Sonntag, 3. August 2014

Die Welt in Zahlen, August 2014

Umsatz der Musikindustrie weltweit im Jahr 2012, in Milliarden Euro 11
Umsatz mit Kunstwerken und Antiquitäten weltweit im Jahr 2012, in Milliarden Euro  47
Mitgliederverlust der katholischen Kirche in Deutschland zwischen 2002 und 2012, in Prozent  8
Mitgliederverlust der evangelischen Kirche in Deutschland zwischen 2002 und 2012, in Prozent  11
Anstieg der Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche in Deutschland in dieser Zeit, in Prozent  21 
Anstieg der Kirchensteuereinnahmen der evangelischen Kirche in Deutschland in dieser Zeit, in Prozent  13
Anteil polnischer Unternehmer, die glauben, dass die Konkurrenz Geschenke an Regierungsbeamte macht, um Vorteile zu erhalten, in Prozent  97,5
Anteil der Studienkredite in den USA, deren Schuldner älter als 40 sind, in Prozent  31
Durchschnittliches Lebenseinkommen eines Universitätsabsolventen in den USA, in US-Dollar  1 420 000
Durchschnittliches Lebenseinkommen eines Schulabsolventen in den USA, in US-Dollar  770 000
Jährlicher Urlaubsanspruch in Japan, in Tagen 18
Durchschnittliche Zahl der Urlaubstage, die ein japanischer Arbeitnehmer jährlich verfallen lässt 11
Jährlicher Urlaubsanspruch in Frankreich, in Tagen  30
Durchschnittliche Zahl der Urlaubstage, die ein französischer Arbeitnehmer jährlich verfallen lässt  0
Zementproduktion in den USA zwischen 1910 und 2012, in Milliarden Tonnen  5,2
Zementproduktion in China zwischen 2010 und 2012, in Milliarden Tonnen  6,2
Faktor, um den das Gehalt eines deutschen Dax-Vorstands durchschnittlich höher ist als das eines Angestellten eines Dax-Unternehmens  53
Faktor, um den das Gehalt eines amerikanischen Vorstands durchschnittlich höher ist als das eines Angestellten eines US-Unternehmens  296
Zahl der Flugzeugabstürze zwischen 1994 und 2013, bei denen Menschen ums Leben kamen  395
davon Abstürze wegen technischen Versagens 68
davon Abstürze wegen menschlichen Versagens 192
Zahl ausländischer Touristen in Deutschland im Jahr 2012, in Millionen  30
Zahl ausländischer Touristen in Frankreich im Jahr 2012, in Millionen  83
Zahl der essbaren Insektenarten 1900
Ausgaben der Europäischen Union zur Erforschung von Insekten als Nahrungsmittelquelle, in Millionen Euro  3


Amel Karboul – Geliebt und gehasst

Die Unternehmensberaterin Amel Karboul kehrte nach mehr als 20 Jahren in ihre Heimat Tunesien zurück, um Ministerin zu werden. Eine Politikerin wie sie hat das Land noch nicht gesehen. Porträt einer Frau, die niemanden kalt lässt.
mehr:
- Amel Karboul – Geliebt und gehasst (brand eins, August 2014)

Vor 2044 Jahren – August 30 v. Chr.: Das Ende des Ptolemäerreichs in Ägypten

Die letzte Blüte des Pharaonenreichs 

Mit der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen 332/31 v. Chr. wurde das Land am Nil aus dem untergehenden Perserreich gelöst und der Herrschaft des makedonischen Königs und Feldherren unterstellt. Nach dem Tod Alexanders (323 v. Chr.) regierte in Ägypten die makedonische Dynastie der Ptolemäer, die das alte Ägypten zu seiner letzten Blütezeit führte. Das Ptolemäerreich erstreckte sich nach maßvoller Expansion schließlich bis Syrien und Zypern, bis an die Westküste Kleinasiens und bis auf die Ägäischen Inseln. Ab Mitte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts war es weitgehend von der Gunst Roms abhängig. Die Dynastie und das Reich der Ptolemäer endeten mit dem Tod der Pharaonin Kleopatra im Jahr 30 v. Chr.

»Nadel der Kleopatra«, Obelisk im ägyptischen Alexandria
(Aquarell von Eduard Hildebrandt, 1862)
Residenzstadt und Herz des Ptolemäerreichs war Alexandria. Berühmte Bauwerke und Institutionen wie der Leuchtturm von Pharos, die bedeutendste Bibliothek der antiken Welt, Palast und Tempelanlagen machten die Küstenstadt zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum, das im gesamten Mittelmeerraum einen legendären Ruf genoss. Auch in römischer Zeit blieben der Ruhm und die Bedeutung der Stadt noch jahrhundertelang erhalten.

