amis das Gefühl übernommen, Teil der Natur zu sein. Und in der Natur gibt’s Vulkanausbrüche und sonstige Katastrophen. »Und wenn morgen 25 Arten weg sind, die heute noch da waren, lasst sie in Frieden gehen!« (Carlin) Die denken halt so!


K: Ich meine immer noch, wir sollten die Deiche endlich plattmachen.
N: Werden Leute absaufen?
K: Dabei werden ungefähr 200.000 Menschen ertrinken.
N: Also nein, nein, nein, nein, nein; ich nehme lieber eine Atombombe. Steht eine bereit?
K: Das wäre übertrieben.
N: Eine Atombombe, das macht Dir zu schaffen? Ich will, daß Du groß denkst, Henry, Himmelhergottnochmal! (aus einem Gespräch zwischen Richard Nixon und Henry Kissinger, mehr: Atombombe, Demokratie und Deutungssysteme, Post, 11.08.2015)

[Strange Maps – The World According to Ronald Reagan, bigthink]

Volker Pispers: Mein Antiamerikanismus ist gar nicht oberflächlich! [0:26]

Veröffentlicht am 13.07.2015
Volker Pispers deutet Verbot des Antiamerikanismus in Deutschland an.

A Brief History of the USA - Bowling for Columbine - Michael Moore [3:14]

Hochgeladen am 29.05.2011
This short cartoon for Michael Moore's Bowling For Columbine was
Described as, "Worth the price of admission" by Variety Magazine, "a joyously funny cartoon sequence" by The Hollywood Reporter and by Oprah as her favorite part of the film when she aired it on her show, FlickerLab's Creative Director, Harold Moss, directed, and lent his voice for all the characters in this animated segment of Michael Moore's film, Bowling for Columbine.

Michael Moore: "Guns Don't Kill People, Americans Kill People" [12:20]

Veröffentlicht am 23.03.2013
"There is something wrong with the American character as to why we believe as society and officially as government that violence is a means to an end, that violence is OK to solve our problems, if we think somebody might have some weapons of mass destruction, it`s OK to go and invade their country and kill hundreds of thousands of civilians." -- Michael Moore, MSNBC, March 22, 2012

Volker Pispers: Die USA sind Schweine! | 2015 [5:00]

Veröffentlicht am 27.08.2015
»Weil wir am Recht festhalten, es stärken und nicht dulden, dass es durch das Recht des Stärkeren ersetzen wird, stellen wir uns jenen entgegen, die internationales Recht brechen, fremdes Territorium annektieren und Abspaltung in fremden Ländern militärisch unterstützen. Deshalb stehen wir ein für jene Werte, denen wir unser freiheitliches und friedliches Zusammenleben verdanken. Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen.« (aus der Rede unseres Bundespräsidenten Gauck zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs am 1. September 2014 in Danzig)
na, dann kann er sich ja als erstes John Kerry entgegenstellen:

Ukraine: Russia not behaving like '21st century G8 major nation' - Kerry [1:29]
Veröffentlicht am 05.03.2014
US Secretary of State John Kerry spoke at the US embassy in Kiev on Tuesday after meeting with the Rada-appointed interim president of Ukraine, Oleksandr Turchynov, and the Rada-appointed interim prime minister of Ukraine, Arseniy Yatsenyuk.

Kerry said Russia was not behaving like a "21st century G8 major nation" by deploying troops in Crimea. Kerry added that if Moscow did not agree to cooperate with the new Ukrainian authorities, the US' partners would have no choice but to join the Obama administration in imposing sanctions "in order to isolate Russia politically, diplomatically and economically".

Kerry also confirmed that the US would, together with the IMF, provide Ukraine with $1bn (€730m) in loan guarantees in order to support the country's recovery.

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zur Erinnerung:
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (Post, 12.05.2014)

»You don’t behave in 19th-century fashion by invading another country on completely trumped up pre-text.«  
Promt twitterte Michael Moore»Um, does he know 2003 was part of the 21st cen?«

Konstantin Wecker und Pippo Pollina "questa nuova realtà" [6:36]

Hochgeladen am 23.05.2010
Was für eine Nacht -
so warm und geduldig,
setzt euch näher zu uns her,
schenk noch einmal ein.

Heute spricht mal keiner
den anderen schuldig,
heute läßt mal jeder
den andern anders sein.

