Montag, 23. März 2020

Žižek, Macron und Ulrich über die Konsequenzen von Corona


Epidemien wie diese machen jetzt klar, wo die Grenzen unseres weltweiten – ich nenne es nicht gerne so, aber es ist so – "neoliberalen Wirtschaftssystems" liegen."
[Slavoj Žižek]

"Diese Pandemie hat jetzt schon deutlich gemacht, dass manche Güter und Dienstleistungen nicht den Marktgesetzen unterliegen dürfen. Es ist verrückt, unsere Ernährung, unsere Sicherheit, unseren Schutz, die Fähigkeiten, unser Leben zu gestalten, im Grunde an andere zu delegieren. Wir müssen die Kontrolle darüber zurückgewinnen. Wir müssen mehr noch als bisher ein souveränes Frankreich und Europa errichten, ein Frankreich und Europa, das sein Schicksal fest in die Hand nimmt."
[Emmanuel Macron in einer TV-Ansprache]

"Die Art und Weise, wie wir wirtschaften, war ja vorher schon mehrfach in die Krise gekommen: die Finanzkrise, die Eurokrise und die Klimakrise sowieso. Und jetzt kommt quasi oben drauf die Coronakrise. Und mit den Konsequenzen muss man sich jetzt überlegen: Was sind die realen Kosten der Globalisierung – und sich da nichts mehr vormachen."

"Der Kern dieser Coronakrise besteht ja darin, dass eigentlich fast alle Länder kein Gesundheitssystem haben, das irgendwelche Puffer hätte, wo man für solche Fälle und zumindest für einen Teil dessen gerüstet wäre. Warum man einen so wichtigen Bereich so auf Kante näht, überall, darüber muss man sich jetzt in der Tat Gedanken machen."
 
[Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT]
mehr bei:
Das Ende der Welt, wie wir sie kennen? Corona als Herausforderung und Chance einer globalisierten Welt (Alexander Stenzel/Sven Waskönig, Titel Thesen Temperamente, Das Erste, Sendung vom 22.03.2020 – Alle Zitate sind dem Begleittext aus dem verlinkten ttt-Video in der ARD-Mediathek entnommmen)
siehe auch:
Die neue Weltwirtschaftskrise, das Corona-Virus und ein kaputt gesparter Gesundheitssektor. Oder: Die Solidarität in den Zeiten von Corona. (Winfried Wolf, NachDenkSeiten, 20.03.2020)
Erst zerstören, dann heilen. Das ist kein sinnvolles Verfahren. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 20.03.2020)
Kinderarmut: „Sie mussten früh erwachsen werden“ (Marcus Klöckner, NachDenkSeiten, 19.03.2020)
LG Bonn urteilt zu Cum-Ex-Deals Cum-Ex ist strafbar – den­noch milde Urteile (Legal Tribune Online, 19.03.2020)
- Urteil im ersten Cum-Ex-Strafprozess: Angeklagte zu Bewährungsstrafen verurteilt (Jan Willmroth, Nils Wischmeyer, SZ, 18.03.2020)
Die Sozis und die Banken (Post, 13.02.2020)

mein Kommentar:

1. Der Prozess schleichender Entdemokratisierung

Der Spruch, der es auf den Punkt bringt, lautet:
»Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren!«
In keiner europäischen Großstadt hat die Privatisierung der Wasserwerke einen für die Bürger erkennbaren Vorteil erbracht, im Gegenteil:
Water Makes Money – Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen (Post, 16.02.2013)
Wenn Lobbyisten das halbe Gesetz schreiben (Post, 13.02.2013)
Trotzdem wurde über TTIP verhandelt!
Der SPON-Artikel über die TTIPLeaks (Inzwischen sollte klar sein, daß es ohne Leaks einfach nicht geht!)
- Freihandel "Wenn das Ding so kommt, leben wir in einer anderen Welt" (Annett Meiritz, SPON, 02.05.2016)
vermittelte der breiteren Öffentlichkeit Einblicke in das bis dahin geheim verhandelte und gehaltene Vertragswerk.


Das also soll ernsthaft ein Fortschritt sein? Ab Montag dürfen Abgeordnete in einem Leseraum im Bundeswirtschaftsministerium die geheimen Unterlagen der europäisch-amerikanischen Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP lesen.
Wenn sie sich in der Woche vorher für einen zwei-Stunden-Termin angemeldet haben.
Wenn sie ihr Handy abgeben.
Wenn sie nichts kopieren oder fotografieren.
Und wenn sie danach schweigen.
Sie dürfen also keine Experten fragen, wie das zu beurteilen ist, was sie da gelesen haben. Sie dürfen niemanden um Hilfe bitten, der vielleicht besser Englisch kann als sie – die Unterlagen sind nicht übersetzt. Sie dürfen nicht ihre Mitarbeiter informieren. Und schon gar nicht die Presse oder die Bürger.
Das ist kein Fortschritt, das ist hochgradig lächerlich. […] Abgeordnete, die dort lesen und dann gut über die Details von TTIP Bescheid wissen, müssen sogar mit "disziplinarischen und/oder rechtlichen Maßnahmen" rechnen, wenn sie diese Erkenntnisse öffentlich kundtun. Sie dürfen also in den Leseraum hinein, kommen aber faktisch mit einem Maulkorb wieder heraus.
[Kommentar von Petra Pinzler, TTIP-Leseraum: Bitte sagen Sie jetzt nichts!, ZON, 28.01.2016]
Wir sind spätestens seit dem Jahr 2016 mit dem Prozess einer zunehmenden Entdemokratisierung konfrontiert.  Hier hilft nur eine freie und engagierte Presse.



2. Der desolate Zustand unserer wichtigsten Medien

Wie es aber mit unserer Presse steht, davon haben wir spätestens mit Beginn der Ukraine-Krise einen Geschmack bekommen: 

a) antirussische Gleichschaltung

Erinnert sich noch jemand an den »einsamen Putin« auf dem G20-Gipfel in Brisbane?
- Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)

Erinnert sich noch jemand an die angeblich »Zehntausende« im Fußballstadion von Donezk, von denen Karen Miosga in den Tagesthemen vom 20.05.2014 erzählte, die gegen die pro-russischen Milizen demonstrierten?
- Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)
Kai Gniffke ruderte im Tagesschau-Blog zurück:
„Wir haben nie behauptet, dass im Stadion ,Zehntausende‘ Menschen waren.“
[zitiert im Kommentar von Ursula Scheer, Fehlschüsse der ARD, FAZ, 03.10.2014]

▶︎ Erinnert sich noch jemand an 
- Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois 
am späten Freitagnachmittag, den 15.08.2014?
Ich kann mich noch sehr gut an die Tageszeit erinnern, weil ich sofort auf die Uhr sah (es war ungefähr 17:25h) und dachte: »Jetzt beginnt der 3. Weltkrieg!«

▶︎ Und kann sich noch jemand daran erinnern, daß drei Tage lang hintereinander eine Katastrophenmeldung nach der andern auf uns herabregnete – und am Dienstag darauf herrschte plötzlich Schweigen im Walde: Nicht nur der russische Konvoi, auch die Meldungen darüber waren urplötzlich verschwunden – und anscheinend wunderte das niemanden außer mir…

▶︎ Und kann sich noch jemand dran erinnern wie diese »schwarzvermummten Separatisten mit der Kalaschnikow im Anschlag« (O-Ton Miosga) in ihrer unglaublichen, menschenverachtenden Bosheit am 17. Juli 2014 eine Malaysische Verkehrsmaschine mit 283 Passagieren mit einer angeblich von Putin zur Verfügung gestellten BUK-Rakete vom Himmel holten?
(Dies glaubte jedenfalls der Hans-Joachim-Friedrich-Preis-Träger Eliott Higgins mithilfe seines investigativen Recherchenetzwerkes »Bellingcat« »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« nachweisen zu können.)

