Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Man muss das, was bei der ARD schief läuft, immer wieder beim Namen nennen.
Philipp Grüll und Ahmet Senyurt vom Bayrischen Rundfunk sowie Frederik Obermaier von der Süddeutschen Zeitung betätigten sich innerhalb einer scheininvestigativen Recherche von “report aus München” als propagandistisches Frontkorps der ARD. Ihre Waffen: Verzerrungen, Halbwahrheiten, Verleumdungen und Lügen – bei konsequenter Anwendung deutscher Gesetze eine Sache für den Staatsanwalt. Schließlich handelt es sich hier um Kriegstreiberei.
Offener Brief an die ARD
Folgende E-Mail-Verteiler wurden angeschrieben:
programmbeirat@daserste.de (dortiger Mail-Server blockte die Nachricht, über ein alternatives Netz ließ sich die Nachricht zustellen)
gremienbuero-beschwerden@br.de (dortiger Mail-Server bewertete die Absender-IP als Spammer, über ein alternatives Netz wurde die Nachricht ohne weitere Begründung geblockt)
publikumsservice@tagesschau.de
Betrifft: Artikel in ARD-Tagesschau (Online-Präsenz) zu Syrien vom 25. Juni 2019
Guten Tag,
in diesem Brief konfrontiere ich Sie mit einem weiteren Beispiel parteiischer, kriegstreibender, von Lügen und Verzerrungen durchsetzter Berichterstattung – speziell zum Thema Syrien, konkret betrieben in diesem Artikel:
bezugnehmend auf ihr Format “report aus München”. Verantwortlich dafür zeichnen, neben einem Journalisten der Süddeutschen Zeitung, zwei für den Bayrischen Rundfunk arbeitende Journalisten – und natürlich die Programmverantwortlichen der ARD.
Dass es sich beim untersuchten Beitrag um nichts weiter als die Durchsetzung einer machtgetriebenen Agenda handelt, zeigt bereits die Überschrift (b1).
KenFM im Gespräch mit: Mathias Bröckers (“Freiheit für Julian Assange!”) {1:40:12 – Start bei 41:29 – Mathias Bröckers: »Schon der erste Internationale Haftbefehl war nicht rechtmäßig«}
KenFM Am 05.07.2019 veröffentlicht
Freiheit ist das höchste Gut, das der Mensch auf Erden besitzt. „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren“, wusste schon Benjamin Franklin. Was in diesen Tagen mit Julian Assange, einem Kämpfer für die Meinungsfreiheit, passiert, ist das komplette Gegenteil aller Freiheiten, die sich die zivilisierte Welt des 21. Jahrhunderts erarbeitet hat. Nach sieben Jahren Asyl und Freiheitsentzug in der ecuadorianischen Botschaft in London wurde Assange durch den neuen Präsidenten Ecuadors das Recht auf Asyl wieder entzogen, worauf er umgehend aus der Botschaft entfernt und in die Hände der britischen Polizei übergeben wurde. Ihm droht nun die Auslieferung an die Vereinigten Staaten. Wie viele Rechtsbrüche allein in den letzten beiden Sätzen stecken, kann man nur erahnen. In seinem neuen Buch „Don’t kill the messenger! Freiheit für Julian Assange“ geht Mathias Bröckers den Anschuldigungen gegen Assange auf den Grund – von der angeblichen Vergewaltigung in Schweden, der Verschwörung mit Chelsea Manning bis hin zur Gefährdung der „nationalen Sicherheit“ der USA und des Geheimnisverrats. Wie viele Jahre Haft bekommt man in einer Welt, in der die Meinungsfreiheit angeblich ein Grundrecht ist, wenn man Verbrechen aufdeckt? Und wie viele Jahre bekommt derjenige, der sie begeht? Das Messen mit zweierlei Maß hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die für den normalen Bürger bei genauerem Hinsehen kaum noch erträglich sind. Was das Exempel Assange für den freien Journalismus bedeutet, sollten sich die Redaktionen von FAZ bis Süddeutsche und Co. eigentlich auch längst fragen, denn dessen Verhaftung ist weit mehr als ein Schuss vor den Bug der Pressefreiheit. „We must resist…“, waren Assange’s letzte Worte, als er in den britischen Polizeiwagen geschoben wurde. Danach hat man nicht wirklich wieder etwas von ihm gesehen oder gehört. Mathias Bröckers öffnet uns im Gespräch die Augen und zeigt mit aller Deutlichkeit auf eine klaffende Wunde unserer demokratischen Freiheit, die, sollte sie größer werden, uns alle mit vollständiger Lähmung infizieren wird. Desinfizieren wir sie mit Solidarität – für Julian Assange und alle mutigen Bürger. „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein begangenes Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert.“ – Edward Snowden
The Financial Times is the first major international newspaper to be granted an interview with the Russian leader for 16 years. Here is the exclusive interview with editor Lionel Barber and Moscow bureau chief Henry Foy in full
0:00:08 How has the world changed over the last 20 years?
0:01:49 Has the world become more fragmented?
0:02:27 What do you want to achieve in Osaka?
0:04:31 OPEC oil production agreements
0:07:27 How does Trump compare to other US presidents?
0:10:54 Trump’s criticisms of European alliances
0:15:10 Globalisation vs ‘America First’
0:16:25 Russia and China’s relationship
0:21:02 Danger of tensions between Russia America and China
0:24:05 Arms control
0:26:45 Potential for nuclear agreements
0:28:08 China’s maritime strength
0:30:45 North Korea
0:33:06 North Asia security situation
0:34:42 Has your appetite for risk increased?
0:36:51 Intervening in Syria
0:42:13 Venezuela
0:50:15 Anglo-Russian relations post Skripal
0:55:32 Did what happened in Salisbury send an unambiguous message to anyone who is thinking of betraying the Russian state that it is fair game?
0:57:04 Russia’s economy and foreign exchange reserves
1:04:18 Russia’s macro economic stability - oligarchs
1:06:05 Breakup of the Soviet Union vs China’s anticorruption campaign
1:09:30 Can Russian remain immune to backlashes against the establishment?
1:14:30 Did Angela Merkel make a mistake?
1:18:32 The end of the liberal idea
1:21:15 Religion is not the opium of the masses?
1:21:49 Is now the time for illiberals?
1:24:33 Who do you most admire?
1:26:10 How will your successor be chosen?
