Montag, 15. Juni 2020

Nicht Fake News, sondern verwirrende Äußerungen der Regierung sind das größere Problem


Nach einer Studie von britischen Wissenschaftlern erkennen die Menschen Fake News über Covid-19 schnell, aber verweisen auf Desinformation seitens der Politik und der Medien
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Wenn es irgendwo zu politischen Konflikten kommt, wird mittlerweile gerne auf Verbreiter von Fake News oder Desinformation, inklusive ausländische Medien und Geheimdienste (im Westen erst einmal russische, mittlerweile auch chinesische), gezeigt. Implizit wird suggeriert, die Menschen seien zu dumm oder zu ungeschützt, um Desinformation nicht anheimzufallen, die aber so gefährlich sei, dass wahlweise das politische System, eine Wahl oder die ganze Gesellschaft instabil werden könne. Deswegen wird behauptet, man müsse Fake News oder Desinformation, die von falscher Seite kommt, auch staatlicherseits bekämpfen und die Menschen vor gefährlichen Memen immunisieren.

Ähnlich wird gerade wieder von den deutschen Innenministern argumentiert, die fürchten, dass mit der Kritik an den Lockdown-Beschlüssen und manchen wilden Theorien über eine angebliche Inszenierung der Corona-Krise "Ängste und Unruhe in der Bevölkerung" geschürt würden (Soziale Unruhen oder Massenmigration nach der Covid-19-Pandemie?).

Unterstellt wird dabei, dass Fake News, Verschwörungstheorien und Falschdarstellungen nur auf der Seite des wilden Internets oder ausländischer Medien von politisch verdächtigen Akteuren zu finden seien, was schon selbst ziemlich gut einer Verschwörungstheorie gleicht (Wer die Bekämpfung von "Fake-News" finanziert). Dass Politiker, politische Parteien, auch Regierungsvertreter sowie alle Mainstreammedien nicht nur die reine Wahrheit verbreiten, sondern auch mitunter interessengeleitet einseitig oder selektiv argumentieren, wird in dem sich ausbreitenden Schwarz-Weiß-Denken denn auch gerne außer Acht gelassen.

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- xxx (Post, )
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Sonntag, 14. Juni 2020

Der Verfassungsschutz als moderne Inquisition

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Als Inquisition (lateinisch inquisitio ‚Untersuchung‘) werden ein juristisches Prozessverfahren (Inquisitionsverfahren) sowie damit arbeitende Institutionen bezeichnet, die im Spätmittelalter und der Frühneuzeit zur Bekämpfung von Häresie dienten.[1] Der Vorsitzende eines Inquisitionsgerichts heißt Inquisitor.Die Inquisition wirkte von ihrem Entstehen Anfang des 13. Jahrhunderts bis zu ihrem weitgehenden Verschwinden Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich als Instrument der römisch-katholischen Kirche zur erleichterten Aufspürung, Bekehrung oder Verurteilung von Häretikern (siehe auch: Ketzer), wofür im Spätmittelalter eine neue Form von Gerichtsverfahren, das Inquisitionsverfahren, entwickelt wurde. Die Hauptphase des Entstehens der Inquisition fällt in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Neben dem damaligen Verbrechen der Häresie konnten durch die Inquisition auch andere Straftatbestände verfolgt werden, vor allem wenn sie Fragen des Glaubens berührten wie etwa Blasphemie oder Magie. Bei der vor allem von weltlichen Herrschern mitgetragenen Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit spielte die Inquisition eine untergeordnete Rolle. Die Kirche sah die Anwendung der Inquisition gegen Häretiker mit Verweis auf Bibeltexte oder Texte kirchlicher Autoritäten legitimiert.
[Inquisition, Wikipedia, abgerufen am 16.06.2020]
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Das Amt für Verfassungs-Schutz sollte dem Namen nach die Verfassung schützen. Als die West-Alliierten den Inlandsgeheimdienst der Bundesrepublik vor 70 Jahren gründeten, war er nichts anderes als ein Instrument im Kalten Krieg zwischen Ost und West: Er sollte die Kommunisten in der alten Bundesrepublik kontrollieren und klein halten. Sie galten nach der westlichen Doktrin als fünfte Kolonne des Hauptfeindes, der DDR und der Sowjetunion. Zugleich wurde das Amt zur neuen Heimat der alten Nazis: Lange nach dem Krieg – noch 1963 – wurden 16 Mitarbeiter als ehemalige Mitglieder von Gestapo, SS oder SD offiziell festgestellt. Die Dunkelziffer lag weitaus höher. Der Feind stand links und Nazis waren willkommen.

Bewährte alte Feindbilder recycelt

In dieser Tradition steht derselbe Schutz, der in Corona-Zeiten „Falschmeldungen und Verschwörungstheoretiker“ observieren soll. Das jedenfalls steht auf der Tagesordnung der Innenminister der Länder und des Bundes, wenn sie sich vom 17.06.2020 bis 19.06.2020 in Erfurt zu ihrer 212. Sitzung treffen. Bewährte alte Feindbilder werden wieder recycelt: „Auch russische Staatsmedien versuchten, einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben“, schreibt Georg Mascolo in der Süddeutschen und wird seinem Ruf als Meister der unbestätigten, düsteren Vermutung gerecht.

Doppelverdiener Georg Mascolo

Gezielt wollen die angeblichen Schützer der Verfassung ausgerechnet die Aktionen zur Verteidigung der Grundrechte ins Auge fassen. Da legt dann die Tagesschau mit dem Doppelverdiener Mascolo nach: Notwendig sei eine "gemeinsame Strategie und Vorgehensweise von Bund und Ländern gegenüber gezielten Falschmeldungen, Verschwörungstheorien und Desinformationskampagnen“. Näher betrachtet ist der Mascola-Text nicht nur sein Geld für die Manipulations-Instrumente Tagesschau und Süddeutsche wert; ein vitales Interesse an dieser Form der Propaganda muss auch der Verfassungsschutz selbst haben. Ist die Truppe doch mit ihren Schredder-Orgien und ihrer Unterstützung der NSU-Mörderbande durch Geld und Spitzel zu Recht ins Zwielicht geraten. Wer als Verschwörungs-Agent der deutschen Rechten bekannt geworden ist, muss dringend anderen das Schmutz-Etikett „Verschwörungs-Theoretiker“ ankleben. Eine Brandmarke, die alles beweist und nichts. Nichts, weil keiner der Etikettierer den Begriff mit Beweisen unterfüttert und alles, weil die Einheits-Medien längst einen Diffamierungs-Sockel mit dem Begriff bei den Medienkonsumenten angelegt haben. Leser und Zuschauer glauben zu wissen, was ein Verschwörungs-Theoretiker ist: Böse, düster, ein Feind, wessen auch immer.

Wie krank ist das denn?

Auch die Tagesschau mag nicht auf die Behauptung einer Bedrohung durch „fremde Dienste“ verzichten. Dienste aus dem feindlichen Ausland, die Aktionen für das Grundgesetz ausnutzen um dann, ja was denn dann? Um zum Sturz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aufzurufen? Langsam, zum Mitdenken: Die Regierung beschädigt gerade unter dem Vorwand einer diffusen Krankheit die Grundrechte, und wer sie daran hindern will, der ist 1. ein Agent des Auslands und 2. macht er die freiheitlich-demokratische Grundordnung kaputt? Wie krank ist das denn?

mehr:
- VERFASSUNGS-SCHUTZ: Auf der Jagd nach Verschwörungstheoretikern (Uli Gellermann, Rationalgalerie, 14.06.2020)

Samstag, 13. Juni 2020

Im Windschatten von Corona und Rassenunruhen: NATO sucht engere Partnerschaft mit Ukraine



Die NATO geht eine noch engere Partnerschaft mit der Ukraine ein, meldet faz.net. Wie das Bündnis gestern mitgeteilt habe, werde das im Konflikt mit Russland stehende Land in das sogenannte „Enhanced Opportunities Program“ (EOP) aufgenommen. Damit bekomme die Ukraine nicht nur erweiterte Beteiligungsmöglichkeiten an NATO-Manövern und Kooperationsprojekten, sondern auch Zugriff auf ausgewählte geheime Bündnisinformationen. Bislang seien Australien, Finnland, Georgien, Jordanien und Schweden Teilnehmer des Programms.

