Mittwoch, 2. Oktober 2019

Brexit - ganz einfach erklärt.

UK: Wir wollen ein Einhorn. 
EU: Einhörner gibt's nicht - ihr könnt ein Pony haben. 
UK: Wir haben abgestimmt. Das Pony wollen wir nicht. 
EU: Ein Pony oder gar nichts. 
UK: Wir haben abgestimmt. Gar nichts wollen wir nicht. 
EU: Ihr habt's noch nicht verstanden, oder? 
UK: Wir brauchen mehr Zeit zum Nachdenken. 
EU: Über das Pony oder über das gar nichts? 
UK: Wir wollen ein Einhorn!
Dank an M.P.

Christian Hess: Ein streitbarer Arzt, der den Menschen als Ganzheit verstand

Zum Tod von Christian Hess, langjähriger Chefarzt am Bezirksspital Affoltern am Albis und Mitgründer der «Menschenmedizin».


«Wenn der Mensch nur Maschine ist und es weder Geist noch Beziehung und Tod geben darf, kann man ihn unbeschränkt reparieren. Dies ist die tiefere Ursache der permanenten Krise im Gesundheitswesen.» Davon war Christian Hess, ehemaliger Chefarzt des Bezirksspitals Affoltern und Pionier einer menschengerechten Medizin überzeugt. Und dafür ist er auch Risiken eingegangen, die ihm letztlich den Job gekostet, der Schweiz aber die wichtige «Akademie Menschenmedizin» gebracht haben.

Christian Hess (*1950) war sich des Menschen als Ganzheit gewiss, die auch im kranken Zustand als Ganzheit behandelt werden soll. Konsequenterweise führte er als Chefarzt im Bezirksspital Affoltern die Psychotherapie, die Seelsorge oder die Ethik ins Angebot ein und integrierte auch die Angehörigen der Patienten in den Heilungsprozess. Dies führte zwar zu etwas längeren Aufenthaltszeiten, aber mit positivem Ergebnis, auch wirtschaftlich. Die ehemaligen Patienten brauchten weniger ärztliche Nachbetreuung und blieben länger gesund. Dies schlug sich u.a. in den tiefsten Gesundheitskosten im Bezirk Affoltern des ganzen Kantons Zürich nieder. Das gefiel allerdings nicht allen. Christian Hess’ Arbeit als Chefarzt wurde zunehmend von Konflikten mit Behörden geprägt, die das mit seiner Frau Annina Hess-Cabalzar entwickelte Konzept der «Menschenmedizin» zunehmend erschwerten (ausführlich dargestellt in ihrem Buch «Menschenmedizin – für eine kluge Heilkunst», Suhrkamp, 2006).

mehr:
- Ein streitbarer Arzt, der den Menschen als Ganzheit verstand (Christoph Pfluger, Info-Sperber, 02.10.2019)

Dienstag, 1. Oktober 2019

Syrien-Krieg im UN-Sicherheitsrat

Im höchsten Gremium der UNO pflegt man weiter den diplomatischen Krieg gegen Syrien.

Es ist, richtiger gesagt, auch ein politischer und vor allem ideologischer, ein emotionaler Krieg, der da immer von Neuem angefacht wird und in dem sich Staaten wie Kuweit, Belgien und Deutschland als handfeste Vasallen der Noch-Supermacht USA verdingen (a1). Die Not des syrischen Volkes in Kauf nehmend, tut man an der diplomatischen Front alles, um die selbst gezüchteten religiösen Krieger in der Provinz Idlib zu schützen.

Dabei wird unverdrossen nach Strich und Faden gelogen und intrigiert – eine Propagandaschlacht, die leider auch die deutsche Bevölkerung nach wie vor in der Blase einer Welt des Nahen Ostens hält, die der Realität in keiner Weise entspricht.

Am 19. September 2019 fand die 8623. Sitzung des UN-Sicherheitsrates statt. Im Mittelpunkt stand die Diskussion zur Annahme zweier Entwürfe für Sicherheitsratsbeschlüsse. Nach Kenntnisnahme des Einen – eingebracht von Deutschland, Belgien und Kuweit – hatten Russland und China ihrerseits einen Entwurf zum Thema vorgelegt.

Der unter der Führung Deutschlands eingebrachte Entwurf hatte (Übersetzung durch Autor):

“alle Parteien aufgefordert, um eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage im Gouvernement Idlib zu vermeiden, alle Feindseligkeiten am 21. September 2019, 12 Uhr unverzüglich einzustellen” (1) 
Nach einem simplen Rezept werden regelmäßig Entwürfe zu Syrien-Resolutionen im UN-Sicherheitsrat eingebracht. Deren Rezept heißt ganz einfach:
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Wir müssen doch den armen Menschen dort helfen.
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Den Initiatoren solcher Vorschläge – wenn sie es überhaupt sind, eher befällt einen der Verdacht, dass es sich um Auftragswerke handelt – ist völlig klar, dass es eben nicht um die Zivilbevölkerung geht. Aber das und nur das soll hängen bleiben: Eine emotionale Verstrickung, die Erzeugung von Schuldgefühlen, welche Menschen zwingen, Gewaltmaßnahmen gegen souveräne Staaten abzunicken. Unerbittlich malträtiert man die empathischen Sensoren der Menschen und statt dessen wird – wie gerade im Falle Syriens wiederholt zu erfahren – weggelassen und gelogen, dass sich die Balken biegen.

Eine Resolution westlicher Staaten, welche die sofortige Entwaffnung der islamistischen Milizen fordert – jene, welche die syrische Bevölkerung in Idlib knechten – ist mir noch nicht untergekommen. Wir müssen uns das vor Augen führen:

Idlib wird von dschihadistischen Gruppen beherrscht, die sowohl von den Vereinigten Staaten von Amerika als auch der Türkei als terroristische Vereinigungen angesehen werden. 
Noch vor zwei Jahren konnte man bei der BBC über HTS als “letzte Inkarnation von al-Qaida in Syrien” erfahren (2).

Seit 18 Jahren werden im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika Kriege durch westliche Staaten geführt oder orchestriert, um angeblich die Inkarnation des internationalen Terrorismus – das ist al-Qaida – weltweit zu zerschlagen. Nach den Vorgaben der Meinungsführerschaft ist al-Qaida für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich.

