Samstag, 20. Juni 2020

Ein Wort zur Effektivität der Influenza-Impfung…


Die Corona-Initiative des Deutschen Mittelstands (CIDM) veröffentlichte am 04.06.2020 eine Korrektur der Effektivität der Influenza-Impfung für 2017/2018:
Impf-Effektivität der Grippe-Impfung Deutschland (CIDM, 04.06.2020)
Zur Berechnung der Impfeffektivität:
Die Effektivität der Impfung muss für jede Grippesaison neu bestimmt werden. Eine erste, vorläufige Schätzung wird von der Arbeitsgemeinschaft Influenza bereits während der laufenden Grippesaison mit einer "Test-negativen Fall-Kontroll-Studie" durchgeführt: Dabei werden Daten von Patientinnen und Patienten ausgewertet, die in einem bestimmten Zeitraum eine Sentinelpraxis der AGI mit Grippesymptomen aufgesucht haben. Abstriche der Patientinnen und Patienten werden im Nationalen Referenzzentrum für Influenzaviren im RKI untersucht: Bei einigen werden Influenzaviren nachgewiesen (Fälle), bei anderen nicht (Kontrollen). Anschließend prüfen die Wissenschaftler, wie viele der echten Influenza-Fälle geimpft waren – und wie viele der Kontrollen geimpft waren, die nicht an Influenza erkrankt sind. Aus diesen Zahlen lässt sich grob ableiten, wie wirksam die Impfung ist. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine vorläufige Schätzung, die mit hohen Unsicherheiten einhergeht. Eine endgültige Aussage über die Impfeffektivität kann erst nach der Influenzasaison auf der Basis weiterer Daten getroffen werden.
[Wie wird die Wirksamkeit der Influenzaimpfung gemessen?, Robert-Koch-Institut, Stand: 03.09.2019 – Hervorhebung von mir]
Anmerkung:
Nach Angabe des CIDM beziehen sich die in der Grafik dargestellten Prozentzahlen zur Impfeffektivität der Influenza-Impfung auf den »Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2017/18« des RKI (PDF-Datei). 
Quellen: s.u.
Auf Seite 104 dieses Berichts beginnt das Kapitel »8.3  Wirksamkeit der Impfung gegen saisonale Influenza (Impfeffektivität)« (Verfasser: Silke Buda, Ute Preuß, Marianne Wedde und Ralf Dürrwald) 
Unten auf Seite 105 findet sich die Tabelle 18 (Screenshot):
Schätzung der Wirksamkeit der saisonalen Influenzaimpfung gegen eine
laborbestätigte Influenzaerkrankung, Saison 2012/13 bis 2017/18 [2]
Die RKI-Daten beziehen sich auf einzelne Influenza-Stämme (A[H1N1], A[H3N2], B) ich finde in dem Kapitel 8.3 aber keine Effektivitäts-Angaben zu der jährlichen Impfung insgesamt. Auf eine entsprechende Nachfrage beim CIDM habe ich bisher (Stand: 20.06.2020) noch keine Antwort erhalten. 

Update vom 22.06.2020 (der Übersichtlichkeit halber in einem gesonderten Post):


Desweiteren:
Bei meiner Internet-Recherche (v.a. in Fachzeitschriften) ist mir aufgefallen, daß sämtliche gefundenen Daten zur Effektivität der Grippe-Impfung nur auf Schätzungen beruhen. Das muß erstaunen!

Die einzige Institution, von der ich mir unabhängige Daten zu erwarten können glaube, ist die Cochrane Foundation. Von dieser stammt das folgende Zitat:

Drei Cochrane Reviews, die sich auf die Prävention von Influenza bei gesunden Erwachsenen, gesunden Kindern und älteren Menschen konzentrieren, sind langjährige Reviews unter demselben Senior-Autorenteam. Das Protokoll für die älteste Überprüfung wurde erstmals vor 20 Jahren veröffentlicht.

Im Laufe der Jahre haben die Überprüfungen zunehmend Beweise gesammelt, die zu einer immer größeren Stabilität ihrer Schlussfolgerungen geführt haben. "Stabil" ist ein Veröffentlichungskennzeichen, das normalerweise anzeigt, dass sich die Ergebnisse mit der Aufnahme neuer Studien wahrscheinlich nicht ändern werden. Dies ist die Gewissheit der Ergebnisse. Die Influenza-Impfstoff-Bewertungen zeigen uns eine teilweise andere Situation. Die Leser werden wichtige Ergebnisse bemerken, wenn wir nur wenige oder keine Daten haben. Sie können auch feststellen, dass für einige Maßnahmen der Influenza und der „Influenza-ähnlichen Krankheit“ (ILI) Beweise mit geringer Sicherheit vorliegen. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem die Beweise nichts anderes zeigen als das, was sie seit einigen Jahren getan haben. Wir wissen mit unterschiedlicher Sicherheit über die Auswirkungen von Impfungen auf Influenza und ILI Bescheid, aber die Lücke in unserem Verständnis darüber, wie Impfstoffe die Folgen von Influenza beeinflussen, bleibt bestehen. Für jede Überprüfung werden die Auswirkungen einzelner Studien in der Übersichtstabelle 1 "Studien, die in den verschiedenen Versionen dieser Überprüfung enthalten sind, und ihre Auswirkungen auf unsere Schlussfolgerungen" dokumentiert. Diesen Monat erscheinen die drei Bewertungen in ihrem neuesten aktualisierten und stabilisierten Format. 1,2,3 Obwohl wir nicht glauben, dass eine regelmäßige Aktualisierung das Bild vervollständigen wird, ist unsere Entscheidung zur Stabilisierung an Bedingungen geknüpft. Die drei Bewertungen werden erst wieder aktualisiert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. […]

