Donnerstag, 26. November 2015

Nach Abschuss von russischem Kampfjet: ARD und BILD verdrehen bewusst die Fakten

Auf den Webseiten der tagesschau, in den stündlichen Radionachrichten und -berichten, sowie im 100s-Videoformat der tagesschau verschweigt die ARD konsequent, dass sich der heute Morgen von der türkischen Luftwaffe abgeschossene russische Kampfjet im syrischen Luftraum befand. Die BILD titelt schon: "Putin attackiert Türkei".

Anstatt die bekannten Fakten zu benennen, dass der russische Kampfjet über Syrien abgeschossen wurde, über Syrien abstürzte und die Piloten in Syrien von Militanten gefangen genommen wurden, desinformiert die ARD die deutsche Bevölkerung seit Stunden mit der Floskel vom Abschuss “im Grenzgebiet zu Syrien”.

mehr:
- Nach Abschuss von russischem Kampfjet: ARD und BILD verdrehen bewusst die Fakten (RT deutsch, 24.11.2015)

siehe auch:
- Die ARD verschweigt den Absturzort des über Syrien abgeschossenen und abgestürzten russischen Kampfjets – (Updates) (Propagandaschau, 24.11.2015, beachte auch die Kommentare!)

siehe auch:
- RT Deutsch: Das hat uns gerade noch gefehlt (Carsten Luther, ZEIT Online, 19.11.2014)

mein Kommentar:
Luther hat recht, mir hat RT Deutsch gefehlt!Bei dem, was ich in unseren öffentlich-rehctlichen Nachrichten sehe und höre, wird mir manchmal speiübel! Und das sollen unsere »westlichen Werte« sein?

Ich zitiere Johannes Voggenhuber (Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit, Post, 27.11.2014):
»Europa muß überall seine Werte vertreten. Und wenn der Herr Frey ihnen ein bißchen mehr verpflichtet wär’, dann müßten wir uns hier nicht die Propaganda der NATO anhören. Das ist eine ganz offene Geschichtsfälschung […] Jeder Mensch, der sich mit diesem Konflikt aufmerksam und fair beschäftigt, wird das nur als grotesk empfinden können. Die USA spielen in diesem Konflikt die Hauptrolle. Die Urheberschaft dieses Konflikts liegt nachweisbar beim Westen.«
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Gabriele Krone-Schmalz, Gabriele Krone-Schmalz bei Frank Elstner über Ukraine, Militärbeobachter in Zivil und die Notwendigkeit eines sauberen Journalismus, Post, 24.11.2014) 

Türkische Armee schießt russisches Kampfflugzeug ab [0:59]

Veröffentlicht am 24.11.2015
Türkische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ein Kampfflugzeug im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen. 

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, dass ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Suchoi in Syrien vermutlich nach Beschuss vom Boden aus abgestürzt sei.

Das Ministerium widersprach der türkischen Darstellung, wonach der Jet türkischen Luftraum verletzt habe. Nachweislich sei das Flugzeug die ganze Zeit über syrisches Territorium geflogen, hieß es.

Die türkischen Str…
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Dirk Müller: Abschuss des russischen Kampfjets Su-24 | Ukraine und Mali 25.11.2015 - Bananenrepublik [3:59]

Veröffentlicht am 25.11.2015
► Zweiter-Upload-Kanal: http://www.youtube.com/user/dieBanane...
► Backup-Kanal: http://www.youtube.com/user/diebanane...
► Twitter: https://twitter.com/Stimmbuerger - Bananenrepublik
► Quelle: http://www.cashkurs.com/kategorie/akt...

Hasardeure in Ankara öffnen Büchse der Pandora - „Es sind Helfershelfer der Terroristen, die uns einen Stoß in den Rücken versetzt haben" - "Mit Abschuss des russischen Flugzeugs agiert die Türkei als Komplize von Terroristen" Putin.

Der türkische Staatspräsident: "Es sei Routine, dass Kampfjets bei schnellen Flügen kurzzeitig den Luftraum anderer Staaten verletzten." Abdullah Gül 23.06.2012 http://www.taz.de/!5090699/

Das russische Flugzeug (SU24) hat die Grenze zur Türkei nicht überflogen! https://plus.google.com/u/0/106701079...

FSA-Video zeigt angeblich Abschuss von russischem Helikopter mit US-gefertigter TOW-Rakete https://deutsch.rt.com/kurzclips/3573...

"Mit dem Abschuss einer russischen Militärmaschine haben die IS-Unterstützer in der türkischen Regierung endgültig ihre Maske fallen lassen. Diese verantwortungslose Militäraktion gefährdet den Weltfrieden. Die Bundesregierung muss unverzüglich klarstellen, dass sie sich von Erdogan nicht in einen Krieg hineinziehen lassen wird. Es muss Schluss sein mit dem Hofieren der Kriegstreiber in der türkischen Regierung. Sofortiger Abzug der Patriot-Raketen. Druck auf die Türkei, dass endlich die türkische Grenze für den Ölschmuggel und die Nachschubrouten des IS geschlossen wird!" Sahra Wagenknecht https://www.facebook.com/sahra.wagenk...

2.244 Luftraumverletzungen durch die Tükrei in 2014 gegenüber Griechenland, welches KEIN türkisches Flugzeug abgeschossen hat! https://plus.google.com/u/0/106701079...

Erdogan hat die Büchse der Pandora geöffnet 24.11.2015 (Deutscher Untertitel) https://www.youtube.com/watch?v=ATjo1...

Unser Freund, der Kopf-ab-Saudi - "Saudi-Arabien hat in diesem Jahr mehr Menschen enthauptet als der Islamische Staat" http://www.spiegel.de/politik/ausland...

Das Ende der Arroganz - Die "Realpolitik" des Westens ist gescheitert http://www.zeit.de/2015/47/muslime-is...
KenFM am Telefon: Peter Haisenko zum Abschuss der SU-24 über der Türkei [12:12]

Veröffentlicht am 24.11.2015
Friendly Fire?

Seit die Ticker am 24.11.2015 gegen 10 Uhr meldeten, dass die Türkei einen syrischen Kampfjet vom Typ Suchoi SU-24 abgeschossen haben, ist die Gerüchteküche am Brodeln.
http://www.focus.de/politik/ausland/a...

Fakt ist: Moskau hat den Abschuss gegen 10 Uhr 25 bestätigt, dann aber der Türkischen Regierung widersprochen, die bis zur Stunde behauptet, die russische Maschine sei trotz mehrfacher Verwarnung nicht der Aufforderung nachgekommen, den Türkischen Luftraum zu verlassen.

Moskau dementierte umgehend und legte wenig später Satelliten-Bilder vor, aus denen hervorgehen soll, dass die SU-24, die über Syrien kreisend den IS bekämpfte, zu keiner Zeit die syrisch-türkische Grenze verletzt hat.

Auch das Pentagon konnte die angebliche Luftraumverletzung nicht bestätigen.
http://de.sputniknews.com/politik/201...

Wer sagt hier also die Wahrheit? Wer lügt?

Fakt ist ebenfalls, dass die Russen aktuell die einzigen sind, die sich legal im Syrischen Luftraum aufhalten dürfen. Anders als die NATO arbeiten Moskau und Damaskus offiziell beim Kampf gegen den IS zusammen.
http://www.zeit.de/politik/ausland/20...

