Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Der brasilianische Präsident Evo Morales hat im Mai 2006 die staatliche Kontrolle über den Erdgas- und Erdölsektor verkündet. Ausländische Unternehmen, die sich dieser Kontrolle nicht unterwerfen wollen, müssen innerhalb von sechs Monaten das Land verlassen.
… Doch so groß die Sehnsucht nach staatlicher Kontrolle der Konzerne auch sein mag – sie dürfte das Problem nicht lösen. Selbst nach Auffassung linker Kritiker in Bolivien und anderen lateinamerikanischen Staaten blühen in den Staatsapparaten Korruption und Vetternwirtschaft. Mächtige Leute mit guten Beziehungen wissen genau, wie man staatliche Einnahmen auf die eigenen Konten im Ausland lenkt. Eine Staatswirtschaft vor diesem Hintergrund ist uneffektiv und hilft den Armen wenig. Eine Alternative wäre der Versuch, die internationalen Konzerne in eine nationale Entwicklungsstrategie einzubinden. Dabei müßten die Konzerne einen Teil ihrer Gewinne als Steuergelder abführen, die dann in andere wirtschaftliche Sektoren investiert würden. Dann würde die Effizienz der Konzerne genutzt, um den Armen wirklich eine langfristige Perspektive zu bieten. Perspektive hätte dann auch die Linksregierung, weil sie nicht an der Ineffizienz der Staatswirtschaft scheitern würde.
Hans-Christian Ströbele, bündnisgrüner Bundestagsabgeordneter, hat sich für eine offizielle türkische Version der deutschen Nationalhymne ausgesprochen. Zuwanderer sollten diese Version als »Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands« singen können, sagte der Grünen-Fraktionsvize vor dem Hintergrund einer Debatte in den USA um eine spanische Version der US-Hymne der Berliner Zeitung (BZ). Der Unionspolitiker Wolfgang Bosbach lehnte dies vehement ab: »Die deutsche Nationalhymne auf türkisch wäre das Gegenteil von Integration.«
aus Publik-Forum Nr. 9 • 2006
Da ist mir nicht ganz klar: Wenn integriert wird, wer paßt sich da an wen an?
Jetzt ist es auch bei den niedergelassenen Ärzten soweit: Qualitätssicherung heißt das neue Zauberwort, welches uns das dem Helfen gewidmete Leben mit noch mehr Bürokratie versüßt: hier ein bißchen Kontrolle, da ein bißchen Kontrolle. Das erhöhe meine Wettbewerbsvorteile gegenüber meinen Kollegen, wurde mir in einer äußerst interessanten Fortbildungsveranstaltung durch den Vortragenden erklärt. (Wettbewerb ist ein anderes Zauberwort. Meine Frage, weshalb ich mit meinen Kollegen denn konkurrieren solle, wurde von meinen angestrengt lauschenden Kollegen mit unwilligem Raunen quittiert. Solche philosphischen Fragen gehören nicht zum Thema!) Nun darf ich nicht nur was für meine Patienten tun, nein, ich darf auch noch mit meinen Kollegen konkurrieren. Schon als ich nach fünf Jahren Wartezeit mit meinem Studium begann, war ich da ganz geil drauf. Ich wollte schon immer den anderen Beschädigten, die ihr Leben durch praktizierte Nächstenliebe in Ordnung bringen wollen, beweisen, daß ich es besser kann.
Hier ein Beispiel aus dem Deutschen Ärzteblatt, wie das Ganze mit dem Kaffekochen funktioniert:
Allerdings fehlen auf der Arbeitsanweisung Hinweise auf das Verhalten im Notfall (z.B. »Ruhe bewahren« und »Netzstecker ziehen«), Angaben zum Sicherheitsbeauftragten, Erstellungs- und Änderungsdatum der Anweisung, Aufbewahrungsort des nächst erreichbaren Feuerlöschers sowie die wichtigsten Rufnummern beim Eintreten von Störungen. Außerdem dürften die Sicherheitsabstände medizinischen Verbrauchs- und Arbeitsmaterials zum Elektrogerät auf dieser Abbildung nicht eingehalten worden sein. Es ist auch nirgendwo zu erkennen, ob das verwendete Gerät sowie die benutzten Filter für den Gebrauch in für die mit der kassenärztlichen Vereinigung abrechnungsberechtigten Praxen zertifiziert sind und ob die Herstellerfirmen für die regelmäßige Fortbildung der an der Produktion beteiligten Personen gesorgt haben. Daß keine Aufhängevorrichtung für die Kaffeefilter verwendet wird, ist wahrscheinlich nur noch für eine Übergangsfrist erlaubt. Zur Zeit tagt ein Beratungsgremium, welches in den nächsten zwei Jahren Vorschläge für die Befestigungshöhe der Aufhängevorrichtung über der Arbeitsplatte erarbeiten wird. Ob diese Vorschläge noch zeitgerecht vor Ende der Übergangsfrist durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einen entsprechenden Erlaß eingearbeitet werden können, steht zur Zeit noch nicht fest, da die Krankenkassen gegen die Zusammensetzung des Beratungsgremiums rechtliche Schritte angedroht haben. Gestern mußte der Verbraucherminister zurücktreten, da, wie der SPIEGEL berichtete, aus wohlunterrichteten Kreisen durchgedrungen war, daß das Beratungsgremium mit seinen Vorschlägen um über fünf Zentimeter über die durch die entsprechende EU-Norm vorgegebenen Maße hinausgeht. Die Bundesvereinigung der Kaffeefilterhersteller hat zur Kostensenkung im bundesdeutschen Kaffebrühwesen vorgeschlagen, die Arztpraxen zu verpflichten, für jede benutzte Filtertüte 5 Cent abzuführen, da sich sonst immer mehr Hersteller gezwungen sähen, ihre Produktion ins billigere Ausland zu verlegen. Die Kaffeehersteller gehen mit ihren Forderungen noch weiter: Sie fordern eine Kontingentierung des Kaffeeverbrauchs in Arztpraxen. Jede Arztpraxis solle - abhängig von Anzahl, Beruf, Ausbildung, Behinderungsgrad, Familien- und Krankenstand sowie Kinderzahl der Beschäftigen - nur eine begrenzte Menge von Kaffee pro Jahr konsumieren dürfen. Würde dieses Kontingent um mehr als 10% überschritten, müsse Kaffee zu entsprechend höheren Preisen eingekauft werden. Die Kontrolle müsse durch die ärztliche Selbstverwaltung mit entsprechenden Regelungen gesichert werden. Die Betreiberfirmen von Toll-Kolleckt (aktuelle Rechtschreibung noch nicht endgültig geklärt) haben vorgeschlagen, Kaffeemaschinen mit Satellitenempfängern auszustatten, um den Kaffeeverbrauch zentral erfassen und kontrollieren zu können. Auch ein Gegenvorschlag der Krankenkassen ist im Gespräch: der Kaffeeverbrauch der Arztpraxen könne auf den Chipkarten der am Hausarztvertrag teilnehmenden Kassenpatienten festgehalten werden. Möglicherweise könne ein Kaffeemehrverbrauch auch durch eine entsprechende Senkung der zu zahlenden Praxisgebühr sanktioniert werden. Aus der EU-Kommission zur Entbürokratisierung werden Vorschläge kolportiert, nach denen nicht mehr jede Arztpraxis mit mehr als drei sondern nur noch mit mehr als fünf ganztägig Beschäftigten einen Kaffeeverbrauchsbeauftragten zu bestimmen habe, der die Einhaltung der entsprechenden Regelungen zu überwachen und per BarKot (auch hier aktuelle Rechtschreibung noch nicht geklärt) regelmäßig an die entsprechende Kontrollinstanz der ärztlichen Selbstverwaltung weiterzuleiten hat.
Der weltweite Fleischkonsum steigt kontinuierlich. Um große Mengen Fleisch zu produzieren, bedarf es noch größerer Mengen Futter für Schweine, Rinder und Hühner. Wichtige Bestandteile des Futters sind eiweißhaltige Zusatzstoffe.
Früher wurden Fisch- und Tiermehl verfüttert. Die Produktion von Fischmehl wird aber zunehmend unrentabel, weil die Weltmeere leer gefischt sind. Soja heißt jetzt die neue, billige Eiweiß-Beigabe, und die Nachfrage nach der "goldenen Bohne" ist explosionsartig gestiegen.
