Donnerstag, 7. Februar 2008

e-Card, die Nächste

Wirtschaftskreis will randvolle Karte

Während Datenschützer, Patienten und Ärzte das Projekt elektronische Gesundheitskarte (eGK) lieber heute als morgen eingestampft sähen, vertreten Wirtschaftsexperten die gegenteilige Meinung. In der Tat sind vielen unter ihnen sogar die „Schonfristen“ für sensible Daten noch zu viel, wie eine aktuelle Studie des Arbeitskreises „Nutzen der eGK“ beim Verein zur Förderung der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln (Bifoa) zeigt.

Die Fachleute von Hochschulen, Krankenkassen, Verbänden, Unternehmen und Beratungsfirmen sehen die e-Card als ökonomischen Heilsbringer für das Gesundheitssystem – wenn sie doch nur unverzüglich ihr volles Potenzial ausschöpfen dürfte. Zunächst sollen nämlich nur die Basisdaten des Inhabers gespeichert werden; der Patient kann darüber hinaus selbst entscheiden, ob eine elektronische Patientenakte, Einverständniserklärungen, ein Organspendeausweis, der Nachweis von Zusatzversicherungen oder eine Auflistung der Vorsorgeboni abrufbar sein sollen.

Mit derlei Rücksichten „lässt das Projekt in den ersten sechs Jahren die Kosten eher ansteigen als sinken“, schreiben die Experten des Bifoa. Ihre Forderung: Alle Daten auf die Karte, dazu eine Projektsteuerung gemäß betriebswirtschaftlicher Grundsätze und „unabhängig vom ‚politischen Willen’“. Ein entsprechender Beschluss solle schnell gefasst werden – sonst könne „die kritische Diskussion über den Datenschutz dazu führen, dass die meisten Patienten einer Erweiterung der Gesundheitskarte um zusätzliche Daten … nicht zustimmen werden.“

aus Ärztliche Praxis Nr. 6 vom 5. Februar 2008

So bleiben Sie länger fit

CAMBRIDGE (me/dpa). Auf den Lebensstil kommt es an! Wer gesund lebt, wird mit einem satten Zuwachs an Lebenserwartung belohnt: Im Durchschnitt verschiebt sich dadurch das Rendezvous mit dem Tod um 14 Jahre. Zu diesem Ergebnis kam eine britische Studie an Einwohnern aus der Stadt Norfolk.

Forscher von der Universität Cambridge hatten vier Jahre lang (1973-1977) die Lebensgewohnheiten von insgesamt 20.244 Männer und Frauen zwischen 45 und 79 Jahren aus der britischen Stadt Norfolk untersucht, bei denen keine Krebs- oder Herzkreislaufleiden bekannt waren, und registrierten alle Todesfälle bis 2006.

Auf einem Fragebogen konnten die Testpersonen zwischen null und vier Punkten erzielen: Je einen Punkt gab es für:

• nicht rauchen
• sportliche Betätigung
• moderaten Alkoholkonsum un
• 5 Portionen Obst/Gemüse pro Tag.

Keinen Punkt in der Kategorie Bewegung bekam etwa, wer einen Bürojob hatte und in der Freizeit keinen Sport trieb. Der Alkoholkonsum durfte nicht über zwei Gläsern Wein (entsprechend einem halben Liter Bier) pro Tag liegen. Der Obst- und Gemüseanteil an der Ernährung wurde über den Vitamin-C-Spiegel im Blut bestimmt.

Innerhalb der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von elf Jahren hatten Testpersonen mit null Punkten eine viermal so hohe Sterbewahrscheinlichkeit wie Studienteilnehmer mit vier Punkten.

Anders gesagt: Wer sich an alle vier Regeln hielt, hatte dasselbe Sterberisiko wie 14 Jahre jüngere Probanden, die keinen der Tipps befolgten. Diese Beobachtung sei unabhängig von gesellschaftlicher Schicht und Körpergewicht, betonen die Mediziner. Dieses Ergebnis müsse zwar in anderen Regionen noch bestätigt werden, lege aber sehr nahe, dass diese vier erreichbaren Änderungen des Lebensstils doch einen deutlichen Einfluss auf die Gesundheit von Menschen in mittlerem und höherem Alter haben könnten.

aus Gesundheitszeitung, Februar 2008

Dienstag, 5. Februar 2008

ADHS – Psychodynamik

Aus gegebenem Anlaß:

Die Pharmaindustrie hat es – mit Unterstützung der Ärzte und Familien, die es sich leicht zu machen versuchen – geschafft, darauf hinzuarbeiten, daß, wenn der Begriff ADHS steht, man sofort an Ritalin denkt. Insgesamt ist festzustellen, daß die hirnbiochemischen Erklärungsmodelle psychischer Störungen wieder auf dem Vormarsch sind. (Wie sollte das in unserer instant-und-light-Zeit auch anders sein?) Es ist mir wichtig festzuhalten, daß die psychodynamischen Hintergründe nicht übersehen werden dürfen.

Dazu einige Auszüge aus einem Grundsatzartikel. Aus Gründen der Lesbarkeit habe ich auf die im Text natürlich erwähnten Quellenangaben verzichtet. Auch die Hinweise auf die Hirnbiochemie habe ich weggelassen. Wer eine Übersicht sucht, gehe zu Wikipedia.

Die Prävalenz wird – je nach Strenge der angelegten Diagnosekriterien – mit 1 bis 7 Prozent angegeben.

[…] Auf der anderen Seite steht ein Beziehungs- oder soziales Modell, das den Einfluss familiärer oder sonstiger Belastungen, aber auch die generelle soziale Umwelt, in der ein Kind aufwächst, als wesentliche Faktoren konzipiert. Zunächst einmal ist es eine banale Feststellung, dass akute, vor allem aber chronisch anhaltende psychosoziale Belastungen dazu führen, dass ein Kind sich möglicherweise schlechter konzentrieren kann, sich zurückzieht oder mit psychomotorischer Unruhe und weiteren Verhaltensauffälligkeiten reagiert. Die Kriterien der lCD 10 binden daher die Diagnose einer ADHS an die Einschränkung, dass die Störung bereits vor dem 6. Lebensjahr vorhanden gewesen sein muss und nicht durch andere – beispielsweise psychosoziale – Ursachen erklärbar ist. Damit wird versucht, eine Verkennung eines ganz ähnlich erscheinenden Symptombildes, das jedoch aus akuten psychischen oder sozialen Belastungen resultiert, als hirnfunktionell verstandene Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung zu vermeiden. Leider werden diese Ausschlusskriterien in der Praxis häufig großzügig übersehen.

Es gibt auch zur Bedeutung des hier so genannten Beziehungs- oder sozialen Modells eine Fülle von Belegen, was insbeson dere dann nicht verwundert, wenn das oben erwähnte Ineinandergreifen psychosozialer und somatischer Faktoren bei der Herausbildung und Organisation neuronaler Netzwerke ernst genommen und als sich gegenseitig beeinflussendes Wechselverhältnis begriffen wird. Beispielhaft sei nur angeführt, dass Christakis et al. feststellten, dass pro Stunde täglichem Fernsehkonsum vor dem 3. Lebensjahr das Risiko des Auftretens einer Aufmerksamkeitsstörung im Schulalter um 10% steigt. Auch in der psychotherapeutisch orientierten Literatur wird mit einer Fülle von Fallbeispielen deutlich gemacht, wie stark Symptomatik, familiäre Prozesse und innere Konfliktsituationen ineinander greifen. Stern konnte Mechanismen aufzeigen, die es verständlich machen, dass eine mütterliche postpartale Depression vom Säugling mit der Entwicklung hyperaktiven Verhaltens beantwortet werden kann. Timimi wies neuerdings einmal wieder auf die Rolle kultureller und sozialer Faktoren bei der Entstehung und vor allem Qualifizierung von Verhaltensproblemen als medizinische Krankheitsentitäten und damit behandlungsbedürftige Störungen hin und machte damit auf die Rolle derartiger Faktoren für die Wahrnehmung und Interpretation dieser Phänomene aufmerksam.

