Freitag, 4. Dezember 2015

Warum Katastrophen erkannt, aber selten verhindert werden

Schon vor mehr als zwei Jahren haben Institute und NGOs vor den Folgen des Syrienkrieges gewarnt. Trotzdem hat die EU wenig getan, um sich auf die Flüchtlinge vorzubereiten. Warum hören Politiker kaum auf wissenschaftliche Prognosen und Kassandrarufe?
Man hätte ahnen können, dass ein Bürgerkrieg zu einer großen Zahl an Flüchtlingen führt. Es gab zahlreiche Prognosen. Erst hieß es, in diesem Jahr würden allein 450.000 Flüchtlinge in Deutschland Asyl beantragen, dann 800.000, eine Million und letztendlich 1,5 Millionen. Warum verhält sich Europa dennoch so, als wäre die Ankunft von Flüchtlingen eine Überraschung?

Zumindest vermitteln die Regierungen der EU diesen Eindruck: Flüchtlingsheime sind überfüllt, Erstaufnahmestellen überfordert, Menschen übernachten in Büschen, da sie tagelang nicht registriert werden. Solche Zustände wird wohl niemand als „Willkommenskultur“ bezeichnen.

Statt immer weiter zu versuchen, Zahlen vorherzusagen, sollte man sich künftig lieber die Trends näher ansehen – und anhand dieser auch politische Entscheidungen treffen. „Es hat uns nie Probleme bereitet, Kassandra zum Sprechen zu bringen“, sagt Dirk Salomons, Professor der Columbia University in New York, der früher selber mehrere humanitäre Missionen geleitet hatte. „Sie teilte uns immer früh genug mit, dass es Probleme geben wird. Uns fiel es aber immer schwer, ihr zu glauben.”

mehr:
- Warum Katastrophen erkannt, aber selten verhindert werden (Krisztian Simon, Cicero, 03.12.2015)

Der Krieg in Syrien ist ein Krieg zwischen USA und Russland… [19:29]

Veröffentlicht am 07.11.2014
... so wie Vietnam, Korea und Ukraine auch. Dabei kämpft der IS zu 90% für amerikanische Interessen, und bekommt dabei noch amerikanische Waffen aus Saudi Arabien, und Luftunterstützung von der US-Luftwaffe. Und wenn er mal gegen die Interessen der USA kämpft, dann wird aus der Luftunterstützung eben ein Luftangriff. So wird die US-Air-Force zum Lenkrad der Jihadisten, mit denen die USA ein Bodenkrieg gegen Assad führen. Der wiederum erhält politische, militärische und propagandistische Unterstützung.aus Russland.

Es war einmal – unsere westlichen Werte und das Völkerrecht

Ist der deutsche Anti-IS-Einsatz juristisch in Ordnung? Der Völkerrechtler Daniel-Erasmus Khan hegt große Zweifel. Der Professor der Münchner Bundeswehr-Uni wirft der Politik mangelnde Sorgfalt und Verantwortung vor.
So taugt die angesprochene Sicherheitsratsresolution schon deswegen nicht als Rechtfertigung, weil darin gerade nicht von der Art von Maßnahmen die Rede ist, die eine Ausnahme vom Gewaltverbot bilden. Und ein Selbstverteidigungsrecht gäbe es zwar, wenn ein militärischer Angriff vorläge; dann dürfte die Bundesrepublik auch ohne Sicherheitsrats-Resolution Frankreich militärisch zur Seite stehen. Nur: Frankreich wurde nicht von einem fremden Staat attackiert, denn der IS ist ja kein Staat, auch wenn er sich als solchen bezeichnet. Und selbst wenn man bei einem Angriff nicht-staatlicher Akteure ein Verteidigungsrecht anerkennen will, so ist die hohe Gewaltschwelle, die der Internationale Gerichtshof dafür fordert, vorliegend sicher noch nicht überschritten: Paris war ein schwerer Terroranschlag, mehr aber auch nicht. Andernfalls droht die Weltordnung in einer Spirale militärischer Gewalt zu versinken, was die Uno-Charta ja gerade verhindern will.

Zur Verteidigung eines anderen Staates darf die Bundeswehr - so das Bundesverfassungsgericht - nur eingesetzt werden im Rahmen eines sogenannten Systems kollektiver Sicherheit. Das sind die Uno oder auch die Nato. Für die EU wird das zwar nunmehr auch behauptet, ist aber sehr umstritten und ungeklärt: Irgendeine militärische Struktur jedenfalls weist die EU bisher nicht auf. […]

Wann wäre ein sorgfältiges, verantwortungsvolles Abwägen der völkerrechtlichen Pro- und Kontra-Argumente mehr geboten, wenn nicht bei der Frage "Krieg oder Frieden"? Der Zeitdruck, unter dem derzeit die politischen Entscheidungen in Berlin gefällt werden, lässt das aber offenkundig nicht zu. Das ist bedauerlich. Bundesregierung und Bundestag scheinen jedenfalls dem Völkerrecht nicht den gebührenden Stellenwert einzuräumen.

mehr:
- Syrien-Einsatz der Bundeswehr: "Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht hätte gute Chancen" (Dietmar Hipp im Interview mit Völkerrechtler Daniel Erasmus Khan, SPON, 03.12.2015)

mein Kommentar:
Die Talkshow-Welle läuft zur Zeit wieder auf Hochtouren, es geht um den Islamischen Staat, die Anschläge in Paris und den Bundeswehr-Einsatz in Syrien. Ich habe keine Talkrunde über die Notwendigkeit debattieren sehen, das Völkerrecht zu beachten. Und ich behaupte, daß das Völkerrecht für die scheinbare Notwendigkeit, gegen den IS in den Krieg zu ziehen, kaum eine Rolle spielt. Es ist eher so wie ein Schlips: Man sollte bei einem Empfang zwar einen dabei haben, aber es geht zur Not auch ohne. Wenn Putin die Krim »annektiert«, ist in unseren Medien das Geschrei groß, aber bei der Entscheidung für einen militärischen Einsatz auf der anderen Seite des Mittelmeers hat das Völkerrecht in der öffentlichen Diskussion kaum Gewicht. Es gab einmal eine Zeit, da war (bzw. nahmen wir) das Völkerrecht wichtig…

siehe auch:
- Kampf gegen den "Islamischen Staat" Bundeswehr-Einsatz in Syrien ist völkerrechtlich gerechtfertigt (Jost Müller-Neuhof, Tagesspiegel, 01.12.2015)
- Bundeswehreinsatz in Syrien: Aus Liebe zu Frankreich (Johanna Roth, ZEIT Online, 27.11.2015, beachte auch die Kommentare!)
- Der Einsatz der Bundeswehr im internationalen bewaffneten Konflikt im Irak und Syrien im Licht von Verfassungs- und Völkerrecht - Eine kleine Presseschau (Linksunten.indymedia.org, 01.12.2015)
- Tausende Angriffe – Ein Jahr US-Bombenkrieg im Irak und in Syrien: Attacken werden ausgeweitet. Russische Regierung warnt vor weiterer Destabilisierung (Karin Leukefeld, junge Welt, 05.08.2015, gefunden bei AG Friedensforschung)
Syrien-Posts (15.10. u. 01.11.2015)
siehe auch:
- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)