Viel Soja für viel Fleisch
Südamerika ist weltweit der größte Soja-Produzent, und der Soja-Boom benötigt immer mehr Anbaufläche. Skrupellose Farmer roden - sehr häufig illegal - riesige Gebiete im südamerikanischen Urwald.
In Brasilien wird derzeit auf einer Fläche von 23 Millionen Hektar Soja angebaut. 70 Prozent der brasilianischen Soja-Ernte erwirtschaften industrielle Mega-Farmen. Der Soja-Handel dagegen ist größtenteils US-amerikanisch kontrolliert. Hier wird der Großteil des Gewinns aus dem Soja-Geschäft erzielt. In den letzten drei Jahren sind so mehr als sieben Millionen Hektar Wald fast ausschließlich für die Agrarindustrie verloren gegangen.
Alle acht Sekunden verlieren wir allein am Amazonas - Urwald in der Größe eines Fußballfeldes.
Wir Deutschen und wir Psychotherapeuten tun uns mit unserem Kulturgestalter bzw. Übervater recht schwer. Noch Jahrzehnte nach seinem Tod sind wir stolz drauf, wenn wir rausfinden, daß er irgendwo falsch gelegen oder Fehler gemacht hat. Und dies hat wohl nicht nur damit zu tun, daß wir schwer an der Kränkung zu tragen haben, die die Erkenntnis mit sich bringt, daß wir nicht Herr im eigenen Hause sind, obwohl gerade wir Psychotherapeuten genau damit unser Geld verdienen.
Nachdem ich die SPIEGEL-Titelgeschichte »Triebwerk im Keller der Seele« (Nr. 18/2006)gelesen hatte, war ich doch etwas desorientiert: Gar nicht SPIEGEL-like fand der Autor diesen angestaubten Wiener doch tatsächlich in vielen Punkten bestätigt. Doch freudseidank hat zumindest der SPIEGEL-online zur alten Form wieder zurückgefunden und pinkelt wieder allem, was mit Autorität zu tun hat, freudig ans Bein (»Hosianna, sog i«):
Darauf haben die "Zwiebelfisch"-Leser gewartet! Nun ist sie endlich da: Die Fortsetzung des Sensationserfolges "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". Vom ersten Band wurden bislang rund eine Million Exemplare verkauft.
Mit "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" gelang Bastian Sick ein kleines Wunder. Ein Buch über deutsche Sprache und Grammatik stürmte die Sachbuch-Bestsellerlisten und begeisterte Hunderttausende von Lesern. Sprachinteressierte jeden Alters fühlten sich aufs Unterhaltsamste belehrt und bestätigt, an zahlreichen Schulen sorgten die gesammelten "Zwiebelfisch"-Kolumnen für erhöhten Spaß im Deutschunterricht. Nun erscheint die Fortsetzung des Sensationserfolges - mit den jüngsten Kolumnen der vergangenen Monate: Vom gefühlten Komma über den traurigen Konjunktiv bis zum Imperfekt der Höflichkeit. Auf die ihm eigene humorvolle Weise spürt Bastian Sick wieder kleinen und großen Sprachvergehen nach und beschreibt die Wunder der deutschen Grammatik - insbesondere die blauen, die man mit ihr erleben kann. Und vor allem beantwortet er in diesem Band viele Fragen seiner Leser.
In Selb gibt es einen schönen Badesee. Seit Jahrzehnten duschen die Selber im Sommer nach dem Baden mit dem Wasser aus ihrem Teich. Nach den neuen Vorschriften dürfen die Leute zwar in dem Teich baden, aber sie dürfen sich mit dem Wasser nicht mehr duschen. Der Selber Bürgermeister erklärt, dass der Teich in einer Kette von Fischteichen mitten im Wald liegt, das macht auch den Reiz des Freibades aus. Je nach Wetterlage ist das Freibad zehn bis zwölf Wochen im Jahr in Betrieb. Am meisten wird es im August an den Wochenenden von den Selber Bürgern in Anspruch genommen. Aufgefordert vom Landratsamt mit Hinweis auf EU-Recht soll die Stadt Selb nun eine fünf Kilometer lange und teure Wasserleitung durch den Wald legen , damit die Selber mit „sauberen“ Wasser duschen können.
Die Europäische Kommission in Brüssel hat im Januar 2006 den europäischen Markt für drei weitere Gen-Maislinien des US-Gentechnikgiganten Monsanto geöffnet. Als Lebensmittel oder als Zutat in Lebensmitteln wurden der umstrittene Gen-Mais MON863 sowie der Gen-Mais GA21 zugelassen.
Milch darf ohne Hinweis auf genmanipulierte Maiszusätze im Futter der Milchkühe verkauft werden. Obwohl in mehreren Untersuchungen das Gegenteil nachgewiesen wurde, behauptet die Gentech-Lebensmittelindustrie weiterhin, eine »Wanderung« der manipulierten Gene zwischen unterschiedlichen Arten sei ausgeschlossen. Hier wird, wie im Fall des Atomstroms, eine Technik auf die Menschheit losgelassen, die unübersehbare Risiken in sich birgt und nicht genügend untersucht ist. Allein schon Freilandversuche bewirken eine nicht wieder rückgängig zu machende Freisetzung manipulierten Genmaterials.
Obwohl der Handel mit dem Victoriabarsch blüht, leidet die Bevölkerung Hunger.
In Tansania am Victoriasee hat sich eine bizarre Fischindustrie entwickelt: Russische Frachtflugzeuge transportieren die Filets der dort gefangenen Barsche nach Europa; der Abfall der Fischfabriken wird von Einheimischen eingesammelt und aufgekocht. Während einzelne Unternehmen bis zu 500 Tonnen Fisch am Tag ausfliegen lassen, leben die Menschen in Armut.In seiner Oscar-nominierten Doku zeigt Hubert Sauper das Elend und lässt die Darbenden zu Wort kommen: Straßenkinder, Prostituierte, Aidskranke. Der Victoriabarsch wird so zum Symbol eines gefährlichen Raubtierkapitalismus. Der gefräßige Fisch, eigentlich im Nil zu Hause, wurde einst im afrikanischen Gewässer ausgesetzt und hat dort inzwischen fast alle anderen Arten verdrängt. Das grausame Dokument einer Region, wo Ökonomie und Ökologie fatal aus dem Ruder gelaufen sind.
Vielleicht kommt einmal eine Zeit, wo wir diesen Raubtierkapitalismus als eine modifizierte Form von Terrorismus begreifen (Clausewitz: Krieg ist die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln). Das Muster, gleichgültig, ob es um Atomstrom, den Viktoriabarsch (ich habe mir sagen lassen, daß er noch nicht mal gut schmeckt, wahrscheinlich ist er einfach nur billig) oder den Irakkrieg geht, ist das gleiche: Ein paar Leute verdienen sich dumm und dämlich, und alle anderen sind gearscht. Der Staat ist aus den unterschiedlichsten Gründen nicht fähig, sich gegen solche Auswüchse zur Wehr zur setzen. Das kann nur die Gesellschaft insgesamt, indem der Einzelne Verantwortung übernimmt. Die zehn Euro, die ich durch meine »Geiz-ist-geil«-Mentalität spare, muß ich für einen Arbeitslosen hinblättern.
[…] Dabei ist die Freundin, ähnlich wie der Kurschatten, zunächst nur ein Selbsthilfeversuch und eine taktische Möglichkeit im Ehekrieg. Merkwürdiger- und bezeichnenderweise sorgt nämlich derjenige, der fremd geht, unbewußt dafür, daß der Partner das erfährt: Durch einen Brief, ein Bild oder eine Telefonnummer, die man »versehentlich« in der Tasche oder sonstwo liegen läßt, durch angeblich anonyme Telefonanrufe, merkwürdige Zeitplanungen, phantasiereiche aber durchsichtige Alibis … Neue oder außereheliche Partnerschaften sind einerseits der Versuch, die eigenen Schwierigkeiten mit einem anderen Partner zu lösen, gleichzeitig aber auch eine sehr indirekte und mißverständliche Liebeserklärung an den »alten« Partner (»Kümmere dich mehr um mich! So geht es nicht weiter!«). Sie sind aber oft nur eine Wiederholung der alten Schwierigkeiten, eine unveränderte Neuauflage, »mehr Desselben« (nach Watzlawick). So wie es eine Patientin ausdrückte, nachdem sie während einer stationären Psychotherapie ihre vierte Scheidung hinter sich gebracht hatte: »Merkwürdig - es waren immer die gleichen Typen!« Am Anfang der Partnerschaft gab es noch Unterschiede zwischen den vier Partnern, am Ende der Beziehung, wenn sie mit ihren Männern vor dem Scheidungsrichter stand, waren sie gleich geworden. Jeder schafft sich eben immer wieder mit den verfügbaren Partnern und Möglichkeiten seine eigene Welt!