Während der Stabilisierung haben wir die randomisierten Evidenz aktualisiert, aber zum ersten Mal entschieden, die große Evidenzbasis für Beobachtungen nicht zu aktualisieren. Der Beobachtungsdatensatz erscheint weiterhin in den Überprüfungen, jedoch nur als historische Aufzeichnung früherer Versionen. Beobachtungsstudien wurden vor über einem Jahrzehnt in die Überprüfungen aufgenommen, in der Hoffnung, dass sie langfristige und seltene Schadensdaten liefern und die externe Validität der Studienbeweise verbessern könnten. Sie erwiesen sich als von so geringer Qualität, dass ihre Schlussfolgerungen nicht schlüssig oder unzuverlässig waren. Das wichtigste Beispiel ist die fallnegative Studie zur Bewertung der Wirksamkeit von Influenza-Impfstoffen post hoc (dh nach einer Influenza-Saison) durch Ernte von Daten aus einem Überwachungsprogramm. Dieses Studiendesign, das einer Fall-Kontroll-Studie ähnelt, wählt Influenza-Fälle (Fälle von ILI, die positiv auf Influenza getestet wurden) und Kontrollen (Fälle von ILI, die negativ getestet wurden) aus und berechnet das relevante Odds Ratio (OR) der Exposition zum Impfstoff dieser Saison. Eine Schätzung der Impfstoffwirksamkeit wird aus diesem OP unter Verwendung einer Standardformel abgeleitet (Impfstoffwirksamkeit = 1 - OR%). Trotz ihrer institutionellen Beliebtheit haben 6,7 fallnegative Designs eine begrenzte Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, da das Design nicht die Wirksamkeit vor Ort testet, sondern die Wirksamkeit des Impfstoffs im Labor (die Fähigkeit des Impfstoffs, eine negative Polymerasekettenreaktion zu erzeugen (PCR) Ergebnis). Sowohl Fälle als auch Kontrollen sind symptomatisch, daher konzentriert sich jede Prävention ausschließlich auf die PCR-Negativität. Darüber hinaus können keine nützlichen absoluten Wirkungsmaße für die öffentliche Gesundheit abgeleitet werden (z. B. die absolute Risikominderung (ARR) und die für die Impfung zur Verhinderung eines Falles (NNV) erforderliche Gegenzahl), da die Hintergrundraten der Infektion und der Viruszirkulation nicht Teil sind der Berechnung der Wirkungsschätzungen. Es gibt auch Probleme mit den mathematischen Annahmen, die in diesem Entwurf getroffen werden (Einzelheiten siehe die Übersichten). Fallnegative Studien veranschaulichen den engen und retrospektiven Fokus auf Influenzaviren auf Kosten des gesamten ILI - des Krankheitsclusters, das für Patienten und ihre Ärzte von Interesse ist. Die retrospektive Berechnung relativer Schätzungen der Laborwirksamkeit kann für zukünftige Entscheidungen über die Zusammensetzung von Impfstoffen von Interesse sein, ihre Relevanz für alltägliche Entscheidungen erscheint jedoch fraglich.

Die zugrunde liegende Annahme, dass die Influenza-Impfung das Risiko einer Nicht-Influenza nicht beeinflusst, wird durch einen kürzlich veröffentlichten Bericht aus dem Follow-up einer Studie von 
Cowling et al.8 Bei 115 Teilnehmern hatten diejenigen, die dreiwertige Influenza-Impfstoffe erhielten, im Vergleich zu Placebo-Empfängern ein höheres Risiko für eine akute Atemwegsinfektion im Zusammenhang mit einer bestätigten Nicht-Influenza-Atemwegsvirus-Infektion (RR, 4,40; 95% CI, 1,31–14,8). Die Mittel waren hauptsächlich Rhinoviren und Coxsackie / Echoviren; ILI-Episoden traten kurz nach einem Höhepunkt der Influenza-Aktivität auf.

Die derzeitige jährliche Registrierung von Influenza-Impfstoffkandidaten basiert auf ihrer Fähigkeit, eine gute Antikörperantwort auszulösen. Antikörperantworten sind jedoch schlechte Prädiktoren für den Feldschutz. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Ersatzergebnissen in der Biomedizin, bei denen die Auswirkungen auf klinisch wichtige Ergebnisse in randomisierten Studien nicht gemessen oder nicht nachgewiesen wurden: Komplikationen und Tod durch Influenza.

Die einfache Antwort ist, dass wir nicht verstehen, was das Ziel ist. Was ist die Gefahr einer Influenza und was können wir jemals von den Impfstoffen erwarten? […]
Wir warten ab, ob jemand das Interesse oder den Mut hat, wirksame Methoden zur Bekämpfung von Virussyndromen der oberen Atemwege zu entwickeln. In der Zwischenzeit bleiben unsere Überprüfungen ein Zeugnis für das wissenschaftliche Versagen der Industrie und der Regierungen, die wichtigsten klinischen Ergebnisse für Patienten zu ermitteln.
[Tom Jefferson, Alessandro Rivetti, Vittorio Demicheli, Warum wurden drei langjährige Cochrane Reviews zu Influenza-Impfstoffen stabilisiert?, Chochrane Community, 29.01.2018 – Google-Übersetzer – Hervorhebungen von mir]



GRIPPEIMPFUNG: ERFOLGSRATEN GEBASTELT NACH RKI-METHODE
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hat die Grippeimpfung in den Grippesaisons 2001/02 bis 2006/07 5.300 grippebedingte Todesfälle verhindert. Weitere 2.800 Grippe-Tote hätten verhindert werden können, wenn das WHO-Ziel, eine 75%ige Impfrate bei Älteren, erreicht worden wäre.[1] Die Berechnung beruht auf der Annahme, dass der "Impfstoff zu 30% wirksam in der Verhinderung einer tödlichen Grippeinfektion bei über 60-Jährigen" ist.[1] Grundlage dieser Annahme sind wiederum zwei Observationsstudien aus den Jahren 20042 und 20073. Liest man in diesen Arbeiten nach, ist man verwundert, da in beiden die Zahl der tödlichen Grippeinfektionen gar nicht geprüft wird. Es werden zwar Sterberaten ermittelt. In der ersten[2] Arbeit wird jedoch die Todesrate an allen respiratorischen Erkrankungen gemessen (12%ige Reduktion), in der zweiten[3] die Gesamtmortalität, mit völlig unrealistischem Ergebnis (48%ige Reduktion). Das RKI scheut sich nicht, den Mittelwert aus Äpfeln und Birnen zu bilden und diesen als Rhabarber zu verkaufen: (12% + 48%) : 2 = 30%ige Reduktion tödlicher Grippeinfektionen. Diese in absurder Weise hergeleiteten und daher vermutlich falschen Zahlen werden öffentlich kommuniziert und dienen offenbar als Entscheidungsbegründung für Impfempfehlungen.
1. BUCHHOLZ, U.: Pressekonferenz der Arbeitsgemeinschaft Influenza 2008; 
http://www.rki.de/cln_100/nn_200120/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/PK__AGI__2008__Buchholz__ Vortrag,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/PK_AGI_2008_Buchholz_Vortrag.pdf
2. MANGTANI, P. et al.: JID 2004; 190: 1-10
3. NICHOL, K.L. et al.: N. Engl. J. Med. 2007; 357: 1373-81

