Mittwoch, 6. Mai 2015

Täuschung - Die Methode Reagan, Ressourcenkriege und medial vermittelte Feindbilder

Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein „Komitee für Täuschungsoperationen“ ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt der Sowjets in Murmansk durchgeführt.

Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit. Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges.

mehr:
Täuschung – Die Methode Reagan (arte.tv – nicht mehr erreichbar, da aus der Mediathek entfernt…) 
siehe dazu auch:
Dirk Pohlmann: "Der duale Staat – Recht, Macht und Ausnahmezustand" (Post, 16.05.2018)
Able Archer 83 (Wikipedia)
Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015)
Der Abschuß von KAL 007: Das westliche Narrativ in der Schlacht um die Deutungshoheit (Post, 30.12.2015)
Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (25.04.2014, zuletzt aktualisiert am 28.10.2014)
zu ominösen U-Booten in schwedischen Hoheitsgewässern:
Ein neues U-Boot und mangelnde Medien-Selbstreflexion (Post, 10.07.2016)
   und die beiden folgenden Videos:
Operation Täuschung -Die Methode Reagan- Doku von Dirk Pohlmann {52:13} 

KocksRhythmus 
Veröffentlicht am 06.05.2015
Mit Reagans Machtantritt ändert sich die Strategie der USA im Kalten Krieg grundlegend: Angriff statt Verteidigung. Sein geheimes "Komitee für Täuschungsoperationen", dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeitzeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen - gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme.
Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein "Komitee für Täuschungsoperationen" ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt der Sowjets in Murmansk durchgeführt. Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit.
Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges. Als in den 80er Jahren der schwedische sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme mit Willy Brandt und Egon Bahr seine Strategie der gemeinsamen Sicherheit vorschlägt und Schweden nicht mehr als "unsinkbaren Flugzeugträger" der Nato zur Verfügung stellen will, macht er sich nicht nur die konservativen Machteliten im eigenen Land zum Feind. Sein Ansatz ist auch Reagan schon früh ein Dorn im Auge, denn ein Einlenken der Sowjetunion im Wettrüsten des Kalten Krieges wäre für seine Strategie kontraproduktiv. So werden die Annäherungsgespräche sabotiert und die Person Palme diskreditiert. Im Februar 1986 wird Palme von einem unbekannten Täter ermordet.
Der Film zeigt die Bedeutung der geheimen Kriegsführung der USA im Kalten Krieg unter Bezugnahme auf hochkarätige Zeitzeugen und exklusives Filmmaterial. Einmal mehr wird deutlich, dass die USA zur Durchsetzung eigener Interessen auch vor der Souveränität demokratischer Staaten nicht Halt machte. Eine Thematik, die gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Lage und der jüngsten Geheimdienstskandale von beachtenswerter Aktualität ist.
… beim Filmfestival Das Meer ruft! in St. Petersburg ausgezeichnet als „Bester ausländischer Film“)[13]
[Dirk Pohlmann, Filmografie, Wikipedia, zuletzt abgerufen am 22.05.2020]
KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Täuschung - Die Methode Reagan) {1:43:54}

KenFM
Veröffentlicht am 05.05.2015
Wer Gegenwartsgeschichte verstehen will, muss eigentlich nur ins Archiv gehen. Geschichte wiederholt sich. Muster und Methoden, die sich bewährt haben, werden von den Machthabern schlichtweg wiederholt. So ist auch Krieg als Mittel der Politik bis heute ein Werkzeug, das von den Eliten angewandt wird, um den eigenen Vorteil auszubauen oder aber die Gegenseite endlich auf Normgröße zurückzustutzen.
Dieses Spiel der Macht wird von denen gespielt, die die Demokratie nur für einen vorübergehenden Irrtum der Geschichte halten. Finanzoligarchen, die sich im Westen auch gern als Philanthropen verkleiden.
Viel ist von dieser Demokratie nicht mehr übrig, denn dazu müssten die wesentlichen Tools tatsächlich in den Händen der Völker liegen. Das ist nicht der Fall.
Mega-Banken, Globalplayer-Konzerne und die großen Massenmedien gehören letztenendes Privatpersonen und werden von diesen wie Waffen eingesetzt. Natürlich geht es in diesem System nicht ohne Feindbild.
Der Feind der Eliten ist die Wahrheit. Nur durch permanente Manipulation der Massen ist ihr System überhaupt stabil. In einem dichten Netzwerk, bestehend aus Runden-Tischen, Stiftungen, Think-Tanks oder „Bildungseinrichtungen“, bilden sie immerzu die nächste Generation gehirngewaschener Überzeugungstäter heran.
Am Ende des Tages wird dann aber Krieg geführt, und kommt auch dieses Land, Deutschland, als Außenposten der USA nicht ohne Mord und Totschlag im Auftrag der Freiheit aus.
Aktuell wurde Russland wieder zum „Reich des Bösen“ erklärt. Dieser Begriff stammt vom ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und damit aus den 1980ern. Reagen war ein Kalter Krieger wie aus dem Lehrbuch und hatte sich mit jeder Faser seines politischen Handelns der Täuschung verschrieben. Reagan hasste die UdSSR. Er wollte sie um jeden Preis zerstören.
Dieses Ziel gelang ihm und seinen Beratern. Teilweise. Russland unter Putin ist wieder da. Ist die Ukraine-Krise Zufall? Oder soll unter Obama nur zu Ende gebracht werden, was Reagan nicht mehr gelang?
Die aktuelle Reportage „Täuschung - die Methode Reagan“ des Filmemachers Dirk Pohlmann wurde am 5. Mai auf Arte gezeigt. Dirk Pohlmann ist es in seiner Reportage erstmals gelungen, die US-Machtstrategen von damals vor die Kamera zu bekommen. Er hat es darüber hinaus auch geschafft, mit den Opfern des Imperialismus zu sprechen. Da wären z.B. die Schweden.
Schweden, als damals neutraler Staat, wurde unter Reagan Teil des Schlachtfeldes. Reagan war der schwedische Ministerpräsident Olof Palme ein Dorn im Auge. Olof Palme war wie Willy Brandt oder Egon Bahr ein Mann, der einen dritten Weg gehen wollte. Kooperation statt Konfrontation. Palme wurde später ermordet.
KenFM sprach mit Dirk Pohlmann rund 120 Minuten über das Résumé der Geschichte von damals, und wie wir die Erkenntnisse heute einzuordnen haben, wenn wir erkennen müssen, dass die Eliten auch 2015 nichts aus einem Fast-Atomkrieg gelernt haben. Wir haben unter Ronald Reagan nicht überlebt, da er und seine Berater in den Machtzentren erkannt hatten, dass die Mechanik der Provokation sich bereits verselbständigt hatte, sondern weil wir schlichtweg Glück gehabt hatten.
Der Film „Täuschung - die Methode Reagan“ erhielt am 27.4. auf dem russischen Filmfestival bereits den Preis „Bester ausländischer Film“ und ist in den kommenden Tagen online bei Arte weiterhin anzusehen.
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Stratfor - George Friedmanns Rede auf deutsch und Putins Gegendarstellung | komplett vertont [32:00] 
 

