Mittwoch, 10. Mai 2017

Vergesst Trump, lest Spitzer!

Wenn von „Ansteckung" die Rede ist, dann denken wir an Bakterien, Viren und andere Erreger, die Krankheiten übertragen. Man spricht dann auch von einer Infektion durch bestimmte Erreger. Diese ist nicht nur vom Typ des Erregers, sondern auch vom Immunsystem der angesteckten Person abhängig, denn nicht jede Übertragung von Erregern führt zu einer Infektion. Zudem können auch völlig harmlose Erreger übertragen werden, beispielsweise Keime, die wir alle in der Haut, im Mund oder Darm mit uns herumtragen. Umgekehrt kann Leiden auch ohne Krankheitserreger an andere Menschen weiter gegeben werden. Meint man diese Übertragung ganz unabhängig vom Mechanismus, so spricht man von Kontagiosität. Sie ist eine Größenangabe der Wahrscheinlichkeit, dass es durch Kontakt zu einer Übertragung der Krankheit (wie auch immer) auf eine andere Person kommt. 

Mit dem Phänomen der sozialen Ansteckung hat sich die Wissenschaft - Soziologie, Psychologie, Medizin, Ökonomie und zuletzt die Informatik - seit geraumer Zeit beschäftigt. Im Extremfall spricht man von Massenhysterie, bei der bestimmte Krankheitssymptome auftreten, die durch soziale Ansteckung bedingt sind. Eine Reihe solcher hysterischer Epidemien sind bekannt und in der medizinischen Fachliteratur beschrieben (20, 32). 

Auf den ersten Blick mag es widersprüchlich erscheinen, dass Einsamkeit ansteckend sein soll. Wie kann man von jemandem angesteckt werden, der allein ist? Versteht man unter Einsamkeit jedoch das Erleben von sozialer Isolation ( und nicht die soziale Isolation selbst, die gar nicht gegeben sein muss), so wird durchaus widerspruchsfrei denkbar, dass sich dieses Erleben durch soziale Interaktion auf andere übertragen kann. 

Auch Verhaltensweisen wie Juckreiz und das sich Kratzen oder Gähnen können ansteckend sein (19). Man spricht hier von Verhaltensansteckung (engl.: behavioral contagion), bei Gefühlserlebnissen wie beispielsweise ansteckender Heiterkeit oder ansteckendem Unmut hingegen von emotionaler Ansteckung (emotional contagion). In der Finanzwelt spricht man von financial contagion, und meint damit, dass Finanzkrisen deshalb so tückisch sind, weil alle das Gleiche fühlen und tun und genau dadurch die Krise überhaupt erst entsteht: 


Wenn alle Geld abheben, weil alle Angst haben, das Geld würde knapp, kommt es aufgrund von emotionaler (die Angst der anderen wird zu meiner Angst) und verhaltensmäßiger (die anderen gehen zur Bank, also gehe ich auch zur Bank) Ansteckung zum Desaster. Denn erst die Ansteckung bewirkt, dass die Angst und das Verhalten tatsächlich berechtigt sind: Wenn alle Angst um ihr Geld haben und es vom Konto abheben, wird es tatsächlich knapp! 

Im Extremfall spricht man von Massenhysterie, bei der bestimmte Krankheitssymptome durch soziale Ansteckung bedingt sind.
Abb. 1 Nongqawuse (rechts) im Alter von 15 
oder 16 Jahren (gemeinfrei). Das Bild zeigt ein 
weiteres Mädchen, die 11-jährige Nonkosi, das 
die Nachricht von der bevorstehenden Auferstehung 
ebenfalls verbreitet und damit zur menschlichen 
Tragödie beigetragen hat. Beide tragen nicht 
ihre normale Kleidung, sondern wurden von der 
Frau des sie beide verhörenden Offiziers für das 
Foto eingekleidet.


Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Weltbevölkerung glaubt an die Auferstehung der Toten. Einem aufgeklärten Christen erscheint dies harmlos, aber nicht immer war das so. Betrachten wir ein Beispiel, das sich im Frühling 1856 in Südafrika ereignet hat. Ein Mädchen namens Nongqawuse holte Wasser aus einem Teich. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie ihrem Onkel, dass sie am Teich drei Geister gesehen habe, die ihr aufgetragen hatten, den Menschen in ihrem Dorf zu erzählen, dass die Toten auferstehen würden, wenn der gesamte Stamm (das waren über 100.000 Menschen) das gesamte Vieh (mehr als 400.000 Tiere) töten würde. Zunächst glaubte ihr niemand, aber schon einen Tag später hatte ihr Onkel eine ähnliche Erscheinung und erzählte sie den Häuptlingen und vielen Mitgliedern des Stammes. Daraufhin wurden etwa 400.000 Tiere tatsächlich geschlachtet, was eine Hungerkatastrophe und den Tod von mehr als 80.000 Menschen (über drei Viertel des gesamten Stammes!) nach sich zog.
mehr:
- Soziale Ansteckung (Manfred Spitzer, Editorial in der Zeitschrift Nervenheilkunde, Nr. 5/2017)

Verzeichnis der Editorials von Manfred Spitzer in der Zeitschrift Nervenheilkunde (Post, 04.12.2009)

Preisfrage:
Wieso kommt Manfred Spitzer darauf, einen solchen Artikel zu verfassen?

Dienstag, 9. Mai 2017

Egal wie bescheuert wir sind, wir sind das Volk!

Rettungshelfer eilen zu einer Reihe von Unfällen bei Schwabach. Doch dann ist kein Durchkommen: Anstatt eine Rettungsgasse zu bilden, haben viele Autofahrer ihr Fahrzeug verlassen, um "zu gucken". Die Polizei ist entsetzt: Es geht um Menschenleben.