Genau diese Leute – islamistische Terroristen mit Verbindung zu al-Qaida – beherrschen Idlib nach den Gesetzen der Scharia, wozu sie sich auch ganz ungeniert bekennen (3). Sie können es, weil sie reichlich gesegnet werden. Gesegnet von ihren westlichen Gönnern und deren arabischen “Partnern”, mit militärischer und nichtmilitärischer Ausrüstung, mit Logistik, Aufklärung und Beratung – und nicht zuletzt mit Propaganda.

mehr:
- Syrien-Krieg im UN-Sicherheitsrat (Peter Frey, Peds Ansichten, 01.10.2019)
siehe auch:
Die USA und ihr Tiefer Staat (Post, 24.09.2019)
- White Helmets: Helden oder Verbrecher? (Post, 23.12.2018)

über folgende drei Giftgasanschläge habe ich in meinem Blog geschrieben:
1. Den Giftgasangriffen von Ghuta vom 21. August 2013
- Giftgasangriffe in Ghouta bei Damaskus, Syrien, August 2013 oder Was dem »besten investigativen Reporter« passiert, wenn er das Narrativ infrage stellt (Post, 04.05.2018)
2. Dem Giftgasangriff in Chan Schaichun am 4. April 2017 
- Der Giftgasangriff in Chan Schaichun, April 2017 – Propagandakrieg oder Massenhysterie? (Post, 13.05.2018)
und
3. Dem Abwurf eines Giftgasbehälters über Duma am 7. April 2018
- Giftgasangriff? Was ist in Duma am 7. April 2018 passiert? (Post, 15.02.2019)

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Die Giftgasangriffe von Ghuta vom 21. August 2013 im Syrienkrieg sind eine Reihe von Giftgasangriffen auf von Rebellen gehaltene und umstrittenene Gebiete in der Region Ghuta östlich von Damaskus. Eine UNO-Untersuchung vor Ort wies den Einsatz des chemischen Kampfstoffs Sarin in hoch konzentrierter Form nach, der mittels Boden-Boden-Raketen verschossen wurde.[1][2][3]Unterschiedlichen Angaben zufolge starben dabei 281,[4] 355,[5] 1429[6] oder 1729[7] Menschen. Einige tausend Personen sollen mit neurotoxischen Reaktionen in die Krankenhäuser eingeliefert worden sein.[5] Das beim Giftgasangriff verwendete Sarin stammte aufgrund seiner chemischen Spurenelemente aus denselben Beständen der syrischen Armee wie dasjenige bei anderen Angriffen[8]. Welche Bürgerkriegspartei für den Einsatz des Giftgases verantwortlich ist, ist jedoch nach wie vor umstritten.[Giftgasangriffe von Ghuta, Wikipedia, abgerufen am 03.10.2019]
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Bei dem Giftgasangriff am 4. April 2017 starben in der syrischen Stadt Chan Schaichun während des Bürgerkriegs in Syrien durch Giftgas mindestens 86 Menschen[1][2] und weitere wurden verletzt.In Syrien findet seit Jahren ein Bürgerkrieg statt; die Provinz Idlib wurde damals von einem syrischen Rebellenbündnis kontrolliert und galt als wichtigste Hochburg der Rebellen.[3]Die Regierungen zahlreicher Länder, darunter USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland, machten die syrische Regierung für den Giftgas-Angriff verantwortlich.[4]
[Giftgasangriff von Chan Schaichun, Wikipedia, abgerufen am 03.10.2019] 
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Nach diversen Berichten über Chlorgas-Attacken am 7. und 11. März[7] soll am 7. April 2018 nach Angaben der Organisation Syrischer Zivilschutz (Weißhelme) ein Kampfhubschrauber der syrischen Luftwaffe einen Behälter mit Chemikalien über dem Ort abgeworfen haben. Nach ihren Angaben habe es mindestens 150 Tote und über 1000 Verletzte gegeben. Die Union des organisations de secours et soins médicaux (UOSSM) berichtete in diesem Zusammenhang von 25 Toten und mehr als 500 Verletzten.[8][9] Nach Aussage von Mohamed Khyer Smoud, Leiter der Zweigstelle der UOSSM in Ghuta, habe es nie eine Möglichkeit gegeben, Waffen herzustellen, vor allem nicht nach sieben Jahren Belagerung von Ost-Ghouta und ganz sicher nicht in Duma.[10]Die russische Seite behauptet, es habe gar keinen Chemiewaffenangriff gegeben. Vielmehr handele es sich um eine Inszenierung.[11][12] Der russischen Staatssender Rossija 1 hatte Aufnahmen verbreitet, welche ein eigentliches Filmset zeigten und behauptet, dabei hätte es sich um eine Hollywood-mäßige Inszenierung von Weißhelm-Einsätzen gehandelt. Tatsächlich zugeordnet werden konnten die Bilder jedoch einem Filmset des vom syrischen Staat produzierten Propagandafilms Revolution Man, bei welchem der Sprecher des syrischen Parlaments Regie führte.[13][14] Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgas-Einsatz griffen am 14. April um 4 Uhr Ortszeit US-amerikanische, französische und britische Streitkräfte drei Ziele in Syrien, die mit einem geheimen Chemiewaffenprogramm in Verbindung stehen sollten, mit Raketen an.[15]
[Duma (Syrien), Mutmaßlicher Giftgaseinsatz im April 2018, Wikipedia, abgerufen am 03.10.2019


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Die Propaganda und der Giftgasangriff - Michael Lüders bei Markus Lanz 05.04.2017   {11:01 – Start bei 7:02 – Lüders: »Dieses Photo ist weltweit veröffentlicht worden, verbunden mit der moralischen Anklage: Seht her, was dieses furchtbare Assad-Regime angestellt hat! […] Dieser kleine Omran wurde photographiert von einem Mann namens Mohammed Raslan […], und dieser Mohammed Raslan ist eng verbunden gewesen mit diesen Dschihadisten in Ost-Aleppo und hat sich wenige Tage, bevor er dieses Photo gemacht hat, gezeigt mit einer ominösen Dschihadisten-Miliz – zwei Leute auf diesem Photo, die nachweislich kurz zuvor für ein Propaganda-Video ein 12jähriges Kind geköpft haben. Also dieser Mann, der dieses Photo geschossen hat, ist eng verbunden mit den Dschihadisten. 
Lüders bei 8:45: »Und es ist perfide zu sehen, wie solche dubiosen Medien-Center, finanziert von uns […], wiederum instrumentalisiert werden von dschihadistischen Gruppierungen, die uns wiederum verkauft werden als Freiheitskämpfer«
bis 8:58 – Lüders: »Was mich sehr wundert ist, daß es keine deutsche Zeitung gibt, die diese Zusammenhänge mal darstellt. […] Man müßte doch denken, daß alle an Recherche interessierten Journalisten ein Interesse daran haben, diese Dinge aufzugreifen. […] und ich habe den Verdacht, daß es nicht darum geht, Aufklärung zu leisten sondern darum, Feindbilder am Leben zu erhalten«}