Geheime Schwierigkeiten und Hoffnungen
Die Schwierigkeiten in der Partnerschaft liegen oft nicht am Partner, sondern tiefer, sozusagen in einer gemeinsamen Tiefe. Der Züricher Paartherapeut Jürg Willi hat in seinen Büchern über die Zweierbeziehung Partnerschaften als Kollusionen beschrieben (nach lat. colludere: spielen mit …, unter einer Decke stecken mit …), als ein geheimes Zusammenspiel zur Lösung eines gemeinsamen unbewußten Grundkonfliktes. Das bedeutet, daß beide Partner, beide Eheleute eine gemeinsame Schwierigkeit haben, die ihnen aber unbewußt ist. Bei Adam und Eva ging es um die gemeinsame Aufgabe, ganz Mensch in der Zweisamkeit zu werden. Bei der Kollusion, dem geheimen Zusammenspiel, übernimmt und lebt einer der Partner die aktive Rolle, der andere die passive. Das erklärt auch, warum der Volksmund meint: »Gleich und Gleich gesellt sich gern« und »Gegensätze ziehen sich an!« Gleich ist in der Partnerschaft der Grundkonflikt, gegensätzlich sind die gelebten Lösungsmöglichkeiten. Dabei kann – wie bei Adam und Eva – die vermeintlich schwache Frau insgeheim die Führung übernehmen, und der vermeintlich starke Mann ist vorwiegend das, was seine Frau aus ihm macht (Ich weiß, wovon ich rede!). Diese nach vorwärts oder rückwärts gerichteten Selbstheilungsversuche scheitern schließlich doch durch die Wiederkehr und die Dennochdurchsetzung des Verdrängten. Partnerschaftliche Schwierigkeiten können dann zu psychosomatischen Symptomen und Erkrankungen führen oder zu schwerwiegendem »krankhaften« Verhalten.
Partner sind bedarfsgerecht
Im Rahmen der Neurosenlehre hat man sogar von »neurotischer Partnerwahl« gesprochen. Dabei ist das vermeintlich Neurotische etwas zutiefst Menschliches. Jeder Partner sucht sich seine Ergänzung, sucht seine (bessere) Hälfte. Von der Neurosenlehre her gesehen bedeutet das, daß z. B. vorwiegend schizoid Strukturierte von vorwiegend depressiv Strukturierten angezogen werden und umgekehrt. Denn jeder hat das, was dem anderen fehlt. Der kühle zurückhaltende Schizoide sucht die Wärme und Gebefreudigkeit des Depressiven, der überanstrengte Depressive sucht die Abgrenzungsfähigkeit und Sicherheit des Schizoiden. Ähnlich ist es bei Partnerschaften zwischen vorwiegend zwanghaft Strukturierten und vorwiegend hysterisch Strukturierten. Der Zwanghafte soll in das Chaos des hysterischen Partners mehr Ordnung bringen, der hysterische Partner soll mehr Leben und Farbe in die im Ordnungssinn erstarrte Welt des Zwanghaften bringen. Andererseits ist die Partnerin, der Partner im narzißtischen Bereich (im Bereich der eigenen Großartigkeit) eine lebensnotwendige Aufwertung. Der von seiner Großartigkeit überzeugte Narzißt heiratet den ihn bewundernden Komplementär-Narzißten, also seine eigene Fan-Gemeinde, die die schmerzliche Lücke im Selbst füllt. Wenn dieser im Grunde gesichtslose Lückenfüller eigene Bedürfnisse entwickelt, wird er für den Narzißten unbrauchbar. An diesen Beispielen wird deutlich, daß es in der Partnerschaft um gegenläufige Wünsche geht, deren gleichzeitige Erfüllung unmöglich ist. So gesehen ist jede Partnerschaft ein Selbsthilfeversuch. Gelingt er, dann nennt man das eine glückliche Ehe, gelingt er nicht, dann wird daraus ein manchmal behandlungsbedürftiger Partnerkonflikt. In der Behandlung dieser Partnerkonflikte wird dann oft deutlich, daß es gleichzeitig geheime und geheimste Zusätze zum Ehevertrag gibt, die sich gegenseitig ausschließen und zu allem Unglück auch noch unbewußt sind. Es kann also nicht darüber gesprochen werden, aber jeder besteht auf der Erfüllung seiner unbewußten und (damit) unerfüllbaren Forderungen.
Geheime und streng geheime Zusätze zum Ehevertrag
Die geheimen Forderungen, die geheimen Zusätze zum Ehevertrag haben etwa folgenden Wortlaut: »Ich will Dich als Partner oder Ehepartner, weil du … und damit du…«. Die streng geheimen Zusätze lauten dann: »Ich mache Dir die Erfüllung meiner Forderungen so schwer wie möglich oder sogar unmöglich, weil ich Angst vor dieser neuen Erfahrung habe.« Bei Adam könnte der geheime Zusatz in etwa so gelautet haben: »Ich will Dich als meine Partnerin, weil du ein Geschenk des Himmels bist und damit du mir im Paradies den Himmel auf Erden bereitest.« Der streng geheime Zusatz wäre dann gewesen: »Ich werde Dir dabei überhaupt nicht helfen. Wenn Du mich brauchst, bin ich nicht da. Wenn es schwierig wird, sage ich kein Wort. Wenn du abrutschst, mache ich daraus einen Absturz.« Evas geheimer Zusatz zum Ehevertrag hätte lauten können: »Ich will dich als Partner, weil du männlich und stark bist und damit du mir die Sterne vom Himmel holst.« Der streng geheime Zusatz in ihrem Vertrag: »Ich neige zu Alleingängen. Ich werde dich oft überfahren, ich werde dich nicht fragen, ich werde bestimmen. Ich werde dich scheitern lassen, ohne daß du ein Wort zu sagen brauchst!« Was ist aus diesen gegenläufigen, widersprüchlichen, unerfüllbaren Forderungen bei Adam und Eva geworden? Der Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies, ein mühevolles Leben nach dem Absturz. Wie viele Ehepaare beklagen, daß sie gerade das Gegenteil dessen erreicht haben, was sie wollten. Dabei haben sie es mit Hilfe der geheimen und der streng geheimen Zusätze zum Ehevertrag fast unausweichlich angesteuert. […]
aus einem Vortrag von Dr. med. Wolfgang Scherf, gehalten auf dem 54. Psychotherapie-Seminar in Freudenstadt, 1997 (auf seiner Seite kann man sich auch den ganzen Text ansehen)
Eliot Weinberger hat den zweiten Teil seines Artikels "Was ich hörte vom Irak" losgelassen. Er ist zu finden in der Ausgabe Nr. 72 der Zeitschrift Lettre und besteht aus einer Aneinanderreihung von Zitaten. Wer sich dafür interessiert, kann hier einen Auszug aus dem ersten Teil des Artikels in Nummer 68 einsehen:
Hier ein Auszug aus dem zweiten Teil des Artikels in Nummer 72:
Ich hörte, der Irak zähle nun zusammen mit Haiti and dem Senegal zu den ärmsten Ländern der Welt. Ich hörte die Menschenrechtskommission der UN berichten, die akute Unterernährung bei irakischen Kindern habe sich seit Ausbruch des Krieges verdoppelt. Ich hörte, nur fünf Prozent des Geldes, das der Kongreß für den Wiederaufbau bewilligte, seien tatsächlich ausgegeben worden. Ich hörte, in Falludscha lebten die Menschen in Zelten, die auf den Ruinen ihrer Häuser stünden. Ich hörte, der diesjährige Haushalt enthalte auch 105 Milliarden Dollar für den Krieg im Irak, womit er sich insgesamt auf 300 Milliarden Dollar belaufe. Ich hörte, Halliburton schätze, seine Rechnung für Lieferungen an die US-Truppen im Irak werde 10 Milliarden Dollar überschreiten. Ich hörte, die Familien der getöteten amerikanischen Soldaten erhielten 12 000 Dollar. Ich hörte, das Weiße Haus habe das Kapitel über den Irak vollständig aus dem Jahreswirtschaftsbericht des Präsidenten gestrichen, da es nicht zu dem ansonsten heiteren Ton passe. Binnen einer Woche im Januar hörte ich Condoleezza Rice sagen, 120 000 irakische Soldaten würden ausgebildet, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten; ich hörte Senator Joseph Biden, Demokrat aus Delaware, sagen, die Zahl liege eher bei 4 000; und ich hörte Donald Rumsfeld sagen: „Tatsache ist, daß 130 200 ausgebildet und ausgerüstet worden sind. Das ist eine Tatsache. Daß die Zahl falsch sei, stimmt einfach nicht. Die Zahl ist korrekt.