Freitag, 26. Dezember 2014

Georg Schramm - Deutschland helfen - aber wie?

Georg Schramm 2014 - Deutschland helfen aber wie {2:12:42}

Herr Bart 
Am 06.02.2015 veröffentlicht
Der Spiegel ist es den Schramm uns ein ums andere mal vorhält
Alter Infotext: Veröffentlicht am 04.04.2014
Schramms "Scheibenwischer"-Personal - der Oberstleutnant Sanftleben, der gallige Rentner Dombrowski mit der Lederhand und der abgehalfterte hessische Sozialdemokrat August - im Lustspielhaus zu Gast beim Seminar "Deutschland helfen - aber wie?". Als smarter Moderator und Motivationstrainer erläutert Schramm das Konzept "Leben jetzt!". Zur Steigerung der Lebenserwartung im Sinne von Lebensfreude junger Arbeitsloser könne man jedem ohne Verlust 1600 Euro pro Monat zahlen. Die perfide menschen- und wirtschaftsfreundliche Kosten-Nutzen-Rechnung geht jedoch nur durch sozialverträgliches Frühableben nach 30 Jahren auf. Jeder Satz ist ein Skalpellschnitt. Mit seinem Co-Autor und Regisseur Rainer Pause seziert Schramm aus der Perspektive seiner (glänzend gespielten) Figuren unsere Probleme. Der zackige SPDler wehrt sich gegen Wohltätigkeits-Kollekten, Dombrowski plant voller Hass einen Kreuzzug gegen Pharma-Industrie und das korrupte Gesundheitssystem.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Rußland spielt Schach – machtpolitisches Agieren und theatralische Empörung

Die theatralische Empörung des Westens über das machtpolitische Agieren Russlands zeugt von fortgeschrittener Demenz. Krisenimperialismus - Teil 1
Die Putin-Kritik scheint sich für Kanzlerin Angela Merkel zu einem routinemäßig zu absolvierenden Ritual zu entwickeln. Gegenüber der Tageszeitung Welt am Sonntag beschuldigte die Kanzlerin Anfang Dezember den Kreml abermals, die Annäherung osteuropäischer Länder an die EU zu behindern und dabei vor der Verletzung der territorialen Integrität dieser Staaten nicht zurückzuschrecken. "Wir sehen außerdem, dass Russland wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten in einigen Ländern des Westbalkans zu schaffen versucht", warnte Merkel.
Die Ukraine, Moldau und Georgien hätten "aus eigener souveräner Entscheidung ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterschrieben. Diesen drei Ländern bereitet Russland Schwierigkeiten", behauptete Merkel gegenüber der "Welt am Sonntag". Nach Ansicht der Kanzlerin sollte in Europa nicht das Denken in Einflusssphären geopolitische Fakten schaffen, sondern das internationale Recht.

Beim Putin-Bashing Anfang November sprach Merkel gar von einer "Annexion" der Krim durch Russland, die gegen die Prinzipien der Nachkriegsordnung in Europa verstieße - damit ist wohl die in der Schlussakte von Helsinki 1975 festgehaltene Unverletzlichkeit bestehender Grenzen gemeint. Dieses Vorgehen des Kreml, das die Kanzlerin gar als "Raub" bezeichnete, dürfe "man Russland nicht durchgehen lassen", so Merkel, weswegen nun eine "gewisse Härte" gegenüber Moskau angebracht sei.

mehr:
- Der russische Spiegel (Thomasz Konicz, Telepolis, 25.12.2014)
Zitat:
Die Parallelen zwischen der Krimkrise und dem Kosovo-Krieg sind offensichtlich: Die Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien wurde von der NATO mit angeblichen Massakern und einem Völkermord an der albanischen Bevölkerungsmehrheit durch jugoslawische Sicherheitskräfte und serbische Freischärler legitimiert - eine Behauptung, die sich nach Kriegsende weitgehend als Kriegspropaganda erwies. Im Endeffekt hat aber diese rechtswidrige NATO-Intervention dazu beigetragen, ethnisch-separatistischen Bewegungen Auftreib zu verleihen, die die bestehenden Grenzen in multiethnischen Staaten infrage stellen .


»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen.« (Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Anfang 2007)

siehe dazu auch:
- Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)
- Egon Bahr: Obama war vorab über Ukraine-Ereignisse informiert (Epoch Times, 24.12.2014) 

Mauretanien: Gericht verurteilt Blogger zum Tode

Ein junger Blogger stellt einen anonymen Text ins Netz, in dem er die Zustände in Mauretanien, einem der ärmsten Länder der Welt, kritisiert. Er scheut sich auch nicht davor, die Religion in die Kritik einzubeziehen. Jetzt wird er zum Tod verurteilt.
mehr:
- Gnadenloses Urteil in Mauretanien - Gericht verurteilt Blogger zum Tode (n-tv, 25.12.2014)
Zitat:
Ein Gericht in Mauretanien hat einen jungen Blogger wegen "Prophetenbeleidigung" zum Tode verurteilt. Mohammed Oul Amchaitir werde für einen im Internet erschienenen Aufsatz bestraft, in dem er verletzend über den Propheten Mohammed und seine Angehörigen geschrieben habe, teilte das Gericht im westmauretanischen Nouadhibou mit.

Moskau: Nato-Beitritt der Ukraine ist eine Bedrohung der russischen Sicherheit

Die Ukraine unterbricht die Stromversorgung der Krim, aber Kiews Energieversorgung ist unsicher, weil die Kohle aus dem Donbass fehlt
Russland stellt die Stacheln auf, nachdem das ukrainische Parlament mit überwältigender Mehrheit beschlossen hatte, die Blockfreiheit des Landes aufzuheben. Das ist ein erster Schritt hin auf eine Nato-Mitgliedschaft. Kurzfristig ist dies wenig wahrscheinlich, auch wenn die USA dies schon vor Jahren befürwortet hatten, aber es ist zunächst eine Geste gegenüber Russland.
Zunächst hatte man in Moskau zwar indigniert, aber zurückhaltend reagiert. Gestern aber hat der russische Vizeaußenministers Anatoli Antonow schon einmal den Ton angezogen. Das Ende der Blockfreiheit bedrohe die Sicherheit Russlands nicht, wohl aber ein Nato-Beitritt. Darauf würde man dem angemessen reagieren, sagte er: "Dann würde es einen vollen Bruch zwischen uns und der Nato geben, der kaum wieder gut zu machen wäre." Antonow erklärte, dass die Nato unter dem "Slogan einer russischen Bedrohung" ihr militärisches Potenzial in den baltischen Ländern, in Polen, Bulgarien und Rumänien verstärkt.

mehr:
- Moskau: Nato-Beitritt der Ukraine ist eine Bedrohung der russischen Sicherheit (Florian Rötzer, Telepolis, 25.12.2014)

aus Putins Rede vom 25.09.2001 vor dem Deutschen Bundestag (Wortprotokoll auf der Seite des Deutschen Bundestages):
»Trotz allem Positiven, das in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurde, haben wir es bisher nicht geschafft, einen effektiven Mechanismus der Zusammenarbeit auszuarbeiten. Die bisher ausgebauten Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Beschlussfassung mitzuwirken. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO. Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. - Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.«

Anfang 2007 sprach Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz:
In seiner Rede (Link siehe unten) b
eklagt er sich über die Zunahme von internationaler Gewalt in Verbindung mit der Nicht-Beachtung des Völkerrechts.
Zitat: 
»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen.«
Sicherheitskonferenz in München: Putin schockt die Europäer (SPIEGEL vom 10.02.2007)
Zitat Aus dem SPIEGEL-Artikel:
Die Nato-Osterweiterung kritisierte Russlands Präsident massiv, weil deren militärische Infrastruktur "bis an unsere Grenzen" heranreiche. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer reagierte sichtlich verärgert: Was Putin gesagt habe passe nicht zur viel beschworenen "Partnerschaft zwischen Russland und der Nato". […] Wie könne man sich denn sorgen, "wenn Demokratie und Rechtsstaat näher an die Grenzen rücken", fragte er mit Blick auf Putins Äußerung gegen die Nato-Osterweiterung.
siehe dazu:
- Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (Post, 25.03.2014)

Putin hat die Deutschen, die EU und die NATO seit 2001 immer wieder gewarnt. Zumeist wurde er ignoriert, bestenfalls hat er Empörung geerntet. In einer Paartherapie würde ich jetzt den anderen Partner fragen: »Wie glauben Sie, daß es Ihrem Partner damit geht?«

Nach einem Dreivierteljahr Beschäftigung mit dem Ukraine-Krieg (für mich ist es ein Krieg) sehe ich nur zwei Möglichkeiten, die Handlungsweise des Westens zu verstehen: Entweder unsere Politiker und Medien sind vor lauter Selbstgerechtigkeit besoffen oder die USA verfolgen die Brzeziński-Strategie, die dieser in seinem Buch (Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Wikipedia) aus dem Jahr 1997 dargelegt hat.
siehe dazu:
- US-Geostrategie und deutsche Souveränität: Ein heißes Eisen (Post, 23.12.2014)

"World in Peace"?