Bananenrepublik1
Am 06.04.2017 veröffentlicht 
Alter Info-Text:
Mit Rainer Langhans, Gisela Getty, Michael Lüders, Edmund Maser und Stephan Harbort. (Quelle: ZDF / Markus Lanz Videos)
Dazu: Giftgaseinsatz zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Umfeld von Konferenzen zu Syrien? Zynischer geht es nicht. – Siehe Lüders bei Lanz.
"Markus Lanz weist darauf hin, dass zur Zeit ein Wettkampf um die Deutungshoheit tobt. War es Assad, im Zusammenhang mit den Russen? Michael Lüders berichtete davon, dass auch ein früherer, massiver Giftgaseinsatz vom August 2013 Assad in die Schuhe geschoben worden war, tatsächlich aber der damalige Einsatz in der Nähe von Damaskus auf ein Zusammenspiel zwischen der Al Nusra-Front und dem türkischen Geheimdienst zurückging. In seinem aktuellen Buch „Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ hat Michael Lüders den damaligen tödlichen Vorgang geschildert und belegt. (Näheres zum interessanten Buch von Michael Lüders siehe zum Beispiel)."
(siehe: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37725)
Was geschah in Idlib? (Von Karin Leukefeld)
Syrien-Konferenz in Brüssel von vermeintlichem Giftgasangriff überschattet. Westen verurteilt Regierung – ohne Beweise
Eigentlich sollte es am Dienstag und Mittwoch in Brüssel darum gehen, wie Syrien und seine Nachbarländer in Zukunft unterstützt werden können. Eingeladen hatte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, »Kovorsitzende« waren Deutschland, Norwegen, Großbritannien, Katar und Kuwait sowie die Vereinten Nationen, die von dem Syrien-Beauftragten Staffan De Mistura vertreten wurde. Vertreter von insgesamt 70 Staaten und internationalen Hilfsorganisationen waren in die belgische Hauptstadt gereist, um darüber zu beraten, wieviel Geld für welche Gebiete in Syrien und in den Nachbarländern aufgebracht werden soll – und unter welchen Bedingungen.
Doch noch bevor die ersten Gespräche beginnen konnten, bestimmte ein Luftangriff in dem syrischen Ort Khan Scheikhun (Provinz Idlib) die Tagesordnung. Mehr als 70 Menschen waren dabei am Dienstag getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Ein Krankenhaus, das die Verletzten versorgte, wurde mit einer Rakete beschossen.
Die Nachrichten über einen angeblichen Giftgasangriff war von der bewaffneten Opposition in Khan Scheikhun verbreitet worden. Verantwortlich seien entweder »russische oder syrische Kampfjets«. Die »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte« in Großbritannien sorgte für die weltweite Verbreitung der Nachricht, die »Nationale Koalition« (Etilaf) in Istanbul forderte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. Unmittelbar darauf verurteilte Mogherini den Angriff und machte den syrischen Präsidenten verantwortlich. Frankreich, Großbritannien und die USA legten in Windeseile einen Resolutionsentwurf für den UN-Sicherheitsrat vor. US-Außenminister Rex Tillerson forderte Russland auf, den syrischen Präsidenten »zu stoppen«. Der UN-Beauftragte De Mistura forderte eine internationale Untersuchung und warnte vor vorschnellen Schuldzuweisungen. siehe: https://www.jungewelt.de/artikel/3085...

Lüders Auftritt bei Markus Lanz (04.04.2017) hatte übrigens noch ein Nachspiel:

“Pauschal diffamiert” – der umstrittene Nahost-Experte Michael Lüders wehrt sich gegen Medienvorwürfe (Stefan Winterbauer, meedia, 24.04.2017)


Die Ursprünge von Obamas Sinneswandel finden sich in Porton Down, dem Forschungslabor des britischen Verteidigungsministeriums in Wiltshire. Der britische Geheimdienst hatte Proben des beim Angriff vom 21. August 2013 eingesetzten Sarins in die Hände bekommen und analysiert. Die Analyse ergab, daß das dort eingesetzte Gas von der chemischen Zusammensetzung her keinem der Fertigungslose entsprach, die aus dem chemischen Arsenal des syrischen Heeres bekannt sind. Die Erkenntnis, daß der Vorwürfe gegen Syrien einer näheren Betrachtung nicht standhalten würden, fand umgehend ihren Weg zu den Vereinigten Stabschefs der USA. Der Bericht der Briten verstärkte gewisse Zweifel innerhalb des Pentagons; die Stabschefs waren bereits im Begriff, Obama wissen zu lassen, daß seine Pläne eines umfassenden Schlags gegen Syriens Infrastruktur einen größeren Krieg im Nahen Osten nach sich ziehen könnten. Infolgedessen ließen die Stabschefs ihrem Präsidenten in letzter Minute eine Warnung zukommen, der daraufhin – ihrer Ansicht nach – den Angriff abblasen ließ.

Monatelang schon hatte der militärischen Führung wie auch den Nachrichtendiensten die Rolle von Syriens Nachbarn in diesem Krieg zu denken gegeben, allen voran die der Türkei. Premier Recep Erdoğans Schützenhilfe nicht nur für die dschihadistische Al-Nusra-Front, sondern auch für andere Fraktionen von Syriens islamistischen Rebellen war dort bekannt. „Wir wußten“, sagte mir ein ehemaliger hochrangiger Angehöriger eines amerikanischen Geheimdienstes mit Zugang zu aktuellen Erkenntnissen, „daß es in der türkischen Regierung Elemente gab, deren Ansicht nach man Assad bei den Eiern kriegen könnte, indem man in Syrien einen Sarin-Angriff fingiert – Obama könnte gar nicht anders, als zu seiner Drohung bezüglich der red line zu stehen.“

Streng vertraulich

Die Vereinigten Stabschefs wußten darüber hinaus, daß die Behauptung der Regierung Obama, nur die syrische Armee habe Zugang zu Sarin, nicht den Tatsachen entsprach. Sowohl die amerikanischen als auch die britischen Geheimdienste wußten seit dem Frühjahr 2013, daß einige aufständische Gruppierungen Syriens mit der Entwicklung chemischer Waffen beschäftigt waren. Am 20. Juni überreichten Analytiker des amerikanischen Militärgeheimdienstes DIA (Defense Intelligence Agency) ihrem stellvertretenden Direktor David Shedd ein fünfseitiges Themenpapier mit dem Vermerk „Streng vertraulich“; al-Nusra, so hieß es darin, unterhalte eine Zelle zur Herstellung von Sarin; dieses Programm, so das Papier, sei „das fortgeschrittenste Sarin-Komplott seit al-Qaidas Bemühungen vor 9/11“. (Einem Berater des Außenministeriums zufolge wissen amerikanische Nachrichtendienste seit langem, daß al-Qaida mit chemischen Waffen experimentiert; man hat sogar ein Video über Gasexperimente an Hunden.) […]

Ein Berater amerikanischer Geheimdienste sagte mir, er habe einige Wochen vor dem 21. August ein streng geheimes, für Dempsey und den Verteidigungsminister Chuck Hagel bestimmtes Briefing eingesehen, in dem von einer „akuten Angst“ der Regierung Erdoğan hinsichtlich der schwindenden Aussichten der syrischen Aufständischen die Rede war. Die Analytiker weisen darauf hin, die türkische Führung habe „die Notwendigkeit“ zum Ausdruck gebracht, „etwas zu tun, was eine militärische Reaktion der USA lostreten würde“. Ende Sommer 2013 hätte die syrische Armee den Aufständischen gegenüber noch immer alle Vorteile in der Hand gehabt, sagte der ehemalige Geheimdienstler, und allein die amerikanische Luftmacht hätte das Blatt wenden können. Im Herbst, so fuhr er fort, hätten die amerikanischen Nachrichtenanalytiker, die nach wie vor über den Ereignissen vom 21. August saßen, „das Gefühl“ gehabt, „daß Syrien für den Gasangriff nicht verantwortlich war. Die Preisfrage blieb damit freilich, wie es dazu gekommen war? Unmittelbare Verdächtige waren die Türken, weil die sämtliche Teile in der Hand hatten, mit denen so etwas zu bewerkstelligen war.“