Die konkurrierenden, zum Teil in heftigem Widerstreit stehenden Auffassungen, zeigen zumindest eines: Es handelt sich bei der Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung um eine komplexe vielschichtige Problematik, bei der man weder dem Phänomen, noch den betroffenen Kindern und Familien gerecht wird, wenn man einfache Reduktionen auf diese oder jene bevorzugte Theorie vornimmt. Dies hat jenseits manchmal ideologisch gefärbter Auseinandersetzungen erhebliche klinische Konsequenzen: Erstens bedarf eine derartige Symptomatik einer umfassenden Diagnostik und zweitens ist auf dieser Grundlage eine individuell zugeschnittene Therapie erforderlich. Dem tragen die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Rechnung, wenn sie eine umfassende Diagnostik unter Berücksichtigung somatischer, familiärer und emotionaler Faktoren fordern und konstatieren, dass in der Regel eine multimodale Behandlung durchzuführen sei.

Tab. 1 Ätiologische Faktoren bei der Entstehung der ADHS
• Temperamentsfaktoren
• genetische Polymorphismen
• Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen
• erniedrigtes Geburtsgewicht
• pränatale Alkohol-, Benzodiazepin- oder Nikotinexposition
• Infektionen und Toxine, insbesondere Schwermetallexposition
• ZNS-Erkrankungen und Verletzungen
• ungünstige psychosoziale Bedingungen
• frühkindliche Traumatisierung, schwere Deprivation, Misshandlung
• Fernsehkonsum vor dem 3. Lebensjahr
• in Einzelfällen evtl. auch atopische Disposition (umstritten)

Ätiologie und Pathogenese

Eine Auflistung ätiologischer Faktoren findet sich in Tabelle 1. Zu berücksichtigen ist dabei, dass diese Faktoren im Sinne einer Ergänzungsreihe verstanden werden können und es zu bisher nicht genau geklärten Wechselwirkungen zwischen genetischen, somatischen und psychosozialen Faktoren kommt. Möglicherweise ist die ADHS-Symptomatik als gemeinsame Endstrecke verschiedenster, im Einzelfall sehr unterschiedlich gewichteter Beeinträchtigungen anzusehen.

Man hat es daher in der klinischen Praxis häufig mit einem Zusammenspiel unterschiedlicher ätiologischer Faktoren zu tun, ohne dass diese an dem Punkt, an dem das Kind in die Sprechstunde kommt, immer genau in ihrer Wertigkeit bestimmt werden können, dies umsoweniger, als die Wechselwirkung zwischen diesen Faktoren und die oben erwähnte gegenseitige Beeinflussung von Hirnreifung, individuellen, familiären und außerfamiliären Beziehungs- und Interaktionsmustern und der Organisation und Verfestigung neuronaler Netzwerke beispielsweise im Sinne einer angeborenen und/oder somatisch oder beziehungsdynamisch erworbenen Bereitschaft zur Hyperexzitabilität bisher nur in Grundzügen erforscht sind.

In der klinischen Praxis kann man sich entweder entlang einer korrekten Anwendung der Bestimmungen der lCD-10 auf den Standpunkt stellen, dass man nur dann eine hyperkinetische Störung oder eine ADHS diagnostiziert, wenn Belege dafür vorhanden sind, dass die Störung sehr früh begann und keine wesentlichen emotionalen Belastungen vorhanden sind oder waren, die die Auffälligkeiten erklären könnten. Man kann sich andererseits aber auch ganz pragmatisch auf den heute weithin bevorzugten Standpunkt stellen, die Diagnose unter Außerachtlassen der Einschränkungen der lCD-10 und in Anlehnung an DSM-IV ausschließlich phänomenologisch an der zu beobachtenden Symptomatik zu orientieren.
Man wird damit allerdings, wie es heute häufig geschieht, eine Ausweitung der Diagnose vornehmen und mit einem Sammelsurium heterogener Belastungsfaktoren und ätiologischer und pathogenetischer Einflussfaktoren zu rechnen haben, die im Einzelfall sehr unterschiedliches Gewicht haben dürften.

Symptomatologie und Diagnostik

Die Kernsymptome der ADHS sind Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität, wobei nach lCD-10 sowohl Unaufmerksamkeit als auch Überaktivität vorliegen müssen, während DSM-IV den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ und den vorwiegend unaufmerksamen Typ sowie einen kombinierten Typ unterscheidet und damit die Hyperaktivität nicht als notwendiges Symptom ansieht. Darüber hinaus werden von der lCD-10 ein Beginn vor dem 6. Lebensjahr und ein Auftreten in mindestens zwei Lebensbereichen gefordert.

Charakteristische Merkmale der drei Leitsymptome sind in Tabelle 2 aufgeführt.

Tab. 2 Leitsymptome der ADHS (jeweils extrem ausgeprägt im Verhältnis zu gleichaltrigen Kindern)
Unaufmerksamkeit (Aufmerksamkeitsstörung, Ablenkbarkeit)
• Mangel an Ausdauer und Konzentration, Abbruch bei Beschäftigungen,
• häufiger Wechsel von einer Tätigkeit zur anderen, Ablenkbarkeit (durch externe Stimuli),
• Unfähigkeit, die Aufmerksamkeit zu teilen,
• mangelnde Aufmerksamkeit für Details,
• hört oft nicht zu,
• verliert oft Dinge,
• ist vergesslich
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Überaktivität (Hyperaktivität, motorische Unruhe)
• Zappelphilipp.
• desorganisierte, überschießende Aktivität,
• kann nicht still sitzen, steht oft auf,
• exzessives Rennen oder herumklettern,
• ausgeprägte Redseligkeit, Lärmen, Schwierigkeiten still zu sitzen
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Impulsivität
• Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung,
• Unfallneigung,
• Regelverletzungen an Impulsivität,
• Distanzlosigkeit gegenüber Erwachsenen,
• platzt mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist,
• geht nicht auf andere ein,
• kann nicht warten, bis er/sie an der Reihe ist (im Spiel, in Gruppen)

Hinzu treten häufig weitere komorbide Symptome, deren Vielzahl teilweise zu Listen von über 100 Symptomen zusammengefasst wurde. Besonders problematisch ist eine gleichzeitig bestehende Störung des Sozialverhaltens, da diese die Prognose deutlich verschlechtert. Dissoziale Entwicklungen und Substanzmissbrauch sind vor allem bei einer Kombination von ADHS und einer Störung des Sozialverhaltens deutlich häufiger zu erwarten. In ähnliche Richtung weisen aggressive Störungen. Auf der anderen Seite führt die Dauerbelastung der Beziehungsinteraktionen im familiären und außerfamiliären Umfeld, die zu einem regelrechten Circulus vitiosus von Ablehnung, Sanktionen, Schulversagen, oppositionellem Verhalten oder Sich-negativ-in-Szene-Setzen und erneuten Sanktionen und sozialer Ausgrenzung führen kann, fast regelhaft zu niedrigem Selbstwertgefühl, negativem Selbstbild und sozialer Isolation sowie, häufiger bei Mädchen, zu ängstlichen und depressiven Symptomen. Diesen sekundären Symptomen kommt erhebliche, oft die entscheidende prognostische Bedeutung zu. Sie belasten die soziale Integration und das familiäre Beziehungsgefüge in vielen Fällen weit stärker als die Primärsymptome. Auch dies unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden und kompetenten diagnostischen Abklärung. Nur so kann verhindert werden, dass eine ADHS diagnostiziert wird und die erwähnten komorbiden Störungen unerkannt und damit unbehandelt bleiben oder gar fälschlicherweise deren Symptome einer reinen Aufmerksamkeitsstörung zugeschrieben werden, was leider immer wieder zu desaströsen Verläufen führt.

Eine umfassende Diagnostik ermöglicht nicht nur eine Einschätzung des häufig komplexen Störungsbildes, sondern ist auch Voraussetzung für eine adäquate Planung der Behandlung. Das diagnostische Vorgehen ist in Tabelle 3 dargestellt, die Differenzialdiagnose findet sich in Tabelle 4.

