Dienstag, 10. Dezember 2013

Yes – And You and I

Ich konnte mich nicht entscheiden, also zweimal:

Yes - And You And I [10:40]   Text (songtexte.com)
 
Hochgeladen am 26.09.2009
Live, 1991

Yes - AND YOU AND I - HD Live At Montreux 2003 [12:23]
Hochgeladen am 03.12.2011 
YES - AND YOU AND I
Live In Montreux 2003

VOCALS - Jon Anderson
GUITARS - Steve Howe
BASS - Chris Squire
KEYBOARDS - Rick Wakeman
DRUMS - Alan White

Yes is one of the most innovative and successful rock bands of all time with a
career that now spans five decades. In 2003 the band made their first appearance
at the Montreux Festival, despite having a long association with the town itself
(they recorded there frequently in the seventies). It was a triumphant night and is
regarded by both the band members and fans as probably the finest Yes gig ever
to be filmed. It has been much in demand and is now finally cleared for release.

Executive Producer for Montreux SoundsTM SA: Claude Nobs
Executive Producers for Eagle Vision: Terry Shand & Geoff Kempin
HD Production Co-ordinators: Claire Higgins & Abbi Welch
© 2007 Montreux SoundsTM SA. All rights reserved.
Artwork C 2007 Eagle Rock Entertainment Ltd
An Eagle Vision release. Eagle Vision is a division of
Eagle Rock Entertainment Ltd


aktualisiert am 31.12.2015


Sonntag, 8. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Achte von vierundzwanzig

Von Merz bis August,
mit Ernst und mit Frust,
mit Blume und Ooooooooooooooooooooooooooooooooo,
beide beheimatet wo?

Volker Pispers – Das Verrückte an der NSA

Die folgenden Videos können für sich gesehen werden.
Sie sind eine Ergänzung zu meinem Post über Marina Abramović.
Einen so großen Stimmungs-Bruch wollte ich dem Leser nicht zumuten.
Deshalb habe ich einen eigenen Post daraus gemacht.

Die Verbindung ist die Frage:  
Wie gehen wir mit unserer Angst um?
Diese Frage beinhaltet weitere Fragen:
Was tun wir, um unsere Angst aushalten zu können?
Wie machen wir – sowohl als Einzelne als auch als Gesellschaft – Angst weg bzw. bewältigen wir sie gemeinsam?

Es gibt unzählige Bewältigungsstrategien für Angstgefühle, grundsätzlich lassen sie sich in zwei Gruppen aufteilen: aushalten und bekämpfen. Einige wenige Menschen, wie Marina Abramovic, gehen in sie hinein und halten das Gefühl des Überwältigt-Werdens aus… (Mit der Frage, was das mit solchen Menschen macht, beschäftige ich mich an dieser Stelle nicht.)

Wenn man sich die folgenden Videos unter dem Aspekt »Angstbewältigung« ansieht – und Humor und Lachen können über negative Gefühle sehr gut hinwegtäuschen (oder sie aushaltbar machen) –, ist es möglich, manche gesellschaftliche Prozesse ebenfalls als Coping-Strategie zu verstehen.

Hier also die Videos:








Hong Kong Festival Orchestra Flash Mob 2013: Beethoven's "Ode to Joy"



Hong Kong Festival Orchestra Flash Mob 2013: Beethoven's Ninth Symphony - "Ode to Joy"

http://www.hkfo.org
https://www.facebook.com/HongKongFest...

HKFO Season 2013: "Ode to Change" is a trilogic project designed to take audiences of Hong Kong through a transformational journey, uniting lay listeners, aficionados and veteran music lovers from the hustling and bustling streets of Hong Kong into the solemn concert halls.

For decades, Hong Kong has been labeled as a cultural desert, despite the many musical monuments the city has established throughout the years. On 28 July 2013, Part One of HKFO's "Trilogy of Change" is put into motion. Planting the seeds of change deep into the streets of Hong Kong, HKFO premieres the city's first large-scale choral-orchestral "flash mob", bringing to the audience excerpts of Beethoven's Symphony No.9 at the heart of one of Hong Kong's densest malls, the Shatin New Town Plaza. A cry for universal brotherhood, HKFO enlists listeners far and wide in our campaign of revolution, innovation and change, to tend the once-desert into green pastures.

