Freitag, 26. Dezember 2014

Deutsche glauben den Medien nicht

Nun hatten sie sich doch solche Mühe gegeben, die deutschen Medien, den Anschein von objektiver Berichterstattung im Ukraine-Konflikt herzustellen. Was die kräftig mit-anscheinende ZEIT geritten hat, kurz vor Weihnachten eine Umfrage zum Thema in Auftrag zu geben, weiß man nicht. Aber das erste Ergebnis ist genau so, wie vermutet: 47 Prozent der Befragten waren der Auffassung, dass die Medien einseitig berichten und von der Politik gelenkt würden. Selbst das anvisierte Haupt-Ziel der Medien-Militarisierung, die Vorbereitung der Kriegs-Schuld-Erklärung, wurde verfehlt: Immerhin 37 Prozent machen den Westen und Russland für den Ukraine-Konflikt gleichermaßen verantwortlich. Und, so schreibt die ZEIT weiter, "Das Misstrauen in die Medien und in den Westen nimmt mit der Höhe des Bildungsabschlusses und des Einkommens zu." Peng. Ebenso schade wie bezeichnend ist, dass die Umfrage nicht detaillierter veröffentlicht wurde. Gesichert ist: Wer klüger ist, hat den Kinderglauben an die Vierte Gewalt längst verloren.

Unter Berufung auf irgendwelche Kreise oder nach eigenen Angaben: So oder so ähnlich beginnen ebenfalls kurz vor Weihnachten die Meldungen der Mainstream-Medien, wenn es um die Aufrüstung der baltischen Länder geht. Denn noch glaubt der Redakteur, er müsse Nachrichten wie diese begründen: "Für insgesamt 138 Millionen Euro schafft das 1,3 Millionen Einwohner zählende Estland nun 44 Panzer vom Typ CV90 und sechs vom Typ Leopard aus den Niederlanden an. Zuvor hatte es bereits in den USA für 40 Millionen Euro 40 Stinger-Raketensysteme bestellt." Das legt uns Springers WELT auf den Gabentisch und verkündet: "Die baltische Luftraumüberwachung der Nato hat nach eigenen Angaben allein Anfang Dezember täglich bis zu 30 russische Militärflugzeuge abgefangen". Da sind sie "die eigenen Angaben". Ungeprüft von irgendeinem NATO-Sprecher, der in einem baltischen Hinterzimmer sitzt, übernommen

mehr:
Weihnachtsüberraschung – Deutsche glauben Medien nicht (U. Gellermann, Rationalgalerie, 24.12.2014, Hervorhebungen oben von mir)

siehe auch:

- Transatlantische Netzwerke und die Medien (Ceiberweiber, 05.02.2015)

siehe auch:

- ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken (NDR, 17.12.2014)
Zitat: »Die repräsentative Umfrage ergibt alarmierende Zahlen.«

ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken {13:47}


Veröffentlicht am 22.12.2014
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Kein Wunder sinkt das Vertrauen der Leute in die Medien. Es wird überall manipuliert, unkontrolliert abkopiert, Nachrichten von Agenturen abgekauft, usw.
Inzwischen weiss ein jeder, dass man den Massenmedien nicht bei Allem glauben sollte. Daran sind die Massenmedien vielfach selber Schuld.
alter Info-Text: Veröffentlicht am 18.12.2014
Ein Großteil der deutschen Mediennutzer vertraut der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt wenig bis gar nicht: Eine repräsentative Umfrage ergibt alarmierende Zahlen.

aus dem Video: 
Sprecher: »Autor Matthias Bröckers meint, die Medien würden verschweigen, worum es im Ukraine-Konflikt wirklich geht.«
Bröckers: »Wir, der Westen, haben das Interesse, die Ukraine aus dem Verband mit Russland rauszubrechen.«
Sprecher: »Nicht alle, aber einige, teilen diese These. Das Publikum: Künstler, Juristen, Journalisten, Beamte – Bildungsbürgertum.«
Ein Mann aus dem Publikum: »Man hat den Eindruck, daß die deutschen Medien, sowohl die Printmedien, wie auch die elektronischen, daß die … ein Verstärkungsorgan, ein Propagandainstrument der Regierung sind. Es gibt überhaupt keine kritische Stimme mehr!«
Ein anderer Zuhörer beim Bröckers-Vortrag: »Ich möchte wissen, wer an welchen Stellschrauben dreht, daß Süddeutsche, SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine, nur um drei zu nennen, alle im Tenor mehr oder weniger das Gleiche sagen und es praktisch bei uns keine Alternative dazu gibt.«
Ein weiterer Zuhörer: »Wir werden ständig nur angelogen. Bei der Ukraine war’s ganz besonders schlimm. Das ist die reinste Kriegshetze gewesen. Und leider bis in die taz hinein. Da war ich sehr entsetzt.«