Diplomaten hätten betont, dass der neue Status keinen weiteren Schritt in Richtung einer NATO-Mitgliedschaft darstelle. Die Ukraine sei seit Jahren ein Partner der NATO und stelle Truppen für die Bündniseinsätze in Afghanistan und im Kosovo. Auch eine Beteiligung an ausgewählten Manövern gebe es seit längerem. In Russland dürfte die NATO-Entscheidung dennoch auf Ablehnung stoßen.

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Deutschland zwischen Erregung & Erschöpfung – Machtdemonstrationen im Rückzugsgefecht

Deutschland zwischen Erregung & Erschöpfung {6:28}

Langemann Medien
Am 12.06.2020 veröffentlicht

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Infektionszahlen in Pakistan und Indien steigen rasant {4:54}

tagesschau
Am 12.06.2020 veröffentlicht 
Pakistan hat mit 6397 neuen Fällen von Covid-19 so viele Coronavirus-Infektionen pro Tag registriert wie nie zuvor. 107 weitere Menschen seien nach einer Infektion gestorben, teilte die Regierung am Freitag mit. Die Zahl der Toten liegt damit bei nun über 2400, es gibt fast 126 000 bestätigte Fälle. Mehr als 40 000 Patienten sind laut Regierung wieder genesen. Pakistan dürfte nach Experteneinschätzung einen weiteren Anstieg von Fällen verzeichnen. Seit Premierminister Imran Khan die Corona-Beschränkungen im Mai lockerte, habe sich das Virus im Land ausgebreitet. Mit der Lockerung wolle er der Wirtschaft unter die Arme greifen und Bürgerinnen und Bürger vor Hunger und Armut schützen, sagte Khan.
Pakistans Krankenhäuser sind Wochen nach Lockerung der Corona-Beschränkungen zunehmend überfüllt. "Kliniken haben begonnen, Corona-Patienten abzuweisen, weil ihnen die Betten fehlen", sagte der Generalsekretär der pakistanischen Ärztevereinigung, Sajjd Qasier, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Sowohl staatliche als auch private Krankenhäuser litten unter Unterversorgung, zudem mangele es an gut ausgebildetem Personal.



Der Angstporno geht weiter
Doch das Spiel mit verbalbestätigten Toten und Infizierten geht immer noch munter weiter. Was man gerne unter den Tisch kehrt ist die Tatsache, dass man von Beginn an alle Infizierten hinzu addierte. Aber in Ermangelung richtig erschreckender Zahlen die Gesunden nicht abzog. Das führte zu dem gewünschten Effekt, dass die Bevölkerung zunächst einmal in Angst und Schrecken versetzt wurde. Jeder dachte, dass er bald dem Virus anheim fallen würde.

Eilig wurden Behelfszelte in den Städten aufgestellt. Was wiederum Millionen Investitionen einbrachte. Krankenhäuser bekamen 500 Euro, wenn sie ein spezielles Corona-Bett bereithielten (was dann leer blieb). Ein äußerst lukratives Geschäft.

Man war gerüstet für die vielen Infizierten die da kommen werden. Wenn mal kurzfristig Infizierten-Ebbe war, dann orakelte man die tödlich Infizierten aus Italien herbei. Diese würden dann über die Grenze kommen und die deutsche Medizinkunst genießen können. Auch diese Medizin-Zombies blieben aus.

Verschobene Operationen – Unabsehbare Folgen
Für die heimische Bevölkerung die mit so trivialen Dingen wie anstehende Operationen zu kämpfen hatte, wurde kein Bett bereitgestellt. Vielmehr wurden teils wichtige Operationen einfach mal so verschoben. Hier sind die Folgen noch nicht absehbar.

Das Bundesinnenministerium schreibt zu COVID-19 im internen Papier KM 4 – 51000/29#2, Stand: 7. Mai 2020; Zitat:

„Im März und April wurden 90% aller notwendiger OPs verschoben bzw. nicht durchgeführt. Das heißt 2,5 Mio Menschen wurden in Folge der Regierungsmaßnahmen nicht versorgt. Also 2,5 Mio Patienten wurden in März und April 2020 nicht operiert, obwohl dies nötig gewesen wäre.“

Die voraussichtliche Sterberate lässt sich nicht seriös einschätzen; Vermutungen von Experten gehen von Zahlen zwischen unter 5.000 und bis zu 125.000 Patienten aus, die aufgrund der verschobenen OPs versterben werden/schon verstarben.“

Deutlicher geht es nicht mehr. […]
Zahlen rauf – Zahlen runter – Masken ja – Masken nein

So ging nun, während die Reproduktionszahl sich konsequent weigerte nach oben zu gehen, das unsägliche Auf und Ab in Deutschland richtig los. Mal verrechnete sich Impfbefürworter, Pharmalobbyist und Bundesgesundheitsminister Spahn um lockere 38%. Das andere Mal drohte er mit einer Zwangsimpfung. Unterstützt von Tierarzt Wieler dem Chefangestellten des RKI hauten die Beiden nun auf die Menschen ein und sorgten für Endzeitstimmung. Auch die Länderchefs wollten nicht hinten an stehen. Bayerns Landesherr Söder erklärte, dass er sich eine Impfpflicht, bzw. eine Zwangsimpfung vorstellen könne. Gerne zeigte er sich mit einer Gesichtsmaske vor der Kamera. Ob dieser mit den bayerischen Landesfarben gekennzeichnete Gesichtslappen, auch aus der Maskenproduktion seiner Ehefrau stammt, ist nicht bekannt. So wurden von fast allen Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen zumeist vor der Pressekamera das angeblich lebensrettende Utensil vorgezeigt um die Bevölkerung in der entsprechenden Stimmung zu halten. Konsequent getragen hat es wohl keiner.

Diese Endzeitstimmung ist nach wie vor sehr wichtig, da sich rund um die gesundheitsgefährdende Maske (Man atmet sein eigenes Kohlendioxied wieder ein) eine Industrie aufgebaut hat, weswegen Niemand an ein schnelles Ende des Lockdowns glaubt.

[
Lockdown zerstört das Land – Politik kann nicht mehr zurück – Corona lange vorbei, MetropolNews, 08.06.2020]

CORONAVIRUS-FORSCHUNG: Bahnbrechende Covid-19-Forschungsergebnisse an Kieler Uni {2:12}

WELT Nachrichtensender
Am 13.06.2020 veröffentlicht 
Durch eine aufwändige DNA-Analyse von rund 2000 Covid-19-Intensivpatienten aus Norditalien und Spanien ist es Forschern der Christian-Albrecht Universität zu Kiel gelungen wichtige Informationen über das Coronavirus zu erlangen. Es konnte die Vermutung chinesischer Forscher bestätigt werden, dass Menschen mit der Blutgruppe A anfälliger auf das Coronavirus reagieren als andere. Zudem konnte festgestellt werden, dass Patienten mit einer bestimmten Genvariante auf dem Chromosom 3 ebenfalls besonders gefährdet ist.



