Donnerstag, 13. November 2014

Wilhelm Busch, Du mußt werden, wie Du bist


Also spricht der Fatalist:
Du mußt werden, wie du bist.
Widerstreben ist vergebens.
Der Gebieter allen Lebens
Gab dir schon von Anbeginn
Deinen Wunsch und Eigensinn,
Bald mit Ja und bald mit Nein
Grade so und so zu sein.

"Busch ist einer der größten Meister stilistischer Treffsicherheit" (Albert Einstein). Seine Gedichte und die Eröffnungspoeme seiner großen Bildergeschichten in einem hübschen Leinenband. 464 Seiten. Haffmans Verlag. Nur bei Zweitausendeins.
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Durch ihre gezielte und außergewöhnliche Programmauswahl und den unkonventionellen Stil der Kundenansprache wurde die Firma zu einem bedeutenden Verlag der 68er-Generation. Das vom „Guestwriter“ Bertel Schmitt jahrzehntelang anonym im Namen des Firmengründers Reinecke bzw. Kroth verfasste Hausorgan „Merkheft“ wurde Kultobjekt und Vorbild für viele Nachahmer.[3] Markenzeichen war das Editorial, das immer mit „Guten Tag“ begann, sowie die extrem kurze Schlusskolumne der Mitarbeiterin Annemarie Susemihl (†1997), die später auch als Sprecherin an einer Peter und der Wolf-CD mitwirkte. Das „Merkheft“ war lange Zeit auf unüblich dünnem Papier gedruckt, schwarzweiß und in den konservativen Schriftarten Times New Roman und Univers 67 gehalten. Zum wirtschaftlichen Erfolg trug auch die aggressive Preispolitik mit oft außerordentlich stark verbilligten Sonderangeboten bei. (Werbung, Geschichte des Unternehmens, Zweitausendeins, Wikipedia)

Milliardenstrafe für Großbanken wegen Manipulationen am Devisenmarkt

Manipulationen am Devisenmarkt haben die Finanzaufsichtsbehörden in Großbritannien, den USA und der Schweiz ein Bußgeld in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro gegen fünf bereits einschlägig auffällige Bankkonzerne verhängt. Hierunter fallen die britischen Finanzinstitute HSBC (Hongkong & Shanghai Banking Corporation) und Royal Bank of Scotland (RBS), die US-Banken Citibank und JPMorgan Chase sowie das Schweizer Geldhaus UBS.
Die nationalen Aufseher sehen es als erwiesen an, dass diese Global Players Referenzkurse manipuliert haben. Dies sind festgelegte Wechselkurse, zu denen Währungen getauscht werden. Die britische Finanzaufsicht FCA belegte die fünf Unternehmen mit einem Strafgeld von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro, die US-Aufsicht CFTC verlangte von den Instituten rund 1,1 Milliarden Euro, und die Schweizer FINMA fordert von der eidgenössischen UBS rund 110 Millionen Euro.
mehr:
- Illegales Kartell des Finanzkapitals (junge Welt, 13.11.2014)

„Wirtschaftswissenschaft“ als Arbeitgeberpropaganda

“Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon die konjunkturelle Dämpfung hervorrufen kann” sagte gestern Angela Merkel. Selbst die Kanzlerin kann auf das Jahresgutachten 2014/14 des Sachverständigenrats nur noch mit Spott reagieren. Da werden über 400 Seiten vollgeschrieben und am Ende kommen die „Wirtschaftsweisen“ zu dem Ergebnis, dass die von der deutschen Politik zu verantwortenden Hauptursachen für die „wirtschaftliche Eintrübung“ die abschlagfreie Rente ab 63, die Ausweitung der Mütterrente und der noch gar nicht eingeführte Mindestlohn seien. Um zu diesem Befund zu kommen, hätte es auch gereicht die Pressestellen der Arbeitgeberverbände, Herrn Henkel von der AfD oder die professoralen Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) anzurufen.
Da ist die Wirtschaft durch den Glauben an die „Märkte“ weltweit an die Wand gefahren, das hindert den „Sachverständigenrat“ nicht, als Titel für sein Jahresgutachten „Mehr Vertrauen in Marktprozesse“ zu wählen. Das Credo der Mehrheit dieser „Ökonomen“ scheint zu sein: „Umso schlimmer für die Wirklichkeit, wenn sie unserer Ideologie“ nicht folgt.
mehr:
- Jahresgutachten des „Sachverständigenrats“: „Wirtschaftswissenschaft“ als Arbeitgeberpropaganda (Wolfgang Lieb, NachDenkSeiten, 13.11.2014)
Zitat:
Da haben wir mit jedem fünften Arbeitnehmer den „einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut“ (Gerhard Schröder [PDF - 23,1 KB]), da arbeiten inzwischen fast ein Viertel (24 %) aller Erwerbstätigen in sog. atypischen Beschäftigungsverhältnissen – also in Teilzeit, befristet, als Leiharbeiter oder in einem Mini-Job –, da gibt es 1,3 Millionen erwerbstätige Menschen, die neben ihrem Lohn Hartz IV beziehen müssen, um zu überleben, das alles ist für die „Sachverständigen“ immer noch kein ausreichendes Maß an „Flexibilität“ auf dem Arbeitsmarkt!