Die Unsicherheiten der Datenlage zur Grippeimpfung können nur mit großen randomisierten Studien ausgeräumt werden. Angesichts der weltweit einhelligen Empfehlungen erscheint es jedoch zweifelhaft, dass solche Studien auf den Weg gebracht werden. Impfkommissionen sind gefordert, die Basis ihrer Empfehlungen neu zu überprüfen und transparent zu machen. Hemdsärmelige Berechnungen (siehe Kasten) sind nicht länger akzeptabel.
◼︎Die häufig geäußerte Annahme, dass die Influenzaimpfung die Gesamtmortalität während einer Virusgrippesaison um bis zu 50% senkt, ist unrealistisch: Mehrere Kohorten- und Fallkontrollstudien weisen auf einen scheinbaren Nutzen der Influenzaimpfung auch außerhalb der Grippesaison hin. Dies ist ein klarer Hinweis dafür, dass die angeblichen Effekte der Grippeimpfung durch Verzerrungen (healthy user effect) zumindest teilweise vorgetäuscht sind. 
◼︎Die Arbeiten belegen nicht die Unwirksamkeit der Influenzaimpfung, verdeutlichen aber das Fehlen valider Wirksamkeitsdaten. Die Wissenslücke kann nur geschlossen werden, indem große randomisierte plazebokontrollierte Studien durchgeführt werden.
[Im Blickpunkt – WIRD DIE WIRKSAMKEIT DER INFLUENZAIMPFUNG ÜBERSCHÄTZT?, © 2008 arznei-telegramm, publiziert am 2. Oktober 2008 – Hervorhebungen im Original]
Anmerkung:
Der obige Link in der 1. Fußnote (Buchholz: Pressekonferenz der Arbeitsgemeinschaft Influenza 2008) funktioniert nicht mehr. Siehe deshalb ersatzweise hier:
- Influenza / Grippe: Grippeimpfung hat vielen Senioren das Leben gerettet (aerztezeitung.de, 16.09.2008)
siehe auch:
Mit der Autorität eines Lehrstuhls samt Professorentitel nutzte Lauterbach das Institut anschließend vor allem, um klinische Studien im Auftrag der Pharmaindustrie durchzuführen. Schnell war er involviert in die Skandale um den Cholesterinsenker „Lipobay“ und den Appetitzügler „Reductil“ (Inhaltstoff Sibutramin). Beides Medikamente mit schwerwiegenden und tödlichen Nebenwirkungen. Die Gefahren wurden lange von der Pharmaindustrie heruntergespielt.

Im Falle des Sibutramin missbrauchte Lauterbach 1998 sogar seinen Vorsitz im Rahmen einer Behandlungsleitlinie, um dieses Medikament mit Bestnoten zu versehen und damit maßgeblich zu dessen Zulassung beizutragen. Finanziert und personell unterstützt wurden diese Leitlinien vom damaligen Hersteller Knoll AG. Doch schon zu dieser Zeit waren Studien bekannt, die dieses Medikament als herzschädigend einstuften. Als Leitlinienautor muss man sich explizit um die gesamte bekannte Literatur kümmern, was Lauterbach entweder nicht tat oder diese Gefahren bewusst ignorierte. Als nach der Zulassung schließlich Todesfälle bekannt wurden, wurde das Medikament dann international verboten und nach 12 Jahren endlich vom deutschen Markt genommen. Ich sprach Lauterbach persönlich auf dieses Fehlverhalten in einer Maischberger Sendung an, er druckste sich um eine Antwort herum und redete sich mit Erinnerungslücken heraus. Keiner der Zeitungskommentatoren der nächsten Tage ging auf diesen handfesten Skandal des inzwischen zum „SPD-Gesundheitsexperten“ und Ministerkandidaten aufgestiegenen Karl Lauterbach ein.

2003 lobte Lauterbach (mittels einer haltlose Modellrechnung seines Kölner Instituts) überschwänglich eine neue cholesterinsenkende Margarine, angereichert mit Phytosterinen, alles finanziert vom Hersteller Unilever Bestfoods GmbH. 117.000 Fälle der koronaren Herzerkrankung könnten dadurch vermieden werden mit einer Einsparung für das Gesundheitssystem von 1,3 Milliarden Euro. Nicht nur im Deutschen Ärzteblatt (Heft 37, 2003) hinterließ dies einen „ranzigen Nachgeschmack“. Fast schon selbstredend zeigte sich, dass Phytosterine überhaupt nicht vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen, dafür aber in einem erheblichen Maß Herz und Gefäße schädigen können. Dieses Muster findet sich in Karl Lauterbachs wissenschaftlicher Arbeit immer wieder: Minderwertige Studien werden dazu benutzt, um maximal positive Aussagen zu neuen medizinischen Produkten großer Konzerne in die Öffentlichkeit zu befördern. Die möglichen Gefahren für die Patienten werden indes ausgeblendet.

[Gunter Frank, Bericht zur Coronalage 16.6.2020: Der seltsame Professor, AchGut, 16.06.2020]
Was ist glaubwürdiger: Trump oder eine gefakte Studie? – »Wenn der Staat keine eigenen Instumente hat…« (Post, 12.06.2020)

Corona-Maßnahmen: Weiter Lockdown oder reicht mehr Hygiene? | illner {46:51 – Start bei 22:20 – Mai Thi: »Eines hat sich ja nicht geändert: Das Virus hat immer noch ein exponentielles Wachstum!« – Hervorhebung von mir
 

ZDFheute Nachrichten 
Am 24.04.2020 veröffentlicht 
Kaum sind die ersten Lockerungen beschlossen, warnt die Kanzlerin vor Öffnungsorgien. Vorsicht ist geboten! Na klar! Könnte Deutschland dennoch mehr wagen? Darüber wurde bei maybrit illner diskutiert.
Die Wissenschaftsjournalistin und Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim mahnt, dass eine "Normalität" neue Ausbrüche zur Folge hätte und fügte hinzu, dass der aktuelle Lockdown die Menschen bereits an die Grenzen bringe, aber "wenn es noch mal passiert, wird es sehr viel schlimmer werden".
Nguyen-Kim erklärte, dass man sich von leeren Intensivbetten nicht täuschen lassen dürfe. Darüber hinaus betonte die Wissenschaftlerin, dass "wir nur mit dem Virus leben müssen, wenn wir es nicht schaffen, die Infektionszahlen herunter zu fahren".
Mehrfach verwies die Chemikerin auf das exponentielle Wachstum des Virus und erklärte, dass "wir wirklich sehr vorsichtig sein müssen", denn "letztendlich sind es Experimente, die wir jetzt machen und wir dürfen dabei kein Menschenleben riskieren".
Hier kommt ihr zur ganzen Sendung maybrit illner von gestern mit dem Thema "Deutschland macht auf – mutig oder riskant?" vom 23. April 2020: https://kurz.zdf.de/pzSh/ Die Gäste: • Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz (zugeschaltet) • Cem Özdemir (B´90/Grüne), Bundestagsabgeordneter, war an Covid19 erkrankt • Herbert Diess, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG • Hendrik Streeck, Professor für Virologie und Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn • Mai Thi Nguyen-Kim, u. a. Chemikerin, Wissenschaftsjournalistin, Autorin und Youtuberin "maiLab“, Moderatorin (zugeschaltet)
nonverbale Kommunikation:
Man beachte, wie sich Herbert Diess und Hendrick Streeck bei der Glaubensbotschaft von Mai Thi (»Wir müssen das Virus loswerden, sonst haben wir immer wieder Ausbrüche und strenge Maßnahmen«) ansehen (ab 23:15)


- Tödlicher Ernst – Die Pharmaindustrie ist eines der gefährlichsten Kartelle der Welt. (Post, 23.08.2018)
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Freitag, 19. Juni 2020

Probleme der Polizei in den USA


Hochausgerüstet und unausgebildet: In 37 Bundesstaaten dürfen Polizisten ohne eine polizeiliche Schulung auf Streife gehen
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Seit den George-Floyd-Protesten gegen Rassismus und Polizeibrutalität und der Tötung von Rayshard Brooks in Atlanta steht die Polizei selbst in der Schusslinie. Rufe nach Reformen werden laut, nach Kürzungen der Polizeigelder ("Defund the Police!") oder einer Hinwendung zu de-eskalierender Polizeiarbeit. Die amerikanische Gesellschaft diskutiert die systemischen und strukturellen Probleme eines Berufs, der popkulturell wie kein anderer so heroisiert wie verteufelt wird wie der des Gesetzeshüters. Doch im Polizeialltag sind viele überfordert angesichts der Gefahren in einem Land, in dem sich mehr Schusswaffen in Privatbesitz befinden, als es Einwohner gibt.