»normale« Medien-Katastrophisierung… 😳😩
Quelle: „Manchmal fühle ich mich wie ein Sandsack“ Anders Tegnell – was treibt den Chefepidemiologen in Schweden an? (Sven Lemkemeier, Tagesspiegel, 06.06.2020)


- Hypnosetag 106: RKI-Daten unter der Lupe – Das Aufräumen beginnt! (Post, 15.05.2020)


Zu Beginn des Zweiten punischen Krieges führte der katalanische Heerführer Hannibal seine Truppen samt Kriegselefanten über die Alpen nach Oberitalien. In der Schlacht an der Trivia und der Schlacht am Trasimenischen See fügte er den Römern schmerzhafte Niederlagen zu. Zu deren Kommandant wurde daraufhin Fabius maximus ernannt, der jedoch jede weitere offene Feldschlacht mit dem kathartischen Heer vermied und Hannibal durch Mittelitalien ziehen ließ, ohne ihn zu stellen. Fabius maximus zielte mit dieser Strategie darauf, sich das karthagische Heer aufgrund von Nachschubproblemen erschöpfen zu lassen.
[Manfred Jerabek, Führung im Gefecht: Kriegserfahrungen eines jungen deutschen Offiziers im ersten Weltkrieg, epubli-Verlag Berlin 2012 – GoogleBooks, Fußnote 2. Schlacht von Cannae, Vorgeschichte, S. 106
 – Hervorhebung von mir]

Prinzipiell kann man sich verschiedenste Möglichkeiten vorstellen, mit denen verbindliche Entscheidungen in Organisationen kollektiv hergestellt werden. Man diskutiert so lange, bis sich alle einig sind, sei es, weil man sich im „herrschaftsfreien Diskurs“ gegenseitig überzeugt hat, sei es, weil man vor lauter Erschöpfung nicht mehr die Kraft hat, auf seiner ursprünglichen Position zu beharren (vgl. Habermas 1981, der eher an die erste Variante denkt).
[Stefan Kühl, Hierarchien – Die „heilige Ordnung“ der Organisation – Zum Zusammenspiel von „Überwachung von Mitarbeitern“ und „Unterwachung von Vorgesetzten“, Working Paper 8/2010, Universität Bielefeld – PDF S. 12, Funktionen der Überwachung von Untergebenen – Hervorhebung von mir]
 

Das Trommelfeuer war eine Reaktion auf die Taktik der Infanterie, sich in Schützengräben zu verschanzen. Durch den massiven Beschuss sollten die gegnerischen Drahtverhaue, Laufgräben, Unterstände und Geschützstellungen sowie die Nachschubwege zerstört und die Soldaten demoralisiert werden. […] Das Trommelfeuer konnte mehrere Tage dauern. In Verdun etwa ließ die deutsche Artillerie im Frühjahr 1916 fast 100 Stunden lang ein Dauerfeuer über den gegnerischen Stellungen niedergehen. An der Somme verschossen die Briten nur einige Wochen später sieben Tage lang insgesamt 1,5 Mio. Granaten auf die deutschen Stellungen, allein am 30. Juni waren es 375.000. […]

Mit dem Trommelfeuer steigerte sich der Alarm zum akustischen Ausnahmezustand. Das tagelange Feuer strapazierte die Ohren. Es zermürbte, es betäubte, es versetzte in eine Art hypnotischen Zustand. […] Der Lärm hatte konkrete organische und psychosomatische Auswirkungen. Zahlreich sind die Berichte über geplatzte bzw. perforierte Trommelfelle, über Gehörhyperästhesie, Mittelohrinfektionen und Labyrinthläsionen, über allgemeine Störungen des Hörvermögens, aber auch über Reaktionen wie Sinnesüberempfindlichkeit und erhöhte Schreckhaftigkeit und ebenso über Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen.

[G
erhard Paul, Trommelfeuer aufs Trommelfell – Der Erste Weltkrieg als akustischer Ausnahmezustand, bpb, 05.07.2016 – Hervorhebungen von mir]
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Corona-Aufarbeitung: Die Ahnungslosigkeit der Bundesregierung



Fünf namhafte Professoren haben Ende April einen Fragenkatalog an alle Fraktionen des Deutschen Bundestages geschickt. „Wir kommen zu der Einschätzung, dass die Reaktionen der Regierung auf die Covid-19-Pandemie angesichts der davon ausgehenden Bedrohungen nicht verhältnismäßig sind“, hieß es darin. Sie erwarteten, von den gewählten Mandatsträgern die Antworten zum Ausnahmezustand zu bekommen, die die Regierenden bis dahin schuldig geblieben waren. Ihre öffentliche Anfrage stand unter dem Motto „Die Schäden einer Therapie dürfen nicht größer sein als die Schäden der Krankheit“.

Die fünf Fragesteller sind zum Teil inzwischen recht bekannt geworden: Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, der medizinische Mikrobiologie an der Universität Mainz lehrt, der Toxikologe und Immunologe Prof. Dr. Stefan Hockertz, Prof. Dr. Stefan Homburg (Volkswirtschaftslehre) von der Universität Hannover, Prof. Dr. Werner Müller (Betriebswirtschaftslehre) von der Hochschule Mainz und der Psychologe Prof. Dr. Dr. Harald Walach von der Universität Witten-Herdecke.

Den Wortlaut der Anfrage
publizierte Achgut.com seinerzeit hier.

Eine Reihe von Bundestagsabgeordneten brachte die Fragen dann als kleine parlamentarische Anfrage ein, da die Fragen dann von der Bundesregierung beantwortet werden müssen. Diese Antwort liegt inzwischen vor. Achgut.com dokumentiert hier auch, wie die Fragesteller die Beantwortung seitens der Bundesregierung werten: Prof. Dr. Werner Müller, Koordinator der Gruppe, kommentiert die Antwort wie folgt:

mehr:
siehe auch:
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nur der erste Satz:
Schweinegrippe 2009 - Wolfgang Wodarg vs. Christian Drosten - wer hatte recht? {7:12 
– Wodarg: »Wenn der Staat keine eigenen Instrumente hat, die Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden, dann ist er dieser Industrie ausgeliefert!«}

Reinhard Gröll
Am 01.04.2020 veröffentlicht 


Karl Lauterbach: Wolfgang Wodarg erzählt "blanken Unsinn" zu Corona – das sind Fake News! {3:56 – Start bei 1:26 
– Lauterbach: »Das ist eine abwegige, völlig falsche Sicht der Dinge […] blanker Unsinn.[…]  […] Das Corona-Virus, das wir jetzt haben, hat mit den Corona-Viren, die wir kennen, nix zu tun, es funktioniert ganz anders, ist ganz anders aufgebaut. Es kombiniert eine sehr hohe Übertragbarkeit mit einer hohen Sterberate. Jeder, der da ernsthaft unterwegs ist, sagt: ›Sowas haben wir noch nie gehabt.‹ […] 8 Millionen Infizierte, Zehntausende, die sterben werden…«}
SPD-Fraktion im Bundestag
Am 18.03.2020 veröffentlicht 
Aktuell macht ein Video mit Wolfgang Wodarg die Runde, das das Coronavirus verharmlost. "Blanker Unsinn", sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Das ist eine abwegige, vollkommen falsche Sicht der Dinge."
Im Video erklärt Lauterbach, warum #COVID19 sehr wohl sehr gefährlich ist.

Corona-Maßnahmen: Weiter Lockdown oder reicht mehr Hygiene? | illner {46:51 – Start bei 22:20 – Mai Thi: »Eines hat sich ja nicht geändert: Das Virus hat immer noch ein exponentielles Wachstum!« – Hervorhebung von mir
 
ZDFheute Nachrichten 
Am 24.04.2020 veröffentlicht 
Kaum sind die ersten Lockerungen beschlossen, warnt die Kanzlerin vor Öffnungsorgien. Vorsicht ist geboten! Na klar! Könnte Deutschland dennoch mehr wagen? Darüber wurde bei maybrit illner diskutiert.
Die Wissenschaftsjournalistin und Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim mahnt, dass eine "Normalität" neue Ausbrüche zur Folge hätte und fügte hinzu, dass der aktuelle Lockdown die Menschen bereits an die Grenzen bringe, aber "wenn es noch mal passiert, wird es sehr viel schlimmer werden".
Nguyen-Kim erklärte, dass man sich von leeren Intensivbetten nicht täuschen lassen dürfe. Darüber hinaus betonte die Wissenschaftlerin, dass "wir nur mit dem Virus leben müssen, wenn wir es nicht schaffen, die Infektionszahlen herunter zu fahren".
Mehrfach verwies die Chemikerin auf das exponentielle Wachstum des Virus und erklärte, dass "wir wirklich sehr vorsichtig sein müssen", denn "letztendlich sind es Experimente, die wir jetzt machen und wir dürfen dabei kein Menschenleben riskieren".
Hier kommt ihr zur ganzen Sendung maybrit illner von gestern mit dem Thema "Deutschland macht auf – mutig oder riskant?" vom 23. April 2020: https://kurz.zdf.de/pzSh/ Die Gäste: • Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz (zugeschaltet) • Cem Özdemir (B´90/Grüne), Bundestagsabgeordneter, war an Covid19 erkrankt • Herbert Diess, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG • Hendrik Streeck, Professor für Virologie und Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn • Mai Thi Nguyen-Kim, u. a. Chemikerin, Wissenschaftsjournalistin, Autorin und Youtuberin "maiLab“, Moderatorin (zugeschaltet)
nonverbale Kommunikation:
Man beachte, 
wie sich Herbert Diess und Hendrick Streeck bei der Glaubensbotschaft von Mai Thi (»Wir müssen das Virus loswerden, sonst haben wir immer wieder Ausbrüche und strenge Maßnahmen«) ansehen (ab 23:15)