E non dirmi che è già tardi
e per le strade si spengono i caffè.
Forse la tua donna ti ha lasciato,
ma che cosa vuoi che sia.

Questo mondo gira in fretta
ed è tutto una follia.
Il fascismo che ritorna
da Berlino fino a Roma.

E prendiamoci per mano
sui dintorni della sera,
lei ci porterà lontano
fra le luci dell´aurora.

Lascia fare tutto al cuore,
lascia dirgli le parole,
lascia entrare
questa nuova realtà.

Was für eine Nacht -
nur Spinner und Brahmanen,
keine Parolen,
schenk lieber noch mal ein.

Das wird ein Fest,
ohne Marschmusik und Fahnen,
ohne Waffen und Grenzen,
lieber grenzenlos Wein.

E prendiamoci per mano
sui dintorni della sera,
lei ci porterà lontano
fra le luci dell´ aurora.

Lascia fare tutto al cuore,
lascia dirgli le parole,
lascia entrare
questa nuova realtà

Freunde, rücken wir zusammen,
denn es züngeln schon die Flammen,
und die Dummheit macht sich wieder einmal breit.

Laßt uns miteinander reden,
und umarmen wir jetzt jeden,
der uns braucht in dieser bitterkalten Zeit.

Übersetzung des italienischen Textes:

Sag mir nicht, daß es schon zu spät sei,
auch wenn in den Cafés
schon die Lichter ausgehen.
Vielleicht hat dich deine Frau verlassen,
aber was ist das schon groß.

Diese Welt dreht sich geschwind,
und es ist alles Irrsinn.
Der Faschismus kehrt zurück,
von Berlin bis Rom.

Und jetzt nehmen wir uns bei den Händen,
umgeben vom Abend.
Er wird uns weit führen,
bis in die Lichter des Morgens.

Laß alles das Herz tun,
laß es seine Sprache sprechen,
laß sie herein, diese neue Wirklichkeit.


Die Geschichte der USA und des Terrorismus - Volker Pispers zu USA Terrorismus,Taliban - Wahlen [45:17]

Veröffentlicht am 07.04.2014
Die Geschichte der USA und des Terrorismus

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Volker Pispers in der besten Abrechnung mit der USA im Terrorkampf
Aus dem Programm "Bis Neulich" des Jahres 2004

Heute noch genauso aktuell wie vor 10 Jahren

Volker Pispers ist - keine Frage - mitunter zynisch, aber er reflektiert letztlich nur die politische Wirklichkeit.

Eigentlich müsste einem das Lachen permanent im Hals stecken bleiben müssen. Aber Volker Pispers schafft es das Obskure an vielen politischen Geschehnissen so auf den Punkt zu bringen, dass der eigentliche Lacher der unfreiwilligen Komik gilt, die uns die aktuelle und vergangene Politik bietet.
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Volker Pispers zählt zweifelsohne zu den wortgewaltigsten deutschen Kabarettisten. Mit bestechendem Wortwitz entlarvt er die leeren Parolen der Politikerklasse, indem er sie konsequent bis zum bitteren Ende denkt und sie den Mächtigen lustvoll um die Ohren. Seine knallharten und oft makabren Schlüsse garniert er so liebevoll mit seiner brillianten Mimik und Gestik, daß dem Zuschauer höchst amüsiert und lachend die Absurdität des herrschenden Wahnsinns klar wird.
Quelle: Kabarettlive.de
Wenn man die besten Kommentare zur aktuellen Politik der SPD, CDU, der Linken PDS, der FDP oder der AFD sucht - hier ist man immer richtig.

zur Erinnerung:
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (19.10.2014)

How stupid are Americans? LOOK and see...don't we all wish it wasn't true!!!! [9:05]

Veröffentlicht am 06.06.2015
This is not a joke.. try asking the same questions on the street and you too will be amazed at the stupid level of the average person. And then they want to run the world.. duh!
It is not about education but distractions...


