Montag, 25. August 2014

Samstag, 23. August 2014

Ukraine 18 – Putin als Projektionsfläche für die deutsche Sehnsucht nach dem »Starken Mann«?

Tomasz Konicz hat auf Telepolis (23.08.2014) eine Antwort auf auf den Artikel der Putin-Versteher Mathias Bröckers und Paul Schreyer in Form eines dreiteiligen Artikels (Die Guten und die Bösen, Telepolis, 18.08.2014) über die deutsche Wahrnehmung der Person Wladimir Putins geschrieben:
- Sehnsucht nach dem "Starken Mann"
Wladimir Putin als Projektionsfläche autoritärer deutscher Fantasien 
Was machen Deutschlands Meinungsmacher, wenn sie merken, dass ihre Möglichkeiten, Meinungen in der Bevölkerung zu produzieren, immer weiter erodieren? Sie schieben selbstverständlich Wladimir Putin die Schuld dafür in die Schuhe.
Angesichts des klaffenden Abgrunds zwischen Leitartikel und Kommentarspalten bei der Haltung zur Krise in der Ukraine sah die Süddeutsche Zeitung sich veranlasst, gegen eine Armee von "Putin-Trollen" zu Felde zu ziehen: Hunderte von bezahlten "Manipulatoren" versuchten, "weltweit die Meinung in sozialen Netzwerken und in Kommentar-Bereichen wie auch bei Süddeutsche.de im Sinne des Kreml zu beeinflussen", klagte die SZ im Juni.
Zitat:
Dieser Abgrund zwischen den tatsächlichen Vorgängen in der Ukraine und der primitiven antirussischen Propaganda in deutschen Massenmedien hat gerade zur breiten Opposition gegenüber der westlichen Interventionspolitik in der Ukraine, sowie zurEmpörung über diese platte Propagandakampagne in weiten Bevölkerungsschichten beigetragen. Deutschlands Meinungsmacher haben sich bei ihrer Berichterstattung weitgehend selbst diskreditiert - der Vertrauensverlust gegenüber den Massenmedien ist kein Werk von "Putin-Trollen", er ist in den Redaktionsstuben "hausgemacht" worden. 

- Kalter Krieg oder Neoimperialismus? 
Wir wissen nun: Der deutsche Putinfan wünscht sich von der Politik vor allem gute Showeinlagen und hält Menschenrechte für eine kulturelle Marotte des "Westens". Zudem scheint es der Fangemeinde des russischen Präsidenten, als ob der "Kalte Krieg" nie so richtig zu Ende gegangen sei. Der "verfrüht beendet" geglaubte Kalte Krieg erlebe in der Ukraine eine "Neuauflage", die wiederum mit Stellvertretern ausgefochten werde, schreiben die Autoren in ihrer Einleitung. Ein "Kalter Krieg" setzt ja bekanntermaßen die Existenz zweier unterschiedlicher Gesellschaftssysteme voraus, wie das System des sowjetischen Staatssozialismus und das des westlichen Kapitalismus. Da Russland sowohl auf politischer wie wirtschaftlicher Ebene eindeutig Teil des kapitalistischen Weltsystems und mit diesem eng verflochten ist - welchen Sinn würden sonst die aktuellen Wirtschaftssanktionen machen? -, würde diese Aussage nur dann einen Sinn machen, wenn man die Ideologie Moskaus und des Westens für bare Münze nehmen würde - Menschenrechtsimperialismus gegen den russischen Traditionalismus. 
Zitat:
Tatsächlich war die Ukraine schon nach dem Krisenausbruch 2008 wirtschaftlich stark angeschlagen. Das Land befand sich Anfang dieses Jahres aufgrund zunehmender Leistungsbilanzdefizite am Rande einer Staatspleite, was Janukowitsch dazu nötigte, sich zwischen einer Einbindung in die russische oder die europäische Einflusssphäre zu entscheiden (Ukraine am Abgrund). Und selbstverständlich spiegelt sich in der nun anbahnenden ukrainischen Tragödie die objektive Systemkrise des kapitalistischen Weltsystems, das aufgrund permanent voranschreitender Produktivitätssprünge an eine innere Schranke seiner Reproduktionsfähigkeit stößt und eine ökonomisch "überflüssige Menschheit" auf globaler Ebene produziert. Die Ukraine stellte somit schon vor dem westlich gesponserten Regierungsumsturz einen sozioökonomischen Leichnam dar, um den die neoimperialen Geier aus Ost und West kreisten. Die westliche "Verschwörung" zum Sturz Janukowitsch konnte nur deswegen erfolgreich sein, weil die Ukraine in eine Phase krisenbedingter Instabilität eintrat.

Für die Putinfans wie auch die russische Propaganda stellen somit US-amerikanische Verschwörungen die Triebkraft der überall um sich greifenden Kriege und Krisen, und nicht die eskalierenden inneren Widersprüche des Spätkapitalismus. Dieser Verschwörungsglaube mündet folgerichtig in einen Antiamerikanismus, der in den USA den Urquell aller derzeitigen Krisen und Verwerfungen sieht. 

- Neudeutscher Alternativimperialismus 
Unstrittig ist, dass die Vereinigten Staaten seit der Erlangung ihrer Stellung als Welthegemon in zahllosen Kriegen und Interventionen die breiteste Blutspur in der Weltgeschichte nach 1945 hinterlassen haben. Doch ist diese Stellung der USA als globale Hegemonialmacht, die der "unsichtbaren Hand" des Weltmarktes immer wieder mit der eisernen Faust ihrer Militärmaschinerie zum Durchbruch hilft, nicht neu. Seit seiner Ausbildung des kapitalistischen Weltsystems haben immer wieder Großmächte die Stellung einer Hegemonialmacht erobert; dies ist ein konstitutionelles Merkmal des Kapitalismus. Vor den USA hatte beispielsweise Großbritannien diese Stellung inne, und die britische Kolonialpolitik gegenüber Indien war nicht weniger massenmörderisch als etwa der Krieg der USA in Vietnam.
Zitat:
Somit finden alle möglichen politischen Kräfte in der Bundesrepublik in Russland ihre Projektionsfläche. Der orthodoxe deutsche Kommunist freut sich, wenn sowjetische Fahnen am 8. Mai in Moskau wehen, während der Nazi sich für einen Ideologen wie Alexander Dugin erwärmen kann, der einen erzreaktionären Kulturalismus predigt und gemeinsam mit Mathias Bröckers die Menschenrechte für "westliche Wertvorstellungen" hält. Die Vermischung alter sowjetischer Ästhetik mit stockkonservativer Politik in Russland macht diese breite, spektrumsübergreifende Identifikation mit Putin hierzulande erst möglich. Deswegen bildete die Ukraine-Krise auch die Initialzündung, mit der Tendenzen zur Bildung einer Querfront zwischen "linken" und rechten Kräften in Deutschland im Rahmen der sogenannten Montagsdemos aufkamen (Gemeinsam gegen Rothschild?).