Auch Großbritannien säubert seine Vergangenheit



Zu den Hobbys der politisch Überkorrekten gehört bekanntlich die rückwärtige Säuberung, also die Vergangenheits-Zensur. Diese Leidenschaft ist international. Diktaturen, ob kommunistisch, ob militaristisch haben darin eine lange Erfahrung, in der westlich-demokratischen Welt handelt es sich im wesentlichen um eine Errungenschaft der letzten ein, zwei Jahrzehnte. Jüngstes Opfer dieser Liebe zur Zensur ist eine britische Fernseh-Komödie, die den schönsten Spruch zum angespannten Verhältnis der Briten zu Deutschland hervorgebracht hat: „Don’t mention the war.“

Jawohl, John Cleese, der chaotische Wirt des Familienhotels „Fawlty Towers“ darf neuerdings nicht mehr versuchen, gegenüber seinen deutschen Gästen den Krieg nicht zu erwähnen. In der Episode aus dem Jahr 1975 mit dem Titel „The Germans“ scheitert er kläglich in seinem Bemühen, durch Schweigen („Don’t mention the war“) der Völkerverständigung zu dienen. Er kann das Wasser nicht halten und schwadroniert eben doch über den Krieg und führt den Germans auch noch einen fantastischen Hitler mit Stechschritt vor. Eine herrliche Episode einer Kult-Serie, die auch in Deutschland erfolgreich gelaufen ist. Jetzt hat die BBC diese Episode in den Giftschrank verbannt. Mit Rücksicht auf die armen Deutschen?

Natürlich nicht. Das Stück ist der Zensur zum Opfer gefallen, weil ein alter tatteriger Stammgast, Major Gowan, in einem anderen Zusammenhang das „N“-Wort von sich gibt, das inzwischen so unaussprechlich ist wie der Name Voldemorts bei Harry Potter. Es wird in der Szene zwar überdeutlich, dass Major Gowan ein Mann von vorgestern ist. Die Episode macht sich das „N“-Wort nicht zu eigen sondern erinnert durch den Mund des alten Knackers selbstkritisch an den eigenen englischen Rassismus früherer Zeiten. Darin besteht eine Parallele zur Stechschritt-Szene, die sich ja auch nicht gegen die Deutschen richtet sondern – wiederum selbstkritisch – die Haltung vieler Engländer karikiert.

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siehe auch:
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Fawlty Towers - Don't mention the war.mpg {4:23}

itslikeasaunainhere
Am 26.12.2009 veröffentlicht 
Basil Fawlty waits on some German guests while suffering the effects of a concussion.
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Bill Gates und seine nerdige Weltrettungs-Dystopie


Die IT- und Biopharma-Branche träumen von der Rettung der Welt durch Technologie.
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Computerbegeisterte Menschen lieben vor allem die totale Beherrschbarkeit von Maschinen. Für geniale Programmierer ist das selbstgeschriebene Programm Ausdruck ihrer Allmachtsfantasie. Viele bewegen sich so lange und so ausschließlich in einer „programmierten“ Welt, dass sie sich nicht mehr gern offline aufhalten. Für den Mega-Nerd Bill Gates gilt das in besonderem Maße. Gefährlich wird es, wenn Personen mit solcher Charakterstruktur auch Menschen als beliebig steuerbar und programmierbar betrachten. Biotechnologie überträgt aus der Technik übernomme Denkmuster auf Lebewesen. Bill Gates Plan einer „durchgeimpften“ Menschheit ist Ausdruck seines technokratischen Traums von der Welt als einer komplett manipulierbaren Mega-Maschine.
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Robert F. Kennedy Jr. schrieb kürzlich, dass die „Besessenheit“ von Bill Gates für Impfstoffe „durch seine Überzeugung genährt (wird), dass die Welt durch Technologie zu retten sei“ (1).
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Sehr früh schon konnte sich Gates am Umgang mit Technik sowie an der Ausübung von Macht begeistern. So sei er — nach eigener Aussage — bereits als Kind davon fasziniert gewesen, dass er „einer großen Maschine Befehle geben (konnte), und sie gehorchte immer“ (2).
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Auch später ließen ihn die Computer nicht mehr los. Im jugendlichen Alter fiel es ihm dann äußerst schwer, sich von diesen Maschinen loszureißen, an deren Programmierung er inzwischen schon „so unbezweifelbare Erfolge“ verzeichnen konnte (3).
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Schließlich arbeitete er ganze Nächte hindurch und wusste mitunter „nicht mehr, ob es Tag oder Nacht war. Oft bin ich einfach am Schreibtisch oder auf dem Boden eingeschlafen. Es gab Tage, an denen ich nichts aß und niemanden sah“ (4). „Ich war süchtig“, schrieb Gates später im Rückblick auf diese Zeit (5).
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Charakterstruktur und Weltbild des „zwanghaften Programmierers“
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Der Einsatz von Maschinen hat den Handlungsspielraum des Menschen beträchtlich erweitert und ihn in den Stand versetzt, seine natürliche Umwelt in wachsendem Maße zu verändern. Zugleich haben die Maschinen aber auch das künftige Verständnis des Menschen von sich selbst und der Welt entscheidend bestimmt (6).
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Im Besondern trifft diese Aussage auf die „universelle Maschine“ zu, wie Joseph Weizenbaum den Computer einmal bezeichnete (7). Für Weizenbaum, deutsch-amerikanischer Informatiker und langjähriger Professor für Computerwissenschaften am Massachussets Institute of Technology (MIT), entstand mit dem Computer aber auch ein ganz bestimmter Typ des modernen, technikbegeisterten Menschen, den er als „Computerfetischisten“ oder als „zwanghaften Programmierer“ bezeichnete.
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Derartige Menschen — schreibt Weizenbaum — trifft man inzwischen nicht mehr nur in den sogenannten Industrieländern an, sondern auf der ganzen Welt. Sie sind zu einem internationalen Phänomen geworden. Oft arbeiten sie bis zum Umfallen, vernachlässigen sich und ihre Umwelt und scheinen nur noch „durch und für den Computer“ zu leben (8). Folglich können sie es auch „kaum ertragen, nicht an der Maschine zu sitzen“ und sich mit dieser zu unterhalten (9).
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Während sich ein herkömmlicher Programmierer vor allem dem jeweils zu lösenden Problem widmet und sowohl dessen inhaltliche als auch technische Fragen mit anderen diskutiert, betrachtet der zwanghafte Programmierer ein solches Problem hauptsächlich nur als Ausgangspunkt oder als Mittel dazu, um in eine Interaktion mit dem Computer treten zu können (10).
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Er ist zudem meist ein brillanter Techniker, der sich in erster Linie an der Funktion seines Gerätes, dem Computer, berauschen kann und der weniger an Erkenntnissen oder an der Entwicklung von Theorien interessiert ist. Sein Können wird damit zum Selbstzweck und ist eigentlich ziellos, denn er verfügt nur über Technik, nicht über Wissen, weshalb die meisten seiner „grandiosen Projekte“ einfach nur Illusionen bleiben müssen (11).

Der zwanghafte Programmierer bewegt sich am Computer in einer selbstgeschaffenen Welt, „in einer Welt, die ganz und gar sein Machwerk ist“ und die vor allem seine Macht, nicht aber sein Wissen herausfordert (12).
Er handelt zwanghaft, ist hingebungsvoll bemüht, auftretende Fehler in seinen Programmen möglichst schnell zu beseitigen und damit seine eigene Schöpfung immer weiter zu verbessern. Von all seinem Tun erwartet er vor allem Bestätigung.
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Es „ist der unbarmherzige, freudlose Trieb nach Bestätigung“, der ihn motiviert, wobei es sich hierbei um eine Art von psychopathologischer Störung handelt, die mit Allmachtsphantasien verbunden ist und „von der große Teile unserer Gesellschaft betroffen sind“ (13).

