Freitag, 15. Februar 2013

Heute vor 250 Jahren – 15. Februar 1763: Unterzeichnung des Friedens von Hubertusburg

Preußen steigt zur Großmacht auf 

 Drei Kriege führte der preußische König Friedrich der Große zwischen 1740 und 1763 gegen die Habsburgerin Maria Theresia. Dabei ging es um den Besitz von Schlesien, und der Dritte Schlesische Krieg weitete sich zum Siebenjährigen Krieg aus (1756-63). Heute vor 250 Jahren, am 15. Februar 1763, endete der Konflikt mit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens durch Gesandte der beiden Mächte auf dem sächsischen Schloss Hubertusburg. Obwohl in dem Krieg keine Seite den militärischen Sieg erringen konnte, war der Preußenkönig der Gewinner. Seine Armee hatte sich gegen eine übermächtig scheinende Allianz behauptet und Österreich verzichtete in dem Abkommen endgültig auf Schlesien. Fortan war Preußen eine ernst zu nehmende Macht im Konzert der Großmächte. 
König Friedrich der Große ehrt einen gefallenen Offizier, Gemälde, 18. Jh.
Friedrich der Große hatte alles auf eine Karte gesetzt und nur durch ein »Mirakel« das Kriegsglück auf seine Seite gezogen: Als bereits militärisch alles verloren schien, starb 1762 seine große Rivalin Elisabeth von Russland. Ihr Nachfolger schied aus der Kriegskoalition mit Österreich aus und schloss einen Separatfrieden mit Friedrich. 

Friedrich II., der Große (1712-1786) 

König von Preußen 1740-86 
verstand sich als »erster Diener des Staates«
übernahm Ideen der Aufklärung 
führte Preußen zur Großmacht
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Heute vor 105 Jahren – 14. Februar 1908: Der erste Skilift der Welt wird eröffnet

»Bergaufwärtsfahren mit Schneeschuhen« 

 Wie viele Skifahrer sich wohl auf den Pisten der Alpen tummeln würden, müssten sie – so wie es bis in die 1930er-Jahre weithin üblich war – die Berge, die sie hinunterfahren, zuvor mit Muskelkraft erklimmen? Die ersten Aufstiegshilfen wurden vor rund 100 Jahren in Betrieb genommen, flächendeckend angelegt wurden sie allerdings erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Werbung für den ersten Lift, zeitgenössische Annonce

 Der Pionier des Skiliftbetriebs in Europa war der Schwarzwälder Robert Winterhalder. Seine Familie bewirtschaftete in Schollach bei Neustadt den Schneckenhof, ein Bauernhaus mit Gästezimmern. Winterhalder beobachtete, dass einige Gäste im Winter nur mit großer Mühe den Hang hinaufkamen, den sie dann auf Schlitten oder Ski hinunterfuhren. Daraufhin legte er für die Wintersportier auf seinem Hof eine mit Wasserkraft angetriebene »kontinuierliche Drahtseilbahn« an, die 280 m Länge und 32 m Höhe überwand. Und er erkannte die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die darin steckten. Auch für die Schweiz, Österreich und Frankreich, für Norwegen und Schweden ließ er seine äußerst praktische »Transporteinrichtung zum Ermöglichen des Bergauffahrens mit Schlitten und Schneeschuhen« patentieren. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch zunächst, dass sie auch finanziell ein Erfolg wurde.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

Mittwoch, 13. Februar 2013

Wenn Lobbyisten das halbe Gesetz schreiben

Ein Interview mit Richard Gutjahr, dem Initiator von LobbyPlag bei Tagesschau.de

Damit das Interview nicht verlorengeht, habe ich es hier reingestellt. (Tagesschau darf nur zeitlich begrenzt speichern.)

Initiator über LobbyPlag

Wenn Lobbyisten das halbe Gesetz schreiben

Politiker treten zurück, weil sie bei Doktorarbeiten schummeln. "Aber wenn Parlamentarier ganze Passagen von Lobbyisten in Gesetze übernehmen, passiert nichts", beklagt Richard Gutjahr im tagesschau.de-Interview. Mit der neuen Plattform LobbyPlag versucht er, solche versteckten Quellen sichtbar zu machen.
tagesschau.de: Was gab den Anstoß, die Plattform LobbyPlag zu starten?
Richard Gutjahr: Dem Wiener Netzaktivisten Max Schrems war Bemerkenswertes aufgefallen: Bei den Anträgen von EU-Parlamentariern zur EU-Datenschutzverordnung waren ganze Passagen Wort für Wort aus Lobbypapieren übernommen. Wir haben schnell festgestellt, dass das Ganze ein Ausmaß hat, das wir ohne geeignete Software nicht bewältigen können. Die Plattform wurde dann in wenigen Tagen programmiert. Uns war klar, dass es schnell gehen muss, denn die EU-Datenschutzverordnung wird gerade in den Ausschüssen beraten. Es sind die entscheidenden Wochen vor der Abstimmung. Wir wollten mit unseren Erkenntnissen jetzt online gehen, und nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Zur Person