Notizen über Franziskus, die "deutsche Weihnacht", Querfrontstrategien und das Manifest für eine neue Kunst des Zusammenlebens 
Früher war zwar auch nicht alles besser, aber man konnte sich zumindest zur Weihnachtszeit darauf verlassen, dass aus der "Ewigen Stadt" salbungsvolle Worte kommen und auf unseren Straßen allenfalls Weihnachtsmänner aus einer Werbe-Crew die Großeinkäufe derjenigen unterbrechen, die sich gesittet auf das Fest der Geburt eines Kindes von obdachlosen Leuten vorbereiten. Dieses Jahr scheint alles anders zu sein: in der "Ewigen Stadt" und auch auf den Straßen in manchen deutschen Städten.
Bischof Franziskus von Rom sagt über einen Kapitalismus, der über Leichen geht: "Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben. Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen."

Was Franziskus über die herrschende Wirtschaftsform, die ganz gewöhnliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Flüchtlingselend auf dem Globus, den gemachten Hungertod von Millionen und die Selbstorganisation der Armen denkt, deuten hierzulande die Medien und auch viele Prediger nur an. Mit etwas Glück findet man aber im Internet trotzdem einen vollständigen Klartext seiner jüngsten Worte an Vertreter von sozialen Bewegungen.

Auch mit Selbstkritik wird in der Zentrale der römischen Weltkirche derzeit nicht gegeizt. Vor wenigen Tagen hat der oberste Brückenbauer in einer Weihnachtsansprache bei Teilen der Kurie "spirituelles Alzheimer", mannigfache Pathologien der Macht und andere bedenkliche Krankheiten im mentalen Bereich diagnostiziert. Deutlicher kann es wohl nicht mehr zur Sprache kommen, dass der derzeitige Bischof von Rom sein Pontifikat als Ernstfall versteht und nicht willens ist, dem klerikalen Kasperle-Theater in nächster Nähe mit duldsamem Lächeln zuzusehen. Verhaltener Beifall. Im Vatikan gibt es offenkundig viel Kälte für den Mann aus Argentinien, dem ungezählte Menschen auf dem ganzen Erdkreis ein besonders langes Leben wünschen.

mehr:
- "World in Peace"? (Peter Bürger, 24.12.2014)
Zitat:
Die Verächter der Friedensbewegung, die sich mangels nachprüfbarer Argumente seit langem vor allem auf demagogische Phrasen verlegt haben, stehen auch im Licht der jüngsten Geschichte schlecht da. Hätte die mächtigste Kriegsnation der Erde im Februar 2003 auf die größte Friedensdemonstration der gesamten Menschheitsgeschichte gehört, so würde die Welt heute freundlicher aussehen. 

Unsere Verfassung verlangt, dass Deutschlands Politik dem Frieden in der Welt dienen muss. Wir weisen aber im Jahr nur läppische 30 Millionen Euro für besondere "Friedensdienste" aus, während der Militärhaushalt 33 Milliarden verschlingt. Es ist Zeit für Frieden, Friedensbudgets, Friedenswissenschaften und die Einrichtung eines Friedensministeriums.

Kann Glaube wahr sein?

Ein philosophischer Dialog über die Wahrheit des Glaubens
In seiner kürzlich erschienenen Studie über "Die letzten Undinge" befasst sich Karl Czasny erkenntniskritisch mit verschiedenen Formen des religiösen Trostes. Am Ende seines Buches stellt er dann die Frage nach der Wahrheit des Glaubens. Er gesteht, dass er beim Nachdenken über diese Frage immer wieder an einem Punkt angelangt sei, an dem sein Denken sich im Kreis zu drehen begann. Um das Für und Wider der verschiedenen Argumente besser überblicken zu können, bittet er zwei fiktive Freunde seine Studie zu lesen und daraus im Rahmen eines Dialogs Schlussfolgerungen für die Frage der Glaubenswahrheit zu ziehen. Der eine der beiden vertritt in diesem Gespräch eine an Kant orientierte erkenntniskritische Position, der andere die eines christlich geprägten Glaubens. Während der Repräsentant des transzendentalen Standpunkts sich aus naheliegenden Gründen "Immanuel" nennt, tritt der Vertreter des Glaubens unter dem Namen "Pius" (zu Deutsch: Der Fromme) auf.

mehr:
- Kann Glaube wahr sein? (Karl Czasny, 25.12.2014)

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Oh Gott, der Papst: “WIR CHRISTEN HABEN ETWAS SEHR SCHÖNES, EINE HANDLUNGSANLEITUNG, EIN REVOLUTIONÄRES PROGRAMM, KÖNNTE MAN SAGEN.”

Papst Franziskus hat neue Gesprächspartner

Zum ersten Mal hat ein Papst die Verantwortlichen von Sozialen Bewegungen aus aller Welt zu einem Treffen im Vatikan eingeladen. Vom 27. bis 29. Oktober trafen sich ca. zweihundert Männer und Frauen aus allen Erdteilen, die engagiert sind in den Bewegungen Landloser Bauern, Ausgeschlossener Arbeitender, VertreterInnen selbstgeführter Betriebe, von MigrantInnen und BewohnerInnen von Elendsvierteln. So waren unter anderen die brasilianische Landlosenbewegung MST, der zambische Obdachlosen- und Armen-MST-1038x576Verband, eine kurdische Jugendorganisation aus Syrien sowie eine Vereinigung koreanischer Bäuerinnen anwesend. Organisiert vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden unter der Leitung von Kardinal Turkson und in Absprache mit den Repräsentanten der verschiedenen Bewegungen hatten sie sich der Frage gestellt, wie sich die Bewegungen den Problemen von Krieg, Vertreibung, Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit stellen sollten. Diskutiert wurden die Ursachen der weltweit wachsenden sozialen Ungleichheit und der Mechanismen von Exklusion. Die drei thematischen Schwerpunkte des Treffens waren: “tierra – techo – trabajo”: Land (Bauern, Landwirtschaft, Nahrungsmittelsouveränität und Umwelt), Wohnraum (informelle Ansiedlungen, Mangel an Wohnraum und arme urbane Peripherien) und Arbeit (informelle Arbeit, Kinder- und Jugendarbeit).
Papst Franziskus hat am Dienstag, den 28. Oktober, eine Ansprache gehalten, die von manchen Presseorganen als “Spontane Enzyklika zu Armut und Umwelt” gewertet wurde. Wir veröffentlichen diesen Text in deutscher Übersetzung. Die Ansprache wurde in spanischer Sprache gehalten. Der Text findet sich auf der website des Vatikan:

http://w2.vatican.va/content/francesco/es/speeches/2014/october/documents/papa-francesco_20141028_incontro-mondiale-movimenti-popolari.html

Norbert Arntz, Institut für Theologie und Politik, Münster

mehr:
- “WIR CHRISTEN HABEN ETWAS SEHR SCHÖNES, EINE HANDLUNGSANLEITUNG, EIN REVOLUTIONÄRES PROGRAMM, KÖNNTE MAN SAGEN.” (Michael, Institut für Theologie und Politik, 01.11.2014)
Zitate:
Dieses Treffen der Sozialen Bewegungen ist ein Zeichen, ein wichtiges Zeichen: Ihr seid gekommen, um vor Gott, vor der Kirche, vor den Völkern eine Realität auszusprechen, die oft verschwiegen wird. Die Armen erleiden das Unrecht nicht nur, sondern bekämpfen es auch!