Laut einer Statistik der Washington Post haben seit 2015 Polizeibeamte über 5400 Menschen erschossen. In zwei Drittel aller Fälle wurden Beamte angegriffen. Weit mehr als die Hälfte der Opfer trugen eine Schusswaffe bei sich. Viele waren anderweitig bewaffnet, nur etwa 350 waren "unarmed". In jedem fünften Fall litt die erschossene Person - bewaffnet wie unbewaffnet - zum Zeitpunkt ihres Todes an einer schweren psychischen Erkrankung. Einigen Schätzungen zufolge verbringt die Strafverfolgung 21 Prozent ihrer Zeit damit, auf Vorfälle mit Menschen mit psychischen Erkrankungen zu reagieren oder sie zu transportieren.

"Wir verlangen einfach zu viel von uns", sagte der ehemalige Polizeichef von Dallas, David Brown, in einem Interview im Jahr 2016. "Jedes gesellschaftliche Versagen schieben wir auf, damit die Polizei es lösen kann. Das ist zu viel verlangt. Die Polizei war nie dazu da, all diese Probleme zu lösen", so Brown.

Jährlich sterben etwa 150 Beamte während eines Einsatzes, ein großer Teil durch Schusswaffen. Doch mehr Polizisten nehmen sich selbst das Leben. Im Jahr 2019 starben 228 Offiziere durch Selbstmord. Eine 2013 von den National Institutes of Health veröffentlichte Studie ergab zudem, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Polizeibeamten 57 Jahre beträgt, fast 22 Jahre niedriger als die der Allgemeinbevölkerung.

mehr:
- Probleme der Polizei in den USA (Bulgan Molor-Erdene, Telepolis, 19.06.2020)
siehe auch:
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Sind Masern ein Produkt der ersten Großstädte?


Masen sprangen einst vom Rind auf den Menschen über. Aber wann? Eine neue Studie datiert ihr Erscheinen jetzt auf das 6. Jahrhundert v. Chr.

Etwa im 6. Jahrhundert v. Chr. scheint das Masernvirus auf den Menschen übergesprungen zu sein. Zumindest spaltete es sich zu diesem Zeitpunkt vom eng verwandten Rinderpestvirus ab, verrät nun die Analyse seines Erbguts. Damit begann die Evolutionsgeschichte dieses hochansteckenden Virus rund 1400 Jahre früher, als historische Aufzeichnungen nahelegten.


Das Auftreten des Erregers fällt mit der Entwicklung der ersten großen Städte zusammen. Siedlungen mit bis zu 250 000 Einwohnern könnten den Masern die Möglichkeit geboten haben, sich dauerhaft im Menschen zu etablieren, erläutern die Forscher um Ariane Düx vom Robert Koch-Institut in Berlin in der Fachzeitschrift »Science«. So könnte das Virus auch vorher schon mehrfach übergesprungen sein. Die kleinen bäuerlichen Gemeinschaften der ersten Viehzüchter erwiesen sich aber wahrscheinlich als Sackgassen.


Bei ihrer Untersuchung kam den Forschern um Düx der Zufall zur Hilfe: Sie entdeckten im medizinhistorischen Museum Berlins in einer Sammlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts der Medizinpionier Rudolf Virchow zusammengetragen hatte, die Lunge eines Kindes. Laut Etikett war der Patient im Jahr 1912 an einer Lungenentzündung gestorben, die durch eine Maserninfektion hervorgerufen wurde. Düx und ihrem Team gelang es, die RNA des darin erhaltenen Erregers zu isolieren und mit weiteren verwandten Viren zu vergleichen, darunter eine Probe aus den 1960er Jahren, 127 heute verbreitete Stämme sowie die RNA der inzwischen ausgestorbenen Rinderpest und eines ähnlichen Virus. Dann bestimmten sie, mit welcher Geschwindigkeit sich Veränderungen in der Gensequenz anhäufen, und nutzten diese so genannte molekulare Uhr, um auf den Zeitpunkt der Trennung von Mensch- und Rindervariante zurückzurechnen. Dieser liegt den Rechnungen zufolge zwischen den Jahren 1174 v.Chr. und 165 n.Chr. – und am ehesten im Jahr 528 v. Chr.

mehr:
- Sind Masern ein Produkt der ersten Großstädte? (Jan Dönges, Spektrum, 19.06.2020)

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Das Masernvirus (MeV) ist ein ausschließlich humanpathogener, etwa 100–250[3][4] Nanometer großer Erreger der Masern aus der Familie der Paramyxoviridae (Gattung Morbilliviren). Das einzige Reservoir bildet der infizierte Mensch. Experimentell können auch Hunde infiziert werden, bilden (trotz der Verwandtschaft der Masernviren mit dem Erreger der Staupe) jedoch keine Symptome aus.[5] Es wurden sowohl natürliche[6][7] als auch künstlich herbeigeführte Masernerkrankungen bei verschiedenen Affenartenbeobachtet; es ist jedoch davon auszugehen, dass ihre Populationen zu klein sind, um als natürliches Reservoir für das Virus dienen zu können.[8] Das Masernvirus zählt zu den sogenannten neurotropen Viren, da sie entlang peripherer Nerven und in der Regel hämatogen über die Blut-Hirn-Schranke in das Zentralnervensystem eintreten können.[9] Daher führt eine Infektion häufig zu neurologischen Komplikationen.[10][11]
[Masernvirus, Wikipedia, abgerufen am 25.07.2020]
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siehe auch:
Was messen die Corona-Tests? (Post, 12.07.2020)
Mit der Kultur kommt das Virus (Florian Rötzer, Telepolis, 18.06.2020)
Impfpflicht im Kontext unserer Gesundheitskultur (Stephan Schleim, Telepolis, 18.11.2019)
- Bundestag beschließt Masern-Impfpflicht (Florian Rötzer, Telepolis, 15.11.2019)
Randomisierte plazebokontrollierte Studien zur klinischen Wirksamkeit des MMR-Kombinationsimpfstoffes fehlen und werden heute als unethisch erachtet.14,16 Drei randomisierte Vergleichsstudien ergeben aber keinen Hinweis auf Unterschiede in den Serokonversionsraten nach Impfung mit einem Masern-Einzelimpfstoff oder der MMR-Vakzine.14 In einem Cochrane Review von 2011 wird die Effektivität des MMR-Impfstoffs hinsichtlich der Verhinderung klinischer Masern auf Basis von drei Kohortenstudien mit insgesamt 3.100 Kindern und nur mäßigem Verzerrungsrisiko nach einer Impfdosis mit mindestens 95% angegeben und für die Sekundärprophylaxe nach Haushaltskontakt mit 92% (bei einer Dosis, für zwei Dosierungen 95%).16 Ein weiteres systematisches Review, das auch Einzelimpfstoffe gegen Masern einbezieht, kommt zu ähnlichen Ergebnissen.17
[Diskussion um die Masernimpfung, arznei-telegramm 10-2013]