So sei schließlich auch zwischen den „pathologischen Motiven und Verhaltensweisen“ eines zwanghaften Programmierers „und denen des modernen Naturwissenschaftlers und Technikers im Allgemeinen kein Bruch festzustellen“ (14).

Nach Ansicht von Weizenbaum ist das Leben in unserer von Technik bestimmten Zivilisation prinzipiell durch eine Art Kontinuum gekennzeichnet. Dabei befinden sich an dem einen Extrem diejenigen Naturwissenschaftler und Technologen, „die dem zwanghaften Programmierer sehr ähnlich sind. Am anderen Extrem befinden sich die Naturwissenschaftler, Humanisten, Philosophen, Künstler und Theologen, die sich mit ihrer Gesamtpersönlichkeit und unter Berücksichtigung aller möglichen Perspektiven um ein Verständnis der Welt bemühen.

Die Angelegenheiten unserer Erde scheinen sich in den Händen von Technikern zu befinden, deren psychische Verfassung sich der zuerst genannten in gefährlichem Maße annähert. Die Stimmen derer, die zur zweiten Gruppe gehören, scheinen indessen immer schwächer zu werden“ (15).

Joseph Weizenbaum schrieb diese Worte vor über vierzig Jahren. Der von ihm dargestellte Zusammenhang hat jedoch bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Noch immer stehen sich zwei grundlegend verschiedene Weltbilder gegenüber. Einer vorrangig auf technische Innovationen setzenden Sichtweise steht eine Weltsicht gegenüber, die auf eine weit umfassendere Betrachtung der Triebkräfte des gesellschaftlichen Fortschritts gerichtet ist. Noch ist nicht endgültig entschieden, welchem dieser Weltbilder die Zukunft gehören wird.

Weizenbaum beschäftigte sich über viele Jahre mit der besonderen Rolle von Wissenschaft und Technik innerhalb der Gesellschaft. Am Ende seines Lebens schrieb er:

„Die Naturwissenschaft sowie die von ihr abgeleiteten Technologien und Instrumentarien sind nicht wertfrei. Sie erben ihre Werte von den Werten der Gesellschaften, in die sie eingebettet sind. In einer hoch militarisierten Gesellschaft sind Wissenschaft und Technologie von den Werten des Militärs geprägt, in einer Gesellschaft, deren Werte hauptsächlich vom Streben nach Reichtum und Macht abgeleitet sind, sind sie entsprechend gestaltet usw.“ (16).

Nicht die gegenwärtige Wissenschaft und Technologie wird „unsere Kinder und Kindeskinder vor einer irdischen Hölle retten. Es sei denn: Wir organisieren den Widerstand gegen die Gier des globalen Kapitalismus” (17)

mehr:
- Techniker der Macht (Wolfram Rost, Rubikon, 13.06.2020)
siehe auch:

Bill Gates & der Preis der Philanthropie | Prof. Linsey McGoey {46:35}
acTVism Munich
Am 16.06.2020 veröffentlicht 
In diesem Interview mit Linsey McGoey, Autorin und Professorin für Soziologie an der University of Essex, analysieren wir die Bill & Melinda Gates Foundation im Detail. Darüber hinaus untersuchen wir die Bedeutung der Stiftung im Kontext des Philanthropischen Kapitalismus, wozu auch der Hintergrund von Bill Gates gehört, als er CEO und Vorsitzender von Microsoft war. Schließlich befassen wir uns mit der von Milliardären finanzierten Philanthropie, einschließlich der positiven Aspekte, Mängel und Kritikpunkte sowie der Frage, wie sie idealerweise funktionieren sollte.
Um die Abschrift zu lesen: https://bit.ly/3d2cuk5
English: https://youtu.be/ruR5FK8HN5Q
Dieses Interview wurde ursprünglich am 27.05.2020 auf Englisch veröffentlicht.
Linsey McGoey ist Professorin für Soziologie, mit Fachwissen in Sozialtheorie und Wirtschaftssoziologie. Sie ist international anerkannt für ihre Pionierarbeit bei der Entwicklung von Ignoranz-Studien, einem interdisziplinären Gebiet, das sich darauf konzentriert zu ergründen, wie strategische Ignoranz und der Wille zum Ignorieren den wirtschaftlichen Austausch und die politische Herrschaft im Laufe der Geschichte untermauert haben. Ihre Forschung über die Ignoranz hat zu neuen konzeptuellen Rahmenwerken für das Verständnis des politischen Wertes von Unwissen und Unbekanntem geführt.
Sie ist auch für ihre Arbeit über philanthropische Stiftungen und ihre Rolle in der Weltwirtschaft anerkannt. Ihr Buch "No Such Thing as a Free Gift: The Gates Foundation and the Price of Philanthropy" ist die erste umfassende Analyse des sowohl negativen als auch positiven Einflusses der Gates Foundation auf die globale Gesundheit und Entwicklung in Buchform.
KORREKTUR @ 23 MIN 40 SEK: Der folgende Satz wurde falsch übersetzt: "Im April 2020 erschien Bill Gates in der Tagesschau, einem öffentlich finanzierten Segment der deutschen Tageszeitung Daily News, um über COVID 19 zu sprechen". Was wir eigentlich sagen wollten, ist, dass Bill Gates im April in der Tagesschau erschien, einem öffentlich finanzierten Sender, der täglich Nachrichten produziert.



Vor zehn Jahren, als der Microsoft-Milliardär Bill Gates mitten in seiner verblüffenden Metamorphose vom monopolistischen Software-Magnaten zum möglicherweise am meisten bewunderten Philanthrop der Welt war, hielt er eine Rede, in der er erklärte, die traditionelle amerikanische High School sei „veraltet“. Stattdessen investierte seine äußerst großzügige gemeinnützige Stiftung 2 Mrd. USD in neue, kleinere Schulen für fast 800.000 Schüler.

Innerhalb weniger Jahre, im Jahr 2008, wurde die Finanzierung jedoch abrupt eingestellt. Einige der Schulen mussten schließen. Drei Jahre später erklärte Gates in einem seiner sorgfältig rationierten Zeitungsinterviews: „Die Gesamtwirkung der Intervention, insbesondere die Maßnahme, die uns am wichtigsten ist - ob [Schüler] aufs College gehen - hat die Nadel nicht viel bewegt… Wir Ich habe keinen Weg gesehen, um eine große Wirkung zu erzielen, also haben wir einen Mea Culpa gemacht. “

Mit seiner Mischung aus Idealismus und kaltem Jargon, seiner Betonung auf Wohltätigkeit, die dramatische Ergebnisse erzielen muss, und seinem leichten Grundgefühl, dass Gates (im Bild) Gott spielen will, ist dieses Zitat einer von vielen erzählenden Momenten in Linsey McGoeys heftigem Buch. Als ehemalige Beraterin der Weltgesundheitsorganisation und Dozentin für Soziologie an der Universität von Essex , die lange Zeit eine Basis für radikale Akademiker war, wirft sie einen schonungslosen Blick auf den „Philanthrokapitalismus“ - wie sie und einige ihrer Praktiker ihn nennen. Eine kleine Gruppe privater Geber, schreibt sie, spiele "eine übergroße Rolle in der nationalen und globalen Politikgestaltung": Sie "wollen den letzten Bereich revolutionieren, der von der wettbewerbsintensiven, gewinnorientierten Welt des Finanzkapitalismus unberührt bleibt: die Welt von wohltätige Zwecke."
  Gates ist derzeit der bekannteste dieser hartgesottenen modernen Philanthropen, und die Stiftung, die er und seine Frau Melinda von einem Hauptquartier in Seattle aus in der Größe eines großen Stadtblocks aus betreiben, steht im Mittelpunkt von etwa der Hälfte dieses Buches. Aber zuerst untersucht McGoey das Denken und die Methoden früherer Tycoons mit Gewissensbissen. Beginnend mit John D. Rockefeller Sr. im späten 19. Jahrhundert zeigt sie, dass Wohltätigkeitsorganisationen, die nach Geschäftsbereichen organisiert sind, nicht neu sind, wie Philanthrokapitalisten behaupten. Rockefeller wurde sogar von einem Mann namens Gates beraten, Frederick T (keine Beziehung), einem Baptistenminister, der zum Management-Guru wurde und sich damit beschäftigte, wie man Philanthropie den maximalen „Hebel“ und die „Effizienz“ geben kann.
[Andy Beckett, Guardian, 25.10.2015 – Google-Übersetzer]

Bill Gates über Corona-Impfstoff {9:22}
tagesschau
Am 12.04.2020 veröffentlicht 
Microsoft-Gründer Bill Gates hofft, dass es in etwa 18 Monaten einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben wird. Die Pandemie sei eine Warnung, sich besser auf solche Epidemien vorzubereiten, sagte er in den tagesthemen.


