Dienstag, 14. Februar 2017

Karl Marx’ »Kapital«: erschreckend aktuell

Marx in der Theorie: Unser Autor, ein Ex-Kommunist, liest das Hauptwerk des Denkers noch einmal – und ist überrascht. 

Das Kapital enthält ein Versprechen, das nach wie vor Leser anlockt. Sie wollen wissen, wie sich die vielen Paradoxien unserer Zeit erklären lassen. Maschinen übernehmen menschliche Arbeit, und trotzdem klagt alle Welt über Burn-out. Oder: Mit welchem Recht kassieren ehemalige Manager Tag für Tag mehrere Tausend Euro Rente, während andere Menschen nicht zurechtkommen, obwohl sie zwei Jobs gleichzeitig erledigen? Und das sind nicht die einzigen Widersprüche.

Für mich ist die Lektüre des Kapitals auch deswegen interessant, weil sie eine Wiederbegegnung ist: mit einer untergegangenen Welt, der Welt der sogenannten Achtundsechziger. In die geriet ich als Jugendlicher, und es dauerte nicht lange, bis ich an "Kapital- Schulungen" teilnahm und diese später für ein paar Jahre auch selbst leitete. Die blauen Bände des Kapitals waren subventionierte Ware aus der DDR; abgesehen vom ersten Band, handelte es sich um die von Friedrich Engels nach Marx’ Tod herausgegebenen Fassungen.

Mittlerweile existiert das Material auch in jener ursprünglichen Form, in der Karl Marx es als Manuskript hinterlassen hatte (als Teil der "Marx-Engels-Gesamtausgabe", treffend mit MEGA abgekürzt). Aber für meinen Zweck der Wiederbegegnung habe ich es mir erspart, diese nunmehr 15 Bücher zu durchpflügen. Die rund 4000 Seiten der alten DDR-Ausgabe sollten mir genügen.

Die besorgte ich mir allerdings neu. Mein Kapital von einst besitze ich noch, aber darin ist fast jeder zweite Satz angestrichen, denn meine Freunde und ich glaubten uns am Quell der reinen Wahrheit. Kritik daran kam uns rückständig vor, ja lächerlich. Dass aus der 68er-Bewegung ausgesprochen autoritäre, ja sogar terroristische Gruppen hervorgingen, hatte mit diesem Wahn zu tun, sich im Besitz einer unwiderlegbaren Lehre zu glauben.

mehr:
- So kommen Sie durchs "Kapital" (Gero von Random, ZON, 09.02.2017)

Die Deutschen II Karl Marx und der Klassenkampf {43:05}

Doku Maus
Veröffentlicht am 12.05.2014



Zerstört Sich Der Kapitalismus Selbst Marx Reloaded Arte Doku Hd {52:19}

Lee Juerga
Veröffentlicht am 15.08.2015
Doku Deutsch 2015.


Der Kapitalismus - Und wenn Karl Marx doch Recht gehabt hätte {52:34}

Bernd Brot
Veröffentlicht am 01.05.2015
Obwohl immer wieder scharf kritisiert, hat der Kapitalismus als herrschendes Wirtschaftssystem auch die jüngste Wirtschafts- und Bankenkrise überlebt und diktiert unsere Lebensbedingungen. Zeit, sich wieder einmal näher mit den Grundsätzen dieser Wirtschaftsordnung auseinanderzusetzen. In sechs Folgen wirft ARTE deshalb einen Blick auf die Geschichte und die Entwicklungen des Kapitalismus. Diese Folge beschäftigt sich mit den Hintergründen der Kapitalismusanalyse von Karl Marx. Ist seine Kapitalismusanalyse nicht weiterhin eine der scharfsinnigsten Auseinandersetzungen mit der modernen Welt überhaupt?


Sonntag, 12. Februar 2017

Der Raum ist selbst ein Akteur des großen Schauspiels!

Der Physiker und Ex-Astronaut Ulrich Walter im Gespräch - Teil II 

Ulrich Walter studierte Physik und promovierte an der Universität Köln mit Gastaufenthalten am Forschungszentrum Jülich, am Hochflussreaktor ILL Grenoble und in Chicago sowie Berkeley (USA). 1987 wurde er ins Deutsche Astronautenteam berufen, bevor er 1993 an Bord der "Columbia" im Rahmen der D-2-Shuttle-Mission als Wissenschaftsastronaut zehn Tage im All war. Seit März 2003 leitet er den Lehrstuhl für Raumfahrttechnik an der TU München. Anlässlich seines neuen Buches "Im Schwarzen Loch ist der Teufel los" kam es mit dem Physiker zu einem aufschlussreichen Interview (Teil 1), dessen zweiter Teil jetzt folgt.
mehr:
- Der Raum ist selbst ein Akteur des großen Schauspiels! (Harald Zaun, Telepolis, 12.02.2017)

Faszination Weltraum | Ulrich Walter (ehemaliger Astronaut) {27:29}

Urknall, Weltall und das Leben
Veröffentlicht am 09.12.2016
Ulrich Walter ist uns beim Blick in das Universum um eine wesentliche Perspektive voraus: Er hat 1993 als Astronaut der Columbia die Erde bereits aus dem Orbit gesehen. Der Weltraum fasziniert ihn aber bereits ein Leben lang. In diesem Beitrag erklärt er den Temperaturbegriff im All, die Neugierde der Menschheit nach unserem Nachbarplaneten Mars, kommentiert die Frage nach außerirdischem Leben und beschäftigt sich mit seinem Lieblingsthema: Schwarzen Löchern.


Kolonisierung der Milchstraße | Ulrich Walter {19:51}

uni auditorium – wissen online
Veröffentlicht am 20.06.2015
Abonniert hier unseren Channel: http://bit.ly/subscribeuniauditorium Besucht unseren Shop: http://www.komplett-media.de/ Und liked uns auf Facebook: http://bit.ly/fbuniauditorium Zum vorherigen Kapitel: http://bit.ly/1vEfxXh Im Jahre 1993 gelang es dem amerikanischen Wissenschaftler John Richard Gott III, das Ende der Menschheit zu berechnen: In spätestens 7,8 Millionen Jahren wird es mit uns vorbei sein. In dem Vortrag wird beschrieben, wie J. R. Gott mit seiner „Gottesformel“ das Ende der Menschheit, ohne irgendwelche Weltuntergangsszenarien anzunehmen, sozusagen aus sich heraus, berechnen konnte. Ist damit das Armageddon der Menschheit auf dem Planeten unausweichlich? Nein! Unser Ende ist nicht zugleich auch das Ende der Menschheit, denn es wird andere Menschen geben, die uns folgen werden. Wissenschaftliche Studien zeigen den Weg, wie durch Leben in Raum-Archen in unserem Sonnensystem und später auf anderen Planeten der Milchstraße die Menschheit sich verändern wird. Der Menschheit mag also auf der Erde nur ein relativ kurzes Leben beschieden sein, ihre Lebensaussichten in unserer Milchstraße hingegen sind überwältigend. Prof. Dr. Ulrich Walter leitet den Lehrstuhl für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München und lehrt und forscht im Bereich Raumfahrttechnologie und Systemtechnik. Seine Schwerpunkte sind Intersatelliten-Kommunikations-Technologien und Rechnerarchitekturen, insbesondere für Robotik im Weltraum, und Systemmodellierung und –Optimierung.