Kleopatra (69-30 v. Chr.) 
▪︎ ägyptische Königin 51-30 v. Chr.
▪︎ hatte mit Iulius Caesar einen Sohn
▪︎ war die Geliebte von Marcus Antonius
▪︎ nahm sich nach der Schlacht bei Actium das Leben
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Samstag, 2. August 2014

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (Teil 1) [1:08:59]

KenFM
Am 02.08.2014 veröffentlicht
Hans-Christof von Sponeck gehörte zu den ersten Wehrdienstverweigerern der damals jungen Bundesrepublik Deuschland. Im Anschluss entschied er sich für eine Bewerbung bei den Vereinten Nationen. Seit 1968 verbrachte er über 30 Jahre im Dienste der UN und war in dieser Zeit neben den Zentralen in New York und Genf unter anderem in Ghana, Pakistan und Botswana im Einsatz.
Seine letzte Station war der Irak. Von Sponeck legte 2000 aus Protest gegen die Sanktionspolitik der USA nach 17 Monaten in Bagdad das Amt nieder. 500 000 verhungerte Kinder als „Preis“, um das Land wieder auf „West-Kurs“ zu bringen, widersprachen allem, was er in der Menschenrechtscharta als richtig erkannt hatte.
Hans-Christof von Sponeck ist offiziell im Ruhestand. In der Realität ist der heute 75-jährige so umtriebig wie nie zuvor. So lehrte er beispielsweise bis vor kurzem im Zentrum für Konfliktforschung an der Universität Marburg und gibt Seminare an der Universität Basel. Zudem veröffentlicht er Artikel und Sachbücher.
Hans-Christof von Sponeck entstammt der alten Militärfamilie von Sponeck. Sein Vater, Hans Emil Otto Graf von Sponeck, 1888 geboren, kämpfte im Ersten und Zweiten Weltkrieg für Deutschland. Nachdem er seiner Einheit beim Russlandfeldzug 1941 eigenmächtig den Rückzug befahl, da die Rote Armee seine Truppe sonst aufgerieben hätte, wurde er am 23. Dezember 1942 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde von Adolf Hitler jedoch in eine lebenslange Haft umgewandelt.
Im Zuge des Hitlerattentates vom 20. Juli 1944 jedoch wurde die Haftstrafe durch Himmler erneut in eine Todesstrafe umgewandelt und General von Sponeck hingerichtet.
Damals war unser Gesprächspartner 5 Jahre alt. Der Tod des Vaters und die spätere Beschäftigung mit der deutschen Geschichte haben Hans-Christof von Sponeck tief geprägt und eine andere als eine militärische Laufbahn einschlagen lassen.
Hans Christoph von Sponeck hat sich ohne Wenn und Aber dem Frieden verschrieben, zu dem es seiner Meinung nach keine Alternative gibt.
Kooperation statt Konkurrenz.
Demut statt Überheblichkeit.
Humanismus statt Militarismus.
Wir trafen den langjährigen UN-Diplomat in der Nähe Freiburgs und sprachen mit ihm über die Bilanz seiner Arbeit und die aktuellen Krisenherde der Welt, den Irak, die Ukraine und Gaza. Das Gespräch dauerte rund 120 Minuten und hat uns als Redaktion tief beeindruckt. Hans-Christof von Sponeck gehört zu den intellektuellen Lichtblicken in diesem Land. Für ihn sind Ethik und Moral keinen Mode, die man mal mehr, mal weniger vor sich her trägt.
Die Zentrale Botschaft, die wir aus dieser Begegnung mitnehmen konnten, lautet:
Frieden ist möglich, wenn wir, die Bürger, endlich den Mut aufbringen, den Kriegstreibern in allen Bereichen zu widersprechen.
Teil Zwei: http://www.youtube.com/watch?v=TcJJ1-...
http://www.kenfm.de
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/wwwkenfmde
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (Teil 2) [56:15]

KenFM
Am 05.08.2014 veröffentlicht
Gleicher Info-Text wie oben

Freitag, 1. August 2014

Heute vor 100 Jahren – 1. August 1914: Das Deutsche Reich erklärt Russland den Krieg

Der »Große Krieg« – der Erste Weltkrieg 

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs endete eine ungewöhnlich lange Phase relativen Friedens in Europa: Mehr als vier Jahrzehnte lang hatte es keinen großen militärischen Konflikt mehr unter Europas Mächten gegeben. Als ein bosnisch-serbischer Nationalist jedoch am 28. Juni 1914 in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger erschoss, löste dieses Attentat zunächst heftige diplomatische, dann militärische Aktivitäten aus, die schließlich in den Ersten Weltkrieg führten. 

Abfahrt eines Truppentransports von einem Berliner Bahnhof, August 1914
Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn mit deutscher Rückendeckung Serbien den Krieg, schon am folgenden Tag beschossen österreichische Truppen Belgrad. Daraufhin ordnete Russland, Verbündeter Serbiens, am 30. Juli die Gesamtmobilmachung seiner Truppen an, was wiederum Deutschland die Gelegenheit gab, das Zarenreich als Aggressor hinzustellen und Russland heute vor 100 Jahren, am 1. August 1914, den Krieg zu erklären. Aufgrund von Bündnisverpflichtungen waren wenige Tage später alle europäischen Großmächte, ab April 1917 auch die USA, in den Krieg verwickelt, der 9 Mio. Soldaten und 6 Mio. Zivilisten das Leben kostete. 