Richard Gutjahr
Richard Gutjahr ist einer der Initiatoren von LobbyPlag. Der freiberufliche Journalist arbeitet als Reporter und Moderator für den Bayerischen Rundfunk und ist Kolumnist der Münchner Abendzeitung und des Berliner Tagesspiegels. Er ist Träger des Ernst-Schneider-Preises für Wirtschaftsjournalismus.
 
tagesschau.de: Was wollen Sie genau damit erreichen?
Gutjahr: Es kann sich zwar jeder denken, dass in Brüssel oder Berlin jede Menge Lobbyarbeit betrieben wird. Aber niemand hat eine Vorstellung von der Dimension, die das angenommen hat. Lobbyisten meiden nunmal die Kameras. Wir wollen mit LobbyPlag diese Hintergründe sichtbar machen.

"Lobbypapiere eins zu eins in Gesetzesanträgen"

tagesschau.de: Wie genau funktioniert LobbyPlag?
Gutjahr: Auf der einen Seite geben wir eine Übersicht über aktuelle Anträge zur Gesetzesreform, die von den parlamentarischen Ausschüssen der EU eingebracht worden sind. Auf der anderen Seite zeigen wir Lobbypapiere, meist von großen amerikanischen Konzernen wie Amazon oder Ebay, die in Sätzen oder ganzen Absätzen identisch mit Eingaben der EU-Parlamentarier sind. Durch farbige Markierungen zeigen wir, wo die Übereinstimmungen zwischen den Texten sind. Dahinter sieht man, welche Parlamentarier die Änderungsvorschläge unter ihrem Namen eingebracht haben - obwohl sie zum Teil aus der Feder von Lobbyisten stammen. So sieht man genau, welcher Mitarbeiterstab sich aus welchen Quellen bedient hat.

LobbyPlag

lobbyplag.eu ist eine Internetplattform, die Einflüsse von Lobbyisten auf die EU-Datenschutzverordnung untersucht. Nach dem Vorbild von Plagiatjäger-Seiten wie Guttenplag werden die versteckten Quellen von Gesetzesvorschlägen sichtbar gemacht. Hinter der Seite stehen vor allem drei Köpfe: der Wiener Student Max Schrems, Betreiber der Seite Europe vs. facebook; der Datenjournalist Marco Maas von OpenDataCity und der Journalist Richard Gutjahr. Wenn sich LobbyPlag bewährt, wollen die Macher die Seite auch für alle anderen Gesetzgebungsverfahren der EU öffnen.
 
tagesschau.de: Wie kommen Sie an die Texte der Lobbyisten?
Gutjahr: Das Schöne am Internet ist ja: Es ist schon alles irgendwo vorhanden. Es gibt Blogs von Datenschutzorganisationen in Deutschland und Europa. Le Quadrature du Net aus Frankreich beispielsweise veröffentlicht alle Lobbypapiere, die ihnen in die Finger kommen. Mit dieser großen Sammlung haben wir begonnen. Wir haben aber auch anonyme Spender, die uns mit Texten versorgt haben. Die werden jetzt nach und nach auf unserer Plattform eingepflegt. Es ist etwas schwieriger als bei der Jagd auf eine Doktorarbeit: Wir müssen die Vorschläge erstmal thematisch sortieren, damit die Nutzer nicht den Überblick verlieren.

"Wir verlangen Transparenz bei der Gesetzgebung"

tagesschau.de: Warum ist es so problematisch, wenn Ideen von Unternehmen in Gesetzestexte einfließen? Ist es nicht notwendig auch auf deren Erfahrungswerte zurückzugreifen?
Gutjahr: Das höre ich oft von den ertappten Parlamentariern, wenn man sie auf ihre kopierten Vorlagen anspricht. Sie sagen, es sei doch nicht verboten, gute Vorschläge zu übernehmen. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden. Aber wir verlangen von jedem Schüler und Studenten, dass er Quellen nennt. Minister treten zurück, weil sie in jungen Jahren bei einer Doktorarbeit geschummelt haben. Und ausgerechnet bei einer Gesetzgebung, die 500 Millionen Menschen betrifft, die über zehn bis 15 Jahre unser digitales Leben und unsere Privatsphäre regeln soll, sollen wir keine Transparenz verlangen?
tagesschau.de: Der EU-Abgeordnete Alexander Alvaro (FDP) wirft LobbyPlag vor, einseitig zu sein. Sie würden nur auf die Eingaben der Lobbyisten schauen, während auch Bürgerrechtler und Netzaktivisten Gesetzespassagen einflüstern würden.
Lobbyplag Großansicht des Bildes LobbyPlag zeigt Einflüsse von Lobbyisten auf Gesetze. Gutjahr: Wir sind in keiner Weise einseitig oder unausgewogen. Wir veröffentlichen alles, was wir bekommen, egal aus welcher Quelle es stammt. Wir haben Herrn Alvaro ein paar Tage, bevor unsere Plattform online ging, gebeten, uns das Material, auf das er sich bezieht, zu schicken. Leider hat er es vorgezogen, sich erstmal öffentlich über uns zu beschweren, anstatt sich bei uns zu melden. Inzwischen hat er uns dieses Papier einer Datenschutzorganisation geschickt. Andere Papiere von Lobbyisten, um die wir ihn auch noch gebeten haben, hat er uns aber nicht geschickt.
tagesschau.de: Sie haben etwas provokant formuliert, durch LobbyPlag würden die Parlamentarier erst erfahren, woher die Formulierungen in ihren Anträge stammen. Stimmt das oder haben Sie da übertrieben?
Gutjahr: Ich habe zwar nur mit einigen wenigen Parlamentariern gesprochen, dabei hatte ich aber den Eindruck, dass sie gar nicht wussten, dass da fremde Formulierungen in ihren eigenen Gesetzesanträgen sind. Da kann es doch nur in ihrem Interesse sein, das herauszufinden.

