Sonntag, 22. September 2019

Paris: Die Polizei durchkreuzt die Proteste aus Gelbwesten und Klimaschützern

Der historische Tag, der dem gemeinsamen Kampf für "Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit" galt, ging in Tränengasschwaden unter

Es sollte ein historischer Tag werden: Die Gelbwesten (Gilets jaunes) wollten am gestrigen Samstag zusammen mit den Klimademonstranten einen neuen Mobilisierungserfolg feiern, sichtbar machen, dass die Opposition auf der Straße ein politischer Faktor ist, mit dem Macron rechnen muss. "Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit" hieß das Motto. Am Ende dominierten die üblichen Schlagzeilen zu den Gelbwestenprotesten, die von gewalttätigen Ausschreitungen berichten.

Die Polizei griff diesmal schon früh ein; Demonstrationszüge der Gelbwesten wurden am Vortag verboten, ihre Ansammlungen, die zum Teil ohne die gelben Rettungswesten stattfanden, wurden schon am frühen Vormittag von der Polizei unterbunden. Die mobilen Kräfte der Polizeieinsatzgruppen handelten nach der gleichen Strategie wie am 1. Mai. Mit gewohnter, nach europäischen Standards außergewöhnlicher Härte, die die Polizei im Sommer in die Schlagzeilen brachte, gingen sie auch diesmal gegen die Demonstranten vor, die sie verdächtigten, dass sie Gewalttaten verrichten würden.

Die Einsätze der mobilen Polizeitruppen und die dicken Tränengaswolken trafen allerdings auch die Klimademonstranten, die sich mit den Gelbwesten in einem großen Demonstrationszug befanden. Der löste sich dann auf. Die Organisatoren beschwerten sich wütend über das Vorgehen der Polizei, wie Le Monde, Libération und Médiapart berichten.

Einig sind sich sämtliche Berichte darüber, dass 7.500 Polizisten allein in Paris eingesetzt wurden. Bei den Teilnehmerzahlen der Demonstrationen gibt es die gewohnt unterschiedlichen Zahlen. Diesmal kommt noch die Konfusion hinzu, ob nun Teilnehmer der Klimaproteste und die der Gelbwesten zusammengezählt werden sollen - die Gelbwesten bestanden darauf, dass es sich hier um eine gemeinsame Aktion handeln würde, weswegen man auch die Westen ausgezogen habe. Man erkannte sie dann an den Gesängen, merkt Le Monde an.

Laut der Zeitung bezifferten die Organisationen, die gegen die "klimapolitische Untätigkeit der Regierung" demonstrierten, die Teilnehmer in Paris auf 38.000 Personen. Das Institut cabinet Occurrence, deren Schätzung von großen Medien als maßgeblich angegeben werden, kommt auf lediglich 15.200 Teilnehmer, was in etwa der doppelten Zahl der Polizisten und Gendarmen in Paris entsprach. In ganz Frankreich sollen laut Organisatoren der Klimapolitikproteste mehr als 150.000 auf die Straße gegangen sein. Das ist ein Erfolg, der aber in der Öffentlichkeit weniger den Gelbwesten zugeschrieben wird.

mehr:
- Paris: Die Polizei durchkreuzt die Proteste aus Gelbwesten und Klimaschützern (Thomas Pany, Telepolis, 22.09.2019)

Frankreich: Tränengas und Scharmützel während den 45. Proteste der Gelbwesten {5:28}

RT Deutsch
Am 22.09.2019 veröffentlicht 
Die Spannungen zwischen Polizei und Gelbwesten verschärften sich bereits in den frühen Morgenstunden der Samstagskundgebung in Paris. Die Bereitschaftspolizei setzte Pfefferspray gegen Demonstranten ein, um Demonstranten zu zerstreuen, die durch die Straßen ziehen wollten. Die Gelbwesten demonstrieren nun schon das 45. Wochenende in Folge in der französischen Hauptstadt, um den Druck auf die Regierung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufrechtzuerhalten.
Am späten Vormittag kam es auf den Champs-Élysées zu kleineren Scharmützeln mit den Einsatzkräften. Touristen, die die letzten warmen Tage dieses Sommers nutzen wollten und über die Prachtmeile flanierten, flüchteten entsetzt in die Seitenstraßen, als die ersten Tränengasgranaten in Richtung Demonstranten flogen.
Die Demonstranten hatten Barrikaden in Brand gesetzt, worauf die Polizei mit Tränengas antwortete. Aufnahmen zeigen aktuell einen Polizisten, der einem Demonstranten ins Gesicht schlägt, sowie ein Motorrad, das in Brand gesetzt wurde.
Leidtragende waren dieses Mal auch die Teilnehmer einer anderen Demonstration, nämlich für mehr Klimaschutz. Am Freitag waren noch Zehntausende, meist junge Menschen friedlich – wie bei anderen Demos weltweiten – auch durch die Straßen von Paris gezogen. Am Tag darauf sorgten einige gewaltbereite Chaoten für Aufruhr, indem sie Mülltonnen in Brand setzten und die Polizei mit Gegenständen bewarfen.
Medienberichten zufolge wurden diesmal rund 7.500 Polizisten eingesetzt und mehr als hundert Demonstranten verhaftet. Seit Beginn der Bewegung der Gelbwesten in Frankreich im November letzten Jahres sind Tausende von Menschen auf die Straße gegangen, um gegen höhere Treibstoffsteuern und wachsende Ungleichheit der Einkommen zu demonstrieren.
Mehr zum Thema – "Keine irreparable Gewalt" - Macron empört mit Äusserung zu verletzten Gelbwesten
https://de.rt.com/1yq9