Ich bin mit diesem Artikel nicht besonders glücklich. Er ähnelt einem Kommentar, der sich krampfhaft um Ausgewogenheit bemüht und deshalb meint, nach allen Seiten austeilen zu müssen. Was mich bewogen hat, überhaupt mit meinen Posts über die Ukraine zu beginnen, war die unverblümte Unausgewogenheit der »Bericht«-erstattung in den deutschen Medien. Zum einen war in den meisten Fällen zwischen Nachrichten und deren Interpretation nicht zu unterscheiden, zum anderen entsetzten mich die reflexhaften und borniert von jeglicher Selbstreflexion freien Schuldzuweisungen an Russland. 
Wo in unseren Leitmedien ist zuzm Beispiel Kritik geübt worden an der äußerst langwierigen Untersuchung der russischen Lastwagenkolonne? Einer der Kommentatoren des Artikels fragte: »Fünf Lastwagen am Tag? Wonach haben die denn gesucht? Nach Higgs-Bosonen?« Wo beklagen sich Spiegel oder Zeit darüber, dass der russische Konvoi so langsam abgefertigt wird? Aber nun, da Putin die Zeit zu lang wurde und der Convoy einfach losgefahren ist, wird nur über Taktik reflektiert.

- Russischer Hilfskonvoi fährt ohne Eskorte des Roten Kreuzes in die Ukraine (Telepolis, 22.08.2014)
Das Komitee berichtet, die kämpfenden Parteien hätten keine ausreichenden Sicherheitsgarantien gegeben. Kommt es nun zur Konfrontation?
Zitat:
Man darf davon ausgehen, dass Kiew den Start des Konvois möglichst lange zu verhindern oder hinauszuziehen versuchte. Da die ukrainischen Streitkräfte derzeit gegenüber den Separatisten trotz großer Verluste erfolgreich zu sein scheinen, würde der weitere Vormarsch gefährdet, da eine Einstellung der Kämpfe notwendig wäre. Das würde den Separatisten zugute kommen, zudem wäre die russische Hilfslieferung natürlich auch eine Propaganda für die prorussischen Separatisten. 

Jeder halbwegs intelligente Mensch wird sich bei der Einseitigkeit der Berichterstattung in den deutschen Medien nach dem Grund dieser Einseitigkeit fragen. Jeder halbwegs intelligente Mensch wird sich fragen: warum wird über die angeblich in die Ukraine eingedrungenen 23 gepanzerten russischen Fahrzeuge berichtet und nicht darüber, dass das anscheinend eine Ente war? Keine der Fragen, die sich ein halbwegs intelligenter Mensch stellt, wurde von unseren Leitmedien zufriedenstellend beantwortet. Jeder halbwegs intelligente Mensch fragt sich: Warum machen wir da unten in der Ukraine überhaupt rum? Jeder halbwegs intelligente Mensch fragt sich: Warum stellen sich unsere Medien diese Fragen nicht?
Und jeder intelligente und interessierte Mensch, der in den Leitmedien keine zufriedenstellende Antwort findet, begibt sich auf die Suche im Internet.


Zbigniew Brzezinski: Die graue Eminenz der US-Politik - Monitor 21.08.2014 - die Bananenrepublik [8:26]

Veröffentlicht am 22.08.2014
Bananenrepublik auf http://www.facebook.com/Stimmbuerger - Google+: https://plus.google.com/u/0/106701079... und https://twitter.com/Stimmbuerger Quelle: http://www1.wdr.de/daserste/monitor/s...
Zweiter-Upload-Kanal: http://www.youtube.com/user/Bananenre...
Backup-Kanal: http://www.youtube.com/user/diebanane...


mein Kommentar: 
endlich mal wieder was Vernünftiges und Kritisches aus den Öffentlich-Rechtlichen!

Zitate aus dem MONITOR-Bericht: 
NATO-Generalsekretär Rasmussen (02.07.2014):
»In den letzten fünf Jahren hat Russland seine Verteidigungsausgaben um 50 Prozent erhöht, während die NATO-Staaten im selben Zeitraum ihre Verteidigungsausgaben um durchschnittlich 20 Prozent gekürzt haben.«

Militärausgaben laut SIPRI
(Bildschirmphoto)
Sprecher Monitor: »Allein diese vier NATO-Länder [Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA] hatten im letzten Jahr das Neunfache [896 mio US $] an Militärausgaben im Vergleich zu Russland.«

siehe dazu auch:
- Rasmussen plant superschnelle Nato-Eingreiftruppe... (Telepolis, 27.08.2014)
...und neue Militärbasen in Osteuropa: "Die Quintessenz lautet: Sie werden in Zukunft mehr Nato-Präsenz im Osten sehen" 
Der Nato-Gipfel, der nächste Woche, am 4. und 5. September, in Wales stattfinden soll, wird von der britischen Regierung angekündigt wie eine Show mit internationalen Stargästen - "President Obama, Chancellor Merkel, and President Hollande" - und einem Spruch, der Anklänge an das Intro eines Kampf-der-Imperien-Films hat:  "Der Gipfel ist eine Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Nato weiterhin an der vordersten Front operiert, um Stabilität in einer unvorhersehbaren Welt aufzubauen." 
Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen greift vor seinem Abschied, den er gegenwärtig in mehreren Interviews mit dem Bemühtsein um große Perspektiven zelebriert, zu globalen Action-Wörtern: "Wir stehen nun einem profunden Klimawechsel gegenüber. Das braucht mehr Investition." Darunter versteht Rasmussen einen " readiness action plan", wie er dem Guardian gegenüber erklärte.

Mein Kommentar:
Wie westliche Politiker nach dem Debakel in Afghanistan, den 1,5 Millionen Toten im Irak und dem Auftauchen von ISIS davon reden können, die Nato baue Stabilität in einer unvorhersehbaren Welt auf, ist mir unbegreiflich. ISIS wir vorgeworfen, mit unvorstellbarer Grausamkeit zu agieren. War dann die flächendeckende Anwendung von Agent Orange in Vietnam humaner? Sind die 1,5 Millionen Iraker dann ganz zivilisiert getötet worden? Ist der 50minütige Todeskampf eines zu Tode Verurteilten in den USA denn humaner als die Abschlachtung des Journalisten James Foley
Für wen ist denn die Welt unvorhersehbar? Für den als rechts konservativ eingestuften verstorbenen Journalisten Peter Scholl-Latour, der dem Afghaistan-, dem Irak-Krieg und dem arabischen Frühlung von vorneherein äußerst skeptisch gegenüberstand? Oder für US-Präsidenten wie George W. Bush – und inzwischen auch Friedensnobelpreisträger Barack Obama –, die den Terrorismus ausmerzen wollen, aber anscheinend keine Ahnung haben, wie er zustande kommt?
Das westliche Wirtschaftssystem hält die Welt im Würgegriff!
siehe dazu: Jean Ziegler, ein wahrhaftiger Mensch (Post vom 10.09.2013)

Jeder halbwegs intelligente und interessierte Mensch stellt sich angesichts der Zustandes unserer Medienlandschaft die Demokratiefrage. Und genauso wie sich unsere Politiker jetzt wieder bei der ISIS-Frage durchwursteln (Helmut Schmidt: »muggling through«), habe ich in den letzten Jahren zunehmend das Gefühl, dass sich unsere Politiker immer häufiger einfach nur noch durchwursteln. (Ganz konkret: Wieviele Meldungen und Diskussionen findet man, in der gefragt wird: Was sollen wir tun? Wem sollen wir wieviele und welche Waffen geben? Und in wievielen Sendungen oder Artikeln stellt sich jemand die Frage, was die Leute da eigentlich wollen und warum?) Die Demokratiefrage zu stellen bedeutet aber nicht – und diesen Schluss zieht Konicz –, gegen Demokratie zu sein.
Konicz glaubt zu wissen, der deutsche Putin-Fan wünsche »sich von der Politik vor allem gute Showeinlagen«, hielte »Menschenrechte für eine kulturelle Marotte des ›Westens‹« und glaube, der »Kalte Krieg« sei nie so richtig zu Ende gegangen.