Bill Gates: CORONA-IMPFSTOFF ist die „dringendste Erfindung der Welt“ {2:42}
WELT Nachrichtensender
Am 12.04.2020 veröffentlicht 
Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung hat bereits 250 Millionen Dollar im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gespendet. Hier erklärt der Microsoft-Gründer, wie Impfstoffe im Körper funktionieren und an welchen Möglichkeiten zur Impfung aktuell geforscht wird.

mein Kommentar:
Daß wir uns richtig verstehen: Ein erfolgreicher Computer-Nerd erklärt uns, wie Impfstoffe hergestellt werden und wo in den nächsten Monaten Hotspots entstehen werden, während Leute wie Dr. Wodarg oder Prof. Bhakdi ihre Seiten gesperrt bekommen und ihre Videos gelöscht werden!
Wo bin ich hier???
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Freitag, 12. Juni 2020

Corona: Panik verkauft sich gut!



Politische Ohnmacht, Armut und heillos überforderte Gesundheitssysteme: Seit Jahren grassierende Probleme werden in südamerikanischen Ländern plötzlich lebensbedrohlich.

Ein kurzes Gebet, ein schneller Abschied, zu mehr ist keine Zeit auf dem Friedhof Vila Formosa in São Paulo, Brasilien. Die Totengräber kommen kaum hinterher mit den Bestattungen. Hunderte Gräber haben sie ausgehoben, Vila Formosa ist der grösste Friedhof Lateinamerikas. Doch langsam wird der Platz knapp. Allein in Brasilien stirbt jede Minute ein Mensch an dem Corona-Erreger, damit ist das Land das am schwersten getroffene nach den USA.

mehr:
- Warum Corona Lateinamerika jetzt so hart trifft (Thomas Gröbner, Christoph Gurk, bernerzeitung.ch, 12.06.2020 – Hervorhebung durch mich)
siehe auch:
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mein Kommentar:
1. Wenn in Deutschland durchschnittlich 2.600 Menschen pro Tag sterben, bedeutet das umgerechnet 1,8 Menschen pro Minute. Punkt!
2. Woher wissen die beiden Journalisten der BernerZeitung, daß die Leute AN Corona sterben? In Deutschland wissen wir immer noch nicht, an was die Corona-Toten gestorben sind! (Abgesehen von denen, die Prof. Püschel in Hamburg obduziert hat…)

Jeder der bislang 133 offiziell an Corona Verstorbenen in Hamburg habe unter einer Vorerkrankung gelitten, sagte Püschel dem "Hamburger Abendblatt" (Montag) [Montag bedeutet: 20.04.2020]
[epd, Rechtsmediziner: Alle Corona-Toten hatten Vorerkrankungen, sonntag-sachsen.de, 27.04.2020]

Verheerende Grippe-Wellen gehören aber keineswegs der Vergangenheit an. Während der letzten großen Grippe-Epidemien von 1995/96 und 2012/2013 mit jeweils etwa 8,5 Millionen Erkrankungsfällen starben allein in Deutschland jeweils ca. 20.000 Menschen an den Folgen der Influenza. Auch in der Saison 2016/2017 und in der Saison 2017/2018 wurden 23.000 bis 25.000 Influenza-assoziierte Todesfälle beobachtet.
[epd, Rechtsmediziner: Alle Corona-Toten hatten Vorerkrankungen, impfen.de, März 2020]

3. Nehmen wir jetzt einfach die Angaben aus dem Impfen-Artikel: 25.000 Tote bei einer Einwohnerzahl von ca. 80 Millionen

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In der Epidemiologie ist die (krankheitsspezifische) Mortalität das Verhältnis der Anzahl der in einer Population in einem Zeitraum an einer Krankheit gestorbenen Individuen zur Anzahl der Individuen in der Population (in der Regel auf 100.000 Einwohner bezogen). Die Letalität ist dagegen das Verhältnis der Zahl der Fälle einer bestimmten Krankheit mit tödlichem Verlauf in einem bestimmten Zeitraum zur Zahl an dieser Krankheit Erkrankten in diesem Zeitraum.[2]
[
Mortalität, Wikipedia, abgerufen am 17.06.2020]  
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3.a) Aus den obigen Zahlen ergibt sich eine Mortalität für Influenza (bezogen auf 100.000 Einwohner) von 31,3

4. Ich nenne jeden Zeitungsartikel, der nur die Zahl der Toten, nicht aber die Zahl der Toten pro 100.000 Einwohner erwähnt, unredlich!
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Was ist glaubwürdiger: Trump oder eine gefakte Studie? – »Wenn der Staat keine eigenen Instumente hat…«



Fahrlässiger Umgang mit suspekter Datenbank

Von Wolfgang Effenberger.

Am 3. Juni 2020 deckte der britische „Guardian“ auf, wie die zweifelhafte Datenbank des winzigen und umstrittenen US-Unternehmens „Surgisphere“ über COVID-19 Opfer die Grundlage der Hydroxychloroquin-Studien der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, „The Lancet“ und „New England Journal of Medicine“ bildete, was dazu führte, dass Regierungen und die Weltgesundheitsorganisation ihre Gesundheitspolitik änderten.(1)

Die Ergebnisse dieser Studien führten auch zur Entscheidung der WHO und von Forschungsinstituten auf der ganzen Welt, die Corona-Heilungsversuche mit dem umstrittenen Medikament Hydroxychloroquin – bewährt seit 40 Jahren in der Behandlung sowie Vorbeugung von Malaria tropica – einzustellen.(2)

Dem Guardian gegenüber bekundete der CEO von Surgisphere, Sapan Desai, dass seine Firma elf Mitarbeiter beschäftige – laut LinkedIn waren die meisten von ihnen erst zwei Monate zuvor eingestellt worden. Den Recherchen des Guardian zufolge haben sie auch keinen wissenschaftlichen oder statistischen Hintergrund, sondern glänzen mit Fachkenntnissen in den Bereichen Strategie, Führung und Akquisition. So finden sich darunter ein Science-Fiction-Autor und ein Model.

Die Lancet-Studie über die Behandlung mit Hydroxychloroquin, in der Desai als einer der Koautoren aufgeführt war, behauptete, Surgisphere-Daten von fast 96.000 COVID-19-Patienten analysiert zu haben, die in 671 Krankenhäusern von 1.200 Krankenhäusern weltweit aufgenommen wurden und Hydroxychloroquin allein oder in Kombination mit Antibiotika erhielten.

Nur wenige Tage nach Erscheinen der Studie deckte der australische Guardian eklatante Fehler in den australischen Daten auf. In der Studie wurde auf fünf australische Krankenhäuser verwiesen, zu deren Daten Surgisphere Zugang hatte. Dort waren bis zum 21. April 2020 600 australische Covid-19-Patienten und 73 Todesfälle verzeichnet. Im Gegensatz dazu hatte die Johns Hopkins University bis zum 21. April in Australien nur 67 Todesfälle durch Covid-19 registriert. Als Erklärung gab Desai an, versehentlich sei ein asiatisches Krankenhaus in die australischen Daten aufgenommen worden. Daraufhin kontaktierte der Guardian fünf Krankenhäuser in Melbourne und zwei in Sydney, deren Mitarbeit für das Erreichen der australischen Patientenzahlen in der Datenbank unerlässlich gewesen wäre. Alle bestritten jede Mitwirkung an einer solchen Datenbank und hatten von Surgisphere noch nie etwas gehört. Auf die Bitte um Stellungnahme zu diesen Aussagen reagierte Desai nicht.