"Abgeordnete schieben Schuld auf andere"

tagesschau.de: Und wie haben die Parlamentarier darauf reagiert?
Gutjahr: Meist haben sie es zunächst abgestritten und es anschließend auf andere geschoben. Da hieß es zum Beispiel, die Fraktion sei Schuld oder die Referenten. Das Team würde sehr eigenständig arbeiten und der Assistent habe das wohl verursacht. Das halte ich ehrlich gesagt für ziemlich schäbig.
tagesschau.de: Wie war die Resonanz, nachdem Sie online gegangen sind? Werden Sie jetzt mit Lobbypapieren überflutet?
Gutjahr: Ich habe den Eindruck, dass wir einen Nerv getroffen haben. Die Leute sind es leid, den x-ten Minister beim "Doktorspielen" zu ertappen. Sie wollen wissen, welche Kräfte bei der Gesetzgebung mitwirken. Einige wenige kritische Stimmen fordern mehr Crowdsourcing-Elemente. Also mehr Möglichkeiten für User sich einzubringen, so dass wir von der Schwarmintelligenz profitieren können. Daran arbeiten wir. Wir sind ständig dabei, die Seite weiterzuentwickeln.
Uns wurde auch schon neues Material zugespielt. Von einer Flut kann man jetzt aber nicht sprechen. Es sind etwa ein gutes Dutzend Texte. Aber wir haben Signale aus Brüssel von Politikern und Mitarbeitern des EU-Parlaments bekommen, dass sie unsere Arbeit unterstützen wollen.
Das Interview führte Sandra Stalinski, tagesschau.de

Link zu LobbyPlag 

Vor 2600 Jahren – 7. Jh. v. Chr.: Ninive ist Assyriens Hauptstadt

Hoher Flug, tiefer Fall 

Assyrisches Reich [aus Wikipedia]


Um 900 v. Chr. begann der Aufstieg des Assyrischen Reichs, dessen Zentrum am Tigris in Mesopotamien lag, zur wichtigsten Macht Vorderasiens. 
Mesopotamien [Karte aus Wikipedia]
 Mit einer mobilen Reiterarmee gelang den Assyrern eine beispiellose Expansion. Sie kontrollierten schließlich ein Territorium, das von Anatolien im Norden bis Babylon im Süden, von der Mittelmeerküste im Westen bis in den Iran reichte. Für kurze Zeit war sogar Ägypten erobert. 
Restaurierte Stadtmauer von Ninive mit dem Großen Tor, Irak, 2002

 Ein Jahrhundert lang (705-612 v. Chr.) war Ninive die Hauptstadt des Assyrischen Reichs. Die Herrscher bauten die Stadt am Tigris zur größten und prachtvollsten Metropole ihrer Zeit aus. Ganze Heere von Sklavenarbeitern mussten für den Glanz schuften und ihr Leben lassen. Eine über 20 m hohe Mauer umgab die Stadt, Paläste und Tempel wurden angelegt, ein Kanal und Aquädukte für die Wasserversorgung gebaut. Berühmt ist Ninive heute vor allem für die erste organisierte Bibliothek der Geschichte, in der 50.000 Tontafeln archiviert gewesen sein sollen. 612 v.Chr. nahm die Herrlichkeit ein abruptes und gewalttätiges Ende: Eine Allianz unter der Führung Babylons eroberte die Stadt und zerstörte sie bis auf die Grundmauern.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Dienstag, 12. Februar 2013

Heute vor 66 Jahren – 12. Februar 1947: Christian Dior stellt den »New Look« vor

Ein neuer Stil entzückt die Damenwelt 

 Im engeren Kreis der Pariser Modeszene kannte man Christian Dior bereits 1945/46 als kreativen Kopf. Er war überzeugt, dass nach den langen Jahren des Kriegs, der Entbehrungen und der praktisch-schlichten Kleidung die Zeit für einen neuen Stil in der Damenmode reif war. Allerdings hatte er nicht die finanziellen Mittel, um seine Vorstellungen umzusetzen. Doch schließlich fand er einen Finanzier, einen der bedeutendsten Textilhersteller Frankreichs