siehe dazu auch:
- Billige Hartz-IV-Arbeitskräfte – Sind zwei Euro Stundenlohn sittenwidrig? (n-tv, 13.11.2014)
Viele Hartz-IV-Empfänger werden zu Unrecht als Drückeberger stigmatisiert. Tatsächlich bemüht sich die große Mehrheit sehr wohl um ein berufliches Vorankommen. Doch einige Arbeitgeber beuten dieses Engagement gnadenlos aus.
Die Vereinbarung eines Stundenlohnes von regelmäßig weniger als zwei Euro ist sittenwidrig und damit rechtsunwirksam. Das hat das Landesarbeitsgericht (LArbG) Berlin-Brandenburg entschieden (Az.: Sa 1148/14, 6 Sa 1149/14).


Monthy Python - Deutschland gegen Griechenland - deutsche Version [4:21]

Veröffentlicht am 20.06.2012
Pythonia at its best - passend zum Viertelfinale!


Was Klöster und ThinkTanks gemeinsam haben

In der süditalienischen Stadt Matera wollen Aktivisten, Künstler und Programmierer den Geist der Klöster wiederbeleben. Und ihn in ihrem Sinne umformen.

Tagsüber ist die Höhlenstadt von Matera fast noch gespenstischer als in der Nacht. Es ist zehn Uhr morgens, die Straßen sind, abgesehen von ein paar Touristen, völlig leer. Doch in einer ehemalige Klosterschule am unteren Ende des Abhangs, auf dem die Höhlen vor Tausenden von Jahren gebaut wurden, tut sich etwas. An diesem uralten Ort im Süden Italiens wird gerade über die Zukunft nachgedacht.
Künstler, Politiker, Hacker und Unternehmer sind hierher gereist, zur Konferenz „LOTE #4 – Living on the Edge“, die an diesem fahlen Oktobermorgen ihren Anfang nimmt. „Stewardship“, im weitesten Sinne mit Verantwortung übersetzbar, ist das Schlagwort des Treffens. Schnell wird deutlich, dass der Begriff großen Interpretationsspielraum hat. Erklärungsversuche der Konferenzteilnehmer reichen von „Die gemeinsame Verwaltung von Ressourcen – für einen gemeinschaftlichen Zweck“ bis hin zu: „Die Aktivierung eines Peer-to-Peer-Netzwerks, das eine Gemeinschaft ermöglicht, die sich um sich selbst kümmern kann.“
mehr:
- Wenn Hacktivisten wie Mönche leben (Theresa Enzensberger, Krautreporter, 12.11.2014)

Vor 190 Jahren – Ab 1817: Begradigung des Oberrheins

Die »Bändigung« des wilden Rheins 

Seit Jahrhunderten hatten die Menschen am Oberrhein versucht, sich und ihr Eigentum vor den Hochwassern des Rheins mittels Deichen und Gräben zu schützen. Mit wenig Erfolg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führten klimatische Veränderungen regelmäßig zu Überschwemmungen. So begann 1817 unter Federführung des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla (1770-1828) das größte Bauvorhaben, das jemals in Deutschland in Angriff genommen wurde: Die Begradigung des Rheins zwischen Basel und Worms sowie die daraus resultierende Verkürzung seines Laufs um 72 km. 
Der Rheinlauf von Knielingen bis Linkenheim nach der Begradigung
(Hydrografische Karte, 1834)
Die »Rectification« gab dem Oberrhein ein völlig neues Gesicht: Über 2000 Inseln wurden beseitigt, Hunderte Kilometer Deiche errichtet. Es arbeiteten stets mehr als 3000 Arbeiter an den unterschiedlichen Abschnitten, häufig unterstützt von Soldaten. Nach 59 Jahren Bauzeit war die Begradigung im Jahr 1876 abgeschlossen. Das erklärte Ziel, Land und Eigentum am Oberrhein vor den Hochwasserfluten zu schützen, wurde erreicht. Welche ökologischen Folgen allerdings die fundamentalen Eingriffe in die Landschaft nach sich zogen, hatte Tulla schwerlich voraussehen können. 

Johann Gottfried Tulla 
In der Regel sollten in kultivierten Ländern die Bäche, Flüsse und Ströme – Kanäle seyn, und die Leitung der Gewässer in der Gewalt der Bewohner stehen. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Mittwoch, 12. November 2014

Forscher zweifeln an Standsicherheit von Philae

Das Labor Philae, das den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erkunden soll, hat sein Ziel erreicht. Allerdings ist nicht alles gelaufen wie geplant.

Das Landemodul Philae der Kometenmission Rosetta hat sein Ziel erreicht. Damit ist erstmals eine Landung auf einem Kometen geglückt. An Bord von Philae befinden sich Messinstrumente und Kameras, die den Kometen erkunden sollen.