Auf der Autobahn A6 in Bayern sind die Einsatzkräfte am Vormittag kurz vorm Verzweifeln: Sie wurden zu verschiedenen Auffahrunfällen gerufen, doch kommen erst gar nicht zum Unfallort durch. Dicht an dicht stehen Lastwagen auf der rechten Spur. Sie müssen erst umrangiert werden, damit wenigstens im Ansatz eine Rettungsgasse gebildet werden kann.

Einige Auto sind verlassen. Die Fahrer haben sich mit ihren Handys zur Unfallstelle begeben, um Schnappschüsse von einem Getränkelaster zu machen, dessen Ladung - vor allem Getränke-Dosen - sich quer über die Fahrbahn verteilt hat. Bei der Unfallserie in der Nähe von Schwabach in Mittelfranken wird der Fahrer eines Kleintransporters schwer verletzt und muss mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

mehr:
- Unfallserie auf A6 in Bayern: Dutzende Gaffer blockieren Rettungskräfte (n-tv, 08.05.2017)

siehe auch:
- Wanderer wollen nicht von Helikopter gerettet werden (n24, 03.05.2017)
Rettungskräfte schauen Lkw-Fahrer beim Crash zu (n24, 05.05.2017)
- Wegen gestrichener Flüge - Passagiere prügeln sich an US-Flughafen (SPON, 09.05.2017)
- "Naked Attraction" – "Gucke mal, ein beschnittener Penis" (Verena Maria Dittrich, n-tv, 09.05.2017)
- Seelenlose Architektur – Zürich verschandelt sich selbst (Roman Hollenstein, Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2017)

siehe auch:
- Deutsche Leitkultur – Wir sind viel zu zurückhaltend (Jörg Bong, SPON, 07.05.2017)

natürlich darf auch DAS deutsche Qualitätsblättchen nicht fehlen:
- Streit um Bild-Aufnahmen: Grönemeyer ringt mit Reportern vor Gericht (n-tv, 10.05.2017)

und auch nicht der Feminismus:
- Stilkolumne: Hehre Motive (Tillmann Prüfer, ZON, 10.05.2017)
Damenmode unterstützte die Vorstellung vom "schwachen Geschlecht". Die Zeiten sind vorbei. Heute tragen Frauen ihre politischen Forderungen als Druck auf dem T-Shirt.
- Busenblitzer war gestern: "Underboob" ist der neueste Trend (n-tv, 09.05.2017)
Diese Busenblitzer sind kein Versehen. Konnte man bisher nicht genug V-Ausschnitt tragen, um Einblick zu gewähren, trägt die modische Frau von heute ja nun bauchfrei. Dabei kann es dann zum neuen Look des "Underboob" kommen, also dem Dekolleté von unten.
Busenblitzer ziehen immer. Das war bei Janet Jacksons Nippelgate-Auftritt 2004 so und ist heute nicht anders. Nur wird die Brust heute nicht mehr vermeintlich versehentlich entblößt, sondern mit voller Absicht: Underboob heißt der Trend, der die Promi-Welt im Sturm erobert hat. Unter XXXS-Oberteilen oder Mini-Bikinis blitzt der untere Teil der Brust hervor, am besten inszeniert auf einem von unten geschossenen Instagram-Foto.

Ins Rollen gebracht haben den Trend, den es bei sexy Fotoshootings übrigens schon länger gab, die Meister der Sex-sells-Inszenierung: die Kardashian-Jenner-Schwestern. Kim Kardashian posierte schon im letzten Sommer mit Underboob - nicht zu verwechseln mit ihrem unübersehbaren Pracht-Hinterteil - und auch die Schwestern Kendall, Kylie, Khloé und Kourtney machten schnell mit. Andere Stars und Blogger ließen sich die garantierte Aufmerksamkeit natürlich nicht entgehen, zerschnitten ihre T-Shirts auf Mikrogröße und hielten ihre halbe Brust in die Kameras.
 
Sex sells, Häme auch:
- Wie die Sexvideos einer Frau gegen ihren Willen viral gingen – und sie sich dann umbrachte (Barbara Bachmann, Krautreporter, 14.05.2017)

siehe aber auch: 
- Ehrenamt: Alt macht neu (Astrid Geisler, ZON, 12.05.2017)
- Diese Fußballerinnen haben bei einem Turnier alle Jungs weggebolzt (Anna Christin Koch, ze.tt, 12.05.2017)
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Sonntag, 7. Mai 2017

Wirtschaftseliten: ohne Bezug zur gesellschaftlichen Realität?

Pink Floyd - Money (Official Music Video) {4:43}   Text(Songtxte.com)   Übersetzung (ebda)   Meaning (Planckmachine)

Veröffentlicht am 25.06.2014
The official promo video for 'Money' by Pink Floyd, taken from the album 'The Dark Side Of The Moon'

Originally released in 1973, 'The Dark Side of The Moon' became Pink Floyd's first number 1 album in the US, remaining on the chart for 741 weeks between 1973 and 1988. One of the best-selling and most critically acclaimed albums of all time, The Dark Side of The Moon also introduced the iconic album cover artwork by Hipgnosis, after a request for a 'simple and bold' design.

The album was re-mastered in 2011 and Discovery (1CD), Experience (2CD), Immersion (6CD) and vinyl editions are currently available. Go to http://www.whypinkfloyd.com for more details.