Da, gebe ich zu, trifft er mich vielleicht: ich bin im Verlauf des Ukraine-Konflikts zu einem Putin-Fan geworden (ich denke, er regiert ein unregierbares Land und sieht sich einer gefährlichen Krake – in der Gestalt des militärisch-industriellen Komplexes der USA – gegenüber), glaube, daß der Westen selbst die von ihm propagierten Menschenrechte unangenehm häufig mit Füßen tritt, freue mich über »Show-Einlagen«, die die Propaganda aus Kiew und der NATO demaskieren und frage mich angesichts der US-amerikanischen Politik der letzten 50 Jahre inzwischen tatsächlich, ob der »Kalte Krieg« jemals zu Ende war. Aber genauso wenig, wie ich mir angesichts meiner Kritik am seit über 60 Jahren andauernden repressiven Verhalten der Israelis den Palästinensern gegenüber Antisemitismus unterstellen lasse, habe ich keine Lust, mir Antiamerikanismus unterstellen zu lassen. (Warum wird man in Deutschland, wenn man das Verhalten der Israelis, der Amerikaner oder von Ausländern kritisiert sofort in die »Anti«- oder die -»feindlich«-Schublade gesteckt?) Das Konicz zum Ende seines Artikels noch den Schwenk zu den inneren Widersprüchen des Spätkapitalismus schafft, rettet diesen holprigen Artikel nicht wirklich…

Heute vor 1380 Jahren – 23. August 634: Omar I. begründet das islamische Reich

Die Nachfolger des Propheten 

Mit der Lehre des Islam hatte der Prophet Mohammed die arabische Welt revolutioniert. Als er 632 in Medina starb, war die Arabische Halbinsel im Zeichen Allahs geeint. Doch Mohammed hatte keine direkten männlichen Nachkommen. Wer sollte sein Nachfolger werden? Seine engsten Vertrauten wählten Abu Bakr, an Mohammeds Sterbebett das Gebet zu führen. Abu Bakr nahm den Titel »Kalif« an: Das Wort bedeutet sowohl »Nachfolger« als auch »Stellvertreter« (Allahs). 
»Die vier rechtgeleiteten Kalifen« (Osmanische Miniatur, 16. Jh.)

Schon zwei Jahre später folgte Omar I. (592-644) als zweiter Kalif. Unter seiner Regentschaft stiegen die Araber in die Reihe der Großmächte auf. Die Heere Omars eroberten Persien, Syrien und Ägypten. Es entstand ein Reich, in dem der Kalif im Namen Allahs die Gemeinschaft der Muslime politisch und religiös regierte. Mit den unterworfenen Völkern wurden Verträge geschlossen, die die Verwaltung des riesigen Herrschaftsgebiets möglich machten. Den Christen wurde die Ausübung ihrer Religion gestattet, solange sie die Oberherrschaft des Kalifen anerkannten. 

Was am 23. August noch geschah: 
1990: Die Volkskammer der DDR beschließt mit großer Mehrheit den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Freitag, 22. August 2014

Heute vor 30 Jahren – In Südafrika wird das Wahlrecht erweitert

»One man, one vote« 

Bei den freien Wahlen, die auf das Ende des weißen Apartheidregimes (1990/91) in Südafrika folgten, zeigte sich immer wieder das gleiche Bild: In Schlangen steht die schwarze Bevölkerung vor den Wahllokalen, es herrscht eine Art Volksfeststimmung und noch immer verstehen es viele als Privileg, wählen zu dürfen. Die Wahlbeteiligung war und ist entsprechend hoch und erreicht Werte, die in Europa und den USA nur selten verzeichnet werden. 
 
Schlange von Wählern vor einem Wahllokal in Johannesburg (Foto, 2009)


Der Weg zum Wahlrecht war lang für die Farbigen in Südafrika. Das weiße Regime Südafrikas hatte die Bevölkerung 1950 per Dekret in drei Rassen eingeteilt: Weiße, Bantu (Schwarzafrikaner) und Coloured (Farbige, weder Weiße noch Bantu). Die einheimischen Schwarzafrikaner besaßen bis in die 1990er-Jahre keinerlei Wahlrecht bei  Wahlen im »Kernland«. Die Unterstützung der Farbigen wollte sich das weiße Regime durch eine Verfassungsänderung sichern, die den Farbigen für 1984 erstmals das Wahlrecht zusprach, jedoch nur für eine eigene Kammer. Anlässlich des Protests der schwarzen Bevölkerung betonte die Regierung, das von den Schwarzen geforderte Prinzip »One man, one vote« (Ein Mensch, eine Stimme) werde es niemals geben. Zehn Jahre später war das Regime verschwunden.   

Wahlen 1994
 ▪︎ African National Congress (ANC) gewinnt die Mehrheit
 ▪︎ Nelson Mandela wird Regierungschef
 ▪︎ Südafrika überwindet politische Isolation
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Donnerstag, 21. August 2014

Riesiger Roboterschwarm kann Buchstaben formen

Bin ich schon am richtigen Platz? Über komplexe Rechenprozesse kann sich jeder von tausend kleinen "Kilobots" passgenau in eine vorgegebene Formation fügen. Wer falsch hocken bleibt, bekommt einen Hinweis vom Nachbarn.
Tausend kleine Roboter bewegen sich vibrierend über eine Fläche und bilden allmählich den Buchstaben K oder einen Stern. Dabei ist ihr Weg nicht einprogrammiert, stattdessen folgen sie einfachen Regeln. Dieses Kunststück ist Wissenschaftlern der Harvard-Universität in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gelungen. Wie sie den Roboterschwarm dazu brachten, in Selbstorganisation flächige Strukturen zu bilden, beschreiben Michael Rubenstein und sein Team im Fachjournal Science.
mehr beim Newsticker von heise.de (15.08.2014)

Bemerkung von mir: Das müßte man doch auch irgendwie militärisch nutzen können! Schwärme von 2-Euro-Münzen großen Robotern! Die kann man ja auch ganz schlecht abschießen! Hat jemand eine Idee, was man damit machen könnte?

- Groteskes Kriegsgerät – Waffen des Wahnsinns (SPIEGEL Online, 17.18.2014)
Kamikaze-Fledermäuse, Flugzeugträger aus Eis und Bomben, die schwul machen: Die beiden Weltkriege brachten Ingenieure und Erfinder aller Nationen auf die bizarrsten Ideen - manche schlicht verrückt, andere einfach nur skrupellos. einestages zeigt die absurdesten Kriegsgeräte.
"Der Ballon war nach dem Start nur wenige Minuten lang sichtbar", notierte Major Teiji Takada im November 1944, "dann entschwand er als ein Fleck am Himmel - wie ein Stern am Tag." Trotz der poetischen Beschreibung entließ der Offizier der neunten japanischen Armee an diesem Herbsttag keinen romantischen Gruß in die Lüfte, sondern einen Sprengsatz. Es war der erste Vorbote eines japanischen Großangriffs auf die Westküste der USA. 