Allerdings zweifeln die Forscher der Europäischen Weltraumorganisation Esa an der Standfestigkeit des Minilabors. Die werde derzeit überprüft, sagte der technische Projektleiter des Landerteams, Koen Geurts. Es könne sein, dass der Roboter "in weichem Material steckt", sagte Lande-Manager Stephan Ulamec. Ob Philae tatsächlich wie geplant aufrecht auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko steht und verankert ist, sei unklar.
mehr:
- Forscher zweifeln an Standsicherheit von Philae (ZEIT; 12.11.2014)
- Kometen-Landung: Esa meldet Fehlfunktion bei "Philae"-Harpunen (SPIEGEL, 12.11.2014)
Zitat:
Doch dann kam Unsicherheit über den Zustand der Sonde auf. Unmittelbar nach Empfang der ersten Funksignale hatte Stephan Ulamec, Projektleiter des Landers "Philae", noch erklärt, sowohl die Harpunen als auch die drei Schrauben an den Beinen des Apparats hätten wie geplant funktioniert. Eine Stunde später aber erklärte der technische Leiter des "Philae"-Landeteams, Koen Geurts, die beiden Harpunen seien wegen eines technischen Problems nicht abgefeuert worden.

Derzeit könne man nicht sagen, ob "Philae" sicher auf dem Boden stehe. Die bestehende Funkverbindung spreche dafür. Möglich sei jedoch auch, dass der Lander vom Boden abgeprallt sei. Gewissheit habe man erst nach Auswertung der einlaufenden Daten. Nach Angaben von Geurts schwankt die Funkverbindung allerdings. Dies könne daran liegen, dass der Lander auf schrägem Untergrund stehe, sagte der Experte vom DLR-Team.


Absturz einer US-Drohne in der Oberpfalz sorgt für Fragen

In Bayern trainiert die US-Armee für ihre Einsätze von Drohnen in Afrika und Asien. Allerdings gibt es für Flüge außerhalb der Basen gar keine Genehmigung 

Nach Medienberichten ist eine Drohne des US-Militärs in der Nähe des Truppenübungsplatz Hohenfels in der Oberpfalz abgestürzt. Der Crash habe sich über unbewohntem Gebiet ereignet, die Drohne galt drei Tage lang als vermisst. Die US-Armee hält sich mit Informationen zurück. So ist unklar, um welchen Typ es sich überhaupt gehandelt hat. Es wird auch nicht berichtet, ob deutsche Behörden bei der Suche halfen und wer das unbemannte Luftfahrzeug schließlich geborgen hat.
mehr:
- Absturz einer US-Drohne in der Oberpfalz sorgt für Fragen (Matthias Monroy, Telepolis, 12.11.2014)

siehe auch:
- US-Basis Hohenfels – Unmut über Infor­mationspolitik nach Drohnenabsturz (Die Freie Welt, 13.11.2014)
Europa muß Machtpolitik lernen (ZEIT, 04.03.2014)
In Europa bilden wir uns ein, die Welt funktioniere auf der Basis von Vernunft, Rücksicht und Kompromissen. Der russische Präsident Putin zeigt uns, dass es nicht so ist. 

mein Kommentar: 
Freiheit und Demokratie! Freiheit und Demokratie! Freiheit und Demokratie!Ich bin ja so froh, daß uns die US-Amerikaner beschützen! Putin zeigt uns, daß es nicht so ist.

Edward Snowden: Ein Interview mit ‘The Nation’

In einem beinahe vierstündigen Interview hat Edward Snowden Anfang Oktober mit Vertretern der amerikanischen Wochenzeitung ‘The Nation’ gesprochen.
Er stellt dabei die Tragweite der Enthüllungen und ihrer Implikationen deutlich klarer heraus, als er sie im Gespräch mit ‘The Guardian’ im Sommer geäußert hatte, und besticht darüber hinaus durch sein klares Verständnis grundlegender politischer Konzepte und treffende Analysen und Bewertungen der besorgniserregenden politischen Realitäten. Auch hinsichtlich seiner Vorstellungen notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der Lage nimmt er kein Blatt vor den Mund.
mehr:
- Edward Snowden: Ein Interview mit ‘The Nation’ – hier ins Deutsche übersetzt! (NachDenkSeiten, 12.11.2014)

TTT-Titel Thesen Temperamente: Snowden - ein Held [6:42]

Veröffentlicht am 19.08.2013
TTT-Titel Thesen Temperamente vom Sonntag, den 18.08.2013
"Alles, was wir im Netz tun, wird beobachtet und ausgewertet. Informationsökonomie zur Profitmaximierung - verwertet zur Kontrolle durch die Geheimdienste. Dank Edward Snowden wissen wir das. Sollten wir ihn als Helden der Demokratie feiern?"



siehe auch:
- Snowden hat sein Leben riskiert (Post, 28.10.2014)

Mexiko, ein Land der Schande

Die Morde von Iguala „Ya me cansé!" - „Ich bin es leid“, so der mexikanische Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam auf einer Pressekonferenz