Part Two and Part Three of HKFO's journey continue on 19 August 2013 at Hong Kong City Hall Concert Hall performing with the renowned popular artist George Lam, and on 27 August 2013 at Hong Kong Cultural Centre Concert Hall performing the entire Beethoven's Ninth Symphony.
http://www.chankai.hk

Samstag, 7. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Siebte von vierundzwanzig

War jene kleine Geste groß,
schau auf diese Demut bloß,
sie überwindet im Osten unsere Grenze,
heut’ nun schon dreiundvierzig Lenze.

Heute vor einem Jahr – Rick Wakeman in Budapest



Heute vor 2056 Jahren – 7. Dezember 43 v. Chr.: Marcus Antonius läßt Cicero ermorden

Pater Patriae - Vater des Vaterlands 

Diesen Ehrentitel verlieh der römische Senat Cicero (106-43 v. Chr.), nachdem er 63 v. Chr. als Konsul den Umsturzversuch des Catilina ohne Gewalt niedergeschlagen und damit den Bestand der Republik gerettet hatte. Die vier Reden des Politikers, Redners und Schriftstellers gegen Catilina, die zur Entlarvung, Ergreifung und Hinrichtung des Verschwörers führten, sind als rhetorische Meisterleistungen berühmt geworden. 58 v. Chr. musste Cicero selbst ins Exil gehen, er kehrte zwar im folgenden Jahr zurück, blieb aber lange Jahre politisch ohne Einfluss. 
 
Bei der Flucht aus Rom wird Cicero von Soldaten getötet, Illustration, 19. Jh.

Als Cicero nach dem Tod Julius Caesars (100-44 v. Chr.) nachdrücklich für die Wiederherstellung der Senatsherrschaft eintrat, geriet er mit dem Politiker und Feldherrn Marcus Antonius (82-30 v. Chr.) in Konflikt, einem der mächtigsten Männer Roms. In den sogenannten philippischen Reden attackierte Cicero 44/43 v. Chr. Marcus Antonius, warf ihm vor, die Republik zerstören und eine Tyrannei errichten zu wollen. Diesmal fielen seine Reden auf ihn selbst zurück. Als Marcus Antonius an der Macht war, ließ er Cicero ächten und für vogelfrei erklären. Soldaten griffen Cicero am 7. Dezember 43 v. Chr. auf der Flucht auf und töteten ihn. Sein Haupt wurde auf dem Forum Romanum zur Schau gestellt. 

Was am 7. Dezember noch geschah: 
1941: Japanische Flugzeuge fliegen einen Angriff auf die in Pearl Harbor auf Hawaii vor Anker liegende Pazifikflotte der USA.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013

Freitag, 6. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Sechste von vierundzwanzig

Wer hat mehr Beine,
ein Nikolaus oder kein Nikolaus?

Zitat

Die »Hyäne in Unterröcken«


Die englische Schriftstellerin Mary Wollstonecraft (1759-1797) ist im angloamerikanischen Raum eine der berühmtesten Frauen der Literatur- und Geistesgeschichte. Seit ihrer Wiederentdeckung im 20. Jahrhundert gilt sie als eine der ersten radikalen Feministinnen. Als zweites von sechs Kindern 1759 in eine verarmte Londoner Weberfamilie geboren, war ihr nicht mehr als ein klarer Verstand und große Willenskraft in die Wiege gelegt. Sie bildete sich zunächst autodidaktisch, später im Austausch mit Persönlichkeiten aus Literatur und Politik. 