Fakt ist auch, dass bei klassischen Grenzverletzungen nicht gleich auf den roten Knopf gedrückt wird. In der Regel steigen eine Handvoll Jets auf, um Blickkontakt zu der Maschine aufzubauen, die sich illegal im fremden Luftraum befindet.

Ist das passiert? Oder nicht? Noch ist nicht einmal klar, wie die SU-24
vom Himmel geholt wurde. Es kursieren zwei Versionen.

Es wird sowohl behauptet, zwei türkische F16 hätten die SU-24 attackiert und abgeschossen,
http://www.sueddeutsche.de/news/polit...

als auch, dass der russische Bomber durch eine vom Boden aus gestartete Abwehrrakete abgeschossen worden sei.
http://de.sputniknews.com/militar/201...

Was ist wahr, was erfunden?

Man muss in diesem Zusammenhang auch im Hinterkopf behalten, dass sich aktuell immer noch eine deutsche Luftabwehrbatterie, sogenannte Patriot-Raketen, an der Türkisch-Syrischen Grenze befinden.
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Pol...

Um 17 Uhr am selben Tag traf sich die NATO, um über den Abschuss zu beraten. Das Kredo lautet wohl: Deeskalation.

Ob das den abgeschossenen Piloten etwas nützt, steht in den Sternen. Nach einem FSA-Handy-Video soll einer der Piloten von der FSA getötet worden sein, nachdem er sich zuvor mit dem Schleudersitz retten konnte. Ob es sich tatsächlich um ein Besatzungs-Mitglied der SU-24 handelt, ist nicht sicher.

(Achtung - verstörender Inhalt!)
https://www.facebook.com/CarthageFm.T...

Von dem anderen Piloten fehlt zur Stunde jede Spur.

Putin sprach im Zusammenhang mit dem Abschuss von einem „Messerstich in den Rücken“. Er sieht sich beim Kampf gegen den IS von Verbündeten attackiert und hat ernsthafte Konsequenzen angekündigt.

KenFM spricht am Abend des Vorfalls mit dem ehemaligen Berufspiloten Peter Haisenko über den aktuellen Stand der Informationen. Trotz der dünnen Nachrichtenlage behauptet Haisenko im Gespräch, dass hier eindeutig Vorsatz vorläge. Wer dann zum Abschuss frei gab, lässt er offen.

http://www.kenfm.de
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/TeamKenFM
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm
"Dolchstoß" Jet-Abschuss: Ist Türkei ein ISIS-Komplize? [4:16]

Veröffentlicht am 24.11.2015
Ein russischer Kampfjet wurde am 24.11.2015 im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien von türkischen Truppen abgeschossen. Die Türkei bringt sich damit in den schweren Verdacht, ein direkter Komplize, Unterstützer und Geldgeber von ISIS zu sein. Dies diskutiert Paul Joseph Watson im aktuellen Video.

Einige Tage vor dem Abschuss, so berichtet Watson, warnte die Türkei Russland, dass es "ernste Konsequenzen" geben würde, wenn Russland nicht aufhöre, den ISIS zu bombardieren. Ankara drohte Moskau mit Vergeltung, wenn Moskau nicht "alle Angriffe gegen den ISIS sofort einstelle". Russland ließ sich nicht einschüchtern. Und es scheint, als sei dieser Abschuss die Vergeltung für Russlands Weigerung.

Putin reagierte auf den Abschuss des Jets, indem er es einen "Dolchstoß in den Rücken durch Terrorismus-Komplizen" nannte, so Watson. Diese These wird dadurch gestützt, dass die Türkei den ISIS nun schon seit Jahren unterstützt, bewaffnet und finanziert. Jahrelang hat die Türkei außerdem Öl vom ISIS gekauft und den Ölhandel mit dem durch den ISIS gestohlenen Öl auf dem Schwarzmarkt möglich gemacht. "ISIS-Öl" im Wert vom 800 Millionen Dollar wurde allein in der Türkei verkauft.

Die Türkei bombardiert und tötet außerdem kurdische Separatisten, so Paul Joseph Watson, die eine der wichtigsten Gruppen in der Region sind, die den ISIS bekämpfen. Ein Sicherheitsbeamter aus Ägypten enthüllte, dass die Türkei den ISIS mit direkten Geheimdienstinformationen und logistischer Unterstützung versorgt.

Watson schlussfolgert: Der Fakt, dass die Türkei so massiv überreagierte und diesen Jet abschoss, beweist, was für eine irrationale Gefährdung Erdogan für diese Region darstellt. Die NATO beherbergt unter sich einen staatlichen ISIS-Geldgeber, indem sie der Türkei nicht die Mitgliedschaft kündigt. Dank der Bestrebungen der USA, der NATO und der Türkei; Russland davon abzuhalten, den ISIS zu zerstören, wird der Islamische Staat weiterhin - sowohl im Mittleren Osten als auch in Europa - Unheil anrichten.

Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=JxTVw...

siehe auch:
- ZDF heute: Das Völkerrecht interessiert uns nur dann, wenn wir es für Propaganda benutzen können (Propagandaschau, 25.11.2015)
- Syrien und Idioten, die außen rum stehen (AlterMannBlog, 25.11.2105)
- Türkei zu Kampfjet-Abschuss: "Wir haben nicht überreagie- he! Ein Vogel!" *ratatatatatat*  (Postillon, 25.11.2015)
- Kommt darauf an, wer den Luftraum verletzt (Alles Schall und Rauch, 25.11.2015)
- Geopolitische Interessen hinter dem Konflikt zwischen Russland und Türkei (Florian Rötzer, Telepolis, 26.11.2015)
- Falsches Spiel im Antiterrorkampf (Moritz Gathmann, Cicero, 25.11.2015)
- Chaos im Kampf gegen den IS (Wulf Schmiese, Cicero, 25.11.2015)
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Gabriele Krone-Schmalz, Gabriele Krone-Schmalz bei Frank Elstner über Ukraine, Militärbeobachter in Zivil und die Notwendigkeit eines sauberen Journalismus, Post, 24.11.2014) 
aktualisiert am 27.11.2015

Krankenhaus-Bombardement von Kundus – "Eine Folge menschlichen Versagens"

Das US-Militär hat seinen Bericht zum Krankenhaus-Bombardement von Kundus vorgelegt. Ergebnis: Es gab kein Briefing, die Technik streikte - und als die Systeme ein freies Feld als Ziel anzeigten, nahm man einfach das nächstbeste Gebäude ins Visier.

Die USA haben schwere Fehler beim Luftschlag gegen ein Krankenhaus der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" in Kundus eingeräumt. Der Angriff sei "eine direkte Folge menschlichen Versagens" gewesen, sagte der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Afghanistan, General John Campbell. Bei dem Bombardement im Oktober waren 31 Menschen ums Leben gekommen.

Der Untersuchungsbericht, den Campbell heute vorstellte, analysiert auf 3000 Seiten die Abläufe, die zu dem Luftschlag führten. Damals tobte um Kundus eine Schlacht zwischen afghanischen Truppen und dem US-Militär auf der einen Seite und den den Taliban auf der anderen. Das Krankenhaus wurde dabei fälschlich als Ziel identifiziert. Das US-Personal glaubte, ein anderes Gebäude anzugreifen, mehrere hundert Meter entfernt, wo sich Kämpfer aufhalten sollten", sagte Campbell. "Der Bericht legt auch dar, dass diejenigen, die den Angriff anordneten, und die, die ihn ausführten, nicht die angemessenen Schritte unternahmen um zu prüfen, ob das Gebäude ein angemessenes militärisches Ziel ist."

mehr:
- US-Angriff auf Krankenhaus in Kundus: "Eine Folge menschlichen Versagens" (Jan Bösche, Tagesschau, 25.11.2015, beachte die Kommentare!)