Der Sputnikschock löste eine Krise in der Selbstwahrnehmung der US-Amerikaner aus. Diese waren in ihrem Selbstverständnis Einwohner der technologisch fortschrittlichsten Nation der Erde. In der öffentlichen Wahrnehmung waren dabei die Demokratie und der Kapitalismus natürliche Wettbewerbsvorteile, die eine natürliche technologische Überlegenheit begründeten. Die Tatsache, dass nun die kommunistische, planwirtschaftlich organisierte Sowjetunion den USA im Weltraum einen Schritt voraus war, schockierte die US-Amerikaner zutiefst. Als Folge davon erlangten Forderungen nach einer grundlegenden Reform des Bildungssystems schnell eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Es galt, die Sowjetunion bei dem bald daraufhin ausgerufenen Wettlauf ins All zu schlagen.
Der Sputnikschock führte daher zu einer umfassenden Reformierung des US-amerikanischen Bildungssystems. Besonders im naturwissenschaftlichen Bereich schien Nachholbedarf zu bestehen, da die Sowjetunion – laut Meldungen in US-amerikanischen Zeitschriften – die doppelte bis dreifache Anzahl an Ingenieuren ausbildete.
Daher wurde durch US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der in einer Rede der Bildungspolitik einen höheren Stellenwert als der Raketenproduktion gab, das Federal-aid-to-Education-Programm aufgelegt. Dieses Programm hatte ein Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Dollar. Diese flossen über einen Zeitraum von vier Jahren an zusätzlichen Bundesmitteln in das Bildungssystem.
Diese Mittel wurden verwendet um:

  1. das Jahresbudget der National Science Foundation auf 134 Millionen Dollar zu vervierfachen.
  2. 20.000 Stipendien zu vergeben.
  3. die Lehrerausbildung zu fördern.
  4. den Bau neuer Schulen zu bezahlen.

Mit diesen Maßnahmen wurde ein Hauptaugenmerk auf die Förderung der bislang bildungsfernen Schichten gelegt, die eine noch nicht aktivierte Bildungsreserve darstellten. Die Erschließung dieser Reserve wurde in den folgenden Jahren auch durch Maßnahmen der Frühpädagogik (Gründung von Vorschulen) und durch das Einrichten eines Schulbusverkehrs gefördert. Durch ihn konnten auch Kinder aus abgelegenen Gegenden in zentral gelegene Schulen gelangen.
Als weitere Maßnahme wurde der Lehrplan an den Schulen neu gestaltet. Kurse, die sich vor allem mit der Haushaltsführung oder der konkreten Berufsausbildung befassten, wurden zugunsten von Fächern wie MathematikPhysik und Chemie aus dem Lehrplan gestrichen.
Die Pläne von Eisenhower sahen aber ebenso eine Förderung geisteswissenschaftlicher Fächer wie der Politikwissenschaft, der Geschichtswissenschaften und der Sprachwissenschaften vor. Durch diese Förderung sollten weise Führer hervorgebracht werden, die die technologischen Errungenschaften zum Wohle des US-amerikanischen Volkes einsetzen können.
Unter John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson wurde zusätzlich:

  1. das Bildungsfernsehen eingeführt.
  2. inspiriert durch den Weinberg-Report Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken vernetzt, um einen besseren Zugang zu Bildung zu gewährleisten.
  3. das New-Math-Programm (s. Neue Mathematik) aufgelegt, welches die Kinder sehr früh mit abstrakter Mathematik in Berührung brachte. (Sputnikschock, Auswirkungen, Bildungspolitik der USA, Wikipedia)


Wie will man von Menschen mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs, und die noch nicht einmal wissen, in welchem Jahr sich ihr eigenes Land für unabhängig erklärte, verlangen, daß sie sich an etwas, was noch keine zehn Jahre her ist, erinnern (zumal sie diese Form von Abwehr tagtäglich von ihren obersten politischen Vertretern vorgelebt bekommen)?
Wie kann man ernsthaft von Menschen Selbstreflexion erwarten, die sich jeden Tag zu Schulbeginn die rechte Hand aufs Herz legen und gegenseitig vorsingen, sie lebten im »Land der Freien«? Diese Art von narzisstischer Selbsthypnose wappnet gegen jede Form von psychoanalytisch geforderter Introspektion!