Holger Strohm 
Veröffentlicht am 03.04.2015
Eine Übersicht der jüngsten Äußerungen George Friedmanns, Direktor des transatlantischen STRATFOR, in der Öffentlichkeit. Die Vormachtstellung der USA hänge vor allem davon ab, dass Deutschland und Russland niemals enge Verbündete werden dürften.
Kommentare von Klagemauer-TV geben weiteren Aufschluss über die Hintergründe, ebenso wie die Darstellung der russischen Perspektive durch Vladimir Putin.
Ein Zusammenschnitt des Holger Strohm Medienteams zwecks optimaler Verbreitung im deutschen Sprachraum und zur Förderung kritischen Denkens eines jeden. Wir danken allen Beteiligten, vor allem für die wichtige Vertonungsarbeit.
Friedmans Äußerungen finden sich ab 3:30
Putins Darstellung der geopolitischen Lage ab 16:40
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Wes Clark - America's Foreign Policy "Coup" {8:14}
FORA.tv
Am 05.11.2007 veröffentlicht 
Retired four-star general and former Democratic Presidential candidate Wesley Clark criticizes the course of U.S. foreign policy in the wake of September 11, 2001. ----- Wesley Clark discusses "A Time to Lead."
Wesley Clark sought the presidency during the 2004 elections, seeking to bring a less hawkish perspective to the White House. After the campaign, Clark did not end his crusade for what he sees as a better America, one that supports his vision of a responsible foreign policy. He believes that hard work, leadership and determination will ultimately turn the country around. - The Commonwealth Club
Wesley Clark is a retired four-star general of the United States Army. Clark was valedictorian of his class at West Point, was awarded a Rhodes Scholarship to the University of Oxford where he earned a master's degree in economics, and later graduated from the Command and General Staff College with a master's degree in military science. He spent 34 years in the Army and the Department of Defense, receiving many military decorations, several honorary knighthoods, and a Presidential Medal of Freedom.


eine Anmerkung:
über die Rede von Wesley Clark beim »Commonwealth Club of California« habe ich nirgendwo in der Mainstream-Medien irgend etwas gefunden…

Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001 - Vortrag von Daniele Ganser {1:31:30}
KenFM
Veröffentlicht am 03.02.2015
++ English Subtitles available! ++
Als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in den Nord- und den Südturm des World Trade Centers rasten, und beide Türme nach kurzer Zeit einstürzten, war die gesamte Welt geschockt. Die mediale Aufmerksamkeit war zunächst bei den eingestürzten Zwillingstürmen, nicht jedoch bei dem ebenfalls eingestürzten WTC-Gebäude 7, das weder von einem Flugzeug getroffen wurde, noch mit einer einzigen Silbe im offiziellen Untersuchungsbericht zu den Anschlägen erwähnt wurde. Die Aufmerksamkeit lag dann sehr schnell bei der Frage, wer für diese Attacke verantwortlich sei, und die Antwort wurde überraschend schnell präsentiert - Osama bin Laden und sein Terrornetzwerk Al-Kaida. Seither steht jeder Moslem unter Generalverdacht, und wer das Wort Terrorist hört, denkt in aller Regel an einen bärtigen Turban-Träger, und nicht an einen RAF- oder ETA-Terroristen.
Warum ist das so? Wer lanciert diese Feindbilder und profitiert davon? Welcher Zusammenhang besteht zu den aktuellen Kriegen des 21. Jahrhunderts? Sind diese Einsätze wirklich "Demokratie-Exporte"? Und kann man die Vereinigten Staaten von Amerika als Imperium bezeichnen? All das sind Fragen, auf die der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in seinem Vortrag "Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der 'Clash of Civilizations' - Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss" am 15. Dezember 2014 im voll besuchten Hörsaal der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen einging. Neben über 500 interessierten Zuhörern aller Altersklassen wurde der Vortrag auch von KenFM-Kameras verfolgt und aufgezeichnet, und nun hier, wie bereits im letzt Interview angekündigt, veröffentlicht. In Kürze wird zudem ein Interview mit Prof. Dr. Rainer Rothfuß veröffentlicht, der Ganser nach Tübingen eingeladen hatte und den Vortrag trotz massivem Gegenwind stattfinden ließ.
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KenFM im Gespräch mit: Dr. Daniele Ganser (Teil 1: Ressourcenkriege, Peak-Oil, Imperium USA) [49:18]
KenFM
Veröffentlicht am 15.03.2014
(gleicher Info-Text wie folgendes Video)

KenFM im Gespräch mit: Dr. Daniele Ganser (Teil 2: NATO-Terror, 9/11, Ausblick und Lösungsansätze) [1:03:57]
KenFM
Veröffentlicht am 15.03.2014
Dr. Daniele Ganser gehört zu den namhaftesten Historikern im deutschsprachigen Raum. Sein Buch „NATO-Geheimarmeen in Europa - Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung" wurde 2005 veröffentlicht und in zehn Sprachen übersetzt. Es gilt als das Standardwerk zum Thema staatlich organisierter Terror. Diese Publikation machte ihn international bekannt.
Ganser leitet außerdem das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER - http://www.siper.ch), das auf dem Gebiet der Friedens- und Energieforschung tätig ist. Darüber hinaus lehrt der Schweizer Historiker Forschungen zum Fall 9/11. Allein die Existenz dieses Forschungsfeldes sorgte nicht nur in der Schweiz immer wieder für heiße Diskussionen. Auch Anrufe aus Washington blieben nicht aus.
KenFM traf Dr. Daniele Ganser in Basel und sprach mit ihm über NATO-Politik, Ressourcen- und Wirtschaftskriege, die Causa 9/11 und die globalen Vorgehensweisen des amerikanischen Imperiums.
Die zentrale Erkenntnis des Gesprächs: Wir befinden uns in einem Informationskrieg, und jeder, der über Zugang zum Netz verfügt, befindet sich an der Front.
Eine Begegnung in zwei Teilen. Die Fortsetzung zu den Themen NATO-Geheimarmeen, 9/11 und einem Ausblick für die kommenden Jahrzehnte folgt am 19. März.
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siehe auch:
wegen Layout-Problemen neu angelegt am 26.09.2017
zuletzt aktualisiert am 06.01.2019 

Sonntag, 3. Mai 2015

Nachschulung für New Yorks Polizisten

Michael Brown in Ferguson, ein 12-jähriger Junge in Cleveland, Eric Garner in New York: In den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Fälle von Polizeigewalt. In New York sollen nun 22.000 Streifenpolizisten nachgeschult werden, um weitere Übergriffe zu verhindern.
mehr:
- Polizisten in New York | Bildquelle: AFP Polizeigewalt in den USA – Nachschulung für New Yorks Polizisten (Kai Clement, Tagesschau, 05.12.2014) Man beachte auch die Kommentare!
siehe auch:
- Heute vor 23 Jahren – 29. April 1992: Schwere Rassenunruhen in Los Angeles nach Freispruch von Polizisten  (Post, 29.04.2015)
- Das Allmachts-Problem vieler US-Cops (Ansgar Graw, Die Welt, 08.12.2014)
- Der Tag, an dem die US-Polizei mein Feind wurde (Ansgar Graw, Die Welt, 19.08.2014)

Der "wohl im letzten Moment vereitelten Terroranschlag in Hessen"

Die kritische Distanz im Journalismus schwindet, die FAZ hat erneut dafür ein peinliches Exempel statuiert

Mitunter könnte einen der Verdacht beschleichen, dass angesichts der Nöte der Bundesregierung bis hinauf zur Kanzlerin durch immer neue Enthüllungen über die Arbeit des BND und seines Kuschelns mit der NSA, ein Fall höchster terroristischer Bedrohung gerade recht käme. Die Festnahme des türkischstämmigen Paars in Oberursel war Donnerstagnacht vor dem Internationalen Radrennen "Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn" erfolgt, weil die Polizei vermutete, dass womöglich ein Anschlag wie in Boston auf die Marathonläufer geplant gewesen sein könnte.


