Dienstag, 16. Juni 2015

Der Spiegel und der Couchforensiker: Elliot Higgins und Bellingcat, bezahlt und instrumentalisiert von US-amerikanischen Neocons

Der Spiegel sah sich zu einer kleinlauten Entschuldigung bei seinen Lesern gezwungen:
"Was wir aus der Berichterstattung über den Bellingcat-Report lernen",
posteten die Unfehlbaren aus Hamburg, vor der breiten Leserschaft versteckt, auf Spiegelblog am 4. Juni. Drei Tage zuvor noch hatten sie auf Spiegel-online behauptet zu wissen,
"Wie Russland die MH17-Beweise manipulierte"
Inzwischen war diese Überschrift geändert worden. Etwas vorsichtiger behaupteten die Spiegelleute nun:
"Wie Russland die MH17-Beweise manipuliert haben soll"
Während Spiegel-online-Chefredakteur Florian Harms sich auf Spiegelblog unter weitgehendem Ausschuss der Öffentlichkeit wand: 
"Auch hier hätten wir von Beginn an vorsichtiger formulieren und klarmachen müssen, dass es zwar den Vorwurf der Fälschung gibt, dieser aber nicht zweifelsfrei bewiesen ist",
beliessen die Redakteure den Text des Artikels frecherweise in seiner alten Form, mit all den unhaltbaren Behauptungen. Der Artikel befasste sich mit einer angeblich forensischen Untersuchung der Internetplattform "Bellingcat". Darin behauptete der Autor, Russland habe Bilder gefälscht, die nachweisen sollten, dass die Malysische Boeing MH17 am 17. Juli 2014 über der Ostukraine von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden seien. In dem Spiegel-online Beitrag heisst es bis heute: 
"Das Team der unabhängigen Investigativplattform Bellingcat hat zwei dieser Satellitenbilder des russischen Verteidigungsministeriums forensisch analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: "Die forensische Analyse des Bellingcat-Untersuchungsteams hat eindeutig und unzweifelhaft nachgewiesen, dass diese Satellitenfotos falsch datiert und durch die Software Adobe Photoshop CS5 digital verändert wurden".
Erst ganz zum Abschluss unter dem Artikel ist ein sogenanntes Update eingefügt, in dem darauf hingewiesen wird, dass die "forensische Analyse" von Bellingcat nichts weiter als Kaffeesatzleserei ist:
"Professionelle Bild-Forensiker kritisieren die Bellingcat-Analyse als unwissenschaftlich. Sie erlaube keine zuverlässigen Rückschlüsse, ob die Aufnahmen des russischen Verteidigungsministeriums tatsächlich manipuliert wurden. "Das ist eine Fehlinterpretation", sagt der Hamburger Bild-Forensiker Jens Kriese. Bellingcat betreibe "Kaffeesatzleserei“.Auch der Betreiber der Plattform FotoForensic.com, auf die sich die Bellingcat-Untersuchung beruft, kritisiert das Verfahren scharf. Auf Twitter schrieb Neal Krawetz, der Fall zeige "wie man eine Analyse nicht machen sollte".
Aber nicht nur der Spiegel ergötzte sich am 1. Juni an der angeblichen Entlarvung russischer Fälschungen zum Abschuss der MH17 Maschine. Natürlich waren auch die Öffentlich-Rechtlichen sofort zur Stelle. ZDF-heute und der WDR in seiner Sendung "Aktuelle Stunde" präsentierten sogar den Autor der "forensischen" Studie.
"Hinter dem als »investigativer Journalist« (WDR) bzw. »Internetaktivist« (ZDF) Eingeführten verbirgt sich Olaf Neitsch – ein Mann mit vielfachen Begabungen und einer bewegten Vergangenheit, wie jW-Recherchen ergaben. Bis 1989 war er nach Auskunft ehemaliger Kollegen bei der Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) Berlin-Treptow beschäftigt. Neitsch selbst bestritt das auf jW-Nachfrage jedoch. Nach dem Anschluss der DDR versuchte er sein Glück zeitweise als Kneipier in Bernau und wechselte später in die Versicherungsbranche. Bei der Deutschen Krankenversicherung (DKV) taucht er online als Mitarbeiter auf (olaf-neitsch.dkv.com), auskunftsfreudiger ist sein Werbeauftritt für die Ergo-Versicherung, wo er nach dem Motto »Versichern heißt verstehen!« als »Organisationsleiter (Werbekolonnen)« in Ahrensfelde bei Berlin den Verkauf von Policen koordiniert. Aber auch sonst ist Neitsch in den Sphären des World Wide Web kein unbeschriebenes Blatt, im Gegenteil: In Sachen Internet scheint er über eine besondere Expertise zu verfügen, die ihn bei »Bellingcat« empfohlen haben mag: Für das Onlinespiel »Second Life« (deutsch: zweites Leben) bietet er über seine Firma »Virtual Services« Tier- und Landschaftsbilder zum Verkauf an. Die Mitarbeit bei »Bellingcat« betreibt Neitsch nach eigener Auskunft als Hobby."
mehr:
- Couchforensiker Elliot Higgins und Bellingcat, bezahlt und instrumentalisiert von US-amerikanischen Neocons (Spiegelkabinett, 16.06.2015)
siehe auch:
👻 Der Geheimdienst informiert? 😜 (Post, 16.05.2019)
Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 15.03.2019)
Faktenfreie Qualitäts-Hetze im ARD-Faktenfinder (Post, 06.02.2019)
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)


Welche Agenda das Atlantic Council verfolgt, lässt dessen Mitglieder-Liste erahnen: Im Verwaltungsrat sitzen vier ehemalige CIA Direktoren, ehemals hochrangige Militärs der US-Armee und der NATO. Unter den Honorary Directors befinden sich zahlreiche US-Außenminister, wie Madeleine Albright, Colin Powell, und Condoleezza Rice, sowie die Ex-US-Verteidigungsminister Robert Gates und Leon Panetta. Abgerundet wird die illustre Riege durch ein Advisory Board mit Vertretern der Militär- und Ölindustrie.

Im Jahr 2011 wurde ein Bericht von Eliot Higgins in den Medien als Beweis promotet, dass der syrische Staatschef Assad Sarin-Gas gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt habe und damit die die lang behauptete These der US-Politik untermauert. Leider konnten die USA ihre eigenen Beweismaterialien für Assads Giftgas-Angriff nicht veröffentlichen, da diese geheim waren …

Passend zu Elliots Ukraine-Behauptungen wurde von großen Medien wieder das Image des einsamen Internethelden promotet, der als Einzelkämpfer die Wahrheit aufdeckt. Derartige Berichte tragen zu Elliots Glaubwürdigkeit bei. So erwähnte auch die Süddeutsche Zeitung in ihrem Bericht vom 2. Juni wie Higgins „vom "World of Warcraft"-Zocker zum journalistischen Hoffnungsträger“ avancierte. „Aus frei zugänglichem Material destilliert Higgins Informationen, die viele Geheimdienste der Welt aufhorchen lassen“, heißt es darin. Ein Einzelkämpfer auf der Couch soll klüger sein, als die konzernartig-riesigen Geheimdienste?

Einige Journalisten erklären sich das so: Sie sagen, Higgins muss Waffen verkauft haben, weil er so viel über das Thema weiß.