Die kulturellen Ideale beruhen auf dem narzisstischen Stolz auf die Höchstleistungen der Kultur; an dieser Form der Versöhnung können sich auch die unterdrückten Klassen beteiligen: durch Identifikation mit der ausbeutenden Klasse. […] 
Der Erwachsene deutet seine Hilflosigkeit nach dem Vorbild derjenigen Hilflosigkeit, die er als Kind erfahren hat; und wie das Kind verbindet er seine Hilflosigkeit mit der Sehnsucht nach einem schützenden Vater. Diese Vatersehnsucht ist die Grundlage für die Entstehung der Götter, die Götter sind idealisierte Vatergestalten. Die Religion ist eine Art Menschheitsneurose – eine kollektive Zwangsneurose. […]
Die Belege für die Wahrheit der religiösen Lehren sind dürftig. Gleichwohl sind diese Lehren äußerst wirksam. Ihre Wirkungskraft rührt daher, dass es sich bei den religiösen Vorstellungen um Wunscherfüllungsphantasien handelt. Sie befriedigen auf quasi halluzinatorische Weise das Schutzbedürfnis angesichts der Hilflosigkeit. Die Religion ist deshalb auch nicht einfach nur ein Irrtum, sie ist eine Illusion; die religiösen Vorstellungen sind nicht einfach falsch, sie stellen vielmehr die imaginäre Erfüllung eines Wunsches dar.
Der Ursprung der Religion ist letztlich affektiver Natur. Die Religion beruht auf dem Mord am Urvater und auf dem Schuldgefühl, das durch dieses Ereignis hervorgerufen wurde. Die religiöse Deutung der Kulturgebote – die Zurückführung auf einen göttlichen Ursprung – ist deshalb nicht einfach falsch, sie enthält eine historische Wahrheit: sie bezeugt die Schlüsselrolle der Vaterbeziehung für die Errichtung der Kultur.
Er [Freud] schlägt vor, die Religion ähnlich wie eine Neurose zu behandeln. Die religiöse Begründung der Kulturverbote – die der Verdrängungentspricht – sollte, wie in einer Therapie, durch eine rationale Begründung ersetzt werden. Das Mordverbot sollte damit begründet werden, dass es der Selbsterhaltung dient (eine rationale Begründung des Inzestverbots wird von Freud in dieser Arbeit nicht skizziert). Wenn die Grundlage der kulturellen Verbote nicht mehr die Religion ist, sondern der Intellekt, wird dies dazu führen, dass zahlreiche Verbote aufgehoben werden.
„Wir mögen noch so oft betonen, der menschliche Intellekt sei kraftlos im Vergleich zum menschlichen Triebleben, und recht damit haben. Aber es ist doch etwas Besonderes um diese Schwäche; die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat. Am Ende, nach unzählig oft wiederholten Abweisungen, findet sie es doch. Dies ist einer der wenigen Punkte, in denen man für die Zukunft der Menschheit optimistisch sein darf, aber er bedeutet an sich nicht wenig.“– Kapitel VIII, Studienausgabe Bd. 9, S. 186
Freud hofft, dass es der Intellektualisierung der Verbote gelingt, die Menschen mit der Kultur zu versöhnen. Dies setzt voraus, dass die Vernunft so weit gestärkt wird, dass sie die Leidenschaften besiegen kann. Freud skizziert zwei Formen der Stärkung des Intellekts: einerseits die Aufhebung von Denkverboten religiöser, sexueller und politischer Art und andererseits die Erziehung zur Realität, worunter er versteht, dass Menschen lernen, ihre Ohnmacht und Hilflosigkeit zu akzeptieren. (Die Zukunft einer Illusion, Inhalt, Wikipedia)

Doch, noch einmal, wie konnte gerade die Psychoanalyse, die den Menschen als von seinen Leidenschaften und Trieben gelenkt fand, an die Macht des Intellekts appellieren? War nicht das große historische Experiment schon einmal gescheitert, die Anbetung der Vernunft in der Französischen Revolution? Man brauchte wohl nicht besonders neugierig zu sein, wie das russische Experiment ausging. […]
Was konnte man von Menschen erwarten, die unter Denkverboten standen, narkotisiert waren durch die Religion, schon von früher Kindheit an, da ihre sexuelle Natur betäubt und geleugnet werden mußte? Daher plädiert der Determinist Freud für die «Erziehung zur Realität», zu Nüchternheit und Verantwortlichkeit: «Der Mensch kann nicht ewig Kind bleiben.» Vielleicht würde dann die Kultur keinen mehr erdrücken…
Eindringlich beschwört Freud den alten aufklärerischen Glauben an die Wissenschaft und damit an die Möglichkeit, durch sie etwas über die Realität der Welt zu erfahren, «wodurch wir unsere Macht steigern und wonach wir unser Leben einrichten können». […] Vielleicht war auch die Wissenschaft eine Illusion, doch hatte sie nicht durch ihre großen und bedeutsamen Erfolge den Beweis erbracht, daß sie keine ist? Er war nicht blind gegen ihre Bedingungen und Bedingtheiten. Gerade die Subjektivität allen Denkens, die Beschränkung der Wissenschaft, die Endlichkeit ihrer Resultate gibt ihm Hoffnung auf ihre pragmatische Kraft, ihren Sieg über alle Ideologien: «Nein, unsere Wissenschaft ist keine Illusion. Eine Illusion aber wäre es zu glauben, daß wir anderswoher bekommen könnten, was sie uns nicht geben kann.» (aus Meyhöfer, Eine Wissenschaft des Träumens, zit in Vor 155 Jahren: Sigmund Freud wird geboren, Post, 08.05.2011)