Der »New Look«, Modezeichnung, 1954
 Heute vor 65 Jahren, am 12. Februar 1947, stellte Dior in Paris seine erste Kollektion vor: Schmale, runde Schultern, eine sehr enge Taille und wadenlange, weit schwingende Röcke prägten die Linie, die bevorzugten Stoffe waren Samt, Satin und Taft. Publikum und Kritiker waren hingerissen von Eleganz und Chic der Kreationen. Eine begeisterte amerikanische Journalistin schrieb den namensprägenden Satz »The dresses have such a new look«. Dior gelang es, den Look auch auf die Tageskleidung zu übertragen. Da seine Mode offensichtlich die Wünsche und Sehnsüchte der meisten Frauen (und Männer) erfüllte, war dem »New Look« ein Erfolg auf der ganzen Linie beschieden. 


 Christian Dior (1905-1957) 

führte zunächst eine Kunstgalerie 
 seit 1938 Designer für Pariser Modehäuser 
 führender Couturier der 1950er-Jahre 
 vermarktete sein Label weltweit mit Erfolg
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Montag, 11. Februar 2013

Nullachtfuffzehn eben 

Will man etwas als durchschnittlich, alltäglich und bar jeder Originalität charakterisieren, so fällt häufig der Ausdruck 08/15. Seit etwa 100 Jahren ist diese Wendung als abwertendes Urteil bekannt.

 Dass ausgerechnet ein Maschinengewehr, also eine eher außergewöhnliche Schusswaffe, hinter dieser Wendung steckt, mag zunächst überraschen: Für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs war der Exerzierdrill an und mit dem MG 08/15 fester und permanenter Bestandteil ihrer Ausbildung und ihres Einsatzes. Daher hatten sie diese Waffe bald über und übertrugen die numerische Kennzeichnung des Gewehres auf andere Bereiche. So war dann auch das Essen 08/15, ebenso wie ein langweiliges Buch oder ein Tag ohne besondere Ereignisse. 

[aus Wikipedia]
 Das auf eine Lafette (ein Untergestell) montierte MG 08 (im Jahr 1908 entwickelt) war schwer und im Gelände schwierig zu handhaben. Erst die Weiterentwicklung aus dem Jahr 1915 reduzierte mit einem Dreibein als Stütze das Gewicht und ermöglichte eine bessere Handhabung. So wurde das MG 08/15 auch zum meistproduzierten Modell der Reihe. Maschinengewehre mit einer Kadenz von 500/600 Schuss in der Minute waren die effektivsten und verheerendsten Waffen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, Millionen Menschen starben in deren Kugelhagel. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Sonntag, 10. Februar 2013

Heute vor 176 Jahren – 10. Februar 1837: Alexander Puschkin stirbt nach einem Duell

Der frühe Tod des Dichters 

Alexander Puschkin, der »Vater der russischen Literatur« und bis heute der beliebteste Dichter der Russen, hätte seinem Werk sicherlich noch viele literarische Glanzlichter hinzugefügt, doch er starb bereits mit 37 Jahren. Am 10. Februar 1837 erlag er in seiner St. Petersburger Wohnung der Schussverletzung, die er bei einem Duell zwei Tage zuvor davongetragen hatte. Die Hintergründe des tödlichen Ehrenhändels sind bis heute nicht gänzlich geklärt. 

Darstellung eines Pistolenduells, Illustration zu Puschkins Werk
Eugen Onegin, Aquarell, 1899
 Puschkin war ein Hitzkopf und er neigte zur Eifersucht. Seine Frau Natalja galt vielen als die schönste Frau in St. Petersburg. 1836 hatte sie den Franzosen Georges d'Anthes kennengelernt, einen attraktiven Gardeoffizier in russischen Diensten. Bald kursierten Gerüchte über eine Romanze der beiden und der aufgebrachte Dichter schrieb schließlich dem Vater des Rivalen einen derben Brief, der nach dem Ehrenkodex der Zeit zum Duell führen musste: Der Offizier schoss als Erster und traf Puschkin in den Bauch, verletzt am Boden liegend schoss auch Puschkin, verletzte den Kontrahenten aber nur leicht. Dass ausgerechnet ein Ausländer den Nationaldichter getötet hatte, traf die russische Seele besonders schwer. 