Auch werden ihm Verbindungen zur CIA, MI5, MI6, Mossad, mit der Bilderberg-Gruppe und George Soros nachgesagt. Der Niederländer Joost Niemöller schrieb dazu auf seinem Blog „Der neue Realist“:

„Higgins ist ein Teil des Mediennetzwerks The London Projekt Investigation, einem Zusammenschluss von allen Arten von Hackern und Journalisten der Financial Times. Diese Gruppe arbeitet, wie sie von sich selbst sagt, auch mit der viel größeren OCCRP zusammen, dem Organized Crime and Corruption Reporting Project. Ein Blick auf die Website des OCCRP macht deutlich, dass dies nicht nur ein Forschungsprojekt zum Thema organisierte Kriminalität ist, wie der Name sagt. Es ist eigentlich eine antirussische Informationsdatenbank.

Die OCCRP berichtete beispielsweise ausführlich über Korruption in der russischen Finanzwelt.

Aber noch wichtiger: Die OCCRP wird, wie sie selbst erklärt, durch Organisationen wie Open Society des Spekulanten George Soros finanziert.“

Ein weiterer Sponsor des OCCRP ist USAID, die internationale Hilfsorganisation der US-Regierung und der Demokratiefonds der Vereinten Nationen (UNDEF).
[MH17 Abschuss: Wer sind eigentlich Bellingcat und Elliot Higgins?, Epoch Times, 03.06.2015]

Falsche Wolken über der Ukraine? Die Photoshop-Arbeiten des Kreml und die Fehler der Bellingcat-Analyse (Spiegelkabinett, 03.06.2015)
Ukraine-Intermezzo: wie Bellingcat arbeitet (Gabriele Wolff, 28.01.2015)
Rocket Man (Patrick Radden Keefe The New Yorker, 17.11.2013 – Google-Übersetzer)
27 000 PR-Berater polieren das Image der USA (Post, 12.02.2009)

mehr zu transatlantischen Beeinflussungs-Gesellschaften:

aktualisiert am 06.09.2019
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Montag, 15. Juni 2015

Heute vor 43 Jahren – 15. Juni 1972: RAF-Terroristin Ulrike Meinhof verhaftet

Die Henne und das Ei: Wer ist hier krank im Kopf?


Vor 40 Jahren gab der Lehrer Fritz Rodewald der Polizei den entscheidenden Hinweis

Die Terroristin Ulrike Meinhof und ihr Begleiter Gerhard Müller wurden am 15. Juni 1972 von der Polizei in Hannover verhaftet. Damit waren wenige Wochen nach der blutigen Mai-Offensive der RAF die bekanntesten Mitglieder der Roten Armee Fraktion eingesperrt.

"Die festgenommenen Personen führten Pistolen des Kalibers neun Millimeter, eine Maschinenpistole, zwei selbst gefertigte Handgranaten, eine etwa viereinhalb Kilogramm schwere Bombe und zahlreiche gefüllte Magazine und diverse Munition mit sich."

Die Festnahme von Ulrike Meinhof und Gerhard Müller in Hannover-Langenhagen war für die Polizei ein großer Erfolg. Allerdings nicht in erster Linie wegen der gefundenen Waffen. Für die Sicherheitskräfte war von besonderer Bedeutung, dass Ulrike Meinhof durch einen Hinweis aus der Bevölkerung verhaftet werden konnte. Denn noch gab es den Mythos, dass die RAF über erhebliche Unterstützung in der Bevölkerung oder wenigstens in der Linken verfügte: die viel und heftig attackierten Sympathisanten. Öffentlich besonders scharf angegriffen worden war der Schriftsteller Heinrich Böll, der noch Anfang 1972 im "Spiegel" - besorgt darum, dass sie bei einer Festnahme erschossen werden könnte - Gnade für Ulrike Meinhof gefordert hatte:

"Will Ulrike Meinhof, dass es so kommt? Will sie Gnade oder wenigstens freies Geleit? Selbst wenn sie keines von beiden will: Einer muss es ihr anbieten. Dieser Prozess muss stattfinden, er muss der lebenden Meinhof gemacht werden. In Gegenwart der Weltöffentlichkeit."
siehe auch:
- Das Phänomen RAF (Annette Vowinckel, H-Soz-Kult, September 2004)

Ex-RAF-Terrorist Boock bei Anne Will 2 [2:33]

Hochgeladen am 22.11.2009

mehr:
- RAF-Terroristin Ulrike Meinhof verhaftet (Oliver Tolmein, Deutschlandradio Kultur, 15.06.2012)
siehe auch:
- Striptease und Ulrike Meinhof: Wie nahe doch die Gefühle beieinanderliegen… (Post, 08.12.2011)
- Klammer im Kopf (Jürgen Schneider, JungleWorld, 04.12.2002)
Zitat:
Peiffer stellte eine »Kausalität zwischen der Hirnveränderung und den realitätsverlustigen Terrorhandlungen« fest und schrieb weiter: »Aus fachärztlicher Sicht wären Hirnschäden des hier nachgewiesenen Ausmaßes und entsprechender Lokalisation unzweifelhaft Anlass gewesen, im Gerichtsverfahren Fragen nach der Zurechnungsfähigkeit zu stellen.«

Bogerts erklärte im November gegenüber der Presse: »Die Schuldfähigkeit Meinhofs war zu hinterfragen. Auf Grund des nicht zu entfernenden Tumors im mittleren Schläfenhirn, verbunden mit den Schädigungen durch den Eingriff 1962, lag nahe, dass ihre Psyche gestört war. Das Abgleiten in den Terror« sei, so der Magdeburger Professor weiter, »durch die Hirnerkrankung mit zu erklären«. Nach derzeitigem Kenntnisstand stehe zweifellos fest, dass eine derartige Hirnschädigung zu erheblichen psychischen Störungen und zu erhöhter pathologischer Aggressivität führe.

Bogerts knüpft an Bemühungen der Bundesanwaltschaft von 1973 an, Meinhof unter Zwangsnarkose neurologisch untersuchen zu lassen und dabei eine Szintigraphie durchzuführen. Damals sprach Bundesanwalt Zeis seine Absicht offen aus: »Wäre doch sehr peinlich, wenn sich herausstellte, dass alle diese Leute einer Verrückten nachgelaufen sind.« […]

Der italienische Terrorismusforscher Angelo Ventura gibt eine Erklärung, warum die Ursache »terroristischer Gewalt« gerne in psychischen Merkmalen lokalisiert wird: »Wenn der Terrorismus tatsächlich einzig ein Produkt von Dysfunktionen des sozialen und politischen Systems wäre, würde er aufgrund des kausalen Zusammenhangs von Ursache und Wirkung Züge des Fortschritts an sich tragen, das heißt eine Legitimation erhalten und quasi 'geadelt'.« (Stefan Seifert, Lotta Armata. Bewaffneter Kampf in Italien, 1991)
Öffentliche Proteste konnten die drohende Zwangsnarkose und Manipulation an Ulrike Meinhofs Gehirn verhindern.

mein Kommentar:
Leute, jetzt laßt mal die Kirche im Dorf! Die Gleichsetzung diagnostischer Maßnahmen mit »Manipulation« ist einfach unlogisch! Und sie zeigt, wie schnell gewisse Leute mit äußerst böswilligen Interpretationen bei der Hand sind.
Wenn jemand nach einer solch schweren Gehirnoperation nur noch mit der Waffe aus dem Haus geht (siehe meinen Post), spricht das für eine Persönlichkeitsveränderung. Deren Diagnose paßte den Linken damals wohl nicht in den Kram, hätte es doch deren politische Ziele möglicherweise infrage gestellt. Eine Gallionsfigur mit Verfolgungswahn ist schlecht für die politische Bewegung, die dahinter steht.
Die abwertende Äußerung von Bundesanwalt Zeis ist alles andere als deeskalierend.
Ich werde das Gefühl nicht los, daß sich die gesamte extreme Linke damals verrannt hat.