USA bombardieren Krankenhaus – Medien messen mit zweierlei Maß | 05.10.15 | kla.tv (Medienkommentar) [4:33]

Veröffentlicht am 05.10.2015

(dd.)Als am 30. September russische Kampfjets begonnen haben, im Kampf gegen den Islamischen Staat – kurz IS – erste Ziele in Syrien zu bombardieren, ging die antirussische Propaganda der westlichen Presse los. Sofort wurde Russland beschuldigt, Russland hätte es gar nicht auf Stellungen der IS abgesehen und bei seinen Luftangriffen gezielt Zivilisten getötet. Wieder einmal stand das vernichtende Urteil über Russland fest, bevor die Beschuldigungen überhaupt hinterfragt und unter Berücksichtigung der Stellungnahme der anderen Seite geprüft wurden...

WICHTIGER HINWEIS: Solange wir nicht gemäss der Interessen und Ideologien des Westens berichten, müssen wir jederzeit damit rechnen, dass YouTube weitere Vorwände sucht um uns zu sperren. Vernetzen Sie sich darum heute noch internetunabhängig! http://www.kla.tv/vernetzung

Sie wollen informiert bleiben, auch wenn der YouTube-Kanal von klagemauer.tv aufgrund weiterer Sperrmassnahmen nicht mehr existiert? Dann verpassen Sie keine Neuigkeiten: http://www.kla.tv/news

Quellen/Links:
http://www.srf.ch/news/international/...
http://www.srf.ch/news/international/...
https://de.wikipedia.org/wiki/Begleit...
http://www.youtube.com/watch?v=zF3Cnh...
dazu passen:
- Video zeigt tödliche Schüsse (Damir Fras, FR Online, 25.11.2015)
In dem Video, aufgenommen von einer Kamera auf dem Armaturenbrett eines Streifenwagens, ist der 17 Jahre alte Laquan McDonald zu sehen, der am Abend des 20. Oktobers 2014 eine Straße in Chicago entlangläuft. Mitunter torkelt er ein wenig, der Jugendliche soll nach Auskunft der Behörden zuvor Pillen geschluckt haben. Auch habe er zwei Autoradios gestohlen und den Reifen eines Streifenwagens zerstochen. Doch bedrohlich wirkt der junge Afro-Amerikaner nicht. Das Messer, das er nach Angaben der Polizei in seiner Hand gehalten haben soll, ist nicht auszumachen.

Mehrere Streifenwagen nähern sich dem Jugendlichen – und dann läuft alles in Sekundenschnelle ab: Der weiße Polizist Jason Van Dyke, seit 14 Jahren beim Chicago Police Department, steigt aus seinem Auto, zieht seine Waffe und drückt ab. Selbst als McDonald schon am Boden liegt, schießt Van Dyke weiter. Der Körper des Jugendlichen krümmt sich mehrfach, Asphaltstückchen spritzen davon. Dann endet die Aufnahme, die merkwürdigerweise keinen Ton hat. Die Ermittler finden später 16 Geschosse, die sie Van Dykes Dienstwaffe zuordnen.

und:
Texas Exzessive Polizeigewalt wegen „illegalem Überqueren einer Straße“ [1:16]

Veröffentlicht am 11.11.2015
In Austin, Texas ist eine Gruppe von Fußgängern von Polizisten geschlagen und verhaftet wurden. Deren einziges Vergehen war es, dass sie eine Straße „illegal“ überquert hatten. RT zeigt die Videoaufnahmen und spricht mit dem politischen Comic-Zeichner Ted Rall, der eine ähnliche Erfahrung machen musste. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

mein Kommentar:
möglicherweise sollte man US-amerikanische Uniformen zum Psychoanlytiker schicken. Die machen vielleicht was mit ihren Trägern:
- Polizisten in den USA - Sitzt der Colt zu locker? (web.de, 21.08.2014)
Polizisten würden häufig angeschrien oder aggressiv bedrängt. "Wenn sie Gewalt anwenden, dann um ihre eigene oder die öffentliche Sicherheit zu verteidigen." Für Dutta ist die Sache daher klar: "Wenn Du nicht erschossen, mit Elektroschocks und Pfefferspray angegriffen, mit einem Knüppel geschlagen oder auf den Boden geschleudert werden willst, dann tue, was ich Dir sage", lautet sein Tipp.

Michael Bell - ein Weißer - sieht das ganz anders. Er verlor vor zehn Jahren seinen Sohn. Ein Polizist erschoss ihn bei einer Verkehrskontrolle. Der Beamte sei mit seiner Pistole an einem kaputten Außenspiegel des Wagens hängengeblieben. Er dachte, der junge Mann würde nach seiner Waffe greifen - und erschoss ihn.

Es habe nur 48 Stunden gedauert, schrieb Bell kürzlich im Magazin "Politico", bis die Behörden sich ganz ohne Zeugenbefragung und Beweisaufnahme vollständig von der Tat reingewaschen hätten - es gab keine Anklage, keinen Prozess, nicht mal eine Strafversetzung für den Beamten. Bell kämpfte in seinem Heimatstaat Wisconsin jahrelang für ein Gesetz, demzufolge jeder Todesschuss durch einen Polizisten von einer unabhängigen Behörde überprüft werden muss. Er hatte Erfolg, das Gesetz trat 2012 in Kraft. Doch Wisconsin ist da eine Ausnahme.

siehe auch:
- Jetzt müßte man schwarz sein, wo die Polizei die Weißen verprügelt (aus P. G. Zimbardo, Psychologie, Springer 1983, S. 9, GoogleBooks)
- Wer Gewalt sät ... (Slavoj Žižek, The European, 05.04.2015)

Wenn die Polizei nicht mehr als Hüter des Gesetzes und als Verteidiger der öffentlichen Ordnung gesehen wird, sondern in der Wahrnehmung vieler als gewalttätige Truppe in Erscheinung tritt, verändern sich gleichzeitig die Proteste gegen die bestehende Ordnung: Die „abstrakte Negation“ explodiert; Proteste entladen sich in roher, zielloser Gewalt. In seiner Studie zur Massenpsychologie beschreibt Sigmund Freud die „Negation“ zerfallender sozialer Bindungen: „Thanatos“ statt „Eros“, Gewalt und Tod statt Liebe. In einem Punkt aber irrte der große Psychoanalytiker: Vorschnell verwarf er die Konsequenzen dieses sozialen Zerfalls als spontanen Fanatismus – also als einen Fanatismus, der keine Vergangenheit und Zukunft kennt und sich daher unterscheiden lässt vom Fanatismus organisierter Gruppen wie der Kirche oder der Armee. […]

Und sind solche „irrationalen“ Gewaltausbrüche ohne konkrete programmatische Forderungen, getrieben von vager Gerechtigkeitsrhetorik, nicht gleichzeitig exemplarische Beispiele für das, was Walter Benjamin mit dem Begriff „göttliche Gewalt“ beschreibt? Für Benjamin lassen sich zwei Formen von Gewalt unterscheiden: Die „göttliche“, rechtsvernichtende und entsühnende Gewalt auf der einen Seite, die „mythische“ und rechtsbildende Gewalt auf der anderen. Göttliche Gewalt ist Mittel ohne Zweck: Aktion ohne langfristige Strategie. Das Gegenargument ist offensichtlich: Sind solche gewalttätigen Proteste nicht oftmals ungerecht? Trifft die Gewalt nicht vor allem Unschuldige? Wenn wir die überzogenen und „politisch korrekten“ Erklärungsversuche vermeiden wollen, denen zufolge die Opfer göttlicher Gewalt sich aufgrund ihrer allgemeinen historischen Verantwortung nicht zur Wehr setzen sollten, bleibt uns nur eine Option: Die Feststellung, dass göttliche Gewalt ungerecht ist. Gewalt ist erschreckend brutal. Gewalt ist keine erhabene Ausdrucksform von Gerechtigkeit.