„Ya me cansé!" - „Ich bin es leid“, mit diesen Worten beendete der mexikanische Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam letzten Freitag eine Pressekonferenz auf der er die Geständnisse von drei Mitgliedern der „Guerreros Unidos“ präsentierte. In mehreren Videos berichteten die mutmaßlichen Mörder wie sie am 26. September 2014 43 Studenten auf einer Müllkippe töteten, verbrannten und die Reste anschließend in einem Fluss entsorgten. Zuvor waren die Studenten eines Lehrerseminars aus Ayotzinapa nach einer Spendenaktion von der Polizei auf Befehl des Bürgermeisters von Iguala, José Luis Abarca, festgenommen und an die Mitglieder der Drogenmafia übergeben worden. Die Studenten waren auf dem Weg nach Iguala wo sie an einer Demonstration gegen die Frau des Bürgermeisters teilnehmen wollten. María de los Ángeles Pineda Villa wollte ihre Kandidatur für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr bekannt geben. Das Ehepaar war eng mit dem im Bundesstaat Guerrero herrschenden Drogenkartell verbandelt. Beide wurden letzte Woche auf ihrer Flucht in Mexiko Stadt verhaftet.

Wer die Pressekonferenz verfolgte, dem stockte der Atem. Karam berichtete entsetzliche Details der Morde. Schon während des Transports sind mindestens 15 Studenten gestorben. Sie seien „erstickt“ berichtete einer der Verhafteten. Mit erhobenen Händen mussten die Lebenden an einer Müllkippe aussteigen. Dort wurden sie getötet. Die Leichen wurden dann unter alten Autoreifen und Holz gestapelt, mit Benzin übergossen und verbrannt. Am nächsten Tag verpackten die Schergen die sterblichen Überreste in schwarze Beutel und warfen sie in den Fluss San Juan. Zwei dieser Beutel wurden gefunden. Auf der Müllkippe fanden Gerichtsmediziner Asche, Zähne und Patronenhülsen. Diese Überreste sollen jetzt unter anderem an der Universität in Innsbruck untersucht werden.

mehr:
- Mexiko, ein Land der Schande (Goggo Gensch, Nutzerbeitrag, der Freitag, 11.11.2014)

siehe auch
- Krieg ohne Kriegserklärung in Mexiko (Ralf Streck, Telepolis, 12.11.2014)
Die Entführung und vermutliche bestialische Ermordung von 43 Studenten wirft ein Schlaglicht auf einen Krieg in einem Land, das sich immer stärker zum "failed state" entwickelt 
Mit der vierstündigen Blockade des Flughafens der Touristenstadt Acapulco wurde am Montag erneut der geballte Unmut über das Verschwinden von 43 Studenten deutlich. Gestern wurde der Sitz der Partido Revolucionario Institucional (PRI) in Chilpancingo, der Hauptstadt von Guerrero, angegriffen und in Brand gesetzt. Es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Die PRI ist die Partei des Präsidenten Enrique Peña Nieto. Die Studenten waren am 26. September entführt worden und alles deutet darauf hin, dass sie bestialisch ermordet wurden. Hinter dem Vorgang steht ein Geflecht aus korrupten Politikern und Drogenkartellen. Der Vorgang zeigt, dass die Drogenmafia immer tiefer in zivile Bereiche vordringt und nun auch linke Aktivisten hinrichtet, die für soziale Verbesserungen eintreten. Immer klarer wird, dass der 2006 ausgerufene "Krieg gegen die Drogen" gescheitert ist, der schon mehr als 100.000 Tote gefordert hat.

Rosetta: Kometenlander Philae vor seinem großen Flug

Am heutigen Mittwoch soll zum ersten Mal überhaupt eine Raumsonde auf einem Kometen landen. Philae ist kurz davor, die Sonde Rosetta hinter sich zu lassen und 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Die letzte Missionsbestätigung steht noch aus.

Der Kometenlander Philae hat in der Nacht zum Mittwoch einen letzten Check aller Systeme überstanden und ist nun bereit für seinen großen Flug hinüber zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Um 3:35 Uhr Mitteleuropäischer Zeit bekam der Lander demnach seine Flugbestätigung. Das war die dritte von insgesamt vier derartigen Entscheidungen. Nach einem kleinen Manöver am frühen Morgen soll dann die letzte und endgültige Flugbestätigung folgen. Um 10:00 Uhr deutscher Zeit soll sich Philae dann von Rosetta trennen und seinen Flug zum Kometen beginnen.

mehr:
- Rosetta: Kometenlander Philae vor seinem großen Flug (heise News, 12.11.2014)

siehe auch:
- ESA-Raumsonde Rosetta: Europa will auf einem Kometen landen (heise News, 10.11.2014)
Seit zehn Jahren ist Rosetta unterwegs und nun steht der Höhepunkt der Mission bevor. Das Mini-Labor Philae soll auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen. So etwas wurde noch nie zuvor versucht.
Am Mittwoch steht sie an, die wohl bislang gewagteste Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA. Die Raumsonde Rosetta soll den Lander Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko absetzen. So etwas hat es noch nicht gegeben und das Manöver wird deswegen teilweise sogar mit der Mondlandung 1969 verglichen. "Das ist das erste Mal, dass so etwas unternommen wird, ein Meilenstein", sagte etwa Paolo Ferri, Chef des ESA-Flugbetriebs im Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt in einem Interview mit dpa.