“Ich hörte ihn die Diskrepanz erklären: „Werden denn täglich welche getötet? Aber sicher. Gehen manche zu Zeiten in Pension oder werden verletzt? Ja, die sind weg.“ Ich erinnerte mich, daß er ein Jahr zuvor gesagt hatte, die Zahl liege bei 210 000. Ich hörte das Pentagon bekanntmachen, es werde keine Zahlen über irakische Truppenstärken herausgeben. […] Ich hörte, daß an die private Sicherheitsfirma Custer Battles 15 Millionen Dollar gezahlt worden seien, um Zivilflüge am Flughafen Bagdad zu einer Zeit zu sichern, in der gar keine Flugzeuge flogen. Ich hörte, die amerikanischen Streitkräfte seien noch immer nicht in der Lage, die 12 Kilometer lange Autobahn vom Flughafen zur Grünen Zone zu sichern. Ich hörte, der Onkel des Präsidenten, Bucky Bush, habe eine halbe Million Dollar Gewinn aus seinem Aktienbezugsrecht bei Engineered Support Systems, Inc. gemacht — ein Rüstungsunternehmen, das für Arbeiten im Irak 100 Millionen Dollar erhalten habe. Bucky Bush sitzt im Aufsichtsrat, aber ich hörte Dan Kreher, den Chef der Investorenbeziehungen bei ESSI, sagen: „Daß sein Neffe im Weisen Haus ist, hat absolut nichts damit zu tun, daß Mister Bush bei uns im Aufsichtsrat sitzt, oder damit, daß unsere Aktie in den vergangenen fünf Jahren um eintausend Prozent gestiegen ist.“ Ich hörte, daß eine Prüfung lediglich eines Teils der Verträge mir Halliburton durch das Pentagon 100 Millionen Dollar an „fragwürdigen Kosten“ ergeben habe. Der Kauf von Flüssiggas im Wert von 82 100 Dollar und eine Rechnung über 27,5 Millionen Dollar für dessen Transport wurden erwähnt. Ich hörte, daß acht weitere Regierungsprüfungen bei Halliburton als „geheim“ eingestuft und nicht für die Öffentlichkeit freigegeben worden seien. […]
2005 hörte ich von 2001. Ich hörte, daß es im President's Daily Brief der von der CIA erstellt wird, hieß, es gebe keine Hinweise auf eine Verbindung von Saddam Hussein mit den Angriffen vom 11. September. Ich hörte Condoleezza Rice sagen: „Tatsache ist doch, daß wir, als wir am 11. September angegriffen wurden, eine Wahl treffen mußten. Wir konnten entscheiden, daß die naheliegende Ursache al-Qaida war sowie die Leute waren, die die Flugzeuge in die Gebäude steuerten, und wir daher al-Qaida verfolgten — oder wir konnten die Sache kühner angehen.“ Ich hörte Karl Rove sagen: „Die Liberalen sahen die Barbarei der Angriffe vom 11. September und wollten Anklagen vorbereiten und Therapie und Verständnis für die Angreifer anbieten. Die Konservativen sahen die Barbarei der Angriffe vom 11. September und rüsteten sich zum Krieg. Die Konservativen sahen, was am 11. September mit uns geschah, und sagten, wir werden unsere Feinde besiegen. Die Liberalen sahen, was mit uns geschah, und sagten, wir müssen unsere Feinde verstehen.“ 2005 hörte ich von 2002. Ich hörte, Sir Richard Dearlove, der Chef des MI6 (des britischen Auslandsgeheimdienstes), habe am 23. Juli 2002, acht Monate vor der Invasion, Tony Blair in einem Geheimmemo berichtet, in Washington habe man ihm gesagt, die USA würden „Saddam durch einen Militärschlag entfernen, der durch die Verbindung von Terrorismus mit Massenvernichtungswaffen gerechtfertigt werde“. Da jedoch „die Beweislage dünn ist, Saddam nicht seine Nachbarn bedroht und sein Potential an MVW geringer als das Libyens, Nordkoreas oder des Iran“ sei, würden „Erkenntnisse und Tatsachen der Politik angepaßt“. Ich hörte, dieses ,,Downing Street Memo“ habe in der britischen Presse einen Skandal ausgelöst, aber im amerikanischen Fernsehen habe ich zwei Monate lang nichts davon gehört. Während dieser zwei Monate brachte ABC 121 Berichte über Michael Jackson und 42 über Natalee Holloway, eine Gymnasiastin, die in ihren Ferien auf Aruba von einer Bar verschwunden war. CBS sendete 235 Berichte über Michael Jackson und 70 über Miss Holloway. Ich hörte, die amerikanische und die britische Luftwaffe hätten in der zweiten Hälfte von 2002 doppelt so viele Bomben auf den Irak abgeworfen wie im ganzen Jahr 2001. Ich hörte, das Ziel sei gewesen, Saddam zu provozieren, damit er den Alliierten einen Kriegsgrund liefert. Ich hörte, die Hauptinformationsquelle über Saddams mobile Biowaffenlabore und sein Potential an bakteriologischen Kampfstoffen, die Colin Powell bei seiner Präsentation vor den Vereinten Nationen und der Präsident in seiner Rede zur Lage der Nation 2003 verwendeten, sein ein irakischer Überläufer im Gewahrsam eines deutschen Geheimdienstes. Die Deutschen hatten den Amerikanern gesagt, keine Information dieses Überläufers, eines Alkoholikers im fortgeschrittenen Stadium, sei zuverlässig. Man habe ihm den Codenamen „Curveball“ gegeben. [1] Ich hörte, die Hauptinformationsquelle über die Tonnen biologischer, chemischer und nuklearer Waffen, die unter Saddams Privatvillen und unter dem Saddam-Hussein-Krankenhaus in Bagdad sowie im ganzen Irak vergraben seien, sei ein kurdischer Exilant namens Adnan Ihsan Saeed al-Haideri. Er sei von der Rendon Group unterstützt worden, einer Washingtoner PR-Firma, die vom Pentagon Hunderte Millionen Dollar erhalten hatte, um den Krieg populär zu machen. (Rendon hatte unter anderem eine Gruppe irakischer Exilanten in London organisiert, ihr den Namen Irakischer Nationalkongreß gegeben und Ahmed Tschalabi zu ihrem Führer bestimmt.) Ich hörte, al-Haideri habe bei einem Lügendetektortest der CIA in Thailand völlig versagt; daß seine Geschichten aber dennoch Journalisten zugespielt worden seien, deren prominenteste Judith Miller von der New York Times war, die sie auf der ersten Seite brachte. Ich hörte Donald Rumsfeld sagen: ,,Tja, man weiß eben nie, was passiert. Ich übergab dem Präsidenten vor dem Krieg eine Liste mit ungefähr 15 Dingen, die fürchterlich schiefgehen könnten. Daß die Ölfelder hätten in Brand gesetzt werden können wie damals in Kuwait, daß wir Massen von Flüchtlingen bekommen würden; und es ist nicht passiert. Die Brücken hätten gesprengt werden können. Es hätte eine Festung Bagdad geben können mit einem Burggraben voller Öl drumherum und Leute, die bis aufs Messer kämpften. Eine ganze Menge schlimme Sachen, die hätten passieren können, sind nicht eingetreten.“ Ich hörte, wie ein Journalist ihn fragte: „War ein massiver Aufstand auf der Liste, die Sie dem Präsidenten gaben?“, und ich hörte Rumsfeld antworten: „Ich erinnere mich nicht mehr, ob das dabei war.“ 2005 hörte ich von 2003. Ich hörte einen US-Marine, der Zeuge des Geschehens war, sagen, die Gefangennahme Saddam Husseins sei gestellt gewesen. Saddam sei schon einen Tag zuvor in einem kleinen Haus festgenommen und dann in den aufgegebenen Brunnen gesteckt worden, der dann zu dem „Spinnenloch“, in dem er sich versteckt gehalten habe, gemacht worden sei. Ich hörte nie wieder von diesem Marine. 2005 hörte ich von 2004. Ich hörte, während des Angriffs auf Falludscha habe der Präsident Tony Blair vorgeschlagen, die Zentrale von al-Dschasira in Katar zu bombardieren. Ich hörte, Blair habe ihn überzeugt, daß das keine so gute Idee sei. […] An einem Tag nachdem geschätzte 200 000 Menschen in Washington gegen den Krieg demonstriert hatten, wurde eine Demonstration für den Krieg auf der Mall abgehalten. Ich hörte Senator Jeff Sessions, Republikaner aus Alabama, zur Menge sprechen: „Die Gruppe, die neulich hier gesprochen hat, steht nicht für die amerikanischen Ideale von Freiheit und daß sie auf der ganzen Welt verbreitet werden. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wofür sie stehen.“ Ich hörte den Sondergeneralinspekteur für den irakischen Wiederaufbau, Stuart Bowen, vor dem Kongreß sagen, die Regierung verfüge über „keine umfassende Politik, keine grundlegenden Leitlinien“ für den Nachkriegsirak.[2] Ich hörte ihn sagen, der irakische Rechnungshof habe festgestellt, daß allein in der Zeit von Juni 2004 bis Februar 2005 1,27 Milliarden Dollar nicht ausgewiesen waren. Ich hörte, daß die US Agency for International Development neben den vom Kongreß bewilligten 30 Milliarden Dollar auch noch um Privatspenden bitte: „Jetzt können Sie hochwirksame Entwicklungshilfe spenden, die das Leben Tausender Iraker verbessert.“ Ich hörte, der „außerordentliche Appell“ der USAID habe 600 Dollar eingebracht, aber ich hörte Heather Layman, die Sprecherin von USAID, sagen, sie sei nicht enttäuscht: „Jedes bißchen hilft.“ 2003 hatte Dick Cheney gesagt: „Seit ich Halliburton verlassen habe, um George Bushs Vizepräsident zu werden, habe ich alle meine Verbindungen zu dem Unternehmen gekappt und mich aller finanziellen Interessen entledigt. Ich habe keinerlei finanzielle Interessen bei Halliburton und hatte seit über drei Jahren keine mehr.“ Ich hörte, er enthalte noch immer aufgeschobene Vergütungen und besitze ein Bezugsrecht von über 433 000 Aktien. Diese Aktien hatten 2004 einen Wert von 241 498 Dollar. 2005 waren sie über 8 Millionen Dollar wert. Zusätzlich zu den Verträgen im Irak über 10 Milliarden Dollar, die Halliburton ohne Ausschreibung erhielt, wurde die Firma mit der Erweiterung des Gefängnisses in Guantánamo beauftragt und gehörte zu den ersten, die einen nicht ausgeschriebenen Auftrag für Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Wirbelsturm Karrina erhielten. Ich hörte den Präsidenten sagen: „In diesem Augenblick haben über ein Dutzend irakische Bataillone ihre Ausbildung beendet und führen Antiterroroperationen in Ramadi und Falludscha durch. In Bagdad operieren über zwanzig Bataillone. Und einige haben bei Operationen in bedeutenden Teilen der Stadt die Leitung übernommen. Insgesamt operieren über hundert Bataillone im Irak. Unsere Kommandeure berichten, die irakischen Streitkräfte operierten mit zunehmender Effizienz.“Ein irakisches Bataillon hat rund 700 Soldaten. Am folgenden Tag hörte ich General George Casey vor dem Kongreß aussagen, die Zahl der „kampfbereiten“ irakischen Bataillone sei von drei auf eines gefallen. Ich hörte ihn sagen: „Die irakischen Streitkräfte werden noch eine zeitlang nicht unabhängig operieren können.“
zur Person Eliot Weinberger: geb. 1949 in New York, Essayist, Herausgeber und Übersetzer lateinamerikanischer und chinesischer Literatur. Für seine Förderung hispanischer Literatur 1992 mit dem P.E.N./Kolovakos Award und 2000 als erster amerikanischer Schriftsteller mit dem Order of the Aztec Eagle von der mexikanischen Reagierung ausgezeichnet. Lebt in New York. [Hervorhebungen und Fußnoten von mir] Fußnoten: [1] Curveball: - Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018) [2] Downing Street memo: - Downing Street Memo (Wikipedia)
Wirklich neu sind die aus den britischen Dokumenten des Sommers 2002 hervorgehenden Erkenntnisse freilich nicht. Eigentlich war allen auf und vor der politischen Bühne klar, dass die Bush-Regierung schon kurz nach dem 11.9. die Gunst der Stunde für den Einmarsch in den Irak nutzen wollte. Der Regimewechsel war von vielen innerhalb der Bush-Regierung, zum großen Teil Politiker aus der Zeit Reagans und von Bush I, schon lange vor dem 11.9. intendiert und gefordert worden. Man wollte die verpasste Chance, nachdem US-Präsident Bush I. im ersten Irakkrieg aus Bedenken vor den Folgen nicht nach Bagdad einmarschiert ist, wieder gut machen, die Abhängigkeit vom saudischen Öl mindern und den selbst unter Reagan gegen den Feind Iran gestützten Diktator beseitigen, um eine demokratische, dem Westen gegenüber offene und vor allem auf den freien Markt orientierte Regierung zu installieren.
Als nach dem schnellen, wenn auch unvollständigen Sieg über das Taliban-Regime der Einmarsch in den Irak militärisch und politisch vorbereitet wurde, stand, wie die Briten richtig erfassten, bei den Amerikanern nur die Gewissheit über den schnellen Sieg im Vordergrund. Sowohl in Afghanistan als auch im Irak ging man davon aus, dass dann, wenn die Bösen an der Spitze beseitigt wären, die befreiten Menschen den Erlösern zujubeln und deren Vorstellungen bereitwillig umsetzen würden. In beiden Ländern hat diese Hoffnung, basierend auf geradezu seltsam naiven und vereinfachten Annahmen über die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit, nicht lange angehalten. Es muss gerade für die Briten, die, nach den Dokumenten zu schließen, ganz unter dem Druck der Bush-Regierung standen und willfährig mitzogen, ernüchternd sein, als die von ihnen gehegten Befürchtungen auch tatsächlich eintrafen.
Geändert hat sich durch das Memo nur, dass nun auch Schwarz auf Weiß das bestätigt wurde, was jeder schon vermutet hatte, der nicht selbst eine Rolle im Theater der Macht spielte und deswegen vorgab, dass die Farce des Spiels mit den Vereinten Nationen keine war und die US-Regierung nicht nur nach einer Möglichkeit und dem günstigen Zeitpunkt des Losschlagens suchte, aber stets vorgab, dass noch nichts entschieden sei. Die Times hat nun ein neues Dokument erhalten, das vom 21. Juli 2002 stammt und unter dem Titel "Irak: Bedingungen für eine militärische Intervention" Informationen zur Vorbereitung der Sitzung am 23. Juli zusammenfasst. Es enthält nichts wesentlich Neues gegenüber dem zwei Tage später datierten Downing Street Memo, das die Ergebnisse der Sitzung mit Tony Blair und seinen engsten Beratern zusammen fasst. Es macht erneut deutlich, mit welcher Entschlossenheit die US-Regierung den Krieg plante, aber gleichzeitig keinen Gedanken über die Zeit danach verschwendete und auch nicht über den politischen Rahmen nachdachte. Die britische Regierung hingegen dürfte entscheidend dafür verantwortlich gewesen sein, dass der Sicherheitsrat der UN einbezogen, eine internationale Koalition angestrebt und das Vorgehen politisch gemäßigt wurde, was dann zur Farce auf der politischen Bühne mit fabrizierten Beweisen und Scheinbegründungen wurde:
The US Government's military planning for action against Iraq is proceeding apace. But, as yet, it lacks a political framework. In particular, little thought has been given to creating the political conditions for military action, or the aftermath and how to shape it.
Mein Kommentar:
Irgendwo habe ich mal den Satz gelesen: „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.“
Collateral Murder mit deutschen Untertiteln {18:17}
Das Jochen
Am 28.07.2016 veröffentlicht
Am 5. April 2010 veröffentlichte WikiLeaks auf einer Pressekonferenz die an Bord der Apache-Hubschrauber aufgenommenen Videoaufnahmen des Vorfalls.[19] In Anlehnung an den euphemistisch verwendeten militärischen Begriff Kollateralschaden (engl.: collateral damage) wurde hierfür der Titel Collateral Murder gewählt.