Was am 10. Februar noch geschah: 
 1962: Auf der Glienicker Brücke in Berlin werden die ersten Gefangenen zwischen den USA und der UdSSR ausgetauscht. 
 Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

Freitag, 8. Februar 2013

Heute vor 25 Jahren – 8. Februar 1988: Truppenabzug aus Afghanistan angekündigt

Reformer macht dem Debakel ein Ende 

Nach inneren Unruhen in dem Nachbarland ließ der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew (1906-1982) im Dezember 1979 die Rote Armee in Afghanistan einmarschieren. Die von den Sowjets neu eingesetzte afghanische Regierung verfolgte fortan einen strikt prosowjetischen Kurs. Die militärische Intervention traf von Beginn an auf den Widerstand mehrerer islamischer Gruppierungen, als deren mächtigste und einflussreichste sich bald die Mudschaheddin erwiesen. Da der Ost-West-Konflikt in einer heißen Phase war, erhielten die Rebellen Unterstützung und Waffen aus den USA. Obwohl sie 100.000 gut gerüstete Soldaten befehligte, gelang es der Roten Armee nicht, den Widerstand niederzuschlagen. Die Intervention entwickelte sich zum militärischen Debakel. 


Sowjetische Truppen ziehen aus Afghanistan ab, Februar 1989

Mit der Reformpolitik von Michail Gorbatschow, seit 1985 Generalsekretär des ZK, setzte auch in der sowjetischen Außen- und Sicherheitspolitik ein Wandel ein. Heute vor 25 Jahren, am 8. Februar 1988, kündigte Gorbatschow den Abzug der Truppen aus Afghanistan an; tatsächlich rückten die letzten Soldaten im Februar 1989 ab. Die Zahl der Todessopfer auf afghanischer Seite wird auf 1 Mio. geschätzt, die Rote Armee verlor 15000 Soldaten, weitere Zehntausende wurden schwer verletzt. 

Was am 8. Februar noch geschah: 
 1216: Papst Honorius III. erkennt den Orden der Dominikaner an. 
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

Donnerstag, 7. Februar 2013

Heute vor 115 Jahren – 7. Februar 1898: Émile Zola wird wegen Verleumdung angeklagt

Émile Zola wird aufgrund seines offenen Briefes vom 13. Januar an den französischen Präsidenten Félix Faure, in dem er der Justiz Irrtümer bei der Verurteilung von Alfred Dreyfus vorgeworfen und die Dreyfus-Affäre ins Rollen gebracht hat, wegen Verleumdung angeklagt.

Die erste von 34 Seiten des handgeschriebenen
Originalmanuskripts von Januar 1898
»Den unmittelbaren Anstoß zu dem offenen Brief von Zola gab der skandalöse Freispruch Walsin-Esterházys [des wirklichen Täters, Anm. v. mir]. Zola legte nun öffentlich die Hintergründe des Falles dar und bezichtigte ranghohe Offiziere des Generalstabs und der Militärjustiz, sowie einige an dem Fall beteiligte Gutachter und konservative Presseorgane des Antisemitismus, der Lüge und der bewussten Rechtsbeugung im Fall Dreyfus. Der Brief wurde auf der ersten Seite der Zeitung veröffentlicht und sorgte in Frankreich und im Ausland für enormes Aufsehen. Zola wurde daraufhin der Verleumdung angeklagt, wie er es am Ende des Briefs vorausgesehen und in Kauf genommen hatte, und am 23. Februar 1898 schuldig gesprochen. Um der Haftstrafe zu entgehen, floh er nach England, von wo er erst im Juni 1899 zurückkehrte.« [Wikipedia]

Dienstag, 5. Februar 2013

Aphrodite’s Child

Ich hab’ jetzt extra nur den Namen Aphrodite’s Child verlinkt, um die Überraschung aufrecht zu erhalten; sowohl Bass-Gitarrist als auch Keyboarder sind später mit ihren Solo-Karrieren sehr bekannt geworden, der eine eher bei Dieter Thomas Heck, der andere eher im Beat-Club:







Sonntag, 3. Februar 2013

Als ein Tollpatsch durch die Straßen wankte


Wie die Fußlappen ungarischer Soldaten die deutsche Rechtschreibung bestimmten. 
Einige notwendige Angleichungen durch die Reform


Von Peter Schmachthagen

Wissen Sie, was ein Tollpatsch ist? Natürlich, ein ungeschickter Mensch, der schwerfällig durch die Gegend tollt und dabei womöglich noch einfältig um sich patscht. Alles spricht auf den ersten Blick dafür, dass der Tollpatsch zur Wortfamilie des Adjektivs toll gehört, das bereits im Althochdeutschen „dumm und töricht“ bedeutete und später mit „getrübt, umnebelt, verwirrt“ erklärt wurde.

Das heißt, aus dem Niederländischen wanderte dol auch in der Bedeutung „ausgelassen“ nach Deutschland und traf zuerst auf die Rheinländer. Was damit angerichtet worden ist, sehen wir während der drei tollen Tage, die einen kühlen Norddeutschen zu der Überzeugung kommen lassen, dass die Erklärung „umnebelt und verwirrt“ doch passender gewesen wäre.