- Wie man einen Kometen harpuniert (Jens Lubbadeh, heise Technology Review, 05.11.2014)
Die Raumsonde Rosetta hat ihr Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, erreicht. Nun steht der letzte Akt der Mission bevor: den Lander Philae auf dem Kometen abzuwerfen.

Heute vor 70 Jahren – 12. November 1944: Der Untergang der »Tirpitz«

Ein Koloss aus Krupp'schem Panzerstahl 

Fünf Jahre lang bauten Ingenieure und Arbeiter der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven an dem größten jemals gebauten deutschen Schlachtschiff. Im Februar 1941 konnte es in Dienst gestellt werden, im folgenden Sommer war es schließlich kriegstauglich. Die 250 m lange »Tirpitz« war mit enormer Feuerkraft ausgestattet und dafür vorgesehen, die Geleitzüge der Alliierten im Atlantik zu attackieren. Hitler aber war besorgt, das Schlachtschiff könne der britischen Flotte zum Opfer fallen und beorderte es im Januar 1942 nach Norwegen, wo es als schwimmende Artillerie gegen Invasionsversuche vorgehen sollte. 
Das deutsche Schlachtschiff »Tirpitz« versteckt
in einem norwegischen Fjord bei Tromsö, 1943
So lag die »Tirpitz« die meiste Zeit verborgen in verschiedenen Fjorden. Churchill maß der Jagd auf das stählerne »Biest« besondere Bedeutung zu und erklärte die Versenkung des Riesen zu einer vor dringlichen Aufgabe der Royal Navy. Zwei britische Mini-U-Boote hatten dem Schiff 1943 Schäden zugefügt, die aber repariert werden konnten. Der entscheidende Schlag erfolgte heute vor 70 Jahren aus der Luft: 21 Lancaster-Bomber griffen das in einem Fjord bei Tromsö liegende Schiff mit 5 t schweren Bomben an. Die »Tirpitz« sank, 902 Soldaten starben. 

Kommentar der Marine-Leitung 
Der gegnerische Aufwand, der zur Beobachtung und Bekämpfung des Schiffes verbraucht wurde, ist hoch zu bewerten. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Die Tirpitz - Hitlers letztes Schlachtschiff [57:55]

Veröffentlicht am 10.01.2013

Dienstag, 11. November 2014

Studie: Was sich aus den Datenspuren der Internetnutzer schließen lässt

Jeder Bürger produziert Datenspuren, ob bei Einkäufen, im Web oder bei der Nutzung des Smartphones. Eine neue Studie fasst zusammen, welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen.


Das Geschäft mit persönlichen Daten läuft global auf Hochtouren, stellt eine Studie des Wiener Forschungsinstituts Cracked Labs im Auftrag der österreichischen Arbeiterkammer fest. Die Erfassung, Verknüpfung und Verwertung persönlicher Daten ist ein Milliardengeschäft, die Verbraucher sind das Ziel. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Google und Facebook im Rampenlicht, in Wirklichkeit verdienen zahllose weitere Unternehmen an den Daten von Verbrauchern. Cracked Labs nennt dazu zahlreiche Beispiele.

Die Wiedererkennung einzelner Verbraucher funktioniert inzwischen über alle Geräte und Plattformen hinweg. Data Mining analysiert große Mengen persönlicher Daten und sucht darin nach Mustern und Zusammenhängen. Damit lassen sich über Einzelne Erkenntnisse gewinnen und Prognosen über künftiges Verhalten abgeben. Die Supermarktkette Target konnte beispielsweise aus dem Einkaufsverhalten schwangerer Frauen deren Geburtstermine vorhersagen – ohne dabei typische Käufe wie Babykleidung oder Kinderwagen berücksichtigen zu müssen.

mehr:
- Studie: Was sich aus den Datenspuren der Internetnutzer schließen lässt (heise Newsticker, 11.11.2014)

Wilhelm Busch, Freunde



Es ist halt schön,
Wenn wir die Freunde kommen sehn. –
Schön ist es ferner, wenn sie bleiben
Und sich mit uns die Zeit vertreiben. –
Doch wenn sie schließlich wieder gehen,
Ist’s auch recht schön. –

"Wie wollte man den deutschen Humor definieren, wenn es Wilhelm Busch nicht gäbe?" (Tomi Ungerer). Buschs Gedichte und die Eröffnungspoeme seiner großen Bildergeschichten in einem hübschen Leinenband. 464 Seiten. Haffmans Verlag. Nur bei Zweitausendeis.

Dem Würgegriff von Sagittarius A entkommen

US-Astronomen lösen Rätsel um bizarres Objekt, das auf Kollisionskurs mit dem supermassiven Schwarzen Loches im Milchstraßenzentrum war und zur Überraschung aller überlebte

Im Herzen der Galaxis herrscht das supermassive Schwarze Loch Sagittarius A* (SgrA*), das in fernster Zukunft einen Großteil der Milchstraße verschlingen wird. Dass in dieser Region einige interessante Sterne und andere geheimnisvolle Gebilde ihr Dasein fristen, wissen die Astronomen von der UCLA Galactic Center Group schon seit langem. Seit 2011 verfolgen sie einen ganz speziellen Kandidaten, eine vermeintliche Gaswolke namens G2, die auf Kollisionskurs mit SgrA* war. Als diese im März dieses Jahres SgrA* passierte, erlebten die Forscher eine handfeste Überraschung. Für das Gesamtverständnis von Schwarzen Löchern sind die neuen Daten elementar.