▶︎ Und kann sich noch jemand daran erinnern, was dann für ein Shitstorm auf die bösen pro-russischen Separatisten und den noch böseren narzisstisch-expansionistischen Putin herabregnete?
Wie menschenverachtend die bösen Separatisten mit den Leichen umgegangen seien, man den Toten sogar noch Wertgegenstände – z.B. Kreditkarten – geklaut habe?
Daß sich der Sprecher der OSZE-Mission, Michael Bociurkiw, die die Absturzstelle zwei Tage später in Augenschein nahm, bei den Ostukrainern bedankte (»You did a hell of a job!«), kam in den deutschen Medien leider nicht an. Was beim Tagesspiegel ankam, liest sich in der Unter-Überschrift so:
Die Ermittlungen am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord werden nach OSZE-Angaben weiter durch Einschüchterungen und chaotische Zustände erschwert.
[Nina Jeglinski, Matthias Meisner, Newsticker zum Abschuss von MH17 in der Ukraine OSZE-Mission beklagt chaotische Zustände am Absturzort, Tagesspiegel, 19.07.2014]

Was mit dem Wort »Einschüchterung« in der Unter-Überschrift gemeint ist, erschließt sich bei der Lektüre des 2. Absatzes:
„Es sind in einiger Entfernung heftige Gefechte zu hören. Es ist wirklich einschüchternd, dorthin (zum Absturzort) zu fahren und das zu hören.“

[Michael Bociurkiw, Sprecher der OSZE-Mission]
Vielleicht gibt es Leser, die phantasievoll genug sind, sich die dort herrschenden Bedingungen vorzustellen und verstehen, weshalb, wie der Tagesspiegel-Artikel meldet, Bociurkiw kritisiert: „Das Problem ist, dass es keine Absperrung des Ortes gibt, wie sonst üblich. Jeder kann da rein und womöglich mit Beweisstücken herumhantieren.“
Der SPON-Artikel vermittelt einen noch besseren Eindruck von den Umständen der Arbeit der OSZE-Mission und der ostukrainischen Bergungskräfte:
- MH17-Untersuchung im Kampfgebiet Frust im Trümmerfeld (Christian Neef, SPON, 06.08.2014)
▶︎Kurz und gut: Unsere Medien haben sich während der Ukraine-Krise mit allem anderen als mit Ruhm bekleckert!


b) die PNAC-Propaganda-Gleichschaltung unserer Medien durch transatlantische Netzwerke

Dazu gehören
▶︎ das 9/11-Tabu [Stichworte: Patriot Act, AUMF]
»vorher nicht dagewesene Ausweitung der präsidentiellen Macht und […] faktische Aufhebung der Gewaltenteilung in den Vereinigten Staaten« [Wikipedia] 
Einen der letzten kritischen Artikel findet man in einem SPIEGEL aus dem Jahr 2003:
Bushs Masterplan: Der Krieg, der aus dem Think Tank kam (Jochen Bölsche, SPON, 04.03.2003

▶︎ Auch die Ungereimtheiten im Umfeld der 9/11-Kommission 
- sie kam nur zustande aufgrund der Beharrlichkeit der vier »Jersey Girls«) und 
- der ständigen Behinderung ihrer Arbeit und 
- die Dürftigkeit ihres Abschlußberichtes (die Aussagen der Übersetzerin Sibel Edmonds [Da ist was passiert!kommen nur in einer Fußnote vor)
werden von unseren Mainstream-Medien weitgehend ignoriert.

▶︎ das Ignorieren der Aussagen von Wesley Clark (»9/11 war ein Staatsstreich«, »Heutige Kriege schon 1991 geplant«)

▶︎ das Ignorieren der 2013 gestarteten CIA/Saudi-Arabien-Operation Timber Sycamore (Finanzierung durch Saudi-Arabien, Waffenbeschaffung, Transport und Ausbildung sogenannter »gemäßigter oppositioneller Kräfte« durch die CIA), begleitet von MI6-gesteuerter Anti-Assad-Propaganda (Stichworte: »Weißhelme« [»Bürgerreporter«, »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte«
siehe dazu:
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
- »Ein 6-Tonnen-Stahltriebwerk macht ein Loch« – 9/11 und die Flugzeuge (Post, 06.10.2017)
9/11: Die Vorbereitung des Chaos, Beschwichtigungs- und Vertuschungsversuche (Post, 08.09.2007)



Und als ich mich dann anfing mit Syrien zu beschäftigen, stolperte ich über einige Weißhelm-Videos, die mich stutzig machten:
1.  Ein Video, inzwischen natürlich bei YouTube gelöscht, zeigte vier Szenen:
a) In der ersten Aufnahme, lehnte sich ein korpulenter 50Jähriger mit quergestreiftem T-Shirt völlig erschöpft gegen eine Säule und ein schlanker Mit-Dreißiger mit längsgestreiftem T-Shirt liegt tot oder bewußtlos wenige Meter davor auf dem Bauch auf der Straße.
b) Die zweiten Aufnahme zeigte die gleiche Szene, nur mit vertauschten Rollen: diesmal liegt der korpulente 50-Jährige reglos auf dem Bauch und der schlanke Mit-Dreißiger lehnt sich erschöpft gegen die Säule.
c) In der dritten Szene bespritzt der korpulente 50-Jährige ein halbes Dutzend Leute, die auf der Ladefläche eines PickUps liegen, mit Wasser aus einem Löschschlauch – augenscheinlich, um sie nach einem Giftgasangriff zu dekontaminieren.
d) In der vierten Aufnahme wird ein Bewußtloser auf einer Trage zu einem Krankenwagen getragen. Während man ihn in den Wagen hineinschiebt, hebt der angeblich Bewußtlose den einen Unterarm, um sich nicht an der Wagentür zu stoßen.

2. Das Video der schwedischen Ärzte für Menschenrechte 
zeigt ein angebliches Weißhelm-Ausbildungs-Video, bei welchem ein Behandler einem Säugling Adrenalin direkt ins Herz spritzt. (Sowas zeigt auch Tarantino in »Pulp Fiction«)
Nur machen die Weißhelme den Fehler, die Nadel nicht einfach senkrecht ins Herz zu stechen, sondern sie stochern mehrmals mit der Nadel in unterschiedlichen Richtungen (der Richtungswechsel erfolgt mit intracardial plazierter Nadelspitze!) im Herzen rum.
Ich habe eine Version gesehen, in der die geöffneten Augen des Säuglings zu sehen waren.
Ob der Säugling, den die Weißhelme für das Video benutzten, lebte, vermag ich nicht zu sagen…
- Schwedische Ärzte: Lebensrettende Maßnahmen der White Helmets sind gestellt und gefährlich (RT Deutsch, YouTube, 08.03.2017)

3. Im gleichen verlinkten Video (der schwedischen Ärzte) sieht man zum Schluß eine gestellte Rettungsszene (ein viral gegangenes Video mit dem Titel »Mannequin Challenge«). Ich habe eine inzwischen aus YouTube entfernte Version des Videos gesehen, in der die vermeintlichen Retter etwa 20 Sekunden reglos neben dem Opfer stehen und warten müssen, bis der Kameramann den Tonknopf gefunden und den Ton eingeschaltet hat. Dann beginnt die Rettung.
mehr dazu:
- ‘Error of judgment’: White Helmets apologize for bizarre mannequin challenge video (RT Deutsch, 25.11.2016)

2017 findet sich noch in der Süddeutschen ein kritischer Artikel:
- US-Waffenlieferungen : Heikle Fracht aus Ramstein (Frederik Obermaier und Paul-Anton Krüger, München/Kairo, SZ, 12.09.2017 – man achte auf den Begriff »Timer Sycamore«!)

Ich erspare mir weitere Beispiele. 
Rechercheergebnisse bezüglich der Weißhelme finden sich in:
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
und
- Weißhelm-Videos und die sogenannte »gemäßigte syrische Opposition« (Post, 11.10.2019)
Michael Lüders fasst bei Lanz am 05.04.2017 sein Befremden gegenüber den Mainstream-Medien folgendermaßen zusammen:
»Was mich sehr wundert ist, daß es keine deutsche Zeitung gibt, die diese Zusammenhänge mal darstellt. […] Man müßte doch denken, daß alle an Recherche interessierten Journalisten ein Interesse daran haben, diese Dinge aufzugreifen. […] und ich habe den Verdacht, daß es nicht darum geht, Aufklärung zu leisten sondern darum, Feindbilder am Leben zu erhalten.«

mein Kommentar:
Nach meinen Recherchen muß die Gründung der Weißhelme (der entsprechende Abschnitt auf Wikipedia wir immer länger. Die Sprachregelung ist inzwischen so, daß die Weißhelme nicht von James LeMesurier gegründet wurden (s.o.), sondern sich spontan Freiwilligengruppen zusammengetan haben.)