Discovery edition CD: http://smarturl.it/dsotmdisc
Experience edition CD: http://smarturl.it/dsotmexp
Immersion edition : http://smarturl.it/dsotmimm
Vinyl edition: http://smarturl.it/dsotmvinyl
Discovery iTunes: http://smarturl.it/dsotmdiscit
Experience iTunes: http://smarturl.it/dsotmexit
Spotify: http://smarturl.it/dsotmspot Pink Floyd The Early Years 1965-1972

Pelzig erklärt Goldman Sachs {9:19}
Veröffentlicht am 19.11.2012
Noch Fragen ?
Goldman sachs Doku : http://www.veoh.com/watch/v42406152yh...
Quelle : ZDF - Neues aus der Anstalt vom 13.11.2012

Eliten haben im Moment keinen guten Ruf und stehen unter besonderer Beobachtung - auch die Wirtschaftseliten. Aber wer gehört dazu? Und sind die Chefs der großen Konzerne wirklich die "Global Player"?
mehr:
- Wirtschaftseliten: Die da oben (3sat, 05.05.2017)

Wirtschaftseliten Die da oben {21:13}
Veröffentlicht am 07.05.2017
politik, eliten, deutschland, geldsystem, russland, usa, syrien, nato, demokratie, ezb, obama, ttip, ukraine, krieg

Too Big To Fail: Trailer # 4 (HBO Films) {1:11}

Hochgeladen am 16.05.2011
Subscribe to HBO: http://itsh.bo/10qIqsj

Too Big to Fail - Top Bankers {1:15}

Veröffentlicht am 24.03.2013

Too Big to Fail clip {2:04}

Veröffentlicht am 10.04.2013

Documentary The Last Days Of Lehman Brothers Moral Hazard 2008 {59:04}

Veröffentlicht am 28.07.2014
The heads of Wall Street's biggest investment banks were summoned to an evening meeting by the US Treasury Secretary, Hank Paulson, to discuss the plight of another - Lehman Brothers. After six months' turmoil in the world's financial markets, Lehman Brothers was on life support and the government was about to pull the plug. Lehman CEO, Dick Fuld, recently sidelined in a boardroom coup, spends the weekend desperately trying to resuscitate his beloved company through a merger with Bank of America or UK-based Barclays. But without the financial support of Paulson and Lehman's fiercest competitors, Fuld's empire - and with it, the stability of the world economy - teeters on the verge of extinction.

siehe auch:
- Lobbyismus: Delikate Beziehung (3sat, 05.05.2017)
- The damage done by the EU’s revolving doors (Harry Blain, OpenDemocracy.Net, 26.09.2016)
Lobbyisten - die stille Macht im Land (SWR Fernsehen, 03.12.2014)
Lobbyisten - die stille Macht im Land (gleichnamiger Begleittext, SWR Fernsehen, 03.12.2014, beachte das Interview mit Bernd Hartmann, die »Informationen zum Herunterladen und die »weiterführenden Links«!, wie auch den folgenden Link:)
- Inklusive Verwaltung – Der vorübergehende Seitenwechsel aus der Privatwirtschaft in den Staatsdienst (Bernd Hartmann, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste, gefunden beim SWR-Fernsehen, 07.11.2012, PDF)
- Das Versagen der Eliten (Corinna Emundts, Deutschlandfunk, 25.05.2008)
- Eliten zwischen Alter und Neuer Politik – Konstanz und Wandel der Konfliktlinien in den Eliten der Bundesrepublik (Ursula Hoffmann-Lange, Kooperativer Bibliotheksverbund, Berlin-Brandenburg, Datum unbekannt, direkter PDF-Download)
- Ursula Hoffmann-Lange, Eliten, Macht und Konflikt in der Bundesrepublik (Verlag Leske+Budrich, Opladen, 1992, GoogleBooks)

siehe ebenfalls:
- Michael Hartmann (Soziologe) [Wikipedia] (Interview-Partner in der obigen 3sat-Doku)
im Wikipedia-Eintrag (abgerufen am 07.05.2017) wird u.a. auf die beiden folgenden Arbeiten Hartmanns hingewiesen:
- Deutsche Eliten: Die wahre Parallelgesellschaft? (Aus Politik und Zeitgeschichte, bpb, 01.04.2014)
- Eliten in Deutschland (Aus Politik und Zeitgeschichte, gefunden im Webarchiv des Bundestages, bpb, 01.03.2004)

Pink Floyd - " Us and Them " {7:06}   Text (Songtexte.com)   Übersetzung (Songtexte.com)   Songfacts

Veröffentlicht am 30.04.2015
Live at Earl's Court London 1994
Pink Floyd on their 1973 album The Dark Side of the Moon. The music was written by Richard Wright and lyrics by Roger Waters and it is sung by David Gilmour, with harmonies by Wright.


Thema Arbeit: Berichterstattung mit blinden Flecken und Nebelkerzen

Hans-Jürgen Arlt im Interview über die blinden Flecken im Journalismus beim Thema Arbeit
Über die Digitalisierung berichten Medien, "als seien alle Getriebene, als sei ein Wettlauf im Gang, dessen Beginn, dessen Verlauf und dessen Ziel niemand kennt, aber alle rennen so schnell sie können und werden in den Medien auch dazu aufgefordert zu rennen". Das sagt Hans-Jürgen Arlt im Interview mit Telepolis, der für die Otto-Brenner-Stiftung die Kurzstudie Die Zukunft der Arbeit als öffentliches Thema. Presseberichterstattung zwischen Mainstream und blinden Flecken ausgearbeitet hat.