Kriegführende Parteien 1914  
▪︎ Entente – Großbritannien, Frankreich, Russland 
▪︎ Mittelmächte – Deutschland, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich 
  
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Donnerstag, 31. Juli 2014

Mittwoch, 30. Juli 2014

Julian Nida-Rümelin: Vorwürfe gegen Putin klingen stark nach Kriegs-Propaganda

Im Ukraine-Konflikt hat sich der Westen auf Wladimir Putin eingeschossen. Neo-imperialistische Politik wirft man Russlands Präsidenten vor. Dabei ist Putins Politik geradezu moderat. Ein Gastbeitrag von Julian Nida-Rümelin

Durch den vermutlich unbeabsichtigten Abschuss eines malaysischen Verkehrsflugzeuges spitzt sich die Ukraine-Krise zu. In Russland verbreiten die Medien, den Abschuss habe selbstverständlich die ukrainische Regierung zu verantworten, während in Deutschland und den USA die "neo-imperialistische" Politik Wladimir Putins für den Abschuss verantwortlich gemacht wird. Vermutlich wird sich herausstellen, dass es sich in der Tat um pro-russische Separatisten handelte, die diesen Abschuss zu verantworten haben.

Der Westen reagiert auf dieses Unglück mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, und die ukrainische Regierung weitet den militärischen Einsatz gegen die Separatisten aus. Wie im Falle des Irak-Krieges des damaligen US-Präsidenten George W. Bush zeigen auch die deutschen Medien auffallend wenig Resistenz gegen eine Ideologisierung der Außenpolitik des Westens. Dass eine solche Ideologisierung von Russland aus, offenbar auch mit einigem Erfolg, betrieben wird, überrascht nicht. In einer voll entwickelten Demokratie erwartet man aber etwas anderes, nämlich eine gewisse kritische Distanz gegenüber Nato- und CIA-gesteuerten Informationen.

mehr:
- Kommentar zur Ukraine-Krise – Die Vorwürfe gegen Putin klingen stark nach Kriegs-Propaganda (Julian Nida-Rümelin, Stern, 29.07.2014)

mein Kommentar:
Wenn man in einer voll entwickelten Demokratie eine gewissen kritische Distanz gegenüber Nato- und CIA-gesteuerten Informationen erwarten kann, dies aber in der gegenwärtigen Ukraine-Krise definitiv nicht der Fall ist, ist der Sachverhalt klar:

Wir sind halt keine voll entwickelte Demokratie!
Punkt!

Gesellschaftsform Demokratie | Julian Nida-Rümelin [7:47]

Veröffentlicht am 11.12.2014
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Zum vorherigen Kapitel: http://youtu.be/hcGDHDAjbZs

Entgegen der verbreiteten Auffassung, dass Wahrheitsansprüche in der Demokratie unangemessen seien, begründet Nida-Rümelin die These, dass ohne normative Wahrheitsansprüche die demokratische Gesellschaft und Politik undenkbar seien. Die demokratische Ordnung beruht auf normativen Überzeugungen, wie die der Toleranz aus Respekt und der gleichen Freiheit aller Menschen.

Wenn diese Überzeugungen zur Disposition stünden, wäre auch die Demokratie als Lebensform obsolet.


Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen, lehrte Philosophie und politische Theorie in München, Minneapolis, Tübingen, Brügge, Göttingen und Berlin - 1993 – 2003 o. Professor für Philosophie an der Universität Göttingen, seit 2004 Ordinarius für politische Theorie und Philosophie an der Universität München.
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Vor 2115 Jahren – 30. Juli 101 v. Chr.: Römische Truppen besiegen die Kimbern

Kampf den Germanen! 

Römische Soldaten tragen ihren Feldherrn Marius auf den Schultern
(Gemälde von Francesco Saviero Altamura, 19. Jh.)
 Die Kimbern, das germanische Volk aus Jütland, wanderten gegen Ende des zweiten Jahrhunderts v. Chr., vermutlich infolge einer Sturmflut, zunächst nach Schlesien und Böhmen, dann nach Noricum. Dort besiegten sie 113 v. Chr. bei Noreia ein römisches Heer. Sie zogen westwärts über den Rhein nach Gallien und vernichteten, nachdem ihnen Rom die Bitte um Zuweisung von Land abgeschlagen hatte, drei römische Heere. Erst bei den Keltiberern in Nordspanien stießen sie auf heftigen Widerstand. Im Gebiet der unteren Seine vereinigten sie sich schließlich mit den Teutonen, einem weiteren germanischen Volk, und drangen auf verschiedenen Routen in Italien ein, wo Rom den Kimbern das Gebiet nördlich des Po überlassen musste. Doch 102 v. Chr. besiegte Gaius Marius bei Aquae Sextiae zunächst die Teutonen. In der Schlacht auf dem Raudischen Feld bei Vercellae vernichtete Marius dann 101 v. Chr. mit seinem Heer die Streitmacht der Kimbern und bannte so die »Germanengefahr«. Der Sieger wurde als »dritter Gründer Roms« gefeiert und zum sechsten Mal zum Konsul gewählt. 