OS X: Doppelte Einträge im „Öffnen mit“-Dialog löschen

Ein Rechtsklick auf eine Datei und die Wahl des „Öffnen mit“-Menüs ermöglicht schnell das Öffnen einer Datei in einer anderen als der Standard-Anwendung. Das Menü kann in einigen Fällen vor allem durch Drittapps schnell Einträge doppelt anzeigen. Das Löschen der doppelten Einträge übernimmt ein Terminal-Befehl.
mehr:
- OS X: Doppelte Einträge im „Öffnen mit“-Dialog löschen (Justus Zenker, MacLife, 03.03.2014)
- Duplicate entries in “Open With” menu in Finder even after rebuilding Launch Services (Ask Different, 12.01.2013)
- How to remove startup items in OS X? (MacPaw, 24.02.2015)
x

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Woody Allen wird 80: Komiker, Tragiker, Zyniker

Dass seine Filme von ihm selbst handeln, streitet Woody Allen vehement ab. Ein Bildband beweist: Nach fünf Jahrzehnten erzählen sie sein Leben besser als jede Biografie.
mehr:
- Woody Allen wird 80: Komiker, Tragiker, Zyniker (ZEIT Online, 01.12.2015)

siehe auch:
- Woody Allen, a documentary (Arte.tv, 30.11.2015)
x
12 Questions for Woody Allen [6:06]

Hochgeladen am 23.11.2011
WOODY ALLEN: A DOCUMENTARY 

Purchase the film on Amazon: http://www.amazon.com/Woody-Allen-Doc...

Watch the film on iTunes: https://itunes.apple.com/us/movie/woo...

Filmmaker Robert Weide, seen quizzing Woody in this clip, followed the notoriously private film legend for over a year to create the ultimate film biography. Iconic writer, director, actor, comedian, and musician Woody Allen allows his life and creative process to be documented on-camera for the first time. Order now on DVD and get in time for the Holidays: http://www.newvideo.com/docurama/wood...

x

Millionen von Geräten mit kompromittierten Krypto-Schlüsseln im Netz

Eine Sicherheitsfirma schätzt, dass für 9 Prozent aller SSL-Endpunkte im Netz die privaten Schlüssel bekannt sind. Damit könnten Angreifer sich als diese Server ausgeben und Router, Modems und VoIP-Telefone im selben Netz ausspionieren.
Viele Endbenutzer-Geräte wie Router und NAS-Systeme recyclen Schlüssel und Zertifikate für SSH- und SSL-Verbindungen und liefern die privaten Schlüssel gleich mit. Forscher der Sicherheitsfirma SEC Consult haben nun die öffentlich zugängliche Firmware von mehr als 4000 Geräten untersucht und dabei 580 solcher privater Schlüssel ausheben können. Da diese öffentlich zugänglich sind, kann sich nun ein Angreifer im selben Netz mit den betroffenen Geräten verbinden und als legitimer Gesprächspartner ausgeben.

So gut wie alle namhaften Hersteller betroffen
Betroffen sind Kabel- und DSL-Router, Modems, Internet Gateways, VoIP-Telefone und mit dem Internet verbundene Kameras. Von den 580 von den Forschern gefundenen Schlüsseln werden mindestens 230 momentan aktiv genutzt. SEC Consult schätzt, dass 9 Prozent aller SSL-Endpunkte im Netz betroffene Zertifikate einsetzen – insgesamt 3,2 Millionen Systeme. Außerdem sollen 6 Prozent aller öffentlich auffindbaren SSH-Hosts betroffen sein.

SEC Consult fand über 900 betroffene Produkte von 50 Herstellern, die auf diese Art geschlampt haben. Die Liste liest sich wie ein Who's Who der namhaften Hersteller von Routern: Alcatel-Lucent, Cisco, D-Link, DrayTek, Huawei, Linksys, Netgear, TP-Link, Trendnet, Tenda und Zyxel. Die Deutsche Telekom, General Electric, Motorola und Vodafone sind auch betroffen. Aber auch die Festplatten-Hersteller Seagate und Western Digital sind auf der Liste – deren NAS-Geräte bohren sich gerne per UPNP Weiterleitungen durch die Router-Firewall und exponieren so die Sicherheitslücke im öffentlichen Netz.

mehr:
- House of Keys: Millionen von Geräten mit kompromittierten Krypto-Schlüsseln im Netz (Fabian A. Scherschel, heise Security, 27.11.2015)

Kampf dem IS: Das eine menschenverachtende System gegen das andere

Was ist das Problem?
Maßgebliche Leute in Deutschland fordern jetzt unter Hinweis auf die Pflicht zur Solidarität mit Frankreich ein Eingreifen Deutschlands in Syrien und Mali
- Bundeswehr in Syrien – An Frankreichs Seite (Klaus-Dieter Frankenberger, FAZ, 02.12.2015)

IS - Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch [1:06:43]

Veröffentlicht am 18.04.2015
IS Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch HD
günstige E-books hier: http://amzn.to/1d8Zwlp

Erdöl, Schutzgelder und Plünderungen - zahlreiche Geldquellen machen den Islamischen Staat (IS) zur bestfinanzierten Terrororganisation der Welt. "Thema" ergründet auf einer Reise von Bagdad bis zur syrisch-türkischen Grenze die Struktur der Organisation, die weit mehr ist als nur eine dschihadistische Gruppe.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 entdeckte die Welt Osama bin Laden und die Terrororganisation Al-Kaida. In Ton- und Videobotschaften riefen die Terroristen zum Dschihad auf und drohten dem Westen mit weiteren Angriffen. Der Gegenschlag der USA ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Afghanistan-Krieg beschlossen die Vereinigten Staaten 2003, auch im Irak zu intervenieren. Über zehn Jahre später, im Juli 2014, trat mit Abu Bakr al-Bagdadi eine weitere Figur erstmals in die Öffentlichkeit, nachdem er sich selbst zum Kalifen eines neuen „Islamischen Staats im Irak und in der Levante“ (heute: Islamischer Staat – IS) ernannt hatte.

Laut westlicher Geheimdienste ist der IS die reichste Terrororganisation der Welt. Ihr Einkommen – die Summe aus Kriegssteuern, Lösegeldern und natürlich Erdöl – lässt sich mit dem Bruttonationaleinkommen eines Staates wie Liberia vergleichen. Wie ist diese Organisation entstanden, was ist ihr Wirtschaftsmodell? Die blitzartige Eroberung des Nordirak und seiner Erdölvorräte stärkte den IS. Wird er sein Gebiet weiter vergrößern können, und bedeutet dies das Ende der neokolonialen Grenzverläufe? Wie kann ein Gebilde bekämpft werden, das nicht mehr von Fremdfinanzierung abhängig ist?