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Liberalism 'has outlived its purpose' — President Putin speaks exclusively to the Financial Times {6:42}
Financial Times
Am 28.06.2019 veröffentlicht
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Russian President Vladimir Putin speaks to FT editor Lionel Barber about foreign affairs and relations with the UK in an exclusive interview at the Kremlin
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For more video content from the Financial Times, visit http://www.FT.com/video
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Putin On Washington Asking For Russian Help: Americans Are Interesting Folks {5:46}
Russia Insight
Am 14.12.2017 veröffentlicht
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Putin Shocked St. Petersburg Forum Participants with Frankness {19:19}
Vesti News
Am 03.06.2017 veröffentlicht
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Things that sometimes with humor, sometimes harshly, said Vladimir Putin today, have already spread to the headlines of the world media. Why does the West sit on our heads and chew bubble gum? Will Russia help break up NATO? Who restricts Germany's sovereignty? All this was said in St. Petersburg. The key event of the International Economic Forum is a plenary session. Participating, in addition to the Russian Leader, are the Prime Minister of India and the President of Moldova. The topic of the discussion is: the main international events, centered on Russia. Reporting, our political correspondent, Pavel Zarubin.
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 1:14:22}
LIKE THE BOSS Putin: What's It Like To Be The Main Global Villain? I Don't Know, Ask The Villains! {0:57}
Russia Insight
Am 08.03.2018 veröffentlicht
THIS IS EXCERPT FROM NEW RUSSIAN DOCUMENTARY MOVIE ABOUT PUTIN "THE WORLD ORDER 2018"
SOON WE WILL PUBLISH THE WHOLE MOVIE!
Subscribe to Russia Insight https://www.youtube.com/c/RussiaInsig...
zum Schluß ein journalistisches Glanzlicht von der New York Times – möglicherweise gedacht für all die Rednecks draußen im Lande:
How Russia Is Disrupting the World Order | NYT News {3:16}
The New York Times
Am 16.07.2018 veröffentlicht
Cyberattacks. “Little green men.” Frozen conflicts. These are just a few of the tactics Russia and its leader, Vladimir V. Putin, have used to try to disrupt the world order.
Subscribe: http://bit.ly/U8Ys7n
More from The New York Times Video: http://nytimes.com/video
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Whether it's reporting on conflicts abroad and political divisions at home, or covering the latest style trends and scientific developments, New York Times video journalists provide a revealing and unforgettable view of the world. It's all the news that's fit to watch.
Das US-Militär fragte via Twitter nach dem Einfluss des Militärdienstes auf das Leben von Armeeangehörigen — und erhielt schockierende Antworten.
Auf seinem Twitteraccount postete das US-Militär am 23. Mai 2019 ein Werbevideo der Army-Basis Fort Benning. Ein Privat First Class — deutsche Entsprechung: Gefreiter — der dort ansässigen Pathfinder-Ausbildungsschule schilderte, wie der Dienst ihn als Mensch und Kämpfer verbessert hätte. Der Folgetweet forderte die Leser auf, über die Auswirkungen des Armeedienstes auf das eigene Leben zu berichten. Daraufhin folgte ein wahrer Sturm an Reaktionen, der die Werbeabsicht der Macher in ihr Gegenteil verkehrt. Caitlin Johnstone archivierte einige dieser erschütternden Posts, die von zahlreichen zerstörten Existenzen berichten — zerstört durch Posttraumatische Belastungsstörungen, Vergewaltigungen, Alkoholexzesse, Suizid.
Nach dem Post eines Videos, in dem ein junger Rekrut vor laufender Kamera berichtet, wie der Militärdienst es ihm ermöglichte, ein besserer „Mann und Krieger“ zu werden, twitterte das Militär:
„Wie hat der Dienst dich beeinflusst?“
Als der vorliegende Text verfasst wurde, hatte der Thread bereits mehr als 5.300 Einträge. Die meisten davon zerreißen einem das Herz.
„Meine Tochter wurde während ihrer Militärzeit vergewaltigt“, schrieb ein Nutzer. „Sie wurde ins Krankenhaus. Dort versuchten die Krankenhausmitarbeiter — allesamt männlich —, sie davon zu überzeugen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Das Leben ihres Peinigers sei sonst ruiniert. Sie blieb standhaft und wollte nicht nachgeben. Ging für einen Einsatz in den Irak, und leidet jetzt an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).“
„Seit 15 Jahren habe ich fast jede Nacht den gleichen Alptraum“, schrieb ein anderer.
Unabsichtlich gab das Militär den Menschen eine Plattform, um in tausenden von Tweets davon zu berichten, wie sie selbst oder eine ihnen nahestehende Person von einer skrupellosen Kriegsmaschinerie verschlungen, zermalmt und dann wieder ausgespuckt wurden.
Zweck dieses Artikels ist lediglich, ein paar dieser Antworten zu dokumentieren, um einerseits die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und anderseits zu verhindern, dass der Thread verloren geht, sollte er aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ gelöscht werden.