Je mehr abgefangene Meldungen und andere Daten mit Bezug zum 21. August man zusammentrug, desto stärker sahen sich die Nachrichtendienste in ihrem Verdacht bestätigt. „Wir wissen jetzt, daß es sich um eine verdeckte, von Erdoğans Leuten geplante Aktion handelte, die Obama über die red line stoßen sollte“, sagte der ehemalige Nachrichtendienstler. „Sie mußten die Situation mit einem Gasangriff in oder in der Nähe von Damaskus eskalieren, während die UN-Inspektoren“ – die am 18. August zur Untersuchung der anderen Giftgaseinsätze eintrafen – „dort waren. Es ging darum, etwas Spektakuläres zu tun. Unsere militärische Führung erfuhr von der DIA und anderen Geheimdiensten, daß das Sarin über die Türkei geliefert wurde – und daß das nur mit türkischer Unterstützung möglich gewesen war. Die Türken sorgten außerdem für die Ausbildung in Sachen Herstellung und Umgang damit.“ Erhärtet wurde diese Annahme zu einem Gutteil von den Türken selbst, so durch abgefangene Unterhaltungen im unmittelbaren Gefolge des Angriffs. „Wesentliche Beweise kamen unmittelbar nach dem Angriff in Form freudiger Gratulationen in zahlreichen abgefangenen Unterhaltungen der Türken. Operationen sind im Planungsstadium immer megageheim, aber damit ist in dem Augenblick Schluß, wenn es bei Gelingen ans Trommeln geht. Nichts macht einen anfälliger, als wenn die Täter den Erfolg für sich beanspruchen.“ Erdoğans Probleme in Syrien würden bald vorbei sein: „Das Gas geht hoch, Obama sagt red line, und Amerika greift Syrien an – oder wenigstens war das der Gedanke dahinter. Aber so ist es dann eben doch nicht gekommen.“
 
[Seymour Hersh, ROTE LINIE, RATTENLINIE, Lettre International, Sommer 2014]

Giftgas in Syrien? Zwei Reporter machen mit dubiosen Berichten Weltpolitik (ARD) [Info 101] {6:44}

TheEvoResearch
Am 05.07.2013 veröffentlicht 
Die meisten westlichen Regierungen sind sich mittlerweile einig: die rote Linie in Syrien ist überschritten - das Assad-Regime habe den Nervenkampfstoff Sarin gegen sein eigenes Volk eingesetzt. Der Westen müsse jetzt eingreifen und die Rebellen aufrüsten. Auch die Bundesregierung will ihr Engagement für die syrischen Rebellen verstärken. Nachdem monatelang über dubiose Geheimdienstquellen debattiert wurde, lieferten zwei französische Journalisten einen der zentralen Beweise für den angeblichen Giftgaseinsatz Assads. Doch MONITOR-Recherchen belegen: Die Augenzeugenberichte der beiden Journalisten taugen nicht als Beleg. Die Blutproben, die sie von angeblichen Chemiewaffen-Opfern mitgebracht haben, sind in den Augen vieler Chemiewaffen-Experten wertlos. Die UN-Waffeninspektoren, denen die Laborergebnisse der französischen Regierung vorliegen, sprechen von "keinen überzeugenden Beweisen". Und auch dem Internationalen Roten Kreuz, das Kontakt zu allen größeren Krankenhäusern in Syrien pflegt, liegen keine Informationen über Chemiewaffen-Einsätze vor.
Bericht: Nikolaus Steiner, Marc Steinhäuser
Quelle: ARD | Quelldatum: 04.07.2013

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Nach diversen Berichten über Chlorgas-Attacken am 7. und 11. März[7] soll am 7. April 2018 nach Angaben der Organisation Syrischer Zivilschutz (Weißhelme) ein Kampfhubschrauber der syrischen Luftwaffe einen Behälter mit Chemikalien über dem Ort abgeworfen haben. Nach ihren Angaben habe es mindestens 150 Tote und über 1000 Verletzte gegeben. Die Union des organisations de secours et soins médicaux (UOSSM) berichtete in diesem Zusammenhang von 25 Toten und mehr als 500 Verletzten.[8][9] Nach Aussage von Mohamed Khyer Smoud, Leiter der Zweigstelle der UOSSM in Ghuta, habe es nie eine Möglichkeit gegeben, Waffen herzustellen, vor allem nicht nach sieben Jahren Belagerung von Ost-Ghouta und ganz sicher nicht in Duma.[10]Die russische Seite behauptet, es habe gar keinen Chemiewaffenangriff gegeben. Vielmehr handele es sich um eine Inszenierung.[11][12] Der russischen Staatssender Rossija 1 hatte Aufnahmen verbreitet, welche ein eigentliches Filmset zeigten und behauptet, dabei hätte es sich um eine Hollywood-mäßige Inszenierung von Weißhelm-Einsätzen gehandelt. Tatsächlich zugeordnet werden konnten die Bilder jedoch einem Filmset des vom syrischen Staat produzierten Propagandafilms Revolution Man, bei welchem der Sprecher des syrischen Parlaments Regie führte.[13][14] Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgas-Einsatz griffen am 14. April um 4 Uhr Ortszeit US-amerikanische, französische und britische Streitkräfte drei Ziele in Syrien, die mit einem geheimen Chemiewaffenprogramm in Verbindung stehen sollten, mit Raketen an.[15]
[Duma (Syrien), Mutmaßlicher Giftgaseinsatz im April 2018, Wikipedia, abgerufen am 03.10.2019
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Professor Tim Hayward von der Universität Edinburgh veröffentlichte gestern einen bislang geheim ­­gehaltenen Fachbericht der OPCW. Dieser besagt, dass eine Inszenierung durch Milizen die »einzige plausible Erklärung« für den angeblichen Giftgasangriff vom April 2018 im syrischen Douma ist.

Der Bericht scheint das von trans­at­lan­tischen Medien und Experten kolportierte Narrativ zu Douma, das einen syrischen Angriff behauptete, definitiv zu widerlegen. Bereits zuvor kamen aufgrund von Zeugen­aussagen erhebliche Zweifel daran auf.

Die USA, Frankreich und Großbritannien nahmen den angeblich syrischen Giftgaseinsatz im April 2018 zum Anlass für eine Serie von Luftangriffen gegen Syrien. Ein ZDF-Korrespondent, der Zweifel an der Darstellung bekundete, wurde damals als »Verschwörungstheoretiker« bezeichnet.

Der Grund für die offizielle Geheim­haltung des nun geleakten Berichts wurde nicht mitgeteilt. Die OPCW wurde zuvor von einem ehemaligen NATO-Funktionär geführt, die zuständige UNO-Abteilung für Politische Ange­legen­heiten von einem US-Diplomaten, der zuvor im Irak diente.

Erst vergangene Woche urteilte die von der Schweizer Regierung eingesetzte oberste Medien­aufsicht UBI, die Bericht­erstattung des Schweizer Fernsehens RTS zu Douma sei »keine Propaganda« gewesen. Diese Einschätzung dürfte nunmehr ebenfalls hinfällig sein.

Tatsächlich existiert entgegen der Darstellung trans­atlantischer Medien bis heute keine Evidenz, dass die syrische Armee während des Syrien­kriegs chemische Waffen einsetzte. Die entsprechenden Vorwürfe beruhen letztlich auf Behauptungen regierungs­feindlicher Milizen.

Zum Beitrag von Professor Tim Hayward →
Update 16. Mai: Die OPCW bestätigte inzwischen die Echtheit des Dokuments und kündigte eine »interne Untersuchung zur unautorisierten Veröffentlichung des Dokuments« an.