Politik direkt | "Nichts bereut" - Der RAF Terrorist Christian Klar kommt frei [5:38]

Hochgeladen am 19.12.2008
Schuldig für neun Morde und elf Mordversuche - am 2. April 1985 wird der RAF- Terrorist Christian Klar von einem Stuttgarter Gericht verurteilt zu fünfmal "lebenslänglich" plus 15 Jahre. Das ist die höchste Strafe, die es jemals für Terroristen in Deutschland gegeben hat. In wenigen Tagen soll Christian Klar aus der Haft entlassen werden. So will es das Gesetz. Gutachter bescheinigen Klar, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgehe. Doch seine Taten hat er bis heute nicht bereut. Zudem weigert er sich, Hintergründe der Gewalttaten zu enthüllen. Das empört nicht nur die Angehörigen seiner Opfer. Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwaltes Buback, Michael Buback beklagt, seine Familie wird immer leiden, der Täter aber wird ins Leben entlassen.

- Dokumentation "Das geht anders" (Christian Klar, n-tv, 26.02.2007)



- Ulrike Meinhof - Die Biographie. Von Jutta Ditfurth. (Geschichtsforum.de, 06.10.2009)
- Ulrike Meinhof (SPIEGEL Online, Artikelsammlung)
- Baader-Meinhof: Klar oder krank (SPIEGEL Online, 27.08.1973)
Zitat:
Hermann Witter, 57, Professor für forensische Psychologie und Psychiatrie an der Saar-Universität in Homburg. Drei Wochen später fand die Kripo in der Garage des Mediziners -- zwischen Pkw und Öltank -- einen Benzinkanister samt Zeitzünder. […]
Als Professor Witter die Inhaftierte im Mai in der Anstalt Köln-Ossendorf aufsuchen wollte, empfing sie ihn schon beim Eintreten in die Zelle mit dem Schrei: "Mach, daß du rauskommst." Witter: "Ich habe Mitgefühl mit dieser Person, die sich in einer schrecklichen Situation befindet." […]
Zumindest noch 1966 klagte die spätere RAF-Genossin, sie sehe bei starker Ermüdung zuweilen Doppelbilder; auch wechselten bald nach der Operation Antriebsminderung mit euphorischem Antriebsschwung -- doch bleibt dabei völlig offen, ob solche Symptome auf den Tumor oder die Operation selber zurückgehen. […]

So sind Ulrike Meinhof Paragraph 51 Absatz 2 (verminderte Zurechnungsfähigkeit) und damit Strafmilderung so gut wie sicher -- ob ihre Anwälte und sie selber das wollen oder nicht.
- Albert Schmelzer, Vom Idealismus zum Terror – Ulrike Meinhof (Erziehungskunst.de, 1998, PDF)
Zitat:
In den 60er Jahren eskalierte der Krieg zwischen dem kommunistischen Norden Vietnams und dem von den USA protegierten Süden; immer massiver griff die Luftwaffe der Vereinigten Staaten in die Kämpfe ein, Angriffe gegen die Städte Nordvietnams wurden geflogen, die Deiche entlang des Roten Flusses bombar- diert. Der Terror gegen die Zivilbevölkerung löste weltweite Proteste aus, in Deutschland begann sich eine Außerparlamentarische Opposition zu formieren. Als der amerikanische Vizepräsident Hubert Humphrey im Frühjahr 1967 Deutschland besuchte, riefen die Studenten zu Demonstrationen auf; die »Kom- mune I«, eine revolutionäre Wohngemeinschaft, plante ein »Happening«: Hum- phrey sollte mit Pudding beworfen werden. Doch als die Gruppe ihr Vorhaben an einigen Bäumen im Grünewald ausprobierte, wurde sie entdeckt. Eine Welle der Empörung schwappte durch die Zeitungen, dabei wurde aus dem Puddingatten- tat unversehens ein Sprengstoffanschlag. »Bild« druckte eine fette Schlagzeile: »Geplant: Berlin – Bombenanschlag auf US-Vizepräsidenten.«
- Ulrike Meinhof 1934 – 1976 / Biografie (Dieter Wunderlich)
Zitat:
Ulrike Meinhof lehnte Brandstiftungen ab, weil die Menschen dadurch nicht über die Missstände aufgeklärt wurden, aber sie pflichtete dem Kommunarden Fritz Teufel bei, der gesagt hatte, es sei immer noch besser, ein Warenhaus anzuzünden, als ein Warenhaus zu betreiben, denn das Gesetz, das durch Brandstiftung gebrochen werde, schütze nicht Menschen, sondern das Eigentum von Leuten, die damit verantwortungslos umgingen.
- Kritik mit Methode? – Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik (Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2008, PDF)
- Die Väter als Komplizen ihrer mörderischen Kinder (Horst-Eberhard Richter, 30.03.2007)
Zitat:
Die soziale Reformbewegung der 70er Jahre sowie die Rebellion der RAF und ihrer Unterstützer haben eine Vorgeschichte in den Intergenerationen-Konflikten der 50er bis Mitte der 60er Jahre. Diese Vorgeschichte hatte mein Buch "Eltern, Kind und Neurose" behandelt, das erstmals 1963 erschien. Vom Anfang der 50er bis Anfang der 60er hatte ich es in einer Berliner Beratungs- und Forschungsstelle für seelische Störungen im Kinder- und Jugendalter mit Scharen von Kindern zu tun, denen Eltern unbewusst weitergaben, was sie aus Nazizeit und Krieg in ihrem Innern aus unverarbeiteten Konflikten angestaut hatten. Sie lebten mit Brüchen, mit unbewältigter Hörigkeit, mit Schuld und Traumen aus Flucht, und Verlusten. Und da waren Kinder mit psychosomatischen Symptomen oder Schulversagen, Unruhe, Jähzorn, Weglaufen, Klauen.
Die Eltern schwiegen, aber in den Symptomen der Kinder kam vieles von dem Verschwiegenen zum Vorschein. Die Kinder waren mit der geheimen Erwartung überfordert, die Eltern von Selbsthass zu befreien, ihr Scheitern durch Erfolge zu kompensieren, Partnerverluste zu ersetzen usw. Die Kinder benötigten unseren psychotherapeutischen Rückhalt. Die Eltern mussten lernen, sich mit ihren eigenen psychischen Lasten auseinanderzusetzen, anstatt sie weiterhin den dekompensierenden Kindern aufzubürden. Das war das Konzept unserer analytischen Familientherapie. […]

Selbst in verschiedenen Reform-Initiativen aktiv - wie in Obdachlosen-Arbeit, Eltern-Kind-Gruppen, Psychiatrie-Reform - lag ich in Dauerstreit mit den Militanten, die unser soziales Engagement als System-Unterwerfung diffamierten. Es war bedrückend, mit anzusehen, wie die Extremisten Ziel gesellschaftlicher Befreiung allmählich nur noch zur Rationalisierung eines mörderischen Hasses vorschoben. Als erfahrener Psychiater musste ich feststellen, dass die RAF in eine klassische paranoische Gruppen-Psychose hineinglitt. Jeder neue Mordanschlag schweißte sie enger zusammen.