Nachstehend eine Auswahl der Tweets in einer Auflistung ohne bestimmte Reihenfolge:
„Jemand, den ich liebte, ging direkt nach der Highschool zum Militär, obwohl ich ihn bat, es nicht zu tun. Wenige Monate nach Ende seines Einsatzes kamen wir wieder zusammen. Eines Nachts sagte er mir, dass er mich liebt, und erschoss sich dann. Wenn ihr Jugendliche unbedingt für euren Imperialismus ausnutzen müsst, dann behandelt immerhin ihre PTBS.“
„Nachdem ich wieder von meinem Auslandseinsatz zurück war, konnte ich ohne ein paar Bier intus nicht in große Menschenmengen gehen. Ich habe eine Nervenschädigung im rechten Ohr, aber weil ich nicht schwach wirken wollte, als ich wieder zurückkam, log ich diesbezüglich vor den Mitarbeitern des Kriegsveteranenministeriums (VA). Mein Vater war Agent Orange ausgesetzt, das seine Lunge, sein Herz, die Leber und die Bauchspeicheldrüse zerstört. Vor fünf Jahren ist er schließlich daran gestorben. Er war 49, dem Gift nicht in Vietnam, sondern an seinem Dienststandort ausgesetzt gewesen, wird meine Tochter und meinen Neffen nie kennenlernen. Ich trinke immer noch zu viel. Menschenmengen sind an den meisten Tagen okay, aber ich muss nachts einkaufen gehen und kann tagsüber nicht arbeiten, weil da zu viele Menschen sind.“
„Der Vater meines besten Freundes aus der Highschool war beim Militär. Er litt 30 Jahre lang unter einer unbehandelten PTBS und einer schweren Depression, hat es seiner Familie nie erzählt. Weihnachten 2010 ging er in den Schuppen, um die Geschenke zu holen, und schoss sich in den Kopf. Das war die erste Beerdigung, auf der mir die Todesursache und die Gründe dafür überhaupt genannt wurden. Ich ging nach dem Gottesdienst nach Hause, fragte etwas herum und fand heraus, dass die meisten Beerdigungen, auf denen ich bisher war, ebenfalls auf durch den Militärdienst verursachte unbehandelte Gesundheitsprobleme zurückzuführen waren.“
„Ich lernte diesen Typen kennen, der im Irak war, Christian hieß er. Er war cool, hatte eine eigene Wohnung mit einer Stange im Wohnzimmer. Schmiss immer tolle Partys. Meine damals beste Freundin begann ihn zu daten, so blieben wir übers Wochenende in seiner Bude. Nach einer Party, um sechs Uhr morgens, holte er seinen Laptop raus. Er zeigte uns ein paar Bilder aus seiner Armeezeit. Bilder mit ein paar Jungs. Grinsend, lachend. Es war cool. Ich war betrunken und mir war’s egal. Er fing an, uns Bilder von ein paar kleinen Kindern zu zeigen. Nach einer Weile wurden seine Augen scheißdunkel. Ich dachte mir nur: Scheiße, der ist völlig high. Er erklärte uns ganz ruhig, dass alle diese Kinder tot seien. ‚Aber das ist es, was Krieg ausmacht. Tote Kinder und nichts, was man dafür vorweisen könnte außer einer Ermäßigung für Militärangehörige.‘ Christian nahm sich zwei Monate später das Leben.“
mehr: - Die Kaputtmacher (Caitlin Johnstone, Rubikon, 04.07.2019) siehe auch: - PTSD in der Bundeswehr (Post, 30.12.2015) - Ein kurzer Kommentar zu fast allem (Post, 09.10.2014)
Sandra Maischberger interviewt Horst-Eberhard Richter {21:01 – Start bei 1:15: »Die Medien heute im Westen benehmen sich häufig wie eine vierte Waffengattung.« bis 2:45: »Was in denen angerichtet wird, die Leute töten müssen, die man nicht als persönliche Feinde erkennt.«}
docuville2 cinematographos Am 05.05.2016 veröffentlicht
Kalt schweigt der deutsche Blätterwald, wie verstorben wirken Rundfunk-und TV-Sender, wenn es um die US-Folter-Haft für Mumia Abu-Jamal geht. Deutsche Medien, sonst gern und eifrig dabei, wenn es sich um Menschenrechte handelt, möglichst in China oder anderen fernen Ländern, nehmen die langsame Ermordung des Bürgerrechtlers und Journalisten Abu-Jamal einfach nicht wahr. Mit ihrem Schweigen machen sich die Medien mitschuldig am langsamen Tod ihres tapferen Kollegen. Das feige Wegsehen ist der atlantischen Gefolgschaftstreue zu verdanken, die wie Mehltau über der deutschen Öffentlichkeit liegt. Lieber lässt man einen Unschuldigen im Gefängnis verrotten, als das man ein wenig Mut zur Solidarität aufbrächte.
Mumia sass nicht fast 29 Jahre im Todestrakt und bis heute im sog. "Normalvollzug", weil ihm irgendein Verbrechen nach dem bürgerlichen Sanktionskatalog bewiesen worden wäre, sondern weil er als Journalist kompromisslos gegen Rassismus, Polizeigewalt, Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung gekämpft hat – seit seinem 17. Lebensjahr als Radiojournalist – genannt „The Voice of the Voiceless“, und seit seiner Verurteilung1982 mit der Schreibmaschine und dem Telefonhörer aus der Gefangenschaft über Prison Radio, das per Podcast wöchentlich seine Artikel verbreitet. Während seiner Gefangenschaft hat er acht Bücher geschrieben.
Mumia Abu-Jamal erhebt seine Stimme deutlich gegen den institutionellen und alltäglichen Rassismus, die Todesstrafe sowie die moderne Form der Sklaverei, die staatlich/private Gefängnisindustrie in den USA. Mehr als 2.300.000 Männer und Frauen – 25% aller Gefangenen in der Welt – vegetieren in US-Gefängnissen. Nicht einmal China mit mehr als viermal so vielen Einwohnern hat so viele Gefangene.
mehr: - Tödliches Schweigen in den Medien Mumia Abu-Jamal - seit 37 Jahren in Haft (SIERA, Rationalgalerie, 03.07.2019) x
Buchbesprechung Golineh Atai, ehemals Russland-Reporterin der ARD, gibt vor, die »Wahrheit« und ihre Feinde zu kennen – und gleitet ihrerseits in den Modus pro-westlicher Propaganda ab.
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Ein Buchtitel mit »Wahrheit« als zentralem Begriff ist zumindest erklärungsbedürftig. Doppelt dann, wenn in der Unterzeile Russland aufgeführt wird und die Autorin bekanntes Gesicht einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt ist, deren Berichterstattung von großen Teilen der Zuschauerschaft seinerzeitig als (zu) einseitig und interessegeleitet empfunden wurde. Das bekannte Gesicht ist Golineh Atai, von 2013 bis 2018 Russland-Korrespondentin der ARD. Der Buchtitel lautet »Die Wahrheit ist der Feind. Warum Russland anders ist«. Herausgebender Verlag ist Rowohlt – möglicherweise Veranlasser der betont neutral gewählten und den Haupttitel relativierenden Unterzeile. Letzteres mag verkaufsstrategischen Motiven geschuldet sein beziehungsweise der frommen Absicht, die breitere interessierte Leserschaft nicht gänzlich zu verprellen. Die Doppeldeutigkeit des Begriffs »Wahrheit« schafft er allerdings nicht aus der Welt. Welche »Wahrheit« ist gemeint? Einerseits ist die Stoßrichtung von Atais Buch unmißverständlich – Putins Russland beziehungsweise dessen Umgang mit dem, was die Buchautorin als »Wahrheit« deklariert. Andererseits impliziert der Titel, dass es über validierbare Fakten sowie (subjektive) Standpunkte hinaus so etwas wie eine objektivierbare »Wahrheit« geben könne. Eine Bresche, so die Suggestion, in welche die vormalige ARD-Korrespondentin nunmehr springe. x