Update 26. Mai: MIT-Experte und Pentagon-Berater Theodore Postol bestätigte den Bericht.
[OPCW-Bericht: Douma war inszeniertSwiss Propaganda Research, 14.05.2019]
Zum Giftgas-Abwurf über Duma siehe auch:
- OPCW: Bericht von Inspektoren über den Giftgasangriff in Duma unterdrückt? (Post, 15.05.2019)

Inszenierte Fake News in der Lügenpresse {20:41 – Start bei 16:15}

Politik Mediathek
Am 12.09.2018 veröffentlicht 
Kommentare sind natürlich nicht deaktiviert, erlaubt und erwünscht. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn wir innerhalb der Kommentare halbwegs sachlich bleiben könnnten.
Auch wenn dieses Thema zu regen Streitgesprächen ermutigt, was ich gut finde! So werde ich dennoch alle Kommentare die beleidigen oder nur provokant sind löschen.
Wenn ihr andere YT Videos oder anderen Quellen habt, werde ich die Kommentare auch freigeben (Nach Sichtung um Spam oder Werbung zu filtern) Daher kann es den ein oder anderen Tag bis zur Freigabe dauern.
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Die Kriegslügner (Jens Bernert, KenFM, 09.08.2018)
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USA: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist auf Rekordhöhe angestiegen

Das Auseinanderdriften begann lange vor Trump, aber Trumps Politik hat die Reichen weiter begünstigt, demokratische Kandidaten werben mit Reichensteuer

Nach Daten des Census Bureau ist die Kluft zwischen Arm und Reich im Jahr 2018 so groß wie noch nie seit 50 Jahren gewachsen. Ab 1959 wird erst die Einkommensungleichheit gemessen. Die Armutsrate und die Zahl der Armen sind allerdings auf das Maß vor der letzten Rezession zurückgegangen. Seit letztem Jahr ist der Median des Haushaltseinkommens um 0,8 Prozent gewachsen und war mit 61.937 US-Dollar für 2018 ebenfalls der höchste seit Beginn der ACS-Erhebungen im Jahr 2005. Die Armutsrate fiel von 13,4 auf 13,1 Prozent. Allerdings fiel das Wachstum geringer aus als in den drei Jahren zuvor, während die Verringerung der Armutsrate seit 2014 stetig abnimmt. In den zehn größten Metropolregionen ist das Haushaltseinkommen angestiegen, in allen 25 nicht gesunken.

Was also auf den ersten Blick gut aussieht und vielleicht diejenigen Neoliberalen bestärken könnte, die auf den Trickle-Down-Effekt von Steuererleichterungen für Unternehmen und Reiche setzen, ist auf den zweiten eher düster, denn mit der wachsenden Ungleichheit zerfällt die Gesellschaft weiter, was auch die Konflikte zwischen Rechten und Liberalen oder Linken und die Wut weiter verstärken wird - und die Neigung, es denen da oben zu zeigen, um dann scheinbar nicht der Machteleite angehördende Politik wie Donald Trump oder aus Frust gar nicht zu wählen.

Die Einkommensungleichheit ist in neun Bundesstaaten gewachsen: Alabama, Arkansas, Kalifornien, Kansas, Nebraska, New Hampshire, New Mexico, Texas und Virginia. Am höchsten ist sie aber weiterhin in einigen der reichen Bundesstaaten an den Küsten wie in Kalifornien, Florida oder New York. Allerdings sinkt auch hier die Armutsrate, was aber die Einkommensungleichheit nicht mindert. Auffällig ist, dass da, wo die Armutsrate fast bei 20 Prozent liegt wie in West Virginia, Kentucky, Mississippi oder New Mexico, die Über-65-Jährigen den geringsten und die Jungen den größten Anteil haben. Zu erwarten ist daher, dass die Armutsrate gerade in den landwirtschaftlich und industriell geprägten Staaten ebenso weiter zunehmen wird wie die Altersmut der nachkommenden Generationen. In Deutschland liegt die Armutsquote bei etwa 20 Prozent.

Der Gini Index, ein geläufiges Maß für die Einkommensungleichheit, ist weiter leicht von 0,482 auf 0,485 angestiegen und liegt damit weiter deutlich höher als in der EU oder in Deutschland. Nach einer Statistik der UN-Universität ist die Ungleichheit in Schweden und Kroatien am geringsten, die USA liegen hier im Mittefeld zusammen mit Venezuela, Indien oder Russland. Am größten ist sie mit Werten über 0,56 in Südafrika oder in Kolumbien.

mehr:
- USA: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist auf Rekordhöhe angestiegen(Florian Rötzer, Telepolis, 01.10.2019)
siehe auch:
USA: Der demografische, ökonomische und politische Niedergang der weißen Arbeiterklasse (Florian Rötzer, Telepolis, 30.09.2019)
Trump: "Sie versuchen, MICH zu stoppen, weil ich für EUCH kämpfe" (Florian Rötzer, Telepolis, 30.09.2019 – Beachte die Kommentare mit den grünen Balken!)
USA zeigen überraschende Merkmale eines Drittweltlandes (Post, 16.08.2019)
»Wo ein Wort ist, glauben wir, daß es was bedeutet« Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements (Post, 12.02.2019)
- »Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)

Trump Bombshell Montage - Walls Are Closing In (no collusion) {3:22}

Wired4Fun
Am 24.03.2019 veröffentlicht


Montag, 30. September 2019

Vorsicht, Werbung: »Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.«

Was treibt einen zu einer solchen Kraftanstrengung, die das Schreiben eines Buches immer verlangt? Erstens erreichen wir mit den NachDenkSeiten nicht jene Menschen, die lieber Gedrucktes auf Papier lesen. Zweitens, und das ist auch die Erfahrung vieler unserer Leserinnen und Leser, gibt es immer noch sehr viele, die eins zu eins das glauben, was gesagt, geschrieben und gesendet wird, und eben nicht kritisch hinterfragen. Drittens gibt es andere, für die ihre und unsere Welt immer rätselhafter wird. Ihnen will ich mit dem Buch kompakt vermitteln, dass ihre Zweifel berechtigt sind. Allen zusammen werden Hilfen angeboten, die täglichen Manipulationen schneller zu erkennen.

Unten, am Ende dieses kleinen Textes, finden Sie das Inhaltsverzeichnis des Buches. Zur Erläuterung: Nach der Einführung (I.) wird in Kapitel II. das Umfeld beschrieben, in dem wir uns heute bewegen – die Medienkonzentration und die weitere Kommerzialisierung der Medien zum Beispiel, die Verschiebung der Ordinate, also des Standpunkts von Medien, die bisher als fortschrittlich galten, die wachsende Bedeutung der PR einschließlich Influencer u.a.m..

mehr:
- Warum mein neues Buch „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.“? (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 30.09.2019)
siehe auch:
Unser täglich Narrativ gib uns heute: »Wir sind die Guten!« (Post, 29.09.2019)
Die Gier der US-Elite: der Anstand scheint nicht nur in Wahlkampfzeiten Kopf zu stehen (Post, 29.09.2019)
Studie: Schleichende Verschiebung zulasten der Pressefreiheit (HAZ.de, 08.08.2019)
"Ein Journalismus, der sich Narrativen fügt, ist ein Widerspruch in sich selbst" (Georgios, Chatzudis, Interview mit Ulrich Teusch, Lisa, Gerda-Henkel-Stiftung, 29.11.2016)
- »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 13.09.2014)