Ein linksliberaler Freund von mir unterrichtet an der Universität in Chicago. Er erzählte mir kürzlich eine traurige Geschichte: Als sein Sohn alt genug für die High School war, schickte er ihn bewusst auf eine Schule nördlich der Universität, am Rand des überwiegend afroamerikanischen Ghettos. Sein Sohn sollte in einer bunten Umgebung aufwachsen – und kam regelmäßig mit blauen Flecken und blutigen Zähnen nach Hause. Was hätte er als Vater tun sollen? Hätte er seinen Sohn auf eine andere, überwiegend weiße Schule schicken sollen?

Ich glaube, das Dilemma ist falsch formuliert: Die offensichtliche Kluft zwischen privaten Sicherheitsinteressen und allgemeiner Gerechtigkeit lässt uns zu Zeugen einer Situation werden, die in ihrer Gesamtheit überwunden werden muss.
- Macht und Machtmissbrauch aus psychologischer Sicht (Volker Faust, Psychosoziale Gesundheit)
J. Cremerius kommt zu dem Ergebnis, dass es den Reichen und Mächtigen aufgrund ihrer privilegierten Lage und ihres gesellschaftlichen Einflusses möglich ist, "ihre Neurosen derart in gesellschaftlicher Form" unterzubringen, so dass sie nicht als krankhafte Störung bemerkt werden und nicht an ihnen leiden müssen. Der Mächtige lebt seine neurotischen Bedürfnisse ungehindert in der Realität aus. Er agiert, anstatt (konstruktiven) Leidensdruck zu entwickeln. (Unter Agieren bzw. Ausagieren versteht die Psychoanalyse ein oft impulsives Verhalten, bei dem versucht wird, die ggf. bittere Selbsterfahrung durch Aktionen auf ganz anderen Gebieten erträglich oder gar ungeschehen zu machen.)

Aber auch das hat seine Grenzen, wie man aus der Geschichte und u. U. aus dem näheren oder weiteren Umfeld weiß. Grenzenlos lässt sich eine narzisstische Machtstruktur nicht durchhalten. Besonders kritisch für die Beherrschten wird es dann, wenn beispielsweise der politische Narzissmus bis zur Selbst-Vergötterung ausufert. Das hört sich vielleicht ein wenig unzeitgemäß an, ist es aber nicht, und zwar weder für die deutsche Geschichte vor wenig mehr als einem halben Jahrhundert und auch nicht für noch immer erschreckend viele Beispiele auf unserem Globus heute. Die Psychotherapeuten nennen so etwas gar einen "Gottes-Komplex": gottes-ähnliche Macht über Leben und Tod ausüben, ein durch die Natur über alle Menschen erhobenes Wesen zu sein, Allmachtsphantasien in jeder Richtung bis hin zu mörderischem Sadismus u. a.

Ganz besonders hartnäckig wird ein solcher Macht-Narzissmus, wenn er schließlich mit unkorrigierbarem Realitätsverlust einhergeht, wie sich das beispielsweise vor noch nicht allzu langer Zeit in der (oft vergreisenden) Führungs-Riege des Ostblocks zeigte. Und wenn dann noch paranoide (wahnhafte) Momente hinzukommen, dann brechen alle Dämme, wie man von den großen Diktatoren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiß - und an neuen mangelt es nicht.

Mittwoch, 25. November 2015

Heute Show vom 20.11.2015

Heute Show 20.11.15 ganz [36:29]

Veröffentlicht am 20.11.2015
Die Heute Show vom 20.11.15 über den Terrorangriff in Paris und dessen Folgen und die Berichterstattung, Beckenbauer und der DFB, die AfD mit nem besuch bei deren Demonstration im Clowns-Kostüm und den NSU

„Vielleicht beginnt das Unglück in dem Augenblick, in dem einer den anderen zu durchschauen glaubt“

Biografie Silvia Bovenschen hat ein Buch über die Künstlerin Sarah Schumann geschrieben. Es erzählt von einer absolut unzeitgemäßen Liebe

Eine Wette, die in 33 Jahren Wetten, dass..? leider nie stattfand: Wie viele Bücher kann man anhand der Zitate erkennen, die ihnen vorangestellt sind? Mir kommt diese Idee leider auch erst jetzt, weil Silvia Bovenschen für ihr Buch Sarahs Gesetz ein Zitat von Ilse Aichinger ausgewählt hat, das so sehr auf den Punkt bringt, was folgt, dass man es nicht wieder vergisst. Insbesondere gilt das für den zweiten Satz: „Solange wir wissen, dass wir unerkundbar sind, ist Liebe.“

Silvia Bovenschen hat ein Buch geschrieben, das von ihrer Freundin, der Künstlerin Sarah Schumann, erzählt. Es ist aber auch ein Buch über sie selbst, die Autorin. 1975 begegnen sich die beiden Frauen das erste Mal: Die Autorin ist Ende 20, die Künstlerin zwölf Jahre älter als sie. Für die Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation ist Bovenschen von Frankfurt nach Westberlin gefahren. Sie hat durchgesetzt, dass sie ein Sonderheft über die Frage schreiben wird, ob es eine weibliche Ästhetik gibt. So gelangt sie eines späten Abends in die Wohnung der Künstlerin.

mehr:
- Gegen den Strich (Christine Käppeler, der Freitag, 24.11.2015)

Perversionen: Ökonomie in der Krise

Im vierten Teil unserer Serie «Ökonomie in der Krise» kommt der Freiburger Ökonom Reiner Eichenberger zu Wort – mit einem flammenden Plädoyer für die modernen Wirtschaftswissenschaften. Natürlich gibt es in der modernen Ökonomik viel widerlich abstraktes und unbrauchbares Zeug. Trotzdem zielt die gängige Ökonomiekritik grossteils daneben. Die Kritik basiert auf mindestens sieben Missverständnissen:
mehr:
- Spezialisten für perverse Anreizwirkungen (Reiner Eichenberger, Tagesanzeiger.ch, 16.04.2012)