Jérôme Fritel und Stéphane Villeneuve haben einen Monat im Irak verbracht, um den Finanzierungsmechanismen und den Wurzeln dieser Terrororganisation nachzuspüren, welche die geopolitische Gemengelage in der Region völlig auf den Kopf stellt. Aus Sicherheitsgründen ist das Filmteam nicht in das vom IS kontrollierte Gebiet vorgedrungen. In der Art eines Roadmovies führt die Ermittlung an die verschiedenen Grenzen auf irakischer, kurdischer und türkischer Seite sowie nach Bagdad, wo alles begann.
x
Wüstenkrieg - Islamisten in der Sahara (Arte Doku 01.12.2015) [52:08]

Veröffentlicht am 01.12.2015
2012 eroberten Islamisten weite Teile Malis. In den wenigen Monaten ihrer Schreckensherrschaft führten sie im Norden des Landes die Scharia ein und zerstörten die berühmten Mausoleen Timbuktus. Die französischen Streitkräfte intervenierten und versuchen seither, mit internationaler Unterstützung, die Lage zu kontrollieren. Doch ein Ende des Konflikts ist nicht abzusehen.
Antoine Glaser (Video, 29:10): »Ganz Afrika stand der Intervention der Briten und der Franzosen in Libyen [Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011, Wikipedia, beachte den Unterschied in der Nomenklatur!] völlig ablehnend gegenüber. Libyen ist ein Land, geprägt von Stammeskulturen. Muammar al Gaddafi war sicherlich ein Diktator und Autokrat, aber er hatte dieses Land unter Kontrolle. Heute ist Libyen ein Zufluchtsort für Terroristen aller Couleur.«

In den Rahmen der Anstrengungen der abbasidischen Kalifen um Rückgewinnung ihrer Autorität gehört auch die staatstheoretische Abhandlung, die der schafiitische Gelehrte Abu l-Hasan al-Mawardi (972–1058) für den Kalifen al-Qāʾim abfasste. In dieser Abhandlung mit dem Titel al-Aḥkām as-sulṭāniyya („Die herrschaftlichen Bestimmungen“) wird zum ersten Mal eine umfassende Theorie vom Kalifat entwickelt. Ein zentraler Gedanke ist dabei die Ämterdelegation. Der Kalif, der zu den Quraisch gehören muss, ist als Imam Vorsteher der islamischen Gemeinschaft, dessen Aufgaben sich in allumfassender Weise auf die Bewahrung der Religion (dīn) und die Führung (siyāsa) der weltlichen Angelegenheiten erstrecken. Er kann diese Aufgaben jedoch an verschiedene Amtsträger delegieren, an den Wesir, der eine allgemeine Amtsbefugnis in allen Angelegenheiten hat, den Emir, der als Statthalter in einer Provinz fungiert oder den Dschihad führt, den Qādī, den Stammbaumwächter, den Imam, der für die Durchführung des Ritualgebets verantwortlich ist, den Leiter der Wallfahrt, den Steuerbeamten und den Muhtasib, der von Amts wegen für das „Gebieten des Rechten und Verbieten des Unrechten“ verantwortlich ist. Der Fiktion der Souveränität des Kalifen wird durch eine formelle Anerkennung der Oberhoheit des Kalifen und durch die Erwähnung seines Namens im Freitagsgebet Genüge getan. Das, was in diesem Werk, das von großer Bedeutung für die Folgezeit war, als Emire bezeichnet wird, waren in der Realität die Herrscher der Ghaznawiden und Seldschuken, die die wirkliche Macht in der Hand hatten, aber die formale Oberhoheit des Kalifats anerkannten.[4]
Al-Mawardi knüpfte die Delegation der Macht noch an eine Herrschaft nach der Schari’a. Weil spätere islamische Theoretiker überzeugt waren, dass jede Form von Herrschaft besser sei als Anarchie, legitimierten sie auch reine Gewaltherrschaft, solange die nominelle Oberherrschaft des Kalifen dabei aufrechterhalten werde. [Kalifat der Abbasiden, Staatstheoretische Fundierung des Kalifats durch al-Māwardī, Wikpedia, Hervorhebung von mir]

Expansion des Kalifats bis 1500 [Quelle: 1400 Jahre islamische Expansion, islamischer Imperialismus und islamischer Sklavenhandel, Der Prophet des Islam ]

Doku Muammar al Gaddafi oder Das libysche Paradox [54:01]

Hochgeladen am 18.04.2011
Die Geschichte des heutigen Libyen:
Gaddafi - Eine Dokumentation (Dauer: 51:48 min), hiess es bei SF-DRS, schamlos, manipulativ und verzerrend!


SF hat diesen bösartigen Verschnitt, der mehr die propagandistisch beworbenen Putschisten weiter bewerben sollte, aus dem Programm genommen.
Grund: Urheberrechte!
Das Schweizer Fernsehen hat wesentliche Teile herausgeschnitten. Nach meiner Einschätzung ca. 15.min.
Dafür einen eigenen Anfang und ein neues Ende angefügt das den Aktualitäten entnommen ist, was den Globallisten direkt in die Hände spielt!
Zusätzlich sprach eine Kommentatorin.

Der Unterschied zum Original ist wie Tag und Nacht!

Das ursprüngliche Original ist von ARTE France produziert!
Der Titel: Muammar al-Gaddafi oder Das libysche Paradox
Der Kommentator ist männlich.
Dauert 54min und zeigt richtig Freude an Gaddafi.
****************************************­***************************
Tetament von Muammar al-Gaddafi:

http://lupocattivoblog.wordpress.com/...
****************************************­***************************

Die Dokumentation gibt einen Überblick über das Leben von Muammar al-Gaddafi und ein Land, das in der internationalen Politik oft von sich reden macht und über das dennoch nur wenig bekannt ist.

Es gibt nur wenige Männer, die in so hohem Maße und seit so langer Zeit ihr Land verkörpern wie Muammar al-Gaddafi. Der libysche Staatschef ist seit 1969 an der Macht und damit länger als jeder andere Staatschef eines arabischen Landes. Zugleich ist er mit 66 Jahren der Jüngste von ihnen.

Nicht nur in dieser Hinsicht ist Libyen paradox: Gaddafi war einst leidenschaftlicher Gegner der USA und bekämpfte sie mit den Waffen des Terrorismus, zieht aber heute im Kampf gegen islamischen Extremismus und bei der Nutzung der libyschen Erdölvorräte mit Amerika an einem Strang. Er befürwortete in der Vergangenheit eine staatlich gelenkte Wirtschaft, gibt aber nun jedem Libyer die Möglichkeit, mit Hilfe ausländischen Kapitals sein eigenes Unternehmen zu gründen. Er ist überzeugter Moslem, widersetzt sich jedoch den libyschen Imamen und verlieh der libyschen Frau einen in der arabischen Welt einmaligen gleichberechtigten Status.

