Samstag, 12. Dezember 2015

Aufklärung : Bin das wirklich ich?

Seit 250 Jahren ist die Knochenarbeit im Dienst am einzigartigen Ich das Großprojekt des modernen Menschen. 

 Der Trick funktioniert noch, seit 250 Jahren: #machdichwahr, ruft das Fitnessstudio McFit, "Nummer eins in Europa", über eine Million Kunden. Und die Werbeslogans des Jahres 2014 lauten: "Jedes Ziel hat einen Weg. Geh deinen" und "Nichts kann jemanden stoppen, der auf dem Weg zu sich selbst ist" oder "Einfach gut aussehen". 

 Wie das geht? Durch "wollen". Das einfache Selbst, die Wahrheit – den unverwechselbaren Weg dorthin kannst auch du finden, wenn du nur willst: Hier ist das Gesamtpaket als Ware zu haben, und das wahre Ich gibt’s für körperliche Arbeit zum Vorzugspreis, wenn man ein Fitness-Abo bucht. Die Gesichter und Körper auf den Werbeflächen des Studios sind glatt wie Bildschirmflächen, zum Wegwischen glatt. Und die optimierten Hände berühren nichts als Handtuch und Fitnessgeräte und sich selbst. Das also ist aus dem europäischen Traum der Moderne geworden, der mal hieß: ein authentischer Mensch sein zu dürfen.
mehr:
- Aufklärung: Bin das wirklich ich? (Elisabeth von Thadden, ZEIT Online, 28.08.2014)

Vernunft als Wahrheit - Die Epoche der Aufklärung [23:04]

Veröffentlicht am 04.05.2014
Die Vernunft bringt die Wahrheit ans Licht - dieser programmatische Satz kennzeichnet eine Denkepoche, die man als Aufklärung bezeichnet. Sie begann bereits im 17. Jahrhundert mit Denkern wie Spinoza oder John Locke und erreichte ihren Höhepunkt gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit Montesquieu, Voltaire, Rousseau und Immanuel Kant.

Der Begriff Aufklärung, auch für das „Aufklären“ beliebiger Sachverhalte verwendet, bezeichnet seit etwa 1700 das gesamte Vorhaben, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Seit etwa 1780 bezeichnet der Begriff auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung in der Geschichte Europas und Nordamerikas. Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert.
Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, der Kampf gegen Vorurteile, die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht. Viele Vordenker der Aufklärung waren optimistisch, eine vernunftorientierte Gesellschaft werde die Hauptprobleme menschlichen Zusammenlebens schrittweise lösen. Dazu vertrauten sie auf eine kritische Öffentlichkeit. Kritik an diesem „Vernunftglauben“ entstand seit etwa 1750 unter den Aufklärern selbst, dann im Sturm und Drang und in der Romantik. [Aufklärung, Wikipedia]
Friedrich Nietzsches Beurteilung der Aufklärung war gespalten. Für ihn war Aufklärung zum einen mit einer Reduktion verbunden, die das Gefühlsleben des Menschen zu stark ausblendet. Erkenntnis und Wissen ermöglichen nur einen begrenzten Zugang zur Welt. Schon in seiner früheren, Cosima Wagner gewidmeten und nicht veröffentlichten Schrift „Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern“ (1872) schrieb er: „Die Kunst ist mächtiger als die Erkenntnis, denn s i e will das Leben, und jene erreicht als letztes Ziel nur – die Vernichtung –.“[124] In seiner ersten philosophischen Schrift (Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, 1872) beschrieb er bereits Sokrates und die Sophisten als diejenigen, die diesen Niedergang gegenüber der ganzheitlichen Wahrnehmung der Welt, wie er sie in der Tragödie verwirklicht sah, eingeleitet hätten. Die Aufklärung als solche bewertete Nietzsche positiv. Vor allem begrüßte er den Niedergang der Religion. „Der zum Strome angewachsene Reichthum des religiösen Gefühls bricht immer wieder aus und will sich neue Reiche erobern: aber die wachsende Aufklärung hat die Dogmen der Religion erschüttert und ein gründliches Misstrauen eingeflösst: so wirft sich das Gefühl, durch die Aufklärung aus der religiösen Sphäre hinausgedrängt, in die Kunst; in einzelnen Fällen auch auf das politische Leben, ja selbst direct auf die Wissenschaft.“ (Menschliches Allzumenschliches = MA 150) Die strenge Wissenschaft ist ein wichtiger Baustein für die Befreiung des Geistes: „Der Werth davon, dass man zeitweilig eine strenge Wissenschaft streng betrieben hat, beruht nicht gerade auf deren Ergebnissen: denn diese werden, im Verhältniss zum Meere des Wissenswerthen, ein verschwindend kleiner Tropfen sein. Aber es ergiebt einen Zuwachs an Energie, an Schlussvermögen, an Zähigkeit der Ausdauer; man hat gelernt, einen Zweck zweckmässig zu erreichen. Insofern ist es sehr schätzbar, in Hinsicht auf Alles, was man später treibt, einmal ein wissenschaftlicher Mensch gewesen zu sein.“ (MA 256)
Die Aufklärung, nicht zu Ende gedacht, ruft andererseits aber Irrtümer hervor. „Die „Aufklärung“ empört: der Sklave nämlich will Unbedingtes, er versteht nur das Tyrannische, auch in der Moral, er liebt wie er hasst, ohne Nuance, bis in die Tiefe, bis zum Schmerz, bis zur Krankheit, — sein vieles verborgenes Leiden empört sich gegen den vornehmen Geschmack, der das Leiden zu leugnen scheint. Die Skepsis gegen das Leiden, im Grunde nur eine Attitude der aristokratischen Moral, ist nicht am wenigsten auch an der Entstehung des letzten grossen Sklaven-Aufstandes betheiligt, welcher mit der französischen Revolution begonnen hat. (Jenseits von Gut und Böse, 46) Schuld daran sind Ideologen wie Rousseau, denen es nicht um eine Besserung der Bildung, wie Voltaire, ging, sondern um Veränderungen der Gesellschaft. „Es giebt politische und sociale Phantasten, welche feurig und beredt zu einem Umsturz aller Ordnungen auffordern, in dem Glauben, dass dann sofort das stolzeste Tempelhaus schönen Menschenthums gleichsam von selbst sich erheben werde. In diesen gefährlichen Träumen klingt noch der Aberglaube Rousseau’s nach, welcher an eine wundergleiche, ursprüngliche, aber gleichsam verschüttete Güte der menschlichen Natur glaubt und den Institutionen der Cultur, in Gesellschaft, Staat, Erziehung, alle Schuld jener Verschüttung beimisst. Leider weiss man aus historischen Erfahrungen, dass jeder solche Umsturz die wildesten Energien als die längst begrabenen Furchtbarkeiten und Maasslosigkeiten fernster Zeitalter von Neuem zur Auferstehung bringt: dass also ein Umsturz wohl eine Kraftquelle in einer mattgewordenen Menschheit sein kann, nimmermehr aber ein Ordner, Baumeister, Künstler, Vollender der menschlichen Natur.“ (MA 463)