Sprecher: »Nach einer represäntativen Umfrage im Auftrag von ZAPP haben nur 29 % der Befragten großes oder sehr großes Vertrauen in die Medien insgesamt, 54 % haben wenig Vertrauen, 15% gar keins.…«

zur Umfrage:

- Mehrheit hat kein Vertrauen in Medien-Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt (Infratest dimap, Erhebungszeitraum: 1.-2. Dezember 2014)
Journalismus: Wer vertraut uns noch? (Götz Hamann, ZEIT Online, 25.06.2015)
Deutsche verlieren Vertrauen in Medien (junge Freiheit, 24.06.2015)
Zeit-Umfrage: Sinkendes Vertrauen in die Medien (Marcus Klöckner, Telepolis, 24.06.2015)

Streitfall Ukraine -- Was läuft schief in der Berichterstattung? {1:08:30}


Live übertragen am 05.07.2014
Streitfall Ukraine -Was läuft schief in der Berichterstattung?

Glaubwürdigkeit der Medien:
- Die Glaubwürdigkeit der Medien: “Wir sind natürlich angewiesen, pro Regierung zu berichten.” (Post, 19.01.2016)
- Ehrenrettungsversuche der Presse (Blauer Bote Magazin, 21.01.2016)
ZDF bestreitet bezahlte Aussagen von "Igor" (Post, 02.01.2016)
zunehmende Skepsis gegenüber den Medien (Post, 17.12.2015)
Es wäre an der ZEIT, das verlorene Vertrauen ihrer Leser durch eine Berichterstattung wieder zu gewinnen, die vielleicht sogar einseitig in der Meinung sein darf, die aber auch ausgewogen und wahrheitsgemäß informieren muss.

Mit solchen, o.g. falschen Behauptungen - insbesondere auch wiederholt über RUS und seine Geschichte - bleibt das Ringen um das Vertrauen der Leserschaft leider ohne Glaubwürdigkeit und Substanz. Denn reine Meinungsmache - unbewiesen und sachlich offensichtlich falsch - ist genau das, was zu dem beklagten Vertrauensverlust geführt hat und ihn weiter vertiefen lässt.

Bliebe die ZEIT bei der Wahrheit, bliebe wahrlich noch genug, was man an RUS Politik in Tschetschenien oder auf der Krim kritisieren könnte, und wofür die Leser sicher auch Verständnis hätten. Verfälscht man die Wahrheit aber, kann die ZEIT kein Vertrauen mehr bei den Lesern erwarten, die einen solchen Artikel durchschauen und ihn als reine Propaganda erkennen. Die ZEIT bekommt weiter den so beklagten Empörungsrausch ihrer Leser. Denn die sehen es vielleicht immer noch so, wie es die ZEIT selbst beschrieb:

„Wahr ist aber auch, dass Journalisten in den vergangenen Jahren in entscheidenden Momenten versagt haben. ... Damals, .., gaben viele .. Medien im Grunde nur US-Regierungspropaganda wieder – und zogen mental mit in den Krieg.“