Gaddafi setzte sich als Anhänger Nassers für die arabische Einheit ein und wandte sich nach deren Scheitern Afrika zu, wo er heute als Vermittler auftritt. Während des Embargos wurde der libysche Staatschef vom Westen einhellig geächtet, während er in jüngerer Zeit sowohl Sarkozy als auch Blair, Schröder und Prodi in Tripolis empfing. All diesen Widersprüchen ist das Filmteam mit drei Spezialisten - den Journalisten Antoine Sfeir und Samir Sobh sowie dem Politologen Moncef Djaziri - während der einmonatigen Dreharbeiten in Libyen nachgegangen.

Das Ergebnis ist die bis heute umfassendste Dokumentation über ein Land, das in der internationalen Politik oft von sich reden macht und über das dennoch nur wenig bekannt ist.


Weiteres:
http://www.erinnerungsforum.net/forum...

Man stelle sich vor, in den Vereinigten Staaten würde eine Gruppe von Fanatikern mit Waffengewalt eine Stadt besetzen. Wie lange würde es bis zum Einschreiten der Armee dauern? Nur zur Erinnerung: Im Jahr 1993 weigerte sich eine religiöse Sekte mit Namen „Branche Davidians" in Waco, Texas, die Türen für eine Hausdurchsuchung zu öffnen. Die Armee rückte mit Panzern vor, belagerte das Gebäude 51 Tage lang und es kamen zumindest 74 Menschen ums Leben. Die Liste mit den Namen der bekannten Opfer zeigt 20 Kinder im Alter zwischen ein und dreizehn Jahren.
http://www.theintelligence.de/index.p...
x

Montag, 30. November 2015

Der Ukraine-Konflikt – Aktuelles, Teil 5



September 2015: 

"Maidan-Helden" wittern Verrat (Ulrich Heyden, Telepolis, 01.09.2015)
Bei Protesten von Ultranationalisten gegen die Dezentralisierung der Ukraine starben in Kiew drei Menschen. Regierungslager ringt um Stimmen für zweite Lesung der umstrittenen Verfassungsänderung
Am Montag wurden bei den Angriffen hunderter Ultra-Nationalisten auf Soldaten des Innenministeriums und Mitglieder der Nationalgarde, welche das ukrainische Parlament schützten, zwei Nationalgardisten und ein Jugendlicher getötet. 120 Mitglieder der Sicherheitskräfte wurden verletzt.
Auslöser der gewalttägigen Angriffe vor und der Tumulte im Parlament war die Verfassungsänderung zur Dezentralisierung der Ukraine, welche die Werchowna Rada am Montag in der ersten Lesung mit 265 Stimmen – bei 368 registrierten Abgeordneten - billigte. 226 Stimmen für die Verfassungsänderung waren in der ersten Lesung nötig gewesen. 38 Abgeordnete des Russland-freundlichen "Oppositionsblockes" kamen Präsident Poroschenko zu Hilfe und stimmten für die Verfassungsänderung. Im Oppositionsblock haben sich ehemalige Mitglieder der von ex-Präsident Viktor Janukowitsch geführten Partei der Regionen zusammengeschlossen (Ukraine: Militante Nationalisten proben den Aufstand).


Ukraine-Serie: 

Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (18.09.2014, zuletzt aktualisiert am 04.10.2014)
Ukraine 19 – Die Ukraine, korrupter Journalismus und der Glaube der Atlantiker (29.08.2014, zuletzt aktualisiert am 19.10.2014) 
Ukraine 18 – Putin als Projektionsfläche für die deutsche Sehnsucht nach dem »Starken Mann«?(23.08.2014
Ukraine 17 – I love Putin, Putin loves you (19.08.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur (18.08.2014, zuletzt aktualisiert am 19.08.2014
Ukraine 15 – Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois (15.08.2014, zuletzt aktualisiert am 02.09.2014
Ukraine 14 – »Wir sind Menschen des Friedens« (29.07.2014, zuletzt aktualisiert am 15.08.2014)
Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (27.07.2014, zuletzt aktualisiert am 14.09.2014)
Ukraine 12 – Geld und Faschismus in der Ukraine (18.05.2014, zuletzt aktualisiert am 18.09.2014)
Ukraine 11 – Unsere Medien: Nicht-Berichten und Sprachverdrehung und der Krieg »Reich gegen Arm« (16.05.2014, zuletzt aktualisiert am 01.10.2014)
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung (11.05.2014, zuletzt aktualisiert am 31.07.2014)
Ukraine 8 – Mariopol und die Berichterstattung  (10.05.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014)
Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (03.05.2014, zuletzt aktualisiert am 27.09.2014)
Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (25.04.2014, zuletzt aktualisiert am 28.10.2014)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich? (28.03.2014, zuletzt aktualisiert am 20.08.2014)
Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (25.03.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014) 
Der Ukraine-Konflikt 2 – Über unterschiedliche Meßlatten und die Verwendung von Sprache am Beispiel der Homosexuellen-Gesetzgebung in Deutschland und des israelisch-palästinensischen Konflikts (21.03.14, zuletzt aktualisiert am 03.09.2014)
Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis (04.03.2014)

weitere wichtige Artikel:
Der militärische Teil des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine (Post, 21.05.2015)
Deutsche glauben den Medien nicht (Post, 26.12.2014) mit langer Link-Liste!
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)
Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)
Bedrohliche Sprachlosigkeit (Post, 19.11.2014)
Der ewige Krieg – Obama bricht das Recht (Post, 18.10.2014)
IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel (Post, 08.10.2014)
Vor 55 Jahren – 15.-27. September 1959: Nikita Chruschtschow besucht die Vereinigten Staaten(Post, 25.09.2014)
Menschen, die mir während der Ukraine-Krise positiv aufgefallen sind (17.09.2014)
Aachener Rede von Gabriele Krone-Schmalz (14.09.2014)
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (19.10.2014)
Deutschland und die Ukraine, zur Geschichte (02.09.2014)
Endlich: Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen(26.08.2014, zuletzt aktualisiert am 17.09.2014)
Heute vor 100 Jahren – 15. August 1914: Das erste Schiff durchfährt den Panamakanal(15.08.2014) 
Dianne Feinstein, CIA, NSA (09.08.2014) 
Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel (Kai Ehlers, IPPNWforum Nr. 138, Juni 2014, S. 22)
Die US-amerikanische Außenpolitik (27.04.2014)
Jean Ziegler, ein wahrhaftiger Mensch (10.09.2013) 


zuletzt aktualisiert am 04.09.2015

Sonntag, 29. November 2015

Firefox-Problem bei der Ansteuerung eines Speedport-Routers

Ich wollte heute mal wie gewöhnlich mit der "SPEEDPORT.IP" - Adresse auf meinen Router zugreifen, jedoch bekomme ich nur noch folgenden Fehlerhinweis:

