Samstag, 9. März 2019

Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama

Mirjam Zwingli hat eine 140-seitige Masterarbeit zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung während der Ukraine-Krise geschrieben. Für die NachDenkSeiten hat sie nun eine gekürzte kritische Analyse der Darstellung Putins und Obamas mit Bezug zur Ukraine-Krise in der Süddeutschen Zeitung verfasst. Wird die selbsterklärte Sachlichkeit des Qualitätsmediums eingehalten oder aber in erster Linie die redaktionelle Sichtweise vermittelt?
„Our ability to shape world opinion helped isolate Russia right away. (…) Because of American leadership, the world immediately condemned Russian actions.“[2]
Diese Worte sind einer Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama bezüglich der Ukraine-Krise im Mai 2014 in der US-Militärakademie West Point, einer der renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten, entnommen. Selbstredend sagen sie viel über die Berichterstattung unserer deutschen Leitmedien aus. Dies wird die Analyse eines Leitmediums in Bezug auf die Darstellung der beiden Politiker Putin und Obama zeigen.[3]

Die Ukraine-Krise und stellvertretend dafür der Absturz des Fluges MH17 über der östlichen Ukraine wird im Folgenden untersucht, da dieses Ereignis die Einseitigkeit des Leitmediums Süddeutsche Zeitung in besonderer Weise manifestierte und immer noch manifestiert. Auf der Basis von Siegfried Jägers Kritischer Diskursanalyse im Gefolge des französischen Soziologen und Philosophen Michel Foucault wird das vermittelte Wissen der SZ herausgearbeitet. Ist das Credo der journalistischen Neutralität und Sorgfaltspflicht nur noch Lippenbekenntnis? Eine geradezu indoktrinierte Ausrichtung des Feindbildes Russland unter Putin wirkt in der Berichterstattung und den damit verbundenen Bewusstseinsinhalten. Wie ist das nun im Detail zu verstehen?

Die noch recht junge Diskurstheorie Foucaults (1926-1984) analysiert die Mechanismen und Institutionen in kapitalistischen und sozialistischen Gesellschaften, die Geschriebenes wie Gesprochenes restringieren, kontrollieren und determinieren, also Macht ausüben. Es geht dabei im Wesentlichen um den Macht-Wissens-Komplex und darum, mit welchen Bildern im menschlichen Bewusstsein oder dem Diskurs Normalitäten erzeugt werden. Je stärker jemand oder etwas sich im Fluss des „Normalen“ befindet, umso mehr Macht ist damit letztendlich verbunden. Dabei spielen die Medien unserer Zeit eine immer zentralere Rolle.

mehr:
- Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama (Mirjam Katharina Zwingli, NachDenkSeiten, 09.03.2019)
siehe auch:
- Qualitäts-Fakes in der ARD (Post, 06.02.2019)
Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2015)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe der »freien Presse« (Post, 21.04.2014)
Tendenzöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse (Mirjam Zwingli, Bachelor-Arbeit, Oktober 2012)
x

Fassadendemokratie: Die Opposition mit ins Boot holen und den außerparlamentarischen den Geldhahn zudrehen…

Gemeinnützigkeit Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs kann die Regierung ihren Kritikern einfacher den Geldhahn zudrehen

Für die Gemeinnützigkeit ist das globalisierungskritische Netzwerk Attac zu politisch – so lässt sich das jüngst ergangene Urteil des Bundesfinanzhofs in einem Satz zusammenfassen. Das oberste Gericht für Steuerfragen sendet damit ein fatales Signal, zahlreiche Nichtregierungsorganisationen fürchten nun um ihre Existenz. Nach dem Urteil kann die Bundesregierung missliebigen Kritikern leichter den Geldhahn zudrehen. Wer zu aufmüpfig ist, riskiert die Gemeinnützigkeit. Für eine lebendige Demokratie ist diese Situation unhaltbar. Daher muss der Bundestag dringend die Rechtsgrundlage ändern.

Derzeit wird eine Organisation als gemeinnützig anerkannt, wenn sie die Voraussetzungen erfüllt, die in der Abgabenordnung festgelegt sind. Die Tätigkeiten müssen das Ziel haben, „die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern“. Anschließend werden verschiedene Zwecke aufgeführt, zum Beispiel Umweltschutz, Flüchtlingshilfe oder Entwicklungszusammenarbeit. Es gibt aber auch Aufgaben, die derzeit nicht ausdrücklich erwähnt sind, etwa der Einsatz für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit oder Frieden. Viele Organisationen haben daher in ihrer Satzung unter anderem die „Förderung der Bildung“ als gemeinnützigen Zweck angegeben, auch der Trägerverein von Attac.

mehr:
- Diese Attacke ist nur der Anfang (Felix Werdermann, der Freitag, 09.03.2019)
siehe auch:
Die heimlichen Herrscher (Ulrich Mies, Rubikon, 07.03.2019)
Gelbwesten-Aufstand in Frankreich: Macron und die „Speck-Klasse“ (Veronika Bohrn Mena, der Freitag, 04.03.2019)
- Steuerpolitik im Neoliberalismus: Attac nicht mehr gemeinnützig (Post, 26.02.2019)

Freitag, 8. März 2019

The Wolff of Wall Street: Der Petrodollar (Podcast)

Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld? 

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag um 12:00 Uhr Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Der Petrodollar“. 

Die Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem!
mehr:
- The Wolff of Wall Street: Der Petrodollar (Ernst Wolff, KenFM, 08.03.2019)
x

NATO-Sprech-Verweigerer Wehrschütz darf nicht in die Ukraine einreisen

ORF-Korrespondent: "Wenn Darstellung von Korruption Propaganda ist, nähern wir uns einer Ideologie der Volksfeinde" 
x
Wien – Für das Weltjournal schneidet Christian Wehrschütz gerade eine Doku über die Ukraine fünf Jahre nach dem Aufstand auf dem Kiewer Maidan und der russischen Annexion der Halbinsel Krim. Ins Land kann der ORF-Korrespondent vorerst nicht: Donnerstag erfuhr er, dass ihm der Geheimdienst der Ukraine die Einreise vorerst verweigert. 

Wehrschütz will dagegen mit rechtlichen Mitteln vorgehen, sagt er am Freitag dem STANDARD. Sobald er das Verbot schriftlich hat – und Erklärungen dafür. Bisher warfen ihm ukrainische Behörden – und ukrainische Onlineportale – Propaganda gegen die Ukraine, illegale Grenzübertritte zwischen Krim und Ukraine sowie in die ostukrainischen Rebellengebiete von Donezk und Luhansk vor. 