 1792 veröffentlichte Mary Wollstonecraft ihr wichtigstes Buch: »Eine Verteidigung der Rechte der Frauen«. Sie beschrieb darin, wie Frauen in Abhängigkeit gehalten werden, nannte die Ehe »legale Prostitution« und plädierte für die Abschaffung von Monarchie, Militär und Kirche. Diese radikalen Ideen entsetzten selbst wohlmeinende Freunde. Die männlichen Kritiker fuhren heftige Geschütze auf, doch das Buch verkaufte sich gut. Anfeindungen und Häme ließen Mary Wollstonecraft schließlich depressiv werden. Sie starb 1797, wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Mary, die als Mary Shelley später den berühmten Schauerroman »Frankenstein« schrieb. 

Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 



Geht es um Alice Schwarzer oder um Prostitution?

Dieser Post setzt meine Prostitutions-Reihe fort 
(letzter Post vom 22.11.2013: PROstitution: Wo bleibt die Kundschaft? , weitere Posts finden sich unter dem Stichwort Prostitution)


Käufliche Körper, käufliche Seelen (Süddeutsche vom 03.12.2013)
»Alice Schwarzer ist eine Lügnerin« (Gespräch mit Felicitas Schirow auf N24 vom 04.12.2013) 
Der männerverachtende Feminismus Alice Schwarzers (Die Welt vom 05.12.2013)
Gibt es Argumente gegen Prostitutionsgesetze? (faz.net, feuilleton, 06.12.2013)
 
ZDF login | Sex gegen Geld verbieten? [1:00:12]
Veröffentlicht am 09.11.2013 
»Bordell-Republik-Deutschland: Sex gegen Geld verbieten?« 
Talk Show mit Felicitas Schirow, Besitzerin des Café Pssst! und Chantal Louis vom Magazin EMMA.

Felicitas Schirow Weigmann ist Held des Jahrtausends! [1:37]

Veröffentlicht am 20.12.2012 
http://de.wikipedia.org/wiki/Caf%C3%A...
http://de.pluspedia.org/wiki/Felicita...
http://www.cafe-pssst.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Diane_We...
Felicitas Schirow Ehemalige Prostituierte, Bordellbetreiberin hat sich bereits als junges Mädchen auf einem Berliner Straßenstrich freiwillig prostituiert, um ihr Gehalt als Krankenschwesterschülerin aufzustocken. 1997 eröffnete Schirow ihren eigenen Bordellbetrieb, das Café Pssst! In Berlin. Als ihrem Bordell-Café 1999 die Schließung drohte, klagte Schirow mit Erfolg. Sie durfte ihr Etablissement offiziell weiter betreiben und legte mit ihrer Klage den Grundstein für das 2002 in Kraft getretene Prostitutionsgesetz.
http://keineprostitution.de.be
https://sites.google.com/site/keinepr...

Felicitas Schirow zu geplanten Änderungen am Prostitutionsgesetz [0:19] 

Veröffentlicht am 09.11.2013 
Prostitutionsgesetz als Thema bei Koalitionsverhandlungen. Ausschnitt vom ARD Nachtmagazin vom 9.11.2013. Felicitas Schirow ist Betreiberin des Café Pssst!

50+-Mama Felicitas Schirow [0:26]

Veröffentlicht am 29.10.2013 
50+-Mama Felicitas Schirow erzählt, wie andere Mütter auf ihre Schwangerschaft durch Eizellspende reagieren.

Dank an S.N. und A. für die Links!

mein Fazit:
Alice Schwarzer hat es geschafft, zu der fortschreitenden Moralisierung öffentlicher Diskussionen beizutragen: Was ich nicht nur in der Diskussion um die Verschärfung der Prostitutionsgesetzgebung wahrnehme, ist die Etikettierung nicht ins moralische Weltbild passender Sichtweisen als unmoralisch und die Diskriminierung der Diskussionsgegner. 