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Freitag, 10. Februar 2017

Vor 150 Jahren – 18./19. Jh.: Aufstände der Salpeterer im Südschwarzwald

Bauernkämpfe im Hotzenwald 

In der lange zu Habsburg gehörigen Grafschaft Hauenstein im Süd-schwarzwald (Hotzenwald) hatte sich bis Anfang des 18. Jahrhunderts eine Schicht freier Bauern und Salpetersieder (»Salpeterer«) erhalten, die direkt den Habsburger-Kaisern und keinem anderen Herrn unterstanden. Sie wählten eigene Vertreter (»Einungsmeister«), deren Sprecher (»Redmann«) in den Breisgauer Ständen in Freiburg vertreten waren. 
Blick auf die Hohe Möhr bei Schopfheim und den dahinter liegenden Hotzenwald. 
Hier lebten über Jahrhunderte freie Bauern, die Salpeterer.

Hartnäckig verteidigten die selbstbewussten Salpeterer ihre Freiheiten gegen den Machtanspruch des Klosters St. Blasien. Als ein neuer Abt 1727 von ihnen ein Treuegelöbnis verlangte, verweigerten sie dies. Ihr Anführer Johann Albiez aus Buch (1654-1727) wurde festgenommen und starb in Haft. Nun formierte sich der Widerstand der Salpeterer erst richtig. Im Konflikt um einen möglichen Freikauf aller Bauern in der Region wurde 1745 eine »Salpeterer-Regierung« gebildet. Das Militär schlug die Unruhen nieder. Die Anführer wurden hingerichtet und die führenden Familien der Salpeterer nach Saderlach im heutigen Rumänien deportiert. 

Als die Grafschaft Hauenstein 1815 ans Großherzogtum Baden fiel, flammten erneut Salpeterer-Proteste auf. Sie hatten jedoch diesmal eine religiöse und antimoderne Note. Die Bauern wehrten sich besonders gegen nichtkatholische Schulen und Zwangsimpfungen.
[Harenberg – Abenteuer Geschichte 2017]

Kuriosum Hotzenwald {44:49}

Kurt Hoffmann
Hochgeladen am 17.04.2011



Mittwoch, 8. Februar 2017

America first – who’s second?


The Netherlands welcomes Trump in his own words {4:04}

vpro zondag met lubach
Veröffentlicht am 23.01.2017
The whole world was watching for the inauguration of the 45th president of the United States: Donald J. Trump. Because we realize it's better for us to get along, we decided to introduce our tiny country to him. In a way that will probably appeal to him the most. Voice-over: Greg Shapiro http://www.vpro.nl/zml http://www.npo3.nl/zondagmetlubach Visit additional youtube channels bij vpro broadcast: vpro Broadcast: https://www.youtube.com/channel/UC75P... vpro Metropolis: https://www.youtube.com/channel/UCpna... vpro Documentary: https://www.youtube.com/channel/UC9sX... vpro World Stories: https://www.youtube.com/channel/UCqJ6... vpro Extra: https://www.youtube.com/channel/UCTLr... vpro VG (world music): https://www.youtube.com/channel/UC-KX... vpro 3voor12 (alternative music): https://www.youtube.com/channel/UC-p9... vpro 3voor12 extra (music stories): https://www.youtube.com/channel/UCtgV... www.vprobroadcast.com

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America First /NAMIBIA FIRST (NOT SECOND) | Response to the Netherlands Trump welcome video {3:29}

GondwanaLodges
Veröffentlicht am 07.02.2017
The whole world was watching for the inauguration of the 45th president of the United States: Donald J. Trump. Because we realize it's better for us to get along, and because the Netherlands (Zondag met Lubach Late Night Show) did this great introduction video - we decided to introduce our country to him as well. In a way that will probably appeal to him the most. #EverySecondCounts Make a Namibian Tour again! With http://www.gondwana-collection.com http://www.namibia2go.com Video produced by Coolbox Cinema & EES TV info@coolboxcinema.com http://www.coolboxcinema.com

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auf Youtube finden sich entsprechende Videos aus
Belgien
- China
- Dänemark
Deutschland
Frankreich
Friesland
Hogwarts (Snape’s Version)
Italien
Kasachstan
Luxemburg (sogar zweimal!)
Schweiz
- Thüringen
- Trier
- Yes
u.v.a.m



Die Vorgeschichte unserer derzeitigen Welt: ein desillusionierender Blick hinter die Kulissen

Am Anfang war das Dementi reine Routine und ziemlich generell. "Abhören unter Freunden, das geht gar nicht", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel im vergangenen Jahr, als erste Meldungen über den flächendeckenden Lauschangriff des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA weltweit die Runde machten. Fernseh- und Grimmepreisträger Hubert Seipel geht in der ARD-Dokumentation den Fragen nach, seit wann so intensiv gelauscht wird und wie lange dies die die deutschen Politiker schon wissen.
mehr:
- Abgehört und abgenickt – Die Spionageaktivitäten der NSA – Die etwas andere deutsch-amerikanische Freundschaft (aus der Reihe »Die Story im Ersten«, ein Film von Hubert Seipel, in der ARD-Mediathek verfügbar bis 13.02.2017)

siehe ebenso:

Die Mafia in Frankreich (von Christophe Bouquet, 3 Teile, Arte Mediathek, noch verfügbar bis 8. April 2017)

1. Teil: Eine unsichtbare Macht entsteht
Alles begann 1929 in Marseille. Simon Sabiani, ein ehrgeiziger Politiker, will ins Rathaus einziehen. Paul Carbone und François Spirito, zwei Mafiabosse, verhalfen ihm zum Sieg und verlangten dafür ihren Anteil an der Macht. So entstand die erste Allianz zwischen der französischen Politik und der Mafia, die sich im Zweiten Weltkrieg fortsetzen sollte.

2. Teil: Im Dienst Frankreichs 1945 - 1975
1945 musste Frankreich die öffentliche Ordnung wieder herstellen und seine Kolonien verteidigen. Die Regierung erneuerte ihren verhängnisvollen Pakt mit der korsischen Mafia: Als Gegenleistung für ihre Unterstützung in Marseille, Tanger und Hanoi gewährten der französische Staat und das amerikanische CIA den korsischen Paten der zweiten Generation die Straffreiheit.