Ihr gebt Euch nicht zufrieden mit illusorischen Versprechungen, Ausreden oder Alibis. Ihr wartet auch nicht untätig darauf, dass Nichtregierungsorganisationen, Sozialpläne bzw. Hilfsmaßnahmen Euch beistehen, die nie ankommen, oder wenn sie ankommen, häufig nur dazu dienen, entweder zu narkotisieren oder zu domestizieren. Das sind gefährliche Mittel. Ihr glaubt, dass die Armen nicht länger warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen wollen, sich organisieren, studieren, arbeiten, reklamieren und vor allem diese besondere Art von Solidarität praktizieren, die es unter den Leidenden, unter den Armen gibt und die unsere Zivilisation vergessen zu haben scheint, oder zumindest allzu gerne vergessen machen möchte.

Solidarität ist ein Wort, das nicht immer gut ankommt, ja, ich würde sagen, dass wir es manchmal sogar zu einem unanständigen Wort gemacht haben, das man nicht sagen darf. Aber es ist ein Wort, das viel mehr meint als einige sporadische großherzige Gesten. Es meint, dass man denkt und handelt im Sinne von Gemeinschaft, dass das Leben aller wichtiger ist als die Güteranhäufung einiger weniger. [Solidarität] meint auch, die strukturellen Ursachen von Armut und Ungleichheit zu bekämpfen, wenn Arbeitsplätze fehlen, Land oder Wohnraum nicht zur Verfügung stehen, wenn Sozial- und Arbeitsrechte vorenthalten werden. [Solidarität meint], sich zu konfrontieren mit den zerstörerischen Auswirkungen des Imperiums des Geldes: Zwangsumsiedlungen, leidvolle Migration, Menschenhandel, Drogen, Krieg, Gewalt und all jene Realitäten, unter denen viele von euch leiden und die zu ändern wir alle aufgerufen sind. Solidarität, in ihrer tiefsten Bedeutung, meint eine bestimmte Art, Geschichte zu gestalten. Und das ist es, was die Sozialen Bewegungen praktizieren.

[…]
Man kann den Skandal der Armut nicht bekämpfen, indem man Besänftigungsstrategien entwickelt, die nur beruhigen und die Armen zu domestizierten, harmlosen Kreaturen machen sollen. Wie traurig ist es zu sehen, wenn mit angeblich altruistischen Taten die anderen zur Passivität verleitet werden, oder schlimmer, wenn sich dahinter Geschäfts- oder Privatinteressen verbergen. Solche Menschen würde Jesus Heuchler nennen.
[…]
Es ist befremdlich: Wenn ich als Papst davon spreche, heißt das für einige, dass der Papst ein Kommunist ist. Man begreift nicht, dass die Liebe zu den Armen das Herzstück des Evangeliums ist. Landbesitz, ein Dach über dem Kopf und Arbeit – das sind heilige Rechte, für die ihr euch einsetzt. Diese Rechte einzuklagen, ist keine Regelwidrigkeit, sondern gehört zur Soziallehre der Kirche.
[…]
Am Anfang der Schöpfung schuf Gott den Menschen als Hüter für sein Werk und beauftragte ihn, es zu bebauen und zu bewahren. […] Vielmehr sind Landraub, Entwaldung, Enteignung und Privatisierung von Wasser sowie giftige Pestizide einige der Übel, die den Menschen aus seiner Heimat vertreiben. Diese Trennung bedeutet nicht nur ein körperliches, sondern ein existentielles und spirituelles Leiden, weil diesem Vorgang ein Verhältnis zum Land zugrunde liegt, das die ländliche Gemeinschaft und ihren spezifischen Lebensstil offenkundig zerrüttet und sogar mit Auslöschung bedroht.

Die andere Dimension dieses bereits globalen Prozesses ist der Hunger. Wenn Finanzspekulationen den Preis von Lebensmitteln bestimmen, weil sie Lebensmittel als Waren behandeln, hungern Millionen von Menschen und sterben daran. Außerdem werden Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen. Das ist wirklich ein Skandal. Hunger ist ein Verbrechen.
[…]
Es ist schon komisch, wie Beschönigung und Bagatellisierung durch Euphemismen in der Welt der Ungerechtigkeit überhand nehmen. Man redet nicht in eindeutigen klaren Worten, sondern sucht nach beschönigenden Umschreibungen.
[…]
Es gibt keine schlimmere materielle Armut – ich fühle mich dazu gedrängt, es noch einmal zu wiederholen – es gibt keine schlimmere materielle Armut als die, sich das tägliche Brot nicht zu verdienen und der Würde der Arbeit beraubt zu sein. Jugendarbeitslosigkeit, informelle Beschäftigungen und fehlende Arbeitnehmerrechte sind nicht unvermeidlich, sie ergeben sich aus einer zuvor getroffenen gesellschaftlichen Option, aus einem Wirtschaftssystem, das den Profit über den Menschen stellt, und wenn es um wirtschaftlichen Profit geht, sogar über Menschheit bzw. über den Menschen. Hier sehen wir die Auswirkungen einer Wegwerf-Kultur, die den Menschen selbst als Konsumgut betrachtet, das benutzt und dann weggeworfen werden kann.
[…]
Heute fügt man dem Phänomen der Ausbeutung und Unterdrückung eine neue Dimension hinzu, einen anschaulichen harten Gradmesser für das gesellschaftliche Unrecht: alle, die nicht integriert werden können, die Ausgeschlossenen sind “Überflüssige”, sind Abfall. Das ist die Wegwerf-Kultur. Darüber möchte ich noch etwas mehr sagen, als ich hier aufgeschrieben habe, das mir jedoch gerade in den Sinn kommt. So etwas geschieht, wenn das Geld wie ein Gott im Zentrum eines Wirtschaftssystems steht, und nicht der Mensch, die menschliche Person. Ja, im Zentrum jedes gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Systems muss der Mensch stehen, Gottes Ebenbild, dazu geschaffen dem Universum einen Namen zu geben. Wenn der Mensch an die Seite gerückt und die Gottheit Geld an seine Stelle gesetzt wird, geschieht diese Umwertung aller Werte.

Und um das noch anschaulicher zu machen, erinnere ich an eine Lehre etwa aus dem 12. Jahrhundert. Ein jüdischer Rabbi erklärte seinen Gläubigen die Geschichte des Turmbaus zu Babel. Er erzählte, um den Turm von Babel bauen zu können, musste man viel Mühe aufwenden. Man musste Ziegel machen. Um Ziegelsteine herzustellen, musste man Lehm bereiten, Stroh herbeiholen und den Lehm mit dem Stroh vermischen und kneten, dann die Masse in Quadrate schneiden, trocknen lassen, dann im Ofen brennen, und wenn sie gebrannt und abgekühlt waren, mussten sie hinaufgetragen werden, um den Turm weiter zu bauen.

Mit all dieser Arbeit war ein Ziegel sehr teuer geworden. Wenn also ein Ziegelstein herunterfiel, war das fast eine nationale Tragödie. Wer den Ziegel hatte herunterfallen lassen, wurde schwer bestraft oder suspendiert oder ich weiß nicht, was noch mit ihm geschah. Aber wenn ein Arbeiter herunterfiel, passierte nichts. Mit dieser Geschichte erklärte ein Rabbi im 12. Jhdt. diese schrecklichen Dinge, die geschehen, wenn der Mensch im Dienste der Gottheit Geld steht.