Paris: Anhänger der „Gelbwesten” protestieren zum 45. Mal in Folge {4:44:05}

Sputnik Deutschland
Live übertragen am 21.09.2019 
In der französischen Haupstadt gehen am Samstag erneut Tausende Aktivisten der „Gelbwesten“ auf die Straße, um gegen die Reformpolitik des Präsidenten Emmanuel Macron zu protestieren. Die Pariser Polizei soll schon Tränengas eingesetzt haben. Die von der französischen Regierung geplante Rentenreform hat am letzen Freitag für massive Proteste und Streiks gesorgt, die #Paris praktisch lahmgelegt haben.
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Samstag, 21. September 2019

Ukrainegate: Geheimdienst-Whistleblower sorgt für Unruhe in Washington

Es geht um ein Telefongespräch von Trump mit einem Regierungschef, dem er ein Versprechen in einem Deal gemacht haben soll. Es soll um die Ukraine und um Joe Biden gehen
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Ältere Geschichten aus der Ukraine spielen im US-Präsidentschaftswahlkampf eine zunehmend wichtige Rolle. Gerade hat US-Präsident Trump, der die "Ukraine Security Assistance Initiative" in Form von Geldern für Waffenkäufe im Sommer gesperrt hatte, unter Druck vom Kongress 250 Millionen US-Dollar für Militärhilfe bewilligt, das Außenministerium kündigte gleich noch 140 Millionen oben drauf an.

Dahinter steckt womöglich ein Whistleblower aus einem US-Geheimdienst, der dem Generalinspekteur für die Geheimdienste Michael Atkinson im August eine formale Whistlebloweranzeige hatte zugehen lassen. Er soll Kenntnis von einem Gespräch von Trump mit einem ausländischen Regierungsführer erlangt haben, das ihn beunruhigte, weil dieser darin ein "Versprechen" gemacht habe. Es soll sich um ein Telefongespräch gehandelt haben, wie die Washington Post zuerst am 18. September berichtete.

Atkinson bezeichnete die Anzeige als "glaubwürdig", der amtierende Nationale Geheimdienstchef (DNI) Joseph Maguire wollte Abgeordneten keine Einzelheiten nennen. Jetzt verstärkt sich die Vermutung, dass es sich um den ukrainischen Präsidenten handeln könnte. Mit dem hatte Trump am 25. Juli telefoniert und die Hoffnung ausgedrückt, dass die Ukraine nun schnell die Korruptionsfälle untersuchen, die die Beziehungen beider Länder belasten.

mehr:
- Ukrainegate: Geheimdienst-Whistleblower sorgt für Unruhe in Washington (Florian Rötzer, Telepolis, 21.09.2019)
siehe auch:
Die korrupte politische US-Kaste: Die Kronprinzen sahnen ab! (Post, 02.05.2019)
Putin stieß auf taube Ohren oder In Propaganda sind die Amis einfach besser… (Post, 14.03.2016)


Freitag, 20. September 2019

Mittwoch, 18. September 2019

Ellyanne Wanjiku Chlystun Githae: In Kenia kehrt der Wald zurück

Auch in Kenia kehrt der Wald zurück — dank eines hartnäckigen kleinen Mädchens.

Während Greta Thunberg vor allem im Westen bekannt ist für ihre Aktionen und Reden, macht auf dem afrikanischen Kontinent ein anderes erstaunliches Kind von sich reden, das sich in den Kopf gesetzt hat, sein Heimatland Kenia wiederaufzuforsten. Offensichtlich mit beachtlichem Erfolg und auch immer mehr tatkräftiger Unterstützung durch Behörden und Privatwirtschaft.

Ellyanne Wanjiku Chlystun Githae lebt in Kenia, ist heute neun Jahre alt und steht auf der Business-Plattform „urbwise“ in der Ehrenliste „phänomenaler Frauen, die nationale Anerkennung verdienen“. Das hat sie mit ihrer schwedischen Schwester gemein.

Wie ihre große Schwester Greta Thunberg in Schweden hat sie auch vermögende Mittelklasse-Eltern. Sie geht auf die Peponi House Preparatory School in Nairobi, eine multikulturelle Privatschule mit britischen Standards. Sie spielt mit ihrem Teddy, selbst vor der Kamera, doch sie träumte nicht wie so viele in ihrem Alter, schön und reich zu werden, nicht Modemacherin oder Pilotin. Aber Greta Thunberg konnte ihr Vorbild nicht sein, die gab es da noch nicht medial, als Ellyanne anfing, Bäume zu pflanzen. Sie war begeistert von Professor Wangari Maathai — hierzulande nicht bekannt, aber in Afrika und besonders in Kenia.

Wangari Maathai promovierte 1971 als erste Frau Ost- und Zentralafrikas. Inspiriert von Algeriens 1974 in die Wege geleiteten Programms „barrage vert“ gründete sie 1977 die „Green Belt“-Bewegung mit dem Ziel, das Land aufzuforsten, und erhielt als erste Frau Schwarzafrikas 2004 den Friedensnobelpreis. Die grüne Umweltministerin scheute selbst das Gefängnis nicht, um den Mächtigen des Landes den Spiegel ihrer Umwelt- und anderer Sünden vorzuhalten.

Ihr wollte es die kleine Ellyanne nachtun, ebenso aufrecht und kämpferisch. Aber wie kann ein kleines Mädchen von sechs Jahren in die Fußstapfen einer der großen heroischen Frauen des Landes treten? Ellyanne wollte wenigstens Bäume pflanzen, aber mindestens eine Million. Gegenüber Mtoto News äußerte sie sich am 27. Juni 2019 schon realistischer: Sie habe 509 Bäume gepflanzt, wolle aber die 10.000er Marke erreichen. Nach Information der kenianischen Internet-Plattform „Business Today“ vom 22. August hat sie bereits mehr als 1.500 Bäume geschafft, hartnäckig wie sie ist.

Unterstützt von ihren Eltern und von anderen Kindern zogen in den letzten Jahren ihre Pflanzaktionen weite Kreise. Das 2006 von Pädagogen, Schriftstellern und Bürgermeistern gegründete Netzwerk „Children With Nature“ unterstützte sie, heute ist sie dessen Botschafterin. In kurzer Zeit folgten ihrem Beispiel Kinder an anderen Schulen und in anderen Städten. So initiierte Ellyanne, wie „Children With Nature“ am 12. Dezember 2017 meldete, einen landesweiten Schreib- und Kunstwettbewerb, „Kenya Climate Change Art and Essay Competition“, den sie am 1. August 2017 an der öffentlichen Kilimani Primarschule in Nairobi eröffnete. Unterstützt wurde der Wettbewerb vom Erziehungsministerium, von USAid und von KEPSA, der Lobby der Privatwirtschaft.

Anlässlich der Generalversammlung des Umweltprogramms der UNO, „UNEP Global Environment Assembly“, vom 4. bis 6. Dezember 2017 in Nairobi wurde der kleinen Ellyanne Wanjiku offizielle Anerkennung zuteil. „Bildung ist von entscheidender Bedeutung, wenn wir eine junge Generation von Umweltkriegern schaffen wollen, um die enormen Umweltherausforderungen zu bewältigen, mit denen die Welt konfrontiert ist“, sagte Sam Barratt von UNEP.

mehr:
- Die andere Greta (Georges Hallermayer, Rubikon, 18.09.2019)

Wangari Maathai and the Green Belt Movement. {6:51}

npatou
Am 05.07.2016 veröffentlicht 
Wangari Maathai was a Kenyan environmental and political activist. In 1977, Maathai founded the Green Belt Movement, an environmental non-governmental organization focused on the planting of trees, environmental conservation, and women's rights. In 1984, she was awarded the Right Livelihood Award, and in 2004, she became the first African woman to receive the Nobel Peace Prize for "her contribution to sustainable development, democracy and peace".
Source: Wikipedia.org
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Londoner Gericht will Assange weiter in Haft behalten

Richterin brachte die Frage einer Haftentlassung auf Kaution überraschend auf - und lehnte diese Option umgehend ab

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird wohl auch nach Ende seiner Mindesthaftzeit in Großbritannien im Gefängnis bleiben müssen. Das berichtete unlängst die in London erscheinende Tageszeitung Evening Standard. Assange sei mitgeteilt worden, dass er nicht auf eine Haftentlassung hoffen kann, wenn seine derzeitige Freiheitsstrafe am 22. September erstmals auf Kaution ausgesetzt werden könnte. Der Publizist war nach seiner Festnahme in den Räumen der ecuadorianischen Botschaft in London am 11. April wegen Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen inhaftiert worden.

Der 48-Jährige wurde nach seiner im Mai zu einer 50-wöchigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London verbracht hatte. Im April hatte die Polizei ihn in einer spektakulären Aktion aus den Räumen im Londoner Nobelstadtteil Knightsbridge gezerrt. Grund dafür war eine Entscheidung der ecuadorianischen Regierung: Anders als sein Vorgänger Rafael Correa wollte der neue Präsident Lenín Moreno Assange loswerden, nachdem er überraschend auf einen prowestlichen und neoliberalen Kurs eingeschwenkt ist.

Die Folgen von Morenos Entscheidung wurden rasch klar: Nachdem die britische Justiz Assange festnahm, machte Innenminister Sajid Javid im Juni eine Anordnung öffentlich, die es ermöglichte, Assange wegen Hacking-Vorwürfen an die USA auszuliefern. Vor einer möglichen Auslieferung an die US-Justiz hatten die Verteidiger des Publizisten stets gewarnt.

Bei einer technischen Anhörung am vergangenen Freitag sagte Richterin Vanessa Baraitser am Westminster Magistrates Court, es gebe "erhebliche Gründe" für die Annahme, dass Assange sich nach einer möglichen Haftentlassung erneut absetzen könnte. Der WikiLeaks-Gründer war der Verhandlung per Video aus dem Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh zugeschaltet.

Baraitser sagte zu Assange: "Sie wurden hier vorgeladen, weil Ihre Haftstrafe kurz vor einem möglichen Ende steht." In diesem Fall ändere sich sein Status von einem einsitzenden Häftling zu einem Auslieferungskandidaten. Deshalb habe sie der Verteidigung die Möglichkeit gegeben, in seinem Namen einen Antrag auf Kaution zu stellen, so die Richterin weiter. Die anwesende Verteidigerin habe sich aber geweigert. "Das ist vielleicht nicht überraschend angesichts ihrer Geschichte der Justizflucht", so Baraitser weiter - um eine Freilassung auf Kaution abzulehnen. Als Assange gefragt wurde, ob er den Sachverhalt verstanden habe, entgegnete er: "Nicht wirklich. Aber ich bin sicher, die Anwälte werden es erklären."
mehr:

- Londoner Gericht will Assange weiter in Haft behalten (Harald Neuber, Telepolis, 18.09.2019)
siehe auch:
Assange wird fertiggemacht… (Post, 05.09.2019)
Es geht nicht nur um Assange (Edward Wassermann, IPG-Jpurnal, Internationale Politik und Gesellschaft, 03.05.2019)
Der Verrat (Rubikon, 23.04.2019)
Assanges Verhaftung: Mainstream-Medien sägen am eigenen Ast (James O’Neill, Pressenza, 19.04.2019)
 Lebte 7 Jahre in BotschaftAssange spülte Klo nicht: Wächter verraten irre Details über Wikileaks-Gründer (Focus, 15.04.2019)

mein Kommentar:
Liebe Bild-Schreiberlinge, die Ihr grad beim Focus ein Praktikum absolviert, 
habt ihr schon mal was mit einem schwer Depressiven zu tun gehabt? Anscheinend nicht… – ekelhaft!
"In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen."
[Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter, zit. in Mathias Bröckers, Präzedenzfall WikiLeaks, Telepolis, 01.07.2019]
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Der UN-Sonderberichterstatter über Folter (englisch UN Special Rapporteur on Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment) ist ein von den Vereinten Nationen ernannter Sachverständiger, der als Amtsträger Zugang und Inspektionsrechte in allen Haftanstalten der der UNO angehörenden und das Völkerrecht anerkennenden Nationen beansprucht. Über die von ihm in Erfahrung gebrachten Vorfälle und nachprüfbar begründeten Vorwürfe leistet er jährlich einen detaillierten Bericht an die Öffentlichkeit der Weltgemeinschaft.
[UN-Sonderberichterstatter über Folter, Wikipedia, abgerufen am 18.09.2019]
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Neusprech aus den Netzwerken der Macht

Die westlichen Demokratien sind inzwischen mit einem dichten Gespinst sogenannter Nichtregierungsorganisationen durchzogen, die jedoch vom Grundsatz her allesamt einer Richtung folgen – einer neoliberalen Agenda (angeblich) freier, offener Märkte. Dabei bedienen sich Politik und Medien exzessiv dieser Netzwerke. Oder richtiger gesagt: Diese Netzwerke bedienen sich freimütig der Politik und Medien.

Im Zuge einer anstehenden Veranstaltung zum Weltfriedenstag der Vereinten Nationen wurde ich auf ein Symposium aufmerksam gemacht, in dem Friedensthemen behandelt werden möchten. Die Organisatoren konnten als Podiumsgäste:

“zwei sehr kompetente Wissenschaftlerinnen, die Friedens- und Konfliktforscherin Sahra Brockmeier vom Global Public Policy Institut (GPPi) und Dr. Nina Thomson, eine herausragende Analystin der Entwicklung des Weltordnungs-Systems im Zeitraum der US-Präsidentenschaften von Clinton bis Obama gewinnen.” (1) 
Da ich auch persönlich zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde, tat ich das, was ich seit einiger Zeit immer tue, wenn ich neue Menschen kennen lernen darf. Ich befasse mich schon im Vorfeld mit ihrer Biografie, ihrem gesellschaftlichen Umfeld und dem Inhalt ihrer Arbeit. Das ermöglicht mir, ihre Perspektiven einnehmen und ihre Ansichten verstehen zu können. Verstehen heißt nicht, dass man Ansichten teilt. Verstehen heißt, sich mit einer gewissen Offenheit auf die Sicht zuzubewegen. Damit ist kein Verstricken in die Sicht des Gegenüber und seiner Persönlichkeit verbunden, kein Solidarisieren, aber auch kein Abwerten. Es lässt sich schlicht mit Achtung und Respekt umschreiben.

Für Menschen, die sich der Friedensbewegung aktiv verschrieben haben, ergibt sich an dieser Stelle eine große Herausforderung.

Denn das Verstehen allein – so meine erworbene Erkenntnis – genügt natürlich nicht, um aus dem Verständnis einer neuen Sicht auch einen signifikanten Mehrwert zu erzeugen. Die eigene Aktivität kann sich nicht im reinen Besuch und Konsum einer solchen Veranstaltung erschöpfen. Friedensarbeit äußert sich nicht darin, auf andere zu warten, die einem sagen, was man zu tun und zu lassen hat, aber auch nicht in reiner Zustimmung oder Ablehnung. Gerade bezogen auf eine Veranstaltung wie die obige, ist eine Interaktion erforderlich, die über den konsumierten Vortrag hinausgeht. Es muss tatsächlich – also nicht nur als Alibifunktion eingebettet – die Möglichkeit eines intensiven Austauschs gegeben sein und ich selbst bin gefordert, schon im Vorfeld meine Skepsis in Fragen aufzubereiten.

mehr:
- Global Governance und andere Täuschungen (Peter Frey, Peds Ansichten, 18.09.2019)

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Nach einem Bericht in Telepolis von 2018 gab das GPPI an, dass ein Sechstel ihrer Mittel vom Außenministerium kommen, weiter erhielte man Gelder von George Soros, der EU-Kommission, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der VolkswagenStiftung sowie der Stiftung der Firma Bosch.[4]
[Global Public Policy Institute, Finanzierung, Wikipedia, abgerufen am 19.09.2019]
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siehe auch:
Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE (Post, 18.09.2019)
Gegen das Geschwurbel (Thorsten Benner, Internationale Politik, 22.02.2019 – gefunden auf gppi.net)


Our research found that there have been at least 336 chemical weapons attacks over the course of the Syrian civil war – significantly more than has commonly been known. Around 98 percent of these attacks can be attributed to the Assad régime, with the Islamic State group responsible for the rest. Approximately 90 percent of all confirmed attacks occurred after the infamous ​“red line” incident of August 2013.

The Syrian military’s chemical warfare campaign is closely intertwined – logistically, operationally and strategically – with its campaign of conventional warfare. The designs of the Assad régime’s improvised chlorine munitions, which have accounted for at least 89 percent of all chemical attacks throughout the war, are clearly derived from conventional ​“barrel” or ​“lob” bombs. Both are employed by the same Syrian military formations via the same delivery systems.
Unsere Forschung ergab, dass es im Verlauf des syrischen Bürgerkriegs mindestens 336 chemische Waffenangriffe gegeben hat – deutlich mehr als allgemein bekannt. Rund 98 Prozent dieser Angriffe sind auf das Assad-Regime zurückzuführen, für den Rest ist die islamische Staatsgruppe verantwortlich. Ungefähr 90 Prozent aller bestätigten Angriffe ereigneten sich nach dem berüchtigten Zwischenfall „rote Linie“ im August 2013.

Die chemische Kriegsführung des syrischen Militärs ist logistisch, operativ und strategisch eng mit der konventionellen Kriegsführung verknüpft. Die Entwürfe der improvisierten Chlormunition des Assad-Regimes, die während des Krieges mindestens 89 Prozent aller chemischen Angriffe ausmachte, leiten sich eindeutig von konventionellen ab "Fass" oder Bomben werfen. Beide werden von denselben syrischen Militärformationen über dieselben Trägersysteme eingesetzt.
[Tobias Schneider, Theresa Lütkefend, Nowhere to Hide: The Logic of Chemical Weapons Use in Syria, Studie, 17.02.2019 – gefunden auf gppi.net – Google-Übersetzer]
Die Briten völlig von der Rolle: »Integrity Initiative« taucht ab (Post, 24.01.2019)
- Commentary – Für eine ehrliche Außenpolitik (Philipp Rotmann, FAZ, 28.02.2018 – gefunden auf gppi.net)
Eine CIA-NGO im Great Game: Das National Endowment for Democracy (Post,  19.02.2016)

mein Commentary:
Definiere »ehrliche Außenpolitik«!
Und zur Giftgas-»Studie«: Viele Grüße an die britischen Propagandaorganisationen »Weißhelme« und die »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte«!

Dienstag, 17. September 2019

Wortverdrehungen, Verleugnung und Überraschung…

1. Condoleeza Rice, George Bush und ein halbes Dutzend weiterer hochrangiger US-Politiker
On May 16, 2002, Condoleezza Rice, as National Security Advisor, said, “No one could have predicted that planes could be used as missiles.”
Am 16. Mai 2002 sagte Condoleezza Rice als Nationaler Sicherheitsberater: “Keiner konnte voraussehen, dass Flugzeuge als Raketen verwendet werden könnten.”
[September 11th Advocates Kristen Breitweiser, Patty Casazza, Monica Gabrielle, Mindy Kleinberg & Lorie Van Auken , September 11th Advocates Statement on Hayden, others rewarded after 9/11, 11.05.2006 – Google-Übersetzer – man suche nach dem Stichwort »Hayden«]
Mein Kommentar:
Zuerst wird abgestritten (»Das Briefing des Präsidenten war ganz allgemein.«) Wenn man ihnen dann das Gegenteil beweist, heißt es: »Ich kann mich nicht mehr erinnern.« 
Und wenn man ihnen dann auch das als Lüge nachweisen kann, heißt es: »Von dieser SEAD-Übung (Amalgam Virgo) wurde ich nicht informiert.«
Und Leute wie Dirk Pohlmann, Mathias Bröckers und Daniele Ganser werden hierzulande als Verschwörungstheoretiker abgestempelt… 😂

siehe dazu auch:
- Die Terroranschläge in Paris, 9/11, Amalgam Virgo und »Niemand konnte es vorhersehen…« (Post, 19.11.2015) 


2. Liana Fix
»Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde. Hier wurde unterschätzt, welche Bedeutung die Ukraine für Russland hat.«
Sahen Friedensmissionen der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in der Ukraine wie in Georgien zu, wie die Konfliktparteien die Vereinbarungen umgingen und sich die Gewalt über Jahre aufschaukelte?
In der Ukraine gab es keinen inneren Konflikt. Er wurde erst jetzt während dieser aktuellen Krise geschürt. In Georgien war lange eine Mission der OSZE vor Ort, der Ausbruch des Krieges in 2008 kam trotz aller Spannungen überraschend.  
[Liana Fix interviewt von Oktay Yaman über die Ukrainekrise, Das Assoziierungsabkommen mit der EU war Auslöser des Konfliktes, Deutsch-türkisches Journal, 04.07.2014 – Hervorhebungen von mir]
Die Anstalt vom 29.04 wird verklagt, weil Die Kabarettisten die Wahrheit sagen. {14:34 – Start bei 1:42}

Bad Boy
Am 30.07.2014 veröffentlicht 
Was ist passiert? Am 29. April kritisierten die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner in der ZDF-Sendung "Die Anstalt" die Verbindungen deutscher Journalisten zu transatlantischen Lobbyverbänden. Darunter auch die Zeit-Journalisten Josef Joffe und Jochen Bittner. Diese haben dann eine Einstweilige Verfügung gegen die Sendung erwirkt und das ZDF hat das Video aus ihrer Mediathek gelöscht. Zensur pur würde ich sagen.
Dabei steht in Artikel 5 des Grundgesetz zum Thema "Garantie der Meinungs- und Informationsfreiheit":
"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äussern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."

zu Liana Fix und dem »ursprünglich rein technischen Abkommen siehe:
Die Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 04.07.2014)


3. Der islamische Staat

Die geheime Geschichte des IS: Amerikas Fehler (Doku, 2016) {44:50, Start ab 0:56}

John Doe
Am 05.01.2017 veröffentlicht 
https://filmblog.radio-metropolis.one/

Zitate aus dem Video [ab 1:12]:

»Anfang 2014: Sie tauchen auf wie aus dem Nichts.« [Off-Sprecher]
»Uns wurde die Gefahr erst bewußt, als sie im Westirak ein Drittel des Landes unter Kontrolle gebracht hatten. […] Schockierend, daß die Armee nichts unternommen hat.«
[Chuck Hagel, US-Verteidigungsminister 2013-2015]
 Mein Kommentar:
… und das sagt der Verteidigungsminister…

Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.
Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen.
[Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede und die Rede vor der UN-Vollversammlung, Post, 26.10.2014 – Transkript der im Video vorgelesenen deutschen Übersetzung ab 11:30]
siehe dazu auch:
- Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung (Post, 16.12.2018) 

Catch-22 (4/10) Movie CLIP - I'm Desperate (1970) HD {2:40}

Movieclips
Am 23.11.2011 veröffentlicht
Catch-22 movie clips: http://j.mp/1BcPxTS
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CLIP DESCRIPTION:
When Yossarian (Alan Arkin) is injured, his desperation to leave the military is increased.
FILM DESCRIPTION:
Director Mike Nichols and writer-actor Buck Henry followed their enormous hit The Graduate (1967) with this timely adaptation of Joseph Heller's satiric antiwar novel. Haunted by the death of a young gunner, all-too-sane Capt. Yossarian (Alan Arkin) wants out of the rest of his WW II bombing missions, but publicity-obsessed commander Colonel Cathcart (Martin Balsam) and his yes man, Colonel Korn (Henry), keep raising the number of missions that Yossarian and his comrades are required to fly. After Doc Daneeka (Jack Gilford) tells Yossarian that he cannot declare him insane if Yossarian knows that it's insane to keep flying, Yossarian tries to play crazy by, among other things, showing up nude in front of despotic General Dreedle (Orson Welles). As all of Yossarian's initially even-keeled friends, such as Nately (Art Garfunkel) and Dobbs (Martin Sheen), genuinely lose their heads, and the troop's supplies are bartered away for profit by the ultra-entrepreneurial Milo Minderbinder (Jon Voight), Yossarian realizes that the whole system has lost it, and he can either play along or jump ship. Though not about Vietnam, Catch-22's ludicrous military machinations directly evoked its contemporary context in the Vietnam era. Cathcart and Dreedle care more about the appearance of power than about victory, and Milo cares for money above all, as the complex narrative structure of Yossarian's flashbacks renders the escalating events appropriately surreal. Confident that the combination of a hot director and a popular, culturally relevant novel would spell blockbuster, Paramount spent a great deal of money on Catch-22, but it wound up getting trumped by another 1970 antiwar farce: Robert Altman's MASH. With audiences opting for Altman's casual Korean War iconoclasm over Nichols' more polished symbolism, the highly anticipated Catch-22 flopped, although the New York Film Critics Circle did acknowledge Arkin and Nichols. Despite this reception, Catch-22's ensemble cast and pungent sensibility effectively underline the insanity of war, Vietnam and otherwise.
CREDITS:
TM & © Paramount (1970)
Cast: Alan Arkin, Anthony Perkins
Director: Mike Nichols
Producers: John Calley, Martin Ransohoff, Clive Reed
Screenwriters: Joseph Heller, Buck Henry
WHO ARE WE?
The MOVIECLIPS channel is the largest collection of licensed movie clips on the web. Here you will find unforgettable moments, scenes and lines from all your favorite films. Made by movie fans, for movie fans.



Merke: Man sieht, was man will.
Aber: Warum sollten sie was lernen?


Grönemeyer, das Publikum, die Medien:
Aufgeregtheiten über Begrifflichkeiten

Links ist die neue Mitte. Alles jenseits davon schon rechts. Die ursprüngliche Mitte wurde aufgelöst. Sie muss sich entscheiden. Linke Deutungshoheit übernehmen oder Nazi sein. Die politischen Koordinaten verschieben sich seit geraumer Zeit mächtig. Vor allem Journalisten der sogenannten „Qualitätsmedien“ haben mit ihrer Art der Themensetzung und Aufarbeitung in den letzten Jahren einen essenziellen Beitrag zu dieser Verschiebung geleistet.

Es wird deutlich: Nicht das tatsächlich recht kleine Spektrum von ohnehin gesellschaftlich isolierten Rechtsextremen treibt die Polarisierung der Gesellschaft voran, sondern linke Schreihälse wie Herbert Grönemeyer, deren extreme Ansichten wiederum prominente Unterstützung erhalten und von von einer Mehrheit der deutschen Journalisten und Politiker auch noch als politische Mitte bezeichnet werden.

Das eigentliche Problem an der wiederentdeckten prominenten Politisierung von Herbert Grönemeyer bis hin zu den „Lochis“ ist nicht, dass diese Menschen eine Meinung haben, die sie selbstredend auch vertreten dürfen. Nein, es ist ein von jedweder Kritik befreite Umgang einer mehrheitlich linksgrün geprägten Medienlandschaft mit diesen totalitären Ansichten.

So schreibt etwa SPIEGELOnline, Herbert Grönemeyer hätte mit seinen Äußerungen „Wut von rechts“ auf sich gezogen und verweist auf AfD-Politiker, die Grönemeyers Ausbruch mit Nazipropaganda verglichen hätten. Der mehrfach ausgezeichnete ZEIT-Journalist und Buchautor, Henning Sußebach, twittert unterdessen: „Herrlich, wie erschrocken man rechtsaußen ist, wenn die Mitte mal zurückbrüllt.“ In so manch einer deutschen Nachrichten-Redaktion bemüht man sich derweil seit Sonntagnachmittag um Schadensbegrenzung durch Auslassen.