Das Radrennen wurde trotz der Festnahme abgesagt, einige hundert Radfahrer ließen es sich trotzdem nicht nehmen, am 1. Mai demonstrativ die Räder zu besteigen. Die Geste richtete sich gegen mögliche Islamisten, dass man sich nicht vor Angst zurückzieht, aber auch gegen die Behörden, die möglicherweise mit dem Verbot - nicht mit der Festnahme - überreagiert haben.

Mehr:
- Der "wohl im letzten Moment vereitelten Terroranschlag in Hessen" (Florian Rötzer, Telepolis, 03.05.2015)
mein Kommentar: klassische Win-Win-Situation: keiner macht was falsch, alle sind schön vorsichtig, die Bevölkerung ist wieder in Maßen aufgeregt…
Und wehe, wehe, wehe, was wäre gewesen, wenn’s Rennen nicht abgesagt worden und was passiert wäre, dann wären aber Köpfe gerollt.

AIIB: eine fortschrittliche Alternative zum IWF?

Die Gründung der Asiatischen Investitions- und Infrastrukturbank (AIIB) wird von vielen Beobachtern als ein für die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft positives Ereignis gesehen

In den Augen der Befürworter wird die AIIB ein Gegengewicht zum US-dominierten IWF bilden, auf diese Weise die globale Macht des US-Dollars begrenzen und so ihren Teil zu einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung beitragen. Um diese Sichtweise auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen, hier erst einmal ein kurzer Blick auf die Vor- und Entstehungsgeschichte der AIIB.
Die chinesische Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach auf eine Erhöhung ihres Stimmrechts innerhalb des Internationalen Währungsfonds (IWF) gedrängt. Diese wurde ihr nicht gewährt. Daraufhin hat die Führung in Beijing im Juli 2014 zusammen mit den übrigen BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und Südafrika) die Gründung der "Neuen Entwicklungsbank" (NEB) und im Oktober 2014 die Gründung der AIIB angekündigt.

mehr:
- Ist die AIIB eine fortschrittliche Alternative zum IWF? (Ernst Wolff, 02.05.2015)

Gabriel: TTIP-Gerichtshof statt Schiedsstellen

Im Streit um TTIP hat Wirtschaftsminister Gabriel eine Alternative zu den umstrittenen Schiedsstellen erarbeiten lassen. Eigens für TTIP soll ein Gerichtshof gegründet werden, heißt es in einem Konzept Gabriels. EU und USA sollen dafür unabhängige Richter ernennen.
mehr:
- Wirtschaftsminister Gabriel legt Konzept vor – TTIP-Gerichtshof statt Schiedsstellen (Tagesschau, 02.05.2015, man beachte auch die Kkommentare!)

Ausspähen unter Freunden geht doch!

Codename SUSLAG - BND nutzte NSA-Material zur Ausspähung von Freunden und Verbündeten
Das Schweigen des BND, die Umgehung der G10-Kommission und die Desinformation im parlamentarischen NSA-Untersuchungsausschuss scheint solider motiviert zu sein, als bislang bekannt war. So hat der BND nicht etwa nur das Ausspionieren europäischer Partner geduldet und unterstützt - sondern offenbar auch selbst hiervon profitiert.

So berichtet die Bildzeitung von aufgefangener Kommunikation in Krisengebieten wie Telefonaten zwischen Afghanistan und Pakistan. Betroffen sei aber auch Kommunikation europäischer Unternehmen, Ministerien und Behörden, die in Nahost tätig seien. Mitgeschnitten worden seien nicht etwa nur Meta-Daten, sondern vollständige Aufzeichnungen von Telefonaten und E-Mails, Ton- und Textdateien. Im wohl besonders betroffenen Frankreich hält man sich bislang mit Kommentaren zurück - wo man mit Wirtschaftsspionage auch nicht schüchtern ist.

mehr:
- Ausspähen unter Freunden geht doch! (Markus Kompa, Telepolis, 02.05.2015)
siehe auch:
- „Der Bundesnachrichtendienst ist eine kriminelle Vereinigung“ – und Deutschland ist nicht souverän (Post, 27.04.2015)

Pressefreiheit in Saudi-Arabien: Blogger Badawi

In wenigen Ländern ist es schlechter um die Pressefreiheit bestellt als in Saudi-Arabien. Zum Symbol dafür wurde der Blogger Badawi, der zu 1000 Stockschlägen und langer Haft verurteilt wurde. Seine einzige Hoffnung ist der weltweite Zuspruch.
mehr:
- Internationaler Tag der Pressefreiheit – Wenn auf Worte Schläge folgen (Sabine Rossi, Tagesschau, 03.05.2015)
siehe dazu:
- Urteil in Saudi-Arabien: Zehn Jahre Haft und 1000 Peitschenhiebe für Blogger (SPIEGEL, 08.05.2014) Zitat:
Badawis Vergehen: Er hatte im Internet eine Debatte über das Verhältnis von Politik und Religion in Saudi-Arabien angestoßen. 2008 hatte er im Netz das Forum "Freie Saudische Liberale" gegründet, das fortan ins Visier der Behörden in dem konservativen Königreich geriet.

Nato reaktiviert das Rote Telefon für Ernstfall

Es ist ein Symbol des Kalten Krieges: Das Rote Telefon. Der Kommunikationskanal zwischen dem Westen und der Sowjetunion sollte den Dritten Weltkrieg verhindern. Auf deutsche Initiative reaktiviert die Nato nun die Direktverbindung zum russischen Militär.
mehr:
- Direkter Draht nach Moskau – Nato reaktiviert das Rote Telefon für Ernstfall (03.05.2015)

Vollzeitgehalt für 6 Stunden Arbeit

Nur noch sechs Stunden arbeiten pro Tag, und trotzdem das gleiche Gehalt einstreichen - für viele Arbeitnehmer ist dies ein Wunschtraum. In Schweden wird dieser in einigen Betrieben Realität. Sie haben diese verkürzte Arbeitszeit eingeführt. Ist das ein Schritt in die Zukunft? Zumindest ist es der Versuch einer Antwort auf die steigende Arbeitsbelastung und die steigenden Krankenstände.
mehr:
- Vollzeitgehalt für 6 Stunden Arbeit – Neues Arbeitsmodell könnte Schule machen  (n-tv-Mediathek, Video)

Protokollwünsche, re-traumatisierende Irritationen und die Suche nach den überforderten Schuldigen

Feine Gedecke für prominente Gäste, Holztische für die Überlebenden – nach der Gedenkfeier im KZ Ravensbrück wird Kritik an den Veranstaltern laut. Ein Helfer sagt: "Es war einfach beschämend."
mehr:
- Irritierende Zwei-Klassen-Gesellschaft in Ravensbrück (Die Welt, 26.04.2015)


»Meinungen sind wie Arschlöcher: Jeder hat eins.« (Clint Eastwood)

Ich habe mal eine Zeitlang bei der Friedensuniversität Berlin mitgemacht. Ich weiß, was für eine Veranstaltungsqualität dabei herauskpommt, wenn die Personaldecke sehr dünn ist. Wehe, man stolpert dabei über die Lichtschranken von Politik, Medien oder sonstigen Gutmenschen! Während einer Veranstaltung Im Agathenhof in Kärnten (damals ein Esoterik-Wellness-Hotel, heute ein »Gesundheitsresort«) Anfang der 90er kam ein Student aus Wien zu Besuch zu seiner Großmutter, die dort als ehemalige Angestellte kostenlos wohnen durfte. Dieser junge Mann gehörte in Wien zur rechtsradiklen Szene. Da war was los in den Medien hinterher!