3. Teil: Eine Republik mit Wundbrand 1975 - 2015
Nach der Entkolonialisierung lag die korsische Mafia am Boden. Die französische Regierung rettete sie, indem sie einige Paten im Mineralölunternehmen Elf platzierte. Étienne Léandri war das zentrale Element in diesem Räderwerk. Der Konzern setzte auf die Untergebenheit der afrikanischen Staatschefs und die Sprösslinge der korsischen Diaspora in Afrika.

Samstag, 4. Februar 2017

Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS)

Real Game of Thrones
Im Real Game of Thrones überschlagen sich die Ereignisse. Was bisher in den Chroniken aufgezeichnet wurde, erfahren sie hier.
Das Einreiseverbot, mit dem König Donald Reisende aus sieben Ländern für 90 Tage von seinem exzeptionalistischen Imperium fernhalten will, stößt immer noch auf scharfe Proteste. Nicht nur in den Städten des Königreichs, auch im Ausland kam es zu großen Anti-Donald-Demonstrationen.
Dieser Bann, den der neue König ausgesprochen hat, sorgt merkwürdigerweise für sehr viel größere Betroffenheit als die Bomben, die seine Vorgänger seit Jahren genau über diesen Ländern abwarfen. König Obama hatte es im letzten Dienstjahr bekanntlich auf auf 26.172 Abwürfe gebracht und damit zu einem persönlichen Rekord, doch gegen diese Bomben wurde fast nirgendwo demonstriert. Ähnlich ist die Lage auch bei der so heftig kritisierten Migrationspolitik Donalds, bei der es sich, wie Chronisten des Königreichs jetzt herausgefunden haben, um ein Plagiat handelt. Donald hatte sich bei einer 20 Jahre alten Rede von Bill "Free Willy" Clinton bedient, gegen die aber damals weder "Pussyhats" noch sonstwer protestierten.
Der neue König setzt also fort, was seine Vorgänger im Namen von "Nation", "Freiheit" und "Werten" des exzeptionalistischen Königreichs vor ihm getan haben. Zuletzt ließ er im mit Einreiseverbot belegten Königreich Yemen ein 8-jähriges Mädchen erledigen, dessen älterer Bruder zuvor einer Obama-Drohne zum Opfer gefallen war, doch unter Donald stoßen diese Operationen nun weltweit auf solches Entsetzen, dass sogar einzelne 8-jährige Mordopfer Aufmerksamkeit erhalten.
Dass der von W. ausgerufene und von Obama fortgesetzte "War on Terror" schon 1,5 Millionen Leichen produziert hat - darunter auch viele Kinder - war und ist dagegen kein Thema. Denn jetzt ist das "Monster" Donald los. Das ehemalige Nachrichtenmagazin zeigt ihn als blutigen Kopf-Abschneider. Warum wirkt bei ihm monströs und schrecklich, was zuvor als normal und akzeptabel galt? Nur an der Eichenhörnchenfrisur des neuen Königs kann das eigentlich nicht liegen ...
Ein Grund mag sein, dass sich Donald mit der gesamten Gilde der Herolde und Lautsprecher angelegt hat. "You are Fake News!" hatte er einem Herold von CNN zugerufen, weil diese Organisation üble Gerüchte über angebliche Orgien Donalds in der Hauptstadt des Ultrabösen publiziert hatten. Sodann hatte er sämtliche Mitarbeiter seiner Regierung angewiesen, dieser Bühne keine Interviews mehr zu gewähren. Auch wenn er damit in klassischer Tradition steht - König Obama ignorierte zum Beispiel "Fox", und auch der berühmte King Kohl, der Ziehvater von Königin Angela, den man "Birne" nannte und der mit "Bimbes" gefüttert werden musste, sprach nie mit dem "Spiegel" - so wird Donalds Boykott nun als "unerhört" angesehen.
Zur Beantwortung der Frage, warum unter Donald jetzt furchtbar schlimm ist, was vorher als normal galt, müssen wir einmal mehr in die Tiefen des Staats herabsteigen, zu den unsichtbaren Meistern der Intelligence, die als Schattenspieler und Strippenzieher seit Jahrzehnten die Fäden im Königreich in der Hand haben und für die mit Donalds Wahlsieg einer der größten anzunehmenden Unfälle eingetreten ist. Ein Thronfolger, der nicht aus ihrem Think-Tank-Land stammt, ein "Cowboy", der in die wohlgehütete Domäne der "Yankee"-Herrschaft eingebrochen ist und der sich tatsächlich daran zu machen scheint, einen "Sumpf" trockenzulegen. Nicht den oberflächlichen der Oligarchen und Plutokraten, zu denen er ja selbst gehört und an dem sich auch unter Donald wenig ändern wird und allenfalls das Personal wechselt, sondern den unterirdischen Sumpf des Tiefensstaats, von dessen Existenz die meisten Leute im Königreich eigentlich gar nichts wussten.
mehr:
- Die Schockstrategie und die Epidemie des Anti-Donald-Syndroms (ADS) (Mathias Bröckers, Telepolis, 04.02.2017)
siehe auch:
- Auf dem Weg in die Tyrannei? (Nick Abbe, Telepolis, 01.02.2009)
Übersichtsartikel:
Der US-amerikanische Tiefe Staat (Peter Dale Scott, VoltaireNetzwerk, 15.05.2015)
Das Doomsday-Projekt und Tiefenereignisse: JFK, Watergate, Iran-Contra und 9/11 (Peter Dale Scott, Übersetzung Lars Schall, RadioUtopie, 09.01.2014)

Freitag, 3. Februar 2017

Antimaterie: Mehr als nur Anti

Würden sich Materie und Antimaterie nur im Vorzeichen ihrer Ladung unterscheiden, gäbe es das Universum vermutlich nicht

Zu jedem Teilchen, etwa Proton, Myon oder Elektron, gibt es so genannte Antiteilchen, in diesem Fall Anti-Proton, Anti-Myon oder Positron. Wenn beide sich treffen, zerstrahlen sie zu reiner Energie. Ansonsten unterscheiden sich Teilchen und Antiteilchen auf den ersten und zweiten Blick nicht.

Das ist erstens eines der großen Rätsel der Wissenschaft und zweitens der Grund, dass Sie diesen Artikel überhaupt lesen können. Denn beim Urknall müssten eigentlich gleich viele Teilchen und Antiteilchen entstanden sein. Wäre das der Fall, hätte sich das frühe All kurz nach seiner Entstehung in einer gigantischen Annihilation wieder aufgelöst.