Wir kennen die Tollheit, das Tollhaus und die Tollkirsche. Die Tollwut ist eine Zusammenrückung aus tolle Wut, und tollkühn heißt „auf tolle Weise kühn“. Dennoch – unser Tollpatsch hat nichts mit dem Adjektiv toll zu tun. Vielmehr müssen wir den deutschen Sprachraum Richtung Budapest verlassen. Ein Tolpatsch ist ursprünglich ein ungarischer Fußsoldat, ein talpas, ein „Breitfüßiger“, von ung. talp (Sohle).

Im 17. Jahrhundert bekamen die ungarischen Infanteristen keine Schuhe, sondern befestigten sich Fußlappen mit Schnüren als Sohlen unter den nackten Füßen. Wenn die besser ausgestatteten Österreicher so einen ungarischen Fußsoldaten, dessen Sprache sie zudem nicht verstanden, unsicher auf den Beinen durch die Straßen wanken sahen, nannten sie ihn einen Tolpatsch – und da es sich um die Eindeutschung des ung. talpas handelte, natürlich analog mit nur einem „l“.

Falls vor der Rechtschreibreform ein Schüler „toller Tolpatsch“ schreiben sollte, fiel es ihm schwer, zwischen einem und zwei „l“ zu unterscheiden. Zur Not half damals auch einmal eine Ohrfeige, bis er es kapiert hatte. Ohrfeigen im Unterricht sind heutzutage glücklicherweise verboten und in diesem Fall auch nicht mehr notwendig. Seit 1998 schreiben wir den Tollpatsch mit Doppel-l.

Ich will in dieser Kolumne möglichst den Rechtschreibfrieden wahren, aber um zu zeigen, was ist, ist es ab und zu angebracht, einen Blick darauf zu werfen, was war. Neben umfassenden Regeln wie die ss/ß-Auslautung oder die klare Bestimmung „Verb und Verb immer getrennt“ änderten die Reformer nicht nur beim Tollpatsch, sondern bei rund 40 Wörtern die Schreibweise, indem sie den Stamm oder die Analogie (Vergleichbarkeit) anpassten.

Wir Älteren mussten uns zuerst daran gewöhnen, dass der „Stengel“ zum Stängel, die „Gemse“ zur Gämse und die „Greuel“ zu Gräueln geworden waren. Manch einer schnäuzte („schneuzte“) sich überschwänglich ("überschwenglich“) und sah sein Fachwissen bedroht. Die deutsche Sprache ist jedoch so kompliziert, dass jede Vereinfachung ihre Akzeptanz nur erhöhen kann.

Wenn früher Väter oder Lehrer doch einmal zum Rohrstock griffen, um uns den Hintern zu versohlen, war dieser Körperteil hinterher unter Umständen blau. Also heißen die zugehörigen Verben auch verbläuen oder einbläuen? Heute ja, damals nein. Mit den blauen Flecken, zu denen die Schreibweise umgangssprachlich gezogen worden ist, hat diese Tätigkeit primär nichts zu tun; „verbleuen“ kommt vom althochdeutschen bliuwan (schlagen) und wurde deshalb bis 1998 mit „e“ geschrieben.

Zu Recht angeglichen hat man die nicht angepassten Schreibweisen „mit Nummern numerieren, auf dem Platz plazieren“ oder den „Tip auf dem Tippschein“. Als Kind dachte ich immer, bei einem Albtraum laste ein ganzes Gebirge auf der Brust. Dabei kommt der Ausdruck von dem Alb, einem Naturgeist, der ein solches Albdrücken hervorruft, und nicht von den Alpen.

Und dann hätten wir da noch das Wort belämmert, das mit der Reform vom „e“ zum "ä" wechseln musste und zum Schlagwort in der Rechtschreibdiskussion wurde. Schließlich komme „belämmert“ nicht von den Lämmern, die auf der Weide stünden und belämmert nach der Mutter blökten, sondern sei 2. Partizip des niederd. Verbs belemmeren (hindern, lähmen).

Da ein Abc-Schütze diesen sprachhistorischen Hintergrund jedoch nicht beherrscht, blieb es beim "ä". Belämmert, in der Tat!

abendblatt.de 2.10.2012


mehr von Peter Schmachthagen findet man bei rechtschreibung.com

Michael Schneider von der Universität Marburg hat eine Geschichte der deutschen Rechtschreibung verfaßt, die man herunterladen kann.

Seltsame neue Schreibungen und Wirkliche Probleme von Ingolf Giese bei aix.gsi.de
siehe auch die Fünf Schritte zur Abschaffung der Rechtschreibung
(nach gutefrage.net schon 1964 von H. R. Bachofen für »Bachofen’s Digest« verfasst)
für Menschen mit robuster Magenschleimhaut seien auch die Sprach-Nachrichten empfohlen

der ist schon etwas älter:

Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn
Uvinisterät, ist es nchit witihcg in wlecehr
Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das
ezniige was wcthiig ist, ist daß der estre und
der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion
snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien,
tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist
so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn,
snderon das Wrot als gseatems. Ehct ksras, oedr?!
Das ghet wicklirh! Und da gheen wir jrheanalg in
die Shluce???