Was am 30. Juli noch geschah: 
1977: Der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, wird in seinem Haus von Mitgliedern der RAF erschossen
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Sturm über Europa - Folge 01 - Kimbern und Teutonen [43:48]

Infotext:  
Hochgeladen am 27.12.2011 
Schon 120 v. Chr. machten sich die ersten germanischen Völker - die Kimbern und Teutonen - von Norddeutschland und Jütland aus auf den Weg in die Provinzen des römischen Imperiums. 
Während die antike römische Welt ihrem Untergang entgegen gehen sah, entstand im Nordwesten Europas ein neues politisches Zentrum. Heute billigen Historiker den Germanen einen entscheidenden Anteil an der Entstehung Europas zu. Beschrieben werden in diesem Film die Wanderungen der Kimbern und Teutonen, die Hungermarsch, Kriegszug und Abenteuer in einem waren. Um 120 v.Chr. waren an die 300.000 Kämpfer mit Frauen und Kindern von Dänemark aus in südliche Gefilde aufgebrochen und hatten die Römer das Fürchten gelehrt. 
Wer waren diese Kimbern und Teutonen? Wie lebten sie? Für die Römer waren sie "zweibeinige Tiere, die außer der Stimme und dem Leib nichts vom Menschen an sich haben". Dieses Bild versuchen Wissenschaftler heute zu korrigieren. Das Leben und Sterben der Kimbern erforschen sie u. a. in den Mooren: Tausende Funde haben sie dort gemacht und Moorleichen ausgegraben, die ihnen noch immer Rätsel aufgeben. Bis in die jüngste Vergangenheit spekulierte man über Wetterkatastrophen als Grund der Auswanderung. Fast 20 Jahre und 7000 Kilometer weit waren die Teutonen durch Europa gezogen, ehe sie in Südfrankreich von den Römern besiegt wurden, wie schließlich auch die Kimbern in der Po-Ebene. 
 Die Reihe "Sturm über Europa" beschäftigt sich ausführlich mit der germanischen Völkerwanderung und ruft jene Zeit wach, die am Beginn unserer europäischen Geschichte steht.

Dienstag, 29. Juli 2014

Ukraine 14 – »Wir sind Menschen des Friedens«

- Ukrainischer Außenminister: "Wir sind die Menschen des Friedens" (Telepolis, 29.07.2014)
Ein neutraler Blick auf den Krieg in der Ukraine bleibt schwierig, aber Einseitigkeit herrscht in westlichen Medien vor 
In der Ostukraine drängen die ukrainischen Streitkräfte die Separatisten zurück. Die härtesten Kämpfe finden um Donezk und in der Nähe der Absturzstelle der MH17 statt. Kiew scheint entschlossen zu sein, die Absturzstelle einzunehmen, erklärt jedoch, wie der Sprecher des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Andriy Lysenko, dass die "Terroristen" den Zugang für das internationale Expertenteam verhindert hätte. Die OSZE berichtet jedoch, dass die Kämpfe eine Anreise unmöglich gemacht hätten.  