"Fehler: Gesicherte Verbindung fehlgeschlagen

Ein Fehler ist während einer Verbindung mit 192.168.0.1 aufgetreten. SSL hat einen schwachen kurzlebigen Diffie-Hellman-Schlüssel in der Handshake-Nachricht "Server-Schlüsselaustausch" empfangen. (Fehlercode: ssl_error_weak_server_ephemeral_dh_key)

Die Website kann nicht angezeigt werden, da die Authentizität der erhaltenen Daten nicht verifiziert werden konnte."

mehr und Abhilfe:
- Kein Zugriff mehr auf meinen Router (Telekom hilft, 04.07.2015)

Lösung:

1. in die Adresszeile eingeben: about:config 
2. suchen (cmd-F)
* security.ssl3.dhe_rsa_aes_128_sha 
* security.ssl3.dhe_rsa_aes_256_sha
(jeweils ohne Sternchen)
3. Suchergebnisse durch Doppelklick auf »false setzen«
4. Firefox-Neustart

Das löst das Problem zwar nicht, aber immerhin kriegt man ein Dialogfeld, auf dem man »Ich kenne das Problem« anklicken kann… 😥😩

Freitag, 27. November 2015

TTIP: Die Selbstaufgabe des Staates

Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den USA sorgt weiter für zunehmenden Protest: Am 10. Oktober fand in Berlin die größte Demonstration seit den Antikriegsprotesten im Jahre 2003 statt. Bis zu 250 000 Menschen füllten die Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule, um für einen gerechten Welthandel und gegen TTIP zu demonstrieren.

Dass der Protest immer größer wird, liegt an den brisanten Details, die mehr und mehr aus den geheimen Verhandlungen an die Öffentlichkeit dringen. Sie belegen, wie das Abkommen demokratische Standards nicht nur zu unterlaufen, sondern geradezu auszuhebeln droht. 


So ist inzwischen bekannt, dass TTIP auch ein Kapitel über die regulatorische Zusammenarbeit enthalten soll. Demnach sollen sich beide Seiten über die Einführung neuer Standards und technischer Normen abstimmen, noch bevor diese den jeweiligen Parlamenten zur Abstimmung vorgelegt werden. Die öffentliche Empörung führte sogar bei der ansonsten TTIP-freundlichen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu Protest: „Amerika soll bei unseren Gesetzen mitreden“, titelte sie empört.[1]

Doch damit nicht genug. Denn zu diesem Regulierungskapitel hat die EU-Kommission im Mai 2015 einen Textvorschlag in die Verhandlungen eingebracht, der noch weitaus Abenteuerlicheres vorsieht. An versteckter Stelle taucht dort im Artikel 2 c der Begriff international bodies auf. Damit sind Gruppen und Netzwerke gemeint, an denen die EU und die USA beteiligt sind. Sie erstellen Anforderungen, Empfehlungen oder Leitlinien, die sich auf das Angebot, die Genehmigungen, die Produktionsmethoden und Darbietungsformen von Waren und Dienstleistungen beziehen. Als Beispiele werden in einer Fußnote unter anderem die OECD und die International Conference on Harmonisation of Technical Requirements (ICH) genannt.

Konkret liefern die bodies „Dokumente“, die im TTIP-Abkommen dann als Rechtsakte gewertet werden, als sogenannte international instruments. Diese instruments müssen dann – laut Artikel 10, 2b 1, präziser noch Artikel 13, 2 – von den vertragschließenden Parteien umgesetzt werden. Die Gruppen, deren Empfehlungen von den USA und der EU umgesetzt werden sollen, sind nicht im Einzelnen benannt; eine Liste oder gar eine abschließende Aufzählung fehlt. Das aber bedeutet nicht weniger, als dass sich die EU verpflichten soll, künftige Leitlinien unbekannten Inhalts, erstellt von einer unbekannten Anzahl ungenannter Gruppen, umgehend in politisches Handeln zu transformieren – an den Parlamenten vorbei. Kein Mensch bei Verstand würde im Privatleben einen solchen Vertrag unterschreiben, mit dem er sich künftig allen noch nicht bekannten Befehlen von ihm ebenso unbekannten Organisationen unterwerfen würde.

Um die Tragweite dieses Vorschlags deutlicher zu machen, hilft ein Blick auf die existierenden bodies. Einen genauen Überblick hat niemand, eine Liste all dieser Gruppen existiert nicht. Selbst neuere, ausführliche Handbücher sind nur in der Lage, beispielhafte Übersichten zu erstellen. Fest steht jedoch, dass die Zahl der bodies, die schon heute außerparlamentarisch Normen setzen, in den letzten zwanzig Jahren von einigen Hundert auf heute über zweitausend angestiegen ist.

Wie sie arbeiten, lässt sich an drei bekannteren Einrichtungen veranschaulichen: der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), dem Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee) und der International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use (ICH).

mehr:
- TTIP: Die Selbstaufgabe des Staates (Fritz Glunk, Blätter für deutsche und internationale Politik, November 2015)
siehe auch:
- Das TTIP-Regime: Wie transatlantische Handelseliten die Welt dominieren (Petra Pinzler, Blätter für deutsche und internationale Politik, Oktober 2015)
- Demokratie oder Kapitalismus? Vom Elend der nationalstaatlichen Fragmentierung in einer kapitalistisch integrierten Weltgesellschaft (Jürgen Habermas, Blätter für deutsche und internationale Politik, Mai 2013, gefunden bei Axel Troost)
- Die Habermas-Streeck-Kontroverse (Martin Höpner, Gesellschaftsforschung 2/2013, Mgefunden bei Max-Planck-Institut)

mein Kommentar:
Junge, Junge, da wird das Unter-die-Räder-kommen institutionalisiert!
Einige nützlichen Schwachmaten verdienen sich wieder mal irgendwelche Pöstchen, die anderen verdienen sich dumm und dämlich, und der Rest guckt in die alternativlose Röhre.
Ich fordere die Wiedereinführung der Prügelstrafe!
Und ich möchte gar nicht wissen, wer da im Hintergrund welche Fäden zieht.
Manchmal habe ich den Gedanken, wir sollen mit der ganzen IS- und Ukraine-Scheiße nur abgelenkt werden.
Die aktuelle Frage dürfte lauten: Wie können wir die europäische Gesetzgebung so manipulieren oder aushebeln, daß wir unsere genmanipulierten Lachse auch in Europa an die Leute verfüttern – und daran verdienen – dürfen? (Perversion in der Nahrungsmittelindustrie: Frankenfisch auf dem Teller – »kein materieller Unterschied«!, Post, 20.11.2015)

Chaos im Kampf gegen den IS

Der Einsatzwille vieler Staaten im Kampf gegen den IS ist begrenzt. Und die Mächte, die wirklich kämpfen, verfolgen nur ureigene Interessen. Von diesem Chaos unter einander profitiert vor allem der IS, aber auch Assad. Eine erfolgreiche militärische Anti-IS-Allianz scheint undenkbar
Es sagt sich zu leicht, dass die Phalanx gegen diese Krake namens Islamischer Staat nur gemeinsam zuschlagen müsse – und schon wäre das mörderische Ungetüm platt. In Zahlen wirkt der Verbund mächtig. 60 Staaten beteiligen sich an dem, was die USA bereits im vergangenen Jahr als Anti-IS-Allianz geschmiedet haben. Seitdem Russland aktiv durch Luftschläge kämpft und nach dem Terror von Paris geben sich viele weitere Staaten solidarisch mit Frankreich. Der IS-Widerstand scheint unschlagbar.