Tatsächlich beobachten wir heute ein extremes Übergewicht normaler Materie. Es muss also beim Urknall irgendwie dazu gekommen sein, dass mehr Materie als Antimaterie entstand - dass es irgendwo im All noch ein rein aus Antimaterie bestehende Ecke gibt, können die Astronomen mit großer Sicherheit ausschließen.

mehr:
- Antimaterie: Mehr als nur Anti (Matthias Matting, Telepolis, 03.02.2017)
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Antimaterie, Antisterne und Warp Antrieb Stand 2017 | Josef M. Gaßner [45:22]

Urknall, Weltall und das Leben
Veröffentlicht am 13.01.2017
Vor wenigen Wochen wurde am Cern erstmals eine Antimaterie-Spektrallinie vermessen. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Gibt es Anti-Sterne und Anti-Galaxien? Wie ist überhaupt der aktuelle Stand zur Antimaterie? Natürlich darf bei dieser Frage auch ein Blick auf den möglichen Antrieb aus Materie-Antimaterie-Zerstrahlung (kurz Warp-Antrieb) nicht fehlen.


"Trumps Körperhaltung signalisiert Angriffsbereitschaft"

Lars Bauernschmitt, Professsor für Fotojournalismus, zum offiziellen Trump-Foto des Weißen Hauses
"Mein Land. Mein Haus. Mein Wille. Meine Macht." Das sind die Aussagen, die der Präsident der USA mit seinem offiziellen Foto des Weißen Hauses vermitteln möchte. So sieht es Lars Bauernschmitt , Professor für Fotojournalismus, der im Interview mit Telepolis das außergewöhnliche Foto interpretiert.

Wer kennt sie nicht, die offiziellen Fotos des Weißen Hauses zu den US-Präsidenten? In der Regel sind es Fotos, die den ersten Mann des Landes zeigen, der mehr oder weniger stark lächelnd sich auf eine sympathische, ja: staatsmännische und staatstragende Weise in Szene setzt.

Natürlich: Das sind PR-Fotos. Es sind Fotos bestimmt für die Öffentlichkeit, die darauf setzen, durch eine freundliche Ausstrahlung die Herzen der Bürger zu gewinnen. Doch mit Donald Trump sieht das anders aus. Das offizielle Foto, das den neuen "Commander in Chief" zeigt, stellt einen radikalen Bruch mit den Aufnahmen der vergangenen Zeit da. Das Foto zeigt keinen Präsidenten, der Wert darauf legt, Sympathiepunkte zu bekommen.

Trump, so sagt es Bauernschmitt, der sich intensiv mit den US-Präsidenten und seinen Fotografen beschäftigt hat, "signalisiert Angriffsbereitschaft". Und: Die Aufnahme setze darauf, Grenzen zu überschreiten.

mehr:
- "Trumps Körperhaltung signalisiert Angriffsbereitschaft" (Marcus Klöckner, Telepolis, 02.02.2017, Beachte die Kommentare!)

»Findet euch ab mit Trump«

In Hollywood ist der Widerstand gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump groß. "True Detective"-Star Matthew McConaughey hält von dieser Abwehrhaltung nichts - und richtet einen Appell an seine Kollegen.

Wäre der neue US-Präsident nur in Hollywood gewählt worden, hätte Donald Trump wohl nicht den Hauch einer Chance gehabt. Stets aufs Neue haben viele Weltstars des Films in den vergangenen Wochen und Monaten klargemacht, was sie von dem Mann halten, der jüngst ins Weiße Haus einzog: gar nichts.

Als am Tag nach der Amtseinführung ein "Women's March" durch Washington zog, um gegen Trump zu protestieren, reihten sich zum Beispiel auch die Schauspielerinnen Scarlett Johansson, America Ferrera und Chelsea Handler ein. Umso außergewöhnlicher erscheinen da die jüngsten Aussagen von Matthew McConaughey.

mehr:
- Matthew McConaughey: Findet euch ab mit Trump (SPON, 02.02.2017, beachte vor allem die Kommentare!)

Matthew McConaughey urges Hollywood to 'embrace' President Donald Trump [1:22]

The Indicrat
Veröffentlicht am 02.02.2017
Hollywood is currently engaged in a culture war with Donald Trump. The billionaire property magnate has been the butt of more scathing rebukes and wisecracks from tinsel town actors than any President in recent history. This makes it all the more surprising Matthew McConaughey has gone against the grain and provided a positive perspective on Mr Trump's presidency. The Oscar-winning actor, who is known for his roles in Wolf of Wall Street and True Detective, urged Hollywood to “embrace” Mr Trump. McConaughey argued Americans should learn to be “constructive” even if they do not agree with the President. Appearing on the Andrew Marr Show, he was pressed about whether it was time for Hollywood to give the President a break. In an interview with BBC this week, show host Andrew Marr compared the characters in McConaughey's new movie “Gold” to “not Trump’s America, but this is small-time, central redneck America sticking one up to the snotty East Coast and the elites." “Every single American actor or arty type who comes over to London dumps on Trump. You all completely hate him. Do you think it's time maybe Hollywood or the cultural elite of America gave this guy a break,” asked Marr. He then asked McConaughey if it was time for Hollywood to give the president a break. “They don’t have a choice now,” McConaughey replied. “He’s our president. It’s very dynamic and as divisive of a time and inauguration as we’ve had, at the same time, it’s time for us to embrace. Shake hands with this fact, be constructive with him over the next four years.“


Sir Stephen Hawking: „Gefährlichster Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte“

Zu seinem 75. Geburtstag warnt Stephen Hawking vor sozialer Ungleichheit und fordert die Eliten zu mehr Demut auf.
Als theoretischer Physiker habe ich Zeit meines Lebens in Cambridge in einer überaus privilegierten Blase gelebt. Cambridge ist eine ungewöhnliche Stadt, in deren Mitte sich eine der großartigsten Universitäten der Welt befindet. In dieser Stadt ist die wissenschaftliche Gemeinschaft, der ich seit meinen Zwanzigern angehöre, etwas ganz besonderes. Und innerhalb dieser Gemeinschaft wiederum begreift sich der kleine Kreis an internationalen theoretischen Physikern, mit denen ich schon seit Jahr und Tag zusammenarbeite, wohl gelegentlich als die Spitze der Wissenschaftsgemeinde. Rechnet man dann noch meine Berühmtheit hinzu, die ich meinen Büchern zu verdanken habe, und die mit meiner Krankheit einhergehende Isolation, dann wird der Elfenbeinturm, in dem ich lebe, noch höher.