So zog der Deutschlandfunk es vor, die heiß diskutierte Textzeile, in der Grönemeyer „diktieren“ will, „wie `ne Gesellschaft auszusehen hat“ in seiner Meldung gleich gar nicht erst zu erwähnen. Stattdessen zitiert man die weit weniger problematische Passage, in der der Künstler dazu aufruft, „keinen Millimeter nach rechts zu rücken.“ Es folgt erneut der Satz, dass sich unter anderem auch AfD-Politiker geäußert und Grönemeyers Aufruf mit Nazi-Propaganda verglichen hätten. Ein Satz, der sich so übrigens nicht nur auf SPIEGEL-Online und beim Deutschlandfunk finden lässt, sondern auch beim Tagesspiegel, dem Merkur und anderen Nachrichtenseiten. Last but not least möchte auch der sonst begabte Micky Beisenherz in seiner Kolumne eine „Lanze für den Sänger brechen“, dessen Aussage „Keinen Millimeter nach rechts“ rücken zu wollen, ihm Goebbels-Vergleiche durch „rechte Trolle“ eingebracht hätte.

mehr:
- Die linke Currywurst (Anabel Schunke, AchGut.com, 17.09.2019)
siehe auch:
Tagesdosis 18.9.2019 - Lieber Herbert Grönemeyer... {16:51}

KenFM
Am 18.09.2019 veröffentlicht 
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Ein Offener Brief von Rüdiger Lenz.
Lieber Herbert Grönemeyer,
Du hast ja neulich in Wien so richtig laut gebrüllt. Darüber will ich mit Dir gar nicht reden. Ich will nicht spalten oder mich positionieren. Ich denke, wer meine Texte liest, der weiß, dass ich mich im Grunde nicht mehr um die Politik kümmere. Herbert, ich will mal über den Tellerrand mit Dir schauen und Dich am Ende fragen, was Du dazu meinst. Du musst mir nicht antworten, es reicht mir, wenn Du Dir die Fragen selbst beantwortest.
Keinen Millimeter den Rechten zu geben ist eine gute Idee, aber keine Lösung. Ich finde das auch, wenn ich bedenke, was die Nazis hier mal alles so angestellt haben. Aber genau das ist das, was ich nicht verstehe. Denn, lieber Herbert, sind denn alle Rechten für Dich gleich auch Nazis, oder sind Rechte auch die Bürgerlichen, die Mitte, wie es bei der CDU so schön heißt? Weißt Du, lieber Herbert, an wie vielen Standorten die Bundesrepublik Deutschland sozusagen Gewehr bei Fuß steht? Die Bundeswehr vertritt derweil die Interessen der Republik an über zehn Standorten. Sie hilft uns dort, unsere finanziellen Interessen zu wahren. Ich denke, Du kennst das Wort Finanzkapitalfaschismus. Denn genau den verteidigt die Regierung Merkel, ungefragt, in unserem Namen über die NATO. Ursula von der Leyen, die neue EU-Chefin, will diese Interessen noch mehr stärken und sie will einen Flugzeugträger für die EU. Sie will noch viel mehr, aber das lasse ich hier jetzt mal einfach weg, damit dieser offene Brief an Dich nicht zu lang wird. Würdest Du sagen, dass unsere Bundeskanzlerin unsere Interessen damit gut schützt und dass das richtig ist? Wir können das heute alles wunderbar durchschauen und feststellen, dass wir in unserem Land im Inneren eine Demokratie vorgegaukelt bekommen, die über unsere Regierung und unseren Verbündeten im Sinne eines außenpolitischen Faschismus aufrecht erhalten wird. Die Finanzwirtschaft braucht den Krieg und die Abschreckung in Form der großen Bomben, damit das sich-dagegen-wehren-können schon im Keim ersticken wird. Glasklar betrachtet sind wir, die westlich Verbündeten, die Staatsterrorismus ausüben, weil die Alternativen zum derzeitigen Finanzsystem nicht zugelassen werden können, da sie allesamt das Prinzip von Herrschaft auflösen würden. Daraus entsteht das Dissidententum sowie die sogenannten islamischen Terrorgruppen, weil wir deren Rohstoffe benötigen und deren Landmassen, um Pipelines dort zu installieren, etc. Lieber Herbert, Du kannst mir nicht vermitteln, dass Du das nicht weißt. Du weißt es. Und noch eine Irritation: Benjamin Netanjahu gilt als rechter Politiker. Da wird kein Hehl draus gemacht, in keiner Zeitschrift. Doch kritisiert man dessen Politik in Deutschland, so gilt man ruckzuck als Antisemit. Ist das, was Du in Wien sagtest auch an ihn und damit auch an seine Politik gerichtet? Ich vermute mal nein. Da machen ja fast alle einen Bogen herum, wenn sie die Rechten an den politischen Pranger stellen und ihnen keinen Fingerbreit gönnen. Dem rechten Premier Netanjahu hingegen werden tausende Quadratkilometer Freiland zugestanden, um seine rechte Politik auszuleben und nichts an ihm darf in Deutschland kritisiert werden, ohne dass man das Label eines Antisemiten dann beurkundet bekommt. Nie wieder!
Ich denke, wir beide denken da gleich. Und ich denke, es kann keine bessere Lehre aus Nazideutschland geben als zu verinnerlichen: Nie wieder darf von deutschem Boden aus Krieg ausgehen. Und nie wieder darf auch nur ein Hauch von Rassismus dieses Land überfluten...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis-18-9-2019...

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