Er scheint es aber nur. Denn tatsächlich ist der Einsatzwille vieler Staaten sehr begrenzt. Das größte Hindernis jedoch ist, dass die wirklich kämpfenden Mächte jeweils eigene Interessen verfolgen. Dieses Kreuz und Quer sowie jeder gegen jeden führt zu Chaos, von dem vor allem der IS, aber auch Assad profitieren. Denn beide wirken unbesiegbar.

mehr:
- Chaos im Kampf gegen den IS (Wulf Schmiese, Cicero, 25.11.2015)
Je tiefer man in das regionale Wurzelwerk des Konflikts steigt, desto dichter erscheint das Gestrüpp der Probleme. Und das genau scheuen die großen Weltmächte. Die USA wollen keine Bodentruppen schicken. Sie sind kriegsmüde und noch dazu im Präsidentschaftswahlkampf. Auch Russland will es bei der Bekämpfung aus der Luft belassen, das Land ist wirtschaftlich nahe dem Kollaps, ist geschwächt durch den Krim-Konflikt und stets gewarnt durch ihr Afghanistan-Desaster.

Der Westen insgesamt verlangt wiederum von Russland, seinen Kampf auch wirklich auf den IS zu konzentrieren und nicht die anderen Assad-Gegner aus Syrien zu bomben. Denn die wiederum vergrößern nur das europäische Flüchtlingsproblem.

Solange jeder gegen jeden nur die ureigenen Interessen durchzukämpfen versucht, wird das Problem IS nicht wirklich bekämpft. Und das gilt wohlgemerkt nur für das Macht-Gebilde im Nahen Osten. Eine ganz andere Bedrohung ist der Terror durch Attentäter, die sich auf den IS berufen. Gegen diese Gefahr kann keine militärische Anti-IS-Allianz helfen – vermutlich würde sie dadurch sogar noch größer.
Da kann man doch das Ansehen, welches Jean Moulin bei den Franzosen genießt, verstehen… 
siehe dazu:
- Filmempfehlung: Deckname Caracalla, die nachträgliche Beurteilung der Geschichte (Post, 10.05.2015)
- Heute vor 70 Jahren – 8. Juli 1943: Der Chef der Résistance stirbt (Post, 08.07.2013)

Deutschland 83

Heimatland Mit „Deutschland 83“ kommt eine ambitionierte Serie ins Fernsehen. Ist sie so gut wie die Erfolgsformate aus den USA?

Schweppenstette ist eigentlich nicht schlecht. Ein auffälliger Name, zumal für einen Stasi-Mann, wo Film und Fernsehen Stasi-Männer doch immer zur Unauffälligkeit verdammen. Schon weil sie Geheimdienstleute sind, aber auch weil Stasi-Männer nicht als Sympathieträger taugen, denen die Sonne aus dem Namen scheint. Stasi-Männer heißen Grubitz (wie Ulrich Tukur in Das Leben der Anderen, wo der sympathische Stasi-Mann von Ulrich Mühe es immerhin zu „Wiesler“ gebracht hat), sie heißen Hull (wie Martin Wuttkes würstchenbratender RAF-Betreuer in Die Stille nach dem Schuss), sie heißen Kupfer (wie die linientreue Familie in Weissensee), kurz, sie heißen, wie von Thomas Brussig in Helden wie wir schon früh satirisch zugespitzt: Uhltzscht.

Nun müssen Figuren keine kapriziösen Namen tragen, um sich einen zu machen. Omar Little, Hank Schrader oder Peggy Olson sind keine Namen, die besonders schön oder selten wären. Sie bedeuten einer ziemlich großen und relativ internationalen Gemeinde von Zuschauern aber etwas, weil sich mit ihrer Nennung, wie von Proust an der Madeleine beschrieben, reiche Erinnerungen an markante Charaktere identifizieren lassen. Diese Form von Vertrautheit hat das serielle Erzählen über mehrere Episoden und Staffeln, hat das Fernsehen, das zu einem nach Hause kommt wie Freunde und Familie, dem abendfüllenden Spielfilm voraus; selbst wenn man für Letzteren kein Kino aufsuchen, sich nicht nach draußen begeben muss.

Die Vertrautheit geht so weit, dass, wer Breaking Bad gesehen hat, sich auch zwei Jahre nach dem Ende der Serie noch für einen Moment fragen wird, wie sich Todd als Aufklärungspilot in Steven Spielbergs nächste Woche startenden Kalter-Kriegs-Spionage-Film Bridge of Spies verlaufen konnte. Dabei war der brutale Todd mit seinem Nazi-Onkel, die bislang größte Rolle des Schauspielers Jesse Plemons, eine Nebenfigur, die erst in der fünften Staffel von Breaking Bad in Erscheinung trat.

Es ist selbstverständlich ungerecht, von den Höhen eines Klassikers wie Breaking Bad hinabzuschauen auf die ersten neuen Versuche, die hierzulande im Serienformat unternommen werden. Zugleich hat aber erst ein Phänomen wie Breaking Bad, in dem alles verdichtet ist, was die serielle Erzählung vermag, das Phantasma einer hier produzierten, ebenbürtigen Serie geschaffen. Im Angesicht des Verbrechens von Dominik Graf und Rolf Basedow war 2010 in diesem Sinne zu früh und konnte von der ganzen Quotenmemmigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens schön unentschlossen programmiert werden.

mehr:
- SOKO Bonn (Matthias Dell, der Freitag, 25.11.2015)

DEUTSCHLAND 83 | "Student Interrogation" Official Clip | SundanceTV [2:01]

Veröffentlicht am 16.06.2015
Caught with books from the West, two students find themselves at Martin's mercy.

Subscribe to SundanceTV: http://goo.gl/GTzxOZ

DEUTSCHLAND 83 is a gripping coming-of-age story set against the real culture wars and political events of Germany in the 1980s. The drama follows Martin Rauch (Jonas Nay) as the 24 year-old East Germany native is pulled from the world as he knows it and sent to the West as an undercover spy for the Stasi foreign service. Hiding in plain sight in the West German army, he must gather the secrets of NATO military strategy. Everything is new, nothing is quite what it seems and everyone he encounters is harboring secrets, both political and personal.