Sogenannte Ballon-Bomben waren der aufwendigste Versuch der Japaner, den Schrecken des Kriegs bis vor die Haustüren der amerikanischen Bürger zu tragen. Mit den starken winterlichen Winden schickten Hitlers asiatische Verbündete bis zum Frühling 1945 rund 9000 an Ballons montierte Sprengsätze in Richtung Amerika. Mit dem Angriff per Zufallsprinzip wollten sie die US-Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. 10.000 Menschen seien den explosiven Flugobjekten zum Opfer gefallen, große Brände hätten eine Panik in der Bevölkerung ausgelöst, posaunte die japanische Propagandamaschine über das Radio. 
Die Realität war weit ernüchternder: Tatsächlich wurden nur 300 der gefährlichen gasgefüllten Flugobjekte in den USA gesichtet. Zwei der Bomben gingen gar in Japan selbst herunter, allerdings ohne jemanden zu verletzen. So forderte der Luftballon-Großangriff insgesamt nur sechs Leben - auch wenn der Tod dieser besonders tragisch war: Am 5. Mai 1945 starben fünf Kinder und eine Frau bei einem Ausflug in der Nähe von Lakeview, Oregon. Der Sprengsatz ging hoch, als die neugierige Gruppe versuchte, die merkwürdige Konstruktion aus dem Wald zu schleppen. 

Bemerkung zur Überschrift: Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode…

- 20 Momente - Irre Experimente – Durchbrüche der Durchgeknallten (SPIEGEL Online, 19.01.2010)
Was passiert, wenn drei Menschen, die sich für Jesus halten, in einem Raum sitzen? Und wie reagieren Elefanten auf eine Riesendosis LSD? Manchmal stellen Wissenschaftler irre Fragen - und finden erstaunliche Antworten. einestages präsentiert 20 der verrücktesten Experimente des 20. Jahrhunderts.
Manchmal wird Wissenschaft zur Grenzerfahrung. Etwa, wenn der Forscher mit einer Schlinge um den Hals einen Meter über dem Boden baumelt, während sein Gesicht erst rot anläuft, dann blau, ihm die Sicht verschwimmt und es schließlich in den Ohren zu pfeifen beginnt. 1905 publizierte der rumänische Gerichtsmediziner Nicolas Minovici seine "Studie über das Erhängen". Um herauszufinden, wie sich diese Todesart anfühlt, nahmen er und seine Assistenten sich einige Male selbst einen Strick. "Die Verletzungen des Halses waren von großer Vielfalt", notierte Minovici nüchtern seine persönlichen Erfahrungen als Erhängter, "nach dem letzten Experiment hatte ich einen Monat lang Schmerzen".


- Geheime Kriegstaktik – Aufmarsch der Gummiarmee (SPIEGEL Online, 20.04.2010) 
Mit aufblasbaren Panzern und Trucks zog nach dem D-Day eine streng geheime US-Spezialeinheit schutzlos in den Krieg, um der Wehrmacht Fallen zu stellen. Noch heute wirft diese unbekannte "Geisterarmee" Rätsel auf: Rettete sie Zehntausenden das Leben - oder täuschte sie eher die eigenen Truppen?
Die zwei französischen Zivilisten trauten ihren Augen nicht. Im September 1944 waren sie in der Grenzregion zu Luxemburg von US-Soldaten angehalten worden. Die GIs fragten misstrauisch, was sie hier wollten, doch die Franzosen hörten kaum zu. Denn was sie hinter der Patrouille erspähten, verschlug ihnen den Atem: Dort liefen vier Soldaten zu einem Sherman-Panzer, bückten sich, hoben den Panzer mühelos hoch, drehten ihn in die andere Richtung - und stellten ihn wieder hin.  


- Erfinder – Jagd nach dem Todesstrahl (SPIEGEL Online, 18.11.2009)
Mit grellen Lichtblitzen pulverisieren Superhelden und Bösewichter in Science-Fiction-Filmen gern ihre Gegner - längst sind diese Phantasiewaffen Teil der Kinokultur. Doch ihre Ursprünge sind ernst: Seit rund hundert Jahren werkeln Forscher und Exzentriker an todbringenden Strahlenkanonen.
Es war 7.14 Uhr, als am 30. Juni 1908 über den Wäldern Zentralsibiriens der Himmel explodierte. Semen Semenjow sollte später berichten, er habe eine gigantische Feuerwalze über dem Wald gesehen, von der eine enorme Hitze ausging. "Dann verdunkelte sich der Himmel, es war ein heftiger, dumpfer Schlag zu hören, und ich wurde nach hinten geschleudert", berichtete er. Es folgte ein so gewaltiges Krachen, "als würden Kanonen abgefeuert, und die Erde bebte".   
 

MK-ULTRA - Dressierte Killer [28:35]
Hochgeladen am 15.06.2011 
Deckname Artischocke - Geheime Menschenversuche

Wolfgang Bittner, Vom Leben


Was hattest du erwartet?

Gesundheit, Erfolg, Reichtum?

Vielleicht Zuneigung oder sogar Liebe?

Das hattest du dir so gedacht
oder wenigstens erhofft.

Aber die Wege führen ins Unbestimmte,

manche direkt ins Unglück,

pass auf was du sagst, was du tust,

achte auf die Windrose.

Du musst dich arrangieren,

lerne es beizeiten!

Wer mit dem Strom schwimmt

spart seine Kräfte.

Dennoch hast du es nicht in der Hand:

Denk an Hiroshima, an Auschwitz,

denk an Tschernobyl, an Fukushima;

manchmal bebt die Erde

oder es schlagen Raketen ein,

womöglich Meteoriten aus dem fernen Blau,

groß wie ein Fußballfeld.

Mag sein, du hast ein bisschen Glück

und die Freude kehrt ein
für Stunden, für Tage, für Monate,
niemals für immer.

Denn so ist das Leben,

schau nur genau hin:

Die Gesetzgeber morden,

die Polizei ist kriminell,

die Beamten sind korrupt,

die Richter lügen.

Du weißt gar nichts,

du lebst auf dünner Scholle,

die Menschen sind wie ein Wind.

Was hattest du denn erwartet?

gefunden bei den NachDenkSeiten

Eskalation beim Spiegel

Zuletzt wollten die Ressortleiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel einen neuen Chefredakteur. Jetzt kontert Wolfgang Büchner: Nach Informationen der Berliner Zeitung will er neue Ressortleiter. Alle Posten sollen neu ausgeschrieben werden. Doch wie reagiert die Mitarbeiter KG?
Am Dienstag wurde die Mitarbeiter KG, der der Verlag zu 50,5 Prozent gehört, kurzfristig von Geschäftsführer Ove Saffe zu einer Sitzung gebeten….
Nun liegt es an der KG: Sollte sie sich dem Ansinnen verweigern, stehen sowohl Saffe als auch Büchner vor ihrem mit hohen Abfindungen versüßten Abgang. Sollte die KG mehrheitlich zustimmen, dürfte die Redaktion auf die Barrikaden gehen. Am Mittwochabend wollte Büchner sich den Print- und Online-Ressortleitern erklären. Zum Treffen wollten die Ressortchefs eine Resolution mitbringen, in der die Redaktion ihm ihr Misstrauen aussprechen. Von möglicher Arbeitsniederlegung ist die Rede…
Quelle: Berliner Zeitung

Anmerkung U.D.: Es wird der Eindruck erweckt, dass es um Strukturen zwischen Print und Online geht und  hierzu die personellen Voraussetzungen geschaffen werden sollen. Die eigentlichen Probleme sind jedoch die Inhalte der Veröffentlichungen und die ungesicherten Meldungen, verbunden mit den unübersehbaren Qualitätsverlusten. Die NDS hatten in dieser Woche die leichtfertige Arbeitsweise des Spiegels kritisiert –  an Hand der angeblichen Vernichtung eines Konvois von Militärfahrzeugen aus Russland in der Ukraine.
gefunden bei den NachDenkSeiten