Samstag, 2. Februar 2013

Vor fast 3500 Jahren - um 1477 v. Chr.: Hatschepsut wird Pharaonin in Ägyten

Eine Frau auf dem Männerthron 

 Hatschepsut, Tochter von Pharao Thutmosis I. und Frau von Thutmosis II., regierte seit 1490 v. Chr. als Vormund für ihren Stiefsohn Thutmosis III. Das hatte es in Ägypten auch zuvor schon gegeben, Hatschepsut aber wollte mehr: Sie übernahm alle Macht und setzte sich selbst um 1477 v. Chr. als Pharaonin ein. Ihre Regierungszeit scheint eine Zeit relativen Friedens und allgemein guter wirtschaftlicher Verhältnisse gewesen zu sein. Der Handel blühte und prächtige neue Bauwerke entstanden. Nichts deutet darauf hin, dass es großen Widerstand gegen die Frau auf dem Thron gab. 

Tempel der Hatschepsut im Tal von Deir el-Bahari, Ägypten, um 2000

Um 1458 v. Chr. verlieren sich unvermittelt alle Spuren. Hatschepsut verschwindet aus der ägyptischen Geschichte. Ihr Stiefsohn Thutmosis III. übernimmt nach langer Wartezeit auch faktisch die Macht. Und er bläst zum Bildersturm. Sämtliche Zeugnisse, die an die »erste der Damen« erinnern, werden vernichtet, Hieroglyphen, die auf Obelisken und Tempelwänden von ihr sprechen, werden abgeschlagen. Erst über 3000 Jahre später kommt man ihr wieder auf die Spur. 

 18. Dynastie

1550-1292 v. Chr. 
 von Pharao Ahmose I. um 1550 begründet 
 weitere Regenten u. a. Hatschepsut und Tutanchamun 
 Beginn des Neuen Reichs 
 ein Höhepunkt der ägyptischen Geschichte 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Freitag, 1. Februar 2013

Heute vor 10 Jahren – 1. Februar 2003: Absturz der US_Raumfähre »Columbia«

Astronauten sterben bei Rückkehr aus dem All 

 16 Tage nach dem Start war das Space Shuttle »Columbia« am 1. Februar 2003 auf dem Rückweg zum US-Weltraumbahnhof des Kennedy Space Centers in Florida. Um 8.15 Uhr hatte die Raumfähre über dem Indischen Ozean planmäßig die Erdumlaufbahn verlassen, um 9.00 Uhr jedoch, 15 Minuten vor der geplanten Landung, verlor die Bodenstation den Funkkontakt zur »Columbia«. Zu dieser Zeit befand sie sich etwa 60 km über Texas und flog mit einer Geschwindigkeit von 21 113 km/h.


Die sieben Astronauten der Columbia auf dem Weg zum Shuttle, Januar 2003

Schon zwei Minuten nach Abbruch des Funkkontakts sichtete die Bodenkontrolle Trümmerteile hinter der Plasmaspur des Shuttles. Alle Versuche, erneut Kontakt aufzunehmen, scheiterten; die »Columbia« erschien nicht am Himmel über Florida. Schnell war klar, dass sich am texanischen Himmel eine Tragödie abgespielt hatte: Das älteste Raumfahrzeug der US-Shuttleflotte (Ersteinsatz: 1981) war zerbrochen. Die sieben Astronauten hatten keine Chance, den Unfall zu überleben. Wie spätere Untersuchungen ergaben, war bereits kurz nach dem Start ein Teil der Hartschaumisolierung des Treibstofftanks abgeplatzt, was zu der Katastrophe führte. Die »Columbia« ist nach der »Challenger« die zweite Raumfähre, die die USA während einer Mission verlor.

 »Challenger«- Katastrophe 

 am 28.1.1986 über Florida
 das Space Shuttle explodierte 73 Sek. nach dem Start
 alle sieben Astronauten starben
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Challenger Katastrophe Doku [1:40:51]
Jopex90
Am 28.12.2014 veröffentlicht 
Interessante Doku über das Unglück der STS-51-L  
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Mittwoch, 30. Januar 2013

Heute vor 80 Jahren – 30. Januar 1933: Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt

»Machtergreifung« oder »Machtübergabe«? 

 »Das, was wir da unten erleben, diese Tausende und Tausende und Zehntausende und Zehntausende von Menschen, die in einem sinnlosen Taumel von Jubel und Begeisterung der neuen Staatsführung entgegenrufen, das ist wirklich die Erfüllung unseres geheimsten Wunsches, das ist die Krönung unserer Arbeit … Deutschland ist im Erwachen.« Als Joseph Goebbels, Propagandachef der NSDAP, diese Worte heute vor 80 Jahren, am 30. Januar 1933, in die Mikrofone der Radioreporter sprach, stand er mit Adolf Hitler und anderen Parteigrößen am Fenster der Reichskanzlei in der Berliner Wilhelmstraße. »Da unten« zogen paramilitärische Verbände der Sturmabteilung (SA) und des Stahlhelms in einem Fackelzug vorbei, um dem neuen Kanzler Hitler zuzujubeln. Der Jubel war zwar aufrichtig, aber er war von Goebbels inszeniert. 