"Ideologie der Volksfeinde" 

"Ich habe Grenzen immer nur rechtmäßig überquert", sagt Wehrschütz. Der Propagandavorwurf sei lächerlich: "Wenn man sehen will, mit welchen Problemen und Herausforderungen die Ukraine konfrontiert ist, braucht man nur jede Woche die 'Kiew Post' lesen", verweist der ORF-Korrespondent auf die englischsprachige "Global Voice" der Ukraine. Aber, so Wehrschütz: "Wenn die Darstellung von Korruption und sich verschlechternder Medienfreiheit, wie sie Amnesty und Freedom House feststellen, anti-ukrainische Propaganda sind, dann nähern wir uns einer Ideologie der Volksfeinde."
mehr:
- Wehrschütz will rechtlich gegen Einreiseverbot der Ukraine vorgehen (der Standard, 08.03.2019)

Mein Kommentar:
kann ich gar nicht verstehen…
😂
3 Fragen an ORF-Journalist Christian Wehrschütz {3:11}

wochenblick.at
Am 09.02.2017 veröffentlicht 
+++ Wer die Arbeit kritischer Journalisten unterstützen möchte tut dies indem er dem "Wochenblick-CLUB“ beitritt https://abo.wochenblick.at/wochenblic... oder ein Abo abschließt https://abo.wochenblick.at
Tagesaktuell: https://www.wochenblick.at
Beachten Sie weitere brisante Kurzvideos auf FB: https://www.facebook.com/pg/wochenbli...

Christian Wehrschütz an der MH17-Unglücksstelle | 8 {3:32}

UndSieBewegt
Am 20.07.2015 veröffentlicht 
Diesen Freitag vor einem Jahr hat der Krieg in der Ostukraine einen traurigen Höhepunkt erreicht. Damals ist eine malaysische Passagiermaschine abgeschossen worden - und alle 298 Insassen sind dabei ums Leben gekommen.
Quelle
ORF 2 «ZiB 2» vom Freitag den 17. Juli 2015 um 22꞉10 Uhr
Die Sendung hatte laut Mediaresearch 470.000 Zuseher

Christian Wehrschütz: Flughafen von Donezk vorher und heute. Das Symbol der Krise! {2:06}

uncutnews.ch
Am 16.02.2015 veröffentlicht 
16.02.2015: Der Flughafen von Donezk als Symbol der Krise
Neben dem Flughafen in Kiew war der Flughafen von Donezk zweifellos der modernste in der Ukraine. Er symbolisierte auch die große Bedeutung des Donezbeckens für die Wirtschaft des Landes. Viel zu wenig beachtet wurde, dass die übrige Infrastruktur, vor allem die Straßen, in extrem schlechten Zustand waren und sind. In noch schlechterem Zustand ist nun der Flughafen, der nach monatelangen Kämpfen wohl gerade noch den Wert des verbliebenen Altmetalls hat. Davon konnte sich heute unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz überzeugen, der den Flughafen gemeinsam mit einer Gruppe von Journalisten besuchen konnte.
Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Donezk
Quelle: http://x2t.com/348554

Christian Wehrschütz in Donezk: Propagandakrieg geht munter weiter {1:11}

uncutnews.ch
Am 04.11.2014 veröffentlicht 
4. November 2014:Schärfere Tone zwischen Kiew und Donezk und neuer Beschuss.
Nach den Wahlen in den Rebellengebieten am Sonntag wurden deren Führer heute in Donezk und Lugansk zu den Präsidenten ihrer sogenannten Volksrepubliken angelobt. An der Zeremonie nahmen auch Abgeordnete aus Russland teil. Die Ukraine regaierte mit scharefn Worten auf Wahl und Angelobung. Außerdem sollen zusätzliche Soldaten in die Ostukraine verlegt werden, um mögliche Angriffe auf die Hafenstadt Mariupol und andere Städte abwehren zu können. In Mariupol und Donezk war auch heute wieder Geschützlärm zu hören, von einer Feuerpause kann kaum mehr die Rede sein:
Christian Wehrschütz Facebook:http://x2t.com/330602

Christian Wehrschütz in Donezk: Flughafen in trümmern, Kämpfe dauern an, OSZE-Beobachter vor Ort! {3:00}

uncutnews.ch
Am 15.10.2014 veröffentlicht 
15.Oktober 2104: Christian Ferdinand Wehrschütz aus der Ukraine!!!
Quelle: http://x2t.com/327861

Mainstream und Geopolitik: „Einem moralischen Diskurs wird alles Weitere untergeordnet“

Wir haben es mit einer Feindbildbetrachtung zu tun, die „politisch verstärkt“ wird. Das sagt der Nahost-Experte Michael Lüders im NachDenkSeiten-Interview zum Krieg in Syrien. Menschen tendierten generell dazu, die Welt in “Gut” und “Böse” zu unterteilen, aber sowohl Politik als auch Medien reduzierten den Konflikt ebenfalls auf ein einfaches Feindbildschema. Eigene machtpolitische Interessen, die auch in der westlichen Politik zu finden seien, würden einer moralischen Erzählung untergeordnet, nach der alles, was der Westen tue, sich lediglich an hohen moralischen Maßstäben orientiere. Der Bestseller-Autor verweist auf einen Vorfall, der im Januar bekannt wurde, wonach der Nationale Sicherheitsberater der USA einen Angriff unter falscher Flagge auf die US-Botschaft in Bagdad vorschlug, um so einen Vorwand für einen Krieg gegen den Iran zu schaffen – ein Vorschlag, dem die Militärs aber nicht folgten. Ein Interview von Marcus Klöckner.
mehr:
- Michael Lüders zur Geostrategie: „Einem moralischen Diskurs wird alles Weitere untergeordnet“ (Marcus Klöckner interviewt Michael Lüders, NachDenkSeiten, 08.03.2019)
von Michael Lüders siehe auch:
Die Beziehung zum Großen Bruder: Immer nur Buckeln? (Post, 25.02.2019)
Wie die Massenmedien Meinung lenken (Post, 25.02.2019)
Moral als Speerspitze des Imperialismus oder Was nicht ins Narrativ paßt, wird durch Etikettierung »weggemacht« (Post, 26.04.2017)
Moral als Speerspitze des Imperialismus oder Was nicht ins Narrativ paßt, wird durch Etikettierung »weggemacht« (Post, 26.04.2017)
- Giftgasangriff in Chan Schaichun (Syrien): Täter sind noch unbekannt (Post, 08.04.2017)