Dirk Pohlmann (»Die Methode Reagan«) schießt direkt auf die SPON-Journalisten:


»Mit solchen Journalisten werden sie NIE in dieser Art irgendwas rausbekommen.« 
[Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" ab 2:04:39, Gruppe42, YouTube, 16.05.2018]
Hoffnung wie  Slavoj Žižek und Bernd Ulrich sie äußern, Vernunft, Nachdenken, Selbstreflexion oder so etwas in der Art ist in dem Zustand, in welchem sich unsere Demokratie – sprich: unsere Mainstream-Medien – befindet, einfach nicht machbar. Und ich habe noch keine Idee, was sich da machen ließe.
Der auf die Medien angewiesene normale Leser weiß einfach zu wenig, um zu erkennen, welche Defizite in unserem System stecken!

Sonntag, 22. März 2020

Propaganda-Bekämpfung in Corona-Zeiten

Heute hätten wir uns zum 32. Pleisweiler Gespräch getroffen – mit einem brisanten Thema. Wir konnten dieses Vorhaben wegen der Pandemie nicht realisieren. Und auch die abgespeckte Form im kleinen Kreis war nicht möglich. Da das Thema aber wichtig ist, wie wir insbesondere an der trotz Corona-Virus anschwellenden Russland-Hetze in vielen unserer Medien sehen können, haben wir eine Hilfslösung gefunden: 1. Ivan Rodionov hat, was er in Pleisweiler-Oberhofen sagen wollte, kurz gefasst in die Kamera gesprochen. 2. Die NachDenkSeiten laden ihre Leser und insbesondere jene, die sich zum Pleisweiler Gespräch schon angemeldet hatten, ein, Fragen zu stellen. Bitte an diese E-Mail-Adresse recherche@nachdenkseiten.de mit Stichwort „RT Deutsch“ senden. 3. Ivan Rodionov wird auf möglichst viele Fragen antworten. Albrecht Müller
mehr:
- „Warum der russische Sender RT Deutsch für Deutschlands demokratische Willensbildung wichtig ist“. Hier das Video mit der Einführung des Chefredakteurs Rodionov zum Pleisweiler Gespräch (Albecht Müller, NachDenkSeiten, 21.03.2020)
siehe auch:
Die guten alten deutschen Werte, der Deutsche Journalistenverband und die Propaganda-Lizenz für RT Deutsch (Post, 15.01.2019)
Die Propaganda-Fabrik (Post, 10.10.2018)
Die Briten völlig von der Rolle: »Integrity Initiative« taucht ab (Post, 25.11.2016)
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Albrecht Müller im Gespräch mit Ivan Rodionov (RT Deutsch Chefredakteur) {44:25}

NachDenkSeiten
Am 02.03.2020 veröffentlicht 
Ivan Rodionov ist Chefredakteur des in Deutschland tätigen russischen Mediums RT Deutsch. Dieses wird einerseits von einigen deutschen Medien und Politikern angefeindet, zum anderen von vielen Leserinnen, Lesern und Zuschauern in Deutschland genutzt. Sie schätzen den sogenannten „fehlenden Part“ als Ergänzung zu einem besseren Bild des Geschehens in Deutschland und in der Welt.
Im Gespräch zwischen dem Chefredakteur von RT Deutsch und dem Herausgeber der NachDenkSeiten geht es um Beispiele für diese notwendige Informationsergänzung, es geht um die Entspannungspolitik und was daraus geworden ist, um die neue Spaltung zwischen Ost und West und um den Feindbildaufbau. Es geht um immer wieder erkennbare Verkürzungen bei der Darstellung der Wirklichkeit. Besprochen wird auch die Rolle der baltischen Staaten, ihr Verhältnis zu Russland und die teilweise heilsame Wirkung der Sanktionen gegen Russland.
Veranstaltungshinweis: Für das 32. Pleisweiler Gespräch am Samstag, dem 21. März 2020, um 11:00 Uhr konnten wir den Chefredakteur von RT Deutsch gewinnen. Der Ort: wie üblich die Nonnensuselhalle in Pleisweiler-Oberhofen, Weinstraße 71. Sie sind herzlich willkommen. Vermutlich wird sich die Teilnahme am Gespräch sehr lohnen. Denn die Tätigkeit von RT Deutsch in Deutschland wird sowohl mit Wohlwollen als auch mit Feindseligkeit begleitet. Viel Stoff für Diskussionen. https://www.nachdenkseiten.de/?p=58797
+++
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Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi: Schreckensszenario Italien – Wo bleiben verlässliche Daten?

Prof Dr Sucharit Bhakdi Corona Krise Nachtrag 2 Schreckensszenario Italien (22-Μar-2020) {3:21}

Paronymius Paronymius
Am 24.04.2020 veröffentlicht 
credit:
Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi
https://www.youtube.com/watch?v=MARVd...
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Freitag, 20. März 2020

Corona-Pandemie und Straßenverkehr

Die USA
Einwohner [1]: 327.167.434 (gerundet: 330 mio)
Verkehrstote 2018 pro 100.000 Einwohner [2]: 11,4
Multiplikator [3]: 3.272
Daraus ergibt sich die Zahl der 2018 in den USA ums Leben gekommenen Verkehrsteilnehmer zu: 37.297
2018 in den USA ums Leben gekommene Verkehrsteilnehmer pro Tag: 102,18
Corona-Tote bisher [4]: 154 (Quelle: USA Ausgangssperre in ganz Kalifornien wegen Coronavirus verhängt [FR, 20.03.2020])
Tage [5]: 1,51
Interpretation:
In den USA sind bisher so viele Menschen an Corona ums Leben gekommen, wie in eineinhalb Tagen in den USA Menschen im Autoverkehr sterben.


Frankreich
Einwohner [1]: 66.993.000 (gerundet: 67 mio)
Verkehrstote 2018 pro 100.000 Einwohner [2]: 5
Multiplikator [3]: 669,93
Daraus ergibt sich die Zahl der 2018 in Frankreich ums Leben gekommenen Verkehrsteilnehmer zu: 3.350
2018 ums Leben gekommene Verkehrsteilnehmer in Italien pro Tag: 9,18
Corona-Tote bisher [4]: 372 (Quelle: 
"Welt im Krieg gegen das Virus" (Tagesschau, 20.03.2020, Meldung 19.03.2020, 20:06 Uhr)
Tage [5]: 40,54
Interpretation:

In Frankreich sind bisher so viele Menschen an Corona ums Leben gekommen, wie in etwa eineinhalb Monaten Menschen im Autoverkehr sterben.


Italien
Einwohner [1]: 60.262.701 (gerundet: 60 mio)
Verkehrstote 2018 pro 100.000 Einwohner [2]: 5,5
Multiplikator [3]: 602,63
Daraus ergibt sich die Zahl der 2018 in Italien ums Leben gekommenen Verkehrsteilnehmer zu: 3.314
2018 ums Leben gekommene Verkehrsteilnehmer in Italien pro Tag: 9,08
Corona-Tote bisher [4]: 3.405 (Quelle: 
Martina Lippl, Corona-Krise in Italien spitzt sich zu: Neue Zahlen erschüttern – Mehr Tote als in China [Merkur, 20.03.2020])
Tage [5]: 374,97
Interpretation:
In Italien sind bisher so viele Menschen an Corona ums Leben gekommen, wie in etwas über einem Jahr in Italien Menschen im Autoverkehr sterben.


Spanien
Einwohner [1]: 46.722.980 (gerundet: 60 mio)
Verkehrstote 2018 pro 100.000 Einwohner [2]: 3,9
Multiplikator [3]: 467,23
Daraus ergibt sich die Zahl der 2018 in Spanien ums Leben gekommenen Verkehrsteilnehmer zu: 1.822
2018 ums Leben gekommene Verkehrsteilnehmer in Spanien pro Tag: 4,99
Corona-Tote bisher [4]: 1.002 (Quelle: 
Martina Lippl, Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Es folgen aktuelle Entwicklungen: [boerse-online.de, 20.03.2020, Meldung von 12:01h])
Tage [5]: 200,71
Interpretation:
In Spanien sind bisher so viele Menschen an Corona ums Leben gekommen, wie in etwas über einem halben Jahr Menschen im Autoverkehr sterben.