Albrecht Müller: Wie man Manipulationen durchschaut

STANDPUNKTE • Albrecht Müller: Wie man Manipulationen durchschaut {7:29}

KenFM
Am 30.09.2019 veröffentlicht 
Den vollständigen STANDPUNKTE-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a...
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In seinem neuen Buch „Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst“ erläutert Albrecht Müller Manipulationstechniken und zeigt, wie man sich gegen Meinungsmache wappnet.
Demokratie klingt schön. Tatsächlich wird sie täglich ausgehöhlt. Wir alle werden ständig bedrängt zu denken, was andere uns vorsagen. Aber man kann sich aus dem Gestrüpp der Manipulationen befreien. In meinem neuen Buch beschreibe ich zahlreiche gängige Methoden der Manipulation sowie Fälle gelungener oder versuchter Meinungsmache und analysiere die dahintersteckenden Strategien. Es ist an der Zeit, skeptischer zu werden, nur noch wenig zu glauben und alles zu hinterfragen. Es ist Zeit, wieder selbst zu denken und sich mit anderen zusammenzutun.
Die Kenntnis der Manipulationsmethoden, die heute üblich sind, hilft dabei, sich davor zu bewahren, selbst Opfer von Meinungsmache zu werden. Manche Vorgehensweisen sind alte Bekannte, andere hingegen basieren auf neueren Erfahrungen. Oft werden zwei oder mehr Methoden gleichzeitig angewandt. Eine dieser Methoden, unser Denken und Fühlen zu beeinflussen, ist es, Geschichten verkürzt zu erzählen. Darauf möchte ich nun anhand einiger Beispiel näher eingehen.
Geschichten verkürzt erzählen...weiterlesen hier:
STANDPUNKTE • Albrecht Müller: Wie man Manipulationen durchschaut..

Sonntag, 29. September 2019

Deutschland – Russland – USA

94 Prozent der Deutschen halten gute Beziehungen zu Russland für wichtig.
Auszug aus dem soeben erschienenen Buch „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise von Wolfgang Bittner


Seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990 hat sich der Konflikt zwischen den USA und Russland immer mehr zugespitzt. Die NATO ist entgegen allen Versprechungen bis an die Grenzen Russlands vorgerückt, in den baltischen Staaten, in Polen, Rumänien und Bulgarien wurden Raketen, Panzerdivisionen, Artillerie und Tausende Soldaten stationiert, die NATO hielt Manöver mit bis zu 50 000 Soldaten an den russischen Grenzen ab. Russland fühlt sich dadurch bedroht, hat Gegenmaßnahmen getroffen und sich zudem verstärkt in die internationale Politik eingebracht. Das führte zu weiteren Spannungen, unter anderem in der Ukraine, in Syrien und Venezuela. Um die Einkreisungspolitik der USA abzuwehren und einer Isolation zu entgehen, hat sich das Land unter Präsident Wladimir Putin mehr und mehr der dritten Weltmacht China angenähert.

Ausgelöst durch den monopolaren Anspruch der USA in einer inzwischen multipolaren Welt, ist eine brisante, die gesamte Weltgemeinschaft gefährdende, unerträgliche Situation entstanden. Dabei ist nicht zu übersehen, dass Wladimir Putin bisher versucht hat, der westlichen Aggressionspolitik mäßigend entgegenzuwirken und ein zuträgliches Verhältnis zu Westeuropa, insbesondere zu Deutschland, zu bewahren. Auch in Deutschland gibt es starke Kräfte, eine Spaltung des Kontinents zu verhindern und sich den bevormundenden Vorgaben aus Washington zu entziehen. Das kann nicht bedeuten, die bestehenden vielfältigen politischen sowie wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Verbindungen zu den Vereinigten Staaten grundsätzlich infrage zu stellen. Vielmehr muss es darum gehen, mit dem großen östlichen Nachbarn wieder ins Gespräch zu kommen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und erneut ein vernünftiges Miteinander herzustellen.

Russland, das sich bis an die Beringstraße erstreckt, ist das größte Land der Welt, und bis zum Ural ist es das größte Land Europas – das wird verdrängt und droht allmählich in Vergessenheit zu geraten. Zwischen Deutschen und Russen gab es jahrhundertelang intensive Handelsbeziehungen, kulturellen und wissenschaftlichen Austausch. Was wäre die deutsche Kultur ohne die russische Literatur, Kunst, Musik, ohne das russische Theater? (…) Literatur und Kunst eröffnen die Möglichkeit, voneinander zu erfahren, Fremdheit zu überwinden, sich näherzukommen.

In seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag am 25. September 2001 – das war damals noch möglich! – nannte der russische Präsident Goethe, Schiller und Kant, und er sagte, dass die Kultur immer unser gemeinsames, völkerverbindendes Gut war. Sollte das wirklich der Vergangenheit angehören? Es sieht danach aus. Obwohl nach einer Studie des forsa-Instituts für Politik und Sozialforschung 94 Prozent der Deutschen gute Beziehungen zu Russland für wichtig halten.(1) Das wird von den Berliner Politikern und ihren Medien, die sich in Verkennung ihrer Aufgabe als „staatstragend“ verstehen, weitgehend ignoriert.

Über das Deutsch-Russische Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018 wurde kaum berichtet, ebenso wenig war über das Jahr des wissenschaftlichen Austauschs 2018/2019 zu erfahren. Zur Olympiade und zur Fußballweltmeisterschaft 2018 bemühte sich Russland, ein guter Gastgeber zu sein, doch wie gewohnt berichteten die westlichen Medien – als seien sie die fünfte Kolonne Washingtons – schon vorab über Regimegegner, Doping oder die „grausame Abschlachtung“ streunender Hunde: „Putin lässt WM-Städte durch ‚Hunde-KGB‘ säubern“, titelte die Bild-Zeitung.(2)

Während der allseits beliebte amerikanische Präsident Barack Obama sieben Kriege führte, unzählige Drohnenmorde befahl und sich als Friedensnobelpreisträger feiern ließ, wurde der um Ausgleich und Annäherung bemühte russische Präsident von der Mehrzahl westlicher Politiker und den transatlantischen Medien zunehmend dämonisiert, zur Unperson erklärt und in der westlichen „Wertegemeinschaft“, die schon lange ihre Werte verraten hat, zum Synonym für das Böse an sich.

mehr:
- Deutschland – Russland – USA (Wolfgang Bittner, Braunschweig-Spiegel, 29.09.2019)
siehe auch:
Was stört den Westen an Russland? Über Denkverbote und Blinde Flecken (Post, 20.09.2019)
Daniele Ganser, der Häretiker (Post, 15.09.2019)
Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE (Post, 09.09.2019)
- Putin stieß auf taube Ohren oder In Propaganda sind die Amis einfach besser… (Post, 14.03.2016)

Samstag, 28. September 2019

Die Gier der US-Elite: der Anstand scheint nicht nur in Wahlkampfzeiten Kopf zu stehen

Jüngstes Beispiel: Fall Biden/Trump. Das von Russland finanzierte Medium RT Deutsch bringt am Abend des 27. September einen Kommentar des Chefredakteurs und darin integriert eine Äußerung des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und früheren Vizepräsidenten bei Obama, Joe Biden. Diese Äußerung zeigt, dass der frühere Vizepräsident nicht nur Opfer, sondern Täter ist. Alleine schon das folgende Zitat müsste das Amtsenthebungsverfahren gegen den amtierenden Präsidenten Trump wie ein Kartenhaus zusammenfallen lassen. Aber die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wie wir wissen.