Grautöne Ep.#20 - Michael Lüders - Syrien: Krieg der Werte {1:06:50}

Grautöne
Am 26.09.2018 veröffentlicht 
▼Thema
Wir haben den Islam- und Politikwissenschaftler Michael Lüders getroffen, um mit ihm über sein neues Buch "Armageddon im Orient" zu sprechen: was hat das jahrzehntelange Engagement des Westens und insbesondere der USA für die Region gebracht? Wie ehrlich ist der öffentlich mediale Diskurs über den Krieg in Syrien und inwiefern spielen moralische Maßstäbe eine Rolle bei geopolitischen Entscheidungen?
▼Gast
Dr. Michael Lüders ist Islamwissenschaftler, Politologe und Publizist. Er gilt als Experte zu dem Themenkomplex Naher und Mittlerer Osten. Als Sachbuchautor hat er zahlreiche Bücher zu den Kriegen in Syrien, Irak und Afghanistan mit großem Publikumserfolg veröffentlicht. Sein neuestes Buch "Armageddon im Orient" ist kürzlich im C.H. Beck Verlag erschienen.
▼Mehr von Michael Lüders
Homepage: http://michael-lueders.de/
„Armageddon im Orient“ C.H. Beck Verlag: https://www.chbeck.de/lueders-armaged...
Michael Lüders über die Iran-Politik der USA: https://www.deutschlandfunk.de/trump-...
Foto Copyright © Christoph Mukherjee
http://www.grautoene.net
Chapters:
00:00:00
00:01:10 Sind Sie ein Zyniker, Herr Lüders?
00:06:30 Was bleibt nach Ihrer Analyse außer Resignation?
00:11:25 Welche legitimen geopolitischen Handlungsoptionen hat der Westen in Syrien?
00:22:50 Wie konnte sich Assad an der Macht halten?
00:38:00 Warum ist die arabische Welt in politischer Stagnation gefangen?
00:45:45 Wie soll der Westen auf Giftgasangriffe auf Zivilbevölkerung reagieren?
00:56:00 Warum gibt es einen Backlash in der deutschen Debatte über Islam, Flüchtlinge und Migration?
zum Giftgasangriff in Chan Schaichun siehe:
- Giftgasangriff in Chan Schaichun (Syrien): Täter sind noch unbekannt (08.04.2017)
x

Daniele Ganser: Illegale Kriege in den Medien

Dr. Daniele Ganser: Mediennavigator (Erfurt 20.8.2018) {2:11:50}

Daniele Ganser
Am 25.02.2019 veröffentlicht 
Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 20. August 2018 in Erfurt über illegale Kriege, und wie diese in den Medien dargestellt werden.
Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich Kriege seit 1945 verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.
Trotzdem werden in den Medien immer wieder Texte und Bilder publiziert, die Angriffskriege unterstützen. Ganser zeigt konkrete Beispiele, darunter der Angriff auf Irak durch US-Präsident George Bush 2003 und die Bombardierung von Syrien durch US-Präsident Donald Trump 2017. Beide Angriffe wurden durch Medien wie Bild unterstützt, obschon sie illegal waren.
Ganser erklärt, dass es rund 80 bekannte Medienmarken gibt im deutschsprachigen Raum, darunter ARD, ZDF, NZZ, Bild, KenFM, Rubikon und RT. Auf dem Medien-Navigator kann die geopolitische Ausrichtung dieser Medien eingesehen werden. ARD, Spiegel und Bild sind NATO-konform, sie berichten über Kriege von NATO-Mitgliedstaaten oft unkritisch oder sogar unterstützend. KenFM, Rubikon und RT sind hingegen NATO-kritisch.
Ganser zeigt, dass gerade auch zum sensiblen Thema Terroranschläge vom 11. September 2001 die NATO-konformen Medien das Narrativ von US-Präsident George Bush blind übernommen haben, während NATO-kritische Medien wie Rubikon diese Erzählung als «Fake» betiteln.
Daniele Ganser ruft in seinem Schlusswort dazu auf, die Achtsamkeit zu stärken und das UNO-Gewaltverbot zu achten.
Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch
https://twitter.com/danieleganser
https://www.facebook.com/DanieleGanser
x

Ein selten gewordener Genuß: Georg Schramm

Georg Schramm: "Ist die Zeit der Hofnarren vorbei?" L. Dombrowski kondoliert M. Sonneborn {51:49}

Martin Sonneborn
Am 06.03.2019 veröffentlicht 
Am 18. Februar war Georg Schramm auf Einladung des fraktionslosen Abgeordneten Martin Sonneborn (Die PARTEI) zu Gast im EU-Parlament.
x

Männer sollten aufhören, über Frauen zu reden!

Frauentag Wie gut uns diese Geschichten tun: Wenn Männer endlich anfangen, über sich zu sprechen, wackelt das Patriarchat

Ich streike. Am 8. März ist Frauenstreik, und ich mache mit. Ich mag nicht mehr über unbezahlte Sorgearbeit schreiben, die Frauen verrichten – Kindererziehung, Putzen, Kochen, Beziehungsarbeit, wie satt habe ich alleine diese Aufzählung! Über die 21 Prozent, die Frauen weniger verdienen, über die rund 150 Frauenmorde pro Jahr. Ich will nicht mehr. Über das Geschlechterverhältnis schreiben.

Weil das alles doch bekannt ist. Es ist längst bekannt, weil Frauen schon genug Arbeit geleistet haben: Emanzipationsarbeit. Mir scheint, dass ein Punkt erreicht ist, an dem das Patriarchat wackelt. Ein Punkt, an dem die Frage aufkommt, wie sich die Männer nun verhalten. Nicht jene, die am Patriarchat festhalten, die laut zur Verteidigung wehrhafter Männlichkeit aufrufen wie Donald Trump oder Björn Höcke. Sondern jene, die deren Männlichkeit als giftig empfinden. Wie Jack Urwin.

Denn der Begriff „toxische Männlichkeit“ stammt ja nicht von Feministinnen. Es war der britische Autor Urwin, der 2017 über seinen Vater schrieb: einen Mann, der am Herzinfarkt starb, weil er sich nicht um die Herzschmerzen gekümmert, nicht darüber gesprochen hatte. Weil es ja „unmännlich“ gewesen wäre, darüber zu sprechen.