Schon Peter Sloterdijk warf vor wenigen Jahren, als das Mitglied des Bundesbankvorstandes, Thilo Sarrazin wegen seines umstrittenen Buches (»Deutschland schafft sich ab«) in die öffentliche Kritik geriet, Sarrazins Kritikern Opportunismus vor:
„Denken wir an den entlarvenden Vorgang, der sich vor wenigen Wochen anlässlich einiger kantiger Formulierungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin entwickelt hat: Weil er so unvorsichtig war, auf die unleugbar vorhandende Integrationsscheu gewisser türkischer und arabischer Milieus in Berlin hinzuweisen, ging die ganze Szene der deutschen Berufsempörer auf die Barrikaden, um ihm zu signalisieren: Solche Deutlichkeiten sind unerwünscht. Man möchte meinen, die deutsche Meinungs-Besitzer-Szene habe sich in einen Käfig voller Feiglinge verwandelt, die gegen jede Abweichung von den Käfigstandards keifen und hetzen. Sobald einmal ein scharfes Wort aus einem anderen Narrenkäfig laut wird, bricht auf der Stelle eine abgekartete Gruppendynamik los.“ [„Ein Käfig voller Feiglinge“, Peter Sloterdijk, Cicero, Datum unbekannt]
Darauf die Reaktion des SPIEGEL:
- Der antiliberale Reflex (Reinhard Mohr, SPON, 27.09.1999)

Prof. Norbert Bolz über Thilo Sarrazin und linke Medien.mp4 {9:59}

Veröffentlicht am 03.11.2010
Norbert Bolz, Professor für Medientheorie Medienwissenschaft Medienberatung diskutiert u.a. mit Ulrike Draesner (Schriftstellerin) über Political Correctness, Peter Sloterdijk, Thilo Sarrazin, linke Medien, Intoleranz und direkter Demokratie.

Für mich ist die Diskussion entlarvend: Die Systemfrage wird nicht gestellt.
Für die Berufswahl von Sexworkern gilt die selbstverständliche Vermutung eines dahinterstehenden Zwangs, dieser Zwang gilt aber nicht für Supermarkt-Verkäufer, Taxifahrer, Call-Center-Mitarbeiter oder Ein-Euro-Jobber, weil dies unser Wirtschaftssystem auf den Prüfstand stellen würde. Und an diesem Punkt verschränken sich die Interessen der Herrschenden und der Beherrschten: Die Herrschenden wollen Macht, die Beherrschten wollen einen Opel… (der Vergleich scheint erst einmal unverständlich, deshalb siehe das kurze Video über die Studenten der 68er-Bewegung, unten in meinem Post »Deutschland hat Merkel verdient oder Wahlkampf im Pädophilie-Gulli« vom 19.09.2013) 

außerdem:
Ich warte auf einen Zeitungsartikel, in dem Alice Schwarzers Art, mit Andersdenkenden umzugehen, auseinandergenommen wird. Für mich ist sie inzwischen zur »Bösen Mutter« geworden: unter dem Deckmantel einer Fürsorge, die sich nicht am Gegenüber ausrichtet sondern an eigenen Vorstellungen, wird Macht ausgeübt. Jeder, der sich diesem Mechanismus nicht unterwirft, wird zum Bösen abgestempelt, der das Gute, was Mutter ihm angedeihen läßt, entwertet. Eine Diskussion wird verunmöglicht, da Mutter grundsätzlich alles besser weiß.

Zum Schluß noch ein Link, zu einem Vortrag von Dr. Sabine Schiffer, Institut für Medienverantwortung:
- Medien und Vorurteile – Schlaglichter auf die Berichterstattung über Prostitution und Prostitutionsmigrantinnen (22.11.2013,  PDF)
Frau Schiffer finden wir übrigens auch in Videos über die Ukraine-Berichterstattung unserer Leitmedien wieder:
- »Deutsche Medien - Dämonisierung Russlands und Idealisierung der USA« und
- »Wohin treiben unsere Medien?« (Ukraine 13 – Unser westliches System, 27.07.2014)

zuletzt aktualisiert am 16.08.2017

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Fünfte von vierundzwanzig

Peng, seufz, schepper, krach,
pater musculus wurd’ heute wach.