Schwarze Löcher machen ihrem Namen strenggenommen keine Ehre: Sie sind eigentlich weder so richtig schwarz noch haben sie ein Öffnung, die unserem Verständnis nach einem Loch entspricht oder wenigstens in einer wie auch immer gearteten Form lochartig ist. Und dennoch zählen diese kompakten Gebilde, die aus toten massereichen Sternen geboren werden, zu den spektakulärsten Objekten im Universum, absorbieren sie doch wie kein anderes jede Form von Materie und Energie.

mehr:
- Dem Würgegriff von Sagittarius A entkommen (Harald Zaun, 11.11.2014)

Prostitution – “So, wie geht es deiner Seele?”

Simone, 32, hat in einem Berliner Bordell gearbeitet. Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit ihr erzählt sie, was sie an der Debatte über Prostitution in Deutschland stört.
Simone, als wir über die Möglichkeit dieses Interviews geredet haben, hast du gesagt: „Über Prostitution diskutiert man in Deutschland am liebsten ohne die Prostituierten. Das ist für alle Beteiligten bequem.“ Was hast du damit gemeint?

Ich glaube, das Bequeme daran ist offensichtlich für diejenigen, die damit nichts zu tun haben. Es ist natürlich bequem zu sagen, alle Prostituierten seien entweder Opfer oder heroische Kämpferinnen für sexuelle Freiheit, solange man keine einzige Prostituierte persönlich kennt. Wenn ich als Prostituierte oder als Frau mit diesem Hintergrund sozusagen direkt in diesem Diskurs mitreden könnte, müsste ich ungefähr Folgendes sagen: “Du erlaubst mir zwei Rollen. Entweder bin ich megahappy, weiß total, worum es geht, will den ganzen Tag nur gefickt werden und liebe diesen Job, es ist das Beste, was mir passieren konnte.” Damit ließe man mich dann irgendwie durchkommen, weil ich so hart nach vorne presche, dass mich einfach niemand mehr einholen kann. Oder ich breche weinend zusammen, bitte darum, wieder aufgenommen zu werden. Ich wurde von meinem Freund geschlagen, in meiner Kindheit traumatisiert, ich bin eine Zwangsprostituierte.

Diese beiden Rollen stellt mir die Gesellschaft zur Verfügung. Wenn ich nicht wirklich bescheuert bin, wenn ich von dieser Welt nicht zerfetzt werden will, dann bemühe ich mich als Prostituierte darum, diejenige zu sein, die extrem tough ist. Das ist aber ein Scheißdeal. Ich habe die Wahl zwischen zwei Schubladen – soviel zum Thema Freiheit. Die Bequemlichkeit bezieht sich aber auch auf die Seite der Prostituierten, weil auch sie Kinder der Gesellschaft sind, und also auch in ihren Köpfen diese Idee steckt. Weil sie selbst auch in diesen zwei Schubladen denken.

mehr:
- “So, wie geht es deiner Seele?” (Theresa Bäuerlein, 10.11.2014)


81% für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien

Trotz des spanischen Verbots der Befragung haben sich zwei Millionen klar und deutlich für Katalonien als eigenen Staat ausgesprochen

Als "vollen Erfolg" bezeichnete der Präsident der katalanischen Regionalregierung Artur Mas die Befragung der Bevölkerung am gestrigen Sonntag. Trotz des Verbots und der Drohungen mit Repressalien aus Spanien gegen die Organisatoren und Teilnehmer haben sich in Katalonien 2.250.000 Bewohner an der Abstimmung beteiligt. Angesichts von knapp 5,5 Millionen Wahlberechtigten (wie beim Referendum über die schottische Unabhängigkeit durften auch 16-Jährige teilnehmen) ist das nach den dauerhaften Versuchen, die Abstimmung zu verhindern, tatsächlich eine erneute eindrückliche zivilgesellschaftliche Demonstration der Katalanen. Sie haben erneut gezeigt, wie gut sie organisiert sind. Mehr als 40.000 Freiwillige haben für eine reibungslose Durchführung gesorgt, zum Teil bildeten sich bis zu 400 Meter lange Schlangen vor den Wahllokalen.

Nun hat man, anders als bei den bisherigen Massendemonstrationen (Katalonien: Nächste Station Unabhängigkeit), ein klares Stimmungsbild. Denn die Wähler mussten sich ausweisen und ihr Ausweis wurde in Listen registriert, um Transparenz und Überprüfbarkeit zu gewährleisten. Davon haben gut 100.000, also nicht einmal 4,5 %, mit Nein auf die Frage geantwortet: "Wollen Sie, dass Katalonien ein Staat ist?" Der Rest hat fast ausschließlich mit Ja geantwortet und musste dann auch die zweite Frage beantworten. "Wollen Sie, dass dieser Staat unabhängig sein soll?" 81% haben zugestimmt. Man beachte, dass beim Referendum über das Autonomiestatut 2006, das später vom spanischen Verfassungsgericht noch weiter beschnitten und die Katalanen aufgebracht hat, mit 2,5 Millionen sich nur unwesentlich mehr Menschen teilgenommen haben. Damals sprachen sich 74% dafür aus.
mehr:
- 81% für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien (Ralf Streck, Telepolis, 10.11.2014)

Europäische Bürgerinitiativen klagen vor EuGH gegen TTIP

Mehrere Organisationen aus unterschiedlichen Ländern wollten sich als gemeinsame Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA registrieren lassen. Die EU-Kommission lehnte dies ab. Nun landet der Fall vor dem EuGH. Und der Kampf gegen die Abkommen soll weitergehen.