Männlich hingegen scheint es, über Frauen zu sprechen, denn das tun Männer viel. Sie sprechen darüber, ob eine Frau sich in Burka kleiden oder abtreiben darf und wie sie sich gegen Übergriffe wehren sollte. „Männern würde es guttun, zu kapieren, worin die männliche Rede schon ewig lange bestanden hat: im Verfassen von Gesetzen und Regeln insbesondere für Frauen“, sagte der Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit, als Mladen Gladić und ich ihn fragten, was Männer für die Emanzipation tun können. „Das Erste, was passieren muss, damit sich etwas ändert, ist: Männer sollten aufhören, über Frauen zu reden! Ganz egal, in welcher Weise. Auch nicht lobpreisend. Sie sollen die Klappe halten!“ 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung von Theweleits Männerphantasien sind seine Analysen nötiger denn je: weil Männer eine Orientierung gebrauchen können, wie Männlichkeit denn bitte aussehen soll, wenn nicht toxisch. Dafür müssen sie reden lernen, sagt Theweleit: über sich.

mehr:
- Ein Kerl wie ein Pfirsich (Els Koester, der Freitag, 08.03.2019)


[Bildquelle: Die Deutschen leben immer länger, Demografie Portal] 

mein Kommentar:
Männer sind soundso, Männer sind soundso, Männer tun dies, Männer tun das, Männer sollten dies, Männer sollten jenes…
Ich kann’s nicht mehr hören.

siehe auch:
Sei dein Mann (Leander F. Bandura, der Freitag, 08.03.2019)
Kate Manne im Interview "Sexismus ist die Theorie, Misogynie die Praxis" (Meredith Haaf interviewt Kate Manne, Süddeutsche, 07.03.2019)
Das Zeitalter des Patriarchats (Charlotte Higgins, der Freitag, 24.12.2018)
“Down girl” – die Logik der Misogynie (Charlotte Higgins, der Freitag, 14.08.2018)
- Sexismus: "Frauenfeindlichkeit hat eine soziale Funktion" (Claudia Steinberg, ZON, 24.11.2017)

Ein Schmankerl zum Frauentag: Knapp daneben ist auch vorbei!

Solche Absurditäten passieren auch, wenn man zementierte Geschlechterrollen vorlebt und gedankenlos an die nächste Generation weitergibt.
[Internationaler Frauentag. Ein Zwischenruf von der einzigen Frau im NachDenkSeiten-Team 😊, Anette Sorg, NachDenkSeiten, 08.03.2019]

Anette Sorg: Fünf Tatsachen stören mich gewaltig am Internationalen Frauentag.
1. Dass die Blumenhändler erst kürzlich entdeckt haben, dass man Frauen am 8.März mehr als eine Rose auf dem Marktplatz schenken kann, dass auch richtige Blumensträuße an diesem Tag auf neue Besitzerinnen warten. So viele Jahre musste ich also zwischen Valentinstag und Muttertag ohne Blumensträuße durchs Leben wandeln. Mit viel zu großer Verspätung wird mir jetzt erst die Zeit zwischen diesen beiden Hoch-Tagen des Blumenhandels versüßt. So viele trostlose, blumenlose Frühlinge liegen wegen solch verschlafener Händler hinter mir. Unentschuldbar!
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau {11:48}

Jürgen von der Lippe
Am 03.09.2018 veröffentlicht 
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau - aus dem Bühnenprogramm "Alles was ich liebe".

Der Bachelor und seine Objekte
So lange Frauen sich nicht entblöden, an primitiven Kuppelshows à la „Der Bachelor“ teilzunehmen und sich dort zur vom Manne auserwählten Ware degradieren zu lassen, ist ein Tag, an welchem auf erkämpfte – keinesfalls geschenkte – Rechte von Frauen aufmerksam gemacht wird, offensichtlich dringend notwendig. Wer sich als Objekt zur Verfügung stellt, muss sich nicht wundern, wenn sie als Objekt behandelt wird. Vermutlich drehen sich die vier Mütter des Grundgesetzes angesichts solcher Rückschritte im Grabe rum.
Mein Kommentar:
Wieso fokussiert die einzige Frau im NachDenkSeiten-Team nur auf die Frauen, die sich in solchen Shows zur Ware degradieren lassen?

Jürgen von der Lippe - Evolutionsbiologie {7:53}

Jürgen von der Lippe
Am 05.12.2016 veröffentlicht 
Aus der DVD - Das Beste aus 30 Jahren! http://amzn.to/2gEhyiH


Heute vor 109 Jahren – 8. März 1910: Die erste Pilotenprüfung einer Frau

Furchtlose Flugpionierin

In der Erinnerung an die frühen Flugpioniere darf auch eine Frau nicht fehlen: Elise Deroche (1886-1919), die sich als Schauspielerin Baronin Raymonde de Laroche (oder La Rache) nannte, suchte ab 1908 die Nähe zu den »Männern in fliegenden Kisten«. Der Konstrukteur Charles Voisin gab ihr ab 1909 Unterricht in seinem Einsitzer-Flugzeug. Am 22. Oktober des Jahres sollte Laroche nur das Rollfeld entlangfahren. Doch plötzlich hob sie – als erste Pilotin im Alleinflug – mit ihrem Fluggerät 270 m vom Boden ab. Nach weiteren Flugstunden absolvierte sie am 8. März 1910 als erste Frau der Welt die Pilotenprüfung. 
Pionierin der Luftfahrt: Raymonde de La Roche mit ihrem Doppeldecker
Ab 1910 nahm Laroche erfolgreich an mehreren Flugwettbewerben teil, doch im Juli 1910 verunglückte sie bei einer Flugschau in Reims schwer. Bei einem Autounfall im September 1912, bei dem Charles Voisin starb, erlitt sie erneut schwerste Verletzungen. Sie erholte sich wieder und gewann 1913 den Frauenpokal des Aero-Club de France für vier Stunden Nonstop-Flug. 1918 verbesserte Laroche den Frauenweltrekord im Dauerflug (423 km) und 1919 den Frauenweltrekord im Höhenflug (4800 m). Bei dem Versuch, als erste Frau eine Profikarriere als Testpilotin zu starten, starb sie am 18. Juli 1919 in Le Crotoy (Picardie) bei einem Absturz.

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019

Donnerstag, 7. März 2019

Die heimlichen Herrscher

Die Eliten provozieren Krisen und Kriege, denn sie profitieren davon. Exklusivabdruck aus „Der Tiefe Staat schlägt zu“.