„Nietzsche hat wie wenige seit Hegel die Dialektik der Aufklärung erkannt. Er hat ihr zwiespältiges Verhältnis zur Herrschaft formuliert.“[125] Adorno spielt darauf an, dass anders als Hegel, bei dem die Vernunft zur Wirklichkeit wird, für Nietzsche aus der Aufklärung zwei Wege möglich scheinen, die Befreiung und der Nihilismus. In der einen Richtung sah Nietzsche Voltaire, in der anderen Rousseau. [Aufklärung, Fortführungen des Aufklärungsprojekts, Nietzsche, Wikipedia]

Hannah Arendt wandte sich bereits kurz vor der nationalsozialistischen Machtübernahme in ihrem frühen Artikel Aufklärung und Judenfrage gegen das vernunftsgemäße ihrer Meinung nach unhistorische Gleichheitsideal der Aufklärung, wie es radikal Lessing verkörpert habe. Auch Vertreter der jüdischen Aufklärung, wie Moses Mendelssohn, der für die freie Religionsausübung von Juden eintrat, verneinten eine spezifische nationale Identität des Judentums und strebten die vollkommene Assimilation an die aufgeklärte Gesellschaft an. Sie dagegen setzte sich zwar für politische Gleichheit und den freien Austausch in der Öffentlichkeit ein – im Sinne der griechischen Polis und ihres Konzepts einer Rätedemokratie –, nicht aber für gesellschaftliche Angleichung. Sie sprach sich gegen den Gedanken vieler Aufklärer aus, dass der Mensch als höchstes Prinzip zu betrachten und das Gutedurchzusetzen ist, wandte sich gegen den Fortschrittsoptimismus der Epoche und wies auf die Gefahren hin: Das absolut Gute im Zusammenleben der Menschen erweise sich als kaum weniger gefährlich als das absolut Böse, ein Begriff, der auf Kant zurückgeht.
Nach Kriegsende äußerte sie sich positiver über den Fortschrittsbegriff des 18. Jahrhunderts, den sie mit dem Streben nach Mündigkeit, Freiheit und Autonomie des Menschen verbunden sah.[134] 1963 analysierte sie in ihrem politischen Werk Über die Revolution die zwei großen Revolutionen der Aufklärung und gab der früheren nordamerikanischen gegenüber der Französischen Revolution den Vorzug. Erstere bezeichnete sie als Beispiel einer gelungenen Revolution eines Bundes freier Bürger mit der Garantie von Bürgerrechten in der Verfassung der Vereinigten Staaten 1787.[135] Letztere, die teilweise auf dem Gesellschaftsvertrag Rousseaus gründete, endete in der Terrorherrschaft Robespierres, von dem eine Linie zu Lenin und Stalin führe, weil alle drei das Eigeninteresse des einzelnen Bürgers in Feindschaft zum Gesamtinteresse sahen.[136]
Von den Aufklärern schätzte sie besonders Montesquieu und Kant. Montesqieus politische Thesen gingen in ihr politisches Hauptwerk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft ein. Kant war durchgängig eine wichtige Bezugsgröße für Hannah Arendts Denken. Ihre Rede bei der Entgegennahme des Lessings-Preises 1959 stellte sie unter das Motto Menschlichkeit in finsteren Zeiten.[137] Nicht die Aufklärung und die Humanität des 18. Jahrhunderts erschwerten den Zugang zu Lessing, sondern das 19. Jahrhundert mit seinen festgefügten Ideologien und seiner „Geschichtsbesessenheit“. Im Sinne Lessings sei Kritik stets das Begreifen und Beurteilen im Interesse der Welt aus mehr als einer Perspektive. Ziel sei das freie Denken ohne traditionelle Festlegungen, denn eine absolute Wahrheit gebe es nicht, weil sie sich im vielstimmigen Gespräch sofort in eine „Meinung unter Meinungen“ verwandle.[138]  [Aufklärung, Fortführungen des Aufklärungsprojekts, Hannah Arendt, Wikipedia]
Jürgen Habermas wendet sich gegen die Bewertung der Aufklärung durch seine Lehrer Adorno und Horkheimer als Verfallsprozess. Er spricht von dem „unvollendeten Projekt der Moderne“[139], das in einem Prozess kommunikativen Handelns stets nach rationaler Begründung fragt. Im 18. Jahrhundert entstand das Phänomen der Öffentlichkeit, das für Habermas in dieser Form in Antike und Mittelalter keine Entsprechung hatte.[140] Die in der Aufklärung begründeten Zeitschriften und steigenden Buchauflagen fanden ihre Rezeption in Bibliotheken, Lesezirkeln, Salons, Kaffeehäusern und diversen Vereinigungen. Es bildeten sich Meinungen, zu denen Gegenpositionen entwickelt und wiederum veröffentlicht wurden. Dies geschah losgelöst von den Institutionen des Staates und der Staat musste diese Meinungen zur Kenntnis nehmen. Die kritische öffentliche Meinung entwickelte sich laut Habermas selbst zu einer neuen Institution, die die Politik- und Machtinteressen der Regierenden begrenzt und so zu einem der wesentlichen Grundpfeiler der Demokratie geworden ist. Während diese Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert noch auf ein schmales Bürgertum begrenzt war, ist sie in der Moderne, gestützt auf die modernen Medien, zu einem Massenphänomen geworden. In einem Dialog mit Josef Ratzinger forderte Habermas, „die kulturelle und gesellschaftliche Säkularisierung als einen doppelten Lernprozeß zu verstehen, der die Traditionen der Aufklärung ebenso wie die religiösen Lehren zur Reflexion auf ihre jeweiligen Grenzen nötigt“.[141] Ähnlich wie Kant setzt er auf ein republikanisches Verständnis im internationalen Rahmen und fordert einen europäischen Verfassungspatriotismus [Aufklärung, Fortführungen des Aufklärungsprojekts, Jürgen Habermas, Wikipedia]

Geschichte der Aufklärung [1:38:31]

Veröffentlicht am 06.09.2014
Pro-Libertarismus.jimdo.com

Training im Fitnessstudio zum Traum Körper - Fitness & Bodybuilding Motivation [4:38]
Veröffentlicht am 15.07.2013
Die Trainingshosen und geile Bodybuilding Tanktops gibt's hier: http://algfitness.com
Abonnieren für mehr gute Videos ►►► http://youtube.com/subscription_cente...