Damit gehöre auch ich zu der Elite, die in letzter Zeit sowohl in den USA als auch in Großbritannien so schwer unter Beschuss geraten ist. Wie auch immer man selbst zu der Entscheidung der britischen und US-amerikanischen Wählerschaft steht, für den Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen beziehungsweise Donald Trump zu ihrem Präsidenten zu wählen – Experten sind sich einig, dass dies ein Aufschrei der Wut derjenigen war, die sich von ihren politischen Führungspolitikern im Stich gelassen fühlen. Alle sind der Meinung, dass dies Momente waren, in denen diese Enttäuschten sich Gehör verschafften und mit ihrer Stimme die Ratschläge der Experten und Eliten in den Wind schlugen.

Auch hier kann ich mich einreihen. Ich warnte davor, dass der Brexit der wissenschaftlichen Forschung in Großbritannien schaden und der Austritt einen Rückschritt bedeuten würde. Aber die Wählerschaft, oder zumindest ein ausschlaggebender Teil davon, missachtete meine Warnung genauso wie die von führenden Politikern, Gewerkschaftern, Künstlern, Wissenschaftlern, Unternehmern und Prominenten, deren Ratschläge an den Rest des Landes genauso wirkungslos verhallten.

Weit wichtiger als die Entscheidung dieser beiden Wählerschaften ist jetzt allerdings, wie die Eliten darauf reagieren. Sollten wir nun unsererseits diese Entscheidungen als Resultate eines ungehobelten Populismus abtun, der die Fakten außer Acht lässt, und versuchen, die Wahlergebnisse irgendwie zu umgehen? In meinen Augen wäre das ein fataler Fehler.

mehr:
- „Gefährlichster Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte“ (Stephen Hawking, Internationale Politik und Gesellschaft, 06.01.2017)
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Montag, 30. Januar 2017

Trump versucht sich an der Trockenlegung des Sumpfes

Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das seinen Mitarbeitern vor der Aufnahme von Lobby-Tätigkeiten eine fünfjährige Karenzzeit vorschreibt
Am Wochenende unterzeichnete Donald Trump nicht nur ein Dekret zur Einreisebeschränkung, sondern noch ein anderes, das in Medien bislang deutlich weniger Aufmerksamkeit erregte: Es verlangt von Mitgliedern seiner Administration eine schriftliche Erklärung, dass sie nach ihrem Ausscheiden fünf Jahre lang nicht als Lobbyist tätig werden. Für ausländische Regierungen und Parteien soll dieses Lobbytätigkeitsverbot sogar lebenslang gelten, ein Verbot der grundsätzlichen beruflichen Beschäftigung mit Themen, die einen Bezug zur eigenen Regierungsarbeit aufweisen, dagegen nur zwei Jahre.

Mit dem Dekret will Trump ein weiteres seiner Wahlversprechen erfüllen, das bei seinen Wahlveranstaltungen vom Publikum neben "Build the Wall" als Slogan gerufen wurde: "Drain the Swamp" - "Leg' den Sumpf trocken". Mit dem Sumpf ist die legale Korruption in Washington gemeint, die in der Vergangenheit nicht nur Trumps Wähler, sondern auch Rechtswissenschaftler wie Lawrence Lessig als Ursache dafür ausmachten, dass Anfang der 2010er Jahre weniger Amerikaner dem Kongress vertrauen, als bei der Revolution von 1776 treu zum britischen König George standen (vgl. Amerikanischer Frühling). Im Dezember hatte die Washington Post berichtet, Trump habe dieses Wahlversprechen verworfen.

mehr:
- Sumpf trockengelegt? (Peter Mühlbauer, Telepolis, 30.01.2017)

mein Kommentar:

Seit Trumps Wahl schaue ich mir öfter mal wieder Nachrichten an. 
Jetzt frage ich mich: 
Wieso habe ich in den Nachrichten nichts über dieses Lobby-Verbot gehört?
Sind nach der Trump-Wahl alle (alle?) mal wieder nur – wie bei der Ukraine-Krise – mit ihrer eigenen Aufgeregtheit beschäftigt?

Dienstag, 24. Januar 2017

Hardeep Singh Puri: Moralische Hysterie, missionarische Außenpolitik und falsche Kriege

Der Diplomat Hardeep Singh Puri wirft dem Westen moralische Hysterie vor. Das Ergebnis seien falsche Kriege. Eine Begegnung

Wer nach Hardeep Singh Puri im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen spreche, hat der russische UN-Gesandte einmal bemerkt, klinge wie ein Mundharmonikaspieler nach dem Konzert eines Sinfonieorchesters. Man glaubt es sofort. Botschafter Puri ist eine jener wortmächtigen, kultivierten Erscheinungen, an denen die indische Elite so reich ist. Wir sitzen in seiner Wohnung in Neu-Delhi; an der Wand hängt ein gerahmtes Foto, das den Hausherrn im Gespräch mit Barack Obama zeigt. Schon Hardeep Singh Puris Vater war Diplomat, in den 1950er Jahren war er auf Posten in der alten Bundesrepublik: "Ich bin vier Jahre lang in Bad Godesberg in den Kindergarten gegangen", erzählt Puri, der seinen Ruhestand zwischen Indien und New York verbringt. Er weiß noch die Adresse des Hauses, in dem die Familie damals wohnte: Goethestraße 42.

Puri hat in den Jahren 2011 und 2012 für Indien im UN-Sicherheitsrat gesessen, er hat die Entscheidung für den Kriegseinsatz gegen den libyschen Diktator Gaddafi aus der Nähe erlebt. (Indien war damals skeptisch, wie die Regierung Merkel/Westerwelle.) Über seine Erfahrungen hat Puri gerade ein Buch veröffentlicht, eine bittere Abrechnung mit der Politik der militärischen Intervention. Die Bewaffnung von Rebellen, der von außen betriebene Sturz von Regimen, die Zerschlagung von Staatsstrukturen, die man am Ende durch nichts Besseres ersetzen kann: Das alles ist in seinen Augen ein entscheidender Faktor für das blutige Desaster, in das die arabische Welt seither abgeglitten ist.

Humanitär begründete Interventionen sind nach den komplizierten Erfahrungen der vergangenen Jahre inzwischen wenig beliebt, für Puri sind sie der Ausdruck eines allgemeineren irregeleiteten Polit-Idealismus, den er für gefährlich hält. Die Hoffnungen auf den Arabischen Frühling, den Freiheitsaufbruch im Mittleren Osten, waren in seinen Augen von Anfang an illusionär: "Die Unruhe auf den arabischen Straßen war kein Ruf nach Demokratie wie in Mitteleuropa vor 1989", sagt er. "In Polen mochte man den Westen und seine politische Führung. In Ägypten dachte man, dass die westlichen Führer mit den eigenen Diktatoren im Bett gewesen seien." Kein Wunder, findet er, dass diese Bitterkeit in Feindseligkeit und Gewalt umschlug.

mehr:
- Hardeep Singh Puri: Ein Inder rechnet ab (Jan Roß, ZON, 19.01.2017)

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Der indische UN-Botschafter Hardeep Singh Puri kritisierte weitreichende Maßnahmen der Resolution ohne Antworten auf grundlegende Fragen. Es gebe keine ausreichenden Informationen als Grundlage. Gefürchtet wurde eine Gefährdung der Territorialen Integrität und der Zivilbevölkerung Libyens.[36][Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates, Kritik anderer Staaten, Indien, Wikipedia, abgerufen am 25.01.2017]
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siehe auch:

- Zittern vor Trump oder vor der Kurzsichtigkeit und Unberechenbarkeit der US-amerikanischen Politik? (Post, 21.08.2017)
- Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator (Post, 23.07.2016)
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mein Kommentar:

Pflichtlektüre für Politologen!