590-604: Papst Gregor I. führt die Christenheit

Kirchenvater wider Willen 

Als Urenkel von Papst Felix III. in Rom geboren, bekleidete Gregor zunächst ein hohes weltliches Amt, ehe er sich nach dem Tod des Vaters ins geistliche Leben zurückzog und aus dem Familienbesitz einige Klöster in Süditalien gründete. Als der amtierende Papst der Pest zum Opfer fiel, kam Gregor als Nachfolger ins Gespräch. Der Legende nach war er jedoch nicht gewillt, die Bürde des Amtes zu übernehmen, und floh verkleidet aus Rom, um in einer Höhle als Eremit zu leben. Es heißt, eine Lichtsäule habe seinen Aufenthaltsort verraten. 
 
»Der heilige Gregor mit drei Schreibern«,
Elfenbeintafel, 10. Jh.

 Als Gregor I., später mit dem Beinamen »der Große« geehrt, wurde er 590 zum Papst gewählt. Rom wurde in jener Epoche von den Langobarden bedrängt, deren Invasion Gregor nur durch die Zusage von Tributzahlungen verhindern konnte. Aus Erträgen der Ländereien und sonstigen Besitztümern der Kirche ließ Papst Gregor Notleidende und Arme versorgen. Vom einstigen römischen Weltreich war in dieser Zeit nur mehr eine kleine Region in der Umgebung Roms geblieben, über die Gregor die Macht übernahm. Damit legte er die Grundlage für den Kirchenstaat

Gregor I., der Große (um 540-604) 
Papst, Kirchenlehrer und Kirchenvater 
initiierte die Rechristianisierung Englands 
verfasste Lehrbücher über die Predigt und die Aufgaben der Priester 
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Vierte von vierundzwanzig

Fünf davon den Satz aufpeppen:
Tat Rentner Otto Anna neppen?

Der Kampf an der »Heimatfront« 

Den Bürgern aller am Ersten Weltkrieg (1914-18) beteiligten Nationen war ein kurzer Krieg und ein schneller Sieg prophezeit worden. Auf eine jahrelange erbitterte Materialschlacht, die sämtliche Ressourcen erschöpfen würde, war niemand vorbereitet. So wirkten sich die mittelbaren Folgen des Kampfes an der Front bald auch auf die Lebensverhältnisse in der Heimat aus. Bereits Ende 1914 wurden Lebensmittel rationiert, ohne Marken erhältliche Nahrungsmittel waren für viele Menschen unerschwinglich. 
 
Mobiler Küchenwagen zur Versorgung der Bevölkerung, 1916

Ein erster Höhepunkt der Versorgungskrise kündigte sich im Herbst 1916 an, als auf den Äckern die Kartoffeln infolge anhaltenden Regens verfaulten. Als dann im Dezember 1916 auch noch die Temperaturen auf unter -20 °C fielen und Kohlen aufgrund von Transportproblemen knapp wurden, sah sich die Bevölkerung dem »Hungerwinter« 1916/17 ausgesetzt. Um das Schlimmste zu verhindern, gaben Städte und Gemeinden Steckrüben aus, die mangels Alternativen in allen möglichen Variationen verzehrt wurden. Daher ist diese Zeit der Not und des Hungerns auch als »Steckrübenwinter« in die Geschichte eingegangen. Die Zahl der Opfer ist nie ermittelt worden, sie wird auf mehrere Hunderttausend geschätzt. 

Was am 4. Dezember noch geschah: 
 771: Karl der Große wird nach dem Tod seines Bruders Karlmann Alleinherrscher im Frankenreich. 
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

Dienstag, 3. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Dritte von vierundzwanzig

Sapperlot, beim Prophetenbarte,
fünzig Cent je Fahrt, ein Euro nur die Tageskarte!
Ich steige zu, zahl’ einen Euro wortlos dem Chauffeur,
der Fahrer legt ein Tagesticket hin, gar nicht so schwer?
Aber woher wusste er, der Kondukteur, 
dass ich nicht ein Einzelticket wollte, es ein Tagsfahrschein sein sollte?