Dieser Wegwerf-Kultur zum Trotz, dieser Kultur von überflüssig gemachten Menschen zum Trotz haben so viele von euch, die für dieses System als überflüssig gelten, ihre eigene Arbeit erfunden mit all dem, was eigentlich nichts mehr herzugeben schien … Aber ihr habt es geschafft und schafft es immer noch mit eurer Handwerkskunst, die Gott euch gegeben hat … mit euer Zielstrebigkeit, mit eurer Solidarität, mit eurer Gemeinschaftsarbeit, mit eurer Solidarwirtschaft …. Und lasst es mich euch so sagen: das ist nicht nur Arbeit, das ist Poesie. Danke.

Selbstverständlich haben alle Arbeitnehmer, ob sie nun im formalen System der Lohnarbeit drin sind oder nicht, das Recht auf angemessene Entlohnung, soziale Sicherheit und Altersvorsorge. Hier sind Müllsammler, Müllverwerter, Straßenhändler, Schneider, Handwerker, Fischer, Bauern, Bauarbeiter, Bergleute, Arbeiter aus selbstgeführten Unternehmen, Genossenschaftsangehörige aus unterschiedlichen Sparten und Arbeitende aus selbstorganisierten Dienststellen – sie alle sind aus dem Arbeitsrecht ausgeschlossen, ihnen verweigert man die Möglichkeit zu gewerkschaftlichem Zusammenschluss , sie haben keine ausreichenden, festen Einkünfte. Heute möchte ich eurer Stimme meine Stimme hinzufügen und euch in eurem Einsatz unterstützen.
[…]
Man kann kein Land besitzen, man kann kein Dach über dem Kopf haben, man kann keine Arbeit haben, wenn wir keinen Frieden haben und wenn wir den Planeten zerstören. Diese wichtigen Themen müssen die Völker und ihre Basisorganisationen dringlich diskutieren. Sie dürfen nicht allein von den politischen Führungskräften behandelt werden.
[…]
Kürzlich habe ich gesagt, und ich wiederhole das hier, wir stecken mitten im dritten Weltkrieg, allerdings in einem Krieg in Raten. Es gibt Wirtschaftssysteme, die um überleben zu können, Krieg führen müssen. Also produzieren und verkaufen sie Waffen. So werden die Bilanzen jener Wirtschaftssysteme saniert, die den Menschen zu Füßen des Götzen Geld opfern.
[…]
Das Wirtschaftssystem, das sich um den Götzen Geld dreht, muss auch die Natur plündern, die Natur ausplündern, um die Hektik des Konsums aufrecht erhalten zu können, von dem es lebt. Der Klimawandel, der Verlust biologischer Vielfalt, die Waldzerstörung zeigen bereits ihre verheerenden Auswirkungen in den großen Naturkatastrophen, die wir erleben.
[…]
Brüder und Schwestern, die Schöpfung ist kein Eigentum, über das wir nach eigenem Gutdünken verfügen können. Und schon gar nicht ist sie das Privateigentum einiger weniger. Die Schöpfung ist eine Gabe, ein Geschenk, ein wunderbares Geschenk, das Gott uns gegeben hat, damit wir uns darum kümmern und es immer mit Respekt und Dankbarkeit zum Wohle aller nutzen.
[…]
Aber warum schauen wir dann immer noch zu, wie menschenwürdige Arbeit beseitigt, so viele Familien aus ihren Häusern vertrieben, campesinos ihrer Länder beraubt, Kriege geführt werden und die Natur misshandelt wird? Weil man in diesem System den Menschen, die menschliche Person, aus der Mitte gerückt und sie durch etwas anderes ersetzt hat. Weil man dem Geld einen götzendienerischen Kult widmet. Weil man die Gleichgültigkeit globalisiert hat! Man hat die Gleichgültigkeit globalisiert nach dem Motto: Was geht mich das an, wie es anderen geht, wenn ich mich doch um mich selbst zu kümmern habe? Denn die Welt hat den Gott vergessen, der Vater ist. Sie ist wieder eine Waise geworden, weil sie Gott beiseite geschoben hat.
[…]
Für die Gesellschaft ist eine Zukunft nur vorstellbar, wenn die Mehrheit der Bevölkerung eine aktive bestimmende Rolle mit spielt. Eine solch aktive Rolle geht über die logischen Verfahren einer formalen Demokratie weit hinaus. Die Aussicht auf eine Welt mit dauerhaftem Frieden und Gerechtigkeit verlangt von uns, jeden paternalistischen Assistentialismus hinter uns zu lassen und neue Formen der Partizipation zu entwickeln, damit die sozialen Bewegungen aktiv mitwirken können.
[…]
Setzt euren Kampf fort. Das tut uns allen gut. Er ist ein Segen für die Menschheit.
[…]
In dieser Begleitung bete ich für euch, bete ich mit euch und bitte Gott, unseren Vater, euch zu begleiten und zu segnen, damit ihr von seiner Liebe erfüllt werdet und er euch auf dem Weg begleite, indem er euch reichlich jene Kraft gebe, die uns aufrecht erhält, diese Kraft ist die Hoffnung, die Hoffnung, die nicht trügt.

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- Weihnachtsansprache in Rom – Papst prangert Gewalt in Konfliktregionen an (n-tv, 25.12.2014)
Rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit hören fast flehende Worte des katholischen Kirchenoberhauptes - die brutalen Konflikte im Nahen Osten, der Ukraine und Afrika stehen bei der Weihnachtsansprache von Papst Franziskus im Zentrum. Aber auch der traditionelle Segen "Urbi et Orbi" fehlt nicht.
Bewegende Christmette in Rom – Papst fordert mehr Zärtlichkeit in der Welt (n-tv, 25.12.2014)
Die Christmette im Petersdom ist einer der Höhepunkte an Weihnachten und lockt Tausende Christen in die Basilika. In seiner Botschaft mahnt Papst Franziskus, schwierigen Situationen nicht nur mit Sachlichkeit, sondern auch mit Zärtlichkeit zu begegnen.
Person der Woche: Papst Franziskus – Der Papst als Revolutionär (Wolfram Weimer, n-tv, 23.12.2014)
Zwei Paukenschläge aus dem Vatikan zu Weihnachten: Erst fädelt er die Annäherung zwischen Kuba und den USA ein. Dann liest er der Kurie die Leviten wie einst Martin Luther.
Papst-Kritik an der Kurie – "Ein Sturm fegt durch die Kirchenführung" (n-tv, 22.12.2014)
Bei seiner Weihnachtsansprache übt Papst Franziskus in deutlichen Worten Kritik am Kirchen-Management. Die Leitungs- und Verwaltungsorgane der Kirche litten unter "15 Krankheiten". Unter anderem wirft Franziskus der Kurie "mentale Erstarrung", "spirituelles Alzheimer" und den "Terrorismus des Geschwätzes" vor. Derweil erwägt die Deutsche Bischofskonferenz eine Reform im Umgang mit Geschiedenen. Die Presse diskutiert.
"Spiritueller Alzheimer" im Vatikan Papst geißelt die eigene Kurie (n-tv, 22.12.2014)
Diese Ansprache vor Weihnachten hatten sich die Kardinäle und Bischöfe sicher anders vorgestellt. Doch Papst Franziskus, ein Freund offener Worte, kritisiert scharf die Vatikanverwaltung. Er spricht über den "Terrorismus des Geschwätzes", Schizophrenie und Erstarrung..