Zusammen mit dem Journalisten Martin Kempe und dem Sozialwissenschaftler Sven Osterberg konzentriert sich Arlt auf die Berichterstattung großer Medien im Hinblick auf den gewaltigen Umbruch der Arbeitsgesellschaft, wie er derzeit zu beobachten ist. 360 Artikel der Jahrgänge 2014 und 2015 von Medien wie etwa dem Spiegel, der Zeit oder der Süddeutschen Zeitung, haben die drei Autoren analyisert.

Eines der Ergebnisse lautet: Medien berichten zwar facettenreich, wenn sie das Thema Arbeit aufgreifen, allerdings übernehmen Journalisten immer wieder stark die Perspektive der Wirtschaft, die sich vor allem an Proftimaximierung und Effizienz interessiert. "Nur ganz selten wird die Perspektive umgedreht, wird gefragt, wie die computergestützte Wirtschaft zu guter Arbeit, zu einer guten Gesellschaft, zu gutem Leben beitragen kann", sagt Arlt.

Im Interview geht Arlt, der als Honorarprofessor am Institut für Theorie und Praxis der Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin tätig ist, auf die blinden Flecke der Berichterstattung beim Thema Arbeit näher ein und blickt mit einem kritischen Auge auf die weitere Entwicklung: "Wenn die Arbeit dem Selbstlauf der Wirtschaft überlassen wird, sind Krisen und Katastrophen vorprogrammiert."

mehr:
- Eine Berichterstattung, die ausblendet und Nebelkerzen wirft (Hans-Jürgen Arlt im Interview mit Marcus Klöckner, Telepolis, 05.05.2017)

Samstag, 6. Mai 2017

Vor 20 Jahren - Mai 1997: Sturz von Präsident Mobutu in Zaire

König der Kleptokraten 

Mit westlicher Hilfe errichtete er eine der korruptesten und am längsten bestehenden Diktaturen Afrikas. Joseph-Désiré Mobutu (1930 bis 1997), Offizier der belgischen Kongo-Armee, stieg nach der Unabhängigkeit Kongos 1960 im Regierungsapparat auf. Er nutzte die Rivalität unter den Spitzenpolitikern und putschte sich im November 1965 an die Macht. Mit äußerster Brutalität hielt er das Land zusammen und vernichtete alle Kritiker – einige ließ er den Krokodilen vorwerfen. Als Antikommunist strich er üppige Hilfsgelder, insbesondere aus den USA, ein. Der Präsident und sein Clan bereicherten sich maßlos (»Kleptokratie«). 
Mobutu Sese Seko bei einer Pressekonferenz vor seinem Sturz im Mai 1997;
der Diktator Zaires trug gern Mützen aus Leopardenfell
1971 ließ der mit Leopardenfellmütze und Fliegenwedel auftretende Autokrat sein Land in Zaire und seinen Namen in Mobutu Sese Seko Kuku Ngebendu wa za Banga »der Krieger (oder Hahn), der von Eroberung zu Eroberung schreitet, ohne Angst zu haben« umbenennen. In einem bizarren Personenkult kündigten Ausrufer hymnisch von seiner kriegerischen und sexuellen Potenz. 

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts rückten die westlichen Verbündeten von Mobutu ab. Rebellengruppen gewannen an Boden und eroberten im Mai 1997 die Hauptstadt Kinshasa. Der bereits schwer kranke Präsident floh mit seinen Ehefrauen und Schätzen nach Marokko, wo er im September seinem Krebsleiden erlag. 

 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

Peter Scholl-Latour - Afrikanische Totenklage - Globalisierung - Doku Teil3von9 {9:49}
Hochgeladen am 18.09.2009