Viele Menschen geben sich nicht mehr damit zufrieden, wie grotesk oder sogar perfide Regierungen und Bewusstseinsindustrie die Wirklichkeit interpretieren. Sie merken, dass sie nach Strich und Faden belogen und betrogen werden. Sie suchen nach Erklärungen dafür, warum es immer mehr Menschen in den Gesellschaften der „westlichen Werteordnung“ immer schlechter geht. Die Autoren des im August 2017 erschienenen Buches „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ (1) analysierten, dass die westlichen Kapital-Demokratien im Zeitalter des finanzmarktgetriebenen Turbokapitalismus nichts anderes sind als Oligarchenveranstaltungen, die von Herrschaftscliquen nach 1990 zu Fassadendemokratien heruntergewirtschaftet wurden. Die wesentlichen Entscheidungen — so die Autoren — gehen vom sogenannten Tiefen Staat aus, also von unsichtbaren, nicht gewählten Macht-„Eliten“. Im neuen Buch „Der Tiefe Staat schlägt zu“ (2) setzen 16 Autoren diese Analysen mit Blickrichtung auf die internationale Politik fort. Es wird dargelegt, wie die herrschenden westlichen „Eliten“ in einem etwa 25 Jahre andauernden Prozess die internationale Ordnung planvoll erodierten und auf neue Kriege vorbereiteten.


Von 1990 bis heute hat sich das transatlantisch-neokonservative Establishment aufgrund seiner imperialistischen NATO- und EU-Expansionsbestrebungen als Hauptkrisen- und Kriegstreiber erwiesen. Wie es der Tiefe Staat — der Dunkelraum der Herrschenden — vollbrachte, die Friedensdividende des Jahres 1990 schleichend zu zerstören und schließlich konsequent vor die Wand zu fahren, ist Gegenstand dieses Buches.

Blicken wir kurz auf den Beginn der 1990er-Jahre zurück. Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989, dem Zerfallsprozess der UdSSR um 1990/1991 und der Auflösung der Warschauer Vertragsorganisation 1991 glaubten viele Menschen an die Einlösung einer Friedensdividende. Armut, Konflikte und Kriege sollten der Vergangenheit angehören; eine globalisierte, freie Marktwirtschaft versprach Wohlstand für alle. Der Westen bejubelte das „Ende der Geschichte“ (3), weil die liberalen Demokratien unter Führung der USA als Sieger aus dem Systemkampf gegen die Staaten des „Kasernenkommunismus“ (4) hervorgegangen waren.

Nach fast 30 Jahren stellt sich die Frage: Was haben die politischen Führungen der westlichen Demokratien aus dieser Friedensdividende des Jahres 1990 gemacht? Um zu verstehen, wie die Zeit nach 1990 ablief, wollen wir uns in aller Kürze den Macht- und Herrschaftszentren zuwenden, so wie Bernd Hamm sie in dem Vorgängerbuch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat. Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“ beschrieb, das ihm gewidmet war.

mehr:
- Die heimlichen Herrscher (Ulrich Mies, Rubikon, 07.03.2019)

Gelbwesten-Aufstand in Frankreich: Macron und die „Speck-Klasse“

Diese Frage stellt Willy Wimmer in einem Text, den er so überschrieben hat: „Macron oder de Gaulle: das ist die ungelöste europäische Frage.“ Wir publizieren diesen Text gerne. Einzige Anmerkung: Trump sehen wir kritischer, als Willy Wimmer dies tut. Auch die Erfahrungen mit dem Umgang der USA mit Venezuela sprechen für äußerste Skepsis. Aber das ist nicht das Thema dieses berechtigten Zwischenrufs von Willy Wimmer. Albrecht Müller.

Irgendwie kann man es verstehen, dass der französische Staatspräsident, Herr Macron, der Verfolgung durch die „Gelbwesten“ entkommen will. Die staunende Nachbarschaft verfolgt seit Monaten, wie hochgradig entzündlich die Stimmung bei unseren Nachbarn tatsächlich ist. Den Nenner für diesen Unmut muss man nicht lange suchen. Durch die Globalisierung ist nach internationalen Statistiken Frankreich zu 65 % de-industrialisiert worden. Und dann gehen die europäischen Verantwortlichen auch noch hin und sabotieren eine industrielle Hochzeit zwischen zwei bedeutenden europäischen Eisenbahn-Unternehmen, um der chinesischen Konkurrenz eines Staatsunternehmens die französischen und deutschen Arbeitsplätze vor die Füße zu knallen. Da wird eine „schöne, neue Welt“ für die Globalisierungsgewinner und die entsprechenden Strippenzieher gezimmert und in „la douce France“ kann man sich noch nicht mal mehr den Sprit erlauben, um zu einer mies bezahlten Arbeitsstelle zu kommen. Wird seitens Herrn Macron dagegengesteuert? Wie sollte er? Es waren doch gerade die Kreise, die auf den neuen Götzen der Globalisierung gesetzt haben, die ihn auf den Schild zum Präsidenten gehoben haben. Alles macht er, um wenigstens in dem Dauerpalaver mit Bürgermeistern und anderen die Fassade zu wahren. Aber an die „Reichensteuer“ wagt er sich nicht heran. Sollen seine Französinnen und Franzosen doch, wie Marie Antoinette es einmal so treffend formulierte, doch „Kuchen essen, wenn sie schon kein Brot mehr haben“.

mehr:
- Warum sollen die Wählerinnen und Wähler so blöd sein, wie die „Speck-Klasse“ annimmt? (Willy Wimmer, NachDenkSeiten, 06.03.2019 – Zitat:)
Er [Macron] kommt nicht auf die Idee, sich und alle anderen Staats- und Regierungschefs zu fragen, wer für die von ihm festgestellte Wut verantwortlich ist.
Mein Kommentar:
Ich bin ziemlich sicher, daß Macron sehr wohl auf die Idee kommt…

siehe auch:
- Das Vermögen der Reichsten wächst am schnellsten (Post, 07.03.2019)

»Wenn Briten zu Erkenntnissen kommen, ist Vorsicht geboten«

Eine Studie von britischen Psychologen versucht nachzuweisen, dass Anhänger von Verschwörungstheorien zu "antisozialem" und "kriminellem" Verhalten neigen.