Mit Verlaub gesagt ist Jonglage mit dem Substantiv »Wahrheit« ein äußerst ambitionierter Anspruch. Im besten Fall mögen Autor(inn)en ihr nahekommen, ein weitgehend objektivierbares Bild zeichnen. In der Regel wird diese Zeichnung unterschiedliche Points of View wiedergeben – auf dass die Leser sich ein eigenes Bild machen können (im Idealfall auf verbesserter Informationsbasis). Im konkreten Fall ist der Wahrheitsanspruch hochbedenklich. Funktionieren kann er letztlich nur dann, wenn man eine Seite – den Westen und seine Rolle in den beschriebenen Konflikten – unumwunden als »gut« setzt (sozusagen als Pächter der Wahrheit) und die andere als böse, verderblich, hinterhältig, ergo: Propaganda-betreibend. Womit es Zeit wäre, genauer auf den Inhalt einzugehen. Im Wesentlichen handelt Golineh Atais Buch drei – eher narrativ als systematisch miteinander verbundene – Themenkomplexe ab: die zunehmend autoritärer werdenden Verhältnisse in Russland seit Putins dritter Präsidentschaft 2012 (vor allem die verstärkte Medienzensur sowie die zeitlich damit einhergehenden Propagandaanstrengungen), die Ukraine-Krise und schließlich Russlands Engagement im syrischen Bürgerkrieg. Atais zentrale These: In allen drei Bereichen verstoßen Russland und, als oberster Strippenzieher, sein großer Lenker, Wladimir Putin gegen internationale Standards: innenpolitisch gegen die eines demokratischen Staatswesens, außenpolitisch gegen internationale Gepflogenheiten und Völkerrechts-Konventionen. x
Hoppla – möchte man sagen, ist das nicht etwas simpel: die Verfasstheit des größten Flächenstaats der Welt anhand von drei Indikatoren erklären? Nichtsdestotrotz: Sicher kann man derartige Thesen aufstellen. Fakt – somit im Atai’schen Sinn das, was unter »Wahrheit« zu verstehen wäre – ist, dass diese Art Russland-Berichterstattung den Buchtitel-Markt zum Thema Russland eindeutig dominiert. Eine (wenn man so will) Wahrheit, die offensichtlich nicht so recht ins Wahrheits-Konzept der ehemaligen ARD-Korrespondentin passt. Subtil eingestreut finden sich im Buch an mehreren Stellen Klagen über die westliche Medienberichterstattung, welche – so Atai – noch immer zu nachsichtig und leichtgläubig mit dem Thema Russland umgehe. Ein Umstand, der gelinde gesagt merkwürdig anmutet im Anblick der Beststeller-Meter, die – meist mit warnendem Unterton – mittlerweile über Putins Russland verfasst wurden. Tatsächlich mutieren die knapp 370 Textseiten ihres Buchs zu einer einzigen Anklage – eine Anklage, die um so sonderbarer anmutet, als dass selbst Golineh Atai zu Zeiten der Ukraine-Krise durchaus Zwischentöne konnte. Beispielsweise in der tagesthemen-Sendung am Abend des 2. Mai, in der Moderator Thomas Roth seine mit Hintergrundinfos zu dem Brand im Odessaer Gewerkschaftshaus aufwartende Kollegin Atai vor laufender Kamera abwürgte und abrupt-kommentarlos überleitete zum seinerzeitigen Haupt-Spin in Sachen Ukraine: dem Schicksal der festgesetzten, wenige Tage später jedoch freigelassenen OSZE-Militärbeobachter. x
Auch das Asov-Bataillon – eine vom Rechten Sektor aufgestellte Kampfmiliz, welche sich auch in den Kämpfen in der Ostukraine aktiv beteiligte – war für die Buchautorin damals durchaus noch Thema. Bemerkenswert an dieser Stelle sind ihre seinerzeitigen Vor-Ort-Reportagen darum, weil Atai sämtliche Fakten, die nicht eindeutig gegen die russische Seite sprechen, in ihrem 2019er-Buch entweder relativiert oder aber gänzlich ausspart. Bis zur Bedeutungslosigkeit heruntergespielt wird beispielsweise die Rolle des Rechten Sektors während des Machtwechsels in der Ukraine. Beschönigt und fast in ein euphemisch-romantisierendes Licht getaucht sind auch die eskalative Ideologie der ukrainischen Nationalisten sowie die historische Rolle ihrer Vorläufer – namentlich Stepan Bandera, der sich während des Zweiten Weltkriegs als Nazi-Kollaborateur betätigte und zu dem Atai hauptsächlich zu berichten weiß, dass die Nazis ihn zeitweilig im KZ Sachsenhausen internierten (bis 1944 übrigens – die Tatsache seiner Entlassung vor Kriegsende spart die im Missionsmodus befindliche Ex-ARD-Korrespondentin wohlweislich aus). Ebenso die antirussischen Ausschreitungen am 2. Mai 2014 in Odessa: ein Ereignis, bei dem Dutzende Menschen verbrannt, erschlagen oder sonstwie zu Tode gekommen waren und das die Autorin – als hinsichtlich der »Wahrheit« bedeutungsloses Aperçu – in einem einzigen Satz abhandelt.
mehr: - Die Wahrheit der ARD-Korrespondentin (Richard Zietz, Freitag-Community, 02.07.2019) siehe auch: - Endlich: Die Gniffke-Truppe wird von Bräutigam und Klinkhammer ordentlich abgewatscht (Post, 19.05.2018) - Ukrainian-western propaganda tries to influence decisionmaking in Dutch Senate (Hector Reban, Blog-MH17, 23.05.2017 – Google-Übersetzer)
Bei einer allgemeinen Betrachtung der Berichterstattung über die Ukraine-Krise in den deutschen Medien fallen bereits einige sprachliche Wendungen auf, die sich mittlerweile im Sprachgebrauch etabliert haben. Am häufigsten und verbreitetsten ist hierbei der Begriff „prorussische Separatisten“. Dass diese „Separatisten“ nicht unbedingt im engeren Sinne alle prorussisch sind, wird allerdings beispielsweise daran deutlich, dass sie sich häufig „nicht um Aufrufe aus Moskau geschert“[105] haben, was wiederum auch zeigt, dass schon der Begriff „Separatisten“ irreführend ist, da er nur die Gruppe von Menschen bezeichnet, die sich gegen die starke Westbindung der Ukraine einsetzen. Weder wollen alle von ihnen den Anschluss der Ostukraine an
Russland, noch einen neuen Staat gründen, was also bedeuten würde, dass man diese Gruppe auch als „Föderalisten“ bezeichnen könnte, was allerdings wiederum ein Vorgehen gegen sie nicht rechtfertigen würde[106]. Dennoch hat sich in deutschen Medien die Bezeichnung dieser Personen als „Separatisten“ etabliert und wird auch nicht mehr hinterfragt. Ähnlich verhält es sich bei der Beschreibung von Kampfhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien. Auf der einen Seite stehen die prorussischen Separatisten, auf der anderen Seite kämpft die Armee, wobei hier der Zusatz „ukrainisch“ häufig auch weggelassen wird[107]. Dass beispielsweise die ukrainische Armee laut einem Bericht von Human Rights Watch mehrfach Streubomben eingesetzt haben soll, wird darüber hinaus weniger stark beachtet[108].