Freitag, 5. Mai 2017

Wie die Massenmedien Meinung lenken

"unstrittig" vs. "umstritten" - Wie die Massenmedien Meinung lenken {15:48}

NuoViso.TV
Am 05.05.2017 veröffentlicht 
Als Dr. Michael Lüders, der bekannte Nah-Ost-Experte, am 5. April 2017 bei Markus Lanz seine Sicht der Dinge zum Giftgasangriff in Syrien erklärte, war der Moderator Lanz sichtlich beeindruckt von dieser Darstellung, entsprach sie doch gar nicht dem gewohnten transatlantisch verordneten Weltbild. Dr. Lüders erwähnte Vergleiche zum Giftgasangriff in Syrien von 2013, bei dem bis heute die wahre Täterschaft weiter unklar sei, genauso wie jetzt beim jüngsten Anschlag mit Giftgas in Syrien nicht mit vollkommener Sicherheit die Täterfrage geklärt sei.
So viel Abweichung vom Syrien-Narrativ der Massenmedien war dann wohl doch etwas zu viel, denn seit diesem Tag lässt sich eine Kampagne in den Massenmedien gegen Dr. Lüders erkennen. Den Auftakt dazu lieferte am 9. April 2107 die Moderatorin Anne Will, die Dr. Lüders mit einer ungewöhnlichen Berufsbeschreibung in ihrer Sendung vorstellte. Plötzlich war er kein Nah-Ost-Experte mehr, sondern ein Geschäftsmann, der durch seine abweichenden Analysen finanziell profitiert. Wer Vita und Expertise von Dr. Lüders kennt, konnte sofort erkennen welch hinterhältiger Angriff hier stattfand. Da die von ihm vorgebrachten Fakten schwerlich zu widerlegen sind, wird nach altem Rezept ein persönlicher Angriff gestartet und genau so eine konzertierte Aktion lässt sich nun beobachten. Zeitungen wie die FAS oder auch Spiegel-Online oder das Medienportal MEEDIA bedienen sich jetzt der Vokabel „umstritten“, wenn sie über Dr. Lüders berichten. Dies ist die Vorstufe zum Verschwörungstheoretiker und wird gern verwendet, um Themengebiete zu einem geistigen Sperrgebiet zu erklären. Wird jemand unbequem, dass gilt er eben als umstritten. Aber wenn neue Nachrichten Unruhe verursachen, dann sollte man sich nicht auf die Überbringer der Nachricht stürzen, sondern man sollte sich zuerst die Unruhestifter genauer ansehen.
Dass es auch anders geht, konnte man am 24. April bei der ARD sehen, als die Reportage „Tod einer Polizistin“ gezeigt wurde. Es ging um den Fall der 2007 ermordeten Polizistin Michele Kiesewetter. Der Film überraschte mit auffallend guter Recherche und brachte wirklich erstaunliche Fakten zu Tage, denn die Anzahl der Unstimmigkeiten bei diesem Fall macht einen doch sehr nachdenklich. Augenzeugen, deren Aussagen nicht aufgenommen wurden, Polizisten, die sich bei späteren Befragungen an nichts mehr erinnern wollten, Zeugen des Vorfalls, die plötzlich versterben usw, usf. Es entstand der Eindruck, dass gewisse Kreise auf keinen Fall wollen, dass der Fall je aufgeklärt wird und man den Mord an Michele Kiesewetter in die rechte Szene abschieben wollte. Der Fund der Mordwaffen im Wohnmobil des NSU-Trios erscheint unter diesen Umständen in einem ganz anderen Licht.
Gute Recherche, Aufklärung, alles was man von den Medien eigentlich erwarten sollte, präsentierte die ARD in dieser Dokumentation. Aber schon einen Tag später werden auch diese Filmemacher schon wieder angegriffen. Zu viel Wahrheit ist wohl nicht erwünscht ….
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WIR BRAUCHEN DEINE UNTERSTÜTZUNG!
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Seit vielen Jahren produziert NuoViso.TV finanziell aufwändige aber für den Zuschauer meist kostenfrei Inhalte. Bitte unterstützt uns dabei, damit wir nicht nur weiterhin, sondern zukünftig noch bessere Arbeit machen können.
Am besten unterstützt Du uns mit einem http://nuoviso.tv/premium-abo/
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„Unser Reichtum hat auch Schattenseiten“

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Donnerstag, 4. Mai 2017

Correctiv – Professionelle Heuchelei

Der Blick hinter die Fassade offenbart: Das Journalistenbüro Correctiv ist alles andere als unabhängig, aufklärerisch und investigativ.

Kommentar zum Bild: "Das Foto zeigt ein Gebäude in der Altstadt von Montpellier, bei dem der größte Teil der Fassade gemalt (oder foliert) ist. Auch die Spiegelung der gegenüberliegenden Kirche ist gemalt. Das Verrückte ist: Man steht da und schaut auf das Haus und kann kaum unterscheiden, wo echte Mauern, Fenster und Leute sind, und wo diese nur gemalt und also 'Fake' sind. So ist es mir auch mit Correctiv ergangen, vor allem mit den Artikeln zu Putin und MH17. Es wirkt erstmal alles schlüssig und bewiesen, bis man genauer hinsieht."
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In einer Zeit, in der Fakten, Quellencheck und Hintergrundrecherche in etablierten Medien immer weniger gefragt sind, investigative, herrschaftskritische Journalisten und Wissenschaftler aus Redaktionen und Universitäten gedrängt werden und bestenfalls unter sehr prekären Bedingungen ihre Aufklärungsarbeit fortsetzen können, in einer Zeit, in der kritische Geister durch Querfront-Vorwürfe mundtot gemacht werden (sollen), taucht im Sommer 2014 ein sich „CORRECT!V“ nennendes Recherchebüro auf, das a) innerhalb kürzester Zeit aufwändige Rechercheprojekte abschließt, die es b) kostenfrei den Redaktionen zur Verfügung stellt, die c) in den Mainstreammedien breit und unkritisch rezipiert werden und das d) innerhalb weniger Monate renommierte Journalistenpreise erhält, wie zum Beispiel den Grimme Online-Award für die Webreportage zum Abschuss des Malaysischen Verkehrsflugzeugs MH17 über der Ukraine. Zuletzt war Correctiv Gegenstand der Berichterstattung, nachdem Facebook angekündigt hat, in Deutschland Correctiv mit der Markierung von Fake-News zu beauftragen. Dieses an sich schon fragwürdige und von Paul Schreyer als „Privatisierung der Zensur“ bezeichnete Vorhaben steht und fällt vollends mit der Seriosität der beauftragten Kontrollstelle.
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Redaktionelle Vorbemerkung: Die Recherche von Elke Schenk zu Correctiv erscheint als Vierteiler. Beim hier vorliegenden Text handelt es sich um den ersten Teil. Den zweiten Teil lesen Sie hier, den dritten hier, den vierten hier.

Im Folgenden möchte ich das Selbstbild von Correctiv kritisch befragen. Dazu erscheint eine mehrteilige Serie bei Rubikon.

Zunächst untersuche ich Gründung und finanzielle Basis, Selbstverständnis und Ziele von Correctiv sowie die politische und berufliche Herkunft und Verbindungen des Personals in Redaktion, Geschäftsführung und Ethikrat.

Um zu einer fundierten Beurteilung von Correctiv zu gelangen, ist es zudem nötig, die Substanz der Enthüllungen zu prüfen, indem exemplarisch einige Rechercheprodukte einer argumentativ-inhaltlichen und rhetorischen Analyse unterzogen werden. Dies ist bislang nicht in der erforderlichen Tiefe geschehen.