Die Studie mit dem Titel "Glaube an Verschwörungstheorien und Bereitschaft zur Alltagskriminalität" erschien im Januar 2019 im renommierten "British Journal of Social Psychology". Eine der Autorinnen, Karen Douglas, Psychologieprofessorin an der University of Kent, fasst die Ergebnisse so zusammen:

Unsere Forschung hat zum ersten Mal gezeigt, welchen Einfluss Verschwörungstheorien auf die persönliche Haltung zur Alltagskriminalität haben können. Menschen, die der Auffassung sind, dass andere sich verschworen haben, könnten unethischen Handlungen gegenüber aufgeschlossener sein.
Karen Douglas

Was dabei mit Alltagskriminalität gemeint ist, beschreibt die Studie so:

Zur Alltagskriminalität zählen allgemein übliche Delikte, die von den meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben einmal begangen werden, wie etwa das Überfahren einer roten Ampel, eine Barzahlung mit dem Ziel, Steuern zu hinterziehen, oder das Verschweigen von Mängeln beim Verkauf von Waren.
Aus der Studie

Von den Autoren werden solche Verhaltensweisen als "antisozial" und "low level crime" eingestuft. Als "Glaube an Verschwörungen" gilt dabei bereits die Annahme, dass "Regierungen Informationen vor der Öffentlichkeit geheim halten" - eine Mutmaßung, die wohl eher dem gesunden Menschenverstand entsprechen dürfte.

Grundlage der Studie ist eine Onlinebefragung von 250 Briten. Diesen wurden unter anderem 7 Verschwörungstheorien vorgelegt, von denen allerdings nur eine in der Untersuchung auch genannt wird ("Es gab eine offizielle Operation des britischen Geheimdienstes MI6, Prinzessin Diana zu ermorden, die von Teilen des Establishments gebilligt wurde"). Dass die Anhänger solcher Sichtweisen selbst zu kriminellem Verhalten neigten, wird von den Autoren so erklärt:

"Verschwörungstheorien könnten Menschen zu unethischem Verhalten ermuntern, als Möglichkeit, mit einer Welt zurechtzukommen, in der sich Verschwörungen ereignen."

Mit anderen Worten: Wenn im Großen betrogen wird, muss man sich im Kleinen auch nicht an die Regeln halten – eine Sichtweise, die sicherlich weit verbreitet ist. Die Autoren schreiben von einem "Gefühl des Mangels an sozialem Zusammenhalt und gemeinsamen Werten". Die tieferliegende Frage, welche der ganz großen Betrügereien ("Verschwörungstheorien") womöglich real und welche nur Fantasie sind, blendet die Studie aus. Nahegelegt wird, dass Verschwörungstheorien generell falsch und "schädlich" seien.

mehr:
- Verschwörungstheoretiker fahren bei Rot über die Ampel (Paul Schreyer, Telepolis, 05.03.2019)

mein Kommentar:
» Grundlage der Studie ist eine Onlinebefragung von 250 Briten. «
?????
siehe dazu auch:
Repräsentativität, Zufallsstichprobe vs. „repräsentative“ Stichprobe und das Problem der Repräsentativität (Wikpedia)
aus den Leserkommentaren:
»Wenn Britten zu Erkenntnissen kommen, ist erfahrungsgemäß Vorsicht geboten!« (Rechtschreibfehler im Original)

==========
Falsche Vorstellungen kursierten über Jahrhunderte, dass „Selbstbefleckung“[31] die gesunde geschlechtliche Entwicklung eines Knaben behindere und zur Gehirnerweichung und zum Rückenmarksschwund führe. Auch KrebsLepra und Wahnsinn sowie weitere psychiatrische Krankheitsbilder[32] sollten angeblich die Folge der Masturbation sein.
[Masturbation, Medizingeschichtlich, Wikipedia, abgerufen am 07.03.2019]
==========
[Bildquelle: Watson.ch]
Warum schweigen die Lämmer? Rainer Mausfeld im Gespräch mit Westend {17:21}

Westend Verlag
Am 06.03.2019 veröffentlicht 
Der Psychologe und Kognitionswissenschaftler Rainer Mausfeld spricht über die Denkfehler der modernen Psychologie, Fehlentwicklung unserer demokratischen Institutionen und die Rolle der Medien.
Weitere Infos zu seinem Buch und Leseprobe finden Sie hier:
https://www.westendverlag.de/buch/war...

US-Handelsdefizit auf Rekordhöhe: 891 mrd $

Ausgerechnet mit China stieg das Handelsdefizit 2018 auf einen Höchststand. gewachsen ist es auch gegenüber Mexiko und der EU

Nur mit Handelsschranken und Aufkündigung von Freihandelsverträgen wird Amerikas Wirtschaft nicht wieder groß. Groß geworden ist ausgerechnet das Handelsdefizit der USA. Trump konnte also just eines seiner wichtigsten Ziele nicht erreichen. Während über die Grenze eine Rekordzuwanderung von illegalen Einwanderern in die USA gelangt, vermutlich weil Trump weiter das ebenfalls noch unerfüllte Wahlversprechen einer durchgehenden Mauer an der Grenze zu Mexiko umsetzen will, erreichte auch das Handelsdefizit 2018 eine Rekordhöhe.

Die Importe stiegen weiter an, weil die US-Wirtschaft wuchs und die Arbeitslosigkeit abnahm, aber manche Exportprodukte brachen wegen der Gegenmaßnahmen zu den von Trump verhängten Zöllen ein. Um staatliche 10 Prozent kletterte nach Daten des Wirtschaftsministeriums das Handelsdefizit für Waren 2018 auf 891 Milliarden US-Dollar an - und ausgerechnet gegen über China und Mexiko, mit dem Trump ein neues Handelsabkommen nach der Aufkündigung von Nafta abschloss und verkündete, dass dieses Milliarden an Mehreinnahmen für die USA mit sich brächte, weswegen indirekt Mexiko doch für die Mauer zahlen würde.

mehr:
- US-Handelsdefizit auf Rekordhöhe (Florian Rötzer, Telepolis, 07.03.2019)

Deutscher Botschafter muss Venezuela verlassen

Diplomat Kriener muss das Land binnen 48 Stunden verlassen. Bei der Rückkehr des "Interimspräsidenten" Guaidó forderte er "freie Wahlen"

Die Regierung von Venezuela hat am Dienstag den deutschen Botschafter in Caracas wegen seiner offenen Unterstützung der Opposition um "Gegenpräsident" Juan Guaidó ausgewiesen. Der deutsche Diplomat Daniel Kriener sei wegen der Einmischung in Venezuelas interne Angelegenheiten zur Persona non grata erklärt worden, hieß es in einem Kommuniqué des Außenministeriums. Kriener müsse das Land binnen 48 Stunden verlassen. Das Auswärtige Amt in Berlin ließ zunächst über eine Sprecherin erklärten, man werde das weitere Vorgehen "mit unseren Partnern" erörtern. Wenig später bestätigte Außenminister Heiko Maas (SPD) Krieners fristgerechte Ausreise und Rückkehr nach Deutschland.