„Die scheidende EU-Kommission hat sich gegenüber unserem Bündnis arrogant gezeigt und mit einer dürftigen Pressemitteilung ihre Ablehnung verteidigt“, sagte Maritta Strasser von Campact den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Sie verweigerte uns eine informelle rechtliche Prüfung vor ihrer Entscheidung.“ Die Begründung der EU-Kommission bezüglich des abgelehnten Antrags lautete damals: „Ihre geplante Bürgerinitiative liegt offenkundig außerhalb des Rahmens, in dem die Kommission befugt ist, einen Vorschlag für einen Rechtsakt der Union vorzulegen, um die Verträge umzusetzen.“ Das Verhandlungsmandat zu TTIP sei demnach ein interner Vorbereitungsakt und kein Rechtsakt mit Wirkung auf die Bürgerinnen und Bürger. Zudem könne eine EBI nur positiv formuliert werden, also darauf hinwirken, einen Rechtsakt zu erlassen, nicht aber einen solchen zu unterlassen. Beide Begründungen sind nach Ansicht der Initiatoren nicht stichhaltig.

mehr:
- Europäische Bürgerinitiativen klagen vor EuGH gegen TTIP (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 11.11.2014)

siehe dazu auch:
- Blamage für Gabriel: CETA kann nicht mehr geändert werden (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 10.11.2014)
Juristische Kenner wissen es seit Monaten: Das Freihandelsabkommen CETA kann nicht mehr geändert werden. Somit tritt der Investorenschutz in Kraft. Für Sigmar Gabriel bedeutet dies eine schwere Niederlage. Bis zuletzt hatte er den Eindruck erweckt, dass Anpassungen noch möglich sind.

- Unser Rechtssystem wird ausgehebelt (Die Gazette, Oktober 2014?)
mein Kommentar:
Eines der wichtigsten Wirtschaftsabkommen der letzten Jahrzehnte, hinter verschlossenen Türen verhandelt, und es ist nicht klar, ob Veränderungsmöglichkeiten bestehen oder nicht? Niederlage? Das ist doch lachhaft! Sind wir da im Kindergarten?

Neuland unterm Pflug

Nahost-Staaten Der Aufmarsch des IS ist Zeichen einer territorialen Reorganisation. Die Staatenbildung nach dem Ersten Weltkrieg - geprägt von westlichen Interessen - hat sich überlebt
Gäbe es eine höhere Gerechtigkeit ohne irdischen Anker, könnten sich die Kurden als Sieger der Geschichte fühlen. Noch nie, so hat es den Anschein, war die Zeit günstiger, einen kurdischen (National-)Staat zu gründen. Schon ist von einem Großkurdistan die Rede, das Gebiete im Nordirak, in Südostanatolien, in Nordsyrien bis zum Nordwesten des Iran erfasst, wo es mit der Republik von Mahabad 1946 kurzzeitig die erste Kurden-Souveränität gab. Es würde ein neues Staatswesen entstehen, während ringsherum Staaten das Zeitliche segnen wie der Irak und Syrien oder existenziell gefährdet sind wie der Libanon oder abdanken wie Libyen oder als Besatzungsgebiet vor sich hin dämmern wie die Westbank und Gaza. Die Umbrüche im Nahen Osten wie in Nordafrika, die von der Arabellion 2011 bis zum Bürger- und Glaubenskrieg in der Levante reichen, erzählen von einer territorialen Neuordnung – Ausgang offen.
mehr:
-  Neuland unterm Pflug (Lutz Herden, der Freitag, 10.11.2014)

Heute: Nationalfeiertag in Angola

Stellvertreterkrieg in Südwestafrika

40 Jahre lang sahen sich die Menschen in Angola mit Gewalt und Krieg konfrontiert. 1961 begann der Unabhängigkeitskrieg gegen die Kolonialmacht Portugal, die das Land 1975 schließlich in die Eigenständigkeit entlassen musste. 1975 wurde für Angola die Bildung einer Übergangsregierung vereinbart, die aus Vertretern der marxistischen MPLA und den prowestlichen Bewegungen FNLA und UNITA bestehen sollte. Die Gegensätze zwischen den Gruppierungen mündeten jedoch in einen blutigen Machtkampf. Im November 1975 proklamierte die MPLA die Volksrepublik Angola
Regierungstruppen haben die Stadt Dondo von den Rebellen zurückerobert, 1993
Im folgenden Bürgerkrieg erhielt die MPLA Militärhilfe von der Sowjetunion und holte kubanische Soldaten ins Land, die UNITA erhielt Waffenlieferungen aus den USA und militärische Unterstützung von Südafrika. So geriet der Bürgerkrieg zum Stellvertreterkrieg der politischen Blöcke des Westens und Ostens. Nach Ende des Kalten Krieges 1990 führten dann angolanische Parteien den Kampf um die Macht im Land. Erst 2002 legte die UNITA die Waffen nieder, nachdem ihr Führer von Regierungssoldaten getötet worden war.