Montag, 2. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Zweite von vierundzwanzig

Der Lausebub, wenn er geschickt die Tür aufbricht, 
dann plündert er die Kammer, dieser Wicht 
und verschließt sogleich die Pforte vorsichtig. 
Am nächsten Tage öffnet er die Türe noch einmal, 
was meinst Du, was der Bub am Vortag stahl? 
(neuntletzte Zeile)

PROstitution: Wo bleibt die Kundschaft?

Dieser Post setzt meine Prostitutions-Reihe fort 
(letzter Post vom 22.11.2013: PROstitution, dort weitere Links)

Auf ZEIT-Online findet sich der Artikel eines Freiers:
Wo bleibt die Kundschaft?

Bemerkenswert die Kommentare
Kostproben:

Wir leben im 21. Jahrhundert in Deutschland. Es war noch nie so einfach, Sex zu bekommen, ohne Moralwächter, staatliche und gesellschaftliche Zwänge. Frauen wollen wirklich nicht mehr umbedingt gleich geheiratet werden. Es reicht, sich nicht wie ein Ekelpaket aufzuführen. Aber schon dieser minimale Aufwand ist dem Herrn zuviel. Da zahlt er lieber, damit sie stillhält. Aber er "wertschätzt" Prostituierte, wie edel. [...]  [ don_rumata, 28. November 2013 3:15 Uhr]

Die Frage, warum Sie es nicht schaffen oder nicht wollen, eine Frau zu finden, mit der Sie Sex und Seele in Einklang bringen können (perfekt wird das nie sein), ist Ihre Sache. Nur drüber nachdenken sollten Sie mal. Für Ihre Lust und Zufriedenheit ist Bedingung, über ordentlich Geld zu verfügen. Das ist nicht moralisch gemeint, sondern im Sinne eines erfüllten Lebens. [TDU 28. November 2013 9:32 Uhr]

Das ist ein glatter Artikel, der jedoch nichts wirklich offenlegt. Freier am runden Tisch vertreten nichts anderes als ihre eigene Position. Um diese geht es aber nicht. Die Wurzeln der sg. Sexarbeit sind Herrscher und Sklavinnen. Nach dem Lebensweg der Frauen, der sie bewußt oder unbewußt im Bordell ankommen lässt, fragt auch der Autor nicht. Wann und wie erlebt die/der Betroffene die eigene Ich-Erfahrung? Um einen Traumberuf der Frauen handelt es sich doch eher nicht. [ameliebott 28. November 2013 10:09 Uhr]

Das dürfte reichen: Wer anders ist, ist verkehrt und unmoralisch.

Ein Kommentator empfahl, oben genannten Artikel zu diesem hier parallel zu lesen:
Eine Stunde Tanja (ZEIT vom 21.11.2013)

Zu meinem freudigen Erstaunen wurden die Kommentare mit der Zeit reflektierter. 
Zu meiner Freude hat auch die eloquente Undine de Rivière mitgemischt…

In dem Sexwork-Verein sitzt der kleine privilegierte Anteil derer, die Sex anbieten, plus Freier und Bordellbetreiber*innen. An sich kein Problem und ich würde selbigen auch wünschen, dass sie problemlos ihrer Tätigkeit nachgehen können. Da sie aber, statt einfach für sich zu sprechen, behaupten, für die gesamte Branche zu sprechen und dabei Zwangs-und Armutsprostitution systematisch verharmlosen, haben sie bei mir längst ihren Glaubwürdigkeitskredit verspielt. [Ms Poppins 30. November 2013 13:20 Uhr]

Antwort Undine:
Ich wünschte, meine Welt wäre auch so simpel. 
Mit einem kleinen Klick auf meinen Usernamen rechts oben könnte sich das heilige Mysterium meiner Identität möglicherweise lösen lassen. :) Aber es ist schön, dass Sie wissen, wer in im Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen so alles engagiert ist, warum sich wer in welche Diskussion einbringt, und welche Motivationen wen antreiben. Verschwörungstherorien können ein tolles Hobby sein, zugegeben! [UdR 30. November 2013 15:03 Uhr]