Was mir so durch den Kopf geht

1. Gestern ging mir durch den Kopf: »Die Amis befinden sich im Krieg!« 
Überhöhung ist essentieller Anteil an jeder Religion und jedem Nationalgefühl (man erinnere sich an die furchtbar traurigen Gesichter der Brasilianer nach ihrer Halbfinal-Niederlage gegen Deutschland). Und vielleicht sind die US-Amerikaner ja die modernen Juden, die sich ebenfalls für das auserwählte Volk halten. (Ich erinnere daran, daß es ja auch zu Kaisers Zeiten hieß, am deutschen Wesen solle die Welt genesen.) Und – vielleicht wie Israel – befinden sich die Amerikaner ebenfalls in einem latenten Kriegszustand, der sie dazu zwingt, unter der Fahne von Freiheit, Marktwirtschaft und Demokratie, alles, was sich der missionarischen Verbreitung des American Way of Life in den Weg stellt zu bekämpfen, weil sie sich bei Widerstand angegriffen fühlen. Und vielleicht sind sie so darauf angewiesen die Guten – oder sogar die Besten – zu sein, daß alles, was nicht zu diesem Bild paßt, verdrängt, verleugnet und projiziert (und im Anderen bekämpft) wird. Wie verschieden die Amerikaner von uns sind, mache man sich einmal deutlich, indem  man sich fragt, wie viele mißlungene Hinrichtungen in Deutschland stattfinden könnten, bis die Exekutionen ausgesetzt werden würden. Vielleicht sollten die USA zu der guten alten Guillotine zurückkehren, da geht sowas schneller. (Sieht dann allerdings nicht mehr so modern und human aus…)
- Horst Eberhard Richter, Die Krankheit Friedlosigkeit – über die Thesen Henrik M. Broders (FR, 13.06.2007, Link beim Friedensforum Heidelberg) 
Nach dem 11. September 2001 warnten hellsichtige Mahner vor einer antiislamischen Weltspaltungs-Ideologie und plädierten energisch für Bemühungen um Verständigung. Aber sie prallten auf einen unbeirrbaren US-Präsidenten, der stattdessen um die Erhaltung seines absoluten Feindbildes und um Geschlossenheit des westlichen Kriegsgeistes bangte. Dennoch war es ein gebürtiger Moslem, der unbeirrt von der angeheizten Kreuzzugshysterie zum Nachdenken darüber aufforderte, wie einer Verkettung von terroristischem Hass und kriegerischem Rache-Hass Einhalt geboten werden könne.
- Definitionen von "böse" - Einblicke in die Methoden eines "Verhörspezialisten" des US-Militärs (Freace, 12.06.2007, Link beim Friedensforum Heidelberg) 
In der vergangenen Woche erschien das Buch "Fear up Harsh" des ehemaligen "Verhörspezialisten" des US-Militärs Tony Lagouranis, benannt nach einer Verhörmethode, bei der dem Verhörten beispielsweise durch anschreien und Faustschläge auf den Tisch versucht werden soll, möglichst große Angst einzuflößen. Tatsächlich hat Lagouranis, wie er selbst sagt, Gefangene gefoltert. 
 In dem Buch gibt der heute 37-jährige Lagouranis sich wie auch dem gesamten US-Militär durch die von ihm auf Befehl beziehungsweise Druck von oben, "direkt aus dem Pentagon", hin angewandten Foltermethoden die Schuld daran, daß der von den USA gegen den Irak geführte Krieg unaufhaltsam in die Niederlage führen werde.
- "Unsere Lehre aus dem Holocaust heißt: 'Menschlichkeit'!" (AGF, 11.06.2007, Link beim Friedensforum Heidelberg)
Im Wortlaut: Rede von Felicia Langer anlässlich des 40. Jahrestags der Besatzung des Westjordanlands, des Gazastreifens, Ostjerusalems und der syrischen Golanhöhen 
- Dalia Karpel, Wenn israelische Soldaten das Schweigen brechen (Haaretz, 21.09.2007, Link beim Friedensforum Heidelberg)
Neue israelische Studie bestätigt schlimmste Befürchtungen 
- Gideon Levy, Sieg der Gleichgültigkeit (taz, 05.06.2007, Link beim Friedensforum Heidelberg)
40 Jahre nach dem Sechstagekrieg herrscht Israel noch immer über die Palästinenser. Die meisten Israelis verdrängen diese Realität und träumen von einseitiger Trennung 
- Lühr Henken, Aufrüstung der Bundeswehr zur strukturellen Angriffsfähigkeit (August 2007, Link beim Friedensforum Heidelberg)
Von 2006 bis 2010 soll die Bundeswehr den radikalsten Umbau ihrer Geschichte erfahren. Einhergehend mit einer Verringerung der Soldatenzahl und der Standorte erhält die Bundeswehr eine völlig neue Struktur. 

 
Thunderheart (1992): LeVoy arrives onto the Res. [1:04]

Hochgeladen am 05.03.2008 
"When asked by an anthropologist what the Indians called America before the white man came, an Indian said simply, 'Ours.'"
- Vine Deloria Jr.

Thunderheart (1992) - trailer [1:39]

Hochgeladen am 15.02.2012 
Keine Beschreibung verfügbar
 
Thunderheart (1992) - Freedom Speech [2:16]


Veröffentlicht am 22.06.2012 
Thunderheart (1992) - Freedom Speech

2. Gestern mir noch was durch den Kopf: Parallelen zwischen den Indianern, den Palästinensern und den sogenannten prorussischen Separatisten. 

Trudell as Jimmy Looks Twice [1:12]

Hochgeladen am 10.02.2012 
Keine Beschreibung verfügbar
 
John Trudell speaks at the California Chemtrail Convergence [8:12]

Hochgeladen am 07.01.2010 
NATIVE AMERICAN POET/ACTIVIST JOHN TRUDELL SPEAKING AT THE CALIFORNIA CHEMTRAIL CONVERGENCE


Wikipedia: 
Einige Stunden, nachdem er am 11. Februar 1979 vor dem FBI-Hauptquartier in Washington, D.C. eine Rede über den Krieg des FBI gegen die Indianer gehalten und eine amerikanische Flagge verbrannt hatte, brannte das Haus seines Schwiegervaters Arthur Manning im Shoshone-Paiute-Reservat von Duck Valley an der Grenze von Idaho/Nevada ab. Dabei kamen Trudells Frau Tina, seine drei Kinder und seine Schwiegermutter ums Leben. John Trudell geht von Brandstiftung durch das FBI aus. [Trudell in der englischsprachigen Wikipedia]
 
Das Bild, das ich im Kopf hatte: da saß ein Mann auf einem Stuhl, der gewürgt wurde, etwa so wie Pierce Brosnan im James-Bond-Film mit Sophie Marceau. (Die Erotik auf dem Photo muß man sich halt wegdenken… – oder auch nicht…)

James Bond, gefesselt von Sophie Marceau
Und jedemal, wenn er sich aufbäumt, wird Miss Sophie böse und haut ihm eine runter und brüllt ihn an: »Mit Dir kann man sich ja gar nicht vernünftig unterhalten.« Miss Sophie ist ein Mensch des Friedens, genauso wie die US-Amerikaner Menschen des Friedens sind, und die Israelis und die ukrainische Übergangsregierung… (von hier bis zur Matrix-Philosophie ist es dann nicht mehr weit…)