Aber an diesem Glück stimmt was nicht. Glück ist nicht ohne weiteres simuliertes Glück und Glück der Simulation. Es muss gefragt werden was es heißt, Glück und Simulation so eng miteinander zusammen zu bringen kann diese nahezu distanzlose Annäherung beider nur deswegen gelingen, weil sich dadurch die Menschen erlöst glauben? Weil sie erlösende Entlastung von der Mühsal des Lebens dahinter wittern? Sozusagen die Möglichkeit einer zweiten Kindheit, wie sie hier die eben aufgeführten Antworten auf die inbrünstigen Fragen des Lebens prätendieren? Eine Kindheit unter einem Apfelbaum, dessen Früchte zu pflücken und von ihnen zu essen der Befehl Gottes ist? Des Gottes des Profanen, der nichts mehr verwehrt? Zumal der Anblick der Nacktheit nicht wie bei Adam und Eva Schaum erzeugt, sondern genossen werden soll, wie das die Pornographie auf Glanzdruckseiten unter Beweis stellt? Ist dieser Lösung also auch – und vielleicht sogar ganz bevorzugt – eine zur Schamlosigkeit? Die Erlösung zur Schamlosigkeit der Kindheit, von der die Menschheit nach der Austreibung aus dem Paradies wohl immer träumte? Also in dieser Hinsicht die Erlösung von einem tiefen »Unbehagen«, das freut einmal das »Das Unbehagen in der Kultur« (Siegmund Freud 1930, S. 419 ff.) nannte? Steckt also hinter dem simulierten Glück bzw. dem Glück der Simulation der Wunsch, die Mühen und Folgen des Zivilisationsprozesses hinter sich zu lassen und somit die Überzeugung, nur das durch diesen Prozess doch nicht geformte Kind sei des wirklichen Glücks teilhaftig? Kind sein und Glück Reihen zu empfinden ließen ursprünglich und unlösbar ineinander? Hängen Glück und Simulation also durch die Utopie des Kindes miteinander zusammen?

Stimmt dies, dann wäre das Glück der Simulationen an eine ganz erhebliche Regression gebunden, dann wäre es – folgte man dem psychoanalytischen Verständnis – eine Perversion. Dann wären die Antworten, die das Kapital auf die einst inbrünstig vorgebrachten menschlichen Fragen gibt, so überaus erleichternd, weil sie den zivilisatorisch einst gehemmten (wenn auch nicht versperrten!) Weg zum Ausleben einer Perversion öffneten und jede Scham darob delegitimierten. Dann wäre das Kapital deswegen psychisch so überaus Wirkung mächtig, weil es mit der Macht seiner Herrschaft dem Zivilisationsprozess seine Legitimation streitig machte.

Das würde dann aber auch heißen, dass die Macht des Kapitals über die Seelen u. a. darin besteht, dass es mit der Macht der Perversion korreliert. Die Macht des Kapitals und die Macht der Perversion – beides 1. Und der Gott des profanen und zugleich profane Gott wäre der Gott der Perversionen; aber nicht nur das, sondern zugleich ein perverser Gott. Einer, der mit dem kindlichen seine Unzucht treibt und die Sehnsucht danach unbarmherzig ausnutzt.

Aber die Bedingung der Möglichkeit des Glücks der Simulation ist ja die Fügsamkeit in die Erfordernisse der Kapitalakkumulation ohne Wenn und Aber! Die conditio sine qua non dieses Glücks ist also die Bereitschaft, die eigene Arbeitskraft – wenn es denn geht – bis zur Neige auszubeuten. Die Simulation des Glücks täuscht also darüber hinweg, dass des Glückes nur teilhaftig wird, wie sich den Mühen der Arbeit mit Freude unterzieht und seiner »Knechtschaft« zustimmt, wir also bereit ist, durch und durch und nichts als »Knecht« zu sein. Ein »Knecht« allerdings, der – wie beim Arbeitskraft Kapitalisten der Fall – das Privileg besitzt, wie der »Herr« über sich frei zu bestimmen. Aber im Gegensatz zum tatsächlichen »Herren« zum Zwecke der Ausbeutung seiner Arbeitskraft. Was heißt: Die Simulation des Glücks täuscht einerseits über ihre Grundbedingungen hinweg Oma nämlich die »Knechtschaft«, und sie täuscht andererseits die »Knechte« Selbst bezüglich ihrer »Knechtschaft«. Woraus folgt: Die Simulation des Glücks ist nicht nur an eine erhebliche psychische Regression gebunden, sondern auch an die Täuschung der »Knechte«, sie wären durch die finanzgetriebene Kapitalakkumulation das Brandmal ihre »Knechtschaft« los. Dass diese Täuschung eine den Nazismus zutiefst befriedigende Selbsttäuschung ist, macht sie zu einem außerordentlich belastenden ideologischen Alb.

Der finanzgetriebene Kapitalismus erzeugte auf breiter Linie das falsche Bewusstsein (die Ideologie), durch ihn wäre die »Knechtschaft« beendet, durch ihn wäre der Kapitalismus als Ausbeutungssystem aufgehoben und durch die freie Fruchtgenuss der Finanztitel abgelöst. Durch diesen Erzeugungsmechanismus des unbeschwerten Glücks auf Erden an dem alle teilhaben könnten. Alle Menschen seien potentielle share-holder dieses Glücks und nicht mehr nur oder eigentlich gar nicht mehr zur Ausbeutung bestimmte und zu gerichteter Arbeitskräfte. Was der finanzgetriebenen Kapitalismus vorgibt, ist der Anschein, als sei es gelungen, ohne reale Bedingung der »Knechtschaft« dieselbe auf zu heben, also unter der Bedingung globalisierten und ökonomisch effektiverer »Knechtschaft« etwas anderes zu sein als eine Art desselben. Nämlich stattdessen eine Weise der Vergesellschaftung, die sich durch Selbstbestimmung auszeichnet wie keine zuvor. Eine Gesellschaft, die den Glücksverheißungen des ehemaligen Sozialismus die passende Antwort gegeben habe. Dass nämlich die Aktionen der »invisible hand« (Adam Smith) des Marktes die Selbstbestimmung der Menschen ermöglichten und nicht die politische Regulation der Produkt Produktionsverhältnisse im Namen einer in Wirklichkeit der nichts anderen als »totalitären« »Vernunft«.

(aus: Täuschung und Simulation des Glücks, in: Friedrich Voßkühler, Subjekt und Selbtbewusstsein – Ein nicht mehr unzeitgemäßes philosophisches Plädoyer für Vernunft und soziale Emanzipation, Königshausen & Neumann, 2010, S. 43 f., GoogleBooks)

Dienstag, 24. November 2015

Heute vor 100 Jahren – 23. November 1915: Schlacht auf dem Amselfeld

Während des I. Weltkriegs schlagen Truppen der Mittelmächte Dt. Reich, Österreich-Ungarn und Bulgarien das serbische Heer bei der Schlacht auf dem Amselfeld vernichtend. Reste der in Auflösung befindlichen serbischen Armee flüchten nach Albanien.