Wie in ähnlichen fanatisierten Gruppen verboten sich jeder Selbstzweifel, jede kritische Reflexion. Die Auswahl von Objekten für Terroranschläge gerät außer Kontrolle. So wird Deutsche-Bank-Chef Herrhausen in dem Augenblick Mordopfer, als er ganz im Sinne der antiimperialistischen Doktrin der RAF Schuldenerlass für das verarmte Mexiko fordert. Der eindrucksvolle Dokumentarfilm von Andres Veiel hat diesen Hergang präzise nachgezeichnet.
- Filmheft der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung (Bundeszentrale für politische Bildung)

Alfred Herrhausen 1989 (1_5).mp4 [10:49]

Hochgeladen am 13.04.2010 

Josef Ackermann bei "berlin direkt" [9:54]

Veröffentlicht am 14.01.2009
Interview mit Josef Ackermann vom 02.11.2008.

Gewinne der Deutschen Bank im November 2008 stehen im krassen Gegensatz zu den Verlusten, die im Januar 2009 mit 4,8 Mrd. Euro ausgewiesen wurden.

Josef Ackermann vertrat die Meinung: "Ich würde mich schämen, Gelder vom deutschen Steuerzahler anzunehmen".

Dafür wurde er von Kanzlerin Angela Merkel heftig kritisiert und zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass die Commerzbank unter den Rettungsschirm der BRD Zuflucht suchen wird.
Im Januar 2009 erhielt die Commerzbank insgesamt 18 Mrd. Kapitalstütze vom Staat und gab dafür 25% plus eine Aktien an den Staat ab. Euro Keuronfuih (Politprofiler) 

Schuldenerlass UNMÖGLICH: Josef Ackermann will nicht so enden wie Herrhausen [10:42]

Veröffentlicht am 15.05.2010
Herrhausen 1989 über Ost-West-Politik
http://www.youtube.com/view_play_list...

Herrhausen Attentat
http://www.youtube.com/view_play_list...
Josef Ackermann, der neue Heilige der EU-Bibel kennt seine Bestimmung - Schulden und Zinsen müssen auf Gedeih und Verderb zurück bezahlt werden. Er will nicht den gleichen Fehler wie Herrhausen begehen und sich für einen Schuldenerlass einsetzen.

Eine schnellere Überschuldung Deutschland beschleunigt den EU-Vereinungsprozess und garantiert eine schnelle Mitsprache der EU-Länder in deutschen Finanzangelegenheiten.

Die industrielle Leistung Deutschlands soll gleichmäßig in Europa aufgeteilt werden, das funktioniert nur über das Protektorat aus Brüssel und Angela Merkel kann ihre Pilatuspolitik weiter fortsetzen.


Die EURO-Stablisierungsgesetze sind aus deutscher Staatsbürger-Sicht inakzeptabel, aber trotzdem durchgesetzt worden, um die deutsche Demokratie zu schwächen und damit der deutschen Wirtschaft, die sich nicht an Staatsgrenzen hält zu übervorteilen.

Freiheit unter dem Verständnis der CDU ist Freiheit unter Aufgabe des Humanismus. Fälschlicher Weise verstehen wir Kapitalismus als Demokratie und erkennen nicht, dass dieses Geldsystem unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und jede Art der Regierungsform von Staaten beherrscht und erpresst - sogar der Kommunismus gehorcht diesem Geldsystem bedingungslose.

Die Politik ist nicht bereit das zu erkennen und wird wohl gerade deshalb vom Kapital so stark unterstützt, damit diese Menschen weiterhin an der Macht bleiben, denn sie kennen das Geheimnis der Geldentstehung nicht und wollen sie auch gar nicht kennen lernen.
Ein neues Geldsystem, das von Grund auf gerecht aufgebaut ist unter dieser politischen Führung nicht möglich, das gilt auch für den Rest der politischen Führungsriege. Jede ist darauf bedacht um die Vorherrschaft in diesem Geldsystem zu kämpfen und damit andere zu herrschen. Euro Keuronfuih (Politprofiler) 

Die RAF - Reportage deutsch über die RAF - Der Herbst des Terrors [1:24:46]

Veröffentlicht am 15.04.2013
Am Abend des 5. September 1977, kurz vor 17.30 Uhr, schießt ein gelber Mercedes rückwärts aus einer Einfahrt in die Kölner Vincent-Staatz-Straße und blockiert die Fahrbahn. Der Wagen des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer kann gerade noch eine Notbremsung machen. Die drei Personenschützer im nachfolgenden Mercedes fahren auf das Fahrzeug auf. Zeitgleich ziehen Peter-Jürgen Boock, Sieglinde Hofmann, Willi-Peter Stoll und Stefan Wisniewski Maschinenpistolen aus einem Kinderwagen und eröffnen das Feuer auf die beiden ungepanzerten Autos. Die "Aktion Spindy" der RAF war in vollem Gange. Die Polizisten Brändle, Ulmer, Pieler und Schleyers Fahrer Marcisz sind nach wenigen Sekunden tot. Mindestens 119 Schüsse werden abgegeben. Hanns Martin Schleyer blieb unverletzt und wird entführt.

Andreas Baader - Gespräch mit seiner Mutter [8:04]

Hochgeladen am 22.08.2010
andreas baader - gespräch mit seiner mutter im juni 1977.
am 18. oktober 1977 starben andreas baader, gudrun ensslin und jan-carl raspe im hochsicherheitstrakt des gefängnisses stuttgart-stammheim, angeblich durch suizid.
irmgard möller überlebte schwer verletzt.

Die Baader Meinhof Gruppe vor Gericht - Dokumentation | Full Movie [1:42:28]

Veröffentlicht am 26.04.2012
Am 1. Juni 1972 werden die RAF-Terroristen Andreas Baader und Jan-Carl Raspe festgenommen. Wenig später fasst die Polizei auch Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin. Nach Jahren der Isolationshaft im eigens für RAF-Mitglieder neu erbauten Hochsicherheits-Gefängnis von Stuttgart-Stammheim beginnt am 21. Mai 1975 der Prozess gegen die Terroristen. Nachdem im Verlauf der Verhandlung viele Gesetzesänderungen erfolgen, um mit den scheinbar nicht kontrollierbaren Terroristen "kurzen Prozess" zu machen, lautet das Urteil am 28. April 1977 lebenslänglich für alle. Ulrike Meinhof ist zu diesem Zeitpunkt bereits fast ein Jahr tot - sie war am 9. Mai 1976 in ihrer Zelle erhängt gefunden worden, doch schnell wurden Zweifel an der Selbstmordversion laut. Nach der Befreiung der Geiseln einer entführten Lufthansa-Maschine in Mogadischu begehen auch ihre drei Gesinnungsgenossen am 18. Oktober 1977 in ihren Zellen kollektiven Selbstmord. Doch auch diese Todesfälle werden nie einwandfrei als Suizide nachgewiesen.