Am Abend des 2. Juni vom Guardian auf die Verlässlichkeit der Daten angesprochen, äußerte sich Lancet betroffen über die veröffentlichte Studie und kündigte weitere Untersuchungen an. Dem schloss sich das New England Journal of Medicine an.

Eine unabhängige Prüfung der Herkunft und Gültigkeit der Daten wurde nun von den Autoren der Studie, die keine Verbindung zu Surgisphere haben, in Auftrag gegeben, weil „Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Datenbank geäußert wurden“.

Am 3. Juni kündigte die WHO an, dass die Versuche mit Hydroxychloroquin nun wieder aufgenommen würden. Zwei Tage später meldete die Springer-Presse, dass zwei große COVID-19-Studien zurückgezogen wurden. Springer Medizin bezeichnete den Vorgang als Super-Gau in der Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Von den vier Verfassern der Hydroxychloroquin-Studien hatte nur der CEO von Surgisphere, Sapan Desai, Zugriff auf die analysierten Primärdaten. Die Arbeit selbst entsprach höchsten wissenschaftlichen Standards und bestand problemlos ein Peer-Review – ein Verfahren zur Qualitätssicherung einer wissenschaftlichen Arbeit oder eines Projekts durch unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet. Was aber nicht geprüft wurde, waren die Daten! Ein derartig unverantwortliches wissenschaftliches Vorgehen in einer so bedrohlichen Krise ist ein Skandal und fordert ein radikales Umdenken. Vielleicht spielen hier ja auch politische Motive eine Rolle. Um gegen Trump vorzugehen, ist anscheinend jedes Mittel erlaubt. Das Handelsblatt zitierte am 19. Mai Donald Trumps Statement: „Ich nehme seit einigen Wochen Hydrochloroquin ein“.(3)

Es folgte der Hinweis, dass der Präsident die Einnahme des Medikaments empfiehlt, obwohl es keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit des Präparats bei COVID-19 gebe.

Am Tag zuvor hatte das Weiße Haus ein Schreiben von Trumps Leibarzt Sean Conley veröffentlicht, wonach Trump und er nach zahlreichen Diskussionen zu dem Schluss gekommen seien, dass mögliche Vorteile einer Behandlung mit Hydroxychloroquin die damit verbundenen Risiken überwiegen.

mehr:
- Weltweite COVID-19-Politik auf dubioser Basis? (Wolfgang Effenberger, KenFM, 12.06.2020)

Studien Betrug aufgeflogen! (Investigative Journalisten decken weltweiten Skandal auf) {15:40}
5 IDEEN
Am 09.06.2020 veröffentlicht 
Begleittext auf YouTube

Covid-19-Patienten, die mit den Malariamitteln Hydroxychloroquin und Chloroquin behandelt werden, weisen einer groß angelegten Studie zufolge eine höhere Sterblichkeitsrate auf. "Hydroxychloroquin und Chloroquin zeigen keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten", erklärte Studienautor Mandeep Mehra vom Brigham and Women's Hospital der Harvard Medical School in Boston am Freitag. Vielmehr wiesen die erhobenen Daten auf ein erhöhtes Sterberisiko hin. Zudem erhöhten die Medikamente das Risiko für Herzrhythmusstörungen. […]
Doch die am Freitag in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie gibt Trumps Kritikern deutlich recht – und es handelt sich dabei keineswegs nur um eine weitere Untersuchung. Ein Forschungsteam der Harvard Medical School in Boston und des Herzzentrums am Universitätsspital Zürich hatte für die Studie die Daten von 96.000 Patienten in Hunderten Krankenhäusern weltweit ausgewertet.
[dho/AFP, Großstudie zu "Wundermittel": Tiefschlag für Trump: Hohe Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten durch Hydroxychloroquin, Stern, 22.05.2020]

Mit großer Zuverlässigkeit schafft es Donald Trump, auf seine Faktenignoranz noch eins draufzusetzen. Der US-Präsident will das Malariamittel Chloroquin in den Vereinigten Staaten großflächig zur Behandlung von Infektionen mit Sars-CoV-2 einsetzen – ohne vorherige sorgfältige Studien. Die Arznei ist für die Behandlung von Covid-19 nicht zugelassen. Bisher gibt es auch keine Belege dafür, dass das Medikament dagegen hilft. Trump plant also einen Massenversuch an der eigenen Bevölkerung.

Das reicht schon, den Präsidenten abermals als fahrlässig zu bezeichnen. Doch der 73-Jährige hat noch mehr getan, er hat die faktenbasierte Einordnung des wichtigsten Experten der USA, Anthony Fauci, mit seinem präsidialen Bauchgefühl überstimmt. Fauci sagt, Chloroquin sei nicht wirksam; Trump entgegnet, er sehe das anders, er habe ein gutes Gefühl, er sei ja ein "smart guy", ein schlauer Typ.

[Kathrin Zinkant, Donald Trump: Schlauer als die Fakten, SZ, 23.03.2020]  

Daten, die angeblich von mehr als tausend Krankenhäusern weltweit stammen, bildeten die Grundlage für wissenschaftliche Artikel, die zu Änderungen der Behandlungsrichtlinien für Covid-19 in lateinamerikanischen Ländern geführt haben. Es stand auch hinter einer Entscheidung der WHO und von Forschungsinstituten auf der ganzen Welt, Versuche mit dem umstrittenen Medikament Hydroxychloroquin einzustellen . Am Mittwoch kündigte die WHO an, dass diese Versuche nun wieder aufgenommen werden.

Zwei der weltweit führenden medizinischen Fachzeitschriften - das Lancet und das New England Journal of Medicine - veröffentlichten Studien, die auf Daten der Surgisphere basieren. Die Studien wurden vom Geschäftsführer der Firma, Sapan Desai, mitverfasst.[…]

Die Untersuchung des Guardian hat ergeben:

  • Eine Suche nach öffentlich verfügbarem Material legt nahe, dass mehrere Mitarbeiter von Surgisphere nur wenige oder keine Daten oder wissenschaftlichen Hintergrund haben. Eine Mitarbeiterin, die als Wissenschaftsredakteurin aufgeführt ist, scheint eine Science-Fiction-Autorin und Fantasy-Künstlerin zu sein, deren berufliches Profil darauf hindeutet, dass das Schreiben ihr Vollzeitjob ist. Ein weiterer Mitarbeiter, der als Marketingleiter aufgeführt ist, ist eine erwachsene Model- und Event-Hostess, die auch in Videos für Organisationen auftritt.
  • Die LinkedIn-Seite des Unternehmens hat weniger als 100 Follower und letzte Woche wurden nur sechs Mitarbeiter aufgelistet. Dies wurde ab Mittwoch auf drei Mitarbeiter geändert.
  • Während Surgisphere behauptet, eine der größten und schnellsten Krankenhausdatenbanken der Welt zu betreiben, hat es fast keine Online-Präsenz. Das Twitter-Handle hat weniger als 170 Follower und zwischen Oktober 2017 und März 2020 keine Beiträge. Bis Montag wurde der Link „ Kontakt“ auf der Surgisphere-Homepage zu einer WordPress-Vorlage für eine Kryptowährungs-Website umgeleitet, die Fragen dazu aufwirft, wie Krankenhäuser das Unternehmen problemlos kontaktieren können, um sich seiner Datenbank anzuschließen.
  • Desai wurde in drei Anzügen für Behandlungsfehler genannt, die nichts mit der Surgisphere-Datenbank zu tun haben. In einem Interview mit dem Wissenschaftler beschrieb Desai die Anschuldigungen zuvor als „unbegründet “.
  • Im Jahr 2008 startete Desai auf der Website Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne, die für ein tragbares „menschliches Augmentationsgerät der nächsten Generation, mit dem Sie das erreichen können, was Sie nie für möglich gehalten haben“. Das Gerät kam nie zum Tragen.
  • Desais Wikipedia-Seite wurde nach Fragen zu Surgisphere und seiner Geschichte gelöscht, die erstmals 2010 gestellt wurden. 
Aber nur Tage später enthüllte Guardian Australia eklatante Fehler in den in die Studie einbezogenen australischen Daten. Der Studie zufolge erhielten Forscher über Surgisphere Zugang zu Daten aus fünf Krankenhäusern, in denen 600 australische Covid-19-Patienten und 73 australische Todesfälle am 21. April erfasst wurden.