Kriener hatte den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó bei dessen Wiedereinreise nach Venezuela am Montag zusammen mit anderen europäischen Diplomaten und Unterstützern am internationalen Flughafen von Caracas begrüßt. Die Bundesregierung erkennt den oppositionellen Parlamentspräsidenten Guaidó als Übergangspräsidenten an, ebenso wie inzwischen mehr als 50 Länder. Die Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten unterstützt jedoch Präsident Nicolás Maduro oder äußert sich nicht zu dem Machtkampf in Venezuela.

mehr:
- Deutscher Botschafter muss Venezuela verlassen (Harald Neuber, Telepolis, 06.03.2019)

Norwegen, Russland und ein Spion, der sich erwischen ließ

Der Vorfall eröffnet den Blick auf die schwierige Situation des Nato-Landes an der russischen Grenze

Demnächst beginnt in Moskau der Prozess gegen den 63-jährigen Norweger Frode Berg. Der Vorwurf: Spionage. Der Anwalt hofft auf eine politische Lösung, doch das wird nicht einfach: Das Verhältnis der beiden Staaten, die eine knapp 200 Kilometer lange Land- und eine sehr viel längere Seegrenze teilen, ist nicht das beste. Allerdings wird Ministerpräsidentin Erna Solberg persönlich Anfang April zum Arktischen Forum nach St. Petersburg reisen.

Als Frode Berg am 5. Dezember 2017 in Moskau vom FSB verhaftet wurde, dachten die meisten an ein Missverständnis, das sich bald aufklären werde. Frode Berg kommt aus Kirkenes an der norwegisch-russischen Grenze. Bis zu seiner Pensionierung 2014 arbeitete er dort als Grenzinspektor. Nach den Medienberichten war er vor Ort bekannt und beliebt, er war engagiert im Kulturbereich und in der Kirche. Er hatte Bekannte in Russland und setzte sich für ein gutes Verhältnis zu Russland ein.

Ein solcher Mann ein Spion? Niemals! In Kirkenes gab es sogar einen Solidaritätsumzug für ihn. Merkwürdigkeiten wie die 3000 Euro, die Berg in Moskau dabei hatte, im Auftrag eines "Bekannten", würden sich aufklären. Von offizieller Seite in Norwegen hörte man nichts - außer, dass ihm konsularischer Beistand gewährt werde.

Die Bombe schlug dann im April 2018 ein: Über seine Anwälte, den Russen Ilja Nowikow und den Norweger Brynjulf Risnes, ging Berg mit einer Art Geständnis an die Öffentlichkeit. Er gab zu, mehrfach für den norwegischen Nachrichtendienst Aufträge als Kurier ausgeführt zu haben. Allerdings sei ihm die Tragweite dieser Aktionen nicht bewusst gewesen.

Die Geschichte wurde gestützt von der norwegischen Journalistin Trine Hamran, die das bei gemeinsamen Reisen im Rahmen von Projekten bemerkt hatte und der er sich anvertraut hatte. Sie berichtete auch, dass Berg eigentlich aussteigen wollte, doch man habe ihn unter Druck gesetzt, noch einmal nach Moskau zu reisen. Norwegische Medien gruben in der Geschichte, trieben sogar den Kontaktmann auf, dessen Name allerdings nicht veröffentlicht wurde.

mehr:
- Norwegen, Russland und ein Spion, der sich erwischen ließ (Andrea Seliger, Telepolis, 06.03.2019)

Das Vermögen der Reichsten wächst am schnellsten

Der Ökonom Gabriel Zucman vermutet, dass die Superreichen ihren Einfluss auf die Politik vergrößert haben und eine Umverteilungspolitik noch besser verhindern können

Wir wissen, Piketty hat es bestätigt, dass die Reichen immer reicher werden, weswegen die Kluft zwischen den Wohlhabenden und dem Rest der Weltbevölkerung größer wird und die Mittelschicht schrumpft. Die Welt polarisiert sich und wird ungleicher. Ein Problem ist, dass die Superreichen ihren Reichtum mehr oder weniger gezielt einsetzen, um diesen zu erhalten und Politik zu beeinflussen, während die Mittelschicht bestenfalls vorsorgen kann, um mögliche Katastrophen abzudämpfen und Sicherheit zu garantieren, während die Ärmeren dem Schicksal unmittelbar und finanziell ungeschützt ausgesetzt sind.

Dem kommt entgegen, dass viele Politiker, vor allem diejenigen, die an der Regierung beteiligt oder für den Wahlkampf auf Spenden aus sind, aber auch diejenigen, die ihre politische Karriere für spätere, hochbezahlte Jobs ausnutzen wollen oder versuchen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu sichern, indem sie die Reichen im Land halten wollen, sich an den einflussreichen, reichen Menschen orientieren. Menschen aus den unteren Einkommensschichten können hingegen ihre Interessen weniger gut durchsetzen, was auch daran liegt, dass ein größerer Anteil zum Lager der Nichtwähler gehört. Dahinter steckt die gar nicht so abwegige, gleichwohl fatale Überzeugung, dass die eigenen Interessen, unabhängig davon, welche Regierung gewählt wird, nicht durchgesetzt werden können.

Ein Problem ist auch, dass über das Vermögen der Reichen und Superreichen keine wirklich belastbaren Daten vorliegen, da in den meisten Staaten keine Vermögenssteuer (mehr) erhoben wird. Zudem werden Vermögen gerne ins Ausland gebracht und dort in Steueroasen versteckt. Die wirkliche Ungleichheit innerhalb der Gesellschaften bleibt verborgen und muss abgeschätzt werden. Der Ökonom Gabriel Zucman von der University of California at Berkeley hat nun ein neues Paper vorgelegt, in dem er die Entwicklung auf der Grundlage der vorhandenen Methodologien und dem aktuellen Kenntnisstand vorstellt. Mehr oder weniger finden sich die Ergebnisse auch im World Inequality Report 2018, den Zucman zusammen mit Facundo Alvaredo, Conicet Lucas Chancel, Thomas Piketty und Emmanuel Saez verfasst hat.