Adolf Hitler grüßt jubelnde Anhänger
aus dem Fenster der Reichkanzlei in Berlin,
30.1.1933
 Als »Tag der Machtergreifung« ging dieser 30. Januar in die Liste der nationalsozialistischen Ehrentage ein. Dabei hatte Hitler nicht die Macht »ergriffen«, wie der Ausdruck suggerieren sollte. Er hatte sie vielmehr »erhalten«, übergeben bekommen vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und nationalkonservativen Kräften, denen Faschisten allemal lieber waren als linke Parteien. 



 Was am 30. Januar noch geschah: 
 1972: Am »Blutsonntag« werden im nordirischen Derry proirische Demonstranten von britischen Soldaten erschossen. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013

Geschichtsfrage

Was entwickelte der Franzose 
Claude Chappe?

das Mikroskop
■ den Trommelrevolver
■ die Optische Telegrafie

Agricola – Vater der Montanwissenschaften

Agricola - Vater der Montanwissenschaften 

 Der sächsische Arzt und Naturforscher Georgius Agricola (1494 bis 1555) gilt als »Vater der Mineralogie« und Begründer der Montanwissenschaften. Er verband humanistisches Gelehrtentum mit realer Naturbeobachtung und praktisch-technischer Tätigkeit. Sein wissenschaftliches Interesse erstreckte sich auf viele Bereiche, von Medizin und Pädagogik über Metrologie und Wirtschaft bis hin zum Bergund Hüttenwesen. Sein bekanntestes Werk, die Metallkunde »De re metallica«, erschien 1556, ein Jahr nach seinem Tod, zunächst in lateinischer Sprache und wurde später in viele Sprachen übersetzt. 

 Der Engländer Robert Boyle (1627-1691) wirkte als Chemiker, Physiker und theologischer Schriftsteller. Auf der Suche nach einer universalen Theorie der Materie baute er 1659 eine Luftpumpe. Mit dieser stellte er Versuche an, die zur Entdeckung des Gasgesetzes führten, das nach Boyle und seinem Kollegen Edme Mariotte benannt ist. 

 Der deutsche Astronom Johannes Kepler (1571-1630) entwickelte die nach ihm benannten drei Gesetze der Planetenbewegung, wovon das erste die Ellipsenform der Planetenbahnen proklamiert.
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Dienstag, 29. Januar 2013

Vor 2300 Jahren – um 300 v. Chr.: Seleukos begründet das Seleukidenreich

In den Fußstapfen Alexanders des Großen 

Drachme des Königs Seleukos I., um 300 v. Chr.
 Seleukos (um 358-281 v. Chr.) war Makedone und einer der Feldherren Alexanders des Großen, in dessen Diensten er am Persien-Feldzug teilnahm. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. erhielt Seleukos die Satrapie Babylonien, die ihm als Ausgangsbasis zur Errichtung eines eigenen Reichs diente. Nachdem er 305 den Königstitel angenommen hatte, eroberte er Syrien und die Länder am mittleren Euphrat, 281 gewann er auch Kleinasien. Sein Reich umfasste schließlich fast die gesamten asiatischen Eroberungen Alexanders, es reichte vom Hindukusch im Osten bis zum Persischen Golf im Süden und Kleinasien im Westen. Das Herrschaftszentrum lag in Syrien. Als Seleukos, der den Beinamen »Nikator« (der Siegreiche) trug, bereits über 70 Jahre alt war, kehrte er in seine Heimat Makedonien zurück, die er seit dem Aufbruch mit Alexander 50 Jahre zuvor nicht mehr gesehen hatte. 281 fiel er einem Attentat zum Opfer. 


Karte des Seleukidenreiches. Die Zugehörigkeit der Satrapien
ist jeweils in vorchristlicher Zählung angegeben.
 Die Nachfolger des Königs, Seleukiden genannt, behaupteten das Reich über zwei Jahrhunderte lang und legten innerhalb seiner Grenzen mehr als 40 Städte an. Im letzten vorchristlichen Jahrhundert wurden aber die inneren Probleme ihres Reichs so groß, dass sie fast alle Kräfte banden. 64 v. Chr. fiel das Seleukidenreich an die Römer. 


Kleinasien – Neue Ordnung durch Pompeius (63 v. Chr.)

Satrap
Titel und Amt im antiken Perserreich
 Statthalter einer größeren Provinz/Satrapie 
 eingeführt von Dareios I. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013

Geschichtsfrage


Wer war Katharina von Bora? 

die Ehefrau Martin Luthers 
 die Geliebte Karls des Kühnen 
 die Mutter Katharinas der Großen