Rund zwei Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an Masern. Bei einem von 3.000 Erkrankten soll die Infektion mit dem Masernvirus tödlich verlaufen. Angesichts einer drohenden Epidemie impften britische Ärzte Ende 1994 acht Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 16 Jahren gegen Masern und Röteln. Das britische Committee on Safety of Medicines zieht nun unter Abwägung von Nutzen und Risiken eine positive Bilanz: Bleibende Schäden oder Todesfälle als Folge der Impfkampagne sind nicht dokumentiert. Ohne Schutz wären 50 tödliche Masernerkrankungen zu erwarten gewesen. Bei jedem 15.000sten Kind traten schwerwiegende Impffolgen auf. Allergische und anaphylaktische Reaktionen werden in einer Häufigkeit von 1 : 65.000 Impfungen berichtet, Erythema multiforme bei 1 : 900.000. Ohne Berücksichtigung einer Dunkelziffer übersteigt die Rate an Enzephalitiden (1 : 730.000), GUILLAIN-BARRE-Syndromen (1 : 2,5 Millionen), Sehnerventzündungen (1 : 600.000), Krampfanfällen (1 : 250.000) und Fazialislähmungen (1 : 1 Million) nicht die bei Ungeimpften zu erwartende Häufigkeit. Eine subakute sklerosierende Panenzephalitis einen Monat nach Immunisierung führt das CSM auf Infektion mit Wildvirus zurück. Diese Komplikation tritt in der Regel erst nach Jahren auf (Curr. Probl. 21 [1995], 9/ati d).
[Zur Verträglichkeit der Masernimpfung, arznei-telegramm 02-1996]

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Corona-Tests und die nie endende Endemie…


Massnahmen abhängig zu machen von neuen Fällen pro 100'000 Einwohner und von der R-Zahl, sei Unsinn, erklärt ein Mathematiker.

Das Kernproblem besteht darin, dass die Tests, die mit einem Rachenabstrich untersuchen, ob jemand angesteckt ist, fehlerbehaftet sind. Denn erstens wegen der Ungenauigkeit der Tests an sich (z.B. Verwechslung verschiedener Coronaviren) sowie zweitens auch wegen unsorgfältiger Handhabung beim Testen gibt es keine Tests, die hundertprozentig zuverlässige Resultate liefern. Entweder erkennen sie tatsächlich Infizierte nicht als solche (= falsch negative Resultate) oder sie weisen vom Virus nicht angesteckte als Infizierte aus (= falsch positive Resultate).

Solche falsch positiven Resultate stehen hier im Zentrum: Sie geben «Angesteckte» oder «Infizierte» an, obwohl die Betroffenen das Virus nicht erwischt haben und frei von Sars-Cov-2 sind.

Kleine Fehlerquote mit grossen Folgen

Der gängige Corona-Test beruht auf der PCR-Methode. Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum kommen in spezialisierte Labors. Dort wird mit einer äusserst genauen molekularen Überprüfung untersucht, ob die Abstriche Erbgut des Sars-CoV-2 enthalten.

Selbst eine kleine Fehlerquote kann erhebliche Folgen haben. Bei den verschiedenen PCR-Tests in Deutschland kommt es laut einer am 3. Juni aktualisierten Studie (Ringversuch von über 400 Labors) im Durchschnitt der Labors zu 1,8 Prozent falsch positiven Resultaten. Mit anderen Worten:

  • Auf 100'000 durchgeführte Tests werden durchschnittlich 1'800 Menschen fälschlicherweise als „Corona-Infizierte“ ausgewiesen, obwohl sie tatsächlich gar nicht infiziert sind.
Diese Fehlerquote fällt statistisch wenig ins Gewicht, wenn der Anteil der tatsächlich Infizierten unter den Getesteten hoch ist. Zum Beispiel wenn vor allem oder ausschliesslich Personen mit Symptomen getestet werden, wie dies lange der Fall war.

Doch in der aktuellen Situation hält der deutsche Mathematiker Klaus Pfaffelmoser diese Fehlerquote von 1,8 Prozent für «dramatisch», weil unter den heute Getesteten der Anteil der Angesteckten ebenso klein oder sogar kleiner sei wie der Prozentsatz der falsch positiven Resultate. Tatsächlich wurden vom 11. Mai bis zum 31. Mai in Deutschland nur noch zwischen 1,1 und 1,7 Prozent der Untersuchten positiv getestet, also zwischen 1'100 und 1'700 von 100'000 getesteten Menschen. Die Zahlen liegen damit im Bereich der statistisch zu erwartenden falschen Resultate.

In der Schweiz ist die Situation noch extremer. Die Zahl der zu erwartenden falsch positiven Resultaten übertrifft die Zahl der «neuen bestätigten Fälle» deutlich: Von insgesamt 85'995 Testresultaten in der Zeit vom 1. bis 17. Juni zeigten lediglich 466 eine Infektion an. Das entspricht 0,54 Prozent aller Testresultate. Diese Zahlen teilte das Bundesamt für Gesundheit Infosperber mit. Das entspricht 542 «Fälle» je 100'000 getesteten Menschen.

Gehen wir im Folgenden trotzdem von der pessimistischen Variante aus, dass gegenwärtig

  • von 100'000 getesteten Personen 1'500 positiv getestet werden, also als infizierte Fälle gelten.
Von 100'000 Testresultaten zeigen also 1'500 eine Infektion an. Es sind die statistisch «neuen Fälle», die überall publiziert werden. Wenn man aber weiss, dass bei 100'000 Tests 1'800 falsche Resultate zu erwarten sind («falsch positive» Befunde), sollten seriöse Medien die statistisch erfassten Fallzahlen nicht mehr publizieren. Denn die Zahl der statistisch zu erwartenden falschen Resultate (1'800) übersteigt dann sogar die Zahl der gemeldeten Infizierten (1'500) – in der Schweiz sogar um das Dreifache (1'500 gegenüber 542). Natürlich liegt es auch an den Behörden, auf die fragewürdige Aussagekraft und den grossen Fehlerbereich ihrer «Fallzahlen»-Statistik deutlich hinzuweisen.

Für Pfaffelmoser hat die Fehlerquote der Tests gravierende Folgen:

1. Selbst wenn Sars-CoV-2 vollständig verschwunden ist, ergeben 100'000 Tests fälschlicherweise immer noch 1800 Infizierte an. Deshalb verbreitet sich das Virus in der Statistik ständig weiter. In einer von Viren völlig freien Region würden statistisch weiterhin «Fälle» auftreten. Und je mehr Tests gemacht würden, desto mehr würde die Kurve der «Fälle» in der Statistik sogar wieder ansteigen. Doch in Tat und Wahrheit handelt es sich in dieser tatsächlich virenfreien Region ausschliesslich um falsche Testresultate.
2.  Es macht keinen Sinn, künftige, einschränkende Massnahmen von der Zahl der Neuinfizierten pro 100'000 Einwohner abhängig zu machen, beispielsweise in Deutschland von 50 Infizierten pro 100'000 Einwohner innerhalb einer Woche. Denn bereits 2778 Tests pro 100'000 Einwohner genügen, um diese 50 Infizierten in einer faktisch Covid-19-freien Bevölkerung fälschlicherweise auszuweisen (Fehlerquote 1,8 Prozent).