Der Trieb der Freier ist das Glück der Prostituierten Stellen wir uns mal für einen Moment unseren Planeten in einem Paralleluniversum vor, wo es KEINE Prostitution gibt: Nein, NICHT deshalb, weil Prostitution dort verboten wäre und bestraft würde. Oder deshalb, weil dort die Männer sich ganz "anständig-heroisch" ihre sexuellen Bedürfnisse "verkneifen". Sondern einfach deshalb, weil in dieser Parallelwelt von VORNEHEREIN die sexuellen Bedürfnisse des Mannes entweder genauso sind wie in unserer Welt die sexuellen Bedürfnisse der Frau - oder aber die Bedürfnisse der Frau so sind wie in unserer Welt die des Mannes. In beiden Fällen wäre Prostitution, ebenso wie ein Verbot der Prostitution, überflüssig, denn es wäre ja von vorneherein gar nicht erst ein BEDARF danach da. Die Tatsache, dass die sexuellen Bedürfnisse von Frauen und Männern scheinbar so stark divergieren ermöglicht doch den Prostituierten überhaupt erst ihre lukrative Tätigkeit. Ich meine, man kann es doch auch mal andersherum sehen: Wenn NICHT so viele Männer "sexuell ausgehungert" wären, dass sie zu Prostituierten gehen, wenn sie gar nicht erst diesen Drang, hätten (oder zumindest nur in der Intensität wie auch die Frauen) dann würden ebenjene Männer verdammt viel Geld sparen, Geld, welches sie dann für anderes "Männerzeugs" ausgeben könnten: Autos, Motorräder, eine neue Kamera, Urlaubsreisen, vielleicht auch für die Altersvorsorge. Zum Glück der Prostituierten HABEN aber Männer dieses starke Sex-Bedürfnis und so fließt das Geld in die Taschen der Frauen. [Karlmall 30. November 2013 3:53 Uhr]

Wie in der Debatte mehrfach genannt wurde, gibt es keine validen Zahlen. Die einzige wirklich belegte sind ca. 400 Fälle von "Sexueller Ausbeutung" im BKA Bericht. Bei 400.000 Sexarbeiter*innen etwa ein Promille. Ich kann diese Zahlen aus meinem Bekanntenkreis bestätigen. Wir haben mal gezählt, wie viele Sexarbeiter*innen wir kennen, welche wir wirklich ohne Bias ausgewählt haben. Wie viele unsere Sexarbeiter*innen im Bekanntenkreis Kolleginnen kennen und was wir über diese wissen, bzw. von diesen erfahren. Ich kann ihnen leider keine Quellen benennen, weil die Leute anonym bleiben wollen. Aber ich sage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass Juanita Rosina Hennig und Sexworker Deutschland die Situation richtig beschreiben und Frau Schwarzer Gräuelpropaganda verbreitet... [Klarmann1970 30. November 2013 21:00 Uhr]

Laut EU hatten wir 2010 in der EU 9528[1] Opfer von Menschenhandel. Davon entfielen 62%[1] auf Prostituierte (davon wiederum 96%[1] Frauen) Das bedeutet 5907 Prostituierte (inkl der Männer) sind EU-weit Opfer von Menschenhandel. Wenn man den Zahlen von Emma glaubt, sind 95% Zwangsprostituierte, also Opfer von Menschenhandel. Demnach gibt es in der EU 6218 Prostituierte. Das glaubt kein Mensch! Gehen mal davon aus, dass 100% der Zwangsprostituierten der EU in D arbeiten und wir in D um die 400.000 Menschen haben, die mit Sexwork ihr Geld verdienen, sind wir bei einem Schnitt von 1,5%, die Ihren Job unter Zwang erledigen. Dies kommt schon eher den Zahlen nahe, die die Sexworkerinnen nennen. Kann mir jetzt mal bitte jemand glaubhaft mitteilen, warum wir 393.788 Menschen, die freiwillig in der Prostitution arbeiten, nebst deren Kunden kriminalisieren sollen? Nochmals: Jedes Opfer von Menschenhandel ist eines zu viel. Für mich ist die Diskussion hiermit beendet [1] https://twitter.com/Europ...  [W. Guent 2. Dezember 2013 10:55]