Die an der oberen Drina kämpfenden k. u. k. Truppen greifen die montenegrinischen Stellungen auf dem Kozorasattel und nördlich davon an. Eine österreichisch-ungarische Kolonne ist in Prijepolje eingerückt. Die Kämpfe im Amselfeld nehmen einen günstigen Fortgang. Unsere im Ibartal vordringenden Streitkräfte stehen 6 Kilometer nördlich von Mitrovica, deutsche Truppen einen halben Tagemarsch nördlich von Pristina im Kampf. Die Bulgaren dringen über die Zegovac Planina vor.
aus:
- Österreichisch-ungarischer Heeresbericht: Der Mißerfolg der Italiener nach sechs Kriegsmonaten - Günstiger Fortgang der Schlacht auf dem Amselfeld (v. Hoefer, Feldmarschalleutnant, Stellvertreter des Generalstabschefs, aus: Amtliche Kriegs-Depeschen nach Berichten des Wolff´schen Telegr.-Bureaus, gefunden in »Das Archiv des I. Weltkriegs, Stahlgewitter)


Topographische Karte des Kosovo [Wikipedia]
siehe auch:
- Die schaurige Sage vom Amselfeld (Wolfgang Hoepken, ZEIT Online, 12.03.1998)
- Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Serbien (Anzela Eloeva, Universität Regensburg)
- Multiethnizität leben und gestalten. Eine Studienreise in die Vojvodina (Ulf Brunnbauer, Universität Regensburg)
- Der dümmste aller Kriege – Die jugoslawische Tragödie (II): Serbiens Führungsanspruch stützt sich auf Mythen und Legenden (Siegfried Kogelfranz, SPON, 13.07.1992)

Von Sarajevo zum Ersten Weltkrieg 1914 [43:21]

Veröffentlicht am 03.05.2014
Von Sarajevo zum Ersten Weltkrieg 1914

Die Dokumentation befasst sich nicht nur mit den Umständen des Anschlags. Im Vordergrund stehen die Folgen des Attentats, das eine Krise auslöste, die in den Ersten Weltkrieg führte.

Dass es in Europa irgendwann zu einem Kräftemessen kommen könnte, lag in der Luft. Seit der Jahrhundertwende drehte sich die Rüstungsspirale immer schneller - doch zwangsläufig war eine Eskalation keineswegs.

1914 Die Ursachen des ersten Weltkrieges und der Schlieffenplan [29:59]

Veröffentlicht am 27.01.2014
Der Schlieffen-Plan war ein strategisch-operativer Plan des Großen Generalstabs im Deutschen Kaiserreich, der auf eine Denkschrift zurückgeht. Er wurde nach ihrem Autor Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen benannt und bildete eine Grundlage der deutschen Operationen zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Die 1905 entwickelte Denkschrift sah für den Fall eines möglichen Zweifrontenkrieg vor, zunächst die Masse des deutschen Heeres im Westen gegen Frankreich einzusetzen, mit dem Nordflügel die französischen Befestigungen zu umgehen und das französische Heer entscheidend im Rücken zu fassen. Nach einem Sieg über Frankreich innerhalb weniger Wochen sollten die deutschen Truppen nach Osten verlegt werden, um gegen Russland vorzugehen. Schlieffens Absicht war, auf diese Weise den Krieg gegen Frankreich und Russland in zwei aufeinander folgende Feldzüge aufzuteilen. Die Umsetzung entsprechender Planungen im Ersten Weltkrieg 1914 scheiterte, weil sich die dem Plan zugrunde liegende politische und militärische Ausgangslage inzwischen weiter zu Ungunsten Deutschlands verändert hatte. Der deutsche Angriff auf das neutrale Belgien, das dem Durchmarsch deutscher Truppen nach Frankreich nicht zugestimmt hatte, war Anlass für den Kriegseintritt Großbritanniens.

- Streiflichter aus der Geschichte Serbiens (Holm Sundhaussen, Prof. f. Südosteurop. Geschichte, der FU Berlin, Ost-Est, Europäische Perspektiven Nr. 4/2008)

Mit Offenen Karten: 1914 - die Anlässe für den Krieg [11:57]

Veröffentlicht am 02.05.2014
Zweite Sendung zum Thema "Erster Weltkrieg".

Doku ● Erster Weltkrieg ● Das Gemetzel um Tannenberg [28:30]

Veröffentlicht am 01.05.2014
Hallo Leute! Mein erster, eigener Doku-Kanal über sämtliche Themen. Ob Kriege, Liebe, Tiere oder Lustiges, hier werdet Ihr fündig.


Sonntag, 22. November 2015

Perversionen: »Die Geschichte der O« hatte dieses Jahr 40. Geburtstag

Mit "Fifty Shades of Grey" feiert das SM-Kino ein Comeback - ein Skandal? Wohl kaum: Die Heldin des Films erniedrigt sich viel emanzipierter als jene der "Geschichte der O" - die 1975 Feministinnen dazu trieb, Stinkbomben zu werfen und auf Kinosessel zu pinkeln.

Sie ließ sich geduldig auspeitschen, gehorsam fremden Männern zuführen, zur willfährigen Lustdienerin ausbilden. Mit Hundehalsband, ohne Höschen, stets gefügig. Mund und Beine nie ganz geschlossen, immer bereit. Ihr Abschlusszeugnis? Ein "O", von ihrem Besitzer Sir Steven in die Haut eingebrannt. Der Buchstabe "O" steht für "Objekt".

Am Ende des Films wagt diese gelehrige, unterwürfige O jedoch plötzlich Unerhörtes: Vor dem flackernden Kaminfeuer, auf der braunen Ledercouch eng an ihren Herrn und Meister gekuschelt, stellt sie IHN, dem zuliebe und zu Ehren sie all diese "süßen Qualen" über sich ergehen lassen durfte, infrage. Sie möchte wissen, ob er, der behaupte, sie zu lieben, denn auch bereit wäre, nur eine der vielen Prüfungen zu bestehen, die sie für ihn auf sich nahm. Als er halbherzig bejaht, brennt sie ihm mit der glühenden Spitze eines Zigarillos ein ringförmiges Zeichen auf den Handrücken: Erst jetzt ist die Sadomaso-Ehe besiegelt.

Diesen Schluss, der das Gleichgewicht der Geschlechterkräfte symbolisch wieder herstellen soll, hatten Drehbuchautor Sébastien Japrisot und Regisseur Just Jaeckin für ihre Verfilmung des 1954 erschienen Skandalromans und Weltbestsellers "Geschichte der O" von Dominique Aury eigens hinzuerfunden. So ganz geheuer war ihnen die Sache mit dem Sadomasochismus in der ganzheitlichen 24/7-Variante der Romanvorlage offenbar nicht. Wohl ahnten sie auch, dass ihre Adaption ähnlich wie die Vorlage mächtig Staub aufwirbeln würde.
mehr:
- Sadomaso-Filmklassiker: Mit Hundehalsband, ohne Höschen (Stefan Volk, SPON, 11.02.2015)

Die Geschichte der O - Trailer [1:05]

Veröffentlicht am 30.01.2015

siehe auch:
- Die Geschichte der O und der Feminismus (Susan Sontag, ZEIT Online, 23.04.1976)
Das Schicksal der „O“ scheint mir keine taugliche Allegorie für das feministische Bewußtsein noch auch nur für die althergebrachte Unterwerfung der Frau abzugeben.

Mein Interesse an dem Buch beruhte und beruht noch immer auf dem Freimut, mit dem es sich der dämonischen Seite der sexuellen Phantasie annimmt. Die grausame Unbedingtheit der Phantasie, für die es Partei nimmt (und die es keineswegs beklagt), ist mit der optimistischen und rationalistischen Denkweise nicht zu vereinbaren, die im Feminismus vorherrscht. Das utopische Denken der Pornographie ist auf eine negative Utopie aus, wie die meiste Science-fiction-Literatur. Da es in der Regel männliche Schriftsteller waren, die betont haben, wie wild, zersetzend und paradox die Kraft der Sexualität (potentiell, ideell) ist, wird gemeinhin angenommen, daß diese Art der Phantasie Frauen diskriminiere. (Sie kann auch Männer diskriminieren, wie in Monique Wittigs Lobliedern auf die entfesselte sexuelle Kraft.)