- Rezensionen: Horst-Eberhard Richter: Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft (Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen)
- Die Krise der Männlichkeit… (Interview mit Horst-Eberhard Richter, Hamburger Abendblatt, 01.11.2006) 
- Andere Globalisierung? – Horst-Eberhard Richter schreibt über die "Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft (Sandra Kluwe, Literaturkritik.de)
- Richter, Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft (Katholische Männerarbeit in Deutschland, 26.09.2012)
- H.-E. Richter "Wenn ich gestorben, verzweifelt nicht, denn ihr lebt" (Joachim Petrick, Freitag-Community, 21.12.2011)


Aber was hatte Freud statt der Illusionen zu bieten? Nur seinen traurigen Gott Logos, der, viel weniger mächtig als seine Vorgänger, von den großen Wünschen – «Menschenliebe und Einschränkung des Leidens» vermutlich nur einen kleinen Teil verwirklichen könnte, soweit die Natur, die «Ananke» es gestattete. Und das auch nur «sehr allmählich, erst in unabsehbarer Zukunft und für neue Menschenkinder». Denn «eine Entschädigung für uns, die wir schwer am Leben leiden, verspricht er nicht».
Eindringlich beschwört Freud den alten aufklärerischen Glauben an die Wissenschaft und damit an die Möglichkeit, durch sie etwas über die Realität der Welt zu erfahren, «wodurch wir unsere Macht steigern und wonach wir unser Leben einrichten können». Mochte er noch so oft betont haben, wie kraftlos der Intellekt im Vergleich zum Triebleben sei: «Aber es ist doch etwas Besonderes um diese Schwäche; die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat.» Am Ende, «nach unzählig oft wiederholten Abweisungen», würde man sie verstehen, das wollte er gern glauben. […]
Die Wissenschaft, die Analyse war ihm, wie in den Jahren des Großen Krieges, ein Trost, die einzige Rettungsmöglichkeit gegen die eigenen, ewigen Schmerzen, gegen das allgemeine Krebsgeschwür der Demagogie und des Massenwahns.
(Annette Meyhöfer, Eine Wissenschaft des Träumens, 2006)

Generation Burnout

Anders leben Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Was ist der Grund dafür, dass sich immer mehr Menschen überfordert fühlen und ausbrennen? Und wie ändern wir das?

Morgens, direkt nach dem Aufstehen, beschleicht Jörg (Name geändert) dieses ungute Gefühl. Deshalb zögert er es auch stets so weit hinaus wie möglich, das Bett zu verlassen. Statt vom Schlaf erholt fühlt er sich bereits jetzt gerädert und es kommen die ersten Zweifel auf, ob er den heutigen Tag überstehen kann. Einen Tag wie jeder andere. Ein Tag, an dem voraussichtlich nichts Unvorhergesehenes passieren wird, und der ihn doch in leichte Panik versetzt. Der Magen zieht sich zusammen und der Brustkorb fühlt sich wie zugeschnürt an. Jörg ist jetzt Mitte 30 und leidet seit gut zehn Jahren an einer Angststörung mit wiederkehrenden depressiven Phasen. Man merkt es ihm nicht an. Er geht arbeiten, ist etwas zurückhaltend, aber wirkt sonst ganz normal, was auch immer normal sein mag

So wie Jörg geht es Millionen Deutschen. Das Portal statista führt an, dass im vergangenen Jahr 26 Prozent der Menschen in Deutschland depressive Symptome gezeigt hätten und ein Viertel der Bevölkerung unter einer Angststörung leidet. Psychische Erkrankungen sind mittlerweile zum zweitwichtigsten Grund für eine Arbeitsunfähigkeit avanciert. Depression wird schon als Volkskrankheit bezeichnet so wie ein Hexenschuss oder Sodbrennen.

Nie ging es uns besser und nie fühlten wir uns so schlecht
Trotz Hartz 4 war der Lebensstandard in Deutschland und westlichen Gesellschaften im Allgemeinen nie so hoch wie er heute ist. Individualität wird groß geschrieben, persönliche Entfaltung ist wichtig. 1968 war der Befreiungsschlag für das Individuum, alle sind wir jetzt freie Menschen. Wenn nun jeder so sein kann wie er will und das tun kann was er möchte, dann sollte es doch grundsätzlich nur noch tendenziell glückliche Menschen geben. Aber das wäre ein Trugschluss.

mehr:
- Generation Burnout (Sandro Abbate, Freitag-Community, 12.06.2015)
siehe auch:
- Freiheit bedeutet Kontrolle (Post, 19.04.2015)
- Wie wir die Macht über unser Leben zurückgewinnen (Post, 06.05.2015)
- Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)
- David Foster Wallace: Das ist Wasser (Post, 12.05.2015)
- Nirwana im Kernspin (Post, 10.06.2015)
- Alan Watts: What is Zen Buddhism? (11.06.2015)
- Aufschieben bedeutet den Verbleib in der Komfort-Zone (Post, 12.06.2015)
- Das Glück als Lebenskunst (Post, 07.01.2015)

Warum Mitgefühl gut für die Wirtschaft ist

Die Buchmacher Meditation gehört heute zum Alltag vieler Manager. Aber der Buddhismus kann den Kapitalismus auf ganz andere Weise verändern als durch die Vereinnahmung seiner Profiteure

Trügerisch ist jenes Glück, das allein auf dem Kontostand basiert. Stets muss Nachschub her und so läuft sich der Mensch im kapitalistischen Hamsterrad die Fersen wund. Warum? Weil die Wirtschaftstheorie uns lange eintrichterte: Maximierung macht glücklich. Dafür dürften wir gegen uns und unsere Umwelt vorgehen.

Mittlerweile gesteht die Forschung dem Menschen zu, von Natur aus ein soziales und mitfühlendes Wesen zu sein. Wir sind gar nicht so egoistisch. Für diese Botschaft allein hätte es kein weiteres Buch gebraucht. Was Mitgefühl in der Wirtschaft. Ein bahnbrechender Forschungsbericht dennoch lesenswert macht, ist die Idee, den Fehlern unseres Wirtschaftssystems mit den Lehren des Buddhismus beizukommen.

Zwar ist im Silicon Valley und an der Wall Street die Vereinnahmung des Buddhismus für den Kapitalismus in vollem Gange: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos meditierten die Manager und für Google sind spirituelle Praktiken Bestandteil einer Arbeitskultur, die Freiheit suggeriert und im Gegenteil Zeit, Raum und nun eben den Geist seiner Mitarbeiter vollständig usurpiert.

mehr:
- Warum Mitgefühl gut für die Wirtschaft ist (Nora Maria Zaremba, der Freitag, 10.06.2015)
Mitgefühl in der Wirtschaft. Ein bahnbrechender Forschungsbericht Tania Singer, Matthieu Ricard, Michael Wallossek (Übersetzung). Knaus 2015, 256 S., 16,99 €

Auch Landtage sind von Cyber-Attacken betroffen

Nach dem Hacker-Angriff auf den Bundestag stellt sich auch in den Ländern die Frage: Wie sicher sind die Computer-Systeme?

Nicht nur 15 Rechner im Bundestag, darunter der von Bundeskanzlerin Merkel, sind Opfer einer Cyber-Attacke geworden – auch die Landesparlamente kämpfen regelmäßig mit Hacker-Angriffen. Allerdings fallen diese bei weitem nicht so massiv aus, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. IT-Experten in den Ländern gehen unterschiedliche Wege, um die Systeme zu schützen.