Die Wall Street entdeckt die Ungerechtigkeit

Für linke Ökonomen ist es eine Binse. Jetzt aber warnt auch die Ratingagentur Standard & Poor’s: Zu große Einkommensunterschiede schaden der Wirtschaft.
Der Report heißt “Wie die wachsende Ungleichheit das Wirtschaftswachstum der USA dämpft, und mögliche Wege, den Trend zu ändern”.
Für die Politik ist die Studie gleich mehrfach interessant. Die Vereinigten Staaten haben sich immer noch nicht von den Folgen der tiefen Wirtschaftskrise erholt, die auf den Zusammenbruch des Immobilienmarkts folgte. Dass es so lange dauert, könnte an der zunehmenden sozialen Ungleichheit im Land liegen, schreibt Standard & Poor’s-Chefökonomin Beth Ann Bovino. Sie und ihr Team glauben zudem, dass die ungleiche Verteilung der Einkommen die größten Wirtschaftskrisen der Geschichte erst möglich gemacht hat.
Im Umkehrschluss heißt das: Eine Politik gegen die Einkommensunterschiede könnte nicht nur die Konjunktur befeuern, sondern auch vor künftigen Krisen schützen – wenn sie klug gemacht ist.
Quelle 1: Zeit.de
Quelle 2: How Increasing Income Inequality Is Dampening U.S. Economic Growth, And Possible Ways To Change The Tide, Global Credit Portal

gefunden bei den NachDenkSeiten
 

Islamischer Staat: Vom Westen befreit

Westliche Aggressionen in Nah- und Mittelost und Hilfen wichtiger regionaler Verbündeter des Westens haben den Aufstieg der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) erst möglich gemacht. Dies zeigen Beobachtungen von Experten. Wie ein Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) erläutert, hat sich der IS-Vorläufer “Al Qaida im Irak” erst nach dem US-geführten Überfall auf den Irak (“Befreiung von Saddam”) zu einer “schlagkräftigen Organisation” entwickeln können. Erst die Zerrüttung Syriens in dem auch von Deutschland befeuerten dortigen Krieg (“Befreiung von Assad”) hat es dem IS-Vorläufer “Islamischer Staat im Irak und der Levante” (ISIL) ermöglicht, ganze Landstriche unter Kontrolle zu bekommen und sich eine Machtbasis für die weitere Expansion zu schaffen. Ohne finanzielle und logistische Hilfen aus Saudi-Arabien und der Türkei, also von zwei engen Verbündeten des Westens, hätte der IS seine heutige Stärke nicht erlangen können. Wie die SWP berichtet, gebe es sogar “Hinweise darauf, dass der Grenzverkehr zwischen dem IS-Territorium in Syrien und der Türkei” – also mutmaßlich auch die Lieferung von Nachschub – noch heute “sehr ausgeprägt” sei. Westliche Regierungen bereiten unterdessen einen “langen Militäreinsatz” gegen den IS vor.
Quelle: German-Foreign-Policy

 gefunden bei den NachDenkSeiten

attac-Manifest von Lindau – über Zustand und Perspektiven der Wirtschaftswissenschaften

Erklärung des Wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland anlässlich der 5. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften mit 18 Nobelpreisträgern am 19. -23. August 2014
Der Wissenschaftliche Beirat von Attac Deutschland nimmt die Lindauer „Tagung der Wirtschaftswissenschaften“ zum Anlass, sich über den Zustand und die Perspektiven der Wirtschaftswissenschaft zu äußern.
Quelle: attac [PDF - 214 KB]

gefunden bei den NachDenkSeiten

Wikipedia: Rudolf Hickel

siehe dazu auch:
- Sparpolitik Share on print Share on email More Sharing Services Nobelpreisträger: Mit dem Euro kann es keinen Aufschwung geben (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 24.08.2014)
Angela Merkels Sparpolitik für Europa bekommt von den zur Zeit in Lindau versammelten Wirtschafts-Nobelpreisträgern desaströse Noten. Doch nicht nur Deutschland ist für die Wissenschaftler ein Problem: Sie zweifeln an der Sinnhaftigkeit des Euro und fachen damit eine neue Diskussion über die Währungsunion an. 
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch auf dem Lindauer Nobelpreisträgertreffen, dass man Haushaltskonsolidierung und Wachstum recht gut zusammenbekommen kann, wie die deutsche Erfahrung zeige. 
Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass es angesichts der demografischen Situation in Europa besonders wichtig ist, auf eine Null bei der Neuverschuldung hinzuarbeiten. Sie spielte damit auf die langfristig schrumpfende Zahl der Steuerzahler an. Das geht zumindest aus ihrer Rede hervor. 
Die in Lindau weilende Wirtschaftsnobelpreisträger äußerten sich dazu allerdings kritisch. Joseph Stiglitz (Nobelpreisträger 2001) bezeichnete die Sparpolitik in Europa als „desaströsen Fehler“. Austerität verhindere den Aufschwung in der Eurozone und sei auch verantwortlich dafür, dass Italien nun zum dritten Mal (seit 2008) in die Rezession rutsche.

OFFENER BRIEF VON DEUTSCHEN NAHOST-EXPERTEN ZUR GAZA-KRISE

Wir, deutsche Nahostexpertinnen und -experten, beschäftigen uns professionell mit der Entwicklung in den besetzten palästinensischen Gebieten. Wir setzen uns im Bereich der Wissenschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Demokratie-, Friedens- und Menschenrechtsarbeit vor Ort in den besetzten palästinensischen Gebieten und in Deutschland für die Schaffung eines unabhängigen, demokratischen Staates Palästina, der in Frieden mit Israel und seinen Nachbarn leben kann, ein.
Über einem Monat haben wir einem zerstörerischen Krieg zusehen müssen, der alle diese Anstrengungen zunichte macht und auf Monate, möglicherweise auf Jahre hinaus die Entwicklungsperspektive des Gazastreifens beeinträchtigt und Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden in Nahost schmälert. Wir verurteilen die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele. Gewalt, die sich gegen Zivilisten richtet, ist weder von militanten palästinensischen Gruppen noch von Seiten Israels zulässig….
Quelle: Offener Brief

Geschichtsfrage




Mittwoch, 20. August 2014

Islam – Die totalitäre Religion

Moderne Zivilisation bedeutet die freie Gesellschaft des christlich-jüdischen Kulturkreises. Der Islam aber scheint wie eine reaktionäre Zeitmaschine zu funktionieren
 
Wie lautete er gleich wieder, jener Satz des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos, den Papst Benedikt XVI. bei der ominösen Regensburger Vorlesung im September 2006 zitierte? „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“
Für den damaligen Bischof von Rom wurde der Auftritt zum PR-Desaster. Wie steht es heute mit dem acht Jahre alten Zitat, mit dem 600 Jahre alten Satz? Bewahrheitet sich die Aussage nicht tagtäglich? Der Islam wütet durch nahezu sämtliche Regionen, die er religiös bestimmt: Massaker unter Muslimen, Terror gegen Andersgläubige, Entführung von Mädchen, Erniedrigung von Frauen, Vernichtung von Kulturgut, Versklavung von Arbeitern. Die Liste ist endlos. Der Islam beherrscht die Nachrichten, noch immer und weiterhin.
mehr: Islam – Die totalitäre Religion (Cicero, 19.08.2014)

Heute vor 1378 Jahren – 20. August 636: Schlacht am Jarmuk in Jordanien

Das endgültige Ende der Antike 

Das 7. Jahrhundert war eine ereignisreiche Zeit, ist aber schlecht dokumentiert. Das antike Rom war untergegangen, in Italien herrschten die Langobarden, in Westeuropa die fränkischen Merowinger. Das oströmische Reich mit dem Zentrum Konstantinopel hingegen erstreckte sich um 600 noch über den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Doch es war ein fragiles Gebilde, das sich in blutigen Kriegen mit den Persern aufzehrte und sich dann zudem mit arabischen Muslimen konfrontiert sah. 
 