Nichts ist unmöglich! Der Wille zählt und ihr müsst es im Training umsetzen! Bodybuilding & Fitness erschafft euch euren Traum Körper! BOOM!

►►► BOOM Shirts: http://alongabbay.com/eu/bodybuilding...
►►► English Channel: http://alongabbay.com/youtube
►►► Facebook: http://alongabbay.com/facebook
►►► Instagram: http://alongabbay.de/instagram
►►► Twitter: http://alongabbay.com/twitter
►►► Website: http://alongabbay.com

Für viele Sportler ist das Training im Fitnessstudio unerlässlich. Nicht nur aus Gründen des Fitness Motivation sondern auch durch die Ausstattung an Geräten ist das Training im Fitnessstudio meist effektiver als in den heimischen 4 Wänden. Für die, die auch draußen trainieren wollen habe ich auch Outdoor Workout Videos gemacht, schaut einfach auf meinem YouTube Kanal und sucht euch die verschiedene Trainingsvideos aus!

Music & credits:
Intro by: http://youtube.com/NoCopyrightSounds
Remix made by: http://youtube.com/TheInstrumentalCore
Original artist: http://youtube.com/TwoStepsFromTheMusic

Keep working out hard and stay dedicated! BOOM!

Gewalt in der Oper

Die Staatsoper Hannover hat eine Warnung an Lehrer herausgegeben: Entgegen der ursprünglichen Einschätzung sei die aktuelle Inszenierung des „Freischütz“ nicht für Heranwachsende unter 16 Jahren geeignet. Sonnabend ist Premiere. Lehrer, die bereits Opernkarten gekauft haben, haben diese nun wieder zurückgegeben.
aus:
- Opernhaus warnt vor "Freischütz" – Ist diese Oper für Kinder zu hart? (Conrad von Meding, HAZ, 11.12.2015)
Die Oper „Der Freischütz“ steht im Lehrplan für die achten Gymnasialstufen - doch Hannovers Achtklässler werden die Inszenierung, die Sonnabend am Opernhaus Premiere hat, nur mit Sondererlaubnis ihrer Eltern zu sehen bekommen. Die Oper hat die Altersempfehlung kurzfristig auf 16 Jahre hochgesetzt. […] Nach HAZ-Informationen geht es um Gewalt und Krieg und auch viel nackte Haut. […] Mit den Videos werde „auf unterschiedlichen filmerischen Ebenen reflektiert“, warum das Stück als deutsche Nationaloper gelte, sagt [Musiktheaterpädagogin] Fölling, dabei kämen „teils drastische Mittel zum Einsatz“. Jüngere Schüler könnten die Bezüge zur deutschen Geschichte nicht verstehen, man wolle ihnen die Lust am Theater nicht verleiden.
Weber-Der Freischütz Overture-Kleiber (1970) [10:01]

Hochgeladen am 02.12.2007
Südfunk-Sinfonieorchester
1970
Carlos Kleiber

----

From a video 30 years ago, featuring the rehearsal and concert performances of Weber's Der Freischütz overture and Strauss II's Die Fledermaus overture.

And now, after watching the rehearsal, you must be wondering what the finished result sounds like. Here it is!

IWF: Extrawurst für die Ukraine – Regelverletzung als Normalität

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will weiter Kredite gewähren, obwohl das Land Kredite nicht zurückzahlt
Erneut will der Internationale Währungsfonds (IWF) gegen seine bisherigen Regeln verstoßen und der Ukraine weiter Kredite gewähren. Da es auch dem IWF klar ist, dass damit immer dramatischer gegen die eigenen Statuten verstoßen werden würde, sollen nun eben diese Regeln für die Vorzugshandlung des Pleite-Staats geändert werden.

Eigentlich darf der Fonds mit Sitz in Washington keine Kredite an Länder vergeben, die in Zahlungsrückstand bei anderen Gläubigerländern sind. Weil die Ukraine seine Schulden bei Russland nicht zurückzahlt, soll diese Regel jetzt fallen, um Länder weiter finanziell unterstützen zu können, die im Zahlungsrückstand sind. Das habe der Exekutivrat beschlossen, erklärte der IWF-Sprecher Gerry Rice.

Es ist nicht schwierig, sich vorzustellen, dass Russland darüber nicht erfreut ist. Finanzminister Anton Siluanow erklärte umgehend, die Entscheidung sei allein "gegen Russland gerichtet". Russland fordert bis zum Jahresende die Rückzahlung von fälligen Schulden in Höhe von drei Milliarden US-Dollar. Das Land weigert sich, an einem Schuldenschnitt mit privaten Gläubigern teilzunehmen, mit dem der IWF das Pleite-Land teilentschulden will, um die angebliche Schuldentragfähigkeit wieder herzustellen (Ukraine: IWF stellt Pseudo-Schuldentragfähigkeit her).

mehr:
- IWF: Extrawurst für Pleite-Ukraine (Ralf Streck, Telepolis, 09.12.2015)

Freitag, 11. Dezember 2015

Hurra-Patriotismus 2015 – Rechtsbruch? perspektivlos? drauf geschissen, Bündnistreue zählt!

Die Bundeswehr hat die ersten Tornados auf den türkischen Stützpunkt Incirlik verlegt, Steinmeier geißelt die Linken als "Heuchler"
Heute sind die ersten beiden Tornados in die Türkei verlegt worden. Überdies flogen 40 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 mit einer Transportmaschine A400M zum türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik, wo die deutschen Soldaten und bis zu sechs Aufklärungstornados sowie ein A310-MRTT-Tankflugzeug stationiert werden - ein deutliches Signal für den eher symbolischen Einsatz in Richtung Türkei, wo die Regierung trotz ihres Vorgehens gegen die Kurden, u.a. völkerrechtswidrig im Nordirak, und nicht gegen den IS mit Unterstützung auch im Streit im Russland rechnen können. Dazu kommen die noch weitgehende offene Grenze zu den IS-Gebieten in Syrien und mögliche Verwicklungen mit dem IS. Vor allem aber sammeln die USA und die Nato weiter an Alliierten, um die Allianz auch im Wettstreit mit der russischen Koalition aus Syrien, Irak und Iran zu vergrößern und dadurch dem Anschein nach mehr Legitimität zu verschaffen.

Angeblich sollen Aufklärungsdaten über Kurden nicht direkt an die Türkei weitergegeben werden. Ob gewährleistet werden kann, dass die übrigen Nato-Partner diese nicht an die Türkei oder an Saudi-Arabien weiterreichen, das sie möglicherweise den unterstützten salafistischen Gruppen geben könnte, darf bezweifelt werden. Auch an Russland sollen keine Daten weiter gegeben werden, und es heißt: "Die Bundeswehr wird nicht mit Truppen unter dem Kommando Assads zusammenarbeiten."

mehr:
- Syrien-Einsatz: "Schwerer Verstoß gegen geltendes Völker- und Verfassungsrecht" (Florian Rötzer, Telepolis, 10.12.2015)

KenFM am Telefon: Willy Wimmer zum JA für den Einsatz der Bundeswehr in Syrien [24:17]

Veröffentlicht am 05.12.2015
Bundeswehreinsatz in Syrien und Mali.