Das 39-minütige Video war von der Zielkamera der Bordkanone aufgenommen worden. Es zeigt mehrere Personen, die nach Auffassung der US-Soldaten AK-47-Sturmgewehre und eine Panzerfaust (RPG) trugen. Bei einigen der vermuteten Waffen handelte es sich um die Kameras der Journalisten. Die Bordkamera zeigt, wie das Feuer auf die Gruppe eröffnet wird. Etwa zwölf Zivilpersonen, einschließlich der beiden Reuters-Mitarbeiter Saeed Chmagh and Namir Noor-Eldeen, wurden getötet.
alter Info-Text: Veröffentlicht am 04.03.2012
Im folgenden Video sieht man, wie eine Gruppe Zivilisten, aus einem Apache mit 30mm Maschinengewehren ermordert werden. Unter ihnen befanden sich zwei Reuters Journalisten. Das Ereignis fand in Bagdad am 12. Juli 2007 statt. Man sieht die Aufnahme aus der Sicht des Schützen im Apache Helikopter.
Das US-Militär behauptet, die Opfer starben bei einem Gefecht zwischen US-Streitkräften und Aufständigen. Die Aufnahmen zeigen jedoch etwas ganz anderes. Sie wurden ahnungslos und kaltblütig aus der Luft mit Maschinengewehrsalven ermordet. Sogar herbeigeeilte Helfer in einem Kleinbus, die versuchen die Verletzten zu bergen, werden aus der Luft niedergemäht. Dabei werden zwei Kinder die im Fahrzeug sitzen ebenfalls schwer verletzt. Ein Panzer der US-Armee rollt dann später über die verstreuten Leichen und die Besatzung lacht sogar. Dieses Video, welches vom Pentagon geheim gehalten werden sollte, wurde Wikileaks zugespielt. Wikileaks encodierte dieses Video und stellte es für die ganze Welt zur Verfügung. Unter der NATO-Herrschaft ist Afghanistan der grösste Drogenproduzent der Welt: http://alles-schallundrauch.blogspot....... Kriegsversprechen: http://www.youtube.com/watch?v=o3s7NL... Die verstrahlten Kinder von Basra: http://www.youtube.com/watch?v=zRwrqk... Was macht die NATO eigentlich am Hindukusch? (Vortrag von Christoph Hörstel): http://www.youtube.com/watch?v=1wXqdh...
Für Sie ist Psychoszene = Scharlatanerie = Betrug. Was macht Sie so sicher in diesem harten Urteil?
"Die überwiegende Mehrzahl der Anbieter auf dem Psychomarkt ist nicht nur gänzlich unqualifiziert zur Ausübung von Psychotherapie: sie besitzt noch nicht einmal die rechtliche Formalerlaubnis dazu. Die Chuzpe der Szene ist unerhört: Mit völlig unbrauchbaren, teils hochgefährlichen Methoden macht man sich an Menschen zu schaffen, die vertrauensvoll um Rat und Hilfe nachsuchen und scheut sich nicht, ohne die geringste Fachkenntnis auch an schwersten psychischen und psychosomatischen Problemen herumzudilettieren. Was in der Bundesrepublik - in Österreich und in der Schweiz ist dank fortschrittlicherer gesetzlicher Regelung solcher Missstand etwas eingedämmt - unter dem Signet "Psychotherapie" firmiert, ist zu nicht geringen Teilen reine Scharlatanerie beziehungsweise reiner Betrug. Vielfach finden sich in der Szene Figuren, die, selbst dem Laien erkennbar, persönliche Störungen dadurch zu kompensieren suchen, dass sie sich zu "Therapeuten" und "Lebenslehrern" aufspielen; die dringlichst also selbst einer Behandlung bedürften. Vielfach finden sich auch Betrüger, die sehr genau wissen, dass sie gänzlich untaugliches Zeug verkaufen."
aus einem Interview mit Colin Goldner, klinischer Psychologe und Wissenschaftsautor mit langjähriger Tätigkeit in den USA, Autor des Standardwerks „Die Psycho-Szene“ im bvvp-magazin 1/2006
Was macht die "don’t worry, be happy"-Botschaften so anziehend für viele?
"Es ist schon erstaunlich, wie naiv die Menschen sind und was sie letztlich hören wollen. Sie wollen auch in gewisser Weise belogen werden und halten an etwas fest, was es gar nicht gibt. Das liegt auch daran, daß das alles sehr einfach klingt! Man muß nichts tun, man muß nur richtig denken, und dann erschafft man sich das Paradies auf Erden! Das sind Selbsterlösungsgedanken und -tendenzen und alles ist fast umsonst, denn Denken kostet ja nichts. Man meint, das sei einfach hinzukriegen immer positiv und richtig denken. Das kommt der Bequemlichkeit mehr entgegen als die Forderung, sich auseinanderzusetzen an der Psyche zu arbeiten und regelmäßige Lernprozesse zu durchlaufen, auch unangenehme Dinge in diese Arbeit hinein zu nehmen. Die Menschen möchten an das Einfache glauben. Auf mein Buch bekam ich zum Teil fanatisch negative Zuschriften Das ist als ob man Menschen eine Religion wegnimmt, an der sie sich angeblich festhalten können. Es geht ja auch in diese Richtung Esoterik und New Age, da paßt das genau rein, auch NLP tendiert dahin."
aus einem Interview mit Dr. Günter Scheich, Verhaltenstherapeut und Supervisor, Autor des Buches „Positives Denken macht krank“ (1997), veröffentlicht im bvvp-magazin 1/2006
Wer seine Zukunft hinter sich hat, dein mag es leichter fallen zu sagen, was andere noch vor sich haben. Als Professor Fritz Beske, profilierter Gesundheitsökonom der Republik und gefragter Ratgeber der Regierungen in Kiel und Berlin, am 8. Februar im Ärztehaus Verden vor vollbesetztem Saal über die Zukunftsperspektiven des deutschen Gesundheitswesens sprach, spielte er launig auf seine 83 Jahre an: „Sie erlauben mir, ohne Rücksicht auf meine berufliche Zukunft zu sagen, was ich denke.“ Womit das Wesentliche schon ausgesprochen war daß es um die Zukunft dieses Gesundheitswesens nicht rosig aussieht und daß die Verantwortlichen diese Wahrheit nicht gerne hören.
Fakten aus dem Artikel: Ein Zehnjähriger kostet die Krankenversicherung durchschnittlich 80 Euro im Jahr, ein 40-jähriger 1.100 bis 1.200 Euro. Bei einem 75-jährigen belaufen sich die Kosten schon auf 4.500 Euro jährlich, bei einem 90-jährigen dann auf rund 6.000 Euro. Rechnet man diese Zahlen gegen die wahrscheinliche Bevölkerungsentwicklung in Deutschland auf, so ergibt sich im Jahr 2050 ein Beitragssatz zur GKV von 18 Prozent. Gehe man von einem Prozent Kostensteigerung jährlich aus, den der medizinische Fortschritt verursacht, liegt der Beitragssatz 2050 bei 28 Prozent. Realisticher sind aber wohl zwei Prozent Kostensteigerung jährlich. Damit wären wir um 2050 hei einem benötigten KV-Beitragssatz von 42 Prozent. Eine aktuelle Studie der OECD prognostiziert eine Verdreifachung der Ausgaben im Gesundheitswesen bis 2050. En Beispiel: Prognosen zufolge werden im Jahr 2030 2 – 2,3 Millionen Demenzkranke leben – mehr als doppelt so viele wie heute. Dabei werden heute 70 – 75 Prozent in den Familien versorgt. 2030 wird es aber nicht mehr so viele Familien geben, die meisten Demenzkranken müssen dann in Pflegeheimen betreut werden.