Ein Schwerpunkt sind Correctivs Enthüllungen zum 'System Putin' und zum Abschuss der malaysischen Verkehrsmaschine MH17 im Sommer 2014. Die Ergebnisse sollen eine weitere Beurteilungsgrundlage liefern, ob Correctiv unabhängig vom traditionellen Medienbetrieb und von Machteliten ist und ob die „Recherche“ergebnisse als sachlich fundiert und aufklärerisch angesehen werden können.

Vor diesem Hintergrund wird die Rolle von Correctiv als Kontroll-Instanz für Fake-News betrachtet. Ein Fazit zu Vorgehensweise, Agenda und Einordnung von Correctiv schließt die Studie ab.
mehr:
- Professionelle Heuchelei (1/4) (Elke Schenk, Rubikon, 04.05.2017)
siehe auch:
- Bye-Bye Facebook! (Maren Müller, publikumskonferenz.de, 09.04.2017)
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Heute vor 47 Jahren – 4. Mai 1970: Das Kent-State-Massaker

Beim Kent-State-Massaker (englisch Kent State ShootingsKent State Massacre) wurden am 4. Mai 1970 an der Kent State University in den USA vier Studenten erschossen und neun teils schwer verletzt, als die Nationalgarde des Staates Ohio während einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg das Feuer auf die Menge unbewaffneter Demonstranten eröffnete. Bis heute wurde niemand dafür zur Verantwortung gezogen. 
[Kent-State-Massaker, Wikipedia, zuletzt abgerufen am 02.04.2018]
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siehe dazu:
- Vor vierzig Jahren: Das Kent State Massaker (Fred Mazelis, Patrick Martin, World Socialist Web Site, 15.05.2010)

ohio- neil young {2:59}

Hochgeladen am 21.01.2010
movie for a history project

The 1970 Kent State massacre {2:37}

Veröffentlicht am 01.06.2017
Contact inquiries@nextanimation.com to license this or any News Direct video
For story suggestions please contact tips@nextanimation.com.tw

Nearly five decades ago on May 4, the Ohio National Guard killed four people and wounded nine while trying to disperse an anti-war rally at Kent State University in Ohio. The four people killed were Kent State students. The event is remembered as one of the darkest tragedies of contemporary American history.

Kent State massacre 1970: National Guard shootings killed 4 students and wounded 9 - TomoNews {4:55}

TomoNews US
Am 04.05.2017 veröffentlicht
KENT, OHIO — On May 4, 1970 the Ohio National Guard killed four students while trying to disperse an unpermitted anti-war rally at Kent State University. Then-U.S. President Richard Nixon announced the Cambodian incursion on Thursday April 30, sparking anti-war demonstrations in campuses across the country. Lootings and violence prompted a State of Emergency in the city and the National Guard were mobilised over the weekend. The situation came to a head the following Monday when the guardsman tried break up a crowd of some 500 anti-war protesters, along with nearly 2,500 spectators. Their advances scattered much of the crowd, but some remained, so the guardsmen decided to return to their original position. However at least 28 of them turned on the crowd and started shooting. Four were killed and nine wounded in the 13-second volley of gunfire. -~-~~-~~~-~~-~- Please watch: "Crying dog breaks the internet’s heart — but this sad dog story has a happy ending" https://www.youtube.com/watch?v=4prKT... -~-~~-~~~-~~-~-

Refuses to Reopen Kent State Investigation {36:53}

Veröffentlicht am 25.05.2013
May 2012 Mike Alewitz, a Central Connecticut State University professor and eyewitness to the Kent State massacre of 1970 talks about the killings shortly after the Justice Department decided not to take a new look at the killings of students. After you hear his talk and look at his photos it's pretty obvious someone ordered the Guard to open fire on the few people in a near empty parking lot.

Four Dead in Ohio {22:33}

Hochgeladen am 05.05.2010
Subscribe to our channel http://bit.ly/AJSubscribe

Forty years after the campus shooting in Kent, Ohio that left four students dead, shot by US soldiers during an anti-war demonstration, the controversy has not died, and the site has become a listed historic place. A look at how the Kent State shooting impacted the course of the Vietnam war.

Orangeburg Massacre 1968 {4:20}

Veröffentlicht am 09.04.2014
The murder of 3 young men,Henry Smith, Samuel Hammond, Delano Middleton and the wounding of 27 young men and women in a incident on the campus of South Carolina State College, over two years before the Kent State shooting, has received limited exposure to this day.
Dean of Student Life at Ferris State University, Leroy Wright tells the story of the Orangeburg Massacre.
http://www.ferris.edu/htmls/news/jimc...

siehe dazu auch:
- 1968 riots (engl. Wikipedia – Google-Übersetzer)

Viola Liuzzo {10:09}

Veröffentlicht am 16.03.2012

The 1965 murder of James Reeb {5:14}

Veröffentlicht am 14.02.2013
The attack on and death of James Reeb helped draw national attention to the voting rights struggle. The death of a white minister drew the personal attention of President Lyndon B. Johnson. On March 15, President Johnson publicly advocated for the passage of a strengthened voting rights bill in a televised address to Congress. Congress subsequently passed the Voting Rights Act, and President Johnson signed it into law in August 1965.
http://www.ferris.edu/jimcrow/

Heute vor 130 Jahren – 4. Mai 1887: Emil Berliner erhält das Patent auf die Schallplatte