Was ein Werk der „pornographischen Phantasie“ von anderen Darstellungen des Geschlechtslebens unterscheidet, ist der Umstand, daß es Sexualität als Extremsituation behandelt. Was die Pornographie schildert, wirkt dadurch in einem sehr offensichtlichen Sinn ziemlich unrealistisch. Die sexuelle Kraft ist nicht unversieglich; sexuelle Akte lassen sich nicht unermüdlich wiederholen. In einem anderen Sinn jedoch verfährt die Pornographie mit wesentlichen Realitäten des Begehrens auf eine geradezu rüde Weise genau. Daß Wollust Hingabe und Selbstaufgabe bedeutet, daß die sexuelle Hingabe (phantasievoll genug vollzogen, maßlos genug fortgesetzt) den individuellen Stolz unterhöhlt und der Vorstellung Hohn spricht, der Wille könne jemals frei sein – dieses sind Wahrheiten über die Sexualität selber und ihre möglichen natürlichen Konsequenzen. Weil es eine derartige Askese darstellt, vollständig für die Wollust zu leben, geben sich nur wenige Menschen der Lust bis an ihr äußerstes Ende hin. Die Phantasievorstellung einer sexuellen Apokalypse ist jedoch weit verbreitet – zweifellos ist sie ein Mittel zur Steigerung der sexuellen Lust. Und was uns das über den sozusagen inhumanen Charakter intensiver Lust mitteilt, wird von den? humanistischen „revisionistischen“ Freudianismus ignoriert, der die unbändigen Kräfte der unbewußten oder irrationalen Gefühle minimalisiert und mit dem sich die meisten Feministinnen zufrieden geben.
- Liebe als Versklavung (Dieter E. Zimmer, ZEIT Online, 14.11.1975)
Einige Frauenorganisationen wandten sich an Françoise Giroud, früher Mitherausgeberin eben von „L’Express“, heute Staatssekretärin für die Lage der Frau – eine erstaunliche Frau, die mit gleicher Intelligenz und Kompetenz über Politik, Moral und Kunst zu sprechen weiß. Während der Veröffentlichung des Romans hatte sie ihren Namen aus dem Impressum von „L’Express“ zurückgezogen. Ihre Antwort an die protestierenden Frauen aber war keineswegs die erwartete Verdammung: „Zu seinerZeit handelte es sich um einen außerordentlich befreienden Text, da hier zum erstenmal eine Frau wagte, von ihren Phantasmen zu erzählen ... ‚O‘ war jenseits des Skandals. Eine Frau, man denke nur! Frauen hatten also auch Geschlecht und Gehirn, die sich gegenseitig beeinflußten? Man hatte doch geglaubt, sie seien Kinder ... Ihres historischen Kontextes be raubt, mit den Augen von 1975 gelesen, ist die ‚Geschichte der O‘ eine Art Hymnus an die Sklaverei, die als höchste Vollendung einer leidenschaftlichen Liebe erlebt wird. Jedem seine Obsessionen. Vielleicht treffen sich die der Autorin mit denen zahlreicher Frauen? Oder sind im Gegenteil die Frauen zahlreicher, die im Geheimen ihrer Phantasie davon träumen, die Männer bis aufs Blut zu peitschen? Keiner weiß das, ausgenommen vielleicht einige Psychiater, die sich in den Träumen ihrer Patienten auskennen. Aber ist es nicht die natürlichste Haltung, sogar vor sich selber abzustreiten, was man durchaus an seine innere Leinwand zu projizieren imstande ist? Dennoch, im Klima des Kampfes, den die Frauen heute liefern, um sich die Maske der devoten Dienerin vom Gesicht zu reißen, die die Jahrhunderte ihnen aufgedrückt haben, ... muß man verstehen, daß die Veröffentlichung dieses Textes sie verletzen muß.“

Zitate von Pauline Réage:
"Ich glaube, daß der Mensch ein Bedürfnis nach Gewalttätigkeit und Grausamkeit hat, nach Gefahr und Verzweiflung, das der Krieg befriedigt. Daß eine Nachtseite der menschlichen Natur da zutage drängt. Nach meiner Ansicht dient dazu ein großer Teil der Literatur, sie macht diese abscheuliche Seite frei und bringt sie ans Licht. Wenn Sie Kriegsfilme gesehen, Bücher über Konzentrationslager oder Folterungen gelesen haben, so werden Sie feststellen, daß alles Böse in Ihnen sich gewissermaßen daran weidet." -(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
Pablo Picasso Der Stierkampf 50 x 40 Kunstdruck [Quelle: Yatego]
dazu:
- Der Stierkampf bei Picasso (P. F. Althaus, Du: kulturelle Monatsschrift, 1958, gefunden bei retro.seals.ch)
- Michel Leiris: Spiegel der Tauromachie eingeleitet durch Tauromachien (Lothar Glauch, satt.org)
- Ihr müßt den Luftzug der Hörner spüren (Helmut Sorge, SPON, 23.05.1988)
- Psychoanalyse des Toreros (Taurino-Verlag)



meine Frage:
Was geschieht mit einer Gesellschaft, die die Energie aus ihren dunklen Seiten nicht mehr abzuführen imstande ist? (zumal sie ihre dunklen Seiten verleugnet)


"Danken Sie dem Himmel für die Augenblicke, in denen jemand in Ihren Armen vergeht und Sie in den seinen. In diesen Augenblicken gleichen Sie den Wolken, den Wassern, sind ein Wehen im Wind - der Rest ist das harte, unbegreifliche Leben, das man uns bereitet hat und das wir einander bereiten, man muß es eben erdulden." - (Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
" Wer die Wahrheit besitzt, wird früher oder später einen anderen töten, um sie durchzusetzen. Die schrecklichsten Kriege wurden nicht geführt, weil man Gebiete erobern wollte, sie wurden geführt, weil man Ideen verbreiten wollte. " - (Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)

"The Act of Killing": New Film Shows US-Backed Indonesian Death Squad Leaders Re-enacting Massacres [13:40]

Veröffentlicht am 19.07.2013
http://www.democracynow.org - This is the first part of a 45-minute interview Joshua Oppenheimer, the director of a groundbreaking new documentary called, "The Act of Killing." To watch the full interview, visit http://owl.li/n7Zkz.

The film is set in Indonesia, where beginning in 1965, military and paramilitary forces slaughtered up to a million Indonesians after overthrowing the democratically elected government. That military was backed by the United States and led by General Suharto, who would rule Indonesia for decades. There has been no truth and reconciliation commission, nor have any of the murderers been brought to justice. As the film reveals, Indonesia is a country where the killers are to this day celebrated as heroes by many. Oppenheimer spent more than eight years interviewing the Indonesian death squad leaders, and in "The Act of Killing," he works with them to reenact the real-life killings in the style of American movies in which the men love to watch — this includes classic Hollywood gangster movies and lavish musical numbers. A key figure he follows is Anwar Congo, who killed hundreds, if not a thousand people with his own hands and is now revered as a founding father of an active right-wing paramilitary organization. We also ask Oppenheimer to discusses the film's impact in Indonesia, where he screened it for survivors and journalists who have launched new investigations into the massacres. The film is co-directed by Christine Sin, and an Indonesian co-director who remains anonymous for fear of retribution, as does much of the Indonesian film crew. Its executive producers are Werner Herzog and Errol Morris. "The Act of Killing" opens today in New York City, and comes to Los Angeles and Washington, D.C., on July 26, then to theaters nationwide.