mehr:
- Das Vermögen der Reichsten wächst am schnellsten (Florian Rötzer, Telepolis, 06.03.2019)
siehe auch:
Prof. Michael Hartmann: Die wirkliche Lage der Vermögensverteilung (27. Pleisweiler Gespräch) (Post, 15.08.2017)
"Der Status quo ist der ideale Zustand für die 0,1 Prozent der Eliten" (Post, 28.05.2017)
»Ungerechte Einkommensverteilung gefährdet die Demokratie« (18.11.2015)
Das reichste Prozent in Deutschland besitzt ein Drittel des Gesamtvermögens (04.09.2015)
x
Floh de Cologne - Wir brauchen keine Millionäre {7:39}

the303fx
Am 21.10.2009 veröffentlicht 
Band: Floh de Cologne
Album: Profitgeier
------------------------------
Kleines video update!
------------------------------
Ein paar neue bilder wurden hinzugefügt.
Wie ich auch schon bei meinem letzten video erwähnt habe, bin ich noch ein absoluter anfänger, was solche foto slide - shows betrifft.
Leider wurde das video nicht 100% korrekt hochgeladen, was zu einem, leicht versetzten bild ablauf führt.
Falls ich wieder mal ein lied hochladen sollte, dann evtl. nur noch das cover der jeweiligen band (war echt stressig).
x

Mittwoch, 6. März 2019

Rainer Mausfeld: Denkfehler der modernen Psychologie, Fehlentwicklungen unserer demokratischen Institutionen und die Rolle der Medien

Warum schweigen die Lämmer? Rainer Mausfeld im Gespräch mit Westend {17:21}

Westend Verlag
Am 06.03.2019 veröffentlicht 
Der Psychologe und Kognitionswissenschaftler Rainer Mausfeld spricht über die Denkfehler der modernen Psychologie, Fehlentwicklung unserer demokratischen Institutionen und die Rolle der Medien.
Weitere Infos zu seinem Buch und Leseprobe finden Sie hier:
https://www.westendverlag.de/buch/war...

Dienstag, 5. März 2019

Amerikas ungeschriebene Geschichte & die Atomwaffen

In diesem exklusiven Interview mit dem Autor, Professor für Geschichte und Leiter des Nuclear Studies Institute der American University, Peter Kuznick, stellen wir das Buch “The Untold History of the United States” vor (auf Deutsch erschienen unter dem Titel “Amerikas ungeschriebene Geschichte”) und besprechen Fakten, die im Mainstream-Diskurs selten zur Sprache kommen. Kuznick schrieb das Buch gemeinsam mit dem Filmregisseur und Produzenten Oliver Stone. Darüber hinaus sprechen wir über die Geschichte der Atomwaffen und die Verträge, die unterzeichnet wurden, um die gegenseitige Zerstörung zu verhindern, den heutigen Stand dieser Verträge und wie nah wir der nuklearen Vernichtung sind, sowie darüber, was der Einzelne tun kann, um mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen.
Quelle:
- Amerikas ungeschriebene Geschichte & die Atomwaffen (Zain Raza, actvism.org, 05.03.2019)

Amerikas ungeschriebene Geschichte und die Atomwaffen | Mit Peter Kuznick {40:01}

acTVism Munich
Am 05.03.2019 veröffentlicht 
Unabhängige Medien unterstützen: https://goo.gl/uc1Zxo
acTVism Munich abbonieren: https://goo.gl/aMkRjb
In diesem exklusiven Interview mit dem Autor, Professor für Geschichte und Leiter des Nuclear Studies Institute der American University, Peter Kuznick, stellen wir das Buch “The Untold History of the United States” vor (auf Deutsch erschienen unter dem Titel “Amerikas ungeschriebene Geschichte”) und besprechen Fakten, die im Mainstream-Diskurs selten zur Sprache kommen. Kuznick schrieb das Buch gemeinsam mit dem Filmregisseur und Produzenten Oliver Stone. Darüber hinaus sprechen wir über die Geschichte der Atomwaffen und die Verträge, die unterzeichnet wurden, um die gegenseitige Zerstörung zu verhindern, den heutigen Stand dieser Verträge und wie nah wir der nuklearen Vernichtung sind, sowie darüber, was der Einzelne tun kann, um mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen.
FOLGEN SIE UNS ONLINE:
Facebook: https://www.facebook.com/acTVism/
Instagram: actv_munich
Website: http://www.actvism.org/
Twitter: https://twitter.com/acTVismMunich
YouTube: https://www.youtube.com/acTVismMunich/
x
Geheimakte Atombombe Lügen und Verrat {48:52}

Puresglück
Am 05.03.2019 veröffentlicht 
Bei der Spaltung von Uran-Atomen wird unglaublich viel Energie freigesetzt. Dieses Wissen sollte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Verkehr, Stromerzeugung und Medizin revolutionieren - doch ebenso die Kriegsführung. Im Juni 1942 gab der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt das Sofortprogramm zum Bau einer Atombombe frei, das später als Manhattan-Projekt in die Geschichtsbücher einging. Nach zwei Jahren Entwicklung war die erste Kernwaffe der Welt zum Abschuss bereit.
x

Sonntag, 3. März 2019

Heute vor 95 Jahren – 3. März 1924: Türkei schafft Kalifat ab

Nach der Niederlage des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg bildete General Mustafa Kemal Pascha (1881-1938) 1920 eine revolutionäre Gegenregierung. 1923 wurde er erster Präsident der Türkischen Republik (»Atatürk«). Er brach mit den alten Herrschaftsstrukturen und führte Reformen durch, die alle Lebensbereiche erfassten. Der letzte osmanische Sultan (und Kalif) Mehmed VI. (1861-1926) war am 1. November 1922 abgesetzt worden, er ging ins Exil. Das Kafifat wurde aber zunächst beibehalten. 
Eine Regierungsdelegation verkündet die Absetzung von
Kalif 
Abdülmecid II. (stehend vor seinem Thron), Lithografie
des »Le Petit Journal«, März 1924
Der Kalif (arab.: Stellvertreter Gottes bzw. seines Propheten Mohammed) war der nominelle Führer aller Muslime. Als Letzter hatte Mehmeds Vetter Abdülmecid II. (1868-1944) dieses religiöse Amt inne. Als nun 1923 die Türkische Republik an die Stelle des Osmanischen Reichs trat, wurde auch diese Institution abgeschafft. Abdülmecid ging nach Paris ins Exil.

 Kalifen 
  • 632-661 Vier gewählte (»rechtgeleitete«) Kalifen
  • 661-750 Kalifen der Omaijaden-Dynastie (Damaskus)
  • 750-1258 Kalifen der Abbasiden-Dynastie (Bagdad)
  • 1258-1517 »Schattenkalifen« in Ägypten (Kairo)
  • 1517-1924 Kalifat der osmanischen Sultane (Konstantinopel/Istanbul)
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019