Berliners Schellack-Schätzchen 

Der aus Hannover stammende und 1870 in die USA ausgewanderte Emil Berliner (1851-1929) experimentierte leidenschaftlich gern mit elektrischen Geräten. 1876 erfand er ein Mikrofon und erhielt 1887 das Patent (No. 372, 786) auf einen scheibenförmigen Tonträger, die Schellack-Schallplatte. Sie wurde mit einem eigenen Abspielapparat (Grammofon) geliefert. Der Vorteil der Schallplatte gegenüber der Tonwalze Thomas Edisons war ihre Reproduzierbarkeit. 
Emil Berliner (r.) testet 1927 in seinem Labor
eine Maschine zur Herstellung von Schallplatten 
Die frühen Platten wurden aus Schellack mit Zusätzen aus Baumwollflocken, Schieferpulver und Ruß gepresst. Ab 1889 lief ihre Serienproduktion an. Nach 1900 wurde die Schallplatte zum Massenmedium und erhielt die bekannte Beschriftung durch Papieretiketten in der Mitte. Emil Berliner, der nach 1907 weitere Erfindungen, etwa Hubschrauber und Rotoren, anmeldete, gründete mehrere Schallplattenfirmen. Die Schellackplatte wurde im Westen bis 1955 und im Ostblock bis 1961 nahezu unverändert produziert. Dann setzte sich die leichtere Vinyl-Schallplatte durch. 

 Geschichte der Schallplatte
 • 1857: Phonautograph (Tonwalze) 
 • 1877: Edison-Phonograph - erste Wiedergabe von Schall 
 • 1887: Erste Schellack-Schallplatte mit Rillen (Berliner) 
 • 1889: Beginn der Serienproduktion von Schallplatten 
 • 1930: Erste Vinyl-LP 
 • 1931/58: Erste Schallplatte mit Stereoton 
 Harenberg -Abenteuer Geschichte 2017

Die Enstehung der Phonographie/Herstellung der Schellackplatte {13:59}
Veröffentlicht am 10.07.2016
Die Enstehung der Phonographie von Thomes Edison bis Emil berliner und seine Schallplatte

Herstellung einer Schellackplatte {2:47}

Hochgeladen am 19.06.2009
Herstellung einer zweiseitigen Schellackplatte im Jahre 1949.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Heute vor 180 Jahren – 3. Mai 1837: Otto I. gründet die Athener Universität

König Otto - ein gescheiterter Idealist 

Nach rund 500 Jahren türkischer Herrschaft in ihrem Land begehrten die Griechen ab 1821 auf. Viele europäische Staaten unterstützten ihren Freiheitskampf, darunter auch die Könige Bayerns. Als die unabhängigen Griechen 1831 nach einem Staatsoberhaupt suchten, war der 16-jährige Bayernprinz Otto von Wittelsbach (1815-1867) zur Stelle. Im Februar 1833 wurde er als Otto I. König der Hellenen. Der junge Regent brachte aus Bayern einen Stab fähiger Verwaltungsexperten mit, die alle wichtigen Posten im Land besetzten. Sie drängten die zerstrittenen Griechen, für deren Mentalität sie kein Verständnis aufbrachten, zur Seite. Auch das Militär wurde von Bayern und anderen Ausländern geführt. 

Der schwärmerische, vom deutschen Idealismus geprägte König gründete 1837 in Athen die Ottonische Universität – die heutige Nationale und Kapodistria-Universität – als erste neuzeitliche Universität des östlichen Mittelmeerraums. Sie hatte anfangs vier Fakultäten (heute sechs): Theologie, Jura, Medizin und Kunst. Weitere Großprojekte des Königs belasteten den Haushalt schwer und führten zum Staatsbankrott. Die weitgehend von der politischen Gestaltung ausgeschlossenen Griechen erhoben sich 1843 gegen die »Fremdherrschaft«. Ein zweiter Volksaufstand 1862 trieb den König außer Landes, Otto I. zog sich enttäuscht nach Bamberg zurück. Die Athener Universität hat heute mehr als 50.000 Studenten. 

 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

Die Bayern in Griechenland {26:10}

Veröffentlicht am 19.04.2014
Spurensuche einer deutsch-griechischen, bisher kaum bekannte Beziehung

Dresscode in Ost und West

Im Streit um das Kopftuchverbot für Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen in der Hauptstadt hat eine abgelehnte Bewerberin eine Entschädigung erstritten. Wegen Benachteiligung sprach ihr das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am Donnerstag 8680 Euro zu. Damit war die Berufung der jungen muslimischen Frau erfolgreich (Az. 14 Sa 1038/16). Laut Gericht war es eine Einzelfall-Entscheidung. 

Richterin Renate Schaude bezog sich im Urteil auf das Bundesverfassungsgericht. Das Berliner Neutralitätsgesetz müsse an dessen Entscheidungen ausgelegt werden. Das höchste Gericht hatte zuletzt im Januar 2015 ein pauschales Kopftuchverbot an nordrhein-westfälischen Schulen gekippt und die Bedeutung der Glaubensfreiheit betont. Allein vom Tragen eines Kopftuchs geht demnach keine Gefahr aus. 
mehr:
- Berliner Gerichtsurteil: Wegen Kopftuch abgelehnte Lehrerin bekommt Entschädigung (Kölnische Rundschau, 09.02.2017)

siehe auch:
- Zu wenig Haut an Nizzas Strand: Muslima muss Oberteil ausziehen (n-tv, 24.08.2016)
- Wirbel um "aufreizendes" Kleid: Zwölfjährige fliegt aus Schachturnier (n-tv, 02.05.2017)

Dienstag, 2. Mai 2017

Heute vor 60 Jahren – 2. Mai 1957: Der US-amerikanische Senator Joseph McCarthy stirbt