Hier ist Bidens Äußerung verschriftet:

„Poroschenko und Jazenjuk haben sich mir gegenüber verpflichtet, gegen den Generalstaatsanwalt vorzugehen. Und sie taten es nicht. Nun kommen sie aus der Pressekonferenz heraus und ich sage ihnen: Ich gebe, ähm, wir geben euch die Milliarde Dollar nicht. Sie sagten, „Sie haben keine Befugnis dafür, Sie sind kein Präsident“. Ich sagte: ruft ihn an. Ich sage euch, ihr kriegt das Geld nicht. Ich sagte, ich reise in 6 Stunden ab. Ihr habt also 6 Stunden. Wenn der Generalstaatsanwalt bis dahin nicht gefeuert ist, gibt es kein. Geld. Dieser Hurensohn. Und er wurde gefeuert.“
In diesem Kommentar des Chefredakteurs von RT Deutsch, Ivan Rodionov, wird visuell gezeigt, wie der ehemalige Vizepräsident sich geäußert hat – bei Minute 0:58:
Nackt unter Freunden – warum Trump Selenskij brutal vorführte {5:44}


RT Deutsch
Am 27.09.2019 veröffentlicht 
Nach Veröffentlichung des Transkripts wird immer noch über einen vermeintlichen Machtmissbrauch von Trump fantasiert. Was dabei Selenskij zum Besten gab, fällt unter den Tisch - unverdienterweise. RT Deutsch Chefredakteur Ivan Rodionov hat genauer hingeschaut.
Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/
[Video von mir eingepflegt, auf den NachDenkSeiten gibt es nur einen Link]
mehr:
- Wenn es die von Russland finanzierten Medien in Deutschland nicht gäbe, müsste man sie erfinden. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 28.09.2019)

Lawrow: Was für eine Paranoia! Nun sollen wir hinter dem Skandal um Trump-Selenksij-Gespräch stecken {3:44}

RT Deutsch
Am 30.09.2019 veröffentlicht 
Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat am Freitag seine abschließende Pressekonferenz auf der 74. UN-Generalversammlung in New York gehalten. Während dieser sprach er mehrere Themen an, auch die Veröffentlichung des Telefonprotokolls des US-Präsidenten Donald Trump und dessen ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenskij.
Heute sagte sogar Nancy Pelosi [Sprecherin des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten], Russland stecke hinter dem Vorfall, der nun durch das Telefongespräch wieder entfacht wurde. Russland habe alles vorbereitet. Meiner Meinung nach ist es die Paranoia, die für alle offensichtlich ist.
Diese hatte jüngst eine Amtsenthebungsuntersuchung gegen US-Präsident Donald Trump eingeleitet mit der Begründung, dass dieser bei dem Telefongespräch Druck auf seinen ukrainischen Amtskollegen ausgeübt habe, damit er gegen Joe Biden, Trumps Kontrahent bei der anstehenden Präsidentschaftswahl, wegen Korruption ermittelt, beziehungsweise die Geschäfte dessen Sohnes Hunter in der Ukraine untersucht. Biden wird vorgeworfen, als damaliger US-Vizepräsident die Entlassung des ukrainischen Generalstaatsanwaltes Wiktor Schokin erzwungen zu haben, um seinen Sohn vor Korruptionsermittlungen zu schützen.
Das Weiße Haus hatte das Protokoll zum besagten Telefongespräch veröffentlicht, um die Vorwürfe zu entkräften.
Pelosi sieht sich durch das Protokoll aber bestärkt und meint, Trump habe sein Amt missbraucht, um sich politische Vorteile herauszuschlagen, und verglich im TV nun den Vorfall mit der noch immer nicht bewiesenen Einmischung in die US-Wahlen 2016, die Russland angeblich durchgeführt habe und sagte zum aktuellen Fall:
Übrigens, ich denke, Russland hat da eine Hand im Spiel.

Irgendwelche Belege kamen von ihr für diese These allerdings nicht.
Trump bezeichnete Pelosis Vorstoß als Hexenjagd und lächerlich.
Auch der russische Außenminister Sergei Lawrow äußerte sich zur Veröffentlichung. Er sagte:
Damals, als meine Mutter mich aufzog, erklärte sie, dass es unanständig sei, die Post von jemand anderem zu lesen. Ich war es immer gewohnt, mich daran zu erinnern. Darüber hinaus geht es um die Briefe der Menschen, die für Führungspositionen gewählt wurden. Es gibt Traditionen, es gibt Anstand, auch die diplomatischen, die ein gewisses Maß an Vertraulichkeit voraussetzen, die eine Übereinstimmung in diesen Fragen voraussetzen.
Lawrow zog auch einen Zusammenhang zwischen der Russland-Hysterie im politischen Wettkampf in den USA und den jüngsten Visa-Verweigerungen für russische Delegierte, die an der UN-Generalversammlung teilnehmen sollten. Demnach habe ihm US-Außenminister Mike Pompeo versichert, dass weder er noch Trump mit der Nicht-Erteilung der Visa etwas zu tun hätten. Lawrow erklärte, er habe keinen Zweifel daran und schlussfolgerte, dass die "Paranoia", die Medien und Demokraten gegenüber Russland an den Tag legen, vielleicht Verursacher seien:
Wenn ernsthafte Politiker und die Massenmedien, die vorgeben, seriös zu sein, es auf der ganzen Welt verbreiten, wird natürlich der Beamte, der die Frage nach der Erteilung eines Visums beantworten muss, denken: 'Oh, na, da sollte ich besser irgendwie auf Nummer sicher gehen.
Auch kommentierte er die Spannungen rund um den Persischen Golf. Er beobachte, dass immer mehr Länder in der Region sich wünschten, die Situation zu entschärfen.
[Man sollte] Verhandlungen aufnehmen und sich nicht über die Medien oder Megaphone gegenseitig beschuldigen, sondern all diese Bedenken auf den Tisch legen und sie sachlich, ohne sich auf irgendwelche Propaganda zu verlassen, berücksichtigen und die Zufriedenstellung aller an diesem Prozess Beteiligten anstreben.
Die 74. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde am 17. September in New York eröffnet, wobei die globale Klimakrise eines der Hauptthemen war. Die Generaldebatte, bei der hochrangige Vertreter von Staaten ihre Reden hielten, begann am 24. September, darunter 91 Staatsoberhäupter und Spitzendiplomaten aus 193 Nationen.
Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