Deutschland
Einwohner [1]: 83.019.213 (gerundet: 83 mio)
Verkehrstote 2018 pro 100.000 Einwohner [2]: 4
Multiplikator [3]: 830,19
Daraus ergibt sich die Zahl der 2018 in Deutschland ums Leben gekommenen Verkehrsteilnehmer zu: 3.321
zum Vergleich:
»11.002 Menschen sind im Jahr 2017 in Deutschland durch einen häuslichen Unfall ums Leben gekommen.« 
[Quelle: Mehr als 11.000 Tote durch Haushaltsunfälle – Deutlicher Anstieg in den letzten fünf Jahren, Das sichere Haus, Presseportal, 15.10.2019]
Das bedeutet: in Deutschland ereigneten sich  2017 pro Tag etwas mehr als 30 Unfälle im Haushalt mit Todesfolge.
ums Leben gekommene Verkehrsteilnehmer in Deutschland pro Tag: 9,10
Corona-Tote bisher [4]: 47 (Quelle: 
Richard Strobl, Jennifer Lanzinger, Andreas Schmid, Coronavirus in Deutschland: Innerhalb von 24 Stunden - Zahl der Todesfälle und Infizierten steigt rasant an [Merkur, 20.03.2020])
Tage [5]: 5,17
Interpretation:
In Deutschland sind bisher so viele Menschen an Corona ums Leben gekommen, wie 2018 in 5 Tagen Menschen im Autoverkehr starben.


Fußnoten:
[1] Einwohnerzahlen laut Wikipedia, abgerufen am 20.03.2019
[2] Verkehrstote 2018 pro 100.000 Einwohner: Angaben gefunden in
- Anzahl der Verkehrstoten je 100.000 Einwohner ausgewählter Länder im Jahr 2018 [de.statista.com]
[3] Der Multiplikator ist die Zahl, mit der 100.000 multipliziert werden muß, um auf die (gerundete) Einwohnerzahl des betreffenden Landes zu kommen
[4] Stand: 20.03.2020
[5] Anzahl der Corona-Todesfälle, dividiert durch die Anzahl der pro Tag umgekommenen Verkehrsteilnehmer (des betreffenden Landes)

Donnerstag, 19. März 2020

Ein Stasi-Maulwurf bei der NSA

Die Rekonstruktion dieser Spionage-Geschichte gibt erstaunliche Einblicke in den Agenten-Alltag und präsentiert Szenen, wie sie sonst nur in Hollywoodfilmen zu sehen sind. Die geheime Karriere des Ex-Agenten Jeffrey Carney zeigt aber auch, dass Verräter nicht mit Gnade rechnen können, welche Motive auch immer ihr Handeln bestimmt haben ...


mehr:
- Ein Stasi-Maulwurf bei der NSA Die unglaubliche Geschichte des Sergeant Carney (Jürgen Ast, Arte, 19.03.2020 – Verfügbar vom 19/03/2020 bis 25/03/2020)
siehe auch:
Norwegen, Russland und ein Spion, der sich erwischen ließ (Andrea Seliger, Telepolis, 06.03.2019)
Julian Assange – Ein Spion? (Post, 03.08.2019)
Medien: aufdecken oder offizielle Narrative verbreiten? (Post, 26.11.2018)
Die tolerierte Entführung des Jeffrey Carney (Andreas Förster, FR,  04.08.2017)
- Stasi-Spion Kid – Die Rekonstruktion von Jeffrey M. Carneys geheimen Leben (Jürgen Schreiber, FR, November 1999, der Link zur Quelle [Archiv des Tagesspiegel) funktioniert nicht mehr]

Interview Jens Karney am 24.6.2003 {22:38}

against all enemies
Am 08.08.2013 veröffentlicht 
Näheres unter : www.against-all-enemi.es
Erstmals durfte Jens Karney am 24.6.2003 im deutschen Fernsehen über seine illegale Entführung als deutscher Staatsbürger am 21.4.1991 aus Berlin Friedrichshain durch Agenten eines US Geheimdienstes berichten. Aber auch damals konnte er nicht alles erzählen. Dies macht er jetzt in seinem Buch "Against alle Enemies". Nach einem langwierigen Procedere der Prüfung/Zensur des Manuskriptes durch Pentagon, NSA und die US Air Force liegt es nun - leider noch mit sehr umfangreichen Streichungen - vor und ist ab 12.8.2013 erhältlich.
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Corona stoppt die Nato

Dem Virus wegen: Die US-Army bricht ihr Militärmanöver „Defender 20“ vor Russlands Westgrenze ab – und bläst zum Rückzug.

Um den Schein und das Gesicht zu wahren, werden ein paar US-Panzer auf deutschen Waffenplätzen (Munster, Grafenwöhr) wohl noch ein paar Übungsgranaten in die Zielhänge verschiessen („gunnery and other combined events with Allies“, wie dies in der Medienmitteilung des US-Oberkommandos heisst).

US-Navy dampft zurück nach Amerika

Doch das gross angekündigte und geplante Manöver „Defender-Europe 2020“, dem schon letzte Woche ein „Freeze“ (Marschhalt) befohlen worden war, ist faktisch definitiv abgebrochen. Für jene rund 6000 US-Soldaten, die als Vorhut der geplanten Defender-Streitmacht von 37 000 Mann, schon bis nach Deutschland und Polen in Bereitschaftsräume vorgerückt waren, gilt per sofort: „Halt, sichern, entladen, einrücken und retablieren – die Übung ist abgebrochen.“ Diesen US-Truppenteilen hilft die Bundeswehr (Streitkräftebasis) nun beim Rückzug und Materialrückschub ebenso, wie sie deren Aufmarsch quer durch Deutschland und bis an die russische Grenze in Polen seit Anfang Februar als „Hostess“ (Gastgeberin) willig und unter Millionenkosten unterstützt hat

mehr:
- Corona-Virus schlägt US-Army in die Flucht (Niklaus Ramseyer, Info-Sperber, 18.03.2020)
siehe auch:
- xxx ()
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Mittwoch, 18. März 2020

Pandemie, Tag 48: Schlechte Kommunikation?

Mitten in der Pandemie fühlt sich Italien im Stich gelassen, die Ressentiments gegen die EU wachsen. Dabei liegt vieles nur an schlechter Kommunikation
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Sprache ist mächtig, sie bildet die Realität nicht nur ab, sie schafft Realität. Das gilt ohne Abstriche auch für die Bühnenwelt der Finanzmärkte, zumal bei entscheidenden Auftritten. Noch so geringfügige Nuancen und Akzentuierungen können dann ein Erdbeben auslösen, das die Börsen auf Talfahrt schickt.

Die tragische Figur hieß am 12. März Christine Lagarde. Die Erwartungen an die EZB-Chefin waren hoch, die Enttäuschung nach ihrer Absage an monetäre Maßnahmen zur Bewältigung der Krise fiel nur umso größer aus und die Buh-Rufe schallten laut, besonders aus Italien. Für Dramatik hat der Stiefelstaat naturgemäß einen ausgeprägten Sinn, aber der Börsencrash, den Lagardes Worte auslösten (minus 17 Prozent an der Mailänder Börse an einem einzigen Tag), ging dann doch zu weit.

Zwar rauschten nach der EZB-Krisensitzung die Börsen weltweit in die Tiefe, auch der DAX verlor zwischenzeitlich rund 12 Prozent, in Italien aber nahm man Lagardes Absage persönlich. Ein "Whatever it takes 2.0" werde es nicht geben, sagte die EZB-Chefin und enttäuschte so den italienischen Premierminister Giuseppe Conte, der auf eine Neuauflage des expansiven EZB-Kurses Mario Draghis gehofft hatte. "Wir sind nicht hier, um die Spreads zu schließen", fügte Lagarde noch hinzu, eine Aussage, die sich tatsächlich direkt an Italien richtete.

Unter "Spread" versteht man in Italien die Zinsdifferenz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen. Je näher man am deutschen Zinssatz liegt, desto besser. Die deutschen Zinsen liegen nämlich auf notorisch niedrigem Niveau, der Risikoaufschlag ist gleich null. Italien mit seinen Staatsschulden von über 130 Prozent des BIP zahlt für seine Zinsen hingegen jährlich rund 65 Milliarden Euro, das ist so viel, wie der Staat für das gesamte Schulwesen ausgibt.