Im Deutschen Ärzteblatt machte vor wenigen Tagen auch ein Medizinjournalist auf diese Problematik aufmerksam und empfiehlt, die Prävalenz, also die Häufigkeit der tatsächlichen Fälle, die in einer Bevölkerung vorhanden sind, bei der Interpretation der Tests beizuziehen. Wenn es nur wenige tatsächliche Fälle gibt, würden falsch positive Resultate das Resultat stark beeinflussen.

Das Ärzteblatt empfiehlt bei positiven Resultaten einen zweiten Kontrolltest, der die Wahrscheinlichkeit von falschen Resultaten stark reduziert.

Doch solche Nachtests werden trotz der wenigen positiven Resultate kaum gemacht. In der Schweiz wurden nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit vom 1. bis 17. Juni 85'995 Tests durchgeführt (davon 466 mit positivem Resultat), jedoch lediglich lediglich 34 Doppeltests mit positivem Resultat. «Der Grund für die Durchführung des zweiten Tests ist nicht bekannt», erklärt das BAG.

mehr:
- Auch ohne neue Corona-Fälle steigen die «Fallzahlen» weiter! (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 19.06.2020)
mein Kommentar:
Herr Gasche scheint zu glauben, bei den Regierungsmaßnahmen ginge es um die Corona-Endemie.
Das wundert mich sehr…
siehe auch:
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Corona: Italiens Medizin-Rebellen


In einem offenen Brief fordern italienische Ärzte von der Politik Corona-Aufklärung und ein Ende des Notstands.
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Wer bei uns Skepsis über die Verhältnismäßigkeit der angeblich zur Eindämmung des Coronavirus notwendigen Maßnahmen äußert, wird oft auf Italien verwiesen. Der Kritiker hätten keine Ahnung, wie schlimm die Situation vor Ort tatsächlich sei. Nun aber haben sich medizinische Fachkräfte zu Wort gemeldet, denen man selbst beim besten Willen keine Ahnungslosigkeit vorwerfen kann. Italienische Ärzte, die mit Erkrankten zu tun hatten, bestätigen, was kritische Stimmen schon lange vermutet haben: Covid 19 ist „nicht schwerwiegender als andere saisonale Coronaviren“. Nicht alle Toten, von denen die Rede war, waren wirklich „Corona-Tote“. Mit dem Verweis auf Corona wurde die Behandlung anderer Krankheiten sträflich vernachlässigt. Und vieles mehr. Der Appell der Unterzeichner an Italiens Spitzenpolitiker: Eine gründliche Untersuchung der zahllosen Fehlleistungen ist notwendig — und die sofortige Aufhebung eines Notstands, dem keine entsprechende „Not“ mehr zugrunde liegt.
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ANTRAG IM SELBSTSCHUTZWEG.

Wir Unterzeichnenden (Anm. d. Red.: Die Namen der Unterzeichner stehen am Ende des Briefes) kommen als Fachkräfte tagtäglich in Kontakt mit der gesundheitlichen Wirklichkeit und haben daher direkte Kenntnisse von der Notsituation, die wir derzeit erleben. Wir halten es für zwingend erforderlich, unseren Beitrag zu leisten und Sie mit einigen Überlegungen und Fragen zu konfrontieren hinsichtlich der Maßnahmen, die die Institutionen zur Eindämmung der Ansteckung ergriffen haben.

Zunächst meinen wir, dass es notwendig ist, eindeutig und wissenschaftlich glaubwürdig klarzustellen, dass Covid-19 erwiesenermaßen eine Art Grippe ist und damit nicht schwerwiegender als andere saisonale Coronaviren: Obwohl die WHO am 11. März die Pandemie ausgerufen hat (1), widersprechen die offiziellen Zahlen der Toten, der Infizierten und der Genesenen der Definition einer „Pandemie“ (2).

Man muss richtig informieren sowie Kriterien zum Verständnis der realen Daten liefern und verhindern, dass die Medien alarmierende Nachrichten verbreiten, die unseres Erachtens absolut ungerechtfertigt sind. Die aktuelle Darstellung der Totenstatistik ist Ausdruck einer institutionellen Berichterstattung, die es während der ganzen Notsituation und auch jetzt noch verhindert hat, sich über die Situation Klarheit zu verschaffen, und die zu einem Teufelskreis hinsichtlich der gesundheitlichen Maßnahmen und sozialen Auswirkungen geführt hat.

Insbesondere muss präzisiert werden:

dass die Gesamtzahl der Toten, die an irgendeiner Krankheit oder eines natürlichen Todes sterben und die im täglichen „Kriegs-Bulletin“ angezeigt werden, sich nicht ausschließlich auf Covid-19 oder ansteckende Krankheiten beziehen; welcher Todes-Prozentsatz von den Toten, die an Covid-19 (nur an Covid-19) gestorben sind, stammt und inwiefern dieser hinsichtlich analoger Krankheiten der Vorjahre abweicht (3); welches die wirklichen Gründe dafür sind, dass sich das Virus in einigen Gebieten Norditaliens so abnorm verbreitete und soviel mehr Menschen starben im Vergleich zu anderen, ja sogar angrenzenden Gebieten des Landes; dass die Virustests auf der Basis von Abstrichen einen Prozentsatz an „Falsch-Positiven“ und „Falsch-Negativen“ (4) ergeben.

So zählen Personen als „angesteckt“, die es gar nicht sind. Entsprechend muss der bei den Abstrichzahlen herausgefundene Prozentsatz interpretiert und dem Gesundheitspersonal, den Medien und auch der Bevölkerung erklärt werden, um unnötige Panik zu vermeiden; dass die angewandten Bluttests entsprechend interpretiert werden müssen, dass geklärt werden muss, dass die IGG-positiv-Getesteten keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, sondern im Gegenteil als Nachweis bestätigen, dass die Verbreitung von Covid-19 zur Neige geht, wie dies normalerweise bei ähnlichen Krankheiten passiert.