Perilous Interventions: The Security Council and the Politics of Chaos [1:10:30]


International Peace Institute
Veröffentlicht am 27.10.2016
On Tuesday, October 25th, IPI hosted a discussion on the UN Security Council and military interventions with Hardeep Singh Puri, author of Perilous Interventions: The Security Council and the Politics of Chaos.


siehe auch:
- NNT’s Review of Hardeep Singh Puri’s ‘Perilous Interventions’ (John, The Black Swan Report, 07.01.2017, Zitat:)
This is an outstanding book on the side effects of interventionism, written in extremely elegant prose and with maximal clarity. It documents how people find arguments couched in moralistic terms to intervene in complex systems they don’t understand. These interventions trigger endless chains of unintended consequences –consequences for the victims, but none for the interventionistas, allowing them to repeat the mistake again and again.
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Montag, 23. Januar 2017

Wer hetzt hier eigentlich?

Spiegel-Online-Zitate im Januar Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Titel von Spiegel Online zum Thema „Trump“ allein im Januar zu sammeln. Da ist ein hübsches Paket zusammengekommen, das dem immer wieder an den Pranger gestellten WEB alle Ehre macht und mich zu der resignierten Feststellung veranlasst: Die Spiegel Online-Redaktion nähert sich immer dem an, das sie zu bekämpfen vorgibt
mehr:
- Wer hetzt hier eigentlich? (Alain Pichard, Achgut.com, 23.01.2017)

Extreme Strompreise in Spanien

Nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft, dabei zahlen spanische Verbraucher auch dafür, dass Frankreichs Atomstromnetz gestützt wird
Ganz Europa bibbert in der Kälte und die macht nicht einmal vor Spaniens Mittelmeerküste halt. Im sonst warmen Murcia oder Valencia blieben die Temperaturen zum Teil sogar tagsüber unter dem Gefrierpunkt, ganze Gemeinden waren eingeschneit, Hochgeschwindigkeitszüge steckten fest und Fahrzeuge auf blockierten Autobahnen. Heizen können viele darbende Familien bei einer Arbeitslosigkeit von 19,2% nicht, schon gar nicht, wenn Preise neue Rekordstände erreichen.

Nach dem Tarifsystem, das die konservative Regierung durchgedrückt hat, berechnen Stromanbieter ihre Tarife stündlich. Der internationale Strompreis schlägt direkt durch und deshalb explodieren Stromrechnungen im Januar. Welcher Preis für "Luz" (Licht), wie man in Spanien Strom nennt, gerade über neue digitale Zähler berechnet wird, bekommt der normale Verbraucher nicht mit.

mehr:
- Extreme Strompreise in Spanien (Ralf Streck, Telepolis, 21.01.2017)

Sonntag, 22. Januar 2017

Wie lange funktioniert eine Wertegemeinschaft ohne Selbstkritik?

Mit Putin, Xi und Trump prägen künftig drei Machtmenschen die Weltpolitik. Sie sind bereit, internationale Regeln und Werte bedenkenlos beiseitezuschieben. 

Mit dem Amtsantritt des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten beginnt ein gewaltiges sozialwissenschaftliches Experiment, das bislang größte dieses noch jungen Jahrhunderts. Geprüft wird die Belastbarkeit politischer Ordnungen. Auf dem Spiel steht, unter anderem, die Zukunft der Politik. Bei diesem Experiment gibt es zwei große Versuchsanordnungen.

Die erste betrifft die Belastbarkeit der amerikanischen Demokratie unter den Bedingungen großer Machtkonzentration in unzuverlässigen Händen. Nur selten herrschten in den USA in den letzten Jahrzehnten so klare Mehrheitsverhältnisse wie derzeit, mit Donald Trump im Weißen Haus, mit klaren Mehrheiten der Republikanischen Partei in beiden Kammern des Kongresses und mit der Chance, den Obersten Gerichtshof durch neue Berufungen auf lange Zeit auf eine konservative Linie zu trimmen.

Zudem dürfte der neue Präsident alle Hebel in Bewegung setzen, um seine Machtbefugnisse weiter auszuweiten. Seinen Konzern führt Donald Trump nicht wie ein modernes, börsennotiertes Unternehmen, sondern als Familienbetrieb mit einem unangefochtenen Pater familias, der vor allem Loyalität einfordert. Man kann davon ausgehen, dass er so auch die Vereinigten Staaten von Amerika regieren will. Und man darf bezweifeln, dass der Eid auf die amerikanische Verfassung seine politischen Motivationen und seinen moralischen Kompass wesentlich verändern wird.

mehr:

mein Kommentar:
Die Borniertheit unserer intellektuellen Mainstream-Elite, die Putin bei jeder sich bietenden Gelegenheit Machtgier und den Bruch internationalen Rechts vorwirft, ist schon verblüffend.
Und die Borniertheit, mit sie den Bruch internationalen Rechts von westlicher Seite ignoriert und bagatellisiert, ebenfalls.
- US-Düsenjäger dürfen Flugmanöver ausführen, die den Sowjets Angst machen, russische Düsenjäger dagegen dürfen uns keine Angst machen!
siehe dazu:
- Meldungen über angebliche Luftraumverletzungen – Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde (Post, 06.11.2014) und
- Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015)

- Russen dürfen sich nirgendwo reinhacken, die USA sehr wohl!

siehe dazu:
- Es war keine Lüge (Post, 16.05.2015)

- Russen dürfen keine Diktatoren unterstützen, der Westen sehr wohl!

siehe dazu:
- Krokodilstränen im sogenannten freien Westen: unmenschlich ist’s, wenn’s die Anderen tun… (Post, 16.12.2016)

Ich frage mich, ob es wirklich Sinn macht, ständig gegen solche festgefaßten Meinungen und faktenresistenten Leute anzuschreiben. Anscheinend brauchen die das. Und daß sie damit selbst an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen, wollen sie ebenfalls nicht verstehen.