Zitat: „Wir haben zu viel in das investiert, was wir nicht mehr bezahlen können. Wir haben uns schlicht übernommen. Wir müssen bescheidener werden. … Wir sind nicht im Umbau, wir sind im Abbau begriffen.“
Komfortabler Mercedes In den nächsten Jahren werden kontinuierlich Leistungen aus der GKV in den privaten Bereich verlagert werden – da ist sich Beske sicher. Er stellte aber klar, daß wir in Deutschland bei der Diskussion über den Leistungskatalog dr GKV von einem hohen Niveau ausgehen. „Es konnte nachgewiesen werden, daß das Gesundheitswesen in Deutschland im Vergleich ovn 14 führenden Industrienationen über eine hohe Qualität der medizinischen Versorgung verfügt, den wohl umfangreichsten Leistungskatalog aufweist, mit die geringsten Zuzahlungen hat und insgesamt überdurchschnittlich effizient ist.“
Theodor Ickler verlässt den Rat für Rechtschreibung
Der Erlanger Sprachwissenschaftler Theodor Ickler, einer der profiliertesten Gegner der Rechtschreibreform, verlässt unter Protest den Rat für deutsche Rechtschreibung. Die Arbeit diese Rates, so Ickler, sei von der Kultusministerkonferenz (KMK) als bloßes Schauspiel angelegt gewesen – als Farce, die den Widerstand gegen die reform brechen sollte.Die Versuche des Rates, nicht zuletzt in Gestalt seines Vorsitzenden Hans Zehetmair, den Rat als tatsächliche Chance zur Rettung einer gescheiterten Form zu behandeln, seien – im nachhinein betrachtet – zum Scheitern verurteilt gewesen. „Seit neun Jahren lernen die Schulkinder grammatisch falsches Deutsch, das richtige wir notenrelevant bestraft, Verbands- und Interessenvertreter befinden mit Zweidrittelmehrheit darüber, was Silbengelenke, Desubstantivierungen und satzwertige Infinitivkonstruktionen sind.“
Schon die Konstruktion des Rates – der nominell ein unabhängiges Gremium hätte sein sollen – sei so beschaffen gewesen, dass das politische Interesse an eine Beibehaltung der Reform nie hätte in Frage gestellt werden können: In den Rat berufen worden seien vor allem Befürworter der Reform, die meisten davon keine Germanisten und Sprachwissenschaftler, sonder Interessensvertreter und dabei nicht zuletzt den Schulbuch- und Wörterbuchverlagen verbunden. Das Quorum einer Zweidrittelmehrheit habe produktive Kritik schon im Ansatz verhindert. Die Arbeit des Rates sei zudem durch die Kultusminister einem absurden Zeitdruck unterworfen worden. Nach Gutdünken der den Kultusministern gegenüber loyalen Mitgliedern des Rates sei über die Geschäftsordnung verfügt worden.
Tatsächlich liege nun die Reparatur der Reform, so mangelhaft sie auch immer sein werde, nicht mehr in den Händen des Rates, sondern in denen der Wörterbuchredaktionen einiger weniger Verlage, die den Kultusministern ein „Wörterverzeichnis“ vorlegen sollen, in das die meisten Änderungen aufgenommen sein werden. Das einzig Sinnvolle sei, so Theodor Ickler, nach wie vor die Entstaatlichung der Rechtschreibung. Orthographie sei in erster Linie eine sprachliche Tatsache, die durch den Gebrauch von Sprache entstehe. „Das Herumsitzen in Gremien zweifelhaftester Zusammensetzung mit dem Zweck, an der Sprache von hundert Millionen Menschen herumzubasteln, oder vielmehr an dem leichtfertigen Anschlag auf diese Sprache, ist grotesk.“
Süddeutsche Zeitung Nr. 47 62. Jahrgang vom 25./26. Februar 2006
Ein Berliner Arzt wurde verurteilt, weil er Flüchtlingen ohne angemessene Untersuchung Kriegstraumata attestiert haben soll. Die Verteidigung sieht den Prozeß politisch motiviert.
GÖTTINGEN, 28. November 2005 (pug) - Wer mit seinem Partner schon vier Wochen lang keinen Sex mehr hatte, ist in Deutschland in "guter Gesellschaft": 17 Prozent der deutschen Paare geht es ebenso. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Georg-August-Universität durchgeführt wurde.
Die Göttinger Psychologen Dr. Peter Breuer und Dr. Ragnar Beer werteten dazu die Aussagen von 13.483 Männern und Frauen aus. Auskunft gaben dabei ebenso frisch Verliebte wie Ehepaare, die bereits die Goldene Hochzeit gefeiert haben. Die Untersuchung ist Teil des Online-Projekts Theratalk, das mit einem speziellen Angebot im Internet Hilfestellung bei Beziehungsproblemen bietet.
Dr. Breuer: "Wir haben als Bezugsgröße den Zeitraum vier Wochen gewählt, weil viele Paare deutlich weniger als ein Mal in der Woche sexuell miteinander verkehren, wie auch die neue Studie belegt." Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) hat maximal einmal pro Woche sexuellen Kontakt mit dem Partner. "Der immer wieder gern angegebene Mittelwert liegt zwar bei 5,6 Mal innerhalb von vier Wochen. Allerdings haben 63 Prozent der Paare seltener Sex, als es dieser Wert nahelegt", erläutert Dr. Beer. Lediglich 28 Prozent der Partner leben mindestens zwei Mal in der Woche ihre Sexualität miteinander aus."
aus dem Newsletter des bvvp Niedersachsen vom 8.1.2006
64 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus 21 Ländern fordern die Europäische Union. die Europäischen Regierungen sowie die Europäische Holzindustrie auf, dem Malaysischen Holzlabel MTCC jede Anerkennung zu verweigern. Die unterzeichnenden NGOs weisen das Label als Garantie für nachhaltige oder legale Waldbewirtschaftung zurück, da MTCC indigene Landrechte mißachtet.
Besonders kritisiert wird die Zertifizierung einer großen Holzkonzession in einem der letzten intakten Urwaldgebiete im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf der insel Borneo. Im Oktober 2004 wurde eine strittige Konzession des malaysische Holzkonzern Samling in einem Gebiet zertifiziert, welches das indigene Volk der Penan bereits 1995 mit einer Landrechtsklage für sich beansprucht hat. Mit der Zertifizierung der sogenannten Sela'an-Linau-Konzession am Oberlauf des Barani-Flusses widerspricht MTCC dem weithin anerkannten Grundsatz, wonach rechtlich umstrittene Konzessionen nicht zertifiziert werden dürfen. Trotz anhaltenden Protests der betroffenen Penan weigert sich das Zertifizierungsgremium, das mißbräuchliche Label zurückzuziehen. In den letzten Jahren wurde MTCC immer wieder von Menschenrechtsorganisationen wegen der Mißachtung indigener Landrechte kritisiert.
Das Holzlabel dient der malaysischen Holzindustrie primär als Marketinginstrument, um zum lukrativen europäischen Holzmarkt Zugang zu erhalten.
Washington (dpa) - Das Artensterben beschleunigt sich dramatisch. Heute sind einer Studie zufolge dreimal so viele Arten bedroht, wie in den vergangenen 500 Jahren bereits ausgestorben sind. Der Mensch habe die Aussterberate um das 100- bis 1000-fache über das natürliche Maß hinaus getrieben.
Das berichten US-Forscher in den »Proceedings« der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Die Biologen untersuchten solche Arten, für die es weltweite Daten gibt. Dazu zählen Säugetiere, Vögel, Amphibien, einige Reptilien und als einzige Pflanzengattung Nadelhölzer. Die meisten der demnach 794 bedrohten Arten leben jeweils nur noch an einem Ort.
Seit dem Jahr 1500 sei die Ausrottung von 245 Arten aus diesen Gruppen verzeichnet, berichten die Forscher uni Taylor Ricketts von der Umweltstiftung WWF. »Die festgelegten Arten machen nur ein Bruchteil aller aus, die durch menschliches Handeln vom Aussterben bedroht sind.« Die Forscher identifizierten 595 Zentren bevorstehenden Aussterbens, die jeweils als einzige verbliebene Heimat für bedrohte Arten dienen.
Die Mehrzahl dieser letzten Refugien sei nicht genug geschützt. Nur ein Drittel sei derzeit abgesichert. An den übrigen Plätzen sollten dringend Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um den Verlust der Spezies zu verhindern, heißt es in dem Artikel. »Die große Mehrheit dieser Plätze liegt in Entwicklungsländern«, schreiben Ricketts und Kollegen. »In vielen Fällen ist ihre Rettung nicht ohne substantielle Hilfe aus den Industrieländern möglich.«
Wie war das eigentlich damals, als einige Atomgegner die verrückte Idee hatten, mit einem alten Fischkutter mitten ins US-Bombentestgebiet nach Alaska zu fahren? Wie schaffte es David McTaggart, trotz heftigster Abdrängmanöver französischer Kriegsschiffe mit seiner Segelyacht „Vega“ wochenlang vor Moruroa auszuharren? Machen Sie es sich auf dem Sofa gemütlich und hören Sie zu: Rufus Beck liest „Abenteuer Greenpeace“. Das Buch von Burghard Bartes schildert spannend und detailreich, wie aus einem kleinen Haufen Umweltschützer eine internationale Organisation wurde. Die prägnante Stimme des Schauspielers und mehrfach ausgezeichneten Vorlesers Beck garantiert reines Hörvergnügen.