Auf das Computernetzwerk des Landtags von Nordrhein-Westfalen werden nach Angaben eines Sprechers fast jeden Tag Angriffe gestartet. Dazu zählen allerdings auch Spam-Mails. Im August 2014 fand ein Virenscanner auf einem Landtagsrechner der Piratenfraktion eine Späh-Software. Dabei handelte es sich nach Angaben eines Sprechers der Piraten um ein Programm, das Passwörter herunterladen kann.

In Niedersachsen registriert das Innenministerium eine Zunahme gezielter und professionalisierter Angriffe auf das Netz der Landesverwaltung, wie eine Sprecherin sagte. Die Verwaltung hatte erst im vorigen Herbst auf mehreren tausend Rechnern mit der Installation neuer Browser-Versionen von Mozilla (Firefox) und Google (Chrome) eine akute Sicherheitslücke geschlossen. Sie hätte es Angreifern potenziell ermöglicht, sichere Verbindungen mit anderen Websites vorzutäuschen.

mehr:
- Auch Landtage sind von Cyber-Attacken betroffen (heise News, 14.06.2015)

Sonntag, 14. Juni 2015

Dracula ist tot

Es gab eine Zeit, da waren Vampire noch nicht gendergerecht weichgespült. In dieser Zeit war Christopher Lee das personifizierte Böse, sei es als Dracula, sei es als der Mann mit dem goldenen Colt oder als Count Dooku.

Farewell Saruman, Count Dooku, Dracula! Christopher Lee dies, 93 [2:52]

Veröffentlicht am 12.06.2015
British actor Sir Christopher Lee, known to many for having, as the Washington Times put it, one of the "most prolific screen-villain careers of all time", has died. He was 93.

Christopher Lee - Dracula [6:54]

Hochgeladen am 23.01.2009
Eine kleine Hommage an den,wie ich meine,besten Dracula der Filmgeschichte.

Christopher Lee Carreer Interview - Tribute Sir Christopher Lee [1:00:04]

Veröffentlicht am 12.06.2015
Christopher Lee Carreer Interview - Tribute Sir Christopher Lee

Obi-Wan and Anakin vs Count Dooku - Revenge of the Sith [1080p HD] [4:01]
Veröffentlicht am 03.01.2015
Obi-Wan and Anakin's rematch against Count Dooku on Grievous' ship in Episode III.

aus dem heise-Archiv:
- Hammer, häppchenweise (Hubert Erp, Telepolis, 23.12.2007)

Verdachtsberichterstattung: Journalisten im Konflikt zwischen Schnelligkeit und Sorgfaltspflicht

Trotz der teils massiven Kritik am Verhalten der deutschen Medien in den Fällen Wulff, Kachelmann und Edathy - die große Mehrheit der Journalisten beachtet hierzulande die presserechtlichen Grenzen der Verdachtsberichterstattung. „Das Wort Lügenpresse würde ich nicht gebrauchen, vor allem weil es eine unangebrachte Pauschalisierung wäre. Die meisten Journalisten arbeiten sorgfältig“, sagte der Rechtsanwalt Carsten Brennecke, dessen Kanzlei Jörg Kachelmann vertritt, am Freitag in der Auftaktdebatte der Fachkonferenz von Netzwerk Recherche (nr) zum Thema Presserecht im Mediencampus Villa Ida.

Nur in Einzelfällen würden presserechtliche Vorgaben verletzt, etwa wenn der Gegenseite keine Chance zur Stellungnahme eingeräumt werde. Im Fall von Jörg Kachelmann habe es beispielweise viel zu wenige Pressenanfragen gegeben. „Wir hätten uns gefreut, wenn man uns häufiger die Chance zur Stellungnahme gegeben hätte“, sagte Brennecke an seinen Kollegen Christian Mensching gerichtet, der mit seiner Kanzlei im Fall von Alt-Bundespräsident Christian Wulff hunderte Fragen von Journalisten beantworten musste und diese später gesammelt veröffentlichte.

Beide Anwälte hielten sich überraschenderweise mit Medienkritik zurück. Christian Mensching richtete lediglich den Appell an die Teilnehmer, die presserechtlichen Bestimmungen zur Verdachtsberichterstattung nicht einseitig als Hürde zu betrachten: „Journalisten sollten die Regeln nicht als Zwangsjacke empfinden, sondern als notwendig für die Einhaltung der Sorgfaltspflicht.“ Über Ermittlungsverfahren darf nur berichtet werden, wenn es um schwerwiegende Verfehlungen geht, ein Mindestmaß an bekannten Beweismitteln vorliegt und die Gegenseite angehört wird. Sind diese Bedingungen erfüllt, muss immer noch zwischen dem öffentlichen Interesse und den Persönlichkeitsrecht des Betroffenen abgewogen werden.

Leyendecker zu Wulff, Kachelmann und Edathy: „Allen ist Unrecht widerfahren“
Kritik am Verhalten der Medien kam bei den Affären um Wulff, Kachelmann und Edathy hingegen ausgerechnet von Seiten eines Journalisten. „Glorreich habe wir uns in keinem der drei Fälle verhalten. Allen drei Betroffenen ist auf irgendeine Weise Unrecht widerfahren“, sagte der populäre Investigativ-Journalist Hans Leyendecker von der „Süddeutschen Zeitung“. Im Fall Wulff vermisse er im Nachhinein die Selbstkritik der Medien. Am Ende sei es juristisch nur noch um etwas mehr als 700 Euro gegangen. Ein Grund für die mediale Aufgeregtheit sei das erhöhte Tempo, in dem heute berichtet werde. Viele Medien versuchten, irgendwie vorne mit dabei zu sein – auf Kosten der Sorgfalt.

Von diesem Druck berichtete Sarah Tacke vom ZDF aus praktischer Erfahrung. Vom Fall Edathy erfuhr die Redakteurin um 9 Uhr morgens, nachdem die Nienburger Zeitung „Die Harke“ Fotos von der Hausdurchsuchung beim Bundestagsabgeordneten veröffentlicht hatte. Bereits um 11 Uhr stand Tacke für die erste Schalte vor der Kamera. „Da habe ich schon geschwitzt. Mir war klar: Wenn das nicht stimmt, ist das eine Katastrophe für uns alle.“ In der kurzen Frist habe sie die Fakten jedoch ausreichend überprüfen und auch schon erste weitere Informationen selbst recherchieren können. Dass das Presserecht gerade von jüngeren Journalisten, die nur die Bedingungen der digitalen Medienwelt kennen, nicht ausreichend beachtet werde, wies die 32-Jährige zurück: 


„Gerade unerfahrene Kollegen sind besonders vorsichtig. Vielleicht auch aus dem egoistischen Motiv heraus, nachts gut schlafen zu können.“
mehr:
- Verdachtsberichterstattung: Journalisten im Konflikt zwischen Schnelligkeit und Sorgfaltspflicht (Leipzig School of Media, 20.03.2015)

siehe auch:
- Journalismus nur für Privilegierte? – Hans Leyendecker beim MAZ-Recherchetag in Luzern (Knut Kuckel, Journalisten bloggen, 08.02.2015)
Zitat:
Leser würden immer mehr mit dieser Einstellung an Geschichten gehen: überall Übeltäter und Schufte. Und es werde immer schwieriger, Leute zu finden, die etwas lesen, sehen oder hören wollen, das ihre Vorurteile widerlegen könnte. Dass die Journalisten ihrerseits dieses Spiel mitmachen, liegt laut Leyendecker an der Eitelkeit der Medienbranche.
- Journalismus nur für Privilegierte? – Ideale muss man sich erst leisten können (Carmen Epp, Medienwoche.ch, 06.02.2015)