Dementsprechend feindselig fielen in Italien die Reaktionen aus. Giorgia Meloni, Vorsitzende der nationalkonservativen Fratelli d’Italia (FdI), wandte sich in einem auf sozialen Medien millionenfach geteilten "J'accuse"-Video an die italienischen Bürger und beschuldigte Lagarde, den Mailänder Börseneinbruch bewusst herbeigeführt zu haben. Unter völligem Verschweigen der Tatsache, dass die Leitzinsen der EZB bereits auf Null liegen und deshalb für weitere Senkungen kein Spielraum besteht, bezichtigte Meloni die EZB der Untätigkeit und forderte Zinssenkungen nach amerikanischem und britischem Vorbild. Weil dies aber nicht gewährt worden war, argwöhnte Meloni finstere Machenschaften auf Kosten Italiens. "Sie wollen Italien in die Knie zwingen", polterte die Frau, deren Beliebtheitswerte im Februar bereits gleichauf mit Matteo Salvini lagen und deren Partei in Wahlumfragen zuletzt 13 Prozent der Stimmen erhielt.

mehr:
- "Liebe EU, es ist zu spät" (Teseo La Marca, Telepolis, 18.03.2020)
siehe auch:
Corona – Ein Hauch von Aktionismus (Post, 17.03.2020)
Was wir wahrnehmen, bestimmt unsere Realität (Post, 08.03.2020)
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Heute im ZDF: Operation Rubikon

Ausführliche ZDF-Doku über die Beteiligung des BND an der Crypto AG
Normalerweise lautet das journalistische Narrativ über den BND, dass dieser in erster Linie Misserfolge und Skandale produziere. So galt die Aufklärung durch menschliche Quellen wie Geheimagenten gegen die Staaten der Sowjetunion als ausgesprochen schwach. Umgekehrt gelang den östlichen Diensten das Platzieren von Doppelagenten im BND, so dass der große Bruder CIA die deutschen "Pfadfinder" nur noch bedingt an Erkenntnissen teilhaben ließ - so die Legende. Die technische Aufklärung des BND hingegen genoss einen ausgezeichneten Ruf, das Material machte rund 50% des Informationsaufkommens aus und galt als zuverlässig.

Wie nunmehr im Februar ein Rechercheteam aus Journalisten des ZDF, des Schweizer Rundfunks sowie der Washington Post enthüllte, beruhten die Erfolge des BND-Abhörens auf Konspiration mit dem Weltmarktführer für Chiffriergeräte. Das langfristige Geheimprogramm, an welchem der BND beteiligt war, bewerten namhafte Geheimdiensthistoriker sogar schmeichelhaft als den größten Spionage-Coup des 20. Jahrhunderts: die CIA-Operation MINERVA, deutsche Bezeichnung RUBIKON.

Bereits bei den einst gegnerischen Vorgängern von CIA und BND hatte Verschlüsselungstechnik im Zweiten Weltkrieg eine gewichtige Rolle gespielt: Das deutsche Chiffriergerät Enigma schloss lange die westlichen Lauscher durch zuverlässig verschlüsselte Fernkommunikation aus. Als dann den Briten der Einbruch in die vermeintlich unknackbare Enigma gelang und dieser den Krieg entscheidend verkürzte, galt den Beteiligten der Ertrag als so wertvoll, dass sie diesen Vorsprung fast drei Jahrzehnte lang als größtes Staatsgeheimnis bewahrten. Die britischen und US-amerikanischen Strategen verschwiegen ihr Geheimnis auch der eigentlich verbündeten Roten Armee, der man unnötige Verluste gegen Nazi-Deutschland hätte ersparen können.

Nach dem Krieg überließen die Briten den Israelis die tatsächlich geknackte Enigma, doch das Danaergeschenk wurde gewittert. Man musste sich also etwas Neues einfallen lassen, um Gegnern unsichere Kryptierverfahren unterzujubeln.

mehr:
- Operation Rubikon (Markus Kompa, Telepolis, 18.03.2020)
siehe auch:
Gladio – Materialsammlung (Post, 17.03.2020)
- Rubikon, die wichtigste Spionage-Operation, die jemals unternommen wurde (Post, 15.02.2020)
Tiefer Staat (Post, 06.01.2019)

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Dienstag, 17. März 2020

Krise – Glaube – Wissenschaft

Heute liegt die Hoffnung der Menschen in den Fähigkeiten der Wissenschaftler, so schnell wie möglich einen Impfstoff gegen den Virus zu entwickeln

Wie gebannt schaut die Welt jeden Tag auf die neusten Corona-Zahlen. Für die meisten von uns ist es ein Schock, was zurzeit in der Welt passiert, die wir bislang als sicher und stabil erachtet hatten: Hamsterkäufe, Schulschließungen, Ausgangssperren, Börsencrashs, usw. So etwas hatte es für die meisten bisher nur in apokalyptischen Romanen oder Filmen gegeben.

Doch wie fragil unsere Welt tatsächlich ist und wie man dem begegnen soll, beschreibt der italienische Lehrer Domenico Squillace auf wunderbar literarische Art und Weise seinen Schülern, indem er ihnen den Roman "Die Verlobten" aus dem 19. Jahrhundert zur Lektüre empfiehlt. Darin beschreibt der Autor Alessandro Manzoni die Situation in Italien während der Pest des Jahres 1630. So schreibt der Direktor eines mailändischen Gymnasiums von erstaunlichen Parallelen zur Situation in seinem Land im März 2020:

▷Es ist ein aufschlussreicher Text von außerordentlicher Modernität, ich schlage vor, dass Sie ihn sorgfältig lesen, besonders in diesen verworrenen Tagen. In diesen Seiten ist bereits alles enthalten, die Gewissheit, dass Fremde gefährlich sind, der Streit der Behörden, die krampfhafte Suche nach dem so genannten Patienten Null, die Verachtung von Experten, die Jagd auf Krankheitsüberträger, die unkontrollierten Stimmen, die absurdesten Heilmittel, das Hamstern von Grundnahrungsmitteln, der Gesundheitsnotstand [...] Kurz gesagt, mehr als in Manzonis Roman scheinen diese Worte aus den Seiten einer Zeitung von heute zu kommen.
Domenico Squillace
Einen bedeutenden Unterschied erkennen wir jedoch zum Krisengeschehen des Mittelalters und der frühen Neuzeit: Damals sahen die Menschen als den einzigen Heilsbringer das Gebet und ihren Glauben an Gott. Zu ersterem versammelten sie sich oft in großen Gruppierungen, was die Verbreitung der Krankheitserreger noch verstärkte.
mehr:
- An was glauben wir in der Corona-Krise? – An die Wissenschaft (Lars Jaeger, Telepolis, 17.03.2020)
siehe auch:
Was wir wahrnehmen, bestimmt unsere Realität (Post, 08.03.2020)
Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)
Heute vor 413 Jahren – 17. Februar 1600: Giordano Bruno stirbt auf dem Scheiterhaufen (Post, 17.02.2014)
Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Realitätsinterpretation: Das Unwetter an der Theiß (Post, 12.04.2008)

Gladio – Materialsammlung

Gladio – Geheimarmeen in Europa (arte Doku) {1:45:50}

wurskia
Am 07.01.2018 veröffentlicht 
Die geheimen Armeen der NATO (Doku) Operation Gladio GERMAN Dokumentation Deutsch Von den späten 1960er bis in die 1980er-Jahre erschütterte . Während des Kalten Krieges unterhielten.
Während des Kalten Krieges unterhielten die NATO, der CIA, der britischen MI6 und andere europäische Geheimdienste paramilitärische Geheimorganisationen in ganz Westeuropa. Diese sollten.
Terror im Namen von Regierungen ist für einen normal denkenden Menschen unglaublich. Mit Stay-behind Organisationen wie Gladio soll sich dieses aber genau seit 1950 in Europa abgespielt haben..
[das Video ist nicht Teil des nachfolgenden Artikels!]



Interview mit Daniele Ganser über die NATO-Armee Gladio. Teil 1

Daniele Ganser ist Historiker an der Universität Basel. In seinem Buch “NATO Geheimarmeen in Europa“ untersuchte er die Verstrickungen der Organisation Gladio, die im Kalten Krieg Rechtsextremisten rekrutierte und für verschiedene Terroranschläge verantwortlich war.

▶︎Herr Ganser, zuerst einmal eine technische Frage: Wie schreibt man eine Doktorarbeit über ein Thema über das es nur wenige offizielle Dokumente gibt, weil die staatlichen Stellen die Existenz von militärischen Geheimtruppen in ihren Ländern leugnen?