Bikinis vs Brains - Watters' World Memorial Day Quiz - O'Reilly Factor [5:33]

Veröffentlicht am 29.05.2014
BEFORE POSTING A COMMENT, be aware that if your comments include the following garbage, it will be deleted:

A. Statements resembling "you Americans are so stupid!".
If you believe these few highly uneducated examples represent all Americans, it is more of an indication of your mental capacity, or lack thereof. America did not become the extreme success and massive global power that it is in only 200 years by being full of "stupid" people. Most other countries have existed many centuries longer than the US, and most can only dream of American prosperity. The people in this video are NOT the "norm" and this video is shocking to MOST Americans, that's why it's being shared by so many. Shocking videos spread, extreme average don't! It is quite stunning to anyone who grew up in America and did not sleep all the way through school to see people have absolutely no idea of American history. These are basic history facts that we hear year after year in school and to not know ANYTHING about the Revolutionary or Civil War after attending school exhibits a mental deficiency with the "learner" or a tragic performance deficiency with the "teacher", or these people were simply dropouts and never made it history class. So, NO, comments implying that all Americans are this "stupid" will not be allowed, mainly to keep you from embarrassing yourself!

B. Statements resembling "knowledge of old history crap is useless and unimportant".
Again, these comments will be blocked in an effort to save you embarrassment. Anyone with a sliver of common sense or education knows the old saying "those who don't learn from their history are doomed to repeat it". If you believe that not knowing our history is "reasonable", you apparently have no problem returning to slavery or allowing another Hitler to rise. Knowing history is EXTREMELY important. It is a guide book to what works, what doesn't, what should NEVER happen again and what we should do allot more of. People who try to comment about the absurdity of knowing our history simply feed into the false narrative perpetuated by folks addressed in section "A". Therefore, those comments will be deleted. MOST Americans are NOT "stupid" and most completely understand the importance of knowing our history.

C. Statements resembling "this shows the typical Faux News viewer, LOL".
If you're so weak between the ears that you would insult the majority of informed Americans to try to prove your point and are so mentally deficient that you can't even grasp that Fox is mockingly pointing this out because Fox and Fox viewers find it almost unbelievable that people could be this uneducated, your comment will be deleted as well. Fox is #1 in cable news, far surpassing the others, which means your insult is directed at the majority of Americans who pay attention to the news and wish to stay informed and educated. Additionally, if your tiny brain can't come up with anything more original than the EXTREMELY tired old "Faux News" phrase, you might want to stick to "I know you are, but what am I" in the schoolyard and leave this area for evolved intellect. Most people who post that BS are simply trolls, trying to stir up arguments because they have nothing of real intellectual value to contribute. Therefore, you won't be allowed to troll here if all you want to do is jump at a chance to attack Fox News and the majority of informed Americans. Fox and Fox viewers find the lack of education exhibited by the individuals in this video shocking and disturbing. If you and YOUR news channel see this as "acceptable" and "nothing to see here", maybe you should invest in a mirror and a new "news" channel before spouting ignorant insults!

©2014 FOX News Network, LLC. All rights reserved.

Ist Demokratie überhaupt möglich? [13:19]

Veröffentlicht am 27.07.2015
Insbesondere direkte Demokratie kann nicht funktionieren, so Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin an Hand einer mathematischen Tabelle. Stimmt das?

Gesetze werden in einer Demokratie von gewählten Volksvertretern beschlossen. In Deutschland gibt es direkte Demokratie nur auf kommunaler und Länderebene. Immer mehr Bürger fordern bundesweite Volksentscheide. Bringen die Abstimmungen automatisch das erhoffte Mehr an Demokratie?

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Philosoph erklärt Demokratie.