Frankreich beruft sich auf die Beistandspflicht Deutschlands als Mitglied der europäischen Union.

25 Jahre nach dem Mauerfall stolpert die Bundesrepublik Deutschland von einem Bundeswehreinsatz zum nächsten.
Am 4. Dezember 2015 stimmte der Bundestag dem Antrag der Bundesregierung (18/6866, 18/6912) bezüglich des Bundeswehreinsatzes in Syrien gegen den „Islamischen Staat“ IS zu.

445 Abgeordnete stimmten für das Mandat, 145 dagegen und 7 enthielten sich. Es soll zukünftig unmittelbare Unterstützungsleistungen im Kampf gegen den IS geben. Aufklärungsflüge durch Tornado-Jets, Luft-Luft-Betankung, Begleitschutz und vieles mehr. Bis zu 1200 Soldaten und Soldatinnen sollen in diesem Mandat eingesetzt werden.

Wenige Tage zuvor hatte die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen auch angekündigt, dass eine Unterstützung durch Deutschland im afrikanischen Mali an der Seite Frankreichs dringend nötig sei, um den Bündnispartner zu "entlasten".

Für Willy Wimmer, Urgestein der CDU, jahrelanges Mitglied des Verteidigungsministeriums und ehemaliger Vize-Präsident der OSZE, ist die Sache klar. Wir haben mit "Winkeladvokaten" zu tun, die das Gesetz kriegskompatibel auslegen. Wimmer spricht von einer "gekaperten CDU" und "politischem Schwachsinn" auf ganze Linie.

Für den bekennenden Katholiken ist aber auch das Schweigen der katholischen Kirche unerklärlich. Der einzige Geistliche, der, so Wimmer, seinen Verstand noch einsetzt und vor einer globalen militärischen Auseinandersetzung warnt, ist Papst Franziskus in Rom.

Gott stehe uns bei.

http://www.kenfm.de
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/TeamKenFM
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm
x

Die Beschreibung der Welt: Postmoderne trifft auf Mainstream

Die Postmoderne (lat. post „hinter, nach“) ist im allgemeinen Sinn der Zustand der abendländischen GesellschaftKultur und Kunst „nach“ der Moderne. Im besonderen Sinn ist sie eine politisch-wissenschaftlich-künstlerische Richtung, die sich gegen bestimmte Institutionen, Methoden, Begriffe und Grundannahmen der Moderne wendet und diese aufzulösen und zu überwinden versucht. Die Vertreter der Postmoderne kritisieren das Innovationsstreben der Moderne als lediglich habituell und automatisiert. Sie bescheinigen der Moderne ein illegitimes Vorherrschen eines totalitären Prinzips, das auf gesellschaftlicher Ebene Züge von Despotismus in sich trage und das bekämpft werden müsse. Maßgebliche Ansätze der Moderne seien eindimensional und gescheitert. Dem wird die Möglichkeit einer Vielfalt gleichberechtigt nebeneinander bestehender Perspektiven gegenübergestellt (Relativismus). Mit der Forderung nach einer prinzipiellen Offenheit von Kunst wird auch kritisch auf die Ästhetik der Moderne Bezug genommen.Die Diskussion über die zeitliche und inhaltliche Bestimmung dessen, was genau postmodern sei, wird etwa seit Anfang der 1980er Jahre geführt. Postmodernes Denken will nicht als bloße Zeitdiagnose verstanden werden, sondern als kritische Denkbewegung, die sich gegen Grundannahmen der Moderne wendet und Alternativen aufzeigt.[1] [Postmoderne, Wikipedia]


Von „der Postmoderne“ als einer unter diesem Begriff fassbaren geistig-kulturellen Bewegung zu sprechen wird trotz der benannten Vorläufer erst durch Jean-François Lyotard mit seiner Schrift Das Postmoderne Wissen populär. Das Werk wird 1979 zuerst veröffentlicht. Es war ursprünglich als Studie über die Rolle des Wissens in postindustriellen Gesellschaften für die kanadische Regierung geschrieben worden. Hier bereitet Lyotard mit seiner These des Endes der großen Erzählungen die Basis für viele Entwicklungen in Philosophie, Kunst, Kultur, sowie den Gesellschaftswissenschaften: „In äußerster Vereinfachung kann man sagen: 'Postmoderne' bedeutet, dass man den Meta-Erzählungen keinen Glauben mehr schenkt.“[13]
Nach Lyotard gibt es drei große Meta-Erzählungen:
Diese bilden in der Postmoderne keine vereinheitlichende Legitimation und Zielorientierung mehr. Die Emanzipation des Individuums, das Selbstbewusstsein des Geistes, das im Sinne Hegels in eine Ganzheitsideologie mündet, und die Idee eines sinnhaften Fortschritts der Geschichte hin zu einer Utopie sind die großen Erzählungen, denen man nicht mehr glauben kann. Folglich kann es auch kein Projekt der Moderne mehr geben, keine große Idee von Freiheit und Sozialismus, der allgemeine Geltung zu verschaffen ist und der sich alles gesellschaftliche Handeln unterzuordnen hat. [Postmoderne, Begriffsbildung, Wikipedia]

Bonn - Friedensdemo 10-10-1982.flv [14:41]

Hochgeladen am 10.08.2011
Die Großkundgebung in Bonn - eine organisatorische Herausforderung für die Friedensinitiative Marl. Der Andrang der Atomraketen- und Aufrüstungsgegner war groß - immer wieder mußte die Zahl der bestellten Busse nach oben korrigiert werden. Schließlich waren es sechzehn. "Was denn, sechzehn Busse?" fragte am Telefon der Gesprächspartner vom Busunternehmen. "Wollt Ihr die Regierung stürzen?" "Ach ja," antwortete ihm der Beauftragte der Friedensinitiative, "für die Rückfahrt brauchen wir noch einen Gefangenentransporter - habit Ihr so etwas auch?"
Daß die Regierung in Bonn während der Demo nicht gestürzt wurde, lag vor allem daran, daß dieses Bus-Unternehmen keine Gefangenentransporter hatte - so'n Saftladen!
Außer den 16 Bussen der FI stellten übrigens auch die Marler Gewerkschaften noch fünf Busse, alles in ellem also 21 - und alle wurden voll!

mein Kommentar: (Video ist vom 10., nicht vom 22.10.82)
Wir haben uns stundenlang die Beine in den Bauch gestanden – gottseidank war meine Blase damals noch widerstandsfähiger als heute –, und abends durften wir uns in der damals noch unhinterfragt zu den Qualitätsmedien zählenden »Tagesschau« was von »kommunistisch« unterwanderten Gruppen« anhören. Ich kann den Pispers und den Schramm und den Pelzig gut verstehen. Ich hätte auch keine Lust mehr! Wozu? Die kommen sich vor wie die Hofnarren eine Königs: es ist lustig! Und am nächsten Tag haben wir von 400.000 Leuten gehört und gedacht: »Denen haben wir‘s aber gezeigt.« Schmidt und Reagan haben drauf geschissen!