Be a part of what The New Yorker calls "The new go-to network for artistic risk."

More from SundanceTV:
Official SundanceTV Website: http://www.sundance.tv/
Like SundanceTV: https://www.facebook.com/SundanceTV
Follow SundanceTV: https://twitter.com/SundanceTV
SundanceTV Google+: http://goo.gl/k0ZicC
SundanceTV Instagram: http://instagram.com/sundancetv

1983 - Am atomaren Abgrund [1:13:13]
Veröffentlicht am 21.04.2014
Dokumentation ARTE
(Originaltitel: Soviet War Scare 1983 -- Discovery Channel, 2007, 1983: The Brink of Apocalypse -- Channel 4, 2008)

Able Archer 83 (engl. „tüchtiger Bogenschütze") war eine europaweite NATO-Kommandostabsübung vom 7. bis 11. November 1983, die einen Atomkrieg simulierte. Der hohe Realitätsgrad, die strenge Geheimhaltung sowie das zu dieser Zeit besonders angespannte Verhältnis zwischen den USA und der UdSSR führten im Warschauer Pakt zu dem Verdacht, es handele sich bei der Übung um einen Deckmantel für einen tatsächlich unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlag. Dies zog die Alarmierung konventioneller Streitkräfte und nuklearer Trägersysteme in Osteuropa nach sich. Able Archer 83 war eines der Ereignisse im Kalten Krieg, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges relativ hoch war.

Able Archer spielte sich vom 7. bis 11. November 1983 vor allem auf der Kommando- und Kommunikationsebene der europäischen NATO-Staaten ab und sollte dort mit einem hohen Realitätsgrad die Vorgänge während eines Atomkriegs simulieren. Das Manöver unterschied sich von denen der Vorjahre in drei Punkten:

- Erstmals wurden die Regierungschefs von NATO-Ländern wie Margaret Thatcher und Helmut Kohl eingebunden, was dem Manöver politisches Gewicht verlieh.

- hochrangige Aktivitäten, verbunden mit einem simulierten Durchspielen der Alarmzustände für die Streitkräfte der USA DEFCON-Stufe 5 bis 1 (Maximale Einsatzbereitschaft - Alle verfügbaren Truppen werden eingesetzt)

- die neuen Funkverschlüsselungsmethoden wurden im Rahmen der Übung erstmals im großen Maßstab verwendet.

Text: Quelle Wikipedia

Russland in Atem halten – USA verkaufen ihre expansionistischen Bestrebungen als Angst

Seit dem Machtwechsel in Kiew 2013 hat die Zahl der Manöver in der Ukraine mit Beteiligung von Nato-Soldaten rasant zugenommen. Die USA lieferten zwei mobile Radargeräte für die ukrainische Armee


Am Montag wurde auf dem Jaworowski-Truppenübungsplatz, im äußersten Westen der Ukraine, feierlich ein neues Manöver eröffnet. Bei dem Manöver, das nach Mitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums "bis 2017" andauern soll, werden fünf ukrainische Bataillone gemeinsam mit Soldaten aus Nato-Staaten trainieren.

Gäste der Eröffnungszeremonie waren der Kommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa, Frederick Ben Hodges, der Kommandeur für gemeinsame Operationen der Streitkräfte Kanadas, Admiral Peter Ellis, sowie die Botschafter der USA, Kanadas und Litauens, Geoffrey Pyatt, Roman Vashchuk und Marius Janukonis.

mehr:
- Manöver mit Nato-Soldaten in der Westukraine ohne Ende (Ulrich Heyden, Telepolis, 26.11.2015)

mein Kommentar:
Diese ganze säbelrasselnde Show erinnert mich stark an Able Archer (Able Archer 83: "Um Haaresbreite", Post, 13.11.2015)

Vorwärtsverteidigung (Wikipedia)

Die Sache mit dem »friedliebenden Westen« ist für mich damit endgültig gelaufen…

Türkische Regierung beginnt, Kinderbücher zu zensieren

Die Bücher werden überprüft, ob sie den kulturellen Normen des Landes entsprechen, und vernichtet, wenn sie zur "moralischen Erosion" beitragen


Nach dem Abschuss der russischen SU-24 durch die Türkei hat Präsident Putin der türkischen Regierung unter Präsident Erdogan eine gezielte Islamisierung des Landes vorgeworfen. Als ob die AKP-Regierung, die bei den Wahlen die absolute Mehrheit errungen hat, dies bestätigen wollte, wurde jetzt bekannt, dass der Rat für wissenschaftliche und technische Forschung der Türkei (TÜBITAK) in diesem Jahr mehr als 50.000 Bücher aus Buchhandlungen eingezogen hat. Seit letztem Jahr kann die Behörde wissenschaftliche Populärliteratur prüfen.

Überprüft werden soll, ob die Kinderbücher den Vorstellungen der Regierung über die Vermittlung der richtigen Kultur und Lebensweise gehorchen. Sie sollen, wie Hürriyet berichtet, die "lokalen Werte und die lokale Kultur widerspiegeln". Bücher, die der Regierung nicht gefallen, werden nicht nur zensiert, sondern auch gleich vernichtet. 

mehr: 
- Türkische Regierung beginnt, Kinderbücher zu zensieren (Florian Rötzer, Telepolis, 27.11.2015) 

mein Kommentar:
Die ernüchternde Erkenntnis, die ich in meiner beruflichen Arbeit gewonnen habe, ist, daß die Erkenntnisprozesse, für die sich Patienten öffnen, von dem Bedürfnis nach Schutz ihrer Identität bestimmt sind – eigentlich eine platte Selbstverständlichkeit. Paartherapien laufen da gegen die Wand, wo jeder vom anderen verstanden werden will, das Verstehen des Einen gleichzeitig aber für den Anderen den Verlust bzw. eine massive Beschädigung der eigenen Identät bedeutet.