Tab. 3 Diagnostik bei ADHS
Exploration der Familie und Exploration und Untersuchung des Patienten hinsichtlich:
• Auftreten, Variabilität der Leitsvmptome,
• ungünstiger Temperamentsmerkmale im Säuglingsalter und Beginn der Störung,
• Verlauf der Symptomatik
• psychosozialer und emotionaler Belastungsfokforen,
• Vorhandensein emotionaler oder anderer Störungen
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Informationen von Kindergarten oder Schule hinsichtlich:
• Einschätzung, Häufigkeit, Intensität und Variabilität der Symptomatik
• gegebenenfalls Lern- und Leistungsstörungen,
• Hinweisen auf psychosoziale Belastungen
Ergänzend kann ein Fremdbeurteilungsbogen (z. B. FBB-HKS), der jeweils von Eltern und Lehrern ausgefüllt werden kann, vor allem im Lehrerurteil wertvolle Zusatzinformationen liefern.
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Intelligenz, Entwicklungs- und Leistungsdiagnostik
• In der Regel ist eine zumindest orientierende Intelligenzdiagnostik erforderlich, um Überforderungen oder Unterforderungen auszuschließen.
• Bei Hinweisen auf Teilleistungsstörungen oder sonstige Leistungsproblemen ist eine umfassende Leistungsdiagnostik notwendig.
• Bei Vorschulkindern ist eine umfassende Entwicklungsdiagnostik vor allem auch der psychosozialen Entwicklung, erforderlich.
weitere testpsychologische Diagnostik
• Ergänzend können testpsychologische Untersuchungen zur Aufmerksamkeit (z B. TAP, Aufmerksamkeitsbelastungstest) zusätzliche Hinweise geben. Das testpsychologische Ergebnis darf niemals allein zur Stellung der Diagnose verwendet werden.
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somatische Diagnostik
• neurologische Untersuchung zur Abklärung von Beeinträchtigungen,
• gegebenenfalls EEG- bzw. MRT-Untersuchung, wenn Hinweise auf eine hirnorganische Komponente oder auf ein Anfallsleiden vorhanden sind, EEG-Untersuchung insbesondere dann, wenn eine medikamentöse Behandlung mit Amphetaminen geplant
• bei Planung einer medikamentösen Behandlung allgemeine körperliche Untersuchung u. o. im Hinblick auf mögliche Kontraindikationen und unerwünschte Wirkungen (z.B. Wachstumsverzögerung)


Tab. 4 Differenzialdiagnose bei ADHS
Eine Vielzahl kinderpsychiatrischer Störungen muss differenzialdiagnostisch oder als komorbide Störung Berücksichtigung finden, gegebenenfalls diagnostiziert und behandelt werden, insbesondere:
• Störungen des Sozialverhaltens,
• lntelligenzminderung,
• tiefgreifende Entwicklungsstörungen,
• Borderline- Persönlichkeitsstörung,
• Depression,
• Angststörungen,
• Schizophrenie oder manische Episoden,
• Medikamenteneffekte,
• primäre organische oder neurologische Störungen,
• schwere familiäre Belastungen, Misshandlungen, Deprivation, Vernachlässigung.

[…]

Therapie
[…]

Weitgehend konsensfähig scheint derzeit zu sein, dass
• eine medikamentöse Behandlung bei strenger Indikationsstellung und erheblichen durch die Symptomatik hervorgerufenen psychosozialen Beeinträchtigungen indiziert ist;
• eine alleinige medikamentöse Behandlung in der Regel nicht als adäquat anzusehen ist, sondern eine multimodale Behandlung erfolgen sollte;
• nach derzeitigem Kenntnisstand zwar mögliche Nebenwirkungen vorhanden sind und entsprechend kontrolliert werden müssen, aber nicht als derart gravierend erscheinen, dass sie eine medikamentöse Behandlung prinzipiell infrage stellen würden;
• die Befürchtung, dass es wegen des Suchtpotenzials von Amphetaminen zu Abhängigkeitserkrankungen kommen könnte zwar im Einzelfall berechtigt ist, im statistischen Mittel aber dies mehr als ausgeglichen wird durch eine deutliche Verringerung des Risikos einer Suchtentwicklung gegenüber Patienten, die nicht behandelt werden;
• Auslassversuche einmal pro Jahr zur Kontrolle der Wirksamkeit empfohlen werden.

[…]

Unverzichtbar ist eine Elternberatung nicht nur hinsichtlich der Erkrankung selbst, die heute den meisten Eltern bekannt sein dürfte, sondern vor allem auch hinsichtlich der besonderen Erziehungsanforderungen, die Kinder mit ADHS benötigen. Häufig geraten Kind und Eltern in Interaktionszirkel, die von Erregung, heftigen negativen Affekten und gegenseitigen Beschuldigungen gekennzeichnet sind und sich immer weiter verfestigen, wobei Eltern und Kind immer verzweifelter werden und sich missverstanden fühlen. Der besonders große Bedarf dieser Kinder nach Halt gebenden, klaren und nachvollziehbaren grenzsetzenden Strukturen geht im Zuge dessen oft unter. Eltern und Kind schwanken zwischen wütenden Beschuldigungen und negativem Selbsterleben. Es kann in dieser Situation eine große Hilfe sein, Eltern in dieser Hinsicht zu beraten und ihnen dabei zu helfen, wieder anders mit ihrem Kind umzugehen. Dabei steht die Unterstützung strukturierender und Halt gebender Funktionen, wie auch einer fördernden und zugewandten Beziehung im Vordergrund. Dies kann sowohl in der Einzeltherapie als auch über mittlerweile entwickelte Gruppenprogramme für Eltern umgesetzt werden.

Je nach Störungsbild und zusätzlicher Symptomatik bzw. Komorbidität müssen entsprechende therapeutische Angebote eingerichtet werden. Verhaltenstherapeutische Interventionen arbeiten vor allem mit Selbstinstruktions- und Selbstmanagementtrainings, wobei sie meist parallel sehr stark auf Interventionen in der Familie und in der Schule setzen. Die Einbeziehung der Eltern in diese Behandlung soll die Generalisierung auf die häusliche Situation unterstützen. Generell wird als Problem verhaltenstherapeutischer Interventionen angegeben, dass die Übertragbarkeit der in der Therapiesituation erlernten Verhaltensweisen in die Alltagsrealität oft unzureichend funktioniert. Daher haben sich in den letzten Jahren die Hoffnungen auf sogenannte Sommercamps gerichtet, bei denen Kinder in quasi natürlicher Umgebung lernen können, sich anders zu verhalten. Als Vorteil wird insbesondere auch angesehen, dass sie in einer Gruppe von Kindern sind, die ähnliche Probleme haben und sich insofern einmal nicht als Außenseiter fühlen müssen.

Familientherapeutische Interventionen haben primär sehr stark die familiäre Interaktion und die Funktion des auffälligen Verhaltens im familiären oder weiteren sozialen System im Auge und legen einen Schwerpunkt insbesondere auf Funktionalität und Dysfunktionalität der damit verknüpften Beziehungsgestaltung. Sie legen ihr Augenmerk daher naturgemäß vor allem auch auf die sekundären Verwerfungen in der familiären Kommunikation.

Psychoanalytisch orientierte Therapien setzen vor allem an der inneren Konfliktdynamik des Kindes an und arbeiten mit dem Kind und der Familie an einer Stabilisierung „väterlich“ grenzsetzender Strukturen, die einen sicheren Rahmen für die Entwicklung des Kindes bieten. Sie verstehen die Unruhe und Aufmerksamkeitsstörung auch vor dem Hintergrund bedrohlicher, nicht verarbeiteter und daher abgewehrter Ängste und Konflikte, als körperlichen Ausdruck der inneren Beunruhigung. Sie eignen sich besonders für die Bearbeitung der häufig mit einer ADHS einhergehenden Selbstwertproblematik, die unter Umständen mithilfe narzisstischer Größenfantasien abgewehrt wird, und bei der Behandlung komorbider emotionaler Störungen. Sie zielen auf die Stärkung und Entwicklung selbstregulativer Funktionen und affektiver Wahrnehmungs-, Steuerungs- und Verarbeitungskapazitäten anstelle einer motorischen Abfuhr der Affekte und damit auf eine bessere psychische Integration. Ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Primärsymptomatik Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität wird kontrovers diskutiert. Schwere Fälle können von einer Kombination mit einer medikamentösen Behandlung profitieren, diese beeinträchtigt aber möglicherweise die Phantasietätigkeit des Kindes, die für die Entwicklung innerer konfliktlösender Fähigkeiten wichtig erscheint.

Schließlich wird man bei häufig mit ADHS verknüpften Teilleistungsstörungen, etwa im motorischen Bereich oder in Form vorwiegend sprachlicher Teilleistungsstörungen, abzuwägen haben, ob nicht zunächst eine Förderung und Stabilisierung in diesem Bereich, etwa durch Ergotherapie, krankengymnastische Übungsbehandlung oder spezifische Lernförderung schon eine gewisse Entlastung mit sich bringen kann. Zu warnen ist vor dem Missverstehen multimodaler Therapien im Sinne dessen, dass jeder Tag der Woche mit einer anderen Form der Therapie ausgefüllt werde.