Condorcet, der seit 1769 Mitglied der Pariser Académie des Sciences war, wurde 1776 zu ihrem ständigen Sekretär ernannt. Er stand den Enzyklopädisten nahe und war ab 1782 Mitglied der Académie française. 1786 heiratete er die Autorin und Übersetzerin Sophie de Grouchy (1764–1822); diese wurde später für den von ihr geführten, einflussreichen politischen Salon bekannt, außerdem galt sie als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit[1]. 1792 wurde Condorcet in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Von 1786 bis 1793 war er auswärtiges Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften[2] und von 1776 bis 1792 Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg.[3]
Seine wichtigsten wissenschaftlichen Beiträge waren seine Arbeiten zur Wahrscheinlichkeitsrechnung und zur mathematischen Philosophie, ferner zur Analysis und zum Dreikörperproblem (1768). Entscheidend für die Entwicklung der Wahrscheinlichkeitstheorie war seine 1785 veröffentlichte Abhandlung Essai sur l'application de l'analyse à la probabilité des décisions rendues à la pluralité des voix.
Condorcet entwickelte die Condorcet-Methode (zur Durchführung und Auswertung von Wahlen von einem unter mehreren Kandidaten; einer seiner damaligen Konkurrenten war Jean Charles Borda). Er ist bekannt für das Condorcet-Paradoxon, wonach es möglich ist, dass eine Mehrheit die Option A gegenüber einer Option B bevorzugt, zugleich eine Mehrheit die Option B gegenüber einer Option C bevorzugt und dennoch eine Mehrheit die Option C gegenüber der Option A bevorzugt. (Marie Jean Antoine Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet, Leben, Wikipedia)

neulich bei einer Umfrage... [1:56]

Hochgeladen am 10.02.2012
Bei einer Umfrage in der Leipziger Innenstadt stößt unsere Reporterin auf die Antwort zur Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest...

Sehen Sie hier die Originalumfrage, aus der dieses Interview stammt:
http://www.videowerkstatt.net/videos/...
info tv leipzig - das lokale Nachrichten- und Unterhaltungsprogramm für Leipzig:
Besuchen Sie uns auf http://www.info-tv-leipzig.de/news-po...
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(gottseidank hat der keinen Bikini an!)
 HauptartikelSocial Learning
Nach Ansicht von Pädagogen führen die Chancen und Herausforderungen weltweiter Kommunikation vermittels neuer Technologien zu neuen Herausforderungen für Bildung und Weiterbildung. Demzufolge müsse die Pädagogik mehr Wert auf abstrakte Kompetenzen legen, wozu Kommunikationsfähigkeit, explorative Kompetenz, situierte Kognition, kooperatives Lernen und gemeinsame Wissenskonstruktion gehören. Die gesellschaftlichen Veränderungen in Richtung einer Wissensgesellschaft und die damit einhergehenden Anforderungen an einen verantwortungsvollen und selbständigen Umgang mit vielfältigen Wissensquellen, würden auch eine Neuorientierung in der Weiterbildungslandschaft notwendig machen.[3] Folgt man dieser Prämisse, so muss Wissen in Zukunft stärker problembezogen erworben und nicht nur konsumiert, sondern auch selbst konstruiert werden. Das Internet bzw. Online-Communities bieten nach Auffassung von Pädagogen und Psychologen neuartige Vehikel für die soziale Konstruktion von Wissen.[4][5]Als Modell für eine Struktur, die zur effektiven Wissenskonstruktion führt, bietet sich nach Ansicht von Kognitionswissenschaftlern das Gehirn an.[6] Laut dem Pädagogen Jean-Pol Martin werde im gegenwärtigen Forschungs- und Ausbildungssystem Wissen immer noch von Experten gehortet und an Eingeweihte über Monographien und wissenschaftliche Artikel weitergeleitet. Das auf diese Weise präsentierte Wissen werde von den Abnehmern, die sich in der Regel keine höhere Kompetenz als dem Verfasser zuschreiben, weder in Frage gestellt, noch durch eigene Beiträge angereichert. Die neuen Kommunikationsmittel beteiligten dagegen ungleich mehr Menschen. So werde in der neuen Wissensgesellschaft die Produktion von Wissen in einem dynamischen Prozess kontinuierlicher Präsentation, Prüfung und Speicherung demokratisiert. Das Konzept Lernen durch Lehren (LdL) weitet Martin auf die kollektive Konstruktion von Wissen im Internet aus, vor allem um explorative Kompetenzen sowie „Netzsensibilität“ zu fördern.[7] (Gemeinsame Wissenskonstruktion, Die Wissensbasierung als Herausforderung für die Pädagogik: kooperatives Lernen, Wikipedia, Hervorhebungen – siehe auch das nächste Video – von mir)
Junge legt sich mit Lehrer an [3:03]

Veröffentlicht am 28.03.2013
Das Video ist schon gut 1 Jahr her. Wir haben noch mehr solche Videos. Falls sie euch gefallen werden mehrere reingestellt :D Demnächst wird man mehr von uns hören. 