Daniele Ganser: Ich konnte auf ein Dokument des italienischen Geheimdiensts SIFAR zurückgreifen, welches in den 50er Jahren verfasst wurde. Das Dokument trägt den Titel “Die Spezialeinheiten des SIFAR und die Operation Gladio“. Dieses bestätigte, dass es in Italien eine Geheimarmee gab, dass zweitens diese Geheimarmee den Namen Gladio trug, dass drittens diese von der CIA aufgebaut, ausgerüstet und unterstützt wurde, dass viertens Gladio organisatorisch innerhalb des italienischen militärischen Geheimdienst angesiedelt war und dass fünftens ähnliche Geheimarmeen auch im Ausland existieren und durch spezielle Ausschüsse innerhalb der NATO koordiniert werden.

Diese geheimen Ausschüsse sind in diesem Dokument auch noch benannt: Es sind das Allied Clandestine Commitee und das Clandestine Planning Committee. Dieses Dokument habe ich als Basis genommen und durch parlamentarische Untersuchungsberichte zu den Geheimarmeen in Italien, Belgien und der Schweiz und einschlägige Werken wie Memoiren und Erinnerungen von Generälen und Geheimdienstoffizieren und Forschungen von Journalisten ergänzt.

▶︎Sie schreiben in ihrem Buch es hätte im NATO-Vertrag einen Geheimpassus gegeben, der jedes Mitgliedsland verpflichtete inoffizielle militärischer Strukturen aufzubauen, um im Falle einer Machtübernahme der Kommunisten im Verbund mit Rechtsradikalen den Gegenschlag anzutreten... 


Daniele Ganser: Dazu muss man zunächst sagen, dass solche geheimen Zusätze zu den NATO-Verträgen im Original den Historikern nicht zugänglich sind, wenn es sie denn gibt. Ich nehme hier eine Diskussion auf, die existiert: Verschiedene Leute in der Forschung zu den Geheimarmeen haben behauptet, dass es diese geheimen Zusätze gab, aber erwiesen ist das nicht.

Das muss man schon unterscheiden. Wenn ein Land Mitglied der NATO wird, unterzeichnet es einen Vertrag und der ist auch öffentlich einsehbar. Aber ob es dazu geheime Zusätze gibt, die den Aufbau einer Geheimarmee explizit fordern, kann man bis heute nicht beweisen. Was man aber weiß ist, dass in der Tat in allen NATO-Ländern Geheimarmeen aufgebaut wurden und da dies geschehen ist deutet dies darauf hin, dass dies von der NATO gefordert wurde.

mehr:
- Inszenierter Terror (Reinhard Jellen, Telepolis, 25.09.2008)
siehe auch:
- Operation Gladio (Linksammlung, SIPER [Swiss Institute for Peace and Energy Research], undatiert, letzte Aktualisierung wohl 2006)
In den 70er und 80er Jahren kam es zu zahlreichen Terroranschlägen in Italien. Im Jahr 1984 begann der italienische Richter Felice Casson mit Ermittlungen zu einem Autobomben-Anschlag aus dem Jahr 1972 bei dem mehrere Polizisten in der Stadt Peteano getötet wurden. Casson fand heraus, dass am Tatort keinerlei polizeiliche Untersuchungen stattgefunden hatten und dass der Bericht über den verwendeten Sprengstoff gefälscht wurde, um die links-extremen Roten Brigaden zu belasten. Casson konnte nachweisen, dass bei dem Anschlag der Spezialsprengstoff C4 verwendet wurde, der auch von der NATO verwendet wurde. Durch weitere Ermittlungen deckte Casson auf, dass nicht die Roten Brigaden sondern rechtsextreme Gruppen und der militärische Geheimdienst in den Anschlag von Peteano verwickelt waren und dass italienische Regierung und Geheimdienst zahlreiche Versuche unternommen hatten, diese Tatsache geheim zu halten. Casson identifizierte Vincenzo Vinciguerra als einen der Verantwortlichen für den Anschlag von Peteano, Vinciguerra wurde verhaftet und gestand im Auftrag eines Netzwerks gehandelt zu haben, das ihm zusicherte gedeckt zu werden. Der Innenminister, die Zollbehörden und der militärische sowie der zivile Geheimdienst hätten die ideologischen Überlegungen hinter dem Anschlag mitgetragen, so Vinciguerra. Casson verstand, dass er es mit staatlich inszeniertem Terrorismus zutun hatte, der durch Steuergelder finanziert wurde.

Um die Aussagen von Vincenzo Vinciguerra zu verifizieren, beantragte Casson im Januar 1990 Zugang zum Archiv des italienischen Geheimdienstes SISMI in Rom. Dort entdeckte Casson Dokumente, welche die Existenz der NATO Geheimarmeen nicht nur in Italien bewiesen. Er nahm daraufhin Kontakt zur parlamentarischen Untersuchungskommission auf, die für die Aufklärung von inländischem Terrorismus zuständig war. Am 2. August 1990 gab der Untersuchungsausschuss dem italienischen Premierminister Giulio Adreotti den Auftrag, das Parlament binnen 60 Tagen über die Existenz der Geheimarmeen in Italien zu informieren. Am 3. August 1990 sagte Andreotti vor der Untersuchungskommission aus und gab die Existenz der Geheimarmeen öffentlich zu. Er sagte zu, einen schriftlichen Bericht über die Geheimstruktur binnen 60 Tagen vorzulegen. Am 18. Oktober wurde dieser Bericht per Eilbote an die Untersuchungskommission übergeben. Der Leiter der Kommission Senator Gualtieri erhielt den Bericht, doch bevor er ihn lesen konnte, forderte Andreotti den Bericht umgehend zurück, da er "überarbeitet" werden müsse. Gualtiere machte eine Kopie und schickte das Original zurück. Nachdem er den überarbeiteten Bericht erhielt, stellt er fest, dass kritische Passagen entfernt wurden und der Bericht statt 12 nur noch 10 Seiten lang war. Die italienische Presse berichtete ausführlich über diese Aktion Andreottis wodurch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die geänderten Passagen gelenkt wurde. Die Enthüllungen über eine Geheimarmee in Italien, die über 139 Waffenlager sowie über große Mengen an Sprengstoff, Handgranaten und Schusswaffen verfügt, schockierten Italien.

Premierminister Andreotti war nicht bereit die Verantwortung für die Aktion alleine zu tragen und gab am Tag der Übergabe des endgültigen Berichts im italienischen Parlament bekannt, dass alle beteiligten Regierungschefs der Euroländer über die Geheimarmeen informiert waren. In einer öffentlichen Ansprache am 9. November 1990 betonte Andreotti, dass die NATO, die Vereinigten Staaten und zahlreiche Länder Europas – darunter Deutschland, Griechenland, Dänemark und Belgien in die Verschwörung um Geheimarmeen verwickelt gewesen sind. Um dies zu beweisen, wurden geheime Dokumente an die Presse lanciert und das italienische Politmagazin Panorama veröffentlichte den kompletten Bericht von Andreotti an den Untersuchungsausschuss.