Am Beispiel des gesellschaftlichen Umgangs mit Homosexualität im deutschen Sprachraum wird deutlich, daß diese für die Identität großer Teile der Bevölkerung eine Gefahr darstellte. Im 1870 dem Reichstag des Norddeutschen Bundes vorgelegten, vom Bundesrat beschlossenen, Entwurf eines Strafgesetzbuches  begründet Bismarck die Strafbarkeit gleichgeschlechtlicher Handlungen unter Männern mit der Rücksicht auf die öffentliche Meinung:
»[…] das Rechtsbewußtsein im Volke beurtheilt diese Handlungen nicht blos als Laster, sondern als Verbrechen, und der Gesetzgeber wird billig Bedenken tragen müssen, diesen Rechtsanschauungen entgegen Handlungen für straffrei zu erklären, die in der öffentlichen Meinung als strafwürdige gelten.« ($ 175, Vorgeschichte, Wikipedia) 
mein Kommentar:
Was anderes tut Putin?
Fünf Jahre später rechtfertigte 1962 der unter Konrad Adenauer vorgelegte Regierungsentwurf eines Strafgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland[19] – entgegen dem Vorschlag der Großen Strafrechtskommission von 1959 (wo Vertreter von CDU/CSU selten anwesend waren)[20] – die Aufrechterhaltung des § 175 wie folgt: 
Ausgeprägter als in anderen Bereichen hat die Rechtsordnung gegenüber der männlichen Homosexualität die Aufgabe, durch die sittenbildende Kraft des Strafgesetzes einen Damm gegen die Ausbreitung eines lasterhaften Treibens zu errichten, das, wenn es um sich griffe, eine schwere Gefahr für eine gesunde und natürliche Lebensordnung im Volke bedeuten würde.“[22] (Hans-Georg Stümke, Homosexuelle in Deutschland, 1989)


Homosexualität war für Psychoanalytiker noch Ende der 80er Jahre eine so schwerwiegende psychische Störung, daß Schwule nicht zur Lehranalyse bzw. zur psychoanalytischen Ausbildung zugelassen wurden. 
"Wir haben aber alle ein Interesse daran, daß auch in sexuellen Dingen ein höherer Grad von Aufrichtigkeit unter den Menschen Pflicht werde, als es bis jetzt verlangt wird.
Die sexuelle Sittlichkeit kann dabei nur gewinnen. Gegenwärtig sind wir in Sachen Sexualität samt und sonders Heuchler, Kranke wie Gesunde. Es wird uns nur zugute kommen, wenn im Gefolge der allgemeinen Aufrichtigkeit ein gewisses Maß von Duldung in sexuellen Dingen zur Geltung kommt."
 (Sigmund Freud 1898, GW Bd. 1, S. 489ff.)
So viel man in über mehr als 100 Jahren in Psychotherapie und Psychoanalyse auch über Homosexuelle als Kranke geredet, geschrieben, geforscht hat, bisher hat man nie mit ihnen als Gleichberechtigten gesprochen, keinen Dialog mit ihnen geführt. […]
Daß sich Psychotherapien unterschiedlichster Ausrichtung der gesellschaftlichen Verfolgung und Diffamierung homosexueller Männer angeschlossen haben, gehört zu den dunkelsten Kapiteln unserer Disziplinen. […]
4) Hat die psychoanalytische 1 Fragestellung, ob Homosexuelle gesund oder krank, neurotisch oder gar präödipal gestört sind, überhaupt eine außeranalytische Relevanz?
5) Müssen die vorgeblich wissenschaftlichen psychoanalytischen Theorien zur Homosexualität des Mannes als Dispositive der Macht, als Mittel der Propaganda entlarvt werden? […]
Wenige Psychoanalytiker teilen Freuds Unvoreingenommenheit gegenüber einer praktizierten Homosexualität des Mannes, in neuester Zeit u. a. der späte Morgenthaler (1984), Isay (1990), Friedman (1988). Die Mehrzahl der Psychoanalytiker von Sadger (1921) über Socarides (1971) bis Kernberg (1985) arbeitet an der Verfolgung und Eliminierung von Homosexualität. Was ich von der Psychoanalyse sage, gilt auch für einige andere tiefenpsychologisch-psychotherapeutische Schulen. C. G. Jung hat in der Theorie von der Homosexualität erklärt: "Ihre Auffassung als pathologische Perversion (sei, E. K.) fragwürdig" (1983, S. 86), in der Praxis – wie etwa gegenüber Magnus Hirschfeld – war er von einer rüden Antihomosexualität. Alfred Adler (1917), Wilhelm Reich (1933, 1936), Erich Fromm (1972), Alexander Lowen (1980) haben männliche Homosexualität bekämpft. […]
Andere Psychotherapieformen sind offener und geben homosexuellen Männern die Chance, sich als befähigte Therapeuten zu erweisen. Ich kenne erfolgreiche und einfühlsame schwule Gestalt- und Körpertherapeuten, Bioenergetiker, Atem- und Kunsttherapeuten. Von verschwindenden Ausnahmen abgesehen kann jedoch bis heute niemand seiner Identität und Neigung entsprechend zugleich die Lebensform offener Homosexualität und den Beruf des Psychoanalytikers wählen. Nehmen wir Erdheims (1994) Gedanken auf, die in seinem Beitrag aufwirft, dann ist zu sagen, daß Psychotherapie und Psychoanalyse die Politik auch im Behandlungsraum installierten, als sie Homosexualität zu einer zu behandelnden Störung erklärten. Nach Erdheim ist Kranksein in unserem Kulturbereich eine "Einübung in Unterwerfung" und Krankheit "eine Einübung in die Identifikation mit der Herrschaft". […]
Heterosexuelle arbeiten, leben mit Homosexuellen, ohne sie wahrzunehmen und für "wahr" zu nehmen. Durch unzählige Hinweise in Frage gestellt, wird als Glaubensgewißheit dennoch aufrechterhalten: Schwule sind obskure Einzelgänger, haben einen fragwürdigen Charakter, leben ein ungezügeltes Sexualleben und frönen perversen Sexualpraktiken. Ich möchte darauf hinweisen, daß solche Vorurteile, solche Borniertheit, nicht das Vorrecht von Laien sind, sie werden auch von vielen Seelenkundlern geteilt. […]
Noch im vergangenen Jahr belehrte uns Kernberg (1992a) aufs neue, daß zwar eine Paarbeziehung erst mit Einschluß aller polymorph-perversen infantilen Neigungen lebendig wird, daß eine "wirkliche" Paarbeziehung aber nur die einer in vielen Schritten zur Vollendung reifenden "wirklichen Ehe" ist. (Erhard Künzler, Lebensformen der männlichen, gleichgeschlechtlichen Liebe, Lindauer Texte 1994)
siehe auch:
- Wieso wir Angst vor dem Fremden haben (Dörte Hinrichs, Tagungsbericht, Freiburger Arbeitskreis Literatur & Psychoanalyse)

Nach so vielen Quellen: Es geht mir nicht um Homosexualität sondern um das Bedürfnis, die eigene Identität zu schützen. Jede Gesellschaft, jeder Staat, jedes System überhaupt benötigt eine Identität und schützt sie. Dazu scheint nun einmal die Ausgrenzung oder sogar Verfolgung von Menschen mit anderer Sexualität zu gehören, dazu scheint nun einmal – ob es uns gefällt oder nicht – die Ausgrenzung oder sogar Verfolgung von Menschen anderer Überzeugungen zu gehören. Und wenn ein System – egal welches – seine  Identität infrage gestellt sieht, ergreift es Maßnahmen, dieselbe zu schützen. Dazu gehört, egal ob in der Türkei oder in Deutschland – das Verbannen von mißliebiger Literatur.
Da kann man – sei es als politisch oder als psychotherapeutisch Denkender – nur schulterzuckend zusehen…

Die Frage, die offen bleibt: Muß das so sein?