Bester Auftritt von Volker Pispers Kurze Geschichte der US Außenpolitik und des Terrorismus [45:17] [45:17]

Veröffentlicht am 26.12.2014
FAIR USE NOTICE: This video may contain copyrighted material. Such material is made available for educational purposes, to advance understanding of human rig.
Bester Auftritt von Volker Pispers Kurze Geschichte der US Außenpolitik und des Terrorismus

siehe auch:
- xxx ()
x

Volker Pispers macht vorläufig Pause

Der politische Kabarettist Volker Pispers wirkte schon seit geraumer Zeit etwas amtsmüde. So hatte der viel beschäftigte Künstler bereits 2012 seine TV-Sendung "Volker Pispers und Gäste" auslaufen lassen und 2013 seine wöchentliche Kolumne im WDR-Hörfunk nach dreizehn Jahren beendet. In seinem aktuellen Programm thematisierte Pispers stets die Effektlosigkeit des Kabaretts und riet dem Publikum ironisch, die Eintrittskarten für politisches Kabarett aufzubewahren, um den Enkeln zu beweisen, man sei im Widerstand gewesen. Statt neue Texte auszuarbeiten, perfektionierte und aktualisierte Pispers sein eineinhalb Jahrzehnte altes Programm "Bis neulich".

Am Dienstag nun hat Pispers auf der Bühne seinen vorläufigen Rückzug ins Privatleben bekannt gegeben, meldet die Westdeutsche Zeitung. Seine Frau Barbara habe seine Abwesenheit viele Jahre lang ertragen; jetzt sei er gespannt, ob sie es ertrage, wenn er die ganze Zeit zu Hause sei. Auf seiner Homepage erklärte der Künstler, er habe nach 33 Jahren auf der Bühne beschlossen, dass es Zeit für eine Pause sei. Und weil er beim besten Willen nicht sagen könne, wie lange diese Pause dauern werde, sei sie zeitlich unbefristet. Damit hält sich der Künstler ein Comeback ausdrücklich offen.

mehr:
- "Bis neulich" wird "bis bald" (Markus Kompa, Telepolis, 11.12.2015)

Volker Pispers Lügenregime Deutschland Kabarett Bis Neulich 2015 [2:02:26]

Veröffentlicht am 23.10.2015
Volker Pispers 2015 - Lügenregime Deutschland- Kabarett - Top - beste Kabarett überhaupt! Der Auftritt ist vom 15.04.2015 - ausgestrahlt im WDR Volker .

Volker Pispers - Harte Kritik an Alice Schwarzer im Steuerhinterziehungsskandal - Steuerhinterziehung und Kapitalismus. auch 2015 noch sehenswert - Beste .

Volker Pispers, auch 2015 noch brandaktuell! Deutschland & Der Übermut - Bis Neulich - Kabarett 2015 - HQ Volker Pispers der beste deutsche Kabarettist .

Homepage: - Bananenrepublik.tv ▻ Google+: .
 

NSU-Terroristen: Ungereimtheiten an der Selbstmord-Hypothese

Die Untersuchungsausschüsse und der Prozess gegen den NSU konnten Zweifel am Doppelselbstmord von Mundlos und Böhnhardt nicht beenden
Verweisen die vielen Ungereimtheiten in der von den Staatsschutzstellen vorgetragene Hypothese, dass die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in ihrem Wohnmobil am 4. November 2011 Selbstmord begangen haben sollen, auf Pannen und Unfähigkeit der Behörden?

mehr:
- NSU-Terroristen: Ungereimtheiten an der Selbstmord-Hypothese (Walter Gröh, Telepolis, 11.12.2015)

Mittwoch, 9. Dezember 2015

USA: Bekloppte aller Länder vereinigt Euch

Im US-Wahlkampf werden zunehmend extreme Positionen vertreten, die Regierung kann sich der geschürten Panik nicht entziehen 

In den USA, wo man bereits im Wahlkampfmodus ist, scheint man nach dem Massaker in San Bernardino zunehmend durchzudrehen und sich in Angst zu suhlen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump versucht weiterhin ganz vorne zu schwimmen und fordert nun ein "vollständiges und totales" Einreiseverbot für alle Muslime, gleich ob sie als Migranten oder als Touristen in die USA kommen wollen.

Als Grund nannte er den Hass auf Amerikaner in "großen Teilen der muslimischen Bevölkerung". Schon zuvor hatte er die Flüchtlinge als Trojaner bezeichnet, mit deren Hilfe Terroristen in die USA gelangen können. Der bei einem der Selbstmordattentäter vor dem Fußballstadion in Paris gefundene Pass bestätigte für Trump die These, die auch in Europa von islamfeindlichen Gruppen verbreitet wurde.

Der Widerstand in den USA steigt, überhaupt noch syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen und sich damit solidarisch gegenüber den Nachbarländern Syriens und der EU zu zeigen bzw. als Staat Verantwortung für die Ausbreitung des IS zu übernehmen, der erst durch die mit erlogenen Gründen legitimierte US-Invasion in den Irak mit entstanden ist. Die US-Regierung wollte gerade einmal 10.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen, die aber zuvor ausgiebig überprüft würden, was mindestens 2 Jahre dauern kann. Schon das geht den Konservativen nicht weit genug, deren Vorfahren vor nicht allzu langer Zeit alle Einwanderer waren.

Der Vorsitzende des Heimatschutzausschusses des Repräsentantenhauses, der Republikaner Maichael McCaul aus Texas, verbreitet nun auch die Nachricht, dass nach angeblichen Mitteilungen von Geheimdienstmitarbeitern islamische Extremisten versucht hätten, wie sich das Flüchtlingsprogramm der USA nutzen ließe, um in die USA zu gelangen. Die Bereitschaft wächst also, die USA noch stärker in eine Festung zu verwandeln, die sich vom Ausland abschließt, was die Bewegung von Menschen betrifft.

mehr:
- Trump fordert "totales Einreiseverbot" für Muslime (Florian Rötzer, Telepolis, 08.12.2015)

siehe dazu auch: 
- Obamas Nachfolger – ein Grusical (AlterMannBlog, 23.11.2015)

Die Geschichte der USA und des Terrorismus - Volker Pispers zu USA Terrorismus,Taliban - Wahlen [45:17]

Veröffentlicht am 07.04.2014
Die Geschichte der USA und des Terrorismus 
----------------------------------------­------------------------------

Volker Pispers in der besten Abrechnung mit der USA im Terrorkampf
Aus dem Programm "Bis Neulich" des Jahres 2004

Heute noch genauso aktuell wie vor 10 Jahren

Volker Pispers ist - keine Frage - mitunter zynisch, aber er reflektiert letztlich nur die politische Wirklichkeit.

Eigentlich müsste einem das Lachen permanent im Hals stecken bleiben müssen. Aber Volker Pispers schafft es das Obskure an vielen politischen Geschehnissen so auf den Punkt zu bringen, dass der eigentliche Lacher der unfreiwilligen Komik gilt, die uns die aktuelle und vergangene Politik bietet.

----------
Volker Pispers zählt zweifelsohne zu den wortgewaltigsten deutschen Kabarettisten. Mit bestechendem Wortwitz entlarvt er die leeren Parolen der Politikerklasse, indem er sie konsequent bis zum bitteren Ende denkt und sie den Mächtigen lustvoll um die Ohren. Seine knallharten und oft makabren Schlüsse garniert er so liebevoll mit seiner brillianten Mimik und Gestik, daß dem Zuschauer höchst amüsiert und lachend die Absurdität des herrschenden Wahnsinns klar wird.
Quelle: Kabarettlive.de
Wenn man die besten Kommentare zur aktuellen Politik der SPD, CDU, der Linken PDS, der FDP oder der AFD sucht - hier ist man immer richtig.
c

Korruption ist’s nur, wenn’s die anderen machen

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Todkranke Laura will mit Buch Hoffnung machen

Vor neun Jahren starb Lena Wunsch mit gerade einmal 19 Jahren an einem Hirntumor. Auch ihre Schwester Laura ist todkrank. Nun hat die 27-Jährige ein Kinderbuch geschrieben, um ihr Schicksal zu verarbeiten, aber auch um anderen Hoffnung zu machen.

Hannover. Laura Wunsch ist nahezu blind, einzig Farben kann sie noch grob erkennen. Das hält die junge Frau allerdings nicht vom Malen ab: Für den Umschlag ihres ersten Buches „Kenny der kleine Kämpfer“ hat sie ein Bild gemalt, und auch für ein geplantes Kinderbuch hat sie mit Aquarellkreide Bilder entworfen. Im Januar soll das Kinderbuch veröffentlicht werden. Ob Laura Wunsch das noch erlebt, ist ungewiss. Die junge Frau, 1988 in Hannover geboren, ist todkrank und lebt im Hospiz. Laura wird nach Lage der Dinge sehr jung sterben. So wie ihre Schwester Lena vor neun Jahren. Laura Wunschs Stimme ist kräftig, doch sonst ist die junge Frau geschwächt. Ein paar Schritte kann die 27-Jährige noch gehen, meistens aber liegt sie in ihrem Bett im Hospiz. Dort lebt sie seit Mitte Oktober. Ende September hat sie erfahren, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Vielleicht schaffe sie es noch bis Weihnachten, haben die Ärzte gesagt.
mehr:
- Todkranke Laura will mit Buch Hoffnung machen (Martina Sulner, HAZ, 01.12.2015)

siehe auch:
- Laura Wunsch, Kenny der kleine Kämpfer (Post, 20.11.2015)

Sonntag, 6. Dezember 2015

Polen: Streit um das Verfassungsgericht

Regierung versucht mit der blitzartigen Neubesetzung des Verfassungsgerichts die nationalpatriotische Umgestaltung der Gesellschaft zu sichern
Der polnische Streit um das Verfassungsgericht eskaliert. In der Nacht auf den Donnerstag hat Staatspräsident Andrzej Duda in einem obskuren Eilverfahren vier von fünf Richtern, die durch die regierende Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) Sejm am Mittwoch für das Verfassungsgericht gewählt wurden, vereidigt. Diese fünf sollten fünf andere Richter ersetzen, die die alte Sejm-Besetzung am 9. Oktober, kurz vor der Parlamentswahl Ende Oktober, bestimmt hatte. Ihnen hatte der Präsident, der der PiS entstammt, die Vereidigung verweigert. Damals regierte noch die konservativ-liberale Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO).

Nun hat das Verfassungsgericht die Wahl von drei der im Oktober gewählten Richter als rechtmäßig erklärt, die von zwei aus Termingründen jedoch nicht. Der Präsident wurde zudem von dem Gericht aufgefordert, die besagten drei zu vereidigen. Das Urteil sei nicht anzufechten, so das Gericht.

Die nationalkonservative PiS sieht das Verfassungsgericht jedoch als nicht zuständig an, da es in eigener Sache urteile. Dabei war es zu tumultartigen Szenen im und vor dem Sejm gekommen. Oppositionelle Abgeordnete wedelten mit der Verfassung herum. Das liberale Polen fürchtet, dass die PiS mit einem von ihren Richtern dominierten Verfassungsgericht die Verfassung missachten kann und eine Art Diktatur errichtet. Seit Mitte November regiert Beata Szydlo als Premierministerin, als wahrer Chef wird allerdings PiS-Parteivorsitzender Jaroslaw Kaczynski angesehen, der sich eine nationalkonservative Umerziehung der polnischen Bevölkerung vorgenommen hat.

mehr:
- Polen: Streit um das Verfassungsgericht (Jens Mattern, Telepolis, 05.12.2015)

ZDF - Polen: Streit um Verfassungsrichter [1:46]

Veröffentlicht am 09.12.2015
Die Vereidigung neuer Verfassungsrichter hat in Polen für Streit gesorgt. Die Opposition wirft Präsident Duda und der Regierungspartei PiS vor, die Demokratie zu untergraben.
mein Kommentar:
In Osteuropa scheint ein zunehmend autoritärerer Wind zu wehen… Es gibt zwischen zwei Blöcken nicht so viel Platz…

siehe auch:
- Proteste in mehr als 20 Städten: Tausende Polen demonstrieren gegen ihre Regierung (SPON, 19.12.2015)

EuroNews - DE - Interview: Jaroslaw Kaczynski [5:19]

Hochgeladen am 18.06.2007
Jaroslaw Kaczynski, Polnischer Ministerpräsident
x

Kritizismus – die Forster-Kant-Debatte

Mit Kritizismus (von griech. κρίνειν scheiden, sondern, sichten, unter- sowie entscheiden bis zu [ver]urteilen und richten mit κριτική τέχνη: die Kunst[fertigkeit] der Beurteilung, Unterscheidung; s.a. KritikKriteriumKrise) bezeichnete Immanuel Kant seine grundsätzliche Vorgehensweise, in der Erkenntnistheorie nach den Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis und der Geltung von Urteilen zu fragen. So sind bei Kant die Kategorien als apriorische Denkformen die Grundvoraussetzung und Werkzeuge des Urteilens und des Wahrnehmens. Kants Kritizismus ist ein Ergebnis seiner Kritik der reinen Vernunft.  
[Kritizismus, Wikipedia, abgerufen am 06.12.2015]

Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht, oder die Natur unseres Gemüts ursprünglich hineingelegt. (Immanuel Kant (1781): Kritik d.r.V., Werke, A, Bd.IV, S.125)  [Kritizismus, Streit zwischen Kant und Forster, Wikipedia, abgerufen am 06.12.2015]
Empirie und ordnende Systematik (in Yomb May, Georg Forsters literarische Weltreise, De Gruyter, GoogleBooks, S. 84 ff.)
Teleologie (altgriechisch τέλος télos „Zweck, Ziel, Ende“ und λόγος lógos „Lehre“) ist die Lehre, dass Handlungen oder überhaupt Entwicklungsprozesse an Zwecken orientiert sind und durchgängig zweckmäßig ablaufen.[1] Der Begriff hat eine längere Vorgeschichte, der Ausdruck dafür wurde aber erst vom deutschen Philosophen Christian Wolff in seiner Philosophia rationalis, sive logica (1728) eingeführt.[2] 
[TeleologieWikipedia, abgerufen am 06.12.2015] 
Intuitives Wissen – Zhuangzi, die Freude der Fische (23.08.2015)
Die Kant-Forster-Kontroverse im Spiegel der Forschung (Tanja van Hoorn, Dem Leibe abgelesen, Georg Forster im Kontext der physischen Anthropologie des 18. Jahrhunderts; in Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung, Nr. 23, Schriftenreihe des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, GoogleBooks, S. 108ff)
Johann Friedrich Blumenbach als ungenannter Gegner in Georg Forsters Streit mit Immanuel Kant über den Rassenbegriff (in: Norbert Klatt, Kleine Beiträge zur Blumenbach-Forschung, Klatt-Verlag, 2010, PDF)
Vor dem Hintergrund der fehlenden philosophischen Schulung führte der Aufsatz „Ueber den Gebrauch teleologischer Principien in der Philosophie“ Forster jedoch die Schwierigkeit vor Augen, Kant beizukommen. Zumindest geht das aus Forsters Brief vom 19. November 1788 an Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) hervor.[117] Dieser Brief zeigt zudem, daß Kants neue Abhandlung ihre Wirkung auf Forster nicht verfehlt hat und ihn anspornte, sich mit Kant näher zu befassen. In dem schon genannten Brief an Friedrich Heinrich Jacobi heißt es hierzu:
Mein nächstes Studium, wenn ich Muße gewinnen kann, soll seyn die Kantische Philosophie, mit der ich gar gerne aufs Reine wäre.
Als eine Frucht dieser Bemühungen kann Forsters Brief an Blumenbach vom 4. April 1789 angesehen werden,118 in dem Forster mit Anspielungen auf Kants „Kritik der reinen Vernunft“ über Blumenbachs „Bildungstrieb“ reflektiert, dessen neue Ausgabe er soeben erhalten hatte. Gleichzeitig deutet Forster damit gegenüber seinem Onkel an, daß er begonnen hat, sich mit Kants kritischem Denken vertraut zu machen.

Blumenbach's Racial Categories {7:41}

Veröffentlicht am 03.11.2013
Many people have attempted to tackle the issue of race in their own way. Google Johann Friedrich Blumenbach and his thesis On The Natural Variety of Mankind.

siehe auch:
Das tragische Leben des Georg Forster (Post, 05.12.2015)
Heute vor 220 Jahren – 24. Februar 1793: Die Wahlen zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent (Post, 24.02.2013)

Samstag, 5. Dezember 2015

Pirelli-Kalender 2016 – Noch nie so nackt

Serena Williams und Amy Schumer zeigen im Pirelli-Kalender viel - vor allem aber, wie unterschiedlich Frauen aussehen können.
mehr:
- Pirelli-Kalender 2016 – Noch nie so nackt (Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015)


The 2016 Pirelli Calendar by Annie Leibovitz | Behind The Scenes [3:03]

Veröffentlicht am 30.11.2015
Go behind the scenes with Annie Leibovitz on the 2016 Pirelli Calendar.

Subscribe to Harper's Bazaar https://goo.gl/KK5zZB

America's first fashion magazine, Harper's Bazaar has showcased the visions of legendary editors, photographers and stylists since 1867.
 

Das tragische Leben des Georg Forster (1754-1794)

Anläßlich seines 261. Geburtstages brachte Phoenix gestern abend eine Terra X-Dokumentation über Georg Forster.
fff
Terra X Expedition in die Südsee [43:28]

Veröffentlicht am 13.01.2014
Georg Forster ist einer der größten deutschen Entdecker, doch sein Name ist heute fast unbekannt: Im Jahre 1772 erhält der 17-Jährige durch einen Zufall die Möglichkeit, James Cook, den größten Schiffskapitän seiner Zeit, auf einer großer Weltumseglung zu begleiten.
ccc
siehe auch:
- Heute vor 221 Jahren – 24. Februar 1793: Die ersten demokratischen Wahlen auf deutschem Boden (Post, 24.02.2014)

Wie der Mainzer Georg Forster dem Fremden begegnete | Kunscht! [4:01]


Veröffentlicht am 10.11.2015
Er war Weltreisender, Revolutionär, Naturforscher, Schriftsteller und völlig unvoreingenommen fremden Kulturen gegenüber. Eine Mainzer Schau beleuchtet das Leben und Wirken von Georg Forster (1754-1794).

SWR-Kanal abonnieren unter http://bit.ly/ySWR

Willkommen auf dem offiziellen Kanal des Südwestrundfunks! Hier erwarten euch täglich Highlights unserer aktuellen Sendungen, Programm-Vorschauen, Comedy, Kunst und Kultur!
Wir nehmen in “Odysso” die Welt der Wissenschaft und Forschung unter die Lupe, und in unseren “SWR1 Leute” Interviews faszinierende Persönlichkeiten und Prominenz in die Mangel. “Kunscht” und Kultur kommt auch nicht zu kurz - hier bekommt ihr das volle Programm!
Wir haben tägliche Updates auf dem Kanal, also abonniert uns, wenn ihr nichts verpassen wollt. Am besten Südwesten!

Mehr KUNSCHT!:

SWR-Kanal abonnieren unter: http://bit.ly/ySWR
Fan werden bei Facebook: http://www.facebook.com/swr2
Offizielle Homepage: http://www.SWR.de/kunscht
Google+: http://plus.google.com/+SWR/
SWR Mediathek: http://x.swr.de/s/mediathekkunscht

Ein Brückenbauer zwischen den Welten: Georg Forster [4:07]

Veröffentlicht am 10.07.2014
Ein Brückenbauer zwischen den Welten - Johann Georg Adam Forster. Chrismon-Chefredakteur Arnd Brummer stellt in seinem Kommentar einen deutschen Protestanten vor, der als erster Wissenschaftsjournalist gilt - und der die Ideale der Französischen Revolution auch auf deutschem Boden vertrat.
x
siehe auch:
- Georg Forster bei Projekt Gutenberg (SPIEGEL)
- Georg Forster – "Ein unbändiger Appetit auf die Welt" (Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk,  17.07.2015)
- Jürgen Goldstein, 9. April 2015 (Gedankensprünge, beachte die Videos!)
- Georg Forster literarische Weltreise (Yomb May, De Gruyter, 2011, GoogleBooks)
- Georg Forster: Im Eismeer der Geschichte (Benedikt Erenz, ZEIT Online, 17.07.2015)
Es gibt keinen deutschen Autor der klassischen Epoche, der einen weiteren Horizont hatte […] Wegen seiner Liebe zur Freiheit, zu Gleichheit und Brüderlichkeit nannte Georg Forster sich selbst "für Deutschland verloren". […] Forster weiß: Den edlen Wilden, den idealen Menschen vor aller Zeit oder Zivilisation gibt es nicht. Es gibt nur andere Zivilisationen und Ordnungen. Sind sie besser, sind sie schlechter als die in Europa? Sind sie einfach nur zurück? Oder gibt es Elemente, die in die Zukunft weisen? […] Die deutsche Knechtseligkeit: Keine Wut-, keine Mutbürgerlichkeit wird sie je vertreiben, in stets neuen Phrasen und Ressentiments beherrscht sie das Land. Man werde den Deutschen die Freiheit wohl "gnädigst befehlen müssen", zitiert Goldstein Forsters bitteres Resümee. […] So gelingen Goldstein immer wieder verblüffende Seitenblicke. Er zeigt uns keinen heroisch Gescheiterten, sondern einen Erfahrungsdenker, der "das Eismeer der Geschichte", wie Theodor Lessing es nannte, ebenso kühn wie stoisch durchfahren hat.
 - Biografie: Weltumsegler und Revolutionär (Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 07.08.2015)
Dem Konzept einer natürlichen Entwicklung blieb Forster auch als Revolutionär treu: Die Revolution war für ihn nicht der Ausdruck von Vernunftautonomie, nicht Fortschritt zur Freiheit, sondern eine Naturgewalt, die sich schicksalhaft die Bahn brach. "Revolutionäre Umstürze sind weder Ausdruck des souveränen Volkswillens noch der aufgeklärten Vernunft, sondern Folgen einer Natur, die auch den Menschen bestimmt", fasst Goldstein zusammen.
- Georg Forster – ein kritisches Lebensbild (Andrzej Januszajtis, Deutsch-polnische Begegnung zu Wissenschaft und Kultur, Schriftenreihe der Danziger Naturforschenden Gesellschaft, 2005, Bd. 8, S. 183-194)
Trotz aller Lebensenttäuschungen vermochte er seinen Optimismus beizubehalten, der auch heute vorbildlich sein kann: Selbst wenn man mit den Vertretern des Despotismus über die Erreichung des Ideals der Vollkommenheit des Menschenbildes lachen wollte, das nur in der Phantasie des Philosophen existiere, so sei bei allen Abweichungen von der menschlichen Vernunft der einzige Wertmaßstab im innersten unseres Wesens gelegen, das eigentümliche moralische Gefühl, welches keinem einzigen Vernünftigen fehlt und in welchem die Unterschiede des Guten und Bösen, wie die Unterschiede des Schönen und Häßlichen im Sinnengefühl, ursprünglich gegründet ist.

Schützen wir das christliche Abendland

Der Vater des 1933 geborenen Konstantinos Gavras war kein Kommunist. Er konnte die Monarchie nicht leiden und die Nazis noch viel weniger. Für einen wie ihn war es nur logisch, dass er sich dem kommunistisch geprägten Widerstand anschloss - nicht weil er die Diktatur des Proletariats errichten, sondern weil er an der Seite von Antimonarchisten gegen die deutschen Besatzer kämpfen wollte. Nach dem Krieg wurde er dafür politisch verfolgt. Er verlor seine Anstellung beim Staat und wurde in ein Umerziehungslager gesteckt.

Der junge Konstantinos erhielt keine Zulassung zum Universitätsstudium und durfte nicht einmal den Führerschein machen, weil man dafür eine Unbedenklichkeitsbescheinigung brauchte, die ihm als Sohn eines "Kommunisten" verwehrt wurde. Die zuerst von den Briten und dann von den Amerikanern gestützten Reaktionäre versorgten ihre Gesinnungsgenossen (darunter viele Kollaborateure) nach dem Krieg mit Posten in der Verwaltung, wo nun alte Rechnungen beglichen wurden. Solche Dinge graben sich in das kollektive Gedächtnis ein, wirken lange nach und sind ein Grund dafür, dass viele Griechen bis heute lieber an der Bürokratie vorbei leben. Seit Sigmund Freud wissen wir, dass eine nie richtig aufgearbeitete Vergangenheit in Form diffuser, manchmal auch absurd erscheinender Erinnerungen wieder auftaucht. Dabei kann schon mal eine Angela Merkel in SS-Uniform oder Schäuble mit Hitlerbart herauskommen.

Kokon der Introvertiertheit

Merkel ist nicht schuld daran, dass Costa-Gavras 1951 keinen Führerschein machen durfte, wäre aber im heutigen Griechenland weniger unbeliebt, wenn sie sich außer mit Spar- und Reformplänen auch mit der Psyche der betroffenen Menschen beschäftigt hätte. Das hätte sogar Geld gespart, weil die Reformunwilligkeit gleich abnimmt, wenn sich die zu Reformierenden verstanden fühlen und man auf nationale Traumata Rücksicht nimmt, statt zur Selbstbespiegelung nach Distomo zu fahren (siehe Teil 1) oder sich auf Kreta mit dem in Duisburg geborenen Ex-Dr. und Ex-FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis zu treffen, der uns in der ARD-Sendung Griechenland am Scheideweg erzählen durfte, dass sich die Griechen in einem "Kokon der Introvertiertheit" eingerichtet haben. Historische Gründe für diese "Introvertiertheit"? Leider Fehlanzeige.

mehr:
- Schützen wir das christliche Abendland (Hans Schmid, Telepolis, 05.12.2015)