Daten der Johns Hopkins University zeigen jedoch, dass bis zum 21. April in Australien nur 67 Todesfälle durch Covid-19 registriert wurden. Die Zahl stieg erst am 23. April auf 73. Desai sagte, ein asiatisches Krankenhaus sei versehentlich in die australischen Daten aufgenommen worden, was zu einer Überschätzung der Fälle dort geführt habe. Das Lancet veröffentlichte nach der Geschichte des Guardian einen kleinen Rückzug in Bezug auf die australischen Ergebnisse, die bislang einzige Änderung der Studie.

Der Guardian hat seitdem fünf Krankenhäuser in Melbourne und zwei in Sydney kontaktiert, deren Zusammenarbeit für das Erreichen der australischen Patientenzahlen in der Datenbank von wesentlicher Bedeutung gewesen wäre. Alle bestritten jede Rolle in einer solchen Datenbank und sagten, sie hätten noch nie von Surgisphere gehört. Desai antwortete nicht auf Anfragen, ihre Aussagen zu kommentieren.

Eine andere Studie unter Verwendung der Surgisphere-Datenbank, die erneut von Desai mitverfasst wurde, ergab, dass das Antiparasiten-Medikament Ivermectin die Sterblichkeitsrate bei schwerkranken Covid-19-Patienten senkte. Es wurde online in der E-Bibliothek des Social Science Research Network veröffentlicht, bevor es einer Peer-Review oder Veröffentlichung in einem medizinischen Journal unterzogen wurde, und veranlasste die peruanische Regierung, Ivermectin zu ihren nationalen Covid-19-Therapierichtlinien hinzuzufügen.

[Melissa Davey, Stephanie Kirchgaessner, Sarah Boseley,
Surgisphere: Regierungen und WHO haben die Covid-19-Politik basierend auf verdächtigen Daten eines winzigen US-Unternehmens geändert, Guardian, 03.06.2020 – Google-Übersetzer]    

„Es ist in der Tat sehr ernüchternd, dass diese Unstimmigkeiten weder im Peer Review, noch im editoriellen Prozess der Journale aufgefallen sind. Gerade bei so hochrangigen Zeitschriften wie ‚The Lancet‘ und dem ‚NEJM‘ sollte so etwas nicht vorkommen“, kommentiert Professor Jörg Meerpohl, der Direktor des Instituts für Evidenz in der Medizin an der Universität Freiburg den Sachverhalt.

Studien wegen medialen Drucks gestoppt

In einer Mitteilung des Science Media Centers (SMC) betont er weiter: „Besonders dramatisch finde ich, dass dies bei Studien passiert ist, von denen klar war, dass sie eine so große Bedeutung für das Management der Pandemie weltweit haben. Hier hätte ich 200-prozentige Sorgfalt erwartet.“

Der Schaden ist groß: Aufgrund der zurückgezogenen Studien „wurde in laufenden Studien die Behandlung mit Cloroquin/Hydroxychloroquin pausiert beziehungsweise Studien ab gebrochen“, erinnert Mehrpool.

Das gilt unter anderen für Teile der WHO-Studie SOLIDARITY sowie zwei deutsche Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit der Malariamittel bei COVID-19. Diese Studien werden allerdings bereits wieder weitergeführt, weil sich dort bisher – anders als in der zurückgezogenen Studie – keine Sicherheitsbedenken ergeben hätten.

[Wolfgang Geissel, Hydroxychloroquin und Antihypertensiva – Zwei große COVID-19-Studien zurückgezogen, Ärztezeitung, 05.06.2020]

 
nur der erste Satz:
Schweinegrippe 2009 - Wolfgang Wodarg vs. Christian Drosten - wer hatte recht? {7:12 
– Wodarg: »Wenn der Staat keine eigenen Instrumente hat, die Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden, dann ist er dieser Industrie ausgeliefert!«}

Reinhard Gröll
Am 01.04.2020 veröffentlicht 


Corona - Die häufigsten Fragen {27:22 – Start bei 4:43 
– Spitzbart: »Es wurde nur einer gehört«}
Dr. med. Michael Spitzbart
Am 13.04.2020 veröffentlicht 
Corona Immunsystem

siehe auch:
Eine Welt nach Corona wird es nicht geben. Es wird nur eine Welt mit Corona geben. Die wichtigste Erkenntnis aus den vergangenen drei Monaten ist, dass nur eine staatliche Organisation Mittel und Fähigkeiten hat, eine derartige Lage zu meistern. Und das wäre mein erstes und wichtigstes Vorhaben: Die Daseinsvorsorge gehört in die Hand des Staates. Die Gemeinnützigkeit hätte bei mir absoluten Vorrang. Private Klinikkonzerne sind zu enteignen und durch Rückkauf zu entschädigen. Im Gesundheitswesen müssen alle Gewinne im System bleiben, statt an der Börse zu landen. Flächentarifverträge wären wieder überall gültig, ärztliches und Pflegepersonal könnte endlich mit guten Arbeitsbedingungen rechnen.
[Stephan Hebel, Arzt erhebt schwere Vorwürfe gegen Jens Spahn: „Bevölkerung immer wieder in die Irre geführt“, Interview mit Bernd Hontschik, FR, 09.06.2020]

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE Coronavirus: Sind wir auf dem Weg in die Gesundheitsdiktatur? (Bernd Hontschik, FR, 22.03.2020)

Wenn Journalismus zur Glaubenslehre wird (Marcus Klöckner, NachDenkSeiten, 25.10.2019)
Der Penis ist schuld am Klimawandel! (Post, 25.05.2017)
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zur Erinnerung:


Karl Lauterbach: Wolfgang Wodarg erzählt "blanken Unsinn" zu Corona – das sind Fake News! {3:56 – Start bei 1:26 
– Lauterbach: »Das ist eine abwegige, völlig falsche Sicht der Dinge […] blanker Unsinn.[…]  […] Das Corona-Virus, das wir jetzt haben, hat mit den Corona-Viren, die wir kennen, nix zu tun, es funktioniert ganz anders, ist ganz anders aufgebaut. Es kombiniert eine sehr hohe Übertragbarkeit mit einer hohen Sterberate. Jeder, der da ernsthaft unterwegs ist, sagt: ›Sowas haben wir noch nie gehabt.‹ […] 8 Millionen Infizierte, Zehntausende, die sterben werden…«}
SPD-Fraktion im Bundestag
Am 18.03.2020 veröffentlicht 
Aktuell macht ein Video mit Wolfgang Wodarg die Runde, das das Coronavirus verharmlost. "Blanker Unsinn", sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Das ist eine abwegige, vollkommen falsche Sicht der Dinge."
Im Video erklärt Lauterbach, warum #COVID19 sehr wohl sehr gefährlich ist.
mein Kommentar:
Eindrucksvolle Mischung aus Wertschätzungen und Abwertungen sowie Glaubens-Bekenntnissen… 
Es ist nichts belegt, 
und inzwischen ist alles widerlegt – glaube ich…
SARS-Cov2 ist KEIN Killer-Virus, die Letalität liegt bei knapp unter 0,4%. (Schweden ist ein großes Fragezeichen)
mehr dazu siehe:
- Corona-Hypnose, Tag 76: faktenbefreites Exit-Schwurbeln (Hintergrundimmunität, Virusaufbau, Infektiosität) (Post, 15.04.2020)

Damit also unvorsichtige Reden nicht Einfältige in Irrtum ziehen, verbieten wir nach gemeinsamem Rat von Doktoren der Hl. Schrift wie anderer kluger Männer solches und ähnliches und verurteilen es ganz und gar; wir exkommunizieren alle jene, die die genannten Irrlehren oder irgendeine von ihnen als Dogma verkünden oder sich irgendwie vornehmen, sie zu verteidigen oder zu behaupten, ebenso auch deren Hörer, wenn sie sich nicht binnen sieben Tagen dem Kanzler der Universität entdecken wollen (…).
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Pariser Verurteilungen, Verurteilung von 1270, Wikipedia, abgerufen am 10.06.2020 – Hervorhebungen von mir
mehr dazu siehe: