Biografie Silvia Bovenschen hat ein Buch über die Künstlerin Sarah Schumann geschrieben. Es erzählt von einer absolut unzeitgemäßen Liebe
Eine Wette, die in 33 Jahren Wetten, dass..? leider nie stattfand: Wie viele Bücher kann man anhand der Zitate erkennen, die ihnen vorangestellt sind? Mir kommt diese Idee leider auch erst jetzt, weil Silvia Bovenschen für ihr Buch Sarahs Gesetz ein Zitat von Ilse Aichinger ausgewählt hat, das so sehr auf den Punkt bringt, was folgt, dass man es nicht wieder vergisst. Insbesondere gilt das für den zweiten Satz: „Solange wir wissen, dass wir unerkundbar sind, ist Liebe.“
Silvia Bovenschen hat ein Buch geschrieben, das von ihrer Freundin, der Künstlerin Sarah Schumann, erzählt. Es ist aber auch ein Buch über sie selbst, die Autorin. 1975 begegnen sich die beiden Frauen das erste Mal: Die Autorin ist Ende 20, die Künstlerin zwölf Jahre älter als sie. Für die Zeitschrift Ästhetik & Kommunikation ist Bovenschen von Frankfurt nach Westberlin gefahren. Sie hat durchgesetzt, dass sie ein Sonderheft über die Frage schreiben wird, ob es eine weibliche Ästhetik gibt. So gelangt sie eines späten Abends in die Wohnung der Künstlerin.
mehr:
- Gegen den Strich (Christine Käppeler, der Freitag, 24.11.2015)
Mittwoch, 25. November 2015
Perversionen: Ökonomie in der Krise
Im vierten Teil unserer Serie «Ökonomie in der Krise» kommt der Freiburger Ökonom Reiner Eichenberger zu Wort – mit einem flammenden Plädoyer für die modernen Wirtschaftswissenschaften.
Natürlich gibt es in der modernen Ökonomik viel widerlich abstraktes und unbrauchbares Zeug. Trotzdem zielt die gängige Ökonomiekritik grossteils daneben. Die Kritik basiert auf mindestens sieben Missverständnissen:
mehr:
- Spezialisten für perverse Anreizwirkungen (Reiner Eichenberger, Tagesanzeiger.ch, 16.04.2012)
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- Spezialisten für perverse Anreizwirkungen (Reiner Eichenberger, Tagesanzeiger.ch, 16.04.2012)
Aber an diesem Glück stimmt was nicht. Glück ist nicht ohne weiteres simuliertes Glück und Glück der Simulation. Es muss gefragt werden was es heißt, Glück und Simulation so eng miteinander zusammen zu bringen kann diese nahezu distanzlose Annäherung beider nur deswegen gelingen, weil sich dadurch die Menschen erlöst glauben? Weil sie erlösende Entlastung von der Mühsal des Lebens dahinter wittern? Sozusagen die Möglichkeit einer zweiten Kindheit, wie sie hier die eben aufgeführten Antworten auf die inbrünstigen Fragen des Lebens prätendieren? Eine Kindheit unter einem Apfelbaum, dessen Früchte zu pflücken und von ihnen zu essen der Befehl Gottes ist? Des Gottes des Profanen, der nichts mehr verwehrt? Zumal der Anblick der Nacktheit nicht wie bei Adam und Eva Schaum erzeugt, sondern genossen werden soll, wie das die Pornographie auf Glanzdruckseiten unter Beweis stellt? Ist dieser Lösung also auch – und vielleicht sogar ganz bevorzugt – eine zur Schamlosigkeit? Die Erlösung zur Schamlosigkeit der Kindheit, von der die Menschheit nach der Austreibung aus dem Paradies wohl immer träumte? Also in dieser Hinsicht die Erlösung von einem tiefen »Unbehagen«, das freut einmal das »Das Unbehagen in der Kultur« (Siegmund Freud 1930, S. 419 ff.) nannte? Steckt also hinter dem simulierten Glück bzw. dem Glück der Simulation der Wunsch, die Mühen und Folgen des Zivilisationsprozesses hinter sich zu lassen und somit die Überzeugung, nur das durch diesen Prozess doch nicht geformte Kind sei des wirklichen Glücks teilhaftig? Kind sein und Glück Reihen zu empfinden ließen ursprünglich und unlösbar ineinander? Hängen Glück und Simulation also durch die Utopie des Kindes miteinander zusammen?
Stimmt dies, dann wäre das Glück der Simulationen an eine ganz erhebliche Regression gebunden, dann wäre es – folgte man dem psychoanalytischen Verständnis – eine Perversion. Dann wären die Antworten, die das Kapital auf die einst inbrünstig vorgebrachten menschlichen Fragen gibt, so überaus erleichternd, weil sie den zivilisatorisch einst gehemmten (wenn auch nicht versperrten!) Weg zum Ausleben einer Perversion öffneten und jede Scham darob delegitimierten. Dann wäre das Kapital deswegen psychisch so überaus Wirkung mächtig, weil es mit der Macht seiner Herrschaft dem Zivilisationsprozess seine Legitimation streitig machte.
Das würde dann aber auch heißen, dass die Macht des Kapitals über die Seelen u. a. darin besteht, dass es mit der Macht der Perversion korreliert. Die Macht des Kapitals und die Macht der Perversion – beides 1. Und der Gott des profanen und zugleich profane Gott wäre der Gott der Perversionen; aber nicht nur das, sondern zugleich ein perverser Gott. Einer, der mit dem kindlichen seine Unzucht treibt und die Sehnsucht danach unbarmherzig ausnutzt.
Aber die Bedingung der Möglichkeit des Glücks der Simulation ist ja die Fügsamkeit in die Erfordernisse der Kapitalakkumulation ohne Wenn und Aber! Die conditio sine qua non dieses Glücks ist also die Bereitschaft, die eigene Arbeitskraft – wenn es denn geht – bis zur Neige auszubeuten. Die Simulation des Glücks täuscht also darüber hinweg, dass des Glückes nur teilhaftig wird, wie sich den Mühen der Arbeit mit Freude unterzieht und seiner »Knechtschaft« zustimmt, wir also bereit ist, durch und durch und nichts als »Knecht« zu sein. Ein »Knecht« allerdings, der – wie beim Arbeitskraft Kapitalisten der Fall – das Privileg besitzt, wie der »Herr« über sich frei zu bestimmen. Aber im Gegensatz zum tatsächlichen »Herren« zum Zwecke der Ausbeutung seiner Arbeitskraft. Was heißt: Die Simulation des Glücks täuscht einerseits über ihre Grundbedingungen hinweg Oma nämlich die »Knechtschaft«, und sie täuscht andererseits die »Knechte« Selbst bezüglich ihrer »Knechtschaft«. Woraus folgt: Die Simulation des Glücks ist nicht nur an eine erhebliche psychische Regression gebunden, sondern auch an die Täuschung der »Knechte«, sie wären durch die finanzgetriebene Kapitalakkumulation das Brandmal ihre »Knechtschaft« los. Dass diese Täuschung eine den Nazismus zutiefst befriedigende Selbsttäuschung ist, macht sie zu einem außerordentlich belastenden ideologischen Alb.
Der finanzgetriebene Kapitalismus erzeugte auf breiter Linie das falsche Bewusstsein (die Ideologie), durch ihn wäre die »Knechtschaft« beendet, durch ihn wäre der Kapitalismus als Ausbeutungssystem aufgehoben und durch die freie Fruchtgenuss der Finanztitel abgelöst. Durch diesen Erzeugungsmechanismus des unbeschwerten Glücks auf Erden an dem alle teilhaben könnten. Alle Menschen seien potentielle share-holder dieses Glücks und nicht mehr nur oder eigentlich gar nicht mehr zur Ausbeutung bestimmte und zu gerichteter Arbeitskräfte. Was der finanzgetriebenen Kapitalismus vorgibt, ist der Anschein, als sei es gelungen, ohne reale Bedingung der »Knechtschaft« dieselbe auf zu heben, also unter der Bedingung globalisierten und ökonomisch effektiverer »Knechtschaft« etwas anderes zu sein als eine Art desselben. Nämlich stattdessen eine Weise der Vergesellschaftung, die sich durch Selbstbestimmung auszeichnet wie keine zuvor. Eine Gesellschaft, die den Glücksverheißungen des ehemaligen Sozialismus die passende Antwort gegeben habe. Dass nämlich die Aktionen der »invisible hand« (Adam Smith) des Marktes die Selbstbestimmung der Menschen ermöglichten und nicht die politische Regulation der Produkt Produktionsverhältnisse im Namen einer in Wirklichkeit der nichts anderen als »totalitären« »Vernunft«.
(aus: Täuschung und Simulation des Glücks, in: Friedrich Voßkühler, Subjekt und Selbtbewusstsein – Ein nicht mehr unzeitgemäßes philosophisches Plädoyer für Vernunft und soziale Emanzipation, Königshausen & Neumann, 2010, S. 43 f., GoogleBooks)
Dienstag, 24. November 2015
Heute vor 100 Jahren – 23. November 1915: Schlacht auf dem Amselfeld
Während des I. Weltkriegs schlagen Truppen der Mittelmächte Dt. Reich, Österreich-Ungarn und Bulgarien das serbische Heer bei der Schlacht auf dem Amselfeld vernichtend. Reste der in Auflösung befindlichen serbischen Armee flüchten nach Albanien.
Die an der oberen Drina kämpfenden k. u. k. Truppen greifen die montenegrinischen Stellungen auf dem Kozorasattel und nördlich davon an. Eine österreichisch-ungarische Kolonne ist in Prijepolje eingerückt. Die Kämpfe im Amselfeld nehmen einen günstigen Fortgang. Unsere im Ibartal vordringenden Streitkräfte stehen 6 Kilometer nördlich von Mitrovica, deutsche Truppen einen halben Tagemarsch nördlich von Pristina im Kampf. Die Bulgaren dringen über die Zegovac Planina vor.
aus:
- Österreichisch-ungarischer Heeresbericht: Der Mißerfolg der Italiener nach sechs Kriegsmonaten - Günstiger Fortgang der Schlacht auf dem Amselfeld (v. Hoefer, Feldmarschalleutnant, Stellvertreter des Generalstabschefs, aus: Amtliche Kriegs-Depeschen nach Berichten des Wolff´schen Telegr.-Bureaus, gefunden in »Das Archiv des I. Weltkriegs, Stahlgewitter)
siehe auch:
- Die schaurige Sage vom Amselfeld (Wolfgang Hoepken, ZEIT Online, 12.03.1998)
- Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Serbien (Anzela Eloeva, Universität Regensburg)
- Multiethnizität leben und gestalten. Eine Studienreise in die Vojvodina (Ulf Brunnbauer, Universität Regensburg)
- Der dümmste aller Kriege – Die jugoslawische Tragödie (II): Serbiens Führungsanspruch stützt sich auf Mythen und Legenden (Siegfried Kogelfranz, SPON, 13.07.1992)
Von Sarajevo zum Ersten Weltkrieg 1914 [43:21]
Die Dokumentation befasst sich nicht nur mit den Umständen des Anschlags. Im Vordergrund stehen die Folgen des Attentats, das eine Krise auslöste, die in den Ersten Weltkrieg führte.
Dass es in Europa irgendwann zu einem Kräftemessen kommen könnte, lag in der Luft. Seit der Jahrhundertwende drehte sich die Rüstungsspirale immer schneller - doch zwangsläufig war eine Eskalation keineswegs.
1914 Die Ursachen des ersten Weltkrieges und der Schlieffenplan [29:59]
- Streiflichter aus der Geschichte Serbiens (Holm Sundhaussen, Prof. f. Südosteurop. Geschichte, der FU Berlin, Ost-Est, Europäische Perspektiven Nr. 4/2008)
Mit Offenen Karten: 1914 - die Anlässe für den Krieg [11:57]
Doku ● Erster Weltkrieg ● Das Gemetzel um Tannenberg [28:30]
Die an der oberen Drina kämpfenden k. u. k. Truppen greifen die montenegrinischen Stellungen auf dem Kozorasattel und nördlich davon an. Eine österreichisch-ungarische Kolonne ist in Prijepolje eingerückt. Die Kämpfe im Amselfeld nehmen einen günstigen Fortgang. Unsere im Ibartal vordringenden Streitkräfte stehen 6 Kilometer nördlich von Mitrovica, deutsche Truppen einen halben Tagemarsch nördlich von Pristina im Kampf. Die Bulgaren dringen über die Zegovac Planina vor.
aus:
- Österreichisch-ungarischer Heeresbericht: Der Mißerfolg der Italiener nach sechs Kriegsmonaten - Günstiger Fortgang der Schlacht auf dem Amselfeld (v. Hoefer, Feldmarschalleutnant, Stellvertreter des Generalstabschefs, aus: Amtliche Kriegs-Depeschen nach Berichten des Wolff´schen Telegr.-Bureaus, gefunden in »Das Archiv des I. Weltkriegs, Stahlgewitter)
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| Topographische Karte des Kosovo [Wikipedia] |
- Die schaurige Sage vom Amselfeld (Wolfgang Hoepken, ZEIT Online, 12.03.1998)
- Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Serbien (Anzela Eloeva, Universität Regensburg)
- Multiethnizität leben und gestalten. Eine Studienreise in die Vojvodina (Ulf Brunnbauer, Universität Regensburg)
- Der dümmste aller Kriege – Die jugoslawische Tragödie (II): Serbiens Führungsanspruch stützt sich auf Mythen und Legenden (Siegfried Kogelfranz, SPON, 13.07.1992)
Von Sarajevo zum Ersten Weltkrieg 1914 [43:21]
Veröffentlicht am 03.05.2014
Von Sarajevo zum Ersten Weltkrieg 1914
Die Dokumentation befasst sich nicht nur mit den Umständen des Anschlags. Im Vordergrund stehen die Folgen des Attentats, das eine Krise auslöste, die in den Ersten Weltkrieg führte.
Dass es in Europa irgendwann zu einem Kräftemessen kommen könnte, lag in der Luft. Seit der Jahrhundertwende drehte sich die Rüstungsspirale immer schneller - doch zwangsläufig war eine Eskalation keineswegs.
1914 Die Ursachen des ersten Weltkrieges und der Schlieffenplan [29:59]
Veröffentlicht am 27.01.2014
Der Schlieffen-Plan war ein strategisch-operativer Plan des Großen Generalstabs im Deutschen Kaiserreich, der auf eine Denkschrift zurückgeht. Er wurde nach ihrem Autor Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen benannt und bildete eine Grundlage der deutschen Operationen zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Die 1905 entwickelte Denkschrift sah für den Fall eines möglichen Zweifrontenkrieg vor, zunächst die Masse des deutschen Heeres im Westen gegen Frankreich einzusetzen, mit dem Nordflügel die französischen Befestigungen zu umgehen und das französische Heer entscheidend im Rücken zu fassen. Nach einem Sieg über Frankreich innerhalb weniger Wochen sollten die deutschen Truppen nach Osten verlegt werden, um gegen Russland vorzugehen. Schlieffens Absicht war, auf diese Weise den Krieg gegen Frankreich und Russland in zwei aufeinander folgende Feldzüge aufzuteilen. Die Umsetzung entsprechender Planungen im Ersten Weltkrieg 1914 scheiterte, weil sich die dem Plan zugrunde liegende politische und militärische Ausgangslage inzwischen weiter zu Ungunsten Deutschlands verändert hatte. Der deutsche Angriff auf das neutrale Belgien, das dem Durchmarsch deutscher Truppen nach Frankreich nicht zugestimmt hatte, war Anlass für den Kriegseintritt Großbritanniens.
- Streiflichter aus der Geschichte Serbiens (Holm Sundhaussen, Prof. f. Südosteurop. Geschichte, der FU Berlin, Ost-Est, Europäische Perspektiven Nr. 4/2008)
Mit Offenen Karten: 1914 - die Anlässe für den Krieg [11:57]
Veröffentlicht am 02.05.2014
Zweite Sendung zum Thema "Erster Weltkrieg".
Doku ● Erster Weltkrieg ● Das Gemetzel um Tannenberg [28:30]
Veröffentlicht am 01.05.2014
Hallo Leute! Mein erster, eigener Doku-Kanal über sämtliche Themen. Ob Kriege, Liebe, Tiere oder Lustiges, hier werdet Ihr fündig.
Sonntag, 22. November 2015
Perversionen: »Die Geschichte der O« hatte dieses Jahr 40. Geburtstag
Mit "Fifty Shades of Grey" feiert das SM-Kino ein Comeback - ein Skandal? Wohl kaum: Die Heldin des Films erniedrigt sich viel emanzipierter als jene der "Geschichte der O" - die 1975 Feministinnen dazu trieb, Stinkbomben zu werfen und auf Kinosessel zu pinkeln.
Sie ließ sich geduldig auspeitschen, gehorsam fremden Männern zuführen, zur willfährigen Lustdienerin ausbilden. Mit Hundehalsband, ohne Höschen, stets gefügig. Mund und Beine nie ganz geschlossen, immer bereit. Ihr Abschlusszeugnis? Ein "O", von ihrem Besitzer Sir Steven in die Haut eingebrannt. Der Buchstabe "O" steht für "Objekt".
Am Ende des Films wagt diese gelehrige, unterwürfige O jedoch plötzlich Unerhörtes: Vor dem flackernden Kaminfeuer, auf der braunen Ledercouch eng an ihren Herrn und Meister gekuschelt, stellt sie IHN, dem zuliebe und zu Ehren sie all diese "süßen Qualen" über sich ergehen lassen durfte, infrage. Sie möchte wissen, ob er, der behaupte, sie zu lieben, denn auch bereit wäre, nur eine der vielen Prüfungen zu bestehen, die sie für ihn auf sich nahm. Als er halbherzig bejaht, brennt sie ihm mit der glühenden Spitze eines Zigarillos ein ringförmiges Zeichen auf den Handrücken: Erst jetzt ist die Sadomaso-Ehe besiegelt.
Diesen Schluss, der das Gleichgewicht der Geschlechterkräfte symbolisch wieder herstellen soll, hatten Drehbuchautor Sébastien Japrisot und Regisseur Just Jaeckin für ihre Verfilmung des 1954 erschienen Skandalromans und Weltbestsellers "Geschichte der O" von Dominique Aury eigens hinzuerfunden. So ganz geheuer war ihnen die Sache mit dem Sadomasochismus in der ganzheitlichen 24/7-Variante der Romanvorlage offenbar nicht. Wohl ahnten sie auch, dass ihre Adaption ähnlich wie die Vorlage mächtig Staub aufwirbeln würde.
mehr:
- Sadomaso-Filmklassiker: Mit Hundehalsband, ohne Höschen (Stefan Volk, SPON, 11.02.2015)
Die Geschichte der O - Trailer [1:05]
Veröffentlicht am 30.01.2015
siehe auch:
- Die Geschichte der O und der Feminismus (Susan Sontag, ZEIT Online, 23.04.1976)
Zitate von Pauline Réage:
dazu:
- Der Stierkampf bei Picasso (P. F. Althaus, Du: kulturelle Monatsschrift, 1958, gefunden bei retro.seals.ch)
- Michel Leiris: Spiegel der Tauromachie eingeleitet durch Tauromachien (Lothar Glauch, satt.org)
- Ihr müßt den Luftzug der Hörner spüren (Helmut Sorge, SPON, 23.05.1988)
- Psychoanalyse des Toreros (Taurino-Verlag)
meine Frage:
Was geschieht mit einer Gesellschaft, die die Energie aus ihren dunklen Seiten nicht mehr abzuführen imstande ist? (zumal sie ihre dunklen Seiten verleugnet)
"The Act of Killing": New Film Shows US-Backed Indonesian Death Squad Leaders Re-enacting Massacres [13:40]
The film is set in Indonesia, where beginning in 1965, military and paramilitary forces slaughtered up to a million Indonesians after overthrowing the democratically elected government. That military was backed by the United States and led by General Suharto, who would rule Indonesia for decades. There has been no truth and reconciliation commission, nor have any of the murderers been brought to justice. As the film reveals, Indonesia is a country where the killers are to this day celebrated as heroes by many. Oppenheimer spent more than eight years interviewing the Indonesian death squad leaders, and in "The Act of Killing," he works with them to reenact the real-life killings in the style of American movies in which the men love to watch — this includes classic Hollywood gangster movies and lavish musical numbers. A key figure he follows is Anwar Congo, who killed hundreds, if not a thousand people with his own hands and is now revered as a founding father of an active right-wing paramilitary organization. We also ask Oppenheimer to discusses the film's impact in Indonesia, where he screened it for survivors and journalists who have launched new investigations into the massacres. The film is co-directed by Christine Sin, and an Indonesian co-director who remains anonymous for fear of retribution, as does much of the Indonesian film crew. Its executive producers are Werner Herzog and Errol Morris. "The Act of Killing" opens today in New York City, and comes to Los Angeles and Washington, D.C., on July 26, then to theaters nationwide.
Read the full transcript of the interview at http://owl.li/n7Zkz.
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Der Film ist noch bis 26. November in der Arte Mediathek zu sehen.
- Vergangenheitsbewältigung – Indonesiens verdrängter Massenmord (Arne Perras, Süddeutsche, 11.10.2015)
- Die langen Leiden der "Tapols" – Indonesiens Generäle entfesselten vor 40 Jahren einen der schlimmsten Massenmorde des 20. Jahrhunderts (Jochen Reinert, Neues Deutschland, 30.09.2005, gefunden bei der AG Friedensforschung)
Mit offenen Karten: Schwellenland Indonesien [12:01]
- Massaker in Indonesien 1965–1966 (Wikipedia)
- Was geschah 1965 in Indonesien? : Größtes Massaker seit Hitlers Tagen (Peter Christian Hausdewell, ZET Online, 03.11.1967)
Dokumentation über "Die Geschichte der O" [1:02:05]
Veröffentlicht am 24.04.2015
Sie ließ sich geduldig auspeitschen, gehorsam fremden Männern zuführen, zur willfährigen Lustdienerin ausbilden. Mit Hundehalsband, ohne Höschen, stets gefügig. Mund und Beine nie ganz geschlossen, immer bereit. Ihr Abschlusszeugnis? Ein "O", von ihrem Besitzer Sir Steven in die Haut eingebrannt. Der Buchstabe "O" steht für "Objekt".
Am Ende des Films wagt diese gelehrige, unterwürfige O jedoch plötzlich Unerhörtes: Vor dem flackernden Kaminfeuer, auf der braunen Ledercouch eng an ihren Herrn und Meister gekuschelt, stellt sie IHN, dem zuliebe und zu Ehren sie all diese "süßen Qualen" über sich ergehen lassen durfte, infrage. Sie möchte wissen, ob er, der behaupte, sie zu lieben, denn auch bereit wäre, nur eine der vielen Prüfungen zu bestehen, die sie für ihn auf sich nahm. Als er halbherzig bejaht, brennt sie ihm mit der glühenden Spitze eines Zigarillos ein ringförmiges Zeichen auf den Handrücken: Erst jetzt ist die Sadomaso-Ehe besiegelt.
Diesen Schluss, der das Gleichgewicht der Geschlechterkräfte symbolisch wieder herstellen soll, hatten Drehbuchautor Sébastien Japrisot und Regisseur Just Jaeckin für ihre Verfilmung des 1954 erschienen Skandalromans und Weltbestsellers "Geschichte der O" von Dominique Aury eigens hinzuerfunden. So ganz geheuer war ihnen die Sache mit dem Sadomasochismus in der ganzheitlichen 24/7-Variante der Romanvorlage offenbar nicht. Wohl ahnten sie auch, dass ihre Adaption ähnlich wie die Vorlage mächtig Staub aufwirbeln würde.
mehr:
- Sadomaso-Filmklassiker: Mit Hundehalsband, ohne Höschen (Stefan Volk, SPON, 11.02.2015)
Die Geschichte der O - Trailer [1:05]
Veröffentlicht am 30.01.2015
siehe auch:
- Die Geschichte der O und der Feminismus (Susan Sontag, ZEIT Online, 23.04.1976)
Das Schicksal der „O“ scheint mir keine taugliche Allegorie für das feministische Bewußtsein noch auch nur für die althergebrachte Unterwerfung der Frau abzugeben.- Liebe als Versklavung (Dieter E. Zimmer, ZEIT Online, 14.11.1975)
Mein Interesse an dem Buch beruhte und beruht noch immer auf dem Freimut, mit dem es sich der dämonischen Seite der sexuellen Phantasie annimmt. Die grausame Unbedingtheit der Phantasie, für die es Partei nimmt (und die es keineswegs beklagt), ist mit der optimistischen und rationalistischen Denkweise nicht zu vereinbaren, die im Feminismus vorherrscht. Das utopische Denken der Pornographie ist auf eine negative Utopie aus, wie die meiste Science-fiction-Literatur. Da es in der Regel männliche Schriftsteller waren, die betont haben, wie wild, zersetzend und paradox die Kraft der Sexualität (potentiell, ideell) ist, wird gemeinhin angenommen, daß diese Art der Phantasie Frauen diskriminiere. (Sie kann auch Männer diskriminieren, wie in Monique Wittigs Lobliedern auf die entfesselte sexuelle Kraft.)
Was ein Werk der „pornographischen Phantasie“ von anderen Darstellungen des Geschlechtslebens unterscheidet, ist der Umstand, daß es Sexualität als Extremsituation behandelt. Was die Pornographie schildert, wirkt dadurch in einem sehr offensichtlichen Sinn ziemlich unrealistisch. Die sexuelle Kraft ist nicht unversieglich; sexuelle Akte lassen sich nicht unermüdlich wiederholen. In einem anderen Sinn jedoch verfährt die Pornographie mit wesentlichen Realitäten des Begehrens auf eine geradezu rüde Weise genau. Daß Wollust Hingabe und Selbstaufgabe bedeutet, daß die sexuelle Hingabe (phantasievoll genug vollzogen, maßlos genug fortgesetzt) den individuellen Stolz unterhöhlt und der Vorstellung Hohn spricht, der Wille könne jemals frei sein – dieses sind Wahrheiten über die Sexualität selber und ihre möglichen natürlichen Konsequenzen. Weil es eine derartige Askese darstellt, vollständig für die Wollust zu leben, geben sich nur wenige Menschen der Lust bis an ihr äußerstes Ende hin. Die Phantasievorstellung einer sexuellen Apokalypse ist jedoch weit verbreitet – zweifellos ist sie ein Mittel zur Steigerung der sexuellen Lust. Und was uns das über den sozusagen inhumanen Charakter intensiver Lust mitteilt, wird von den? humanistischen „revisionistischen“ Freudianismus ignoriert, der die unbändigen Kräfte der unbewußten oder irrationalen Gefühle minimalisiert und mit dem sich die meisten Feministinnen zufrieden geben.
Einige Frauenorganisationen wandten sich an Françoise Giroud, früher Mitherausgeberin eben von „L’Express“, heute Staatssekretärin für die Lage der Frau – eine erstaunliche Frau, die mit gleicher Intelligenz und Kompetenz über Politik, Moral und Kunst zu sprechen weiß. Während der Veröffentlichung des Romans hatte sie ihren Namen aus dem Impressum von „L’Express“ zurückgezogen. Ihre Antwort an die protestierenden Frauen aber war keineswegs die erwartete Verdammung: „Zu seinerZeit handelte es sich um einen außerordentlich befreienden Text, da hier zum erstenmal eine Frau wagte, von ihren Phantasmen zu erzählen ... ‚O‘ war jenseits des Skandals. Eine Frau, man denke nur! Frauen hatten also auch Geschlecht und Gehirn, die sich gegenseitig beeinflußten? Man hatte doch geglaubt, sie seien Kinder ... Ihres historischen Kontextes be raubt, mit den Augen von 1975 gelesen, ist die ‚Geschichte der O‘ eine Art Hymnus an die Sklaverei, die als höchste Vollendung einer leidenschaftlichen Liebe erlebt wird. Jedem seine Obsessionen. Vielleicht treffen sich die der Autorin mit denen zahlreicher Frauen? Oder sind im Gegenteil die Frauen zahlreicher, die im Geheimen ihrer Phantasie davon träumen, die Männer bis aufs Blut zu peitschen? Keiner weiß das, ausgenommen vielleicht einige Psychiater, die sich in den Träumen ihrer Patienten auskennen. Aber ist es nicht die natürlichste Haltung, sogar vor sich selber abzustreiten, was man durchaus an seine innere Leinwand zu projizieren imstande ist? Dennoch, im Klima des Kampfes, den die Frauen heute liefern, um sich die Maske der devoten Dienerin vom Gesicht zu reißen, die die Jahrhunderte ihnen aufgedrückt haben, ... muß man verstehen, daß die Veröffentlichung dieses Textes sie verletzen muß.“
Zitate von Pauline Réage:
"Ich glaube, daß der Mensch ein Bedürfnis nach Gewalttätigkeit und Grausamkeit hat, nach Gefahr und Verzweiflung, das der Krieg befriedigt. Daß eine Nachtseite der menschlichen Natur da zutage drängt. Nach meiner Ansicht dient dazu ein großer Teil der Literatur, sie macht diese abscheuliche Seite frei und bringt sie ans Licht. Wenn Sie Kriegsfilme gesehen, Bücher über Konzentrationslager oder Folterungen gelesen haben, so werden Sie feststellen, daß alles Böse in Ihnen sich gewissermaßen daran weidet." -(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
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| Pablo Picasso Der Stierkampf 50 x 40 Kunstdruck [Quelle: Yatego] |
- Der Stierkampf bei Picasso (P. F. Althaus, Du: kulturelle Monatsschrift, 1958, gefunden bei retro.seals.ch)
- Michel Leiris: Spiegel der Tauromachie eingeleitet durch Tauromachien (Lothar Glauch, satt.org)
- Ihr müßt den Luftzug der Hörner spüren (Helmut Sorge, SPON, 23.05.1988)
- Psychoanalyse des Toreros (Taurino-Verlag)
meine Frage:
Was geschieht mit einer Gesellschaft, die die Energie aus ihren dunklen Seiten nicht mehr abzuführen imstande ist? (zumal sie ihre dunklen Seiten verleugnet)
"Danken Sie dem Himmel für die Augenblicke, in denen jemand in Ihren Armen vergeht und Sie in den seinen. In diesen Augenblicken gleichen Sie den Wolken, den Wassern, sind ein Wehen im Wind - der Rest ist das harte, unbegreifliche Leben, das man uns bereitet hat und das wir einander bereiten, man muß es eben erdulden." - (Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
" Wer die Wahrheit besitzt, wird früher oder später einen anderen töten, um sie durchzusetzen. Die schrecklichsten Kriege wurden nicht geführt, weil man Gebiete erobern wollte, sie wurden geführt, weil man Ideen verbreiten wollte. " - (Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)(Régine Deforges, Pauline Réage: Die O hat mir erzählt, Ullstein, Berlin 1994, zit. in Pauline Réage, Wikiquote)
"The Act of Killing": New Film Shows US-Backed Indonesian Death Squad Leaders Re-enacting Massacres [13:40]
Veröffentlicht am 19.07.2013
http://www.democracynow.org - This is the first part of a 45-minute interview Joshua Oppenheimer, the director of a groundbreaking new documentary called, "The Act of Killing." To watch the full interview, visit http://owl.li/n7Zkz.
The film is set in Indonesia, where beginning in 1965, military and paramilitary forces slaughtered up to a million Indonesians after overthrowing the democratically elected government. That military was backed by the United States and led by General Suharto, who would rule Indonesia for decades. There has been no truth and reconciliation commission, nor have any of the murderers been brought to justice. As the film reveals, Indonesia is a country where the killers are to this day celebrated as heroes by many. Oppenheimer spent more than eight years interviewing the Indonesian death squad leaders, and in "The Act of Killing," he works with them to reenact the real-life killings in the style of American movies in which the men love to watch — this includes classic Hollywood gangster movies and lavish musical numbers. A key figure he follows is Anwar Congo, who killed hundreds, if not a thousand people with his own hands and is now revered as a founding father of an active right-wing paramilitary organization. We also ask Oppenheimer to discusses the film's impact in Indonesia, where he screened it for survivors and journalists who have launched new investigations into the massacres. The film is co-directed by Christine Sin, and an Indonesian co-director who remains anonymous for fear of retribution, as does much of the Indonesian film crew. Its executive producers are Werner Herzog and Errol Morris. "The Act of Killing" opens today in New York City, and comes to Los Angeles and Washington, D.C., on July 26, then to theaters nationwide.
Read the full transcript of the interview at http://owl.li/n7Zkz.
Democracy Now!, is an independent global news hour that airs weekdays on 1,100+ TV and radio stations Monday through Friday.
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Der Film ist noch bis 26. November in der Arte Mediathek zu sehen.
Der Film konfrontiert den Zuschauer auf nie dagewesene Weise mit der banalen Alltäglichkeit des Bösen…(Arte-Mediathek)- Genozid-Doku: „Als wollte er Dämonen auskotzen” (Christophe Braun, Interview mit Joshua Oppenheimer, Cicero, Datum nicht eruierbar)
- Vergangenheitsbewältigung – Indonesiens verdrängter Massenmord (Arne Perras, Süddeutsche, 11.10.2015)
- Die langen Leiden der "Tapols" – Indonesiens Generäle entfesselten vor 40 Jahren einen der schlimmsten Massenmorde des 20. Jahrhunderts (Jochen Reinert, Neues Deutschland, 30.09.2005, gefunden bei der AG Friedensforschung)
Mit offenen Karten: Schwellenland Indonesien [12:01]
Veröffentlicht am 20.02.2015
Mit offenen Karten: Sendung über die Entwicklung Indonesiens. Thematisiert werden die geografische und geopolitische Lage des Landes, die Vielfalt der Bevölkerung, die Demokratisierung Indonesiens, sowie die wirtschaftliche Entwicklung und Aktivität, Bodenschätze, die Bedeutung der Handelsrouten für die Wirtschaft, Umweltprobleme, die Auswirkungen der Verstädterung. Schließlich werden die Unabhängigkeitsbewegungen in Papua, Timor und Aceh sowie Terroranschläge im Land behandelt Erstausstrahlung: 07.02.2015.
- Massaker in Indonesien 1965–1966 (Wikipedia)
- Was geschah 1965 in Indonesien? : Größtes Massaker seit Hitlers Tagen (Peter Christian Hausdewell, ZET Online, 03.11.1967)
Dokumentation über "Die Geschichte der O" [1:02:05]
Veröffentlicht am 24.04.2015
" Der Anstand sollte allein schon durch die Lektüre der Tageszeitung verletzt sein… "
" Wenn der Betrachter findet, daß meine Bilder dem gesunden Menschenverstand Hohn sprechen, wird er sich einer offensichtlichen Tatsache bewußt. Ich möchte aber trotzdem hinzufügen, daß für mich die Welt ein Hohn auf den gesunden Menschenverstand ist. "(René Magritte)
Xavier Naidoo und der Euro Vision Song Contest – Nun kommt mal wieder runter, Leute
"Xavier singt für Deutschland", heißt es knapp auf der Homepage des Soulsängers Xavier Naidoo. Am 19. November war bekannt geworden, dass ARD und NDR Naidoo im nächsten Jahr zum Euro Song Context nach Stockholm schicken wollen. Sofort gab es dagegen Widerspruch und Protest.
Dabei wurde einerseits moniert, dass Naidoo ohne Vorentscheid ernannt wurde. Mehr noch aber stritt man sich über die politische Positionierung des Sängers. Manche wollen in seiner Nominierung sogar einen Skandal sehen.
Doch hier beginnt schon das Problem. Im Rhythmus von wenigen Wochen werden im Kulturbereich Skandale ausgerufen, die meistens irgendwann mangels Interesse an Bedeutung verlieren. Nur die Skandalisierten sind in der Regel dann noch bekannter und profitieren davon.
mehr:
- Xavier Naidoo - die deutsche Stimme beim Euro Vision Song Contest (Peter Nowak, 20.11.2015)
Xavier Naidoo - Verschieden [Official Video] {3:41}
siehe auch:
Es gehört wirklich nicht viel dazu, diejenigen Medienmacher, die
a) die ostukrainischen »Separatisten« als menschenverachtenden Terroristen
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
und
b) wie Eric Frey (im PULS 4 News-Talk) die USA als unbeteiligten Zuschauer am Ukraine-Konflikt
- Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit (27.11.2014)
darzustellen versuchen, als monolithischen Block mit gleichgerichteten Interessen wahrzunehmen.
siehe auch:
- It’s politics, stupid! (Peter Rehberg, der Freitag, 26.11.2015)
meinen Kommentar übergebe ich an Mark Twain:
Dabei wurde einerseits moniert, dass Naidoo ohne Vorentscheid ernannt wurde. Mehr noch aber stritt man sich über die politische Positionierung des Sängers. Manche wollen in seiner Nominierung sogar einen Skandal sehen.
Doch hier beginnt schon das Problem. Im Rhythmus von wenigen Wochen werden im Kulturbereich Skandale ausgerufen, die meistens irgendwann mangels Interesse an Bedeutung verlieren. Nur die Skandalisierten sind in der Regel dann noch bekannter und profitieren davon.
mehr:
- Xavier Naidoo - die deutsche Stimme beim Euro Vision Song Contest (Peter Nowak, 20.11.2015)
Xavier Naidoo - Verschieden [Official Video] {3:41}
Xavier Naidoo
Am 24.06.2014 veröffentlicht
"Verschieden" aus dem Album "Alles kann besser werden"
Am 24.06.2014 veröffentlicht
"Verschieden" aus dem Album "Alles kann besser werden"
"Alles kann besser werden // Live" (CD & DVD)
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"Alles kann besser werden" (Album CD)
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http://www.xavier.de
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iTunes ►► http://bit.ly/1ro69Rx
http://www.xavier.de
https://www.facebook.com/XavierNaidoo
siehe auch:
- Rothschild-Verschwörungen bei Xavier Naidoo (Silvio Duwe, Telepolis, 11.12.2014)
Vereinfachte Kapitalismuskritik zeichnet sich oft dadurch aus, dass sie "die Kapitalisten" als monolithischen Block mit gleichgerichteten Interessen wahrnimmt. Dass es auch unter den Kapitalisten Konkurrenz und damit widersprüchliche Interessen gibt, die miteinander ringen, wird ausgeblendet. Statt die Ursache aktueller Probleme wie Kriegen, Umweltverschmutzung, schlechte Arbeitsbedingungen und Ausbeutung der Dritten durch die Erste Welt differenziert zu analysieren fragt die verkürzte Kapitalismuskritik gerne: "Wem nützt es?" - und unterstellt, dass der, der von einer aktuellen Entwicklung profitiert auch derjenige ist, der diese Entwicklung angestoßen hat.mein Kommentar:
Es gehört wirklich nicht viel dazu, diejenigen Medienmacher, die
a) die ostukrainischen »Separatisten« als menschenverachtenden Terroristen
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
und
b) wie Eric Frey (im PULS 4 News-Talk) die USA als unbeteiligten Zuschauer am Ukraine-Konflikt
- Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit (27.11.2014)
- Obama-Vize blamiert Merkel: USA haben EU zu Sanktionen gegen Russland gezwungen(Deutsche WirtschaftsNachrichten, 05.10.2014)
- Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
oder
c) wie die Tagesschau Putin als Paria (heißt: als von der gesamten Weltgemeinschaft ausgestoßen)
- Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)darzustellen versuchen, als monolithischen Block mit gleichgerichteten Interessen wahrzunehmen.
siehe auch:
- It’s politics, stupid! (Peter Rehberg, der Freitag, 26.11.2015)
Man kann Naidoos Äußerungen nicht als naive Entgleisungen abtun. Er bedient sich althergebrachter Argumentationsfiguren: Eine jüdische Finanzelite regiere die Welt, und Homosexuelle seien nicht nur aus Angst vor Frauen fehlgeleitet, sondern in ihrem Herzen pädophil. Solche Argumente sind nicht weniger antisemitisch oder homophob, wenn ein Künstler irgendwie meint, er sei nicht rechts.
Eine Klarstellung kam in diesem Fall übrigens auch weniger von Naidoo selber, der bekannte sich nur indifferent zu „Liebe, Toleranz und Frieden“. Die Rolle der Erklärung hatte der NDR übernommen. Aber weder Sendeanstalt noch Künstler haben hier unbedingt die Deutungshoheit. Das liegt nicht an der medialen Wucht des Online-Protests, wie der NDR die Kritik an Naidoo inhaltlich zu bagatellisieren versuchte. Vielmehr könnte man sagen: Naidoos Texte sprechen für sich selbst.Seine Texte sprechen für sich selbst?
meinen Kommentar übergebe ich an Mark Twain:
It ain't what you don't know that gets you into trouble. It's what you know for sure that just ain't so.
zuletzt aktualisiert am 27.11.2015
Samstag, 21. November 2015
Große Berliner WC-Party
Bei manchen Dingen übertrifft die Realität die Satire. In Berlin können sie zwar keine Flughäfen bauen, bzw. stellen sie eine Woche vor Eröffnung fest, dass der Flughafen gar nicht fertig ist, aber in allen anderen Dingen, was Unnützlichkeiten betrifft, sind sie ganz vorne. Statt Flughäfen zu eröffnen werden jetzt senatsfeierlich Scheißhäuser umgewidmet. Dazu ist die Öffentlichkeit eingeladen. Schade, dass ich nicht in Berlin wohne, denn dieses Event ließe ich mir nicht entgehen. Hier der offizielle Text, den ich gerne veröffentliche, damit keiner den Termin versäumt:
mehr:
- Große Berliner WC-Party (AltrMannBlog, 20.11.2015)
Möglicherweise hilft da ein Besuch von Hogwarts
Harry Potter scene 1 - Platform 9 3/4 [2:15]
mehr:
- Große Berliner WC-Party (AltrMannBlog, 20.11.2015)
Bislang sind die meisten öffentlichen Toiletten entweder für Frauen oder für Männer ausgeschildert. Für trans- und intergeschlechtliche Menschen gehört das zu den größten Problemen im Alltagsleben, da es hierbei zu einer Vielzahl diskriminierender und ausgrenzender Erlebnisse kommen kann.mein Kommentar.
Möglicherweise hilft da ein Besuch von Hogwarts
Harry Potter scene 1 - Platform 9 3/4 [2:15]
Veröffentlicht am 19.10.2014
Scene from The Sorcerer's Stone
Characters: The stationmaster, Harry Potter, Mrs Weasley, Fred and George (+ Ron and Ginny)
Characters: The stationmaster, Harry Potter, Mrs Weasley, Fred and George (+ Ron and Ginny)
Überwindung der männlichen Gesellschaft?
Gewalt und Männlichkeit Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden. Das schrieb - vor vielen Jahren schon - Erhard Eppler der SPD ins Parteiprogramm.
Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Magda
Wenn wir gleiche Teilhabe für Frauen und Männer verwirklichen wollen, müssen wir alle Lebensbereiche umgestalten: Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden. Das schrieb - vor vielen Jahren schon - Erhard Eppler der SPD ins Parteiprogramm. Der Satz ist - trotz mancher Debatten - auch im zuletzt 2007 verabschiedeten Programm noch immer drin.
mehr:
- Ein noch immer gültiger Appell (Magda, Freitag-Community, 20.11.2015, beachte auch die Kommentare)
siehe auch:
- Systemische Therapie 2 – Kernfragen systemischer Therapie (Post, 15.05.2014)
Über Menschenwürde und Demokratie (Thomas Mann, 1938, gefunden bei Universität Siegen)
- Das Übel der Zivilisation (Frank Lisson, Zum Verhältnis von Thomas Mann und Oswald Spengler, junge Freiheit, 04.12.1998)
Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Magda
Wenn wir gleiche Teilhabe für Frauen und Männer verwirklichen wollen, müssen wir alle Lebensbereiche umgestalten: Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden. Das schrieb - vor vielen Jahren schon - Erhard Eppler der SPD ins Parteiprogramm. Der Satz ist - trotz mancher Debatten - auch im zuletzt 2007 verabschiedeten Programm noch immer drin.
mehr:
- Ein noch immer gültiger Appell (Magda, Freitag-Community, 20.11.2015, beachte auch die Kommentare)
"All (diese)Scheußlichkeiten werden in aller Regel von Männern begangen. Welche Rolle Frauen dabei auch immer spielen mögen - sie sind es nicht, die andere Menschen zerhacken, verdreschen, vergewaltigen, versklaven, erschießen, steinigen. Sie sind es bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht, vor denen Menschen rund um den Globus flüchten. Es sind Männer, häufig junge. Im Fall von Paris wohl blutjunge."
Während im Logischen Atomismus und im Logischen Positivismus bzw. Empirismus noch der Gedanke einer zu konstruierenden Idealsprache vorherrschend war und man die Wahrheit von Sätzen und komplexen Satzverbindungen als Wahrheitsfunktion ihrer elementaren Bestandteile verstand, die es durch logische Analyse zu bestimmen galt, wird dies in der Linguistischen Analyse grundlegend anders. Dort rückt die „ganz normale“, gesprochene Sprache in den Mittelpunkt und wird zum Objekt der Analyse. Der als Schlagwort berühmt gewordene „linguistic turn“ in der modernen Philosophie setzt hier endgültig ein. Die Methode, derer man sich bedient, ist nun nicht mehr vor allem logisch-analytisch, sondern es wird vielmehr gefragt: Wie wird das betreffende Wort im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet? Was will der Sprecher damit zum Ausdruck bringen? Oder: Welches sind die Regeln des Sprachspiels, das speziell hier gespielt wird? An die Stelle der formal-logischen Sprachanalyse tritt also die deskriptive Analyse von Sprachspielen bzw. – im Rückgriff auf Moore – die Begriffsanalyse.
Initiator dieser neuen Art zu philosophieren ist in Cambridge Ludwig Wittgenstein. In einer radikalen Abkehr von vielen seiner ursprünglich im „Tractatus“ vertretenen Ansichten entwirft er ein völlig neues Verständnis von Sprache. Sprache wird von ihm und seinen Schülern nunmehr verstanden als ein unüberschaubares Konglomerat einzelner „Sprachspiele“, die je eigenen Regeln gehorchen, sich aber dennoch durch ihre „Familienähnlichkeiten“ überschneiden (z. B. das Sprechen über Spiele mit dem Sprechen über Sport). Philosophische Probleme sind nichts anderes als „Scheinprobleme“, also lediglich „Sprachverwirrungen“, die durch die Rückkehr zur normalen, also umgangssprachlichen Verwendungsweise der Begriffe und Wörter aus der Welt geschafft, gleichsam „wegtherapiert“ werden können. Dies wird möglich, indem man die internen Spielregeln eines Sprachspiels, das heißt die Regeln der Verwendungsweise der einzelnen Wörter und Sätze darin aufdeckt. In den postum 1953 veröffentlichten „Philosophische Untersuchungen“ hat Wittgenstein seine neuen sprachphilosophischen Überzeugungen ausführlich dargelegt. (Geschichte der analytischen Philosophie, Dritte Phase, Wikipedia)
"Diese latent-strukturelle Gewalt tritt im Alltag zutage im Autofahrer, der wütend einen Fußgänger schneidet, dem beim Überqueren der Kreuzung die Ampel auf Rot umgesprungen ist. Oder in der Managementsitzung, bei der die einzige Frau im Kreis mit einer Mischung aus anzüglichen Witzchen und väterlicher Gönnerhaftigkeit bedacht wird. Oder in der Zweifelsfreiheit, mit welcher im Moment die politischen Positionen zementiert und die jeweiligen Gegner diskreditiert werden.
Mit anderen Worten: Die Gewalt, die wir so verabscheuen, hat mit uns als Einzelnen zu tun. Verehrte Hörer: mit Ihnen und mit mir!"
Er wird ziemlich viel Ärger bekommen, denn mit "männlicher Gesellschaft" fühlen die meisten Männer sich gerade nicht gemeint oder sehen in Epplers Satz gar eine Kampfansage an die Männer insgesamt. Aber, es ist dennoch viel Wahrheit in diesem Einwurf.
Viele vermeintliche philosophische Probleme seien überhaupt nur entstanden, indem man in falscher Weise mit Sprache umging. Ein Beispiel sind so genannte „Kategorienfehler“, die etwa entstehen, wenn man für eine Aussage eine syntaktische Form wählt, die dem wiederzugebenden Sachverhalt nicht angemessen ist, wie in folgendem Beispiel:
Aber er ist auch nicht ein drittes Ding, von dem wir sagen könnten, der Mittelstürmer habe zuerst eingeworfen und dann Mannschaftsgeist gezeigt, oder der Verteidiger werde jetzt entweder köpfen oder Mannschaftsgeist zeigen. Die Irrtümer wurden von Menschen begangen, die nicht wussten wie die Begriffe […] zu handhaben sind. Die Schwierigkeiten erwachsen aus ihrer Unfähigkeit, gewisse Wörter richtig zu verwenden.“„Ein Südseeinsulaner sieht seinem ersten Fußballspiel zu. Man erklärt ihm die Funktion des Torwarts, der Stürmer, der Verteidiger, des Schiedsrichters usw. Nach einer Weile sagt er: „Aber da ist doch niemand, der den berühmten Mannschaftsgeist beisteuert. Ich sehe wer angreift, wer verteidigt, wer die Verbindung herstellt und so weiter: aber wessen Rolle ist es, den Mannschaftsgeist zu liefern?“ Und wieder müssten wir erklären, dass er nach der falschen Kategorie eines Dinges Ausschau halte. Der Mannschaftsgeist ist nicht noch eine Fußballoperation wie das Toreschießen, das Einwerfen usw.
– Ryle: Der Begriff des Geistes (zit. in Geschichte der analytischen Philosophie, Dritte Phase, Wikipedia)
Die Frage, welche Rolle junge Männer, die in ihren Ländern keine wirkliche Bestätigung, keine Anerkennung, keinen Broterwerb finden, beim Ausbruch künftiger Kriege spielen mögen, hat der Soziologe Gunnar Heinsohn vor Jahren gestellt.
Eine leicht radikalisierbare Masse von Halbwüchsigen, ein Millionenheer gewaltbereiter Krieger sah er 2004 am Horizont. Diese Thesen wurden entschieden abgelehnt - einige Kritiker sprachen von Stammtischnähe
Eine leicht radikalisierbare Masse von Halbwüchsigen, ein Millionenheer gewaltbereiter Krieger sah er 2004 am Horizont. Diese Thesen wurden entschieden abgelehnt - einige Kritiker sprachen von Stammtischnähe
Bei der Dekonstruktion geht es um die Analyse von Sprache bzw. Texten, genauer gesagt von Zeichen, Sinn und Bedeutung.[8] Dabei werden selbst diese Begriffe in Frage gestellt, ebenso wie der ontologische Status des Subjekts.
„Was ich Dekonstruktion nenne, kann natürlich Regeln, Verfahren oder Techniken eröffnen, aber im Grunde genommen ist sie keine Methode und auch keine wissenschaftliche Kritik, weil eine Methode eine Technik des Befragens oder der Lektüre ist, die ohne Rücksicht auf die idiomatischen Züge des Gegenstandes in anderen Zusammenhängen wiederholbar sein soll. Die Dekonstruktion hingegen befasst sich mit Texten, mit besonderen Situationen, mit der Gesamtheit der Philosophiegeschichte, innerhalb derer sich der Begriff der Methode konstituiert hat. Wenn die Dekonstruktion also die Geschichte der Metaphysik oder die des Methodenbegriffs befragt, dann kann sie nicht einfach selbst eine Methode darstellen. Die Dekonstruktion setzt die Umwandlung selbst des Begriffes des Textes und der Schrift voraus. […] Ich nenne eine Institution ebenso wie eine politische Situation, einen Körper oder einen Tanz ›Text‹, was offenbar zu vielen Mißverständnissen geführt hat, weil man mich beschuldigte, die ganze Welt in ein Buch zu stecken. Das ist offensichtlich absurd.“
– Derrida: Falter-Interview 1987[9] (zit. in Begriff der Dekonstruktion und Einflüsse, Wikipedia)
- Systemische Therapie 2 – Kernfragen systemischer Therapie (Post, 15.05.2014)
Die Aufgabe der Sprache sehen wir meist darin, Beschreibungen zu liefern, die sich an Begriffen wie Wahrheit, Objektivität und Realität messen lassen. Daß und in welchem Ausmaß Sprache jedoch gerade eine konstituierende Funktion für unsere Erfahrung von Wirklichkeit hat, müssen wir uns immer wieder ins Bewußtsein holen. (aus Schlippe, Schweitzer, Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung, Hervorhebung von mir)siehe auch:
- Thomas Mann : Krieg veredelt den Menschen (Thomas Assheuer, ZEIT Online, 04.03.2010)
Unter den Großdichtern, die vom Schreibtisch aus zu den Waffen riefen, gehörte auch der für seine Empfindsamkeit gerühmte Thomas Mann. Noch ehe der erste Schuss gefallen war, stand sein »Herz in Flammen« und triumphierte über den Zusammenbruch der verhassten, von den »Zersetzungsstoffen der Zivilisation« stinkenden »Friedenswelt«. Gedanken im Kriege hieß der Aufsatz, in dem Thomas Mann 1914 den militärischen Kampf der deutschen Kultur gegen die barbarische Flachheit des Westens rühmte, den bewaffneten Widerstand gegen den »anti-heroischen« und »anti-genialen« Geist der »wölfisch-merkantilen Bourgeoisie-Republiken«. Das »heute wichtigste Volk Europas« sträube sich, den »zivilen Geist als letztes und menschenwürdigstes Ideal anzuerkennen«.
Es ist schwer zu fassen: Auch nach dem Gemetzel von Verdun, an der Somme und an der Marne, auch nach Millionen von Toten, Halbtoten, Verstümmelten, Vergifteten, Traumatisierten – unbeirrt schreibt der bürgerliche Kulturträger Thomas Mann weiter, und er tut es auch dann noch, als Mitstreiter wie Ernst Troeltsch längst Abbitte leisten und zur »Demobilisierung des Geistes« aufrufen. Zeitgleich mit der deutschen Generalität befällt ihn die Ahnung, die Demokratie werde nicht mehr aufzuhalten sein, und dann wünscht er sich eine Art Volksherrschaft, aber bitte ohne Parlamentarismus und Parteienstreit. Nach dem Waffenstillstand im September 1918 gibt Thomas Mann nach kurzem Zögern die Betrachtungen zum Druck frei, die Rechten und Rechtsradikalen applaudieren ihm artig. Nur vier Jahre später geschieht die spektakuläre Wende: In seiner Rede Von deutscher Republik bekennt sich Thomas zur Weimarer Demokratie. Fortan steht für ihn der Feind nicht mehr im Westen, sondern im eigenen, im deutschen Lager. Deutschlands Feinde – das sind die Faschisten.
Was war geschehen? Warum verteidigte Thomas Mann plötzlich einen demokratischen Verfassungsstaat, von dem er in seinen Betrachtungen noch behauptet hatte, er sei dem Deutschen »wesensfremd«? Meinte er es ernst – oder war er tief im Herzen, unter seinem vernunftdemokratischen Federkleid, doch ein Kulturnationaler geblieben? Oder, zweite Möglichkeit: Sind die Betrachtungen eines Unpolitischen gar kein antidemokratisches Pamphlet, sondern eine für damalige Zeiten durchaus handelsübliche Kulturkritik, die wir heute zur geistigen Mobilmachung der Neuen Bürgerlichkeit beruhigt aus der rechten Schmuddelecke herausziehen und stolz wieder ins Furnierholz-Regal stellen dürfen? Wenn ja, dann hätte Heinrich Mann seinen Bruder grandios missverstanden und ihn zu Unrecht verdächtigt, das Grauen schönzureden und dem deutschen Militarismus ein gutes Gewissen zu verschaffen. Und auch die deutsche Rechte, zum Beispiel Armin Mohler, wäre einer Fehllektüre aufgesessen, als sie Thomas Mann zu einem Gründungsvater der Konservativen Revolution ernannte.siehe auch:
Über Menschenwürde und Demokratie (Thomas Mann, 1938, gefunden bei Universität Siegen)
- Das Übel der Zivilisation (Frank Lisson, Zum Verhältnis von Thomas Mann und Oswald Spengler, junge Freiheit, 04.12.1998)
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Freitag, 20. November 2015
Perversion in der Nahrungsmittelindustrie: Frankenfisch auf dem Teller – »kein materieller Unterschied«!
Die zuständige Behörde genehmigte unter Einschränkungen den Verkauf eines gentechnisch veränderten Lachses und öffnete damit die Tür für weitere transgene Tiere
Viele Jahre hat es gedauert, bis die FDA, die Behörde, die für die Zulassung von
Lebensmitteln und Medikamenten zuständig ist, den Schritt gewagt hat, eine Genehmigung für das erste genveränderte Tier zu fällen. Schon bald 20 Jahre hatte die kanadische Firma AquaBounty versucht, die genveränderte Lachssorte AquAdvantage Salmon (AAS) als Lebensmittel genehmigen zu lassen. Schon vor 5 Jahren stand man kurz vor der Entscheidung (Durchbruch für Frankensteinfood von transgenen Tieren?), jetzt kann also nach ungewöhnlich langer Zeit für solche eine Entscheidung der Turbo-Lachs, der durch die eingebauten Wachstumshormone doppelt so schnell wachsen soll, in den USA auf den Tisch kommen. Der Lachs, dem die FDA schon vor Jahren bescheinigt hatte, dass er für den Verzehr unbedenklich sei, da er sich biologisch nicht von normalem Lachs unterscheide, galt stets als Türöffner, um weitere genveränderte Tiere - von Kritikern gerne mal Frankenfood genannt - auf den Markt durchzusetzen. Auch AquaBounty hat noch andere Fischarten im Angebot, ansonsten warten zahlreiche transgene Tiere von Ziegen über Fische und Hühner bis hin zu Kühen und Schweinen auf eine Zulassung und die dahinter stehenden Firmen auf die entsprechenden Profite.
mehr:
- USA: Erste Zulassung eines genveränderten Tiers als Lebensmittel (Florian Rötzer, Telepolis, 20.11.2015)
siehe auch:
- Genmanipulierter Lachs in den USA zum Verzehr zugelassen (Politparadox, 26.11.2015)
'Frankenfish' may be coming to a dinner table near you [4:03]
It's a new genetically-engineered salmon that could soon land on your dinner table, and for the first time the FDA is looking at approving a genetically modified meat.
The meat is controversial and you might end up eating the new "super-fish" without even knowing it.
A company called AquaBounty started with a regular Atlantic salmon. It then added the DNA of a chinook salmon and an eel-like fish, which is how they made the super-fish.
The new DNA changes the hormones in the Atlantic salmon, making it grow quickly.
Scott Dahlman, with Oregonians for Food and Shelter in Salem, says the super-fish is safe to eat and is highly regulated by the FDA.
"There'll be a lot of curiosity about it to start off with," he says. "If it meets the needs of the people, if they're able to get what they want at a price that they want, and it's got the taste and characteristics they want, I think it will really take off."
But George Kimbrell with the Center for Food Safety in Portland believes the FDA is not doing a thorough enough job to make sure this scientific experiment is safe to eat and let loose on the world.
"Our position is this is a dangerous and irresponsible idea," he says.
Critics say 15 percent of farmed salmon escape. They believe the super-salmon could get out and cause damage.
Like something out of the movie "Jurassic Park," with its genetically engineered dinosaurs, some think the genetically engineered salmon will eat voraciously to keep up with their own growth, interbreed with other fish and weaken and destroy salmon in the wild. The fear is that jobs and fish could disappear.
"People don't want this fish. It has no redeeming social value. As we said, it creates only risk," says Kimbrell.
But supporters say AquaBounty is farming the fish securely by harvesting eggs on an island in Canada and flying them to landlocked tanks in Panama.
If they do escape somehow, supporters say the fish will all be female. They will also be sterile and so unable to breed.
"I mean, this is really just a new way to farm salmon, which is something we've actually been doing for years," says Dahlman. "It's just a new species of fish that some of these farmers might be using."
The FDA may soon approve the fish but whether you think it's a "super-salmon" or a "Frankenfish," you may not know if you're eating it. The FDA will not require labels telling you it's genetically engineered (GE).
"There's no requirement by the FDA because the FDA says that these things are not materially different," Dahlman says.
Kimbrell says many other countries require GE labels and he thinks Oregon and the entire United States should as well, especially for a creature he sees as a danger to humans, fish and jobs.
"People have a right to know," he says. "If this is going to be approved, and we think it shouldn't be, but if it is, it needs to be labeled."
mein Kommentar:
Es lebe der American Way of Life! Warum sie (islamische Terroristen) uns so hassen? Weil wir vor nichts Respekt haben.
Lebensmitteln und Medikamenten zuständig ist, den Schritt gewagt hat, eine Genehmigung für das erste genveränderte Tier zu fällen. Schon bald 20 Jahre hatte die kanadische Firma AquaBounty versucht, die genveränderte Lachssorte AquAdvantage Salmon (AAS) als Lebensmittel genehmigen zu lassen. Schon vor 5 Jahren stand man kurz vor der Entscheidung (Durchbruch für Frankensteinfood von transgenen Tieren?), jetzt kann also nach ungewöhnlich langer Zeit für solche eine Entscheidung der Turbo-Lachs, der durch die eingebauten Wachstumshormone doppelt so schnell wachsen soll, in den USA auf den Tisch kommen. Der Lachs, dem die FDA schon vor Jahren bescheinigt hatte, dass er für den Verzehr unbedenklich sei, da er sich biologisch nicht von normalem Lachs unterscheide, galt stets als Türöffner, um weitere genveränderte Tiere - von Kritikern gerne mal Frankenfood genannt - auf den Markt durchzusetzen. Auch AquaBounty hat noch andere Fischarten im Angebot, ansonsten warten zahlreiche transgene Tiere von Ziegen über Fische und Hühner bis hin zu Kühen und Schweinen auf eine Zulassung und die dahinter stehenden Firmen auf die entsprechenden Profite.
mehr:
- USA: Erste Zulassung eines genveränderten Tiers als Lebensmittel (Florian Rötzer, Telepolis, 20.11.2015)
Um den Kritikern entgegenzukommen, wurde gleichzeitig noch beschlossen, dass im Widerspruch zu den Forderungen der Industrie Lebensmittelprodukte, freiwillig gekennzeichnet werden dürfen, ob sie genveränderten Lachs enthalten oder nicht. Das gilt ab nun auch für andere tierische und pflanzliche Lebensmittel, wogegen die Industrie lange Sturm gelaufen ist, weil sie nun eben so gekennzeichnet werden können, dass sie keine genveränderten oder auch durch Bioengineering hergestellten Bestandteilen enthalten ("not bioengineered", "not genetically engineered" oder "not genetically modified through the use of modern biotechnology"). Vorschreiben dürfe die FDA dies nur, wenn zwischen einem genveränderten und einem nicht genveränderten Produkt ein "materieller Unterschied", beispielsweise im Ernährungswert, besteht. Das habe man bei dem genveränderten Lachs nicht erkennen können. Die FDA empfiehlt aber nicht, Kennzeichnungen zu verwenden, die behaupten, die Produkte würden aus gentechnikfreien Bestandteilen bestehen. (Hervorhebung von mir)
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| Screenschot aus dem folgenden Film |
- Genmanipulierter Lachs in den USA zum Verzehr zugelassen (Politparadox, 26.11.2015)
'Frankenfish' may be coming to a dinner table near you [4:03]
Veröffentlicht am 11.01.2013
SALEM, Ore. -- Some call it "Frankenfish."
It's a new genetically-engineered salmon that could soon land on your dinner table, and for the first time the FDA is looking at approving a genetically modified meat.
The meat is controversial and you might end up eating the new "super-fish" without even knowing it.
A company called AquaBounty started with a regular Atlantic salmon. It then added the DNA of a chinook salmon and an eel-like fish, which is how they made the super-fish.
The new DNA changes the hormones in the Atlantic salmon, making it grow quickly.
Scott Dahlman, with Oregonians for Food and Shelter in Salem, says the super-fish is safe to eat and is highly regulated by the FDA.
"There'll be a lot of curiosity about it to start off with," he says. "If it meets the needs of the people, if they're able to get what they want at a price that they want, and it's got the taste and characteristics they want, I think it will really take off."
But George Kimbrell with the Center for Food Safety in Portland believes the FDA is not doing a thorough enough job to make sure this scientific experiment is safe to eat and let loose on the world.
"Our position is this is a dangerous and irresponsible idea," he says.
Critics say 15 percent of farmed salmon escape. They believe the super-salmon could get out and cause damage.
Like something out of the movie "Jurassic Park," with its genetically engineered dinosaurs, some think the genetically engineered salmon will eat voraciously to keep up with their own growth, interbreed with other fish and weaken and destroy salmon in the wild. The fear is that jobs and fish could disappear.
"People don't want this fish. It has no redeeming social value. As we said, it creates only risk," says Kimbrell.
But supporters say AquaBounty is farming the fish securely by harvesting eggs on an island in Canada and flying them to landlocked tanks in Panama.
If they do escape somehow, supporters say the fish will all be female. They will also be sterile and so unable to breed.
"I mean, this is really just a new way to farm salmon, which is something we've actually been doing for years," says Dahlman. "It's just a new species of fish that some of these farmers might be using."
The FDA may soon approve the fish but whether you think it's a "super-salmon" or a "Frankenfish," you may not know if you're eating it. The FDA will not require labels telling you it's genetically engineered (GE).
"There's no requirement by the FDA because the FDA says that these things are not materially different," Dahlman says.
Kimbrell says many other countries require GE labels and he thinks Oregon and the entire United States should as well, especially for a creature he sees as a danger to humans, fish and jobs.
"People have a right to know," he says. "If this is going to be approved, and we think it shouldn't be, but if it is, it needs to be labeled."
mein Kommentar:
Es lebe der American Way of Life! Warum sie (islamische Terroristen) uns so hassen? Weil wir vor nichts Respekt haben.
But the anger among the security forces is about more than the big provocations. The commonplace, daily cultural misunderstandings and mistranslations on both sides can be just as damaging to relations, says the major. For example he recounts an incident that took place when he and his men were on patrol with U.S. troops in a dangerous and contested area. Through an interpreter, one of his soldiers asked one of the Americans if he believed in God. The American shook his head no and said he didn’t. Overhearing the conversation, Hasanzada quickly ordered the interpreter not to respond. But it was no use: the Afghan soldier had seen the American’s body language and understood. “My soldier got very upset, quit the army within days, and gave his salary to poor local people,” says Hasanzada. (aus Afghanistan: ‘Green on Blue’ Killings Explained, Sami Yousafzai, Newsweek, 27.08.2012)
aktualisiert am 26.11.2015
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Laura Wunsch, Kenny der kleine Kämpfer
Als ich das Video mit dem Bericht über Lauras Buch und ihr Leben sah, hatte ich Tränen in den Augen. Wieviel Leid für diese vom Leben geknüppelte junge Person – und ihre Angehörigen!
Wenn sich römische Diktatoren nach erfolgreichen Schlachten mit Triumphzügen feiern ließen, stand ein Sklave oder ein Priester neben ihnen, dessen Aufgabe es war, ihnen ständig zu sagen: »Bedenke, daß Du sterblich bist!«
Krankheit und Leiden - Ein Buch, das Mut macht [3:38]
Wie kleinkariert angesichts dieses Schicksals kommen mir die täglichen Nickeligkeiten und Aufgeregtheiten vor!
Wenn sich römische Diktatoren nach erfolgreichen Schlachten mit Triumphzügen feiern ließen, stand ein Sklave oder ein Priester neben ihnen, dessen Aufgabe es war, ihnen ständig zu sagen: »Bedenke, daß Du sterblich bist!«
Krankheit und Leiden - Ein Buch, das Mut macht [3:38]
Veröffentlicht am 15.11.2015
Laura Wunsch ist 27. Dass sie 28 wird, ist unwahrscheinlich. Laura leidet an einem Hirntumor, der nicht zu heilen ist. Um ihre Krankheit und ihr Leiden zu verarbeiten, hat sie ein Buch geschrieben. Ein Buch, das manchmal traurig ist, das aber auch das Leben bejaht.
Wie kleinkariert angesichts dieses Schicksals kommen mir die täglichen Nickeligkeiten und Aufgeregtheiten vor!
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