Glaubt jemand ernsthaft, daß Eric Frey (siehe den dritten folgenden Link, fünftes eingebettetes Video) – angesichts 

1. der durch gezielte US-amerikanische Geldströme provozierten politischen Unruhen in der Ukraine 
siehe dazu:
5 Milliarden Dollar für den Staatsstreich (Hans Springstein, Freitag-Community, 01.03.2014)
und
2. der beruflichen Orientierung des Sohnes des US-Vizepräsidenten Biden
siehe dazu:
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (Post, 12.05.2014)
– von selbst drauf kommt sich zu fragen: Cui bono?
siehe dazu:
- Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit (Post, 27.11.2014, Videos Nr. 2 und 5)

Ich zitiere zum Schluß den bayrischen VGH-Richter (i.R.) Vonnahme aus seiner sehr lesenswerten Auseinandersetzung mit dem Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Walter Roller, aus dem Jahr 2014:

»Ich bin mir im Übrigen auch dessen bewusst, dass ich Sie vermutlich durch noch so viel Worte nicht von Ihren Grundüberzeugungen abbringen kann.« [Vonnahme, zit. in Der Journaille ins Stammbuch, Kuddel™, 0815-Info, 14.05.2014]

Freitag, 20. Januar 2017

Anstand und Klasse vs. Desinformation und Aufrüstung

Mit Michelle Obama tritt eine der klügsten First Ladys ab, aber vor allem auch eine der authentischsten. Sie setzte Maßstäbe - mit ihren Reden, ihrem Charisma, ihrem Stil.
"When they go low, we go high!" Mit diesem Satz aus ihrer furiosen Wahlkampfrede für Hillary Clinton und vor allem gegen Donald Trump unterstrich Michelle Obama, was ihre leibliche und ihre politische Familie vom künftigen US-Präsidenten und seiner Truppe unterscheidet: Wir haben Anstand und Klasse. Diese Erhabenheit dürfte sich auch bei der Inauguration zeigen, wenn die scheidende First Lady dabei zusehen muss, wie Trump und seine dritte Ehefrau Melania ihrer Familie ins Weiße Haus nachfolgen werden.

Wahrscheinlich wird sie gute Miene zum bösen Spiel machen, wenn sie vor den Stufen des Washingtoner Kapitols zur Amtsübergabe auf den Mann trifft, dessen Anhänger sie noch vor kurzem als "Affe in Stöckelschuhen" beschimpft hatten. Denn sie weiß: Ihre Stöckelschuhe hinterlassen große Fußstapfen. Im Gegensatz zum umstrittenen Unternehmer-Präsidenten hat sie Heimspiel in der Hauptstadt.

In den acht Jahren Präsidentschaft ihres Mannes ist sie über das "Gefängnis mit eigenem Küchenchef" hinausgewachsen, als das sie das Weiße Haus zu Beginn laut eigener Aussage empfand. Sie wurde selbst zur Küchenchefin - für das Land und vor allem für dessen übergewichtigen Nachwuchs. Sie ließ nichts unversucht, um Amerikas Jugend einen gesunden Lebensstil vorzuleben. Gefeierte Fernsehauftritte der "Mom in Chief" taten ein Übriges.

mehr:
- Scheidende First Lady: Es war schön, Michelle (Philipp Löwe, SPON, 20.01.2017)

(HD) Ausnahmezustand - Obama in Hannover (DOKU) {29:30}

GermanDokus
Veröffentlicht am 17.05.2016
Das hannoversche Zooviertel ist besonders vom Besuch des US-Präsidenten betroffen: Eine Sperrzone schränkt das tägliche Leben der Bewohner ein. Doch bislang nehmen das viele gelassen hin. Es sind nur Details, an denen man erkennt, dass Barack Obama bald hier sein wird. Wer den Blick gen Boden richtet, sieht etwa, dass rund um das Hannover Congress Centrum in den Straßen des Zooviertels sämtliche Gullydeckel zur Sicherheit mit zwei Siegeln versehen wurden. Infoschreiben von der Polizei An einigen Litfasssäulen hängt ein Informationsschreiben der Polizei Hannover, das vor ein paar Tagen auch in allen Briefkästen steckte: Darin werden die Bewohner des Viertels darüber aufgeklärt, dass während des Präsidentenbesuchs ihr Zuhause zu einer Hochsicherheitszone wird. Dass jeder Anwohner, der zwischen dem 23. April, 8 Uhr und dem 24. April, 22 Uhr, hinein und hinaus will, seinen Ausweis vorzeigen muss. Und dass Gäste bis zum 17. April bei der Polizei angemeldet werden müssen. Friseursalon bleibt geschlossen Für Angelika Huber vom Friseursalon im Congress Hotel am Stadtpark hat der Besuch konkrete Auswirkungen: Sie schließt ihr Geschäft für einen Tag. "Ich finde es schon nett, dass Obama kommt", sagt sie, "aber für mich macht er das Leben sehr kompliziert." Weil ihre Kunden sich frühzeitig anmelden und einen Ausweis dabei haben müssten, hat sie sich zur Schließung auf Zeit entschlossen. Schweren Herzens: "Keine Einnahmen - das ist schon ein Problem. Aber für die Stadt Hannover ist der Besuch toll." Und Haare schneiden - oder besser: den Kopf rasieren - würde sie dem Präsidenten auf jeden Fall, sagt Huber. Konfirmation wird verschoben Auch die evangelische Friedenskirche in der Schackstraße ist massiv vom Obama-Besuch betroffen. Sie liegt mitten im Sperrgebiet, und das nicht zum ersten Mal. "Schon der Putin-Besuch vor zwei Jahren war aufgrund der verschärften Sicherheitsauflagen eine mittlere Katastrophe für einen Teil der Gemeinde", sagt Pastor Arndt von Arnim. "Deshalb haben wir im Kirchenvorstand diskutiert und entschieden, dass wir den Termin der Konfirmation am Sonntag absagen." Von Arnim legt Wert darauf, dass man nicht dazu gedrängt worden sei, sondern aus freien Stücken und frühzeitig so entschieden habe. "Es hätten sicher nicht alle Gäste geschafft, durch die Sperren zu kommen", sagt der Theologe. Nun wird es am 1. Mai und am 8. Mai eben zwei Konfirmationen geben. Doch der Eindruck bleibt: Auch die meisten Gemeindemitglieder der Friedenskirche nehmen die Einschränkungen recht gelassen hin - genau wie viele andere Anwohner. Hoffnung auf Blickkontakt mit dem Präsidenten Besonders freut sich Anwohner William Kryger über die Obama-Visite. Der US-Amerikaner hat "seinen" Präsidenten noch nie live gesehen, nun wohnt er immerhin direkt an der Fahrtstrecke des Trosses. Ans Fenster treten dürfen seine Familie und er dennoch nicht. Doch Kryger kann die Sicherheitsvorkehrungen durchaus nachvollziehen: "Ich denke, da wird uns nicht zu viel abverlangt. Natürlich ist es schade, dass wir nicht am Fenster stehen und winken können, aber ich kann die Sicherheitsbedenken schon verstehen." Obama sei nun einmal der Präsident und aus seiner Sicht auch ein großartiger Staatslenker. "Und vielleicht können wir ihm ja wenigstens an der Straße zuwinken." Einsatzleiter der Polizei ist Thomas Rochell, Vizepräsident der Polizeidirektion Hannover. Auf die Frage, wo Hannoveraner und Obama-Fans die beste Sicht auf den US-Präsidenten hätten, antwortete er bei Hallo Niedersachsen im NDR Fernsehen: "Am ehesten in den Medien."