Abschließend sei noch einmal darauf hingewiesen, dass eine umfassende Diagnostik zwar eine sehr hohe Expertise erfordert und einen außerordentlich hohen Aufwand mit sich bringt, dass aber andererseits nur so eine adäquate Einschätzung der häufig komplexen Problematik mit all ihren Facetten möglich ist und der Komplexität der Störung entsprechend eine angemessene Therapie geplant und eingeleitet werden kann. Eine rasche und alleinige Verordnung von Methylphenidat, gar auf der Grundlage der Angaben der Eltern, dass das Kind hypermotorisch sei und sich nicht konzentrieren könne, sozusagen ex juvantibus, ist heutzutage als obsolet anzusehen. Abgesehen davon wird man damit nicht nur den Standards heutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse und möglicher therapeutischer Interventionen nicht gerecht, sondern lässt auch die betroffenen Familien und ihre Kinder mit ihrer Problematik im Grunde allein, indem man das Problem sozusagen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert: ein Transmitterproblem und dessen medikamentöse Beeinflussung. Die Kinder und ihre Familien haben ein Recht darauf, von uns Experten umfassend beraten und behandelt zu werden und sie sind in der Regel sehr froh darüber, wenn man sie in all ihren Problemen, auch den familiären und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, ernst nimmt, berät und ihnen Hilfestellung gibt, anders mit ihrer belasteten und belastenden Situation umzugehen.

Michael Günter in Kinder- und Jugendmedizin 1/2008

Montag, 4. Februar 2008

Das Gebaren einer Großmacht im Niedergang

Deutschland käme seinen Verpflichtungen in Afghanistan nur unzureichend nach, heißt es in einem Brief des US-amerikanischen Verteidigungsministers Robert Gates an seinen deutschen Amtskollegen Franz Josef Jung. Deutschland solle unverzüglich Kampftruppen in den Süden Afghanistans schicken.

Bei dem Gebaren der USA bleibt einem wirklich die Spucke weg. Zuerst überziehen sie die Welt mit einem unglaublich dreisten Gestrüpp aus Lügen und Verdrehungen. [siehe dazu auch Antistaat] Dann die verächtliche Reaktion auf das Nein Schröders mit den Anspielungen auf das »Alte Europa« und die »Gemeinschaft der Willigen« – immer daran denken: wenn Angie damals schon Kanzlerin gewesen wäre, hätten wir jetzt auch Soldaten im Irak! Dann die Schweinereien mit Halliburton, die dummen und durchsichtigen Erfolgsmeldungen (siehe meinen Post vom 25.3.2006) und das bulldozerartige Vorgehen gegenüber den Irakern, die sich die hochnäsigen Amis inzwischen großenteils zu Feinden gemacht haben. Nicht zu vergessen die Nichtbeachtung der Genfer Konvention, die unsäglichen Foltermethoden und Last but not Least Guantanamo.

Keinerlei politische Konstanz, Weitsicht oder Klugheit, immer wieder Schüsse aus der Hüfte, unhinterfragtes religiös-politisches Sendungsbewußtsein, Ignoranz und Arroganz.
Der Umgang mit politischen Partnern läßt sehr zu wünschen übrig. Es ist ein Unding, einen Botschafter nach Deutschland zu schicken, der kein Deutsch kann. Sowas gehört sich nicht.
Es gehört sich auch nicht, die Tochter des kuweitischen Botschafters vor dem Menschenrechtsausschuß des US-Kongresses und später vor dem UN-Sicherheitsrat eine tränenrührige Story über Kindsmord durch Sadam Husseins Soldaten präsentieren zu lassen. [Uni Kassel, 7. Absatz; Netzwerk Regenbogen, 11. Absatz] Die PR-Agentur Hill & Knowlton übrigens, die dieses schmutzige Spiel inszeniert hatte, erhielt später ca. 14. Millionen $ von der US-Regierung. Siehe dazu auch »Zweiter Golfkrieg: Wie eine bezahlte PR-Aktion die Stimmung in der Bevölkerung drehen sollte…« (auf wasgeschahwirklich.wordpress.com):

Faked Kuwaiti girl testimony [6:06] (siehe: Brutkastenlüge, Wikipedia)

Nayirah al-Ṣabaḥ (Arabic: نيره الصباح‎), called "Nurse Nayirah" in the media, was a fifteen-year-old Kuwaiti girl, who alleged that she had witnessed the murder of infant children by Iraqi soldiers in Kuwait, in verbal testimony to the U.S. Congress, in the run up to the 1991 Gulf War. Her testimony, which was regarded as credible at the time, has since come to be regarded as wartime propaganda. The public relations firm Hill & Knowlton, which was in the employ of Citizens for a Free Kuwait, had arranged the testimony. Nayirah's testimony was widely publicized. Hill & Knowlton, which had filmed the hearing, sent out a video news release to Medialink, a firm which served about 700 television stations in the United States. That night, portions of the testimony aired on ABC's Nightline and NBC Nightly News reaching an estimated audience between 35 and 53 million Americans. Seven senators cited Nayirah's testimony in their speeches backing the use of force. President George Bush repeated the story at least ten times in the following weeks. (Wikipedia) Full video at c-span video website. HUMAN RIGHTS VIOLATIONS IN KUWAIT, Oct. 10, 1990 The Congressional Human Rights Caucus conducted a hearing to investigate alleged Iraqi human rights violations in occupied Kuwait. Cases of rape, execution, imprisonment and the destruction of hospitals in Kuwait were heard by the committee.


Das ist alles so kurzsichtig und entsetzlich dumm! Und jetzt dieser polterige Brief: sind die denn von allen guten Geistern verlassen?
Was soll man denn von einer Politik halten, die in Kauf nimmt, daß höchste eigene Repräsentanten (u.a. Collin Powell) innerhalb kürzester Zeit bloßgestellt und der Lüge überführt werden? Was soll man von einem Staat halten, dem die eigene Glaubwürdigkeit nichts wert ist?

General Colin Powell UN Speech on Iraq Part 2of5 [14:30]

Infotext: One of the Greatest Historical Lies of the century, that makes it possible for Bush government to invade another country (with huge resources of black gold). At the end: No weapons or terrorist connections found.

Georgieboy darf es sich leisten, weil er – exakt genauso bescheuert in der Birne wie die Taliban und andere islamische Terroristen – von der eigenen Sicht der Dinge unkorrigierbar überzeugt ist. Und er kann es sich leisten, weil wir mehr weniger brav hinter ihm hermarschieren.

Man erinnere sich an die Kuba-Krise 1962, die heraufbeschworen wurde, weil die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba installieren wollte. So haben wir’s in der Schule gelernt. Daß Chruschtschows Versuch eine Antwort auf die Stationierung von 45 auf die Sowjetunion gerichteten Atomraketen in Italien und der Türkei ab 1959 war, erschließt sich erst bei genauerer Lektüre (und wer macht das schon). Und jetzt ist es wieder soweit: Die USA wollen in Polen und Tschechien Raketen stationieren, angeblich wegen der Gefahr des Abschusses von Atomraketen aus dem Iran [Denkfabrik, Welt online].

Alle reden von den durch die 68er initiierten gesellschaftlichen Veränderungen: Damals wäre was los gewesen! Was ist jetzt los? Hunderttausende wären – wie 1982 im Bonner Hofgarten – auf die Straße gegangen und hätten protestiert. Heute, wo Geiz geil ist, wir es gern instant und light hätten und Tabubrüche zum Freizeitsport degeneriert sind, warnt unser lieber Außenminister Steinmeier vor einem neuen Wettrüsten, und wir haben ihn dafür lieb. Wir sollten Georgieboy in den Hintern treten – und zwar ordentlich, viel Zeit haben wir ja nicht mehr! Man verstehe mich nicht falsch, ob es uns gefällt oder nicht: wir brauchen die USA, aber gerade deshalb brauchen die ab und zu eins auf die Zwölf, nicht eine Kniefall-Politik à la Angie. Die Amis müssen ab und zu sehr deutlich – und zwar so, daß auch Cowboys das kapieren – die Meinung gesagt bekommen, die brauchen das, und wir brauchen sowohl das als auch die.

Siehe auch Robert de Niro

Das hier konnte ich mir nicht verkneifen…
no more bush von smithy_69

ABC's Boston Legal [Speech on America by Alan Shore] [6:48]

Hochgeladen am 09.03.2011
Character Alan Shore, an Attorney, gives an interesting speech on the status quo of the American throng. It is a thought provoking video. The some clips are from the show, some are apparently from unidentified other youtube users, to whom some credit goes, but until I can dig up the names.....
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zuletzt aktualisiert am 28.07.2014

Freeze!