TRUDELL AT THE U.S. SOCIAL FORUM (6-24-10)2.flv [10:26]
Hochgeladen am 15.07.2010 
John Trudell is a powerful speaker of truth. Please check him out.
This video is from:
Best of John Trudell
An assortment of Trudell clips from You Tube
URL: http://www.youtube.com/user/motherswo...
From: mothersworldmedia
Website:http://www.johntrudellarchives.com&qu... voices said:
Entering and leaving we gather strength.
When we know power, we are power.
When we know peace, we are peace.
When we know the time, we are the time."
This channel is part of the John Trudell Archive presentation. For more details visit: MySpace.com/mothersworldmedia About Me: This channel is programmed by white people, that rare type of white people who can recognize the truth when it hits them on the head.....
This channel is dedicated to and produced for all those who long for the day when all of the colors will unite in love, harmony and respect, completing the circle at last. All others please leave now.
Friends, in the time coming it doesn't matter if we fall, every tall tree falls eventually. What matters is that we stand up in the first place. This is the only thing that we can control and it is the source of all of our power
"It's a long, long river
and a longer swim.
Reality is in how you swim
not in how you win." - Trudell
"You made a mistake, you did something wrong.
You made a mistake, you did something wrong.
Now make another mistake and do something right.
Make another mistake and do something right." - Sun Ra

Trudell Full Documentary [1:18:22]
Veröffentlicht am 08.12.2015
"My ride showed up."
"Celebrate Love. Celebrate Life."
~ John Trudell
February 15, 1946 - December 8, 2015

Thumbnail art: Bunky Echo-Hawk
John Trudell | acrylic on canvas | 36" x 48" | painted through the night (12/6 - 12/7) as a tribute to one of my lifelong heroes.

Support the film! This 360 dp version is fuzzy and not of the highest quality.

Get a much clearer version here:  http://www.visionmakermedia.org/categ...
alter Info-Text: Veröffentlicht am 12.05.2013 
Trudell is a 2005 documentary film about the life of author and American Indian activist John Trudell. The film traces Trudell from his childhood in Omaha, Nebraska, to his role in the American Indian Movement, and finally to his rebirth as a musician and spoken word poet. Heather Rae produced and directed the film, which took her more than a decade to complete.

Thunderheart (1992)The Sioux FBI- Release Date: 3 April 1992 (USA) [10:42]

Hochgeladen am 09.04.2011 
There has been a series of mysterious homicides on a Sioux Indian reservation in the Badlands of South Dakota. The investigation of homicides on Native American territory is within Federal jurisdiction, but the FBI is finding it difficult to gather information from the native Sioux. Ray Levoi, a promising but inexperienced field agent who happens to be one-quarter Sioux, is called in to assist in the investigation. As he probes deeper into the events on the reservation, he is torn between his duty to the FBI and his awakening sense of duty to the Sioux nation.
Director: Michael Apted
Writer: John Fusco
Stars: Val Kilmer, Sam Shepard and Graham Greene
http://www.bible.ca/ef/expository-mat...

Jeder Politiker und jeder Journalist dürfte in den nächsten Jahren Schwierigkeiten haben, den Begriff »Friedensprozeß« in Bezug auf das Geschehen im Nahen Osten anzuwenden. Dafür ist das Wort inzwischen zu ausgeleiert. In den nächsten einhundert Jahren wir dort nichts geschehen, was das Etikett »Friedensprozeß« verdient: die israelischen Baumaßnahmen werden weitergehen, den Palästinensern wird man weiter das Wasser abgraben – und irgendwelche lächelnden Politiker oder angestrengt schauenden Reporter werden irgend etwas sagen oder tun, was uns Couch Potatoes beruhigt. 
Vielleicht war das Wort »Friedensprozess« das Polster auf James Bonds Sitz – oder der Anzug, den er dabei anhatte – damit es nicht gar so furchtbar aussieht. Oder die Hinrichtungs-Mischinfusion…

Matrix Szenen - Ihr Geist ist der Schöpfer der Realität [5:35]