Es muss außerdem notwendigerweise geklärt werden:

welche Kriterien den vorgelegten Prognosen der Experten zugrunde liegen und inwieweit die Prognosen durch die realen Daten, die uns heute zur Verfügung stehen, bestätigt werden;

welche Verdienste, Autorität und Erfahrungen die Kommissionsmitglieder auszeichnen, die damit beauftragt werden, Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie vorzuschlagen; welches die Auswahlkriterien für diese Kommission sind und ob es Interessenkonflikte gibt, die in irgendeiner Weise die Entscheidungen beeinflussen können;

was der Grund für die Entscheidung ist, die Studien und Erhebungen der Ärzte und Spezialisten auf diesem Gebiet nicht in Betracht zu ziehen zugunsten der fragwürdigen Auslegung von „Experten”, auch wo diesen in dokumentierten Fällen (5) widersprochen wurde; auch wird der Einsatz von Lungenbeatmungsgeräten zumindest sehr kontrovers diskutiert (6);

aus welchem Grund man die Rolle der Prophylaxe und der Arzneimitteltherapie sowie gut bekannter und bewährter Methoden unterschätzt beziehungsweise deren Einsatz verzögert hat; diese Entscheidung hat zu vermeidbaren unheilvollen Ausgängen und langen Krankenhausaufenthalten geführt, stattdessen hätten die Patienten zuhause behandelt werden und ohne schwere Komplikationen genesen können (7);

aus welchem Grunde man die Autopsien verhindert hat, die sich, nachdem mancher sie dennoch gemacht hat, als unverzichtbare Quelle ganz wertvoller Informationen herausgestellt haben und die gezeigt haben, dass der Hauptgrund des Todes nicht die Virulenz der Krankheit war, sondern die falsche Behandlung (8);

wir möchten außerdem die in vielen Fällen erfolgte Verlangsamung von Diagnosen und therapeutischen Prozessen bei anderen Krankheiten und die Umverteilung der Ressourcen auf eine einzige Krankheit hervorheben. Kennzeichnend für diese Situation ist die Schaffung von Krankenhauseinrichtungen exklusiv für den Notstand von SARS-CoV-2, wo nur wenige Patienten untergebracht und die heute zum großen Teil geschlossen sind;

aus welchem Grund angeordnet worden ist, auf Anweisung der WHO, ältere Patienten in Altersheimen unterzubringen, mit den bekannten Konsequenzen;

wie hoch die Zahl der Leichen ist, bei denen erklärt wurde, dass sie an Covid-19 gestorben seien und bei denen man die Einäscherung angeordnet hat, und auf welcher wissenschaftlichen Grundlage man entschieden hat, diese Maßnahme zu ergreifen (mit den vielerlei Implikationen), die normalerweise bei bakteriellen Krankheitsursachen vorgesehen ist;

aus welchem Grund weiterhin hartnäckig mit zukünftigen, möglichen Verschärfungen der Eindämmungsmaßnahmen „gedroht“ wird, als ob die Epidemiologie nur von der Nichteinhaltung der Gesundheitsverordnungen abhinge, deren Wirksamkeit zumindest fragwürdig ist:

mehr:
- Italiens Medizin-Rebellen (Rubikon, 16.06.2020)
siehe auch:
Die Impf-Debatte (Torten Engelbrecht, Rubikon, 10.06.2020)
Medizin als Religion (Giorgio Agamben, Rubikon, 05.06.2020)
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Robert Stein (Nuoviso) im Gesprach mit Dr. Hans Joachim Maaz "Hoher Panik-Pegel gewollt?- Re Uload {51:25}

Gerd Miethe
Am 11.06.2020 veröffentlicht 
Robert Stein von Nuoviso im Gesprach mit Dr Hans Joachim Maaz - Re Uload
Hoher Panik-Pegel scheint gewollt? Kritische Berichterstattung unerwünscht!"
Format: Stein-Zeit
Der Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Hans-Joachim Maaz gehört zu den wenigen mutigen Menschen in dieser Zeit, die offen über ihre Beobachtungen sprechen.
Original Quelle:
https://youtu.be/ZyZapXxNxqs
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NARRATIVE #6 - Gespräch mit Prof. Sucharit Bhakdi. Alle Pläne zur Impfung müssen gestoppt werden. {1:11:43}

Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi
Am 18.06.2020 veröffentlicht 
Ist die Weiterführung der Maßnahmen noch rechtsmäßig? Ist eine Zweite Welle zu befürchten? Wir nehmen Bezug auf die Erklärung des Finanzministeriums: Pandemie dann zu Ende wenn ein Impfstoff verfügbar ist - ist diese Aussage überhaupt zu verantworten?
Und wie sollte Impfschutz funktionieren? Welche Gefahren gehen von Virusgenen aus, die in uns geschleudert werden?
Das ist ein Re-Upload von Ovalmedia:
https://www.youtube.com/watch?v=yrzgV...
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Donnerstag, 18. Juni 2020

Die Epidemie ist für die Wissenschaftler vorbei: Der Trick der FDP


Selbst der Regierung scheint inzwischen klargeworden zu sein, dass die epidemische Lage nationaler Tragweite nicht mehr besteht. Mit der Feststellung des Nichtmehrbestehens der epidemischen Lage würden allerdings Freiheitseinschränkungen sofort außer Kraft treten.

Den Ausnahmezustand möchten einige aber offenbar gerne bis zur nächsten Grippesaison verlängern.

Die von der FDP eingebrachte Lösung: Der Halbsatz, der die automatische Außerkrafttretung der Anordnungen festgeschrieben hat, wird nun selbst – befristet bis zum 30.09.2020 – aufgehoben!

Im Bundestag ist man sich anscheinend einig, das teure Geschäft mit der Angst noch ein wenig zu verlängern. Also weiter mit Vermarktungshilfen für fragwürdige Produkte wie Tests, Masken, Desinfektionmittel, "Impfstoff", Corona-Apps, u.v.a.m. Ob die Gerichte das auch mitmachen?
mehr:
siehe auch:
- xxx (Post, )
mein Kommentar:
Eigentlich wollte ich zu dem Verlängerungs-Thema das video von Lehrer MaPhy einbetten, das ist aber inzwischen – natürlich? – gelöscht. Honi soit qui mal y pense!
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Corona: Geordneter Rückzug – Meldepflicht bei Haustieren



  • Um der Forschung zu helfen, werden positive Corona-Tests bei Haustieren meldepflichtig.
  • Muss ich mein Haustier nun auf Corona testen lassen? Können Haustiere überhaupt infiziert werden?
  • Halter haben viele Fragen – wir liefern die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Corona bei Haustieren.
Um der Forschung zu helfen, sollen bald positive Corona-Tests bei Haustieren bei den Behörden meldepflichtig werden. Für die rund 31 Millionen Haustierbesitzer in Deutschland eröffnen sich nun Fragen wie: Muss ich mein Haustier jetzt auf Corona testen lassen? Können Haustiere überhaupt infiziert werden? Und: Wie gefährlich wäre das?
mehr:
siehe auch:
- Corona: Panik verkauft sich gut! (Post, 12.06.2020)
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Corona-Windschatten: US-Syrien-Sanktionen setzen auf weitere Verarmung der Bevölkerung

Außenminister Pompeo feiert den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Sanktionen in den kommenden Wochen und Monaten, "mit denen wir nicht aufhören, bis Assad und sein Regime ihren unnötigen, brutalen Krieg gegen die syrische Bevölkerung aufhören"

Jetzt wird etwas unternommen, verkündete Morgan Ortagus, Sprecherin der US-Außenministeriums, gestern auf Twitter: "Jetzt beginnt eine fortgesetzte Kampagne von Sanktionen gegen das brutale Assad-Regime und seine Helfer."
Laut der Pressemitteilung von US-Außenminister Pompeo sind die ersten, gestern in Kraft getretenen Sanktionen infolge des Caesar Acts der Auftakt zu einer ganzen Reihe von empfindlichen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen in den kommenden Wochen und Monaten, "mit denen wir nicht aufhören, bis Assad und sein Regime ihren unnötigen, brutalen Krieg gegen die syrische Bevölkerung aufhören und die syrische Regierung einer politischen Lösung des Konflikts einwilligt, wie es die Resolution 2254 des UN-Sicherheitsrates verlangt".