Gibt es den Weihnachtsmann? Eine Frage, die uns zur Zeit alle beschäftigt

  1. Keine der bekannten Rentierarten kann fliegen. Aber: Es gibt 300.000 lebende Organismen die bisher noch nicht klassifiziert wurden, und obwohl die meisten dieser Organismen entweder Insekten oder Bakterien sind, kann nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, daß auch fliegende Rentiere darunter sind.
  2. Es gibt ungefähr 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. Aber da der Weihnachtsmann offenbar die Kinder der Muslims, Hindu, Juden und Buddhisten nicht bedient, reduziert das seine Arbeitslast um 85% auf ca. 385 Millionen Kinder, wenn man den statistischen Ämtern glauben schenken will. Mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3.5 pro Haushalt ergibt das 91.8 Millionen Haushalte. Wir wollen davon ausgehen, daß in jedem Haushalt zumindest ein Kind das Jahr über brav war.
  3. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen und der Erdrotation muß der Weihnachtsmann seinen Job innerhalb von 31 Stunden erledigt haben - wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch scheint). Damit muß er schlappe 822.6 Besuche pro Sekunde machen, d.h. für jeden christlichen Haushalt, der ein braves Kind sein eigen nennt, hat der Weihnachtsmann 1/1000 Sekunde um zu parken, aus dem Schlitten zu hüpfen, den Kamin runterzurutschen, die Weihnachtsstrümpfe zu füllen, die restlichen Geschenke unter dem Baum zu verteilen, übriggebliebene Kleinigkeiten aufzuessen, den Schornstein wieder raufzuhetzen, auf den Schlitten zu springen und zum nächsten Haus zu jagen. Unter der Annahme, daß alle 91.8 Millionen Häuser gleichmäßig auf der Erde verteilt sind (was natürlich Quatsch ist, aber es vereinfacht die Rechnung ungemein), so muß der Weihnachtsmann für jeden Haushalt 1.25 km zurücklegen, insgesamt also ca. 120 Millionen Kilometer, nicht eingerechnet die Stops die jeder von uns auf einem 31-Stunden-Trip normalerweise macht. Damit bewegt sich der Schlitten des Weihnachtsmannes mit einer Geschwindigkeit von 1040 Kilometer pro Sekunde, also ca. 3000facher Schallgeschwindigkeit. Nur zum Vergleich: Das schnellste von Menschen gebaute Gefährt, die Ulysses Raumsonde, bewegt sich mit lächerlichen 43.8 Kilometer pro Sekunde. Ein konventionelles Rentier kommt dagegen auf 24 Kilometer pro *Stunde*.
  4. Die Zuladung des Schlittens ist ein anderer interessanter Aspekt. Unter der Annahme, daß jedes brave Kind nicht mehr also einen mittelgroßen Kasten mit Legosteinen bekommt (Gewicht 1 Kilo), muß der Schlitten eine Last von 321.300 Tonnen tragen, nicht eingerechnet den Weihnachtsmann, der einhellig als stark übergewichtig beschrieben wird. An Land können normale Rentiere nicht mehr als 150kg ziehen und selbst unter der Annahme, daß fliegende Rentiere (siehe Punkt 1) im Stande sind, die zehnfache Last zu bewegen, so reichen doch acht oder neun der Tiere keinesfalls aus. Nein, man bräuchte 214.200 Rentiere - was natürlich wieder das Gesamtgewicht des Geschenke-Rentier-Weihnachtsmann-Komplexes auf 353.430 Tonnen erhöht - den Schlitten nicht mit eingerechnet. Das ist, nur zum Vergleich, das vierfache des Gewichts der Queen Elizabeth (das Schiff, nicht die Königin).
  5. 353.000 Tonnen die sich mit 1040 Kilometer pro Sekunde bewegen erzeugen einen enorme Luftwiderstand - was zur Erhitzung der Rentiere führt, ähnlich dem Effekt, der beim Wiedereintritt eines Raumschiffs in die Erdatmosphäre auftritt. Das führende Rentierpaar wird dabei 14.3 Quintillionen Joule an Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes der beiden bedauernswerten Tiere. Kurz gesagt, die beiden werden praktisch sofort Feuer fangen und verbrennen, was dazu führt, daß die nächsten beiden Rentiere der Hitze aussetzt werden, ganz zu schweigen von den ohren- betäubenden Überschallknalls die dabei erzeugt werden. Das gesamte Rentier-Team wäre innerhalb von 4.26 Tausendstel Sekunden in Luft aufgelöst. In der Zwischenzeit ist der Weihnachtsmann Zentrifugalkräften ausgesetzt, die 17.500 mal so stark wie die Schwerkraft sind. Ein 125 kg schwerer Weihnachtsmann (was im übrigen lächerlich schlank wäre) würde von einer 4.315.015 Newton starken Kraft an die Rückseite seines Schlitten gepreßt. 
Zusammenfassung: Falls der Weihnachstmann jemals versucht hat, an Heiligabend Geschenke zu verteilen, so ist er jetzt mausetot. Schade eigentlich :-) [Quelle: stud-net]
PS: Trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken, Wunder gibt es immer wieder
Das Wunder ist nicht ein Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern ein Widerspruch zu dem, was wir von diesen Gesetzen wissen. (Augustinus von Hippo, Bischof von Hippo Regius)

Darf man Verständnis für die chinesischen Machthaber zeigen?

Helmut Schmidt und Gerhard Schröder können es nicht lassen, autoritäre Staatsmänner zu loben. Doch die Kritik daran ist meistens nur heuchlerisch
"Seit meinem ersten Besuch in China im Jahre 1975 hat sich dort ein gewaltiger außen- und innenpolitischer Wandel vollzogen. Mein Respekt für China und für seine nahezu fünftausend Jahre alte Zivilisation ist im Laufe der letzten Jahrzehnte, in denen ich das Land viele Male besucht habe, immer noch weiter gewachsen. Dazu trägt auch das Buch von Xi Jinping bei", schreibt der ehemalige SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Mit diesen Zeilen beginnt eine Rezension des Buches "Xi Jingping: China Regieren", und der Einstieg täuscht nicht. Hier handelt es sich um ein Loblied auf den chinesischen Parteichef und die aktuelle chinesische Gesellschaft, was in diesen Sätzen sehr deutlich wird:

"Wenn man heute China besucht, dann stellt man fest, dass vor Ort sehr vieles gleichzeitig passiert ist. Die Rechte der Wanderarbeiter wurden gestärkt, es wurden größere und effizientere Landwirtschaftsbetriebe geschaffen. Wer China vor vier Jahrzehnten unter der Führung von Mao Zedong erlebt hat und wer sein damaliges Bild mit dem heutigen China vergleicht, der wird einen fast unglaublichen Zuwachs an Spielräumen und auch an Freiheiten und Rechten der einzelnen Bürger beobachten."

mehr:
Darf man Verständnis für die chinesischen Machthaber zeigen? (Peter Nowak, 08.12.2014)

siehe auch:
- Völkerrechtsverletzungen und die Logik deutscher Medienberichterstattung (Post, 21.12.2014)

Adventsrätsel, das Letzte von vierundzwanzig


Wer es macht, der nennt es nicht,
wer es sucht, der kennt es nicht,
findet er’s, wird’s hinterdrein
nicht mehr, was es war, ihm sein!


Auflösung zu Nr. 23

Auflösung zu diesem Rätsel
Weihnachtliches

Dienstag, 23. Dezember 2014

Das Geschäft mit den Sanktionen: Der Handelsumsatz Russlands mit den USA ist gewachsen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich erstaunt gezeigt über den gewachsenen Handelsumsatz zwischen Russland und den USA. „Dagegen war der Warenumsatz zwischen Russland und der Europäischen Union um 4,3 Prozent geschrumpft“, sagte Putin am Montag in Moskau bei einem Treffen mit Vertretern der Föderativen Versammlung.


Mit einigen EU-Ländern sei ein Rückgang um sieben, acht oder zehn Prozent registriert worden. „Aber es gibt auch positive Momente, darunter eine siebenprozentige Zunahme des Warenumsatzes mit den USA. Die Importe aus den Vereinigten Staaten wuchsen sogar um 23 Prozent… Von Ländern der asiatisch-pazifischen Region ganz zu schweigen: der Handel steigt ebenfalls. Aber in den Beziehungen zu unserem wichtigsten Partner Deutschland ist eine Degradierung zu verzeichnen: der Warenumsatz verringerte sich um 3,9 Prozent, die Importe aus Deutschland gingen ebenfalls zurück“, sagte der russische Präsident.
Quelle:
- Putin erstaunt über gewachsenen Handelsumsatz Russlands mit USA (RIA Novosti, 23.12.2014)

Ukraine: selektive Wahrnehmung finanzieller Nöte

Ukraine Die Ukraine-Gaben der EU konterkarieren ihre Russland-Sanktionen. Es zeigt, in welche paradoxen Situationen man sich doch manövrieren kann
Alle Welt redet vom freien Fall, dem die russische Wirtschaft kurz vor Jahresende ausgesetzt ist. Was eine ebenso aufgescheuchte Resonanz verdient, aber nicht bekommt, ist der offensichtliche, quasi eingestandene Staatsbankrott der Ukraine. Aber so ist das: Die selektive Wahrnehmung entspricht der widersprüchlichen Interessenlage von Verbündeten und Förderern der Regierung Poroschenko/Jazenjuk im Ausland.

mehr:
- Kredite sind für alle da (Lutz Herden, der Freitag, 19.12.2014)

Franziskus: Die römische Kurie, der Leib Christi und die 15 Krankheiten

Die römische Kurie und der Leib Christi – Ansprache von Papst Franziskus anlässlich des Empfangs für die Leiter der römischen Kurie, 22.12.2014, in einer Arbeitsübersetzung.