Gleichstellung: "Auch Frauen dürfen fensterln"

Claudia Krell, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Passau, spricht erstmals über den Shitstorm auf ihre Kritik an einem eigentümlichen Wettbewerb

Wenn ein Verehrer mit einer Leiter durchs Fenster ins Zimmer seiner Liebsten einsteigt, dann heißt das in Bayern Fensterln. Früher, als uneheliche Beziehungen noch nicht gesellschaftlich anerkannt waren, half Verliebten eben nur eine Leiter. An der Universität Passau sollte nun bei einem Sportfest ein Fensterlkönig gekürt werden. Weil Frauen nicht zugelassen waren, erhob die Gleichstellungsbeauftragte Claudia Krell Einspruch. Ihre Kritik provozierte einen Shitstorm: #fensterlgate ging durch die Sozialen Medien, Kritiker sprachen von Gender-Wahnsinn, und selbst Ministerpräsident Horst Seehofer schaltete sich ein. In Bayern gelte noch immer das Motto "Leben und leben lassen". In der ZEIT verteidigt Claudia Krell nun ihre Position.
mehr:
- Gleichstellung: "Auch Frauen dürfen fensterln" (Interview: Laura Backes, ZEIT online, 14.06.2015)

zur Vorgeschichte siehe:
- Gleichstellungsbeauftragte und bayerische Tradition (Post, 25.05.2015)

Hackerangriff im Bundestag: "Das ist kein allzu großer Fall"

Die Karlsruher Firma BFK soll den Angriff auf das Netz des Bundestag aufklären. "Dass 20.000 Rechner weggeschmissen werden müssen, ist Unsinn", sagt der Geschäftsführer.
Vier Parteien versuchen derzeit, den Angriff auf das Bundestagsnetz aufzuklären: Die hauseigene IT-Abteilung, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundesamt für Verfassungsschutz und die BFK edv-consulting GmbH aus Karlsruhe, wie ZEIT ONLINE erfuhr. Das Unternehmen ist aus dem MicroBIT Virus Center des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe hervorgegangen und wurde 1989 gegründet.

Der Geschäftsführer und Inhaber Christoph Fischer sagt: "Das ist kein allzu großer Fall. Die Aufregung ist nur so groß, weil es um den Bundestag geht. Aber in der Industrie gibt es viel größere Fälle." Selbst wenn, wie es in Medienberichten hieß, 20.000 Computer des Bundestags betroffen sein könnten, würde Fischer das nicht beeindrucken. "Wir haben auch Fälle mit mehreren Hunderttausend betroffenen Rechnern in aller Welt."

Fischer ist um verbale Deeskalation bemüht. "Die Mediengeschichte, dass 20.000 Rechner weggeschmissen werden müssen, ist Unsinn", sagt er. Eine "Überreaktion" nennt er entsprechende, aus dem Bundestag gestreute Hinweise an die Presse. Oder aber Journalisten hätten die Aussagen ihrer Informanten schlicht falsch interpretiert.

mehr:
- Hackerangriff im Bundestag: "Das ist kein allzu großer Fall" (Patrick Beuth, ZEIT Online, 12.06.2015)

Hacker verschaffen sich Zugang zu US-Sicherheitsfreigaben

Bei dem Spähangriff auf US-Regierungsdaten haben Hacker sensible Unterlagen wie Personalakten abgegriffen. Experten fürchten große Schäden für die Spionageabwehr.
Hacker haben bei ihrem vergangene Woche bekannt gewordenen Spähangriff auf die US-Personalverwaltung offenbar mehr Daten abgreifen können, als bisher bekannt war. Wie die Washington Post unter Berufung auf Regierungsangaben berichtete, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Datenbank angezapft, die Informationen zu Sicherheitsüberprüfungen von US-Angestellten enthalte. Da die Datenbank möglicherweise auch Angaben über CIA-Agenten enthalte, könnten diese von den Hackern enttarnt werden.

Laut der Nachrichtenagentur AP geht es um Dokumente, in denen Bewerber für Posten in Geheimdiensten und Militär private Angaben zu psychischen Erkrankungen, Drogen- und Alkoholkonsum, Vorstrafen und ihrer finanziellen Situation machen mussten. Aufgeführt werden zudem Kontakte und Verwandte der Kandidaten. Damit drohten im Ausland lebende Angehörige von Geheimdienstmitarbeitern, Opfer von Nötigung zu werden, schrieb die Agentur unter Berufung auf Behördenmitarbeiter.

"Für die Spionageabwehr ist das womöglich verheerend", sagte Joel Brenner, ein früherer US-Geheimdienstmitarbeiter der Washington Post. "Die Dokumente enthalten persönliche Informationen von Personen mit Sicherheitsfreigabe, die über mehrere Jahrzehnte reichen. Das macht es für einen anderen Staat einfacher, sie als Spione zu rekrutieren."

Bis zu vier Millionen Betroffene Die US-Regierung hatte vergangene Woche mitgeteilt, bei der Cyberattacke auf die Personalverwaltung seien persönliche Daten von bis zu vier Millionen aktiven und ehemaligen Regierungsangestellten abgegriffen worden. Der Angriff wurde demnach bereits Ende 2014 vor der Einführung neuer Sicherheitssysteme verübt.

mehr:
- Cyberattacke: Hacker verschaffen sich Zugang zu US-Sicherheitsfreigaben (ZEIT Online, 13.06.2015)

Facebook first

Die Koppelung von Massenmedien und Daten
Am 15. Mai 2015 stellte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine nun schon 20-jährige Nachrichtensendung "heute nacht" ein und ersetzte sie durch "heute+". Die neue Newssendung soll sich vor allem an jüngere Generationen richten. Und deshalb wurden für das neue Konzept nicht nur das traditionelle Nachrichtenformat und der lineare Sendungsablauf aufgegeben. Fortan - so erklärte der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen - würden die Inhalte zuerst über die sozialen Medien "verteilt": "Die Fernsehausstrahlung ist das Nachrangige".
"Facebook first" nannte der Mediendienst "turi2" die verjüngte Nachrichtenstrategie des ZDF. Und in der Tat: Die neue Newssendung könnte den Beginn einer neuen Medienepoche markieren: Die traditionellen Massenmedien Presse, Radio und Fernsehen betreten (still und) systematisch die "Walled Gardens" der internationalen (Kommunikations-)Konzerne Facebook, Google, YouTube, Twitter, Instagram, WhatsApp, Snapchat. Ob öffentlich-rechtlich oder privat verfasst, scheint dabei gegenwärtig gleichgültig zu sein.

Presse und Öffentliche Meinung
1922 publizierte Ferdinand Tönnies seine 600-seitige "Kritik der öffentlichen Meinung" - und wagte eine verblüffende Diagnose: In den modernen Gesellschaften, so Tönnies, würden die gesellschaftlichen Funktionen von Religion durch die Öffentliche Meinung übernommen. Sie sei die moderne, "nach innen verbindende Kraft" geworden, unsichtbar und doch machtvoll.