Ebenfalls weithin verbreitet ist die Gegenüberstellung von Russland und Europa als zwei Gegenpole, die unterschiedliche Interessen in der Ukraine verfolgen. Allerdings wird an dieser Stelle häufig nicht zwischen Europa und der EU unterschieden[109]. Einerseits erzeugt das Berufen auf Europa das Bild, dass eine noch breitere Masse die Ziele Deutschlands und der EU unterstützen würden, während andererseits der Begriff „Europa“ auch für eine Wertegemeinschaft steht und der Begriff „EU“ zunehmend als Ärgernis in der Bevölkerung wahrgenommen und somit vermieden wird[110], was auch in einigen unter Punkt 6 dieser Arbeit aufgezeigten Umfrageergebnissen deutlich wird. Es wird also eventuell mit Hilfe der Anwendung teilweise ungenauer Begrifflichkeiten versucht, eine breitere Basis der Bevölkerung von der Richtigkeit des Vorgehens der EU zu überzeugen.
Weitaus bedeutender als die genaue Verwendung der oben aufgezählten Begriffe ist jedoch der Umgang mit einem Begriff wie „Annexion“, der ebenfalls regelmäßig in deutschen Medien verwendet wird. So schreibt beispielsweise die Bild-Zeitung in einem Online-Artikel davon, dass der russische Präsident Putin „die geheime Krim- Annexion befohlen hatte“[111]. Im weiteren Verlauf des Artikels wird zudem darauf aufmerksam gemacht, Putin habe in einem Interview den Satz, er habe die Krim annektiert, bestätigt[112]. Tatsächlich hat Putin jedoch in diesem Interview einen Bruch des Völkerrechts und eine Annexion bestritten[113]. Ohnehin ist laut Krone-Schmalz das, was auf der Krim geschehen ist, faktisch keine Annexion, sondern eine Sezession, da die Krim nicht durch eine Invasion an Russland fiel, sondern durch ein Referendum
innerhalb der Bevölkerung[114]. Laut nationalem ukrainischem Recht ist eine Sezession verboten (was logisch ist, da kein Staat Interesse daran hat, dass sich sein Staatsgebiet zersetzt), nicht jedoch nach dem Völkerrecht, das schließlich das Selbstbestimmungsrecht der Völker achtet.[115] Und genau dieser feine Unterschied sollte laut Krone-Schmalz von den Journalisten beschrieben werden, anstatt vereinfachend und falsch den Begriff „Annexion“ zu benutzen[116].
Für die Personen wiederum, die für einen Austausch mit Russland anstelle von Sanktionen werben, hat sich der Begriff „Russlandversteher“ etabliert, der von den Medien zuweilen als ein Vorwurf verwandt wird[117]. Anstatt jedoch das Positive in dem Versuch, die Gegenseite zu verstehen zu sehen, wird der Begriff so verwendet, als seien Russlandversteher Menschen, die die Politik Russlands unterstützen würden[118]. Es wird also teilweise nicht nur das politische Vorgehen Russlands angegriffen, sondern auch die Personengruppe, die sich für ein größeres Verständnis für die russische Sichtweise einsetzt.
Aus einer gesamtheitlichen sprachlichen Sicht wird also allein anhand der Wörter bei der Berichterstattung über die Krise in der Ukraine deutlich, welche Seite von den Medien offenbar mehr unterstützt wird. Die Frage, ob sich daraus ebenfalls eine Einseitigkeit im Bezug auf die tägliche Berichterstattung ergibt, wird im Folgenden mit der Analyse von Berichterstattungen zu einzelnen Vorgängen des Ukraine-Konflikts näher untersucht.
"Die gesamte Berichterstattung ist von Schwarz-Weiß-Positionen geprägt – in der einen wie in der anderen Richtung", kritisiert Hanno Gundert, Geschäftsführer von n-ost, einem Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung. Denn die Interessenslage im Ukraine-Konflikt ist von Anfang an verworren. Wie komplex sie tatsächlich ist, taucht zunächst jedoch kaum in den Korrespondentenberichten auf. Als "pro-europäisch" beschreiben die nach Kiew geschickten Auslandsreporter die Protestbewegung zunächst. Kaum ein Journalist verlässt den Maidan, um sich ein umfassenderes Bild von der Lage im Land zu machen. Viele westliche Pressevertreter logieren im Hotel Ukraina direkt am Platz. Dort etabliert sich eine Art "Pressezentrum der Opposition".
"Man sah es als einen zivilgesellschaftlichen Protest gegen einen schlechten Herrscher", so Simon Weiß, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg, im Gespräch mit der DW. Gerade in der ersten Phase der Proteste beobachtet er eine undifferenzierte Berichterstattung, die dem Muster folgt: "Hier der Westen, da der finstere Herrscher und das finstere Russland - Fortschritt gegen Korruption." Die deutschen Medien, so Weiß, hätten anfangs eine "sehr ähnliche Sichtweise" auf den Konflikt in der Ukraine gehabt wie die Bundesregierung - nämlich einseitig und unausgewogen.
Zu diesem Urteil kommt auch ein Bericht des Medienmagazins "Zapp" des Norddeutschen Rundfunks: Dort wurden jeweils eine Woche lang im November, Januar und Februar die ARD-Nachrichtensendungen "Tagesschau" und "Tagesthemen" analysiert. Das Ergebnis: Fast 80 Prozent der Interviewpartner waren Regierungsgegner. Ein beliebter Gesprächspartner: Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko, der zu einer Art Galionsfigur stilisiert wird. Dabei ist er einer von mehreren Oppositionsführern. Wird hier etwa Partei ergriffen? Bei vielen Lesern und Zuschauern entsteht dieser Eindruck allmählich, so Weiß. […]
Für oder gegen Russland: Spätestens seit Putin die Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert hat, geht es im Ukraine-Konflikt vor allem um Russland. Je weiter sich die Krise ausweitet, desto mehr erfolgt zudem eine Personalisierung in der Berichterstattung. So titelt das Magazin "Der Spiegel" am 10.3.2014: "Der Brandstifter - Wer stoppt Putin?" In vielen Berichten wird Putin als brutal und skrupellos dargestellt.
Putin gegen Europa und Amerika, Ost gegen West: Es ist die Rhetorik des Kalten Krieges. Aber nicht nur diese macht sich in den Medien breit. "Es fällt auf, dass sich Russlandversteher und Russlandkritiker gegenseitig vorwerfen, die Debatte zu dominieren", so Hanno Gundert. Die einen sehen in Putin per se den Schuldigen. Die anderen werben um mehr Verständnis für russische Befindlichkeiten. Gundert kritisiert eine teilweise unreflektierte Übernahme von Argumenten der russischen Propaganda. Etwa, dass die NATO versprochen habe, ihre Grenzen nicht auszudehnen.
zum im ersten Absatz des Zitats erwähnten »Pressezentrum der Opposition« siehe: - Ukraine Crisis Media Center (Post, 22.08.2015)
> dieses Pressezentrum das extra in Kiew für Westmedien aus dem Boden gestampft wurde.
Das ist das 'Ukrainian Crisis Media Center' (UCMC)[1], ein Projekt von PRP Ukraine, die eine PR Company und Tochter von WEBER SHANDWICK sind, die wiederum zur Interpublic Group of Companies (IPG) gehören,
eine der vier größten Holdings in der Werbeindustrie.
OT aber witzig: 2010 wurde ein WEBER SHANDWICK Vorstand von HILL & KNOWLTON abgeworben[2]. Und HILL & KNOWLTON ist wer?
Richtig, die Erfinder der Brutkastenlüge :)
Die Journalisten der "freien Presse" (6 Medienkonzerne und das Staatsfernsehen) sind, "embedded journalists", das bedeutet sie sind per definition "kontrollierte" Kriegsberichterstatter[3]. Diese
unterstehen ausdrücklich dem Schutz der Kriegspartei für die sie berichten. Dieser Schutz gilt nicht für Journalisten die nicht "eingebettet" sind, was gefährlich sein kann[4].
Weitere übliche Praxis ist auch die Informationsgewinnung über "stringer"[5].
Das sind lokale Freiberufler, die den Journalisten neben "fixers" zur Seite gestellt werden. Ein "Fixer" ist mehr für das Praktische zuständig, wie z.B. Sprachübersetzung und scouting.
[1]
"Mitglied dieser Koordinierungsgruppe ist Nataliya Popovych, Präsidentin von PRP, der ukrainischen Tochtergesellschaft von Weber Shandwick und Gründungsmitglied des UCMC.
Entwaffnend ehrlich bekennt sie: "Ich bin stolz, als ’Bandera-Anhängerin‘ bezeichnet zu werden."
http://www.freitag.de/autoren/lapple08m214/zdf-skandal-berichte-im-auftrag-kiews
Rainer Mausfeld - Weltgewaltordnung der USA beenden, Stopp Air Base Ramstein 2019, 28. Juni 2019 {35:21}
NuitDebout Munich
Am 28.06.2019 veröffentlicht
28. Juni 2019
Apostelkirche Kaiserslautern
Stopp Air Base Ramstein 2019
https://www.ramstein-kampagne.eu/cate...
2019/demonstration-2019/
Demonstration Stopp Air Base Ramstein 2019:
Samstag, den 29. Juni
„Staatsräson contra Völkerrecht – sind wir auf dem Weg in den ewigen Krieg?“
Rainer Mausfeld ist ein deutscher Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel und wurde durch seine 2015 veröffentlichte Kritik an der repräsentativen Demokratie und den Funktionen der Massenmedien bekannt. In seiner Publikation „Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“ thematisiert er die Verfälschung der ursprünglichen Definitionen von Freiheit und Demokratie und spricht von einer „Wahloligarchie“, in der die Macht der ökonomisch Mächtigen gehört. Außerdem kritisiert er in seinem Werk die Einschränkung des öffentlichen Debattenraums durch eine subjektive Berichtserstattung der Massenmedien in kapitalistisch organisierten Gesellschaften.
Die Geschichte über die Angriffe des Cyberkommandos auf das russische Stromnetz scheint die Komplizenschaft der "freien Presse" zu bestätigen, wenn es um nationale Sicherheit geht
Vor wenigen Tagen veröffentlichte die New York Times (NYT) einen Artikel, in dem aufgrund von anonymen Quellen aus der Regierung dargelegt wurde, dass das Cyberkommando des Pentagon verstärkt Cyberangriffe auf das russische Stromnetz und andere Einrichtungen ausführe. Als Teil des "digitalen Kalten Kriegs" zwischen Russland und den USA würden nun "Cybertools" aggressiver als bislang eingesetzt, nachdem US-Präsident Donald Trump die Einsatzregeln im September 2018 gesenkt hat (Vor einem Cyberwar? USA legen "Cyberminen" im russischen Stromnetz). Schon zuvor hatte Sicherheitsberater John Bolton erklärt, dass hier die Obama-Regierung zu "passiv" gewesen sei und dass man nun offensiv zurückschlagen werde.
Schon Ende des letzten Jahres hatten die berüchtigten anonymen "Offiziellen", die gerne die Medien bedienen oder eher: instrumentalisieren, erklärt, es würde ein Cyberangriff auf Russland geplant (Angeblich bereitet das Pentagon einen Cyberangriff auf Russland vor). Im Februar soll dann ein Angriff auf das Computernetz der russischen "Trollfabrik" diese kurzzeitig ausgeschaltet haben. Und jetzt kam also mit dem sich hochschaukelnden Konflikt mit dem Iran die über die NYT vermittelte Warnung an Moskau, dass das Cyberkommando ins russische Stromnetz eingedrungen sei und dort Schadprogramme eingebracht hat, die im Ernstfall aktiviert werden könnten.
Russland sprach zwar von zahlreichen Cyberangriffen, die aber hätten abgewehrt werden können. Das Stromnetz sei sicher. Donald Trump reagierte höchst verärgert und nannte die Veröffentlichung der Cyberangriffe einen "virtuellen Verrat" der "einst großen Zeitung, die so verzweifelt auf eine Story, auf jede Story ist, auch wenn sie für unser Land schlecht ... UND AUCH NICHT WAHR ist!" Die Frage bleib freilich offen, warum Trump von einem Verrat sprach, wenn die Story nicht stimmt.
Eine Erklärung des Russiagate-Narrativs aus psychologischer Perspektive.
Der Mueller-Bericht hat nicht die Antworten geliefert, auf die viele Menschen gehofft hatten. Über Jahre haben sie an das Russiagate-Narrativ geglaubt und nun sind sie bitter enttäuscht worden. Im Interview mit dem Journalisten Aaron Maté erklärt der Traumaexperte Gabor Maté die psychologischen Hintergründe dieser Reaktionen. Der Wahlsieg Trumps war für viele Menschen eine traumatische Erfahrung. Doch anstatt sich mit ihren Gefühlen der Angst und Verwirrung auseinanderzusetzen, haben sie die Augen vor der Wahrheit verschlossen und nach einer Erklärung gesucht, die weniger schmerzhaft war als die Beschäftigung mit den eigenen Fehlern — es schien einfacher, sich als Opfer ausländischer Mächte zu sehen, als sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Doch nun, da Russiagate in sich zusammengebrochen ist, so Maté, sollten die Menschen für ihre Desillusionierung dankbar sein.
Das Interview, das Aaron Maté von The Grayzone unter dem Titel „America in denial: Gabor Maté on the psychology ofRussiagate“ (auf Deutsch etwa: „Amerika verschließt sich der Wahrheit: Gabor Maté über die Psychologie hinter Russiagate“; Anmerkung der Übersetzerin) mit seinem Vater geführt hat, ist das beste und aufschlussreichste politische Video, das ich je gesehen habe. In 27 Minuten beschreibt es im Grunde die fundamentalen Probleme unserer Zeit, nicht nur in Bezug auf Russiagate, sondern auf die gesamte Weltpolitik, vom übergreifenden Verhalten der Mächte, die den Planeten dominieren, bis zu der Art und Weise, wie unser inneres Widerstreben, der Realität objektiv gegenüber zu treten, diese Mächte unterstützt. Daher verdient das Video seinen eigenen Artikel. Als ich erfuhr, dass Gabor Aarons Vater ist, war mein erster Gedanke: „Das passt ja haargenau.“ Aarons Beiträge schlugen in die Russiagate-Debatte scheinbar wie aus dem Nichts ein; er wurde schnell zur gründlichsten und klarsten Stimme zu diesem Thema. Dabei hielt er sich strikt an das Prinzip der Auswertung von Fakten und Beweisen, anstatt dem aggressiven Anpassungsdruck seiner Medienkollegen und autoritativen Behauptungen von Regierungsbehörden nachzugeben. Gabor war mir seit Jahren für den großen Respekt bekannt, den ihm andere Kreise, in denen ich mich bewege, für seine tiefe Einsicht in die menschliche Psyche entgegenbringen. Es leuchtet also unmittelbar ein, dass jemand wie Aaron mit der moralischen Stärke, gegen den Strom des Gruppendenkens zu schwimmen und dem Willen, um jeden Preis die Wahrheit zu sagen, von einem Menschenwie Gabor persönlich geprägt wurde. Ich würde jedem ans Herz legen, sich das ganze Interview anzusehen, doch ich weiß, dass viele meiner Leser Videos nicht besonders viel abgewinnen können. Daher fasse ich hier mit Auszügen aus dem Grayzone-Transkript meine persönlichen Höhepunkte zusammen — denn ich halte dieses Interview wirklich für ausgesprochen gut und wichtig.
America in denial: Gabor Maté on the psychology of Russiagate {27:10}
The Grayzone
Am 23.02.2018 veröffentlicht
Physician, mental health expert, and best-selling author Dr. Gabor Maté sits down with The Grayzone's Aaron Maté to analyze how Russiagate was able to take hold of U.S. society following Donald Trump's election.
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Machen wir es ruhig an Ullrich fest. Anlässlich des Erscheinens seines neuen Buches „Der Tiefe Staat schlägt zu“ war Ullrich Mies vor kurzem in der Sendereihe KenFM im Gespräch zu Gast. Seine Ausführungen über die wahren Machtverhältnisse auf diesem Planeten mögen für die meisten Zuschauer schockierend gewesen sein, für andere waren sie nur eine Bestätigung dessen, was sie ohnehin schon gewusst oder geahnt hatten. Mies spricht davon, dass die Planung des Nuklearkrieges in all seinen Formen Teil einer übergeordneten Strategie der USA ist. Er nennt sie die Full-spectrum dominance, welche die Vereinigten Staaten nach eigenem Selbstverständnis dazu verpflichtet, auf allen Gebieten die erste Geige spielen zu müssen. Dazu gehören neben der militärischen Dominanz inzwischen auch die Überlegenheit im Space und Cyberspace. „Ich bin davon überzeugt, dass da psychopathogene Figuren am Werk sind,“ sagt Mies.
Und diese Figuren sind es, die die totale Überwachung der Weltbevölkerung organisieren, die Manipulationstechniken entwickeln und einen Informationskrieg ungeahnten Ausmaßes führen. „Sie haben ein Riesenbündel an Faktoren zu bedienen, um überall die Nummer eins zu sein,“ so Mies, „und wenn irgendwo ein Land die Nase aus dem Staub hebt und die Gefahr aufleuchtet, dass es auf irgendeinem Sektor besser sein könnte, reicht das aus, um militärisch zu intervenieren oder einen Regimechange durchzuführen.“
Es ist nicht so sehr das Gesagte, was mich an dem Gespräch zwischen Ullrich Mies und Ken Jebsen fasziniert. Es ist die Art und Weise, in der Ullrich Mies erklärt und Antwort gibt, es ist vor allem sein Gesicht, das seine Ausführungen begleitet und in dem sich kaum noch Empörung zeigen will. Es nistet auch kein Anflug von Stolz oder Zufriedenheit über die geleistete aufklärerische Arbeit darin, keine Leidenschaft, wie noch im Gespräch an gleicher Stelle, als sein Buch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ vorgestellt wurde. Nein, dieses Gesicht ist in gewisser Weise verstummt, es ist ohne Regung auf sich selbst reduziert und dadurch von unglaublicher Klarheit. Es akzeptiert das Ungeheuerliche, weil Ullrich Mies inzwischen weiß, dass die Ungeheuerlichkeiten einer geistesgestörten Finanz- und Politelite bis zur Totalkatastrophe ungestraft durchgewinkt werden. Widerstand scheint zwecklos. Was ich sehe, wenn ich mir den Mann in dem besagten Gespräch bei KenFM ansehe, ist vor allem dies: hinter seinem Gesicht verbirgt sich eine unumstößliche Traurigkeit und Melancholie, als würde man auf den Grund eines stillen Sees schauen. So sehen früher oder später alle aus, die durch ihre erlittene Müdigkeit geneigt sind, die Waffen zu strecken.
Im Kampf gegen „Fake News“ will NewsGuard entscheiden, was Leser glauben dürfen. Doch die bisherigen Bewertungen wecken Zweifel an der Neutralität.