«…denn die Massen sind träge und uneinsichtig, sie lieben den Triebverzicht nicht». (Sigmund Freud, zit. in Meyhöfer, Eine Wissenschaft des Träumens, zit. in Vor 155 Jahren: Sigmund Freud wird geboren, Post, 08.05.2011)

vergleiche:
- Föhn mich nicht zu (Post, 05.09.2010)

We Love Russia 2015 - Russian Fail Compilation #28 [6:05]

Veröffentlicht am 07.01.2015
We Love Russia 2015 - Russian Fail Compilation #28 - Enjoy the Video,
Please Share, Like and Comment. Thanx))
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Music:
1. Disfigure - Hollah! [NCS Release]
https://www.youtube.com/watch?v=m0ZXo...
Disfigure
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➞ Twitter https://twitter.com/disfiguremusic
2. Tobu & Marcus Mouya - Running Away [NCS Release]
https://www.youtube.com/watch?v=nQT_2...
Tobu
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➞ SoundCloud https://soundcloud.com/7obu
➞ Twitter https://twitter.com/tobuofficial
➞ YouTube https://www.youtube.com/user/tobuoffi...
Marcus Mouya
➞ Facebook https://www.facebook.com/MarcusMouya
➞ SoundCloud https://soundcloud.com/marcusmouyaoff...
➞ Instagram http://instagram.com/marcusmouya

Seilbahngesetz | EXTRA 3 | NDR [2:21]

Veröffentlicht am 19.07.2012
Eine Seilbahn in Schwerin -- da müsste Mecklenburg-Vorpommern ja ein Seilbahngesetz haben? Fragte sich Martina Hauschild schon 2004.

Alfons - Homo-Ehe [2:39]

Hochgeladen am 21.11.2010
Ein Beitrag von 2003

vergleiche:
- Unscharf denkt sich’s schneller (Post, 02.06.2015)

Zu Gast im Studio: Alfons über die Skandalkultur | extra 3 | NDR [4:05]

Veröffentlicht am 20.02.2014
Während in Deutschland bei einem Skandal nur gefragt wird, wer, was, wann gemacht hat, heißt es in Frankreich sofort: Wer hatte was, mit wem? Alfons über die kleinen Unterschiede. 

Wie lautete die Frage in obigem Video nochmal?
»Ist Demokratie überhaupt möglich?«
Ich würde vermuten, daß sich der Marquis de Concordet angesichts dieser Frage – und angesichts des IQ und des (Des-)Interesses der betroffenen Menschen – heutzutage umgehend in psychotherapeutische Behandlung begeben würde.
Deshalb würde ich vorschlagen, die Beantwortung solcher Fragen in Zukunft US-Politikern im Präsidentschaftswahlkampf, NATO-Generalsekretären oder auch Chefs vom Dienst des österreichischen Standard zu überlassen. (siehe: Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit, Post, 27.11.2014)

Die Meinung der Arbeiter über Studenten der 68er-Bewegung [0:42]

Veröffentlicht am 21.08.2012
Gegen-Sozialismus.jimdo.com

»Irgendwie wollten die Arbeiter nicht das richtige Klassenbewußtsein eintwickeln. Vielleicht wollten sie lieber einen Opel Kadett… Dutschke & Co. hofften auf ein Proletariat, das es nicht gab.«

KEITH EMERSON BAND "Karn Evil 9 (1st Impression, Part 2)" (official video live) [5:22]

Hochgeladen am 06.09.2011
A classic by ELP by Keith Emerson Band featuring Marc Bonilla.

The self-titled studio album and the live album "Moscow" by the Keith Emerson Band are available on earMUSIC CD and DVD.
This live video can be found on the limited edition´s bonus DVD of the studio album.

ausführlicheres zu einem der größten Stücke des progressive Rock:
Karn Evil 9 – eine musikalische Beschreibung der Menschheitsgeschichte (Post, 27.01.2016)