Der Fluss Jarmuk, dessen Lauf heute die Grenze zwischen Jordanien und Syrien bildet
(Foto, 2000)

Als Damaskus bereits an die Araber gefallen war, setzte der oströmische Kaiser Herakleios (545-641) ein Heer von wohl 20.000 Soldaten in Marsch, um dem weiteren Vordringen der Muslime ein Ende zu setzen. Am Jarmuk, einem Nebenfluss des Jordans, standen sich die Heere schließlich gegenüber. Nach einer Reihe von Scharmützeln soll es den Arabern im August 636 gelungen sein, die Oströmer mit einem vorgetäuschten Rückzug in den Hinterhalt zu locken. Nach der Niederlage verlor Ostrom Zug um Zug die gesamte Levante und für die Geschichtsschreibung begann eine neue Epoche: das frühe Mittelalter. 

Was am 20. August noch geschah: 
1988: Mit einem Waffenstillstand endet der Erste Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Dienstag, 19. August 2014

Ein Springer-Reporter im US-Knast

- "Mein kindliches Vertrauen in die US-Justiz ist dahin" (Telepolis, 19.08.2014)
Springer-Journalisten in Ferguson mit Kommunisten im US-Knast 
Seit Monaten kann man in der Springer-Presse erfahren, dass Tausende Israelis Schutz im Bunker vor den Raketen der Hamas suchen, dass russische Eliteeinheiten Zivilflugzeuge abschießen und die Ost-Ukraine besetzen. Und nun das: Welt-Reporter Ansgar Graw reist ausgerechnet in den Springer-Patenstaat USA, dort nach Missouri, dort nach Ferguson, wo ein unbewaffneter achtzehnjähriger Schwarzer namens Michael Brown wahlweise "nur" mit sechs Kugeln, darunter zwei Kopfschüssen "erschossen", oder aber – aus europäischer Sicht – ermordet wurde. Der Täter ist vom Dienst suspendiert. Auf den Straßen von Ferguson wurden nun Ansgar Graw von der "Welt" und sein Kollege Frank Herrmann von der US-Polizei aufgespürt und eingesperrt. 
Zitat:
Indes appellierte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der von den USA in Sachen Gaza und Ukraine seit Monaten vorgeführt wird, die US-Paramilitärs sollten in Ferguson doch bitte die "internationalen Standards im Umgang mit Demonstrationen" wahren.

mein Kommentar: 
Paramilitärs? mit Kommunisten im Knast? Aufruf zum Einhalten internationaler Standarts? 
Reden wir hier über die USA oder über Russland?

siehe auch:
- Was ist los mit dem Handelsblatt? Seltsam, das Blatt erkennt, welches Sicherheitsrisiko die innere Gewalt in den USA darstellt. (Telepolis, 20.08.2014)

Ein befreundeter Journalist hat mir vor kurzem berichtet, in Journalistenkreisen Berlins würde offen darüber gesprochen, in welchem Rollenverhältnis sich unser Land zu den USA befindet – eigenständig oder im Bann und Schutz der imperialen Macht? Die Mehrheit der Meinungsführer fühlt sich vermutlich im Letzterem wohl. Nach meiner Einschätzung übersieht man dabei die Gefahren, die aus der inneren Gewalt der USA folgen. Das Handelsblatt leistet sich nicht nur den Luxus, den Konflikt in der Ukraine und mit Russland anders und fairer zu sehen als die Mehrheit der deutschen Leitmedien (siehe zum Beispiel hier) Das Handelsblatt analysiert auch den Konflikt in Ferguson ziemlich kritisch und durchaus mit gesellschaftspolitischem Verstand. Siehe hier und Anlage. „Ferguson ist bald überall.“ Das entspricht auch der Einschätzung von Norman Birnbaum hier und hier. – Am 11. August hatte ich in den Nachdenkseiten gefragt, ob die Entscheidungsträger der USA verlässlich gegen einen Krieg seien und dabei auch auf die Ermordung des 18-jährigen und den Zusammenhang von innerer Gewalt und Gewaltbereitschaft in den internationalen Beziehungen hingewiesen. Das hatte Zustimmung und auch Kritik eingebracht.

Heute vor 2000 Jahren – 19. August 14: Tiberius wird römischer Kaiser

Der zweite römische Kaiser 

Heute vor 2000 Jahren wurde Tiberius römischer Kaiser. Durch seinen Status als Stiefsohn des Kaisers Augustus dieser hatte 38 v. Chr. Tiberius' Mutter geheiratet konnte er schon früh politisch aktiv werden. Er bekam bereits mit 19 Jahren ein Senatorenamt übertragen, das man normalerweise erst ab einem vorgeschriebenen Mindestalter von 25 jahren bekleiden konnte. Zusätzlich konnte Tiberius auch sehr früh militärische Erfahrungen sammeln und er unternahm mehrere erfolgreiche Feldzüge. 
 
Portraitbüste des jungen Tiberius (Abguß)

Tiberius regierte von 14 bis 37 das Kaiserreich, somit war seine 23-jährige Herrschaft eine der längsten Alleinherrschaften eines römischen Kaisers. Er war bestrebt, die konservative Politik seines verstorbenen Stiefvaters fortzusetzen, also eher zurückhaltend und bewahrend zu regieren. Riskante Neueroberungen strebte er nicht an, sondern er konzentrierte sich darauf, die Grenzen des Reiches zu festigen. Da er umsichtig mit den Staatsfinanzen umging, hinterließ er seinem Nachfolger Caligula eine volle Kasse. 

Was am 19. August noch geschah: 
1965: Nach 20 Monaten endet der Auschwitz-Prozess in Frankfurt mit der Verurteilung von Mitgliedern der Lagermannschaft. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Ukraine 17 – I love Putin, Putin loves you

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In der Verfassungskrise 1993 löste er das Parlament (Kongress der Volksdeputierten), das sich seinen Wirtschaftsreformen widersetzt hatte, ohne Rechtsgrundlage auf. Daraufhin enthob das Parlament Jelzin seines Amtes und ernannte den bisherigen Vizepräsidenten Ruzkoi zum neuen Präsidenten. Jelzin setzte sich jedoch mit Hilfe des Militärs durch.
Jelzin gilt in Russland als eine der zentralen Figuren der Coupon-Privatisierung der neunziger Jahre. Diese trug wesentlich zum Entstehen der postsowjetischen Oligarchie bei.
Russland geriet in seiner Regierungszeit in eine tiefe Wirtschaftskrise, in seiner Amtszeit halbierte sich Russlands Bruttonationaleinkommen. Ungeachtet der innenpolitischen Probleme nahm Jelzin als erster russischer Präsident am G-7-Gipfeltreffen der westlichen Industrienationen am 8. Juli 1994 in Neapel teil. Die Wirtschaftsmisere ging weiter, unter anderem aufgrund des Rückgangs der Rohölpreise während der Asienkrise (1997/1998). Am 17. August 1998 war Russland zahlungsunfähig, sogar die Guthaben auf Privatkonten wurden eingefroren.
In Jelzins Amtszeit fiel auch der Erste Tschetschenienkrieg (1994 bis 1996).Gerüchte über eine Alkoholkrankheit Jelzins gab es während seiner ganzen Amtszeit.[7]
Am 31. Dezember 1999 erklärte Jelzin seinen Rücktritt, er übergab um 12 Uhr Moskauer Zeit die Regierungsgeschäfte an Ministerpräsident Wladimir Putin. Eine der ersten Amtshandlungen Putins garantierte Jelzin dann die Freiheit vor Strafverfolgung.
[Boris Nikolajewitsch Jelzin, Präsidentschaft, Wikipedia, abgerufen am 20.09.2019]
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1. Ansichten eines Putinverstehers