Ein italienisches Fußball-Märchen

Ein Spieler-Etat von 3 Millionen Euro und ein Stadion, in das keine 4200 Zuschauer passen. In Carpi wird erfolgreich mit kleiner Kelle angerührt. Schon bald sollen hier Juve, Inter und Lazio spielen. 

Blitze und Donnergrollen leiten die Nachspielzeit des Fussballspiels zwischen Carpi und Bari ein. Der Himmel über dem Stadion Sandro Cabassi verfärbt sich in der Nacht auf Mittwoch in den unterschiedlichsten Violetttönen. Spannung liegt aber nicht nur in der Luft. «Nur noch 240 Sekunden trennen Carpi vom historischen Aufstieg in die Serie A», brüllt der Reporter des Lokalsenders Radio Bruno ins Mikrofon. Die knapp 4200 Zuschauer im randvollen Stadion sind elektrisiert. Auch sie wissen, dass das 0:0 genügen würde, um zu erreichen, was bis vor ein paar Monaten undenkbar war. Der Trainer Fabrizio Castori tigert im strömenden Regen vor der Bank auf und ab. Ein letztes Aufbäumen der Mannschaft aus Apulien könnte das Fussballfest noch ruinieren. Wie sich das anfühlt, wissen die Spieler. Ein paar Tage zuvor sind sie nach sieben Siegen in Serie in Frosinone gestrauchelt und haben die erste Gelegenheit zum vorzeitigen Aufstieg verpasst.

Ein Barkeeper als Türöffner
Nochmals werde sich die Mannschaft aber nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, zeigt sich Castori am Vortag des Spiels überzeugt. «Wir sind bereit für den letzten Schritt», sagt der 60-Jährige nach dem montäglichen Training in den heruntergekommenen Katakomben des Stadions. Die Mannschaft habe die Meisterschaft dominiert und sich den Aufstieg verdient.

Tatsächlich hat Carpi eine traumhafte Saison gespielt. Nach einem Start mit dem Ligaerhalt als Ziel zeigte sich rasch, dass es mit der Taktik des zu Saisonbeginn engagierten Trainers, die auf ein intensives, schnelles Spiel mit weiten Pässen in die Spitze fusst, möglich ist, auch Gegner zu schlagen, die auf dem Papier übermächtig erscheinen. Schritt um Schritt kletterte Carpi die Tabelle der Serie B hoch. Und wenn während der Vorrunde das Augenmerk des Vereins noch auf dem Punkte-Unterschied zu den Abstiegsplätzen lag, begann man Mitte Herbst mehr und mehr an das Unmögliche zu glauben. Nach den Weihnachtsferien grüsste die Mannschaft von der Tabellenspitze, hatte jedoch Mühe, ins neue Jahr zu starten. Mehrere Verletzungen unter anderem des nigerianischen Torjägers Jerry Mbakogu führten zu vier torlosen Remis in Folge.

Die Verfolger konnten daraus jedoch keinen Profit schlagen. Und so setzte Carpi zu einem Höhenflug an, bei dem der Mannschaft alles zu gelingen schien, ganz zum Ärger Claudio Lotitos. Der wiederholt in juristische Querelen verwickelte Präsident der SS Lazio Rom und Besitzer der US Salernitana sagte in einem mitgeschnittenen und Mitte Februar von den Medien publizierten Telefongespräch , dass der Aufstieg von Mannschaften wie Carpi der Serie A schade, weil sich die TV-Rechte nicht verkaufen liessen. Seither ist Lotito nicht nur in Carpi regelmässig Zielscheibe von Spruchbändern und Fan-Chören. Die Mannschaft dürfte derweil von solcher Polemik zusätzlich angespornt worden sein.

Spätestens seit dem 3:0-Sieg im Spitzenspiel gegen das einst so grosse Bologna Anfang April sei allen klar gewesen, dass diese Mannschaft heuer nicht mehr zu stoppen sei, erzählt Romeo Girelli. Der Besitzer des Caffè Madera und langjährige Carpi-Fan ist zum Mannschaftstraining gekommen, in der Hoffnung, ein Ticket für das seit Tagen ausverkaufte Dienstags-Spiel zu ergattern. Als er erfährt, dass sich eine Schweizer Zeitung für «seinen» Klub interessiert, lässt er alles stehen und liegen, um uns zum Klubhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Stadions zu begleiten. Ohne uns ausweisen zu müssen oder kontrolliert zu werden, werden wir vom Barkeeper ins Herz der Klub-Verwaltung eingeschleust.

Im Innern des Gebäudes an der Via Carlo Marx geht es zu wie in einem Bienenhaus. Dauernd klingelt irgendwo ein Telefon. «Pronto!», widerhallt es von den nackten Wänden, die sich einzig durch die vielen Mannschafts-Fotos von einem Hinterstübchen eines in die Jahre gekommenen Tabacchinos unterscheiden. Die Gesichter, die von den vergilbten Postern lachen, freuen sich über gewonnene Meisterschaften der Serie D oder Aufstiege in die Serie C1. Vom «grande calcio» wurde in «Cäärp», wie die Stadt im lokalen Dialekt heisst, immer nur geträumt. Über weite Strecken seiner 106-jährigen Geschichte pendelte Carpi zwischen den Serien C, D – und noch tieferen Ligen. Im Jahr 2000 ging der Klub in Konkurs. In der Folge spielte die Mannschaft bis 2010 in Amateurligen, auf Plätzen, auf denen kaum ein Grashalm wuchs. Der erstmalige Aufstieg in die Serie B vor zwei Jahren wurde von den Fans bereits als «Ankunft im Paradies» bezeichnet – ohne die geringste Hoffnung auf mehr.

mehr:
- Italienisches Fussballmärchen – Carpi diem (Ronny Nicolussi, NZZ, 02.05.2015)

Nepal – Griechenland im Himalaya

Für Nepals Machtelite ist der Staat ein Mittel zur Selbstbereicherung. Auch deshalb ist das Land nach dem Beben so stark auf internationale Hilfe angewiesen. Die Geber laufen Gefahr, diese Missstände zu verfestigen.

Einer der meistgehörten Sätze dieser Tage in Kathmandu ist ein Misstrauensvotum. «Vom Staat erwarten wir nichts.» Die Menschen unter den Zeltplanen, die aus Furcht vor Nachbeben nicht in ihre Häuser zurückkehren wollen, die Freiwilligen, die in den Trümmerhaufen nach Überlebenden suchen, die Verschonten, die den weniger Glücklichen mit Nahrungsmitteln helfen – von der Regierung erwarten sie nichts. Und dies zu Recht, denn mit Ausnahme der Armee glänzen die staatlichen Institutionen nach der schwersten Naturkatastrophe der letzten acht Jahrzehnte in jeglicher Hinsicht mit Abwesenheit. Die Auftritte von Premierminister Koirala an Unglücksorten lassen sich an einer Hand abzählen.