Read the full transcript of the interview at http://owl.li/n7Zkz.

Democracy Now!, is an independent global news hour that airs weekdays on 1,100+ TV and radio stations Monday through Friday.

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Der Film ist noch bis 26. November in der Arte Mediathek zu sehen.
Der Film konfrontiert den Zuschauer auf nie dagewesene Weise mit der banalen Alltäglichkeit des Bösen…(Arte-Mediathek)
- Genozid-Doku: „Als wollte er Dämonen auskotzen” (Christophe Braun, Interview mit Joshua Oppenheimer, Cicero, Datum nicht eruierbar)
- Vergangenheitsbewältigung – Indonesiens verdrängter Massenmord (Arne Perras, Süddeutsche, 11.10.2015)
- Die langen Leiden der "Tapols" – Indonesiens Generäle entfesselten vor 40 Jahren einen der schlimmsten Massenmorde des 20. Jahrhunderts (Jochen Reinert, Neues Deutschland, 30.09.2005, gefunden bei der AG Friedensforschung)

Mit offenen Karten: Schwellenland Indonesien [12:01]

Veröffentlicht am 20.02.2015
Mit offenen Karten: Sendung über die Entwicklung Indonesiens. Thematisiert werden die geografische und geopolitische Lage des Landes, die Vielfalt der Bevölkerung, die Demokratisierung Indonesiens, sowie die wirtschaftliche Entwicklung und Aktivität, Bodenschätze, die Bedeutung der Handelsrouten für die Wirtschaft, Umweltprobleme, die Auswirkungen der Verstädterung. Schließlich werden die Unabhängigkeitsbewegungen in Papua, Timor und Aceh sowie Terroranschläge im Land behandelt Erstausstrahlung: 07.02.2015.

- Massaker in Indonesien 1965–1966 (Wikipedia)
- Was geschah 1965 in Indonesien? : Größtes Massaker seit Hitlers Tagen (Peter Christian Hausdewell, ZET Online, 03.11.1967)

Dokumentation über "Die Geschichte der O" [1:02:05]

Veröffentlicht am 24.04.2015
" Der Anstand sollte allein schon durch die Lektüre der Tageszeitung verletzt sein… "

" Wenn der Betrachter findet, daß meine Bilder dem gesunden Menschenverstand Hohn sprechen, wird er sich einer offensichtlichen Tatsache bewußt. Ich möchte aber trotzdem hinzufügen, daß für mich die Welt ein Hohn auf den gesunden Menschenverstand ist. "(René Magritte)

Xavier Naidoo und der Euro Vision Song Contest – Nun kommt mal wieder runter, Leute

"Xavier singt für Deutschland", heißt es knapp auf der Homepage des Soulsängers Xavier Naidoo. Am 19. November war bekannt geworden, dass ARD und NDR Naidoo im nächsten Jahr zum Euro Song Context nach Stockholm schicken wollen. Sofort gab es dagegen Widerspruch und Protest.

Dabei wurde einerseits moniert, dass Naidoo ohne Vorentscheid ernannt wurde. Mehr noch aber stritt man sich über die politische Positionierung des Sängers. Manche wollen in seiner Nominierung sogar einen Skandal sehen.


Doch hier beginnt schon das Problem. Im Rhythmus von wenigen Wochen werden im Kulturbereich Skandale ausgerufen, die meistens irgendwann mangels Interesse an Bedeutung verlieren. Nur die Skandalisierten sind in der Regel dann noch bekannter und profitieren davon.

mehr:
- Xavier Naidoo - die deutsche Stimme beim Euro Vision Song Contest (Peter Nowak, 20.11.2015)

Xavier Naidoo - Verschieden [Official Video] {3:41}
Xavier Naidoo
Am 24.06.2014 veröffentlicht
"Verschieden" aus dem Album "Alles kann besser werden"
"Alles kann besser werden // Live" (CD & DVD)
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"Alles kann besser werden" (Album CD)
amazon ►► http://amzn.to/ZmzWkR
iTunes ►► http://bit.ly/1ro69Rx

http://www.xavier.de
https://www.facebook.com/XavierNaidoo

siehe auch:
- Rothschild-Verschwörungen bei Xavier Naidoo (Silvio Duwe, Telepolis, 11.12.2014)
Vereinfachte Kapitalismuskritik zeichnet sich oft dadurch aus, dass sie "die Kapitalisten" als monolithischen Block mit gleichgerichteten Interessen wahrnimmt. Dass es auch unter den Kapitalisten Konkurrenz und damit widersprüchliche Interessen gibt, die miteinander ringen, wird ausgeblendet. Statt die Ursache aktueller Probleme wie Kriegen, Umweltverschmutzung, schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung der Dritten durch die Erste Welt differenziert zu analysieren fragt die verkürzte Kapitalismuskritik gerne: "Wem nützt es?" - und unterstellt, dass der, der von einer aktuellen Entwicklung profitiert auch derjenige ist, der diese Entwicklung angestoßen hat.
mein Kommentar:
Es gehört wirklich nicht viel dazu, diejenigen Medienmacher, die 
a) die ostukrainischen »Separatisten« als menschenverachtenden Terroristen 
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
und
b) wie Eric Frey (im PULS 4 News-Talk) die USA als unbeteiligten Zuschauer am Ukraine-Konflikt
Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit (27.11.2014)
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
oder
c) wie die Tagesschau Putin als Paria (heißt: als von der gesamten Weltgemeinschaft ausgestoßen)
- Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)
darzustellen versuchen, als monolithischen Block mit gleichgerichteten Interessen wahrzunehmen.

siehe auch:
- It’s politics, stupid! (Peter Rehberg, der Freitag, 26.11.2015)
Man kann Naidoos Äußerungen nicht als naive Entgleisungen abtun. Er bedient sich althergebrachter Argumentationsfiguren: Eine jüdische Finanzelite regiere die Welt, und Homosexuelle seien nicht nur aus Angst vor Frauen fehlgeleitet, sondern in ihrem Herzen pädophil. Solche Argumente sind nicht weniger antisemitisch oder homophob, wenn ein Künstler irgendwie meint, er sei nicht rechts.
Eine Klarstellung kam in diesem Fall übrigens auch weniger von Naidoo selber, der bekannte sich nur indifferent zu „Liebe, Toleranz und Frieden“. Die Rolle der Erklärung hatte der NDR übernommen. Aber weder Sendeanstalt noch Künstler haben hier unbedingt die Deutungshoheit. Das liegt nicht an der medialen Wucht des Online-Protests, wie der NDR die Kritik an Naidoo inhaltlich zu bagatellisieren versuchte. Vielmehr könnte man sagen: Naidoos Texte sprechen für sich selbst.
Seine Texte sprechen für sich selbst?
meinen Kommentar übergebe ich an Mark Twain:
It ain't what you don't know that gets you into trouble. It's what you know for sure that just ain't so.


zuletzt aktualisiert am 27.11.2015