Zum 25. Geburtstag von Greenpeace Deutschland gibt’s den historischen Stoff kostenlos im Internet - zum Anhören oder Herunterladen auf der Seite:
Im Oktober 2005 ließ die "Bild"-Zeitung diesen zweiteiligen Werbespot der taz per einstweiliger Verfügung sperren. Zwei Jahre später gab das Hamburger Oberverwaltungsgericht der Bild-Zeitung damit recht.Wieder zwei Jahre später, am 1. Oktober 2009, setzte die taz vorm Bundesgerichtshof durch, ihn doch zeigen zu können. Die Filmemacher Gedreht wurde der Werbespot von Jens Junker und Philip Haucke. Die beiden hatten mit dem Spot den "First Steps Commercial Award 2006" gewonnen. In der Begründung hieß es, es gelinge ihnen "auf überzeugende Art und Weise, den Kampf 'David gegen Goliath' zu visualisieren und den journalistischen Anspruch der taz klar von einem 'beschränkten Horizont' abzugrenzen."
Um über 30 Millionen Euro stieg die Bilanzsumme der GLS-Gemeinschaftsbank in Bochum seit Jahresbeginn. Sie beläuft sich nun auf 528 Millionen Euro. Der Zuwachs von 6,2 Prozent liegt deutlich über den Vergleichswerten der Vorjahre. Die Zahl der Kunden stieg seit Jahresbeginn um knapp 2000 auf 44.000, die Zahl der Genossenschaftsmitglieder um rund 800 auf fast 14.000. Dadurch wuchsen die Geschäftsguthaben von 12,7 auf 13,9 Millionen Euro. Aus diesen Gründen konnte die Bank in der gleichen Zeit rund 15,2 Millionen Euro mehr Kredite vergeben. Auch in einem anderen Bereich läuft es bei der GLS-Gemeinschaftsbank anders als bei anderen Banken: In den ersten acht Monaten stellte die Bank sechs zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Sie beschäftigt inzwischen 166 Arbeitskräfte - und zog gerade in ein neues Domizil. Es handelt sich um ein altes Verwaltungsgebäude von Thyssen-Krupp, das die Bank modernisieren ließ - als Symbol für den Wandel der Zeit.
Schweden und Spanien setzen voll auf erneuerbare Energien. Die schwedische Regierung will ihr Land innerhalb von 15 Jahren unabhängig von Öl, Gas und Kohle machen. Bis 2020 soll Schweden komplett aus der Stromerzeugung durch fossile Rohstoffe aussteigen. Dazu will die Regierung in den kommenden Jahren Erneuerbare-Energie-Kraftwerke bauen, die zehn Prozent mehr Strom erzeugen als sämtliche mit Öl, Kohle und Gas betriebenen Kraftwerke des Landes. Umfangreiche Investitionen in den Wärmebereich sollen folgen. In Spanien hat die Regierung beschlossen, den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen am gesamten Energieverbrauch innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln. Bis 2010 soll dieser Anteil an der Stromerzeugung von derzeit 19,8 Prozent auf 30,3 Prozent steigen. In den kommenden 15 Jahren wollen die Spanier 23,6 Milliarden Euro in die erneuerbaren Energiequellen investieren. Den größten Teil davon soll die Industrie finanzieren.
Die britische Regierung hat erstmals offiziell den Begriff »Golfkriegssyndrom« zur Beschreibung von Krankheiten bei Soldaten anerkannt. Ärzte hatten den Begriff in der Vergangenheit ausgiebig gebraucht. Die Regierung streite den Begriff nicht mehr ab. Dies teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums im Rahmen eines Prozesses mit. Dort wird über die Klage eines ehemaligen Soldaten verhandelt, der an Asthma, Angstzuständen und Gedächtnisverlusten leidet. Ein unabhängiger Bericht hatte der britischen Regierung Ende des vergangenen Jahres nahegelegt, den Zusammenhang zwischen dem Golfkrieg und den Krankheiten anzuerkennen. Etwa 6000 der 54 000 britischen Soldaten, die im Golfkrieg von 1991 im Einsatz waren, um irakische Truppen aus Kuwait zu vertreiben, leiden an Krankheiten, darunter Krebs, chronische Müdigkeit und Hautausschlag. Wird der Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem Golfkrieg anerkannt, dann können Soldaten auf eine höhere Entschädigung klagen.
Einen weiteren und deutlichen Anstieg der relativen Armut in Niedersachsen weist der aktuelle Bericht über Armut und Reichtum aus, den das Landesamt für Statistik kürzlich veröffentlicht hat. Demnach ist zwar das Pro-Kopf-Einkommen im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent (20 Euro) auf 1.145 Euro angestiegen; die Armutsquote erreichte dennoch mit 14,5 Prozent ein Plus von 0,8 Prozent. Damit gelten jetzt 1,14 Millionen Menschen in Niedersachsen als arm. Ebenfalls gestiegen ist andererseits die Reichtumsquote, die jetzt bei 5,6 Prozent liegt. Insgesamt befindet sich das Land auf Bundesniveau. Niedersachsens „soziale Mitte“, die weder arm noch reich ist, liegt damit nunmehr um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert bei jetzt 79,9 Prozent der Bevölkerung.
Die Erhebung des Landesamtes, die auf den Zahlen des Mikrozensus beruht, bestätigen auch, daß die Armut mit der Zahl der im Haushalt lebenden Personen steigt. Während ein verheiratetes Paar nur zu 7,4 Prozent zu den Armen gehört, erreichen Haushalte mit fünf und mehr Personen eine Quote von einem Drittel (33,2 Prozent). Auch wenn der Mikrozensus nur Angaben über die Zahl der in einem Haushalt lebenden Personen und nicht über die Zahl der dort lebenden Kinder macht, halten die Statistiker Kinder weiterhin für das Armutsrisiko Nr. 1. In einer Korrespondenz-Erhebung in Baden Württemberg wird im übrigen festgestellt, daß allein erziehende Väter finanziell deutlich besser gestellt sind als allein erziehende Mütter, die in der Statistik am schlechtesten dastehen. Interessanterweise geht es aber auch den nicht ehelichen Lehensgemeinschaften mit Kindern besser als den Ehepaaren mit Kindern. Die höchste Wohlstandsposition nehmen allerdings alle Lebensformen ein, in denen es keine Kinder gibt, sowie die alleinstehend lebenden Männer.
In den vergangenen 15 Jahren flossen 31 Milliarden Euro an Fördermitteln in den Aufbau Ost. Wahrend die Regionen Dresden und oberes Elbtal/Osterzgebirge das Geld erfolgreich für ihren wirtschaftlichen Aufschwung genutzt haben, versandeten in Brandenburg Milliarden Euro Fördermittel in gescheiterten Großprojekten. Am meisten Geld bekommen haben Magdeburg mit 2,6 und Halle/Saale mit 2,3 Milliarden Euro. Auch diese Regionen haben es nicht geschafft, den Geldregen in Wachstumsstärke und zukunftsträchtige Industrien zu lenken. In Thüringen und Sachsen dagegen ist inzwischen die ostdeutsche Industrie zur Lokomotive für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung geworden und hat stellenweise westdeutsches Niveau erreicht.
Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen nimmt durch Fusionen immer weiter ab. Ende 2004 existierten noch 267 Kassen, zwanzig weniger als zwölf Monate zuvor, so das Bundesgesundheitsministerium. Vor allem bei den Betriebskrankenkassen gab es Zusammenschlüsse. Der Konzentrationsprozess hält schon seit Jahren an. 1991, also kurz nach der Wiedervereinigung, gab es in Deutschland fast viermal so viele Krankenkassen wie heute. Das Gesundheitsministerium setzt darauf, daß die Zusammenschlüsse Doppelstrukturen abbauen und zu leistungsfähigeren Kassen und niedrigeren Verwaltungskosten führen.
Deutschland habe ein umfassendes, preiswertes und damit sehr effizientes Gesundheitswesen, sagt der Kieler Gesundheitsforscher, Prof. Dr. med. Fritz Beske. Die Ergebnisse seiner 479 Seiten starken Studie überraschen.
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte externer Links, verweise diesbezüglich auf RogerMurtaughund gehe im übrigen davon aus, daß die Besucher meines Blog imstande sind, sich ihre eigenen Gedanken zu machen.
(Was ja auch Ziel dieses Blogs ist!)
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