Die Grafik habe ich nochmal hochgeladen:



Eine interessante Diskussion, in der recht schnell offenbar wird, wer seine Meinung unbedingt behalten will und wer andere Sichtweisen nicht gelten läßt. Die Menschen sind nicht böse, sie sind auch nicht von vorneherein ignorant. Sie haben Angst. Angst davor, daß die Realität, in der sie leben, sich als eine Anordnung von Kulissen auf einer Theaterbühne erweist. Einer Theaterbühne, die sie selbst ständig aufrechterhalten. Diese Aussicht verunsichert natürlich gewaltig. Die Menschen haben Angst und glauben, sich verteidigen zu müssen. An diesem Punkt treffen sich die subjektiven Bedürfnisse der inzwischen zu einer Gallionsfigur aufgestiegenen Alice Schwarzer und die derjenigen, die um die Aufrechterhaltung ihres moralischen Weltbildes und ihrer »guten« Identität ringen. (siehe »Wir geben ihnen die Macht 1« vom 14. März 2013 und »Realität ist, was wir glauben wollen« vom 29. August 2013)
Wer Angst hat und glaubt, sich verteidigen zu müssen, dessen Fähigkeit zu verstehen ist massiv eingeschränkt, denn Verstehen stellt zwangsläufig in Frage.

Ich zitiere Castaneda:
Um diese Prämisse zu begründen, gab Don Juan sich alle Mühe, mich davon zu überzeugen, daß das, was in meinen Augen die wirklich vorhandene Welt war, nur eine Beschreibung der Welt sei; eine Beschreibung, die mir seit dem Augenblick meiner Geburt eingehämmert worden sei. 

Jeder, der mit einem Kind in Kontakt komme, erklärte er, sei ein Lehrer, der unaufhörlich die Welt erkläre, bis zu dem Augenblick, wo das Kind die Welt so wahrnehmen könne, wie sie ihm erklärt wird. Nach Don Juan haben wir keine Erinnerung an diesen folgenschweren Augenblick, einfach weil wir keinen Bezugsrahmen hatten, in dem wir ihn mit etwas anderem hätten vergleichen können. Doch von diesem Augenblick an ist das Kind ein Mitglied. Es kennt die Beschreibung der Welt; und es erreicht, glaube ich, die volle Mitgliedschaft, wenn es in der Lage ist, alle seine Wahrnehmungen so zu deuten, daß sie mit dieser Beschreibung übereinstimmen und sie dadurch bestätigen. 

Für Don Juan besteht die Wirklichkeit unseres alltäglichen Lebens daher aus einem endlosen Fluß von Wahrnehmungsinterpretationen, welche wir, die Individuen, denen eine bestimmte Mitgliedschaft gemeinsam ist, gemeinsam anzustellen gelernt haben.
Reise nach Ixtlan

und ich zitiere den Dalai Lama:
»Selbst- Losigkeit bedeutet nicht, daß etwas, das es in der Vergangenheit gab, nunmehr nicht-existent wird. Vielmehr ist diese Art von ›Selbst‹ etwas, das nie existiert hat. Die Aufgabe besteht darin, etwas als nicht-existent zu erkennen, das schon immer nicht-existent war.«
zitiert nach Epstein, Gedanken ohne den Denker

Es würde mich freuen, wenn Deutschland den Mut hätte, in der EU einen Sonderweg zu gehen. Die Differenziertheit, die Intelligenz und der Mut der Betroffenen, an die Öffentlichkeit zu gehen, hätten es verdient!

Sonntag, 1. Dezember 2013

Adventsrätsel, das Erste von vierundzwanzig

Ein kalter Tag am ersten Dezember,
lässt die Bauern remember,
in der Regel heißt es, der alten,
ganze vier Monate soll Kälte nun walten –
in nördlicher Breite gilt noch die Weisheit,
und nun geschwind insoweit,
sortiere die Initiale seiner Heiligkeit.

 (übrigens: zu vertrackt? Hilfsmittel sind erlaubt!)