Günstlingswirtschaft

«Nepals Eliten haben den Staat nie als Leistungserbringer für das Volk, sondern immer als Bereicherungsmöglichkeit verstanden», erklärt Thomas Bell. Der Brite lebt seit über einem Jahrzehnt in Nepal und hat mit dem Buch «Kathmandu» eine vielbeachtete Beschreibung seiner Wahlheimat vorgelegt. «Auch vor dem Beben funktionierten Wasser- und Stromversorgung dort am besten, wo Günstlinge der Regierung lebten. Das Einzige, was die Regierung effizient betreibt, ist die Bewirtschaftung ihres Patronagesystems.» Auch nach dem Hochwasser im Sommer 2014 habe die Regierung nicht viel mehr getan, als internationale Hilfe zu fordern.

Natürlich ist Nepal nicht das einzige arme Land mit Eliten, die sich nicht um das Wohl der Bevölkerung kümmern. Die Stabilität der Machtverhältnisse ist aber aussergewöhnlich. Der Himalajastaat war nie eine westliche Kolonie, seit dem 18. Jahrhundert herrscht eine relativ homogene städtische Oberschicht aus Angehörigen der höchsten Kasten über nahezu alle Aspekte des Lebens. Dies hat sich auch nicht geändert, als nach dem Ende des Bürgerkrieges die Monarchie abgeschafft wurde. Das Land führt zwar demokratische Wahlen durch, ist aber weiterhin von feudalen Machtstrukturen geprägt. Wie stark diese auf enge Kreise in Kathmandu beschränkt sind, zeigt sich auch daran, dass ältere Generationen von «Nepal» sprechen, wenn sie die Hauptstadt meinen. Das Machtzentrum steht fürs ganze Land. Wer nicht dazugehört, sieht nur im Ausland Perspektiven. Kaum ein Land der Erde ist so stark auf Überweisungen von Gastarbeitern im Ausland angewiesen wie Nepal.

mehr:
- Nepals korrupte Eliten – «Vom Staat erwarten wir nichts» (Volker Pabst, NZZ, 03.05.2015)
»Die in Teilen Griechenlands über 400 Jahre währende osmanische Herrschaft führte dazu, daß die Griechen den Staat im wesentlichen als Ausbeuter erlebten. Während in Westeuropa ein selbstbewußtes Bürgertum entstand, welches den Staat als das eigene Staatswesen, als die eigene bürgerliche Republik empfand, war der Staat für die Griechen gleichbedeutend mit Fremdherrschaft, gegen die es sich zu wehren galt und die man haßte. Steuervermeidung und Diebstahl von staatlichem Eigentum waren typische Abwehrreaktionen. Diese Einstellung zum Staat wurde zu einer Tradition, die bis heute fortwirkt.« (Heinz A. Richter, Athener Klientelismus, in: Lettre international 96, Frühjahr 2012)

Im Irak im Schützengraben

Es gibt Soldaten, die Strichlisten über die getöteten Feinde führen. Einer hat eben seinen 182. Strich gemacht. Mit den kurdischen Peschmerga, an der Front im Nordirak, im Kampf gegen den «Islamischen Staat».

Dohuk, Nordirak, 40 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Morgens um sieben. Es ist sonnig, aber kalt. Allan, Cameran und ich stehen auf der Strasse herum und warten. Das Lokal, das gross mit «Caffee» angeschrieben ist, serviert keinen Kaffee. Der Mann, der schon an einem Kebab herumsäbelt, weiss gar nicht, wovon wir reden. Also trinken wir Tee, der wie immer viel zu süss ist.

Wir sind um fünf Uhr in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan, aufgebrochen. Ausserhalb der Stadt assen wir unter Lastwagenfahrern im Neonlicht frischen Joghurt und warmes Brot. Jetzt warten wir auf unseren Fixer. Fixer werden in Ländern wie dem Irak jene Leute genannt, die für Journalisten übersetzen und organisieren, deren Hauptaufgabe aber darin besteht, dafür zu sorgen, dass der Journalist überlebt.

Unser Fixer soll uns heute an die Front bringen. Wir wollen sehen, wo die kurdischen Streitkräfte, die Peschmerga, gegen die Truppen des «Islamischen Staates» (IS) kämpfen. Doch als ich ihn vor einer Viertelstunde anrief, weckte ich ihn offensichtlich. Er versprach, gleich zu kommen. Bis er da ist, bleibt genug Zeit für die erste Auseinandersetzung des Tages.

Allan und Cameran kennen sich vom Studium, beide studierten internationale Beziehungen in Genf. Allan ist Schweizer, er hat über Kurdistan lizenziert, Cameran ist ein in der Schweiz aufgewachsener Kurde und feuriger Nationalist. Wie viele seiner Landsleute sieht er im momentanen Kriegs-Chaos im Mittleren Osten die Stunde für einen Kurdenstaat gekommen.

Letztes Jahr wollte er sich den Peschmerga anschliessen, er stellte sich vor, seine Ausbildung an der Panzerfaust im Schweizer Militär könnte nützlich sein. Doch seine Eltern protestierten. Neben dem IS gilt Camerans Feindschaft den Arabern im Allgemeinen und den Irakern im Speziellen. Dafür lässt er nichts auf Israel kommen; diese Sympathie ist in Kurdistan weit verbreitet. Umzingelt von Todfeinden, damit können sich die Kurden identifizieren.

mehr:
- Reportage: Im Irak im Schützengraben (Christoph Zürcher, NZZ, 03.05.2015)

Samstag, 2. Mai 2015

Fernsehtip: Vertrauter Feind - Nazis im Dienst der CIA

Sie waren Verbrecher, Folterer und Massenmörder: 1945 fliehen Dutzende hochrangige Nationalsozialisten vor der Justiz der Alliierten ins sichere Exil. Dort weiß man ihre Erfahrung durchaus zu nutzen. Rekrutiert von der CIA, werden die alten Feinde zu Verbündeten im Kalten Krieg
mehr:
- ZDF-History: Vertrauter Feind – Nazis im Dienst der CIA (Phoenix, heute abend, 02.05.2015, 21:45h, Wiederholung: Mittwoch, 06.05.2015, 03:45 h) 

ZDF History - Vertrauter Feind - Nazis im Dienst der CIA [41:51]


Veröffentlicht am 31.01.2015
Ausgestrahlt: 23.11.2014 | 45:00 Min.| Quelle: ZDF
Sie waren Verbrecher, Folterer und Massenmörder: 1945 fliehen Dutzende hochrangige Nationalsozialisten vor der Justiz der Alliierten ins sichere Exil. Dort weiß man ihre Erfahrung durchaus zu nutzen. Rekrutiert von der CIA, werden die alten Feinde zu Verbündeten im Kalten Krieg. Zahlreiche ehemalige Nazigrößen und italienische Faschisten heuern als Agenten für weltweite Operationen gegen den Kommunismus an: Sie organisieren Folter und Todesschwadronen in den pro-amerikanischen Militärdiktaturen Südamerikas und sind beteiligt an Putschversuchen in Italien.
"ZDF-History" rekonstruiert die Pfade eines weltumspannenden Netzwerks, dessen geheime Macht auch in Regierungskreise der Bundesrepublik reichte.

9,000 Nazis Conduct MKULTRA [4:30]

Hochgeladen am 12.09.2010
Another introduction to MKULTRA, how 34 Nazi scientists secretly brought here after WWII turned into 9,000 Nazis conducting MKULTRA on unknowing citizens. Discusses key players in the start up. Some very nasty characters were brought here and unleashed on We The People secretly.
Emphasizing that 9,000 Nazi scientists started this monstrous mind control operation that has spanned about 6 decades.

siehe auch:
Merrill Reed Weiner, die jüngere Schwester von Lou Reed, hat einen Essay über ihren 2013 verstorbenen Bruder geschrieben, in dem sie sich mit Gerüchten über Reeds Kindheit und die angeblich homophoben Neigungen ihrer Eltern auseinandergesetzt hat.