- Vertrauensverlust in die Medien wegen haarsträubender “Fehler” in der politischen Berichterstattung (Blauer Bote Magazin, 24.06.2015)
Ukraine-Berichterstattung: Wie kommt die Wahrheit in die Mitte? (Post, 15.03.2015)
- Freiwild – Über Zähmung, Verwahrlosung und Niedergang des Journalismus (Post, 02.01.2015)
- Weihnachtsüberraschung: Deutsche glauben den Medien nicht (U. Gellermann, Rationalgalerie, 24.12.2014)
Völkerrechtsverletzungen und das Narrativ deutscher Medienberichterstattung (Post, 21.12.2014)
Was steckt dahinter: die Strategie (Post, 17.12.2014)
Ein Verstehens-Modell zur medial ausgetragenen Auseinandersetzung zwischen den USA und Rußland (Post, 13.12.2014)
Ukraine hat ein neues Ministerium für Informationspolitik (Post, 11.12.2014)
Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)
Unsere Leitmedien und der Appell zum Dialog (Post, 08.12.2014)
Kesseltreiben gegen deutsche Politiker, die eine andere Russlandpolitik fordern (Post, 07.12.2014)
Achtung Werbung: Medien im Krieg (Post, 05.12.2014)
Leitmedien-PR-Desaster, der nächste bedauerliche Einzelfall (Post, 02.12.2014)
Das Publikum will der Presse einfach nicht mehr glauben… (Post, 01.12.2014)
Die Propaganda-Suppe am Köcheln halten: Die Mär vom bevorstehenden Krieg (Post, 30.11.2014)
Social Media und die Vertrauenskrise des Journalismus (Post, 30.11.2014)
Von allen Seiten Nebelkerzen (Post, 30.11.2014)
Die Propaganda-Suppe stetig am Köcheln halten… (Post, 29.11.2014)
Zum Russlandbild in den deutschen Medien (Post, 29.11.2014)
Gabriele Krone Schmalz: Volksabstimmung auf der Krim war nicht völkerrechtswidrig (Post, 28.11.2014)
Es ist nur Propaganda, wenn's die Russen machen (Post, 28.11.2014)
Ukraine und USA: Interessen, Nebelkerzen und Deutungshoheit (Post, 27.11.2014)
Wider den öffentlichen Dialog mit Russland – Unsere Bundesmama und zwei ungehorsame Kinder (Post, 26.11.2014)
Der Grund für westlichen Hass ist Putins Bilanz (Post, 26.11.2014)
Wo sind Peter Scholl-Latour und Ulrich Wickert, verdammt nochmal? (Post, 25.11.2014)
Iwan Rodjonow: Propaganda gegen Propaganda (Post, 25.11.2014)
Ukraine-Berichterstattung: Der Umgang der Medien mit Kritik (Post, 23.11.2014)
Ray McGovern: Krieg, Geheimdienste und Medienmacht (Post, 23.11.2014)
Rußland in den Medien – Es geht weiter: Lügen und verdrehen… (Post, 22.11.2014)
Medien und die Kommentarfunktion (Post, 21.11.2014)
Von Putinverstehern und Journalistenverstehern (Post, 19.11.2014)
Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)
Interview: Putin und der russische Standpunkt (Post, 19.11.2014)
Ein Putin-Interview und die stereotype Reaktion unserer Medien (Post, 18.11.2014)
Die NATO-Bedrängnis-Inszenierung: der Automatismus von Beschuldigung und der Forderung nach höheren »Verteidigungs«-Ausgaben (Post, 15.11.2014)
Nato meldet: Russland marschiert in die Ost-Ukraine ein (Post, 13.11.2014)
Über die Schwierigkeiten von öffentlichen Diskussionen (Post, 10.11.2014)
Was sich in den Medien ändern muss (Post, 07.11.2014)
Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde (Post, 06.11.2014)
"Die Menschen sind Teil eines Systems, das von Denkmaschinen gesteuert wird" (Post, 06.11.2014)
Noch ein wenig USA und Kriegsstimmung in Europa (Post, 28.10.2014)
- Medien: Volle Ladung Hass (Bernhard Pörksen, ZEIT Online, 23.10.2014)
"Wir haben keine freie Presse mehr" (Post, 04.10.2014)
“Tagesthemen”-Moderator Thomas Roth entschuldigt sich on Air für Ukraine-Patzer (Post, 02.10.2014)
"Journalisten scheinen sich förmlich im Schützengraben einzubuddeln" (Post, 30.09.2014)
Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (Post, 18.09.2014)
Menschen, die mir während der Ukraine-Krise positiv aufgefallen sind (Post, 17.09.2014)
Aachener Rede von Gabriele Krone-Schmalz (Post, 14.09.2014)
»Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 13.09.2014)
Die „SZ“ schließt ihre Kommentarfunktion (Post, 12.09.2014)
Der Bürger als Hund (Post, 12.09.2014)
Ungarns Medien kämpfen um ihre Existenz (Post, 11.09.2014)
Der GAU für Washingtoner Thinktanks (Post, 09.09.2014)
Für eine Kultur der Integrität (Post, 07.09.2014)
Makabres Déjà-vu (Post, 02.09.2014)
- Falsche Bilder bei der ARD zum Ukraine-Konflikt Propagandatricks - oder Pannen in Serie (Matthias Meissner, Tagesspiegel, 02.09.2014)
Peter Scholl-Latour ist tot (Post, 16.08.2014)
Dianne Feinstein, CIA, NSA (Post, 09.08.2014)
Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)


zuletzt aktualisiert am 23.01.2016

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