Hinter den Kulissen des Weißen Hauses {1:26:01}

Sebbi Zeller
Veröffentlicht am 12.11.2016
US-Wahl 16 WELTjournal Spezial Das Weiße Haus – Hinter den Kulissen Das Weiße Haus in Washington DC ist das Machtzentrum der amerikanischen Politik und eines der bekanntesten Gebäude weltweit. Als Amtssitz und Residenz des US-Präsidenten ist es eine Hochsicherheitszone mit modernsten Sicherheitsanlagen, Scharfschützen auf dem Dach und einem unterirdischen Luftschutzbunker, doch davon, wie es hinter den Kulissen zugeht, weiß man nur wenig. Das Weiße Haus in Washington DC, eines der bekanntesten Gebäude weltweit – doch davon, wie es hinter den Kulissen zugeht, weiß man nur wenig. Das WELTjournal Spezial zeigt die mehr als 200jährige Geschichte des Weißen Hauses anhand der Präsidenten und ihrer Familien, die es bewohnten. Vom ersten Präsidenten der USA, George Washington, in Auftrag gegeben und noch mit Hilfe von Sklaven erbaut, beherbergte es 80 Jahre und 14 Amtsinhaber später mit Abraham Lincoln den Präsidenten, der die Sklaverei abschaffte und in Folge von einem fanatischen Südstaatler erschossen wurde. Franklin D. Roosevelt, mit dem die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten, prägte den Amtssitz ebenso, wie die Nachkriegspräsidenten Dwight D. Eisenhower und vor allem der charismatische John F. Kennedy mit seiner Frau Jackie, die glanzvolle Empfänge im Weißen Haus gab. Es folgten Richard Nixon, der über die Watergate-Affäre stolperte, die Reagans, die Bushs, die Clintons – und letztendlich Barack Obama, der erste schwarze Präsident der USA mit seiner Frau Michelle, die das Weiße Haus für Musiker und Intellektuelle, für benachteiligte Kinder und Menschen mit Behinderung öffnete.


What Michelle Obama Misses About Normal Life {1:45}

TheEllenShow
Veröffentlicht am 16.03.2015
The First Lady opened up to Ellen on the thing she misses most about life before the White House.


Michelle Obama Talks Legacy and White House Memories {3:34}

TheEllenShow
Veröffentlicht am 13.09.2016
The First Lady told Ellen what she's most proud of about her time in the White House, and what she and her family will miss most.


Ellen's Tribute to the Obamas {5:23}

TheEllenShow
Veröffentlicht am 19.01.2017
To commemorate President Obama's last day in office, Ellen took a look back at some of her favorite moments with President Obama and the First Lady.


Zündstoff im Bundestag: 4.000 US-Soldaten sind keine Bedrohung {3:58}

RT Deutsch
Veröffentlicht am 19.01.2017
Die Partei Die Linke hat zu einer aktuellen Stunde im Bundestag zu den US-Truppenverlegungen nach Osteuropa gebeten. Die Diskussion bot reichlich Zündstoff. Desinformation und neuer Kalter Krieg – die Abgeordneten waren nicht zimperlich mit Schuldzuweisungen. Im RT Deutsch-Interview stehen Dr. Alexander Neu (Die Linke) und der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) Rede und Antwort. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/ Folge uns auf Facebook: https://www.facebook.com/rtdeutsch Folge uns auf Twitter: https://twitter.com/RT_Deutsch Folge uns auf Google+: https://plus.google.com/1068940314550... RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.


Zitat Franz Josef Jung:
»Wir haben einmal von einer strategischen Partnerschaft gesprochen. Leider ist durch das Verhalten Russlands eine Veränderung eingetreten.«
mein Kommentar:
Der Bericht über das weiße Haus wie auch der SPIEGEL-Artikel haben mich gelehrt, daß in den USA ein von Deutschland sehr verschiedenes Politikverständnis herrscht – und was die Anschläge vom 11. September für massive Auswirkungen auf die amerikanische Seele hatten.
Ich zweifle nicht daran, daß sich Franz Josef Jung – genauso wie die beiden Obamas wie auch Hillary Clinton – politisch korrekter verhalten kann als Donald Trump. Alle genannten werden sich hüten, rassistische oder sonstige diskriminierende Äußerungen vor der Kamera von sich zu geben. Sie gehört zu den Personen des öffentlichen Lebens, die wissen, wie man sich zu präsentieren hat. Nichtsdestotrotz blasen sie alle in das seit nunmehr mindestens drei Jahren zum Überdruss bekannte Horn: Putin ist schuld!
Die Ukraine-Krise hat das sehr deutlich gemacht:
Ukrainische Oligarchen haben zusammen mit dem militärisch-industriellen Komplex der USA aus einem Konflikt zwischen oben und unten eine Auseinandersetzung zwischen dem demokratischen Westen und dem autokratischen Russland gemacht – und unsere Leitmedien haben brav mitgespielt. Es geht doch nichts über einen äußeren Feind!
Sich über Behinderte lustig zu machen – wie Trump – ist unanständig. Bedeutet dies aber nun zwangsläufig, daß sich behinderte Journalisten alles erlauben dürfen?

CIA Agent berichtet die Wahrheit hinter dem Ukrainekrieg - Dokumentation 2016 {46:45}


Wissen&Bildung
Veröffentlicht am 17.01.2016
Deutsche Dokumentation. Abonnieren für weitere Aufklärung!


siehe auch:
- »Wer hat recht?, Ausgabe ’17«: Ukraine 2016, westliche Eliten, Hollywood-Krokodilstränen und ein US-Präsident unter Beschuss (Post, 11.01.2017)
- Hauptfeind Russland: Pentagon will Präsenz in Europa stärken (Post, 05.02.2016)
- Permanente Stationierung von US-Truppen in Osteuropa (Post, 01.04.2016)
- Die NATO-Bedrängnis-Inszenierung: der Automatismus von Beschuldigung und der Forderung nach höheren »Verteidigungs«-Ausgaben (Post, 15.11.2014)