Wladimir Putin ist Macho und Macher, Zar und Star, coole Sau und weiser Patriarch – der Alleskönner in der Champions League der Weltpolitik. Er angelt die dicksten Fische, reitet zu Pferd durch die Taiga, fliegt mit Kranichen im Ultraleichtflieger und steuert Düsenjets. Er betäubt den sibirischen Tiger mit einem gezielten Schuss, spielt Klavier, singt Fats Domino und kann Goethe rezitieren. Er ist sportgestählt und trägt den schwarzen Gürtel im Judo, ist Doktor der Rechtswissenschaft, Ex-Major des Geheimdiensts und Präsident des größten Flächenlands der Erde. Ohne Frage: ein Held. […]
Der hier veröffentlichte Text ist das Einleitungskapitel aus dem am 1. September im Westendverlag erscheinenden Buch: "Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren" (208 Seiten, EUR 16.99, als eBook EUR 12,99) von Mathias Bröckers und Paul Schreyer, die beide auch für Telepolis schreiben.
Seit der Westen sich im Kampf mit Putins Russland um die Ukraine wähnt, werden auch in Deutschland längst vergessene Kriegsängste wieder wach. Doch worum geht es in diesem Spiel wirklich? Und welche Rolle spielen die Medien? Irritiert spüren viele Leitartikler, wie ein wachsender Teil der Leserschaft ihnen nicht mehr länger folgt. Öffentliche und veröffentlichte Meinung gehen drastisch auseinander. Kritisiert wird eine Einseitigkeit in der Berichterstattung, die den Medienmachern selbst als böse Unterstellung gilt. Dabei ist das ständige Mantra vom "bösen Putin" kaum zu überhören. Wie kommt es, dass dem Publikum kein komplexeres Bild zugemutet wird? Bröckers und Schreyer schauen hinter die Kulissen und analysieren neben der Rolle der Medien auch den historischen Hintergrund des Ukraine-Konflikts, sowie die Rolle der Geopolitik. Denn tatsächlich sind Geostrategie und internationale Machtpolitik kein vergangenes Relikt des Kalten Krieges, sondern ein sehr einflussreiches Instrument der Gegenwart. Wer aber sind die realen Akteure und welche Interessen verfolgen sie?
Diesen Raubtierkapitalismus, der über Russland hergefallen war wie ein Kannibale über einen Säugling, gebändigt und das wirtschaftlich wie sozial ruinierte Land wieder auf einen prosperierenden Weg gebracht zu haben - das ist die Leistung, für die Putin als "Retter Russlands" gewählt wurde und geliebt wird. Dass er dazu die Demokratie in eine "Demokratur" verbog, dass er Meinungs- und Pressefreiheit einschränkte, dass nicht nur das Parlament, sondern auch die Justiz durch eine Machtvertikale von oben "gelenkt" werden, dass er Privateigentum und Marktwirtschaft zwar rechtlich etablierte, sie aber in ein staatskapitalistisches Korsett drängte und querschießende Oligarchen beseitigte, dass er nationale, patriotische Elemente stets betont und den Wertekanon des Westens verspottet: All dies hat Putin in den westlichen Medien zu einer Unperson gemacht und den Kreml, kaum hatte er sein Image als Hort blutrünstiger kommunistischer Kader abgestreift, erneut zu einer Bastion des Bösen.
Nicht Putins autokratische Regierungsführung oder homophoben Gesetze sind der Grund, warum er im Westen zur Unperson wurde – viele der Alliierten des Westens rangieren diesbezüglich weit unter dem Niveau Russlands –, sondern die Tatsache, dass er den immensen Ressourcenreichtum Russlands der fröhlichen Ausbeutung durch transnationale Konzerne entzogen und unter die Kontrolle des Staats gebracht hat. Und damit hat er sich auch wieder zu einem wichtigen Player im "Great Game" gemacht – dem seit Jahrhunderten währenden Kampf der großen Nationen um die Rohstoffe und Ressourcen dieser Erde. 
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 1: Ansichten eines PutinverstehersTelepolis, 18.08.2014]


2. Weswegen wir Putinversteher wurden
Seit im Zuge der Krise um die Ukraine in den Medien das Wort "Putinversteher" aufgetaucht ist und als Diskreditierung all jener eingesetzt wird, die sich weigern, diesen Konflikt als Schwarzweißfilm mit eindeutiger Rollenverteilung in Gute (USA, EU und Nato) und Böse (Putin und Russland) zu sehen, sind wir, die Autoren, bekennende Putinversteher. Dass "Verständnis" nicht "Zustimmung" oder "Akzeptanz" bedeutet - diese semantische Klarstellung scheint wichtig zu sein: Hitler zu "verstehen" heißt keinesfalls, ihm zuzustimmen.
Und so verhält es sich auch mit dem russischen Präsidenten, der schon oft mit Hitler verglichen wurde: Hillary Clinton, ehemalige US-Außenministerin und potentielle Präsidentschaftskandidatin, sorgte für die internationale Premiere des neuen Hitler-Vergleichs, Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble legte indirekt nach, indem er den Beitritt der Krim zu Russland mit Hitlers Einnahme des Sudetenlands gleichsetzte. Der Verweis auf den Bad Boy Nummer eins der politischen Zeitgeschichte scheint im Zuge der medialen Zuspitzung kriegerischer Konflikte offenbar unvermeidlich und ist - auch wenn sich angesehene Intellektuelle dieses Jobs befleißigen und uns wie Hans Magnus Enzensberger vor dem Irakkrieg etwa Saddam Hussein als neuen Hitler präsentieren - nichts anderes als dumpfe Propaganda.  […]
Denn je boshafter, hitlerartiger Putin in den Medien porträtiert wird, desto wichtiger wird ein nüchternes und realistisches Verstehen - nicht durch psychologisierende Spekulation über eine Person, sondern durch politische Analyse, nicht durch einseitige Ideologie, sondern durch ein möglichst objektives Erkennen der Lage.
Von einem solchen möglichst neutralen Erkenntnisgewinn haben sich die westlichen Medien während der gesamten Krise in der Ukraine weitgehend - und seit der Zuspitzung der Lage im November 2013 nahezu vollständig - verabschiedet. Und so kam es, dass die im Westen verbreitete Ideologie mit Putin als neuem Quasi-Hitler von der Bevölkerung mehrheitlich als solche erkannt wurde und sich die Journalisten wunderten, dass ihre über Monate auf allen Kanälen penetrierte Freund-Feind-Unterscheidung vom Publikum nicht angenommen wurde.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 2: Weswegen wir Putinversteher wurdenTelepolis, 18.08.2014] 