Pepetela, angolanischer Schriftsteller, 1992 
Gestern war die dunkle Nacht des Kolonialismus. Heute ist das Leiden des Krieges, aber der Morgen wird das Paradies sein. Dieser Morgen ist nie gekommen, nur ein ewiges Heute. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014


Heute vor 40 Jahren – 11. November 1974: Die Entdeckung des Charm-Quark

Heute vor vierzig Jahren gelingt den Physikern Burton Richter und Samuel Chao Chung Ting gleichzeitig, aber unabhängig voneinander, die Entdeckung eines neuen Elementarteilchens, des Charm-Quarks. Damit wird die Theorie von Sheldon Lee Glashow gestützt, nach der die Materie aus vier Urbausteinen besteht. Richter und Ting werden 1976 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

siehe auch:
- Die Entdeckung des J/ψ (Universität Heidelberg, PDF)
- Explain it in 60 seconds: Charm quark (Symmetry Magazine, Mai 2009)
- The Particle Adventure (ParticleAdventure.org)
- Astro-Lexikon Q 3, Quarks (Andreas Müller, Astrowissen)
daraus das folgende Bild mit den sechs Quarks:

Aus diesen Quarks sind dann die Bausteine des Atoms zusammengesetzt. Als Beispiel in der folgenden Abbildung: Ein Neutron aus zwei down- und einem up-Quark, ein Proton aus zwei up- und einem down-Quark:
Diese Abbildung ist zu finden in
- Introduction to Quarks, Leptons, and The Electromagnetic and Weak Interactions (Energy Blog, 27.11.2012)

Nach der Anzahl der Quarks, aus denen sie bestehen, unterscheidet man Baryonen (bestehen aus drei Quarks) und Mesonen (aus jeweils zwei Quarks):

Die Abbildung stammt aus:
- Quarks (Angelfire)

Die vier Eichbosonen vermitteln die vier Grundkräfte:
- Gravitation (Masseanziehung)
- elektromagnetische Wechselwirkung (Elektrizität, Magnetismus)
- schwache Wechselwirkung (oder schwache Kernkraft, verursacht Betaradioaktivität, sehr kurze Reichweite von etwa 10−18 m)
- starke Wechselwirkung (oder starke Kernkraft, bindet die Quarks aneinander und ist somit für die Stabilität des Atomkerns zuständig)

Wenn man dann noch die Leptonen dazunimmt, hat man alle Teilchen, aus denen sich Materie zusammensetzt. Der Name ist übrigens verkehrt (griech. leptós = dünn, klein, fein), aber zum Zeitpunkt der Kategorisierung dachten die Physiker, daß es sich um sehr leichte Teilchen handelt. Das Tauon (etwa doppelt so schwer wie ein Proton!) war damals noch nicht entdeckt.
In der folgenden Abbildung finden wir 
links oben (lila) die sechs Quarks, 
links unten (grün) die sechs Leptonen (ganz links unten das Elektron), 
rechts die die Grundkräfte vermittelnden Eichbosonen (rot) und 
ganz rechts (gelb) das gottverdammte (weil man’s so lange – bis letztes Jahr – nicht gefunden hat) Higgs-Boson, welches der Materie ihre Masse verleiht. 
(Der Verleger von Peter Higgs, der das Teilchen postulierte, fand, auf dem Buch-Titel würde sich »Gottesteilchen« besser machen. Der Name hat sich dann gehalten…)
[Quelle: Wikipedia]

What are Quarks? | Physics | The Fuse School [3:17]

Veröffentlicht am 25.01.2013
Find out what quarks are, how they were discovered and why they are very important in relation to protons and neutrons. There are different types of quarks which you'll learn about in this GCSE / K12 "Radioactivity" video from the Virtual School.

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First Second Of The Universe [2:13]

Hochgeladen am 20.11.2009
http://facebook.com/ScienceReason ... The Standard Model of Particle Physics (Chapter 1): First Second of The Universe.

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The Standard Model of particle physics is a theory of three of the four known fundamental interactions and the elementary particles that take part in these interactions. These particles make up all visible matter in the universe.

Every high energy physics experiment carried out since the mid-20th century has eventually yielded findings consistent with the Standard Model.

Still, the Standard Model falls short of being a complete theory of fundamental interactions because it does not include gravitation, dark matter, or dark energy. It is not quite a complete description of leptons either, because it does not describe nonzero neutrino masses, although simple natural extensions do.

• http://en.wikipedia.org/wiki/Standard...
• http://en.wikipedia.org/wiki/Big_Bang...

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Uff, jetzt blick’ ich selber wieder durch…