Lachen ist gesund! – Die Neunte

In der Buchhandlung: – ein Mann: „Ich suche das Buch ,Der Mann, das starke Geschlecht’, haben Sie das da?“
Verkäuferin: „Schauen Sie mal hinten links, in der Märchenabteilung.“

Sie: „Mein neuer Arzt ist phantastisch! Er hat mir gesagt, was für eine schöne Haut ich als Fünfzigjährige habe! Und was für sensationelle Brüste ich habe als Fünfzigjährige! Und was für tolle Beine als Fünfzigjährige!“

Unterbricht ihr Mann sie: „Und was hat er zu deinem fünfzigjährigen Arsch gesagt?“
„Ach Gott, von dir haben wir überhaupt nicht gesprochen!“

Drei Frauen kommen an einer Liegewiese vor dem Tennisplatz vorbei. Dort liegt ein nackter Mann, der nur sein Gesicht mit einem Badetuch bedeckt hat.

Die erste Frau: „Jetzt habe ich einen Moment lang gemeint, das sei mein Mann!“
„Nein“, sagt die Zweite, „dein Mann ist es garantiert nicht!“
Darauf die Dritte: „Ja stimmt, und einer vom Tennisclub auch nicht!“
aus der Osho Times vom Februar 2008



Sonntag, 3. Februar 2008

Sieben Geheimnisse der Ehe

1. Sobald Männer verheiratet sind, arbeiten sie mehr, trinken weniger Alkohol, nehmen weniger Drogen und wechseln seltener ihren Job.

2. Ehepaare, die kein Eigenheim haben, sondern nur zur Miete wohnen, haben ein um 45 Prozent höheres Risiko, dass ihre Ehe scheitert.

3. 90 Prozent der verheirateten 30-jährigen Männer werden 65 Jahre und älter. Aus der Vergleichsgruppe der 30-jährigen Ledigen erreichten nur 75 Prozent diese Altersschwelle.

4. Laut einer Studie der Universität Utah von 150 Ehepaaren, greift Streit das Herz an. Ein aggressiver, streitsüchtiger Partner belastet demnach nicht nur das Gemüt. sondern auch die Herzkranzgefäße.

5. Verheiratete haben mehr und besseren Sex als Ledige.

6. Ehepaare streiten sich häufiger und zugleich heftiger als ledig Zusammenebende.

7. Die meisten Eheleute behandeln Fremde freundlicher als ihre eigenen Ehepartner. Das gilt natürlich besonders für unzufriedene Paare. Überraschenderweise trifft das jedoch auch auf glücklich Verheiratete zu.
(aus: Süddeutsche Zeitung) zitiert nach der Osho Times vom Februar 2008

Bayern leben länger

Laut einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium werden die Männer hierzulande 76,2 und die Frauen 82,1 Jahre alt. Der EU-Durchschnitt beträgt den Männern 7,16 Jahre und bei den Frauen 82,3 Jahre.

Am längsten leben der EU-Vergleichsstudie zufolge die Bewohner Schwedens, Spaniens und Italiens. Unter den Bundesländern liegt die Lebenserwartung der Bayern am höchsten mit 76,78 Jahren bei den Männern und 82,12 bei den Frauen. Die Schlußlichter bilden Sachsen-Anhalt, das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Lebenserwartung bei den Männern 74.03 und bei den Frauen 81,09 Jahren beträgt.
aus der Osho Times vom Februar 2008

Montag, 28. Januar 2008

Privatisierung, die Nächste

Vor einiger Zeit habe ich über gegenläufige Bewegungen in den Kommunen berichtet: Einige versuchen, Privatisierungen rückgängig zu machen.
Hier ein neuer Artikel zu dem Thema.

Vivisektion des Neoliberalismus

Auf der Seite von Frau Neumann gibt’s einen guten Artikel mit einer Besprechung des Buches »Kritik des Neoliberalismus« von Christoph Butterwegge u.a..

Elektronische Gesundheitskarte, die Nächste

Kommentar von Frau Neumann zur elektronischen Gesundheitskarte:
Wenn ich nur das Argument: Vermeidung von Doppeluntersuchungen höre, kriege ich die Krätze: Von dem Geld, was die e-card kostet, kann man die ganze Republik mit Doppeluntersuchungen versorgen.

zum Artikel in der taz geht’s hier



Und Karl Lauterbach hat natürlich auch schon die Hintergründe der Ärzteproteste ausgemacht: »Da haben sich Ärztegruppen, die Transparenz im Gesundheitswesen verhindern und ihr Einkommen sichern wollen, geschickt mit idealistischen Datenschützern verbündet.« 
[Quelle: Interview Datenschutz: "Die Ärzte fürchten Transparenz", taz, 24.01.2008]
(Wahrscheinlich, wenn man den Verfassungsschutz drauf ansetzt, wird rauskommen, daß die Ärzteverbände den Chaos ComputerClub seit Jahren sponsern.)

Lieber Karl, ich kann mir gut denken, weshalb Du als promovierter Mediziner jetzt als »Gesundheitsökonom« rummachst. Dann brauchst Du Dich mit den bescheuerten Patienten nicht rumärgern und kannst auch mehr verdienen.

Montag, 21. Januar 2008

Schreiben am Mac

Schon mehrmals ist es mir passiert, daß ich im gleichen Dokument seltene Zeichen eingeben wollte, z.B. »ã«. Nirgendwo auf dem Mac finde ich die dafür notwendige Tastenkombination.
Auf folgender Seite findet sich ein Link zu einer Seite, von der man das betreffende PDF-Dokument herunterladen kann: creativemac. Ich hab’s so kompliziert gelassen, weil sich die Angaben auf englische und amerikanische Tastaturen beziehen und auf der Seite noch einige wichtige Anmerkungen und auch Fehlernotizen zu finden sind. Trotzdem, ein Anfang. (Eigentlich ist es ja peinlich!)

Hier eine kurze Übersicht über die gebräuchlisten Sonderzeichen:

Beschreibung – Tastenkombination
€ Eurozeichen – Wahl + E
@ Klammeraffe – Wahl + @
unter älteren Mac-OS-Versionen auch: Wahl + Umschalt + 1
[ öffn. eckige Klammer – Wahl + 5
] schl. eckige Klammer – Wahl + 6
{ öffn. geschw. Klammer – Wahl + 8
} schl. geschw. Klammer – Wahl + 9
| Senkrechtstrich („pipe") – Wahl + 7
\ Rückw. Schrägstr. („backslash") – Wahl + Umschalt + 7
„ öffn. dt. Anführungszeichen – Wahl + ^
“ schl. dt. Anführungszeichen – Wahl + 2 oder Wahl + Umschalt + ^
[streng genommen falsch, gefällt mir aber besser:
” schl. dt. Anführungszeichen – Wahl + Umschalt + 2]
» öffn. franz. Anführungszeichen (Giullemets) – Wahl + Umschalt + q
« schl. franz. Anführungszeichen – Wahl + q
dasselbe nur mit einem Strich (Zitat innerhalb wörtlicher Rede):
› öffn. franz. Anführungszeichen – Wahl + Umschalt + n
‹ schl. franz. Anführungszeichen – Wahl + Umschalt + b
' Apostroph – Wahl + Umschalt + #
… Elipse – Wahl + .
– Halbgeviertstrich / Gedankenstr. – Wahl + -
– Geviertstrich – Wahl + Umschalt + -

Und noch ein Link zum Herunterladen einer PDF-Datei mit einem – fast vollständigen – Tastenbefehl-Verzeichnis: nur-text.de


Samstag, 19. Januar 2008

Raubtierkapitalismus, die Nächste

Das hier ist eine Heuschrecke:
Quelle: Immobilien-Zeitung
Diese Heuschrecke ist elegant gekleidet, trägt Anzug und Schlips, eine saubere Frisur und einen Doktortitel: Dr. Marcel Köchling ist der Vizechef von Lone Star Germany, dem deutschen Ableger eines amerikanische Hedgefonds. (Siehe auch die Inhaltsangabe zur ARD-Sendung »Wie gefährlich sind Hedge-Fonds?« vom 9.2.2007.) Marcel möchte nicht als Heuschrecke bezeichnet werden, meint er, er realisiere nur Gewinne. Klar, dazu ist er angestellt. Mit dem unter der Regierung Gerhard Schröder verabschiedeten Investmentgesetz (Inkrafttreten am 1.1.2004) wurde die Abtretung von Darlehensforderungen durch Banken an Investoren ohne Banklizenz möglich. Deshalb muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen heute tatenlos zusehen, wenn Kreditverkäufe in Milliardenhöhe bei ausländischen Investoren, sog. Heuschrecken, in Steuerparadiesen landen. (siehe auch: Forum Neo-Liberalismus)

Kreditverkäufe : Böses Spiel mit guten Kunden (Dennis Kremer, Zeit Online,  22.11.2007)
»Laut einer Studie der Deutschen Bank wurden im vergangenen Jahr Darlehen mit einem Nominalvolumen von insgesamt mehr als 7,6 Milliarden Euro verscherbelt. Bei mindestens zwei Dritteln handelt es sich um Immobilienkredite. Das Problem dabei: Zum einen fehlt es an klaren gesetzlichen Vorgaben. Zum anderen können die Kreditnehmer sich kaum dagegen wehren.«
Das ARD Wirtschaftsmagazin Plusminus recherchierte den Fall eines an einen amerikanischen Investor verkauften ehemaligen Bankkunden nach, der statt der geschuldeten 250.000 Euro dem Investor 470.000 Euro zurückzahlen musste. 

siehe dazu folgendes Video
aus der gleichen Quelle: 
»In ihrem Geschäftsbericht 2004 notiert beispielsweise die Hypo Real Estate Bank AG, dass auch ›154 Millionen Euro nicht leistungsgestörte Finanzierungen, die ordnungsgemäß bedient wurden‹, verkauft worden seien. Nach den Regelungen des Umwandlungsgesetzes darf eine Bank Kredite bündeln und ausgliedern. Die Kunden wurden erst nachträglich informiert.«

ARD PLUSMINUS Kreditkauf {5:13}

Veröffentlicht am 17.08.2012
Schuldenaufkäufer können ganz legal mehr als den eigentlichen Darlehenswert von Bankkunden verlangen, auch wenn diese immer ihre Raten bezahlt haben. Denn beim Darlehensverkauf ist die ursprünglich als Sicherheit für die Bank eingeräumte Grundschuld nicht mehr an das Darlehen gebunden und kann getrennt verwertet werden. Da sie während der gesamten Laufzeit des Darlehens in voller Höhe besteht, betreiben Investoren oftmals Zwangsvollstreckungsmaßnahmen in Höhe der Grundschuld und nicht in Höhe des Darlehens abzüglich Zins und Tilgung zum Zeitpunkt des Verkaufs. Obendrein können Investoren nach geltendem Recht drei Jahre rückwirkend 18 Prozent auf die Grundschuld von Bankkunden einfordern.

Um die Kredite für den Aufkäufer attraktiv zu machen, schnürt die Bank ein Paket, das zu je einem Drittel aus nicht funktionierenden, sanierungsbedürftigen und gesunden (!!) Krediten besteht und verkauft dieses dann an den Hedgefond. Dieser verlangt vom Kreditnehmer die umgehende Tilgung der Restschuld wie auch horrende Zinsen und leitet dann die Zwangsvollstreckung ein. Um die Reaktionsmöglichkeiten der Geschädigten Immobilienkreditnehmer möglichst kompliziert und schwierig zu machen, gibt die Lone Star die aufgekauften Kredite zur Ausschlachtung umgehend an über 20 verschiedene Westend-Firmen weiter. Wie die von Marcel so schön deklarierte Gewinnrealisierung im Einzelnen funktioniert, zeigt eine 45minütige Dokumentation aus der Reihe »Die Story« mit dem Namen »Und plötzlich ist das Haus weg«.
Hier die noch anstehenden Sendetermine:
26.01.2008 EinsExtra 22:00 - 22:45 Uhr “die story”
11.02.2008 SWR 22:30 - 23:15 Uhr “betrifft”
13.02.2008 SWR 13:45 - 14:30 Uhr “betrifft”



Wenn das Haus weg ist - legale Zwangsenteignung in der BRD {10:00}
Veröffentlicht am 29.12.2010
Der bittere Inhalt dieses Films MUSS jeden Bürger der noch einen Restverständnis für Gerechtigkeit hat aufrütteln. Das Verhalten der Banken ist schon lange ein Grund über das System ernsthaft nach zu denken. Fast könnte man hier auch eine planmässige Enteignung von Besitzwerten unterstellen.
Muss man sich das gefallen lassen??
Wenn es um Immobilien geht eindeutig NEIN. Denn es gibt moderne Lösungen die den Weg zur eigenen Wohnimmoblie
OHNE Banken
OHNE Schulden
OHNE Bonitäts-Stress
möglich machen.
Wie können auch Sie in guten Sachbüchern nachlesen!
Nähere Infos gerne auf Anfrage!
ZEIGEN AUCH SIE DEN BANKEN DIE ROTE KARTE ;)

In der Sendung sind unter anderem Ausschnitte aus einem Interview mit Heuschrecke Marcel und die Zwangsversteigerung eines Hotels in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen, das dem Hotelier Fred Winter quasi unter dem Hintern weg verramscht wurde, obwohl er seinen Kredit immer ordnungsgemäß bedient hatte. Berichtet wird auch vom Fall einer Rentnerin, die ob des drohenden Verlustes ihrer Eigentumswohnung Suizid beging. Aber was geht das Marcel an, er realisiert nur Gewinne, und das nach Recht und Gesetz.

– bei Simons Systemischer Kehrwoche gibt’s eine Inhaltsangabe
– zur Inhaltsangabe auf eins extra
– zur Inhaltsangabe bei der ARD
– zur Inhaltsangabe bei PlusMinus
(möglicherweise funktionieren die Links nicht, der von der ARD wurde am 20.2.08 aktualisiert)Zur Wiederausstrahlung am 16.1.08 hat die Sparkassen-Finanzgruppe auf ihrer Seite eine Stellungnahme veröffentlich, die ganz interessant ist. In den Inhaltsangaben zur Sendung (viele der Google-Links funktionieren nicht mehr) war von einer Rentnerin die Rede, die ob des drohenden Verlusts ihrer Eigentumswohung Suizid beging (näheres bei abendblatt.de). Wenn die Darstellung auf der Sparkassen-Seite stimmt (Punkt 6), muß sich der Regisseur der Haus-weg-Story einige Fragen gefallen lassen.
Auf den Seiten von ARD und PlusMinus finden sich auch weiterführende Links, u.a. auch zur Interessengemeinschaft der Bank- und Sparkassenkunden, IG BSK e.V.


»n24« hat schon 29.4.2005 einen Artikel darüber veröffentlicht:

- Die Schuldensammler (Anette Sydow, n24, 29.04.2005)


Übrigens gehört Friedrich Merz, ehemaliger CDU-Vorsitzender seit 2004 zur amerikanischen Anwaltskanzlei "Mayer, Brown, Rove & Maw", die Hudson Advisors berät. Hudson Advisors ist die Inkassotochter von Lone Star, die die anschließende Verwertung der von Lone Star aufgekauften Kredite übernimmt. Genaueres findet sich in folgendem Artikel, bei der Neuen Solidarität, vorletzter Absatz
- "Heuschrecke" Lone Star gehört zu Bushs Unterstützerkreisen in Texas (Helga Zepp-LaRouche, Neue Solidarität Nr. 33/2006)

– hier auch noch ein Link zur Internet-Seite der Hudson-Betroffenen

– hier der Link zu einem Einzelfall bei gomopa.net
– ein weiterer Einzelfall bei Lutz Schäfer
– und noch ein Einzelfall bei PlusMinus
– ein Link zum Sokrates Universitätsverein mit Informationen zum Forderungsverkauf von Sparkassen  
– ein Link zum Sokrates Universitätsverein mit Informationen zum Forderungsverkauf von Sparkassen
– Handlungsempfehlungen für Verbraucher bei verkaufte-kredite.de
Und wer will, kann mal auf der Seite des Deutschen Rentenschutzbundes zu Friedrich Merz scrollen, genaueres findet sich bei n24.
Im Gelben Forum findet sich eine Auflistung veröffentlichungspflichtiger Einnahme von Fritz. Auch dort findet sich ein Link, über den man zur 17. Ausgabe von »Neues aus der Anstalt« kommt. Ab Minute 28:10 erzählt Georg Schramm alias Lothar Dombrowski, was er von IKB, Lonestar und Merz hält. Der folgende Link funktioniert nämlich nicht mehr (warum wohl?).


Georg Schramm über Friedrich Merz:




Und was hat unser geliebter Georgieboy mit Lone Star zu tun? 

- "Heuschrecke" Lone Star gehört zu Bushs Unterstützerkreisen in Texas (aus der Neuen Solidarität Nr. 33/2006, Helga Zepp-LaRouche) 

Lone Star und Hudson Advisors haben ihren Sitz im 22. und im 21. Stockwerk desselben Bürohochhauses in Dallas. Ihr Gründer, John Grayken, ist laut Business Week ein Protegé des texanischen Milliardärs Robert Bass. Die Bass-Brüder gehören zu der sog. "Bushliga" in Texas und haben z.B. die Ölbohrungen für George W. Bush in Bahrein finanziert. Ihr oberster Vermögensverwalter war, bis er sich selbständig machte, Richard Rainwater, einer der ersten Investoren in die Baseballmannschaft Texas Rangers, wo George W. einst einen Job gefunden hatte. Als Rainwater 1970 das Management für die Bass-Brüder übernahm, verfügten diese über ein Erbe von 50 Mio. Dollar. Als er das Management abgab, war das Vermögen auf über vier Milliarden angestiegen.


Lone Star geriet in den deutschen Medien in die Kritik. Dabei wird dem Unternehmen unter anderem vorgeworfen, nicht zahlungsgestörte beziehungsweise notleidende, also durchweg vertragsgerecht bediente Kredite nach Ablauf der ursprünglichen Vertragslaufzeit überraschend nur zu überteuerten Konditionen oder gar nicht zu verlängern. Gelänge es den Betroffenen nicht, innerhalb einer verhältnismäßig kurzen Frist bei einer anderen Bank eine Anschlussfinanzierung zu erhalten, beantrage Lone Star teilweise in sehr kurzer Zeit Vollstreckungsmaßnahmen wie eine Zwangsversteigerung der betroffenen Immobilie.[3] Die Medienberichterstattung stieß wiederum auf Widerspruch.[5][6] (Lone Star, Kritik, Wikipedia)
- Kreditverkauf der Banken – stehen die Heuschrecken vor der Tür? (Fank Amann, d-Perspektive ohne Granzen e.V., 08.02.2007)
»Lone Star war schon während der Asien-Krise in Korea aktiv und hat es dort geschafft, fast die ganze Bevölkerung gegen sich aufzubringen. Der Chef und Gründer von Lone Star, John Grayken, sah sich sogar gehalten, eine erhebliche Spende zu leisten, weil der ehemalige südkoreanische Statthalter von Lone Star Millionen von Dollar veruntreut und Steuerhinterziehung begangen hatte. Begonnen hat die Lone Star-Gruppe mit der Abwicklung fauler Kredite in den 90er Jahren in den USA. Animiert durch die erzielten zweistelligen Renditen kam dann das Ausland ins Visier (Japan, Südkorea und jetzt Deutschland). Von wem jedoch erhält Lone Star das Kapital, um derartig umfangreiche Transaktionen tätigen zu können? Es sind nicht zuletzt die großen Pensionsfonds, die versuchen, das Kapital ihrer Anleger schnellstmöglich zu mehren.« 

Link zu den staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Lone Star in Korea bei WELT-Online

siehe auch:

- Privatisierung und Deregulierung kommen uns teuer zu stehen (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 13.11.2006)
- Die Insekten des Kapitals (Antonio Malony, economy Austria, S. 25 u. 26, 10.04.2007, PDF)
- Bundesfinanzminister förderte den unanständigen Kreditverkauf zulasten der Darlehnsnehmer. (NachDenkSeiten, 26.09.2007)

siehe auch:

- Nähende Heuschrecken (Post, 17.09.2008)
- Ungebremste Rückkehr der Hasardeure (Frank Stocker, Die Welt, 15.05.2011)

Wer jetzt mit Verschwörungstheorien anfängt, braucht sich bei mir keinen Termin zu holen. Ich kann ihm nicht helfen.

Samstag, 22. Dezember 2007

Frohe Weihnachten!

Habe grad einen echten Theobald geschenkt bekommen:

Ohne Titel, Graphitstift, Farbstift, Aquarell


Also:

Hiermit allen, die sich hierher verirren, eine frohe Weihnacht und einen guten Rutsch und alles, was Ihr sonst noch so brauchen könnt oder glaubt, es zu brauchen!

Donnerstag, 29. November 2007

Die 68er

Im Stern Online gibt’s ’ne Serie, die folgendermaßen angekündigt wird:
»In acht Teilen entwirft der stern das Porträt einer bewegenden Zeit: von Vietnam und Protest, von Autoritäten und Partys, von Rebellion und Befreiung. stern.de begleitet die Serie mit zusätzlichen Interviews, Ton- und Bilddokumenten aus der Zeit, Wissenstests und Fotostrecken.«

Link

Bahman Nirumad gab unfreiwillig den Startschuß


Mittwoch, 28. November 2007

Dalai-Lama-Abstimmung – eilt!

Auf der »Welt«-Internetpräsenz gibt’s eine Abstimmung über die Einschätzung der Legitimität des Dalai Lama als Repräsentant des tibetischen Volkes. Die Wahlmöglichkeiten liegen zwar auf Bild-Niveau, aber ich denke trotzdem, daß möglichst viele teilnehmen sollten – und zwar möglichst umgehend, da ich nicht weiß, wie lange die Abstimmung noch läuft.

Hier geht’ lang

Dienstag, 20. November 2007

Ein paar Übungen zum Nicht-Machen

Link zur Barmenia

Who is who in der Medizin

Wer waren die Begründer der modernen Medizin? Was haben sie entdeckt, wo haben sie gewirkt, wie sahen sie aus? Und wer steckt hinter Namen, die als Bezeichnungen von anatomischen Strukturen, physiologischen Vorgängen und Krankheiten in die Medizingeschichte eingegangen sind? Alzheimer, Golgi, Rokitansky et cetera – zwei Internetlexika erleichtern die Suche nach den Wurzeln.
Seit August 2007 kann man unter www.mediziner-biographien.de die Biografien und Porträts von 581 bedeutenden Wissenschaftlern und Ärzten, die zwischen 1850 und 1920 gelebt haben, recherchieren. Der emeritierte Heidelberger Pathologe Professor Klaus Goerttler hat seine beiden Buchmonografien, die rund 370 Biografien enthielten, mit Unterstützung aus der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ins Internet gestellt und erweitert. Goerttler widmet sein Werk der jungen Generation, deren Verständnis für die Medizin er durch historisches Wissen fördern möchte.
Die Porträts stammen aus sehr unterschiedlichen Quellen: Kernstück ist ein Album des Anatomen Robert Wiedersheim, ergänzt durch das „Archiv hervorragender Ärzte und Naturforscher“, dessen Einzelporträts als Loseblatteinlagen der Münchner Medizinischen Wochenschrift zwischen 1880 und 1960 beigefügt waren. Weitere Porträts sind Jahresabreißkalendern entnommen, die von der Firma Ciba-Geigy in den Nachkriegsjahren unentgeltlich an Ärzte verteilt wurden, sowie dem Google-Bildarchiv, Universitätsarchiven und Einzelpublikationen.
Der besondere Reiz des Lexikons ergibt sich für historische Spurensucher aus dem Medium Internet: Mühelos lassen sich per Mausklick Querverbindungen zwischen Lehrern und Schülern herstellen. Die Koryphäen sind sowohl alphabetisch als auch nach ihrem Fachge-biet sortiert. Wer sich mit der medizinischen Terminologie schwertut, kann auf „Begriffserklärungen“ zurückgreifen. Die Porträts der Wissenschaftler sind jeweils mit Kurzbeschreibungen ihrer Arbeitsgebiete, Forschungsergebnisse und der entsprechenden Literatur bestückt.
Die zweite Internetadresse www.whonamedit.com, ein längst etabliertes englischsprachiges Lexikon, orientiert sich an der schönen Tradition, dass die Medizin neue Krankheiten und medizinische Entdeckungen meist nach dem Entdecker benannt und ihm damit ein medizinhistorisches Denkmal errichtet hat. Wer hat der Addisson’schen Krankheit ihren Namen gegeben? Wer war Sir David Bruce, der Entdecker der Brucellose, die übrigens auch Bang’s bacillus genannt wird?
Fast 8 000 „Eponyme“ wurden bislang beschrieben, zugehörige ausführliche Biografien sind nochmals nach Ländern und übergeordneten Fachbegriffen sortiert. Einen besonderen Eintrag haben sich Medizinerinnen verdient: Während das deutsche Lexikon noch eine reine Männerdomäne ist (abgesehen von der französischen Physikerin Marie Curie), verzeichnet www.whonamedit.com immerhin – separat aufgeführt unter „Female entries“ – 110 Einträge, darunter so prominente wie die amerikanische Anästhesistin Virginia Apgar (Apgar-Score bei Neugeborenen), allerdings keine aus Deutschland. Annette Tuffs

aus Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 46 vom 16.11.2007

Montag, 19. November 2007

Armut und Gesundheit

Das Deutsche Ärzteblatt legt in der Nr. 43 aus dem Oktober 2007 den Schwerpunkt auf den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit.

das Editorial:

Priv.-Doz. Dr. med.
Christopher Baethge
Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion


Dieses Heft steht im Zeichen der Armut. Es ist ein Schwerpunktheft über den Zusammenhang von sozialer und gesundheitlicher Lage. Die Akuität vieler Leiden und die prompten Erfolge vieler Interventionen überlagern manchmal, dass Erkrankungen oft genug eine lange Geschichte sozialer Probleme vorausgeht. Je weiter wir jedoch zurücktreten, desto offensichtlicher wird das Wechselspiel zwischen Lebensbedingungen und Krankheit. Dies zeigt sich besonders bei Kindern: Thomas Lampert und Bärbel-Maria Kurth etwa demonstrieren in ihrem Artikel mit den Daten des deutschen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys die enge Assoziation von niedrigem sozialen Status mit Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten (Seite 2944).
Unser Schwerpunktheft ist Teil einer gemeinsamen Aktion internationaler medizinischer Zeitschriften, die in ihren aktuellen Ausgaben über Armut und Gesundheit berichten: Global Theme Issue on Poverty and Human Development. Das Council of Science Editors, eine internationale Organisation von Wissenschaftsredakteuren, organisiert in diesem Jahr bereits die dritte Themenausgabe, um einem weltweiten Problem den gebührenden Platz einzuräumen. 1996 hatten mehr als 200 Artikel in 36 Fachblättern die Aufmerksamkeit auf die globale Bedrohung durch Infektionen gelenkt, ein Jahr später widmeten sich schon fast 100 Redaktionen dem Thema Altern. In dieser Woche nehmen mehr als 230 Zeitschriften teil, von JAMA und Nature über das Ghana Medical Journal bis zum Icelandic Journal of Nursing. Das Deutsche Ärzteblatt beteiligt sich zum ersten Mal – und als einzige deutschsprachige Fachzeitschrift.
Sunna Gieseke schildert ab Seite 2930 die Praxis des Sankt-Bonifaz-Klosters in München, die sich der Versorgung Obdachloser angenommen hat. Noch umfassender versucht der freie Trägerverein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“, über den Heike Korzilius berichtet, die Bewohner der Obdachlosensiedlung „Zwerchallee“ in Mainz zu unterstützen: Gesundheitserziehung, Ernährungs- und Impfberatung, Sport, Entspannungsübungen zur Gewaltprävention – diese Programme sollen die Obdachlosen in die Lage versetzen, sich zu helfen (Seite 2918).
Wir wissen sicher, dass Arbeitslosigkeit und Krankheit überzufällig häufig gemeinsam auftreten, aber: Macht Arbeitslosigkeit krank oder macht Krankheit arbeitslos? Dieser Frage gehen Andreas Weber und seine Koautoren in ihrer Übersichtsarbeit nach (Seite 2957). Wie das Zusammenspiel zwischen Arzt und Gutachter der Arbeitslosenversicherung im Sinne des arbeitslosen Patienten verbessert werden kann, erklärt die Autorengruppe um Walther Heipertz, dem leitenden Arzt der Bundesagentur für Arbeit (Seite 2925). Viviane Brunne vom Kompetenznetz HIV/AIDS rechnet vor, dass die Immunschwächekrankheit auch Volkswirtschaften schädigt (Seite 2932).
Die Säuglingssterblichkeit liegt in Deutschland mit circa vier pro 1000 Geburten auf einem international niedrigen Niveau. Dennoch, und darauf weisen Oliver Razum und Jürgen Breckenkamp hin (Seite 2950), findet sich auch bei uns ein Sozialgradient: Für ausländische Neugeborene liegt etwa in Nordrhein-Westfalen die Sterblichkeit mehr als doppelt so hoch wie für deutsche. Ganz besonders dramatisch ist die Lage allerdings in vielen armen Staaten. Unsere Autoren zeigen in ihrem internationalen Vergleich, welche Faktoren eine hohe Kindersterblichkeit bedingen.
„Armut und Gesundheit“ – ein regionales und ein globales Thema, eine Herausforderung für die Gesellschaft und für den einzelnen Arzt. Ich würde mich freuen, wenn die Beiträge unseres Schwerpunktheftes Ihr Interesse fänden.

Link zur Global theme issue:
www.councilscienceeditors.org/globalthemeissue.cfm

Donnerstag, 15. November 2007

Biblis B: Der Mailer gehört stillgelegt

Mit einer Klage vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel möchte die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW die Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis B herbeiführen.

Eine soeben erschienene Zeitung mit dem Titel "Biblis angeklagt" informiert auf acht Seiten sachlich und seriös über die Klage, über die rund 150 Sicherheitsdefizite der Anlage, über Störfälle und über erschreckende Aussagen von Insidern über Missstände in Biblis. Skizziert werden auch die Vorzüge einer dezentralen Energiewirtschaft und die Möglichkeit des zügigen Ersatzes von Biblis durch 100% erneuerbare Energie. Herausgegeben wird die Zeitung von der IPPNW, dem Umweltverband BUND und der Solarenergie-Vereinigung EUROSOLAR.

Sie können sich die Zeitung im Internet ansehen.

Wir bitten um Ihre Mithilfe, um die Zeitung in den nächsten Wochen in möglichst vielen hessischen Städten und Gemeinden in die Briefkästen zu verteilen. Wenn Sie dabei helfen wollen, dass Biblis endlich stillgelegt und die Energiewende durchgesetzt wird:
1 Bestellen Sie diese Zeitung in der erforderlichen Stückzahl und verteilen Sie sie in die Briefkästen Ihres Stadtteils oder Ihrer Gemeinde (Beachten Sie bitte: Keine Zeitungen in Briefkästen, wenn z.B. keine Werbung erwünscht ist). Einen Bestellzettel finden Sie weiter unten und als pdf-Datei angehängt.
2 Nutzen Sie den Film "Biblis angeklagt" (DVD Video, 42 Minuten) für eine öffentliche Veranstaltung vor Ort.
3 Wenn Sie selbst nicht aktiv werden können, dann fördern Sie bitte diese Kampagne durch eine großzügige Spende auf das folgende Konto: IPPNW e.V., Konto: 600 14 859, Kreditinstitut: Sparkasse Rastatt-Gernsbach, BLZ: 66 55 00 70, Stichwort: "Biblis-Kampagne"
Mit freundlichen Grüßen
Henrik Paulitz
Fachreferent der IPPNW

PS. Hier finden Sie weitere Informationen zur Klage.

Dienstag, 13. November 2007

Für die Bootze…

Zu einem taz-Artikel über Jakob Maria Mierscheid
Zum Download einer Mierscheid-Stellungnahme:
- Gott mit Dir, du Land der Gauner? (Bundestag, 22.01.2014, PDF)

Inzwischen hat Jakob Maria Mierscheid geheiratet. Danke für den Link



Müller ist tot

Es gab mal einen daoistischen Meister: Gia-Fu Feng. Von dem gibt’s auch einige Bücher. Und bei Konfusius, der über Jahre hinweg Gia-Fu’s Kurse hier in Deutschland organisierte, gibt’s auch ein paar Geschichten über ihn. (Siehe auch Konfusius’ Dank Nr. 12. Ich wollte, es gäbe mehr.) Irgendwann hatte er die Nase von seiner irdischen Existenz voll. 1985 zog er sich während eines Aufenthaltes eine schwere Lungenentzündung zu, an der er er dann einige Zeit später nach seiner Rückkehr zu seiner Einsiedelei Stillpoint starb.
Der ihn hier in Deutschland pflegte, war Karl-Heinrich Müller, der mit Immobilien viel Geld verdient hatte und mit dem Geld einige interessante Sachen ins Laufen brachte. Der hat sich jetzt auch auf den Weg zu Gia-Fu gemacht.

Sonntag, 11. November 2007

Harald Lesch für alle

Ein Link zur Medienrauschen-Seite

Lesch auf Wikipedia