Hochgeladen am 21.03.2011 
Viele haben den Film gesehen, aber wenn Sie sich diese selektierten Szenen noch einmal anschauen,werden Sie diesen Film "mit ganz anderen Augen sehen". Dieser Film war NIE nur ein Film, er war zu jeder Zeit eine Botschaft der Regisseure. Erkennen Sie die "tägliche Realität" von heute wieder?
Zitat FOCUS vom 18.07.2012: "Sparer werden enteignet. Alle Geldanlagen zu meiden, mit denen der Staat irgendetwas zu tun hat. Nur in etwas Reales investieren. Also etwas zum Anfassen und keine reinen Finanzwerte."
Und da die meisten Sparer und Anleger sich mit dem Thema "reale Sachwerte richtig kombinieren und breit streuen" überhaupt nicht auskennen, haben wir die umfassende "VermögensBILDUNGSoffensive 2.0" mit unserem GRATIS Online-Seminar "Verbraucheraufklärung" und "Der Weg zum Wohlstand" ins Leben gerufen: www.wohlstandscoaching.de
„Anders als die Reichen, die in Krisenzeiten auf harte Assets wie Immobilien in guten Lagen, Firmenbeteiligungen, Gold, Kunst oder Öl setzen können, seid ihr mit den angeblichen Sicherheitsprodukten hilflos der Inflation ausgeliefert. Eurer Erspartes wird umso schneller dahin schmelzen, je höher die Inflation ausfallen wird."
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3. Es scheint inzwischen offensichtlich, daß die Deutungskämpfe um den Absturz und die Absturzstelle der MH17 voller taktischer Berechnung sind. Einen Sinn hätte es gemacht, wenn die ukrainische Regierung ihre Soldaten – oder Söldnertruppen – aus der Absturzregion abgezogen hätte – »befrieden« können sie die »Pro-Russen« auch noch drei Wochen später. 
siehe dazu auch:
- Wer verhindert die Untersuchung der Absturzstelle von MH17? (Telepolis, 31.07.2014)
Die Rhetorik schlägt Wellen im Ukraine-Konflikt 
Gerade hat der britische Regierungschef Cameron erklärt, das Verhalten von Russland gleiche dem Deutschlands - und das gleich vor dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Cameron setzte also ganz und wenig deeskalierend auf das Kriegsszenario, um es aber gleich wieder abzubauen. Natürlich werde man keinen Dritten Weltkrieg beginnen, aber Russland müsse in die Schranken gewiesen werden, um zu verhindern, dass es auch die baltischen Staaten oder andere Nachbarländer bedroht.

Wenn aber nach den Kämpfen dann alles zerstört ist, kann man den Aufständischen neben dem Abschuß der Maschine auch noch vorwerfen, daß sie die Untersuchungen der Absturzursache verhindert haben. Die »Menschen des Friedens« haben das Verwaltungsgebäude in Lugansk aus der Luft bombardiert. Ich bin gespannt darauf, welche Gründe die Amerikaner noch finden werden, um weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Für mich ist das ein US-amerikanischer Wirtschaftskrieg gegen Russland. Unter dem Deckmantel von Freiheit und Demokratie wird aus allen propagandistischen Rohren geschossen. 

4. Was mir aber auch durch den Kopf geht: Ich komme mit der Logik der Menschen da drüben – gleich, welcher Konfliktpartei sie angehören – nicht zurecht. Dabei steht Dmitry Kisseljow, russischer Journalist und Generaldirektor von Russia Today der ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidentin Julija Timoschenko nicht nach.

Zitat Julia Timoschenko:
"Ich bin selbst bereit, eine Kalaschnikow in die Hand zu nehmen und dem Dreckskerl in den Kopf zu schießen", wetterte sie. "Ich werde die ganze Welt erheben, sobald ich es kann, damit – verdammt – von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt." 
Zitat Dmitry Kisseljow:
"Ich denke, dass die Bestrafung von Schwulen für die Propagierung von Homosexualität unter Minderjährigen nicht ausreicht. Ihnen muss das Spenden von Blut und Sperma verboten werden, und bei einem Autounfall müssen ihre Herzen in der Erde vergraben oder als zur Verlängerung eines Lebens unbrauchbar verbrannt werden."
(Indymedia, 15.06.2014, hier ist auch der Link zu dem entsprechenden Video zu finden)
Ich denke mir, wenn ich noch Errungenschaften der westlichen Welt stolz sein kann, dann sind es Vernunft und kritisches Bewußtsein.

le deserteur Renaud [3:41] TextÜbersetzung

Veröffentlicht am 11.06.2013 
Hommage humoristique en photos

Die Amerikaner sollten sich schon einmal Gedanken machen, womit sie die Europäer in Zukunft bei der Stange halten wollen. Das alte Europa hat ein längeres Gedächtnis! 

Und die Europäer sollten sich darüber Gedanken machen, mit wem sie sich in ein Boot setzen. Ein Konflikt zwischen zwei Parteien mit Tunnelblick (Goleman, Überflutung: Wie eine Ehe untergeht) endet entweder mit dem Sieg der einen Partei (zweiter Weltkrieg) oder mit der Erschöpfung beider (Arabischer Frühling). Es liegt in der Natur der Dinge, daß das Leiden der Menschen nicht verhindert werden kann, weder in Syrien noch in Tibet, noch in Palästina, noch bei den Indianern, noch im Irak.



zuletzt aktualisiert am 15.08.2014

Vor 150 Jahren – Brehms »Illustrirtes Thierleben« erscheint

»Tiervater Brehm« – Forscher und Abenteurer 

Alfred Brehm (1829-1884) war ein passionierter Forscher, Zoologe und Afrikareisender, der in seinem Klassiker »lllustrirtes Thierleben«, später als »Brehms Tierleben« bekannt, die neuen Erkenntnisse über diverse Tiere aus fast zwei Jahrhunderten zusammenfasste und populär aufbereitete. Einigen seiner Beschreibungen liegen zwar wissenschaftliche Irrtümer und Fehlinterpretationen zugrunde und auch die vermenschlichte Darstellung von Tieren ist heute überholt, dennoch war das Werk von grundsätzlicher Bedeutung für die Erweiterung des Wissens. 