John Cale and Lou Reed on Sunday Night (1989) [9:00]

Veröffentlicht am 21.01.2013
John Cale and Lou Reed perform two songs on Sunday Night (later called "Night Music") show #120 in 1989.
1. "You Got The Style It Takes" (00:00) Text
2. "Nobody But You" (03:17) Text

siehe auch – Donald Ewen Cameron [Wikipedia]:
Mitte der 1950er wurde Cameron Professor für Psychiatrie der McGill University, leitender Psychiater des Royal Victoria Hospitals und Direktor des Alan Memorial Institutes. 1952/53 war er Präsident der American Psychiatric Association. Ferner wurde er zum Präsident des Psychiatrieverbandes von Quebec und Kanada, der World Psychiatric Association (Weltverband der Psychiatrie), der Gesellschaft für Biologische Psychiatrie und des Amerikanischen Psychopathologischen Verbandes gewählt.
[…] 
1956/57 begab sich Val Orlikow, die Frau des kanadischen Parlamentsmitglieds David Orlikow, wegen Depressionen zu ihm in Behandlung. An ihr, wie auch an hunderten weiteren Patienten mit geringfügigen Problemen, machte er seine Driving-Experimente mit LSD und Elektroschocks. Als Val Orlikow das Allan Memorial wieder verließ, hatte sie den Verstand eines Kleinkinds und keine Erinnerung mehr an ihren Ehemann und ihre Kinder. Erst zehn Jahre nach Camerons Tod, nachdem die Orlikows von einer Kongressanhörung zu den CIA-Gehirnwäsche-Experimenten lasen, gelang es ihnen, diese „Behandlungen“ aufzudecken. 
Eine weitere Patientin war Linda McDonald. Im Jahre 1962, nach der fünften Schwangerschaft, bekam sie postnatale Depressionen. Innerhalb von drei Wochen in seiner Klinik diagnostizierte Cameron, dass sie unter akuter Schizophrenie litt. Er behandelte sie innerhalb von vier Monaten mit 102 Elektroschocks, 6 Joule Elektrizität pro Behandlung, und setzte sie für 86 Tage in ein künstliches Koma. Dies löschte ihr Gedächtnis auf Kleinkindniveau, sie musste wieder lernen auf die Toilette zu gehen. Sie hatte keine Erinnerungen mehr über ihr früheres Leben, bei der Rückkehr erkannte sie ihre eigene Familie nicht mehr. 
[Donald Ewen CameronWikipedia]

- A Family in Peril: Lou Reed’s Sister Sets the Record Straight About His Childhood (Merrill Reed Weiner, Medium)

zu MKULTRA siehe auch:
- Hoaxilla #134 – ‘MKULTRA’ (Hoaxilla, 15.09.2013)
- Von Wilhelm Reich zu MKULTRA (Thomas Barth, Inversepanopticon, 15.02.2014)
- Die Tötungsmaschine (Cubafreundschaft, 30.06.2007, PDF)
- Kurt Blome (InfoRapid Wissensportal)
- Gegenkultur der 1960er Jahre (Deutsch-Linien, siehe Kapitel »3.2.1 Ken Kesey und die Merry Pranksters«)
- 13. April 1953 (Zeitzeugenbörse Paderborn)
- xxx (Handara Lee, bigredonline, Hausarbeit im Kulturwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität Berlin, Word-Dokument)
- US-Historiker: CIA testet immer noch Drogen an Menschen (aus Russia today, Interview mit Hank Albarelli, Propagandafront)
- Ergot Poisoning at Pont St. Esprit (Dr. Gabbai, British Medical Journal, 15.09.1951, PDF)
- 1951 : trip sous acide à Pont-Saint-Esprit (Le Point 09.07.2012)

The CIA’s Secret Experiments (Medical Documentary) - Real Stories {55:51}


Veröffentlicht am 10.02.2017
In August 1951, inhabitants of the picturesque French village of Pont-Saint-Esprit were suddenly tormented by terrifying hallucinations. People imagined lions and tigers were coming to eat them. A man jumped out of a window thinking he was a dragonfly. At least seven people died, dozens were taken to the local asylum in strait jackets and hundreds were affected.
Almost immediately, wild theories started circulating to explain the this mysterious case of mass insanity. There were claims of poisoned flour, contaminated water and even witchcraft. But the truth was stranger than many of the theories: the CIA had spiked the local food with LSD as part of a mind control experiment at the height of the Cold War.
In this documentary, we reveal how for decades, the CIA has been using unconsenting people as guinea pigs in thousands of different experiments.
Want to watch more full-length Documentaries?
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Produced by Piments Pourpres
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- En 1951, un village français a-t-il été arrosé de LSD par la CIA ? (Loïc Chauvin, L’ObsRue89, 08.03.2010)

L'affaire de Pont-Saint-Esprit , du pain empoisonné par la CIA ? [2:18]


Hochgeladen am 16.09.2010
En 1951, les habitants du village de Pont-Saint-Esprit (Gard) avaient été pris de démence après avoir mangé du pain. D'après les Inrocks , la crise de folie viendrait d'une expérience secrète sur le LSD menée par la CIA.
Pain maudit ou empoisonné? En Août 1951, le bourg de Pont-Saint-Esprit (Rhône) avait été atteint d'une espèce de folie collective et hallucinatoire. Bilan: Au moins cinq morts, plus de trente personnes hospitalisées et près de 300 malades. Nausées, brûlures d'estomac, vomissements, suicides. Des études menées par les scientifiques montrent que le seigle du pain aurait été contaminé.
Un champignon parasite des graminées, l'ergot de seigle serait la cause de ce délire collectif. Mais cette maladie a disparu en France depuis le XVIIIe siècle. D'autres scientifiques ont cherché de nouvelles pistes. Deux scientifiques ont découvert par hasard du LSD, synthétisé à partir d'ergot.
Une opération de la CIA?
59 ans après les faits, les chercheurs n'apportent pas d'explications définitives puisque aucune des pistes suivies ( fongicides, eaux, toxines...) ne tient la route.
Pourtant, fin 2009, un journaliste, Hank Albarelli affirme que la crise de démence des habitants du Pont-Saint-Esprit viendrait d'une expérience secrète menée par la CIA et l'armée américaine.
En pleine guerre froide, la CIA a mené beaucoup d'opérations secrètes. Hank Albarelli dit avoir appris que la DGSE aurait demandé des informations sur l'affaire au Département d'Etat américain, ce que les services français démentent.
L'affaire du Pont-Saint-Esprit est-il le fruit d'une de ces expériences confidentielles? La thèse du journaliste américain entretient le suspense.