„Du bist über den Cherubim, der Du den schlimmen Zustand der Erde umgewandelt hast, da Du wie wir geworden bist.” (hl. Athanasius, Psalmenerklärung)

mehr:
- Die Papstansprache an die Kurie (Radio Vatikan, 23.12.2014)

PEGIDA, das mutierte Maidan-Virus?

Pegida hat in Dresden einen neuen Rekord mit rund 17,500 Teilnehmern erreicht. Das ist imponierend. Die Idee, Weihnachtslieder zu singen, finde ich großartig. Die Medien versuchen zur Zeit verbissen, dagegen anzuschreiben. Die Zeit, als Kampfblatt an vorderster Front, betitelt ihren Bericht über den bisher größten Erfolg der Bewegung mit der Schlagzeile: „Protest gegen Pegida-Bewegung wächst“.
Das ist nur auf den ersten Blick paradox: In München waren zeitgleich angeblich bis zu 12,000 Menschen auf der Straße, um gegen Pegida im Osten zu demonstrieren. Natürlich war wieder das berüchtigte „breite Bündnis“ mit von der Partie.

In München hatte ein breites Bündnis aus kirchlichen Gruppen, Künstlern und Flüchtlingsorganisationen zu einer Anti-“Pegida“-Demonstration aufgerufen. Mindestens 12.000 Menschen folgten diesem Ruf. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte: „Diese Demonstration heute Abend zeigt München von seiner besten Seite: Hier stehen Tausende Menschen gemeinsam auf gegen Rassismus und Ausgrenzung.“ Unter dem Motto „Platz Da! – Flüchtlinge sind hier willkommen“ hatten sich ursprünglich 1500 Teilnehmer zu der Veranstaltung angemeldet.
Ich muß sagen, daß es mich bei dieser Meldung etwas gruselt. Ich finde die verblüffende Torheit der Demonstranten gespenstisch, ja beängstigend, wie auch die Parolen, die allerorten mit roboterhafter Automatik ausgegeben werden: „Respekt“ und „Weltoffenheit“ und „Humanität“ und „Vielfalt“.
mehr:
- Zur Debatte gestellt – PEGIDA, als Falle betrachtet (Martin Lichtmesz, Sezession, 23.12.2014)
siehe auch:
Anti-Pegida-Demo München kann stolz sein (Peter Fahrenholz, Süddeutsche, 23.12.2014)
- Zur Debatte gestellt – Hetze, Hysterie und Gesprächstherapie: Reaktionen auf PEGIDA (feat. Georg Diez) (Martin Lichtmesz, Sezession, 22.12.2014)

siehe auch:
- Pegida, fremde Federn: Festival des Wahnsinns (Holger Finn, eigentümlich frei, 22.12.2014)
Zitat: Gerade ist es der Politik im engen Schulterschluss mit der Medienmaschine ja gelungen, die Protestler von Dresden zu Nazis, Fremdenfeinden, Islamhassern und missbrauchten Dummköpfen zu erklären. Das darf man nun nicht mehr gefährden.

Besteht doch der Kniff der Verächtlichmachung im Grunde darin, die zuvörderst gegen das politische und mediale Establishment gerichtete Bewegung zu einer Themendemo zu erklären. Es ist dann doch wieder Hendrik M. Broder, einer der letzten Klardenker im Land, der in einem Beitrag darlegt, worum es wirklich geht. Mit Pegida wachse auseinander, „was nicht zusammengehört: Auf der einen Seite die Politik, auf der anderen das angeblich dumme Volk“, schreibt er unter dem Titel „Fest des Wahnsinns“.


Der gleicht einer Obduktion der politischen Verhältnisse im Deutschland des Jahres vier nach Thilo Sarrazin, bei dessen Buch „Deutschland schafft sich ab“ zum ersten Mal deutlich wurde, wie weit sich die gefühlte Öffentlichkeit in Politik und Medien von der Gefühlslage vieler Menschen entfernt hat. „In Deutschland gibt es zwar die Demonstrationsfreiheit. Aber es ist kein Platz für Hetze und Verleumdung von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen“, zitiert Broder die Kanzlerin, die mit diesem Satz einmal mehr in vorderster Front stand beim Versuch, aus der lebendigen Demokratie, die vom Meinungsstreit lebt, eine gelenkte Demokratie zu machen, in der deren Repräsentanten ihren Wählern vorgeben, was zu denken, zu glauben und zu sagen erlaubt ist.


siehe auch:
Pegida - jede verdammte Talkshow redet drüber (Lars Haider, Christoph Schwennicke, Cicero, 22.12.2014)
Unsere Medien werden immer peinlicher: Bekloppte Undercover-Journalisten (Post, 21.12.2014)
Pegida und die “Lügenpresse” – ein Begriff und seine Geschichte (Christian Buggischs Blog, 21.12.2014)
Pegida und andere Sorgen – Bei Angst das Licht anmachen (Marie Amrhein, Cicero, 21.12.2014)
Pegida: Latenznazis und Demonstrationstouristen? (Post, 21.12.2014)
“PEGIDA” und der Neoliberalismus (annotazioni.de, 17.12.2014)
Kontaktversuch: "Lügenpresse" trifft Pegida (Post, 15.12.2014)
- Warum Hamburger Muslime drei Feiertage erhalten (Die Welt, 15.08.2012)

mein Kommentar:
Jungs, Euch geh’n doch nicht etwa die Schubladen aus?!
Vielleicht wär’s nützlich, wenn alle einfach mal die Moschee im Dorf lassen.
Quelle: stuttmann-karikaturen.de
Wenn es Schulklassen gibt, in denen drei Viertel der Schüler mangelhaft Deutsch sprechen, wenn die Inklusionsgesetzgebung auf dem Rücken der Turboabi-gehetzten Schüler durchgedrückt wird, während die Schulen mit der Umsetzung überfordert sind, ein Bundespräsident tönt, der Islam gehöre zu Deutschland und Hamburg drei islamische Feiertage schafft und zur selben Zeit der IS verteufelt wird, braucht man sich nicht wundern. Dann grummelt es im Volk. 
Quelle: Wahlmonitor
Wenn wir von unseren amerikanischen Freunden von der NSA ausspioniert werden, die Regierung nichts tut, der Generalbundesanwalt keine Ermittlungen aufnimmt, Whistleblower Snowden Asyl in Rußland suchen muß, während der Untersuchungsausschuß ihn noch nicht einmal vorzuladen imstande ist und getuschelt wird, eigentlich stecke der BND ja in der Abhöraffäre mit drin, wenn seit Jahrzehnten immer wieder der Verdacht aufkommt, daß es bei den Abhöraktionen der Amerikaner in hohem Maße auch um Wirtschaftsspionage geht, der CIA den ihn kontrollierenden Untersuchungsausschuß ausspioniert und noch nicht einmal Strafe zu befürchten braucht, dann grummelt es im Volk.

Ellen ten Damme - Plattgefickt [4:11]

Hochgeladen am 14.07.2007
Ellen ten Damme & The Konrad Koselleck Big Band, live at De Parade, Utrecht, The Netherlands, July 23, 2005.