Falschmeldungen und Desinformation gelten als große Bedrohung für die Demokratie. Ausländische Mächte könnten damit Verwirrung stiften und Wahlen manipulieren. Kurz vor den Wahlen zum EU-Parlament nahm das US-Unternehmen NewsGuard nun auch hierzulande als neuer Wächter seine Arbeit auf.
Bis Ende Juni sollen 90 Prozent der insgesamt 150 in Deutschland als wichtig eingestuften News-Websites erfasst sein. Zehn Mitarbeiter werden anhand von neun Kriterien den „guten“ Seiten ein grünes Häkchen und den „schlechten“ ein rotes Ausrufezeichen verpassen. Zum Team, das die Einstufungen vornimmt, gehören auch Studenten mit nicht abgeschlossener journalistischer Ausbildung.
Beurteilungskriterien sollen unter anderem sein, ob journalistische Standards eingehalten, Fehler regelmäßig korrigiert, die Besitzverhältnisse offengelegt und die Autoren der Beiträge genannt werden. Allerdings nimmt NewsGuard nur eine Quelleneinstufung vor und keine Prüfung der Fakten. So passiert es durchaus, das Falschmeldungen auf „vertrauenswürdigen“ Seiten ein grünes Häkchen bekommen und wahre Meldungen auf „verdächtigen“ Seiten ein rotes Warnschild.
Nach einer Umfrage spricht sich ein Drittel der Amerikaner für Präventivschläge, auch nukleare, gegen Nordkorea aus, Trump-Anhänger stehen besonders auf "militärische Lösungen"
Die Amerikaner waren die ersten und einzigen, die am Ende des Krieges, militärisch kaum begründbar Atombomben als Massenvernichtungswaffen einsetzten und 150.000 Menschen oder mehr mit den Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki töteten. Das hat in den USA nicht zu größeren Reflexionen geführt, sondern nur zu Rechtfertigungen (Die US-Legende über Hiroshima und Nagasaki), zu einer Entschuldigung sieht man sich selbst Jahrzehnte später nicht in der Lage, auch wenn zuletzt Barack Obama immerhin 2016 als erster amerikanischer Präsident zur Teilnahme an der Gedenkfeier Hiroshima besucht hatte - mit dabei hatte Obama den "Fußball", also den Koffer, den ein Adjutant auf Reisen stets in seiner Nähe bei sich hat, um Atomwaffen einzusetzen (Was will US-Präsident Obama in Hiroshima demonstrieren?).
Eine Umfrage, die YouGov für das Bulletin of the Atomic Scientists im Februar durchgeführt hat, erkundete die Einstellung der Amerikaner zum Einsatz von Atomwaffen gegenüber Nordkorea. Ausgangspunkt der Studie war für die Wissenschaftler Alida R. Haworth, Scott D. Sagan und Benjamin A. Valentino die Androhung von US-Präsident Donald Trump, Nordkorea - mit Atomwaffen - zu vernichten, wie er das gerade wieder gegenüber dem Iran hat, nachdem er erst einmal eine Bombardierung von iranischen Zielen als Reaktion auf den Abschuss einer Drohne unterbunden hat.
Im Fall von Nordkorea traf sich Trump mit Kim Jong-un, es kam zu einer Verbrüderung, aber Verhandlungen wurden dann wieder im Februar abgebrochen. Die Nordkoreaner machten dafür das "Gangster-ähnliche Verhalten" von Pompeo und seinem Team verantwortlich. Die Nordkoreaner feuerten im Mai wieder Raketen ab, mit denen sich auch US-Stützpunkte angreifen ließen, Trump hielt an seinem Versöhnungskurs fest, während von Bolton und anderen aus dem Weißen Haus wieder schärfere Töne anschlugen. Die Amerikaner, so die Wissenschaftler, sind über die ambivalente Position der US-Regierung verwirrt, ob Nordkorea nun eine Bedrohung ist oder nicht. Das nahmen sie zum Ausgangspunkt, um zu prüfen, ob die Amerikaner unter diesen Bedingungen den Einsatz militärischer Gewalt und auch von Atomwaffen befürworten würden.
Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt
Ausgerechnet in dem Land, das so viel mit seiner aufklärerischen Tradition wirbt und dessen Regierung eine große Debatte bemühte, sind die Medien mit einer bislang ungekannten Dimension des Vertrauensverlusts konfrontiert. Eine kürzlich erschienene Reuters-Studie bestätigte die Misere: "The biggest fall in trust in years", wird über Frankreich berichtet.
Der Studie, die auch danach fragte, wie es um die Bereitschaft steht, für Online-Nachrichten Geld locker zu machen (Journalismusdämmerung? Für Online-Nachrichten will kaum jemand zahlen), war im Januar ein Stimmungsbarometer vorausgegangen, das in der Medienwelt einen Ruf hat, und das zum gleichen Befund kam: "Die Glaubwürdigkeit, die unterschiedlichen Informationsträgern zugestanden wird, und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt." (Frankreich: Vertrauen in Medien am Tiefpunkt).
Die Pointe, wenn man dies so nennen will, des Medienbarometers war, dass gleichzeitig ein Anstieg der Nachfrage nach News und Informationen festgestellt wurde. Anfang des Jahres dominierten die Proteste der Gelbwesten die Nachrichtenlage im Nachbarland. So fiel auch bei der Kantar-Umfrage auf, dass lediglich ein Drittel der Befragten zufrieden mit der Medienberichterstattung zu den Gelbwesten war. Genau diesen Aspekt betont auch die Reuters-Studie.
Die Libération veröffentlicht dazu heute einen Nachschlag in ihrer Kolumne CheckNews, die sich "Entgiftung" (Désintox) von Nachrichten als Zweck ausgesucht hat. Die Frage lautet heute: Ist das Vertrauen der Franzosen in ihre Medien auf ihrem Tiefstand?. Die Antwort bleibt unverändert: "Ja".
Nur 24 Prozent der Französinnen und Franzosen gaben an, dass sie den Medien trauen. Das sei der tiefste Stand, den Reuters jemals ermittelt habe. Allerdings fragt die Studie erst seit 2015 nach dem Vertrauen und schon damals war es eine Minderheit - nämlich 38 %. Damit war aber der Kredit doch deutlich höher als bei den Mediennutzern im Jahr 2019. Die Désintox-Kolumne erwähnt ebenfalls das Ergebnis der Kantarstudie und spricht von einer beachtenswerten Erosion zwischen 2018 und 2019: eine Abnahme des Vertrauens seither von 11 Prozentpunkten bei Reuters und im Durchschnitt von 6 Prozentpunkten beim Medienbarometer.
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
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