Als Frankreich versuchte, seine Beteiligung am Gladio-Netzwerk zu leugnen, sagte Andreotti gnadenlos, dass Frankreich am letzten Treffen des ACC-Kommittes am 23. und 24. Oktober 1990 in Brüssel anwesend war, woraufhin Frankreich peinlich berührt seine Beteiligung an Gladio zugab.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss kam im Jahr 2000 zu folgendem Schluss : "Diese Massaker, diese Bomben, diese militärischen Aktionen wurden von Männern innerhalb italienischer staatlicher Einrichtungen organisiert oder gefördert oder unterstützt und, wie kürzlich aufgedeckt wurde, auch von Männern aus dem Umfeld der Geheimdienste der USA".
[Die Geheimarmeen der NATO - Operation Gladio, Aufdeckung, matrixwissen.de, undatiert]
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In Italien war der Einsatz von Gladio auch für den möglichen Fall einer demokratischen Regierungsübernahme durch die Kommunistische Partei Italiens gedacht, die zeitweilig die stärkste Partei im italienischen Parlament war.
Mitglieder von Gladio waren in in den 70er und 80er Jahren Urheber zahlreicher Terroranschläge in Italien, die von offizieller Seite durch Fälschung von Beweismitteln linksradikalen Terrorgruppen zugeordnet wurden, vor allem den Roten Brigaden. Durch die Empörung der öffentlichkeit über die Anschläge sollte die in Italien traditionell starke Kommunistische Partei geschwächt werden. Dies stellte den Höhepunkt einer bereits in den 1950er Jahren mit der verdeckten Operation "Demagnetize" der CIA begonnenen Strategie dar. In diesem Zusammenhang ist auch die in Gerichtsverfahren festgestellte Verbindung zu der Geheimloge Propaganda Due (P2) relevant. Das wegen Mordes verurteilte Gladio- und Ordine Nuovo-Mitglied Vincenzo Vinciguerra prägte für die gemeinsame Strategie hinter den Verbrechen den Begriff Strategie der Spannung (siehe Zitate).
Einer der schlimmsten Terroranschläge war der Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna mit 85 Toten und 200 Verletzten im Jahr 1980. Die rechtsextremistischen Gladio- und Nuclei Armati Rivoluzionari-Mitglieder Giusva Fioravanti und Francesca Mambro wurden 1995 für diese Tat vor Gericht gestellt und verurteilt. Die Roten Brigaden waren laut einer Untersuchung des italienischen Parlaments ihrerseits von Gladio-Mitgliedern unterwandert, unter anderem in Person des Fallschirmjägers Francesco Marra. Es gibt in diesem Zusammenhang Hinweise auf eine Beteiligung von Gladio-Mitgliedern an der Entführung und Ermordung des italienischen Spitzenpolitikers Aldo Moro, siehe dazu ebenfalls Rote Brigaden. 
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Gladio, Italien: Terror gegen die Zivilbevölkerung Verschwörungtheorien-Wiki, abgerufen am 17.03.2020]
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GLADIO, NATO: Aldo Moro {11:49 – Start bei 9:43 – Off-Sprecher: »Die Theorie lautet, daß ??? ein Undercove-Agent der CIA war, der mit Hilfe von Gladio die Entführung von Aldo Moro plante und durchführte.«}

theDossier
Am 20.08.2016 veröffentlicht 
The case of #AldoMoro, former Prime Minister of Italy, who was kidnapped and murdered in 1978. Evidence suggests that his murder may have been orchestrated by the #CIA and the clandestine NATO operation codenamed #GLADIO.
http://www.thedossier.info/
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Geheimarmeen der NATO Gladio und Stay Behind Dienste im Kalten Krieg DOKU 2014 {43:58}

GameOverBilderberger
Am 01.08.2017 veröffentlicht 
1980 Oktoberfest München
1980 Hauptbahnhof Bolonge (Italien)
AZ: Herr Kramer, Sie haben vor Gericht unter Eid ausgesagt, dass der Geheimdienst hinter dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest steckt. Sind Sie sich da ganz sicher?
ANDREAS KRAMER: Natürlich bin ich mir sicher, sonst würde ich so einen schweren Vorwurf nicht erheben. Es war mein Vater, der maßgeblich daran beteiligt war. Er hat es mir selbst erzählt.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/i…
Hermann Scheer über die Gladios (* 29. April 1944 in Wehrheim; † 14. Oktober 2010 in Berlin) war ein … Scheer war seit 1980 Mitglied des Deutschen Bundestages.
https://www.youtube.com/watch?v=olOfy…
25.09.2014
08:00 Uhr Stay Behind Die Schattenkrieger der NATO | PHOENIX
Zum ersten Mal berichtet ein Mitglied der geheimen BND-Partisanentruppe "Stay behind" über seinen Auftrag im Kalten Krieg. "Dieter Gerlach", so sein Deckname, sollte im Fall einer sowjetischen Besetzung der Bundesrepublik im Rücken des Feindes Widerstandsgruppen aufbauen. Die BND-Partisanen übten bis in die 70er Jahre Sprengstoffanschläge, später Funk- und Schleusungsoperationen im besetzten Gebiet. Als 1990 bekannt wurde, dass die italienische Partnerorganisation von "Stay behind" in Terroranschläge verstrickt war, leugnete die Bundesregierung zunächst die Existenz des Partisanennetzwerks.
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Dr. Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen und Operation Gladio (Basel 14.9.2009) {1:28:44}

Daniele Ganser
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 14. September 2009 an der Universität Basel über die NATO-Geheimarmeen, die er als illegal einstuft, weil sie weder der Bevölkerung noch den Parlamenten in den betroffenen Ländern bekannt waren.
Im Vortrag stützt sich Ganser auf seine Doktorarbeit im Fachbereich Geschichte, welche er an der Universität Basel zu diesem Thema verfasst hat. Das Buch wurde in zehn Sprachen übersetzt und erschien auf Deutsch 2008 im Orell Füssli Verlag unter dem Titel: "NATO Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung".
Die NATO-Geheimarmeen wurden vom US-Geheimdienst CIA und vom britischen Geheimdienst MI6 in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut. Ihre Existenz war streng geheim. Erst am 3. August 1990 bestätigte der italienische Premierminister Giulio Andreotti die Existenz der Geheimarmeen.
Die NATO-Geheimarmeen hatten in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen. In Italien hiess die Geheimarmee “Gladio”, in der Schweiz “P26” und in Deutschland “stay-behind”.
“Ich bin ins Gefängnis gegangen, weil ich die Existenz dieser super geheimen Organisation nicht zugeben wollte. Und nun kommt Andreotti daher und informiert das Parlament!” protestierte damals General Vito Miceli, der Direktor des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, die Enthüllungen durch Andreotti 1990.
Ein Sprecher der NATO sagte 1990, die NATO habe nie verdeckte Operationen und Guerillakrieg geplant. Am nächsten Tag sagte ein anderer Sprecher, diese Aussage sei falsch gewesen, aber man könne leider keine weiteren Aussagen zu Operation Gladio und den stay-behind Armeen machen, weil diese streng geheim seien.
Das EU-Parlament forderte eine gründliche Untersuchung in allen Ländern, was indes nicht geschah.
Die Geheimarmeen bereiteten sich auf eine Invasion von Westeuropa durch die Sowjetunion vor, welche nie kam. Sie legten geheime Waffenlager an, in denen auch Sprengstoff gelagert war.
Gemäss einer Untersuchung des italienischen Parlaments aus dem Jahre 2000, haben die Gladio Agenten nicht nur auf die Invasion durch die Sowjets gewartet, sondern in Friedenszeiten auch in die Innenpolitik eingegriffen, und False Flag Terroranschläge verübt, welche den italienischen Kommunisten angehängt wurden, um sie in den Wahlen zu schwächen. «Diese Massaker, diese Bomben, diese militärischen Aktionen wurden von Männern innerhalb italienischer staatlicher Einrichtungen organisiert oder gefördert oder unterstützt und, wie kürzlich aufgedeckt wurde, auch von Männern, die mit den Strukturen der Geheimdienste der USA in Verbindung standen”, so der Bericht.
Bis heute ist vielen Menschen unbekannt, dass die NATO Geheimarmeen unterhalten hat, weil in den Medien nur wenig darüber gesprochen wird.
+++
Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch
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Corona-Pandemie, Tag 47: – Ein Hauch von Aktionismus

Seit letztem Freitag geht Deutschland Stück für Stück mit immer radikaleren Maßnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 vor. Auch wenn die allermeisten Maßnahmen aus epidemiologischer Sicht sicherlich wichtig und richtig sind, wirkt es bisweilen so, als regiere der blanke Aktionismus. Während man die Grenzen nach Frankreich und Dänemark schließt, erlaubt man nach wie vor Direktflüge aus dem Corona-Epizentrum Iran nach Frankfurt. Während Friseure ihre Pforten schließen, fehlt in vielen Krankenhäusern nach wie vor die elementarste Schutzausrüstung. Und auch die heiß diskutierten Kita-Schließungen sind Segen und Fluch zugleich. Es wäre zu wünschen, dass nötige Aufklärungsmaßnahmen bald den Aktionismus ablösen und man den Fokus auf die wohl verletzlichste Stelle der Krise legt – die Krankenhäuser. Von Jens Berger.
mehr:
- Deutschland im „Shutdown“ – Es weht ein Hauch von Aktionismus über das Land (Jens Berger, NachDenkSeiten, 17.03.2020)
siehe auch:

“Etwas vergleichsweise Harmloses” – Richard David Precht über die Corona-Panik {3:56}

turi2tv
Am 11.03.2020 veröffentlicht 
Corona vs. Klima: Die Angst vor dem Corona-Virus schafft das, was der drohende Klimawandel nicht schafft, analysiert Richard David Precht im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. Plötzlich könne der Staat eingreifen, verbieten und klare Grenzen setzen – Maßnahmen, zu denen sich die Gesellschaft angesichts des deutlich bedrohlicheren Klimawandels nicht hinreißen lässt. "Das weckt den Sinn für das Nachdenken", sagt Precht am Rande des Focus Inner Circle in Düsseldorf und kommt zu dem Schluss, "dass die Leute mehr Angst um ihr Leben haben als um das Überleben der Menschheit". Der Philosoph und Publizist befürchtet, "dass in der Generation unserer Kinder und Enkelkinder beides zusammenfällt" und die Kosten der Klimarettung steigen, je länger die Politik die Gegenmaßnahmen aufschiebt.
Im Umgang mit dem Corona-Virus stellt Precht Medien und Politik aber gute Noten aus: Die Maßnahmen des Gesundheitsministers findet er richtig und "die Medien, die ich gebrauche", bemühten sich, keinen "Katastrophismus auszulösen, sondern sachlich zu informieren". Precht selbst sagt, dass er "völlig unbefangen" auf Veranstaltungen wie den Focus Inner Circle geht, da er nicht zur Risikogruppe gehört, versteht aber die Politik, die von den schwächsten Gliedern der Gesellschaft ausgehen müsse.
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Woher unsere Corona-Panik kommt | Odysso - Wissen im SWR {3:21}

SWR
Am 07.03.2020 veröffentlicht 
Panik an den Börsen, Hamsterkäufe - wegen eines Virus, der bei den meisten Menschen nur eine harmlose Erkältung auslöst. Risikoforscher Gerd Gigerenzer erklärt, warum wir oft so schnell in Panik geraten.
Link zur Sendung: https://bit.ly/314Ar62
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Edward Bernays: Die Gehirnwäsche einer Nation (Freeman, Alles Schall und Rauch, 16.04.2007, abgerufen am 08.12.2016)

"Stoppt die Corona-Panik" - Ex-Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Wodarg (Interview, Dokumentation) {5:37}

LOKALHEUTE
Am 17.03.2020 veröffentlicht 
KIEL/BERLIN. "Die gegenwärtige Panik hat nichts mit Krankheit oder Epidemien zu tun". Das behauptet Dr. Wolfgang Wodarg - kein Verschwörungstheoretiker, sondern als Pulmonologist und ehemaliger Leiter eines Gesundheitsamtes mit eigenem Monitoring-System für Grippe-Erkrankungen jemand, der weiß, was er sagt.
„Alle Grippewatch-Indikatoren zeigen lediglich normale Werte an. Weder in China, noch in Italien oder anderswo werden außergewöhnliche Fälle von schwerer Krankheit registriert“, ist er überzeugt. Der Kieler Arzt stellt Fragen und sucht Antworten, warum die Wahrnehmung in Politik und Gesellschaft dennoch eine andere ist. Dabei gehört er nicht zu jenen, die Covid-19 an sich verharmlosen wollen - wie viele andere Viren auch nicht zu unterschätzen sind.
„China schockierte sein Volk nur zwei Monate lang in Wuhan und demonstrierte der Welt, wie man eine Epidemie aufspüren, hochjubeln und autoritär bekämpfen kann. Europäische Staaten folgen jetzt diesem Theater und isolieren sich gegenseitig. In Europa bricht die Wirtschaft zusammen und die Menschenrechte werden vergessen, während China gerade diese nutzlosen COVID-19 Tests beendet hat und die Krise kurzerhand zu einem ausländisches Problem erklärt“, so der Facharzt für Lungenheilkunde weiter.
Covid-19 - eine echte Gefahr oder haben wir uns alle miteinander nur blenden lassen? Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung auf LOKALHEUTE.TV.
Hinweis: Wir von LOKALHEUTE machen uns nicht mit Aussagen gemein, weder pro noch contra mutmaßlich nötige Vorsichtsmaßnahmen - dazu fehlt uns die Fachkenntnis. Wir haben aber selbstverständlich die Aussagen verifiziert.
Mehr unter www.wodarg.com
Originalmaterial mit freundlicher Genehmigung von Oval.Media.
www.corona.film

mein Kommentar:
Bevor wir uns jetzt weiter in unserer Couch-Potato-Hysterie suhlen, erinnere ich:



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…die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg durch Angriffe auf andere Länder für den Tod von 20-30 Millionen Menschen verantwortlich.
(Mausfeld-Vortrag »Warum schweigen die Lämmer?« bei 39:00)

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siehe dazu:
- IPPNW: Body Count (Post, 26.07.2016)

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Montag, 16. März 2020

Corona-Impfstoff: Die Antwort auf Trumps Offerte


  • Die Tübinger Firma Curevac versucht derzeit, einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln.
  • Mehrheitseigner Dietmar Hopp sagt, dass es einen solchen Impfstoff bereits im Herbst geben könnte. Doch das hängt nicht allein von Curevac ab.
  • Die USA haben enormes Interesse an der Firma – angeblich soll Trump eine Milliarde Dollar für die Exklusivrechte geboten haben. Doch Hopp winkte ab.

Ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus könnte im Idealfall schon im Herbst verfügbar sein. Das sagte SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, der über seine Beteiligungsgesellschaft Dievini Mehrheitsaktionär des Tübinger Biotechnologieunternehmens Curevac ist, in einem Interview dem Sender Sport 1.

Ob es so kommt, hänge vom Paul-Ehrlich-Institut ab. Das Institut ist für die Sicherheit von Impfstoffen verantwortlich und untersteht dem Bundesministerium für Gesundheit. Curevac sucht seit Januar nach einem Impfstoff auf Basis der Boten-RNA. Das funktioniert so: Der Impfstoff liefert dem Körper den Bauplan für ein Eiweiß des Coronavirus. Es wird im Körper gebaut und löst eine Immunreaktion aus, der Körper wehrt sich und produziert Antikörper gegen den Angreifer.

"Das war für mich keine Option"


In dem Interview äußert sich Hopp auch zur Absage an US-Präsident Donald Trump, der angeblich eine Milliarde Dollar für die Exklusivrechte an dem Impfstoff zahlen wollte.

"Für mich ist das selbstverständlich, es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird. Das war für mich keine Option", so Hopp. Er persönlich habe nicht mit Trump gesprochen. "Er hat mit der Firma gesprochen und man hat mir das dann sofort gesagt und gefragt, was ich davon halte und ich wusste sofort, dass das nicht infrage kommt", wird Hopp zitiert.

mehr:
- Curevac-Eigner Hopp äußert sich erstmals zur Trump-Offerte (Elisabeth Dostert, SZ, 16.03.2020)

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Verfügt eine natürliche Person oder juristische Person über ein Exklusivrecht (englisch exclusive right), so hat sie das alleinige Recht, über eine Sache zu verfügen bzw. ist alleiniger Rechtsinhaber und kann auch Nutzungsrechte einräumen (§ 31 Abs. 3 UrhG). 
Räumt ein Urheber Nutzungsrechte ein, dann kann der Erwerber der Rechte (Lizenznehmer) andere Personen von der Nutzung ausschließen und hat eigene Abwehrrechte gegen Dritte. Der Urheber verliert in diesem Fall die Berechtigung, anderen Personen weitere Nutzungsrechte auf die bereits erlaubte Art einzuräumen. Solche exklusiven Rechte werden meist über Vertragsstrafen oder Unterlassungsansprüche abgesichert. 
Beispiele: 

  • Ein Produkt darf exklusiv nur von einer einzigen Firma hergestellt oder vertrieben werden.
  • Im Bereich des Presserechtes, wenn sich eine bestimmte Zeitung oder Zeitschrift vertraglich das Recht einräumen lässt, exklusiv über ein bestimmtes Ereignis berichten zu dürfen und/oder Fotos veröffentlichen zu dürfen.
[Exklusivrecht, Wikipedia, abgerufen am 16.03.2020]
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Update:
Deutsche Impfstofffirma CureVac dementiert US-Übernahmeangebot (SPON, 17.03.2020)
- Der unverschämte Angriff auf CureVac ist ein Weckruf für Deutschland (Anja Ettel, WELT, 17.03.2020)

mein Kommentar:
Jetzt kann sich jeder selbst einen Reim drauf machen… 😂
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