Die Ausgaben, die noch zu Brehms Lebzeiten erschienen, sind heute zudem eine sprudelnde Quelle für die Naturgeschichte des 19. Jahrhunderts, denn Alfred Brehm machte auch aufschlussreiche Angaben über Vorkommen und Häufigkeit der Tiere, die Rückschlüsse über das Verschwinden bzw. die Ausrottung von Arten erlauben. Auch enthält Brehms Werk, wie das Zitat zeigt, viele Schilderungen und Hinweise, die für kulturhistorische Betrachtungen des 19. Jahrhunderts von Belang sind. 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Montag, 28. Juli 2014

Heute vor 156 Jahren – 28. Juli 1858: Die Geschichte des Fingerabdrucks beginnt.

Fingerabdrücke lügen nicht 

William James Herschel (1833-1917) war britischer Beamter und er war ein guter Beamter, denn er war sehr um das Wohl des Staates besorgt. Der Spross einer Familie renommierter Astronomen gelangte 1853 im Dienst einer britischen Handelsgesellschaft nach Indien. 1857 wechselte er in den Staatsdienst und stand bald vor dem Problem, dass die Unterschriften von indischen Partnern und Bediensteten schwer lesbar waren und kaum Sicherheit in vertraglichen Angelegenheiten boten. 
 
Erster Handabdruck als »Unterschrift«,
den William James Herschel 1858 erstellen ließ

1858 ließ Herschel daher einen Unternehmer neben der Unterschrift auch einen Abdruck seiner Hand leisten, da er hoffte, dass dieser sich so stärker an den Vertrag gebunden fühlte. Und Herschel verfeinerte das Verfahren noch. Er fand bald heraus, dass ein Abdruck des Fingers genügte, dass es keine zwei identischen Fingerabdrücke gab und dass sich der Fingerabdruck eines Menschen mit dem Alter nicht verändert. Herschel verwendete die Abdrücke nur für administrative Angelegenheiten, etwa um den Missbrauch bei Pensionszahlungen zu verhindern. Zur Identifizierung von Kriminellen wurden Fingerabdrücke in Europa erst nach Herschels Tod eingesetzt. 

Was am 28. Juli noch geschah: 
1794: In Paris wird mit Maximilien Robespierre, der einstige Kopf der Französischen Revolution, hingerichtet. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 
 Zwei Zitate von Robbespierre:
  • "Der Staat muß gerettet werden, auf welche Weise auch immer; es gibt nichts Verfassungswidriges, wenn man dem Untergang entgegengeht." - 29. Juli 1792 vor den Jakobinern
  • (Original franz.: "Il faut que l'état soit sauvé, de quelque manière que ce soit ; il n'y a d’inconstitutionnel que ce qui tend à sa ruine.")
  • "Die Verteidiger der Freiheit werden immer nur Geächtete sein, solange eine Horde von Schurken regiert!" - Letzte Worte im französischen Konvent, 26. Juli 1794
  • (Original franz.: "Ô les défenseurs de la liberté ne seront que des proscrits, tant que la horde des fripons dominera.")
 gefunden bei quoteznet

Sonntag, 27. Juli 2014

Heute vor 800 Jahren – 27. Juli 1214: Die Schlacht bei Bouvines

»À l’attaque!« – Zum Angriff! 

Heute vor 800 Jahren, am 27. Juli 1214, fand bei Bouvines nahe Lille eine Schlacht statt, die in Frankreich zum nationalen Mythos avancierte. Der französische König Philipp II. August (1165-1223) forderte die alliierten Truppen von Engländern, Welfen und Flamen unter Führung von Otto IV. (um 1177-1218), Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, heraus. Englands König unterstützte Otto, weil er verlorene Territorien in Frankreich zurückgewinnen wollte. 
 
König Philipp II. August (links) trifft in der Schlacht
auf Kaiser Otto IV. (frz. Buchmalerei, 14. Jh.)

Das französische Heer traf vor dem Gegner auf dem Schlachtfeld ein und nahm Aufstellung. Die  Alliierten rückten im Eilmarsch an, dabei zog sich ihr Heer stark auseinander. Als die Schlacht begann, waren nicht einmal alle Einheiten eingetroffen. Obwohl die Alliierten zahlenmäßig überlegen waren, trugen die französischen Ritter den Sieg davon. Der »Sonntag von Bouvines« wurde von der französischen Geschichtsschreibung später zum »Tag, an dem Frankreich entstand« stilisiert. Auch wenn das überspitzt ist, so stärkte der Sieg doch die Königsmacht und stellte einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum zentralisierten Staat dar. 

Welfen
▪︎ fränkisches Adelsgeschlecht 
▪︎ standen in Rivalität zu den Staufern
▪︎ Otto IV. war der einzige Welfenkaiser im Heiligen Römischen Reich 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014