Der Hexenjäger 

Die McCarthy-Ära (1950-54) gilt als eines der dunkelsten Kapitel in der jüngeren Geschichte der USA, als antikommunistische Hysterie und Denunziation das gesellschaftliche Klima vergiftete. Der Jurist Joseph McCarthy (1908-1957) zog 1946 als Vertreter Wisconsins für die Republikanische Partei in den US-Senat ein. Im Februar 1950 begann er seine Kampagne mit der Behauptung, eine Liste mit 205 Namen prominenter US-Amerikaner zu besitzen, die Mitglieder der Kommunistischen Partei seien. Diese Liste existierte freilich nicht. In der Folgezeit denunzierte er vor allem das Außenministerium als vollständig von Kommunisten unterwandert. McCarthys aggressive Polemik trieb die Regierung vor sich her, als er die Ära Roosevelt und Truman als »20 Jahre Hochverrat« bezeichnete. Mit einem Stab skrupelloser junger Mitarbeiter sorgte er dafür, dass sich der »Ausschuss für unamerikanische Umtriebe« in ein lnquisitionsgericht verwandelte. Vor allem die Karrieren linksliberaler Journalisten, Literaten und Künstler wurden durch faktische Berufsverbote zerstört. McCarthy stürzte im Dezember 1954, als er versuchte, mit gleichen Vorwürfen gegen Militärs und hohe Offiziere vorzugehen. Auch nachdem McCarthy an Leberzirrhose verstorben war, blieb seine »Hexenjagd« für lange Jahre eine offene politische Wunde. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

The Hollywood Ten (1950) {15:01}
Hochgeladen am 09.01.2011
"Who were the Hollywood Ten? This 1950 documentary gives us a closer look at the ten blacklisted film writers and directors who defied the government and the sentiments of their day by refusing to testify during the HUAC anti-Communist hearings. John Berry, who directed the documentary, was blacklisted himself upon its release." (Ironweed Films)

Good Night, and Good Luck (2005) german Trailer {2:33}

Hochgeladen am 03.01.2012
Good Night, and Good Luck. ist ein US-amerikanischer Kinofilm über die McCarthy-Ära. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung zwischen dem Fernsehjournalisten Edward R. Murrow und dem Senator Joseph McCarthy. George Clooney führte bei diesem Schwarzweiß-Film nicht nur die Regie, er verfasste auch das Drehbuch und agiert als Darsteller vor der Kamera.

Die Person Joseph McCarthy wird im Film von diesem selbst dargestellt, indem Originalausschnitte damaliger Fernsehsendungen verwendet werden, in denen er seine Reden hält.

In den 50er Jahren durchlief die USA eine Welle der Angst vor dem Kommunismus, angeführt durch die politischen Hexenjagden des Senators Joseph McCarthy, der ganz Amerika von anti-amerikanischen Umtrieben säubern wollte. Im Jahr 1953 nahm der CBS-Journalist Ed Murrow (David Strathairn) samt seinen Kollegen (Robert Downey jr., Ray Wise, Patricia Clarkson) die Machenschaften und Verhörmethoden McCarthys genauer unter die Lupe und entlarvten langsam aber sicher den falschen Schein, gedeckt durch ihren Produzenten Friendly (George Clooney). Als sie ihre Sendung "See it now" für die Aufklärung des Bevölkerung einsetzen, geraten sie bald in Bedrängnis, die Chefs des Senders, die Sponsoren und die Regierung selbst läuft gegen die Journalisten Sturm. Selbst als sie in McCarthys Visier geraten, machen Murrow und seine Leute weiter und setzen Ereignisse in Gang, die den Senator schließlich stürzen...

In der Sache I. Robert Oppenheimer {2:16:00}

Veröffentlicht am 11.07.2014
Autor: Heinar Kipphardt
Regie: Gerhard Klingenberg

Hauptdarsteller:
Oppenheimer: Charles Regnier
Robb: Siegfried Wischnewski
Sprecher: Robert Freitag

Szenischer Bericht über das Verfahren vor einem Untersuchungsausschuss der Atomenergiekommission zur Erteilung der "Sicherheitsgarantie" für die weitere Teilnahme an geheimen Atomprojekten gegen den "Vater der Atombombe", I. Robert Oppenheimer, in Zeiten der "McCarthy-Ära". Hessischer Rundfunk. Preisgekrönt.

The House Un-American Activities Committee {6:27}

Veröffentlicht am 02.12.2013
The House Un-American Activities Committee Witch Hunt

Bertolt Brecht singt sein 'Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens' – Kurt Weill {2:50}

Hochgeladen am 14.09.2009
Ausschnitt aus der
Brecht-Gala: 'Ungeheuer oben!'
Eine Hommage an Bertolt Brecht aus Anlass seines 50. Todestages
Aufzeichnung einer Aufführung im Berliner Ensemble vom August 2006 (Erstsendung 13.8.2006)
Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens - Peachum (Altsaxophon, Tenorsaxophon, 2 Trompeten, Posaune, Becken, Triangel, Tamburo Legno, Große Trommel, Bandoneon, Klavier)

Historische Aufnahmen von 1930 mit der Lewis Ruth Band , Leitung Theo Mackeben und Bertolt Brecht (singt selbst)
Originaltitel: Die Dreigroschenoper
Gattung: Theaterstück mit Musik
Originalsprache: deutsch
Autor: Bertolt Brecht
Literarische Vorlage: Gay / Pepusch: The Beggars Opera
Musik: Kurt Weill
Uraufführung: 31. August 1928
Ort der Uraufführung: Theater am Schiffbauerdamm, Berlin