Als Beispiel eines unserer Leitmedien:
Mit der Berufung Hunter Bidens in den Vorstand rückte Burisma, der größte nichtstaatliche Gasproduzent der Ukraine, der seinen Firmensitz auf Zypern hat, in den Fokus der Öffentlichkeit. Mitbegründer des 2002 gegründeten Unternehmens ist Mykola Slotschewskyj. Slotschewskyj ist ein typischer Vertreter jener ukrainischen Oligarchen, bei denen sich Politik und die eigenen wirtschaftlichen Interessen vermischen. Er gehörte zum Kreis um den früheren Präsidenten Viktor Janukowitsch, der im Februar 2014 nach den Massenprotesten auf dem Majdan nach Russland geflohen ist. Slotschewskyj war in Janukowitschs Kabinett von 2010 bis 2012 Umweltminister – und stand im Verdacht, seine dadurch entstandenen Verbindungen für seine privaten Geschäfte ausgenutzt zu haben. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine nahm Ermittlungen wegen Korruption gegen Slotschewskyj und Burisma auf, die 2016 schon ruhten und 2017 schließlich ganz fallengelassen wurden.
An dieser Stelle wird die Geschichte eines etwas undurchsichtigen Unternehmens in Zeiten russischer Aggression in der Ukraine auch für die Weltpolitik wieder interessant. Denn der amerikanische Präsident Donald Trump wirft Joe Biden nun vor, seinen Posten damals ausgenutzt zu haben, um Korruptionsermittlungen gegen Burisma und damit seinen Sohn zu verhindern, indem er Druck auf die Ukraine ausgeübt habe, den ermittelnden Generalstaatsanwalt Viktor Schokin zu entlassen.
Schokin wurde in der Ukraine wie im westlichen Ausland jedoch ohnehin als Figur verstanden, die eine Reform der ukrainischen Justiz fast unmöglich machte. So soll er etwa Ermittlungen gegen Gesetzesbrecher in den eigenen Reihen verhindert und die Reformer, die nach der Majdan-Revolution 2014 in die Behörde kamen, bei ihren Bemühungen behindert haben. So entließ er als letzte Amtshandlung auch seinen Stellvertreter und Gegenspieler David Sakwarelidse. Vor seinem Rücktritt im Frühjahr 2016 wurde Schokin auch von westlichen Diplomaten und Vertretern der Europäischen Kommission scharf kritisiert – und die Ermittlungen gegen Burisma ruhten schon vor seiner Entlassung.
[Gerhard Gnauck, Die Rolle eines undurchsichtigen Unternehmens in der Weltpolitik, FAZ, 26.09.2019]
Was schreibt Gnauck in der FAZ nicht?

1. Gnauck schreibt nichts über die von Hunter Biden und Christopher Heinz, Stiefsohn des damaligen (2013-2017) US-Außenministers John Kerry, 2009 gegründete Offshore-Unternehmensgruppe Rosemont, zu der noch im gleichen Jahr ihr Studienfreund Devon Archer 
(2004 bei den US-Präsidentschaftswahlen leitender Berater von John Kerry, gilt seitdem als einer der wichtigsten Wahlkampffinanziers der Demokraten [Quelle: NachDenkSeiten]) 
hinzustieß.

2. Er schreibt auch nichts darüber, daß 2014 neben Hunter Biden auch Devon Archer in den Burisma-Vorstand aufgenommen wurde, also zwei zentrale Persönlichkeiten aus der Rosemont-Gesellschaft.
Quelle: Burisma


In seiner Eigenschaft als Minister für Ökologie und Natürliche Ressourcen ist [Slotschewskyj] für die Erteilung von Gas-Konzessionen (Zeitraum: Juli 2010 bis April 2012) zuständig und schustert seinem Konzern, Burisma Holdings, jede Menge an Explorationslizenzen zu.

[Die korrupte politische US-Kaste: Die Kronprinzen sahnen ab!, Post, 02.05.2019 – Hervorhebung von mir]

3. Er schreibt auch nichts darüber, daß Generalstaatsanwalt Wiktor Schokin (10. Februar 2015 – 3. April 2016) um Ende 2015 herum die Ermittlungen gegen Burisma wiederaufgenommen hatte. Stattdessen erklärt er im letzten Absatz des Artikels, welch zwielichtige Figur Schokin war.
In [Slotschewskyjs] Zeit als Minister fiel auch die Vergabe der profitträchtigen Erdgaslizenzen an Burisma, das daraufhin seine Produktionsmenge fast verzehnfachte. […]

Erstmals auffällig wurde Burisma 2014, als die Kiewer Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen das Unternehmen einleitete. 2016 wurden die Untersuchungen ergebnislos eingestellt, ein Jahr darauf zahlte Burisma umgerechnet 6,7 Millionen Euro Steuern nach.

[Florian Niederndorfer, Was hinter der Ukraine-Connection von Hunter Biden steckt, der Standard, 26.09.2019]

4. Gnauck schreibt auch nichts darüber, daß Joe Biden’s Sohn mit seiner Rosemont-Firmengruppe im Windschatten der politischen Aktivitäten  des Vaters milliardenschwere Geschäfte abgreift… (siehe meinen Konprinzen-Post)

mein Kommentar:
soviel zu unseren Leitmedien…

siehe auch:
- Die Gier der US-Elite: der Anstand scheint nicht nur in Wahlkampfzeiten Kopf zu stehen (Post, 28.09.2019)

Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben {13:05 – Start bei 2:01}

NachDenkSeiten
Am 24.09.2019 veröffentlicht 
Ein Interview mit dem Herausgeber der NachDenkSeiten. Das Interview mit Albrecht Müller führte Christian Goldbrunner am Rande der Pleisweiler Gespräche am 21. September 2019. Der Anstoß für dieses Interview war ein Streiflicht auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung mit einem rundum gehässigen Angriff auf die NachDenkSeiten und den Autor des neuen Buches „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst. Wie man Manipulationen durchschaut“. Das Streiflicht war nur der Anstoß – es geht dann um vieles mehr, im Kern um die Frage, wie wir uns die Freiheit unseres Denkens erhalten können.

zur Auseinandersetzung mit der Süddeutschen Zeitung:
- Die Süddeutsche übt Bumerang-Werfen… (Post, 16.09.2019)

aktualisiert am 01.10.2019

Der runde Tisch aus Buchenholz

Rubikons Leserinnen und Leser haben die Feder ergriffen.


„In eurem Sterben soll noch euer Geist und eure Tugend glühen, wie das Abendrot um die Erde“ — Friedrich Nietzsche.

Die tiefste Liebe im Leben meines Mannes war zweifellos die zu seinen Töchtern Hanna und Katharina. Diese Liebe war nicht immer sichtbar, vor allem wurde sie nicht immer vollendet kommuniziert. Doch sie war in den Wurzeln seiner Seele verankert und dort in der Tiefe hat sich ein Schmerz mit ihr verschmolzen, ebenso groß wie die Liebe selbst.

Die frühe Scheidung im Vorschulalter der Kinder, die räumliche Entfernung zwischen Hamburg und Stuttgart, die Sprachlosigkeit des getrennten Elternpaares, die Unsicherheit Wolfgangs gegenüber seinen Kindern, wenn sie zu Besuch waren, aber auch seine Ungeübtheit darin, ein zuhörender Vater zu sein — all das ließ in seinen Töchtern nach und nach eine Entfremdung entstehen und damit verbunden das Gefühl, ihr Vater sei nicht anwesend, schlimmer noch, er sei niemals anwesend gewesen. Groll wuchs in ihnen heran. Sicher haben die beiden auch etwas von der Bitterkeit ihrer Mutter übernommen.

Wolfgang war kein einfacher Mann. Nicht immer hatte er ein Gespür für die Balance zwischen Zuhören und Reden und mir schien, dass er, je unsicherer er gegenüber seinen Töchtern war, umso mehr geredet hatte, wo er hätte zuhören sollen. Und er blieb stumm, wo es klarer Aussagen bedurft hätte. Das Schweigen oder Hinwegreden über das Wesentliche gewann überhand und irgendwann brachen die Töchter den Kontakt völlig ab.

mehr:
- Die Macht des Wortes (Lea R. Söhner, Rubikon, 28.09.2019)