Quelle: allmystery.de
Wenn man uns zwingen will, völkerrechtswidrige Kriege zu führen, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen begonnen werden, wenn deutsche Soldaten am Hindukusch sterben, nur um unsere NATO-Zugehörigkeit unter Beweis zu stellen, wenn Rettungsschirme ausgespannt werden, an denen noch unsere Kindeskinder bezahlen haben, von Leuten, die zu blöde sind, weit genug in die Zukunft zu denken und von morgens bis abends damit beschäftig sind, dicke zu tun, wenn unsere Politiker die englische Sprache als Arbeitssprache in Europa propagieren, selbst aber noch nicht einmal einen einzigen englischen Satz geradeaus zu sprechen imstande sind, dann grummelt es im Volk.


Quelle: Goldseitenblog
Wenn Deutschland Sanktionen gegen Russland mitzutragen gezwungen wird und unsere Obstbauern zum Beispiel den größten Teil ihrer Äpfel nur noch unterpflügen können, während zur gleichen Zeit der Sohn des US-amerikanischen Vizepräsidenten im Vorstand der größten ukrainischen Gasfirma Platz nimmt und der Warenumsatz Russlands mit den USA um 7 Prozent und die Importe Russlands aus den USA um fast ein Viertel (!) steigen, wenn wir in der Vorweihnachtszeit wieder um Spenden für die Flüchtlinge auf der ganzen Welt gebeten werden, während die USA mal einfach 5 Milliarden Dollar in den ukrainischen Regimewechsel pumpen (natürlich einzig und allein für Freiheit und Demokratie!) oder 720 Millionen Dollar pro Tag für den Irak-Krieg ausgeben (natürlich nur, weil sie so furchtbare Angst vor Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen haben), und wenn alle fünf Sekunden ein Kind auf der Welt vor Hunger stirbt, dann grummelt es im Volk.


Seine berühmteste Geste: Ackermann beim Mannesmann-Prozess [Badische Zeitung]

Quelle: junge Freiheit
Wenn Dumpinglöhne gezahlt werden, Leute wenige Jahre vor ihrer Rente entlassen und durch Zeitarbeitskräfte ersetzt werden oder nach 40 Jahren Arbeit eine Rente knapp über Hartz-IV-Niveau erhalten, während Konzern-Manager, die sie freigesetzt haben, Abfindungen erhalten, von denen ein ganzes Dorf leben kann, die Großen und Reichen  sich dumm und dämlich verdienen und zusätzlich dabei noch bescheißen, weil sie den Kanal immer noch nicht voll haben, die Schere zwischen arm und reich immer weiter klafft, wir eine strukturelle Arbeitslosigkeit haben, über die aber nicht geredet werden darf, wenn EU-Politiker sich eine goldene Nase verdienen, indem sie Verordnungen über den Krümmungsradius von Bananen, den Durchmesser von Pizzen oder Seilbahngesetze fürs Flachland erlassen, während sie sich noch mal schnell ihr Tagesgeld erschleichen, bevor sie sich ins Wochenende verziehen, wenn Großkonzerne weniger Steuern zahlen brauchen als Otto Normalverbraucher und derjenige, der für die Steuerflüchtlinge die Luxemburger Tore sperrangelweit aufgerissen hat, jetzt als EU-Kommissionspräsident seine neoliberale Gülle über uns auskippen darf, dann grummelt es im Volk.


Quelle: toonpool
Wenn wir während des Ukrainekriegs mit ständigen Paniknachrichten in Atem gehalten werden und fast täglich von der medial aufbereiteten Notwendigkeit berieselt werden, unsere westlichen Werte von Freiheit und Demokratie zu verteidigen, finden die Verhandlungen über TTIP (euphemistisch: transatlantisches Freihandelsabkommen) hinter verschlossenen Türen statt, und wir wissen noch nicht einmal, wer da verhandelt. Da muß es im Volk grummeln.


Wenn über die Teilnahme am Irakkrieg oder über den Ausstieg aus der Atomkraft gewürfelt wird, Endlager gesucht werden, deren Verwendung auf manipulierten Gutachten beruht, wenn unsere Leitmedien tendenziös berichten, gegen Putin-Versteher Stimmung machen (Der Aufruf der 60: störende Abweichlerwichtige Ereignisse verschweigen (man suche im Internet einmal nach der Aachener Rede von Gabriele Krone-Schmalz oder der Resolution 758!), Nachrichten manipulieren und sogar fälschen, wenn sie ihre Fehlhandlungen noch nicht einmal zugeben, sich nur für angebliche Versehen entschuldigen und ihre Kritiker zu verleumden versuchen, dann grummelt es im Volk.


Quelle: Eulenfurz
Und wenn man heute seinen Mund aufmacht, dann läuft man ständig Gefahr, als Putinversteher, ausländer- oder frauenfeindlich, Israel- oder Amerika-Hasser, Latenznazi oder rechtsradikal etikettiert zu werden. Der öffentliche Diskurs ist heutzutage stärker tabuisiert als zu Zeiten des Deutschen Herbstes. Das fühlt sich an wie eine Gutmenschen-Zwangsjacke. Es entsteht – wie zu Zeiten des Eisernen Vorhangs – eine doppelte Realität: eine, von der berichtet wird und eine, von der nicht berichtet wird. Da grummelt es im Volk. Und wenn sich Merkel einfach immer nur hinstellt und gebetsmühlenartig herunterleiert, es ginge uns gut, dann ist das nur noch zum Kotzen. (Der Psychotherapeut: Sie macht das, was sie in ihrer Kindheit gelernt hat.) Dann hat sich ausgegrummelt, dann kommt’s hoch. Und wie sie sich jetzt alle verzweifelt bemühen, die passenden Schubladen zu finden, um die Demonstranten ins Unrecht zu setzen, ich könnt’ mich vor Vergnügen bepissen!
Quelle: Suttmann-Karikaturen

Und wenn Dylan aus seinem The Times They Are a-Changin' einen Walzer macht oder bei der Grammy-Verleihung sein »Masters of War« so singt, daß keiner ein Wort versteht, dann kann ich ihn so gut verstehen…

In Performance at The White House Bob Dylan [3:37]

Hochgeladen am 02.01.2011
Bob Dylan performs "The Times They Are A-Changin'" in his first performance at the White House.

Kommentare auf youtube:
  • »Each time I think Dylan can't get any worse he proves me wrong.«
  • »Don't get me wrong...I love Bob and I think he is one of the greatest musicians there is...but...this is just bad...this performance definitely shows the time changing.«
  • »Seriously..i have never disrespected' Bob..he is a musical hero of mine..But I just have to say something here..What is he doing?.he's made his classic sound like a Disney, Christmas carol, ditty..I don't know what the fuck to say. The stench of the White house must have got in to his nervous system. This is so far removed from anything that represents his usual sound TO ME that I would suggest that the people who think this is the best stuff he's done for years are either becoming demented or have forgotten the soul his music usually has..even when he re-arranges the fuck out of it. This is a re-arrangement waaaay too far.«
  • »OUCH. The tunes, they are a-changin'.«
  • »It's funny that this is a protest song and he's singing it in the house of one of the biggest liars of the world.«
  • »He should've sang with the Guantanamo Choir. Oh, they don't have rights. Or maybe the relatives of dead children, murdered by his drone armies in countries you're not at war with. Oh, the noise they make isn't pleasant. Obama may be black, but if he entered MLK's "dream" it would turn to a nightmare. Sure Obama isn't Bush, but he's just another killer who's been bought, and people like Dylan should spend more time pointing these things out, otherwise he becomes irrelevant.«
  • »Precisely. That is why he needs to stop singing. This doesn't sound good. You only think it does because it's Bob Dylan. If this were any other dude you'd think he sounded like shit.«
  • »I agree with you completely! Watching Bob Dylan perform at the White House is enough to make me puke! Likewise for Joan Baez and K. Kristofferson. Totally disgusting! And what the fuck has Dylan done to his voice?! What a phony! Just like Obama!«
  • »I keep coming back to this video, and it puts a big smile on my face every time.«
  • »›You don't need to hear what Bob Dylan is saying, you just need to hear the way he says it.‹ - John Lennon, Rolling Stone Interview, 1970.«