Kate Bush - Cloudbusting - Official Music Video [6:56]

Hochgeladen am 17.12.2010
Official music video for the single "Cloudbusting" written, produced and performed by the British singer Kate Bush. It was the second single released from her no.1 1985 album Hounds of Love. "Cloudbusting" peaked at no.20 in the UK Singles Chart.
The music video, directed by Julian Doyle, was conceived by Terry Gilliam and Kate Bush. The video features Canadian actor Donald Sutherland playing the role of Wilhelm Reich, and Bush playing the part of his young son, Peter.
aktualisiert am 04.08.2017

Freitag, 1. Mai 2015

Günther Oettinger – Der Politiker als postmoderner Philosoph

Unser EU-Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, Günther Oettinger, hat futurezone.at ein Interview gegeben über einen bunten Blumenstrauß von Netzpolitik-Themen. Und einem Inhalt, der uns das Lachen im Halse steckenbleiben ließ. Wir haben versucht, sachlich zu bleiben. Das ist uns nicht immer gelungen, es folgt dennoch: Die Dekonstruktion eines Interviews, das wir lieber am 1. April gelesen hätten.
mehr:
- Will Oettinger sich selbst dekonstruieren? Wir helfen ihm dabei. (Anna Biselli, Netzpolitik, 28.04.2015)

Masochisten, Sadisten, Schiedsrichter…

Christoph Schröder steht als Amateurschiedsrichter Wochenende für Wochenende auf zugigen Dorfsportplätzen und lässt sich beschimpfen. In seinem Buch erzählt er skurrile, faszinierende und rührende Geschichten von merkwürdigen Ritualen, absurden Regeln, Sportplätzen mit Schieflage und von der Schönheit des wahren Fußballspiels
mehr:
- ICH PFEIFE! (über Christoph Schröders Buch, der Freitag, 01.05.2015, Linksammlung)

Weg mit dem Schweinehund

Einsatz Flüchtlinge sind hierzulande oft in Not, man weiß es. Und doch tut man viel zu wenig – meistens

Herr Husvari* stammt aus Turkmenistan. Das Land grenzt an Afghanistan, das weiß man, aber warum Menschen von dort flüchten, könnte ich jetzt nicht beantworten. Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht. Es klingt vielleicht brutal, aber Turkmenistan kommt mir dabei nicht als erstes in den Sinn.

Mein deutscher Alltag. Mann, Arbeit, Kinder, die Tischtennis spielen und Klavier. Man ärgert sich über die unaufgeräumte Wohnung. Man hat Urlaubspläne für den Sommer. Dann noch Zeitung lesen, Deutschlandfunk, Facebook. Da waren die Morde an den Redakteuren von Charlie Hebdo. Das schreckliche Attentat verdrängte für eine Zeit die schrecklichen Bilder vom Bürgerkrieg in Syrien. Ein anderer Tag. Die Stadt Kobane soll jetzt irgendwie befreit sein. Ein anderer Tag. Kopenhagen. Zwischendurch rücken die Kosovaren kurz ins Bewusstsein. Ihr Staat ist als „nicht sicheres Herkunftsland“ eingestuft, weshalb Serben, die zu uns wollen, ihre Pässe fälschen und Kosovaren werden. Täglich kommen Tausende echte und unechte Kosovaren nach Deutschland. Und jetzt bringen sie auch noch Masern mit. Ich könnte immer so weiterschreiben.

mehr:
- Weg mit dem Schweinehund (Katharina Schmitz, der Freitag, 29.04.2015)

Licht an, Kriminelle raus?

Prostitution In Schöneberg soll ein Straßenstrich durch Scheinwerfer vertrieben werden. Unser Autor hat dort zehn Jahre gewohnt und weiß: So läuft's nicht.

Nutten auf dem Spielplatz, das wäre für den Prenzlauer Berg der nackte Wahnsinn. Wir Schmuddelkinder aus Berlin-Schöneberg sind da etwas entspannter. Wer schon mal so lange im Pinguin-Club hängengeblieben ist, bis die alten Geschichten ausgegraben wurden, von David Bowie, von Helden und Verlierern, von den Kindern vom Bahnhof Zoo, von der Geisterbahn und dem Rotlicht, der weiß: Während die Kinder im Prenzlberg von ihren busy parents verzogen werden, wird bei uns lieber der lustvolle Akt vollzogen. Es war schon immer die Partymeile von Westberlin. Hier konnte man morgens im Bademantel zum Bäcker gehen, und niemand hat einen komisch angeschaut. Das machte die Gegend lässig. Wer hier hinzieht, weiß: Wir gehen ins Schwulen- und Stricherviertel.

Und nun hat ausgerechnet die Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung beschlossen, das unsittliche Rumhuren am Spielplatz Ecke Eisenacher-/Fuggerstraße mit Flutlicht zu bestrahlen, um die dunklen Machenschaften auszuleuchten. Licht an! Kriminalität aus! Das ist so, als wenn man auf die Große Freiheit zieht und alle SM-Läden schließen will. Natürlich finde ich es auch suboptimal, dass das Rotlicht ausgerechnet einen Spielplatz zur Lustschaukel macht. Aber die Idee mit dem Scheinwerfer, der die Sexmotten vertreiben soll, erinnert mich an den Hauptbahnhof in Hamburg, wo Dealer und Obdachlose durch Dauerbeschallung mit Klassik vertrieben werden sollen. Das ist Spießermentalität: Wir bestrahlen einen Ort, an dem das Dreckige ist. Aber das gehört eben zur Subkultur. Mit solchen Aktionen machen sie den Stadtteil kaputt. Der hatte immer etwas Rotlichtiges.

mehr:
- Licht an, Kriminelle raus? (Axel Brüggemann, der Freitag, 01.05.2015)

Die Scheu vor dem gewissen K-Wort

Fall der Ukraine wird das Wort "Krieg" gern vermieden - und durch "Konflikt" oder "Krise" ersetzt. Woher die Scheu vor dem Klartext?
mehr:
- Die Scheu vor dem gewissen K-Wort (Lukasz Szopa, Freitag-Community, 29.04.2015)

meine Antwort: Investoren, Investoren, Investoren, Investoren, Investoren, Investoren

Volker Pispers: Westen gut, Osten böse [15:41]

Veröffentlicht am 15.02.2015
Prix Pantheon 2014.
Bananenrepublik auf - Google+: und
volker pispers, despite what many might think, volker pispers is well known across hundreds of nations all over the world. volker pispers has been around for.
CIA Folter in Abu Ghraib und Guantanamo Al Qaida ISIS Irak Afghanistan Irakkrieg Krieg Islam Islamisten Extremisten Islamischer Staat NSA Busch Obama Iran Pe.


Soziopathen und gesellschaftlicher Erfolg

Nach dem – fast schon obligatorischen« SPIEGEL(rien est simple– außer daß Putin böse ist, deshalb kauft uns weiter)-Verriss (»Erkenntnisgewinn einer einer Anleitung für Mundspülung«) von Karen Duves Buch »Warum die Sache schiefgeht« (Georg Diez, Bakterien, Gier und böse Männer, 31.10.2014) hier einige Artikel-Links zum Thema »Soziopathen und ihr Erfolg in der Gesellschaft«. Mit den SPIEGEL-Links fange ich an:
- Geld-und-Gier-Fotograf Ganor: "An der Wall Street arbeiten lauter Soziopathen" (Marc Erwin Babel, SPIEGEL Online, 22.07.2014)
- FBI-Profiler Joe Navarro: "Jeder kennt einen Psychopathen" (Gesa Mayr, SPIEGEL Online, 17.04.2014)
Forensiker-Serie "Bones": CSI in sexy (Christian Buß, SPIEGEL Online, 19.10.2006)
Achilles' Verse: Wenn Laufen zur Sucht wird (SPIEGEL Online, 28.10.2014)
Klaus Kinski: Das Böse bleibt (Arno Frank, SPIEGEL Online, 10.01.2013)
Neue Kultserien: "Wir leben mit Soziopathen" (SPIEGEL Online, 26.06.2013)
- Thriller "Nightcrawler": American Media Psycho (Andreas Borcholte, SPIEGEL Online, 12.11.2014)
- Karen Duve, Warum die Sache schiefgeht (Perlentaucher)
siehe auch:
- Dexter, der Soziopath: Er handelt nach seinem eigenen Kodex (Nina Rehfeld, FAZ Feulleton, 22.05.2011)
- "Sherlock" – Soziopath und Sehnsuchtsfigur (Christoph Schröder, ZEIT Online, 03.06.2014)
Irre Erfolgreich – Wahnsinns-Typen (Kerstin Bund, Marcus Rohwetter, ZEIT Online, 22.08.2013, mit einer Auflistung mehrerer Persönlichkeitsstörungen)
- Narzißten und Psychopathen (Hartes Brot, 12.09.2013)
- Psychopathen: Eine Welt ohne Empathie (dasgehirn.info, 15.12.2011)
- »Das Gehirn ist eine Einbahnstraße« (SPIEGEL-Gespräch mit Gerhard Roth, Nr. 35/2007, PDF)
- Der funktionelle Soziopath (Thomas Fink, eigentümlich frei, 26.05.2009)
- So erkennen Sie einen Psychopathen (Fanny Jiménez, Die Welt, 14.08.2014)
- Unsoziales und psychopathisches als Selektionsvorteil (Christian, allesevolution, 04.09.2011)
- Hirnforscher – Der Psychopath in mir (Catalina Schröder, FAZ, 12.05.2014)
- "Wo andere ein Gewissen haben, ist da nichts" (Ben Schwan, Interview mit Martha Stout, heise Technology Review, 30.01.2007)
- Das verborgene Böse: Der psychopathische Einfluss (sott.net, 25.12.2010)
- "Auffällig viele Psychopathen werden Chef" (Tina Groll, Interview mit Jens Hoffmann, ZEIT Online, 26.05.2014)
- Diskussion um Krippenplätze – Die Kita-Legende von Überfliegern und Soziopathen (Felix Berth, Süddeutsche, 07.11.2011)
- Ein Idiot auf der Erfolgsspur (Augsburger Allgemeine, 29.04.2015)
- Antisoziale Persönlichkeitsstörung (Spektrum der Wissenschaft, 09.09.2014)

Die Demokratie-Lüge

Wir leben in einer Wertegemeinschaft. Einer Gemeinschaft, deren Zusammenhalt auf dem Einhalten gemeinsamer Werte beruht.

Diese Werte sind vielfältig. Sie betreffen nahezu jeden Bereich unseres Lebens. Redefreiheit und Demokratie gehören genauso dazu wie Marktwirtschaft und Bankensystem. Werte sind Grundlagen. Grundlagen für eine Gesellschaft, die auf einheitliche Ziele eingeschworen wird. Dieser Gesellschaft wird suggeriert, dass sie die eine wahre Lebensform darstellt. Dass jedes einzelne Zahnrad in diesem unendlich großen Getriebe seinen Sinn und Zweck erfüllt. Einblick in dieses übergeordnete nicht greifbare Getriebe haben allerdings die wenigsten Menschen. Zusammenhänge spielen keine Rolle und sollen nicht erfasst werden können.

Wir haben Experten für alles: Für die Finanzwelt, für Familienpolitik, für die Verteidigung unseres Landes, für die Bildung… Uns wird immer vor Augen geführt, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, denn wir haben Experten für jeden nur erdenklichen Bereich. Wir sind nicht mündig genug uns selbst ein Bild von der Lage zu machen. Wir sind nicht vertrauenswürdig.

Als kleines Entgegenkommen dürfen wir alle vier Jahre unser Kreuz auf dem Wahlzettel hinterlassen. Eine Suggestion von Mitbestimmung, die zur Beruhigung beiträgt, brav hofiert von der Medienwelt, die als wichtigste Macht im Staate, die Stimmung der Menschen lenkt.

Wahlen haben eine enorme Bedeutung, werden sie doch als ultimatives Recht der Mitbestimmung hingestellt. Ein Recht, das so kostbar ist, dass es nur alle vier Jahre zur Anwendung kommt. Zwischenzeitlich sehen die Experten nach dem Rechten und schaffen die Rahmenbedingungen für unsere Wertegemeinschaft.
Wir sollen uns keine Gedanken machen! Volksentscheide oder andere alternative Formen der Teilhabe sind nicht erwünscht.

mehr:
- Kommentar: Die Demokratie-Lüge (Leo Thalheim, Neopresse, 01.05.2015)

Patente auf Brokkoli und Tomaten

Tomaten und Brokkoli stehen nun im Rechtsbereich des Europäischen Patent Offices (EPO) unter Patentschutz. Bereits 2010 lagen Anträge vor, die die Patentierung von Brokkoli und Tomaten vorsah. Im zweiten Anlauf ist der Patentantrag nun doch angenommen worden, womit beide Gemüse unter Patentschutz stehen.

NGOs und Bevölkerung sind empört
Aus der Sicht vieler NGOs, bei Bauern und in Teilen der Bevölkerung ist die Empörung groß. Im Zusammenhang mit genetisch modifizierten Organismen (GMO) und dem Agrochemie-Konzern Monsanto sind die Befürchtungen groß, dass die Patentierung von Nahrungsmitteln, in dem Fall Gemüse, zu weitere Monopolstellungen schafft, die einen negativen Einfluss auf essentielle Dinge wie Lebensmittel haben werden

mehr:
- Patente auf Brokkoli und Tomaten (Florian Müller, Neopresse, 01.05.2015)
Zitat:
Der ‘Product-by-Process’ Anspruch
Rechtlich steht hinter dem Patentanspruch die Definition Product-by-Process:

Patentansprüche für Erzeugnisse, die die Erzeugnisse durch ein Verfahren zu ihrer Herstellung kennzeichnen, sind nur dann gewährbar, [wenn] sie unter anderem NEU und ERFINDERISCH sind. […] Die Vorschrift dieses Artikels ist so zu verstehen, dass sie sich sowohl auf Verfahren bezieht, durch die Erzeugnisse hergestellt werden, die von dem Ausgangsmaterial völlig verschieden sind, als auch auf Verfahren, mit denen lediglich Veränderungen der Oberfläche bewirkt werden.[1]

Bisherige Verbote nun wirkungslos
Seit gut zehn Jahren herrscht rechtliche Unklarheit bei der Patentierung von Gemüse. Bisher war die Patentierung von Erzeugnissen der konventionellen Landwirtschaft, also der genfreien Produkte, verboten. Nun aber, im Kontext der Patentansprüche von 2010, entschied die Große Beschwerdekammer der EPO,

dass Pflanzen und Tiere, die mit ‘im wesentlichen biologischen Verfahren’ gezüchtet werden, trotzdem patentiert werden dürfen (G2/12 und G2/13). Lediglich das Verfahren zur Züchtung soll nicht patentiert werden, das Saatgut, die Pflanze und die essabren Teile aber schon. Durch diese Auslegung der Gesetze werden die bestehenden Verbote im Patentrecht wirkungslos. [2]

siehe auch:
- Der Brokkoli-Fall – Ein Gemüse schreibt europäische Patentgeshichte (Greenpeace, PDF)
- Gemeinsame Erklärung: Bundestagsfraktionen gegen Patente auf Tiere und Pflanzen (SPIEGEL Online, 25.01.2011)
- Patente auf Nahrungsmittel: Die Brokkoli-Revolte (Yasmin El-Sharif, SPIEGEL Online, 20.07.2010)