mehr:
siehe auch:

Damaskus: Was halten "unterdrückte Syrer" von US-Sanktionen zu "ihrem Schutz"? {3:45}

RT Deutsch
Am 18.06.2020 veröffentlicht 
Seit Mittwoch greift der sogenannte "Caesar Syria Civilian Protection Act", ein Sanktionspaket, das die USA, wie der Titel verrät, zum vermeintlichen "Schutz der Zivilbevölkerung" in Syrien auf den Weg gebracht haben. Mit Sanktionen, die verschiedenste Branchen treffen, soll der syrische Präsident getroffen werden. Doch was denken eigentlich syrische Bürger über diese "US-Hilfe"? In Damaskus zeigten sie sich zumindest alles andere als begeistert.
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Die Unmenschlichkeit des Westens in Corona-Zeiten (Post, 24.03.2020)
- Reichstags-9/11: Vom Neocon-Putsch zur weltweiten Überwachung (Post, 10.08.2019)


»Der Westen eroberte die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen oder Werte oder seiner Religion (zu der sich nur wenige Angehörige anderer Kulturen bekehrten), sondern vielmehr durch seine Überlegenheit bei der Anwendung von organisierter Gewalt. Oftmals vergessen Westler diese Tatsache; Nichtwestler vergessen sie niemals.«
[Samuel Phillips Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. 5. Auflage, Siedler bei Goldmann, München 1998, S. 68., zit in Wikipedia]

und auch in Corona-Zeiten nicht vergessen:

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…die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg
durch Angriffe auf andere Länder 
für den Tod von 20-30 Millionen Menschen verantwortlich
.

[
Mausfeld-Vortrag »Warum schweigen die Lämmer?« bei 39:00]

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siehe dazu:
IPPNW: Body Count (Post, 26.07.2016)

Die FDP im Verlängerungs-Modus: Die Maßnahmen werden von Covid-19 befreit!



Selbst der Regierung scheint inzwischen klargeworden zu sein, dass die epidemische Lage nationaler Tragweite nicht mehr besteht. Mit der Feststellung des Nichtmehrbestehens der epidemischen Lage würden allerdings Freiheitseinschränkungen sofort außer Kraft treten.

Den Ausnahmezustand möchten einige aber offenbar gerne bis zur nächsten Grippesaison verlängern.

Die von der FDP eingebrachte Lösung: Der Halbsatz, der die automatische Außerkrafttretung der Anordnungen festgeschrieben hat, wird nun selbst – befristet bis zum 30.09.2020 – aufgehoben!

Im Bundestag ist man sich anscheinend einig, das teure Geschäft mit der Angst noch ein wenig zu verlängern. Also weiter mit Vermarktungshilfen für fragwürdige Produkte wie Tests, Masken, Desinfektionmittel, "Impfstoff", Corona-Apps, u.v.a.m. Ob die Gerichte das auch mitmachen?

mehr:
siehe auch:
Nach § 5 Absatz 1 Satz 2 IfSG hebt der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite wieder auf, wenn die Voraussetzungen für ihre Feststellung nicht mehr vorliegen. Dies ist inzwischen der Fall. Dem Deutschen Bundestag liegt ein entsprechender Antrag vor (BT-Drs. 19/20046). Die Bundesregierung hat die ihr in § 5 Absatz 2 IfSG eingeräumten Anordnungs- und Verordnungsermächtigungen seit der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite jedoch umfangreich genutzt.

Fast alle erlassenen Rechtsverordnungen treten mit Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite nach § 5 Absatz 4 Satz 1 IfSG außer Kraft. Getroffene Anordnungen gelten nach § 5 Absatz 4 Satz 4 als aufgehoben. Hierzu zählen auch weiter erforderliche Regelungen, etwa zur Unterstützung von medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen. Die entsprechenden Regelungen sind außerhalb einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom parlamentarischen Gesetzgeber zu treffen. Um ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren durchzuführen, muss eine Übergangsregelung geschaffen werden, mit der die aufgrund der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite erlassenen Rechtsverordnungen und Anordnungen bis zum 30. September 2020 in Kraft bleiben.

Gesetzentwurf, Drucksache 19/20042, Deutscher Bundestag, 16.06.2020



Der Bundestag wolle beschließen:
Die Voraussetzungen für die Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite im Sinne des § 5 Abs. 1 IfSG liegen nicht mehr vor. Die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 25.03.2020 wird aufgehoben  
Gesetzentwurf, Drucksache 19/20046, Deutscher Bundestag, 16.06.2020
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Mittwoch, 17. Juni 2020

Viel Arbeit für den Datenschutzbeauftragten beim Gesundheitswesen



In seinem jüngsten Tätigkeitsbericht beschäftigt sich der Bundesdatenschutzbeauftragte unter anderem mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen und warnt vor unverschlüsseltem Mailversand sensibler Daten.

Berlin. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hat davor gewarnt, den Gesundheitsschutz gegen einen vernünftigen Datenschutz ins Feld zu führen. „Keine geeignete und erforderliche Maßnahme zur Pandemiebekämpfung wurde aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben blockiert“, sagte Ulrich Kelber am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des aktuellen Tätigkeitsberichtes seiner Behörde. Der Datenschutz trage dazu bei, dass die Akzeptanz gegenüber Maßnahmen zum Gesundheitsschutz steige, so Kelber. Die Vorstellung der Corona-Warn-App am Dienstag sei dafür der beste Beweis. Kelber bekräftigte seine Kritik an dem Verfahren, wie ein Infektionsstatus in der App offiziell bestätigt werde. Zum Start der App würden offenbar nur zehn Prozent der Testergebnisse datenschutzfreundlich digital übertragen. Der große Rest müsse über eine Telefon-Hotline gehen.


Ein Baustein: Verantwortung der TI

In dem aktuellen Tätigkeitsbericht befasst sich die Behörde schwerpunktmäßig unter anderem mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Sie könne „nur mit einem hohen Datenschutz- und Datensicherheitsniveau gelingen, denn sie ist auf die Verarbeitung zahlreicher sensibler Gesundheitsdaten ausgerichtet. Hier müssen Gesetze sicherstellen, dass digitalisierte Gesundheitsdaten nicht durch private oder staatliche Stellen missbraucht werden und auch nicht zu Stigmatisierung oder Gesundheitsprofilbildung führen“, so Kelber.

Wichtig für den Berichtzeitraum 2019 war in diesem Zusammenhang zu klären, dass die gematik eine datenschutzrechtliche Mitverantwortung für die Telematikinfrastruktur (TI) trage, „weil sie mit ihren Vorgaben und Festlegungen Mittel und Zweck für die Datenverarbeitung in der TI bestimmt“.

Gesetze müssen sicherstellen, dass digitalisierte
Gesundheitsdaten nicht zu Stigmatisierung oder
Gesundheitsprofilbildung führen
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Ulrich Kelber
, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

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