Die heile Welt der dpa: unnütze Weihnachts-Tipps für Idioten

Die deutsche Presseagentur, kurz: dpa, hat es derzeit mit Idioten. Erst sitzt Anja Garms von dpa einem Scherz auf, den sich britische Wissenschaftler erlaubt haben, und verkündet in der Inbrust aller Überzeugung, zu der sie fähig ist: “Männer sind Idioten”, ausnahmslos und alle, weil sie eben Männer sind, und jetzt gibt ein (aus gutem Grund) namenlos gebliebener Mitarbeiter von dpa all den deutschen Idioten (also nicht nur den Männern) Tipps, die nicht wissen, wie Weihnachten abzulaufen hat, und die das Fest durch ihre Unkenntnis gefährden.
Was an den Tipps zu “So vermeiden Sie Familienstreit an Weihnachten” wissenschaflich interessant ist, sind nicht die vier Tipps, die sich in kurz: 1) miteinander reden, 2) nicht lügen, 3) seinen Egoismus nicht allzu offen ausleben und 4) nicht streiten, zusammenfassen lassen, vier Tipps also, auf die Sie, wir und auch sonst niemand in Deutschland von alleine gekommen wäre, interessant ist die Vorstellung von Weihnachten und von Deutschen, die bei der dpa herrscht.

mehr:
- Die heile Welt der dpa: unnütze Weihnachts-Tipps für Idioten (Sciencefiles.org, 22.12.2014)

Prosecute Torturers and Their Bosses

Since the day President Obama took office, he has failed to bring to justice anyone responsible for the torture of terrorism suspects — an official government program conceived and carried out in the years after the attacks of Sept. 11, 2001.

He did allow his Justice Department to investigate the C.I.A.'s destruction of videotapes of torture sessions and those who may have gone beyond the torture techniques authorized by President George W. Bush. But the investigation did not lead to any charges being filed, or even any accounting of why they were not filed.

Mr. Obama has said multiple times that “we need to look forward as opposed to looking backwards,” as though the two were incompatible. They are not. The nation cannot move forward in any meaningful way without coming to terms, legally and morally, with the abhorrent acts that were authorized, given a false patina of legality, and committed by American men and women from the highest levels of government on down.

mehr:
- Prosecute Torturers and Their Bosses (New York Times, 21.12.2014)

Folterbericht: Ausspähung des Senats bleibt für CIA wohl ohne Konsequenzen

Im Frühjahr war bekannt geworden, dass die CIA Computer überwachen und manipulieren ließ, mit denen US-Parlamentarier die Folterpraxis des US-Geheimdiensts untersuchen sollten. Trotz scharfer Kritik bleibt dieses Vorgehen nun wohl ohne Konsequenzen.

Für den US-Geheimdienst CIA bleibt die Ausspähung eines Ausschusses im US-Senat wohl ohne Konsequenzen. Wie die New York Times berichtet, werde sich das zuständige Untersuchungsgremium offenbar gegen ein Bestrafung der Beteiligten aussprechen. Fünf CIA-Angestellte, die das Ausspionieren der Parlamentarier und ihrer Mitarbeiter angeordnet und durchgeführt hatten, waren zuvor identifiziert worden. Sie hatten das demnach als rechtmäßig verteidigt und erklärt, CIA-Chef John Brennan persönlich habe zumindest einige der Maßnahmen angeordnet.

mehr:
- Folterbericht: Ausspähung des Senats bleibt für CIA wohl ohne Konsequenzen (Heise Online, 22.12.2014)
Zitat:
Im Frühjahr diesen Jahres war öffentlich geworden, dass die CIA jene Senatoren und ihre Mitarbeiter ausspioniert hatte, die im Auftrag des Parlaments die Foltermethoden des Geheimdiensts untersucht hatten. Wichtigstes Ziel waren jene Computer, an denen die Folter-Dokumente der CIA analysiert wurden. Bei einer Überwachung haben es die Geheimdienstler aber nicht belassen. Als Dianne Feinstein, die zuständige Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, ihre schweren Vorwürfe gegen die CIA erhob, erklärte sie auch, auf den Computern seien sogar Dateien gelöscht worden. Mit diesem Eingriff in die Untersuchungen ihrer eigenen Vergehen habe die CIA die Gewaltenteilung verletzt. CIA-Chef Brennan entschuldigte sich später dafür.

siehe dazu:- Dianne Feinstein, CIA, NSA (Post, 09.08.2014)
Vor Tagen hat Feinstein im Senat in einer 40-Minuten-Rede der CIA vorgeworfen, von ihrem Komitee benutzte Computer durchsucht und mehr als 900 Dokumente „elektronisch entfernt“ zu haben. Besonders empört war sie über eine Anzeige von CIA-Rechtsberater Robert Eatinger beim US-Justizministerium gegen Mitarbeiter des Geheimdienstausschusses, die angeblich Geheimdokumente entwendet haben sollen. Eben dieser Eatinger sei von 2004 bis 2009 Rechtsberater des Anti-Terrorismus-Zentrums der CIA gewesen, des Teils der Behörde also, der das vom Komitee untersuchte Verhörprogramm gemanagt habe, so Feinstein. Sein Name komme mehr als 1.600-mal im Berichtsentwurf ihres Ausschusses vor. (Die Feinsinnige, Konrad Ege, der Freitag, 20.03.2014, Hervorhebungen und Link von mir)

Dianne Feinstein: CIA May Have Broken The Law To Spy On Senate Staff [4:28]

Veröffentlicht am 11.03.2014
WASHINGTON -- Sen. Dianne Feinstein (D-Calif.) delivered a devastating broadside against the CIA Tuesday, alleging that the agency was trying to intimidate Congress and may have broken the law in spying on Senate staffers.

Feinstein, head of the Senate Intelligence Committee, was responding to CIA charges that Senate staffers had hacked CIA computers to learn that the spy agency was in fact spying on the people charged with overseeing its activities. Those revelations surfaced last week, prompting the countercharge against the CIA, and a CIA complaint to the Justice Department.

But Feinstein, who is often a strong defender of the intelligence community, hammered the agency in a morning Senate floor speech, saying the CIA knew of every step the Intelligence Committee staffers took, and that the CIA provided all the documents that the agency later questioned.

To allege that staffers may have broken the law was dishonest, she said, and smacked of an attempt to bully civilians responsible for checking agency abuses.

"Our staff involved in this matter have the appropriate clearances, handled the sensitive material according to established procedures and practice to protect classified information, and were provided access to the [documents] by the CIA itself," Feinstein said. "As a result, there is no legitimate reason to allege to the Justice Department that Senate staff may have committed a crime. I view the [CIA's] acting counsel general's referral [to the Justice Department] as a potential effort to intimidate this staff, and I am not taking it lightly."

Feinstein also rattled her own saber, noting that the CIA official who referred the matter to the Justice Department was himself at the center of the very CIA interrogation techniques her committee is currently investigating. The Intelligence Committee has prepared a secret, 6,000-page report on the agency's interrogation programs that is expected to outline a number of illegal activities and bring into question the value of such programs.

The remarkable flare-up stems from an agreement between the CIA and the committee that the agency could monitor the committee's use of the agency's computers, which were provided to Senate staffers in a secure room at the CIA. Staffers were able to analyze millions of documents on the computers in order to create the report on CIA interrogation techniques.

Feinstein also said Tuesday that she is pushing the White House to find a way to release that classified 6,000-page report so that the public can learn what the CIA has done in its name.

mein Kommentar:
Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Freiheit und Demokratie? Nicht für die CIA. Und sie wird noch nicht mal dafür bestraft, daß sie auf die Verfassung scheißt!

Adventsrätsel, das Dreiundzwanzigste von vierundzwanzig


Welcher Baumeister muß anklopfen,
noch ehe das Haus gezimmert ist,
und dann kommt noch nicht
einmal eine Türe dran!?