3. Die geostrategischen Interessen hinter dem Ukraine-Konflikt
Auf einen wesentlichen Unterschied zwischen Russland und der Ukraine wurde in jüngster Zeit häufig hingewiesen: In Moskau bestimmt seit Putin die Politik, welche Oligarchen Geschäfte machen dürfen, in der Ukraine bestimmen die Oligarchen, wer in Kiew Politik machen darf. Solange Gorbatschow und der oft betrunkene Jelzin die Amerikaner in Russland Business machen ließen, war alles in Ordnung, erst als Putin den Ausverkauf stoppte und den Oligarchen Michail Chodorkowski ins Gefängnis steckte, weil er sein ergaunertes Ölimperium an Big Oil USA verkaufen und politisch aktiv werden wollte, wurde die Politik des Kremls zum Problem. […]
Die amerikanische Geostrategie muss man also kennen, wenn man die Ereignisse in der Ukraine verstehen will – ebenso wie ihren Gegenpol, die "eurasische" Strategie, die der russische Soziologe und Philosoph Alexander Dugin entworfen hat und die sich gegen die Universalität des westlichen Systems und eine globale amerikanische Bevormundung richtet (Kapitel 14). In beiden Konzepten spielt die Ukraine als "Dreh- und Angelpunkt" (Brzezinski) zwischen dem transatlantischen und dem eurasischen Block eine entscheidende Rolle – und droht nach dem vom Westen massiv geförderten Putsch und dem anschließenden Bürgerkrieg jetzt zu zerreißen. In diesem Krieg geht es nicht um Freiheit oder Menschenrechte, sondern um Macht und Stellungskriege auf dem geopolitischen Schachbrett. Und wie im verfrüht beendet geglaubten Kalten Krieg wird in seiner Neuauflage der Kampf wieder mit Stellvertretern geführt – in diesem Fall mit der ohnehin schon gespaltenen und streitenden Bevölkerung der Ukraine.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 3: Die geostrategischen Interessen hinter dem Ukraine-KonfliktTelepolis, 18.08.2014] 


4. Zum wiederholten Mal wird das zerrissene Land zum Aufmarsch- und Schlachtfeld, bei dem sich die Landsleute gegenseitig bekriegen, weil fremde Mächte es als Stellvertreter für ihre Kämpfe nutzen
Nehmen wir einmal folgendes Szenario an: In Deutschland findet ein von einer äußeren Macht geförderter Putsch statt, bei dem die demokratisch gewählte Regierung mit Waffengewalt abgesetzt und durch ein Regime ersetzt wird, in dem die NPD und ihre bewaffneten Kameradschaften einen bedeutenden Einfluss haben. Daraufhin besetzen in Nordrhein- Westfalen aufgebrachte Bürger Rathäuser und Verwaltungsgebäude und errichten Straßensperren, weil sie die Junta in Berlin nicht als legitime Regierung ansehen. Sie fordern Autonomie für ihre Region, wollen dazu ein Referendum abhalten, doch Berlin schickt Panzer und Soldaten, um diese "Separatisten" und "Terroristen" zu eliminieren. […]

Was einst die Statthalter des Zaren, des polnischen Adels oder der Donaumonarchen waren, sind heute Oligarchen und Provinzfürsten, die Wirtschaft und Medien kontrollieren und damit auch die Politik in Kiew. Gegen ein derart korrumpiertes, pseudodemokratisches Feudalsystem wendet sich der Protest der ukrainischen Bevölkerung seit vielen Jahren und kulminierte im Herbst 2013, als sich die amtierende Regierung weigerte, das von der Europäischen Union angebotene Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen. Dabei handelte es sich schlichtweg um ein "unanständiges" Angebot, weil es eine gleichzeitige Zoll- und Handelsunion mit Russland ausschloss und weil es militärische Zusammenarbeit und damit die Anwesenheit der Nato in der Ukraine einschloss. Außerdem konnte dieses Angebot, soweit es einen möglichen Beitritt zur EU betraf, nicht ernstgemeint sein, gleichwohl es den Protestierenden auf dem Maidan so suggeriert wurde und sie deshalb auch mit Europafähnchen auftraten.
[Mathias Bröckers, Paul Schreyer, Die Guten und die Bösen, Teil 4: Zum wiederholten Mal wird das zerrissene Land zum Aufmarsch- und Schlachtfeld, bei dem sich die Landsleute gegenseitig bekriegen, weil fremde Mächte es als Stellvertreter für ihre Kämpfe nutzenTelepolis, 18.08.2014] 
   
RUSSLAND – Ich will einen wie Putin [14:06]

Veröffentlicht am 10.08.2014 
Alter Info-Text:
Das russische Lied "Ich will einen wie Putin". Fast ein Volkslied. 
I want a man like Putin

Sharon Tennison, die Präsidentin der amerikanischen NGO CCI, war in den letzten Jahrzehnten oft in Russland und hat Putin gegen Desinformationen in "westlichen" Medien verteidigt. Nun ist sie wieder in Russland unterwegs und hat die letzten beiden Wochen in St. Petersburg und Moskau verbracht. In ihren Newsletter schildert sie ihre Eindrücke, nachdem sie mit vielen Russen gesprochen hat. Auffallend ist, dass man wirklich sagen kann, "die" Russen stehen hinter Putin; in dieser Form war dies früher nicht der Fall. 
[Wie die Menschen in Russland über Putin denken, CeiberWeiber, 15.09.2014]



Durch den vermutlich unbeabsichtigten Abschuss eines malaysischen Verkehrsflugzeuges spitzt sich die Ukraine-Krise zu. In Russland verbreiten die Medien, den Abschuss habe selbstverständlich die ukrainische Regierung zu verantworten, während in Deutschland und den USA die "neo-imperialistische" Politik Wladimir Putins für den Abschuss verantwortlich gemacht wird. Vermutlich wird sich herausstellen, dass es sich in der Tat um pro-russische Separatisten handelte, die diesen Abschuss zu verantworten haben.
Der Westen reagiert auf dieses Unglück mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, und die ukrainische Regierung weitet den militärischen Einsatz gegen die Separatisten aus. Wie im Falle des Irak-Krieges des damaligen US-Präsidenten George W. Bush zeigen auch die deutschen Medien auffallend wenig Resistenz gegen eine Ideologisierung der Außenpolitik des Westens. Dass eine solche Ideologisierung von Russland aus, offenbar auch mit einigem Erfolg, betrieben wird, überrascht nicht. In einer voll entwickelten Demokratie erwartet man aber etwas anderes, nämlich eine gewisse kritische Distanz gegenüber Nato- und CIA-gesteuerten Informationen.
[Julian Nida-Rümelin, Kommentar zur Ukraine-Krise – Die Vorwürfe gegen Putin klingen stark nach Kriegs-Propaganda, Stern, 29.07.2014] 

Vom Putin Fan-Club: Putin-Sprüche (Best of Putin-Sprüche, 19.06.2013, Politikforen)

Putin lacht über Reporterfrage {0:26}

Madmargat
Am 10.02.2014 veröffentlicht

Putin spricht deutsch und Klartext {1:34}

Veröffentlicht am 20.04.2014
Die Propaganda wirkt:
2014 in Deutschland wird "Putinversteher" als Schimpfwort benutzt!

Putin & Leitl. Eine Diktatur in Österreich. [1:27]

schmu bu
Veröffentlicht am 16.02.2015
Russischer Präsident Wladimir Putin beim Staatsbesuch in Österreich, die Wirtschaftskammer und ihre Präsident Christoph Leitl.

aktualisiert am 20.09.2019