"Das bedeutendste 'Ausdrucksmittel' der öffentlichen Meinung" - so der Kieler Soziologe - sei "ohne Zweifel" die Presse, insbesondere die "Tagespresse". Im 17. Jahrhundert wurde sie erfunden, im 19. Jahrhundert eine "allgemein anerkannte, tief wirkende Macht". Doch erst im 20. Jahrhundert habe man ihre "furchtbare Stärke" wirklich zu erkennen begonnen.

mehr:
- Facebook first (Hans-Jürgen Krug, Telepolis, 14.06.2015)

Zentrales Thema des Werks ist die Unterscheidung von „öffentlicher Meinung“ und der „öffentlichen Meinung“. Ersteres beschreibt Tönnis als Kulmination von Meinungen der Personen einer Gesellschaft. Diese können durchaus widersprüchlich sein. Die „öffentliche Meinung“ definiert er dagegen als einheitliche Richtung.Tönnies unterscheidet die öffentliche Meinung weiter nach dem Grad der Stabilität und Einheitlichkeit. Es gebe auch flüchtige tagesaktuelle öffentliche Meinungen, die allgemein für die öffentliche Meinung gehalten würden. Dazu grenzt er die wissenschaftlich geprägte, stabile Öffentliche Meinung ab. [Kritik der öffentlichen Meinung, Wikipedia]

Vorratsdatenspeicherung 2.0: Grundrechtsverletzung mit Zuckerguss

Justizminister Maas stellt am Dienstag den Entwurf zur "Speicherpflicht für Verkehrsdaten“ vor. Ein Frontalangriff auf die Freiheit – oder ein grundrechtsschonendes Instrument? Verfassungsrechtler Ulf Buermeyer bewertet den Entwurf für heise online.
Diesmal soll der Schuss wirklich sitzen: Das Bundesverfassungsgericht hat Version 1.0 der deutschen Regelung zur Vorratsdatenspeicherung 2010 verworfen, 2014 hat der Europäische Gerichtshof auch die zugrundeliegende Richtlinie gekippt. Nun möchte die Große Koalition aus CDU und SPD mit ihrem neuen Anlauf alles richtig machen.

Auf den ersten Blick haben die Autorinnen und Autoren aus dem Justizministerium solide Arbeit abgeliefert. In zahlreichen Vorschriften haben sie detaillierte Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aufgenommen, mitunter gar per Copy & Paste. Vor allem das Thema Datensicherheit der Vorratsdaten bei den ca. 1000 verpflichteten Providern nimmt breiten Raum ein. Gleichwohl wird der Entwurf massiv kritisiert – zu Recht. Die Tücken liegen sowohl in den Details als auch in der Grundsatzentscheidung "pro VDS“.

Grundrechte zähneknirschend geachtet
Mit Händen ist zu greifen, dass der schwarz-rote Vorschlag wiederum Grundrechte nur gerade so weit schützen will, wie es Karlsruhe und Luxemburg zwingend verlangt haben. So schrammt der Entwurf konsequent an der Leitplanke dessen entlang, was die Gerichte gerade noch für zulässig gehalten haben. Es entsteht der Eindruck, als würden Grundrechte allenfalls zähneknirschend geachtet, von einer ehrlichen Abwägung zwischen den "Bedürfnissen einer wirksamen Strafrechtspflege“, wie das BVerfG formuliert, und den Freiheitsrechten der Bürgerinnen und Bürger ist hingegen nur wenig zu spüren – am ehesten noch bei der 4-Wochen-Frist für die Speicherung von Standortdaten.

mehr:
- Vorratsdatenspeicherung 2.0: Grundrechtsverletzung mit Zuckerguss (heise Online, 19.05.2015)

Schweizer Studie: Schulerfolg bei Jungen von der richtigen Gesinnung abhängig

Der Inhalt eines Beitrags in der Zeitschrift “Masculinities and Social Change”, den Andreas Hadjar, Susanne Backes und Stefanie Gysin verfasst haben und der mit “School alienation, patriarchal gender-role orientation and the lower educational success of boys” überschrieben ist, ist schnell erzählt:

Jungen, die traditionelle Rollenverteilungen präferieren, die also z.B. denken, Männer seien Haupternährer (eine Überzeugung, die die Realität in den meisten deutschen Familien gut beschreibt) und Frauen die besseren Familien-Kümmerer, stören etwas häufiger den Unterricht als Mädchen, die die entsprechende traditionelle Rollenverteilung präferieren und im Gegensatz zu Mädchen, die den Unterricht stören, wirkt sich das Stören durch Jungen negativ auf deren schulischen Erfolg aus, d.h. sie erhalten schlechte Noten. Eine wichtigere Ursache als die Geschlechtsorientierung dafür, dass Jungen und Mädchen im Unterricht stören, ist deren Entfremdung von der Schule. Letztere schlägt sich direkt (was man erwarten sollte, bei Schülern, die sich vom Unterricht abgenabelt haben und der Schule nichts mehr abgewinnen können) und indirekt über störendes Verhalten auf deren schulische Leistung nieder. Abermals ist es so, dass der Weg über störendes Verhalten die Benotung von Jungen stärker belastet als die Benotung von Mädchen.

mehr:
- Schweizer Studie: Schulerfolg bei Jungen von der richtigen Gesinnung abhängig (ScienceFiles, 12.06.2015)
Zitat aus dem verlinkten Oignalartikel:
“The finding, that the effect of school alienation on school deviance is as strong for boys as for girls, but problem behaviour in school only effects boys’ school success, suggests the existence of different forms of deviance in schools and different perceptions of girls and boys behaviour from teachers’ perspective”.

"Hallo" vom Kometen: Lander Philae meldet sich zurück

Fast genau acht Monate nachdem Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko in eine Art Winterschlaf gefallen ist, hat er sich nun zurückgemeldet. Mehr als eine Minute lang kommunizierte er mit der Erde und sendete Hunderte Datenpakete.
Der Kometenlander Philae hat sich nach monatelanger Funkstille am 13. Juni um 22:28 Uhr zurückgemeldet. Das berichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und erklärt, der Sonde gehe es "sehr gut". "Er hat eine Betriebstemperatur von minus 35 Grad Celsius und verfügt über 24 Watt", sagt DLR-Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec. Damit ist der Lander wieder betriebsbereit und habe bei seiner Rückmeldung 85 Sekunden lang mit dem Bodenteam in Kontakt gestanden.

mehr:
- "Hallo" vom Kometen: Lander Philae meldet sich zurück (heise Online, 14.06.2015)
- Philae: Landeroboter sendet wieder Signale (ZEIT Online, 14.06.2015)

Landing on a Comet - The Rosetta Mission [10:02]

Veröffentlicht am 23.10.2014
+++ Update +++
Rosetta's lander Philae is safely on the surface of Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko, as these first two CIVA images confirm. One of the lander's three feet can be seen in the foreground.

DLR's Rosetta special
http://www.dlr.de/en/rosetta
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After a 10-year journey of some seven billion kilometres, the Rosetta mission is now heading towards its next major milestone – setting the lander Philae on a comet.

On 12 November 2014, a lander is scheduled to touch down on a comet for the first time in the history of spaceflight. “We don’t know exactly what awaits us there,” says lander Project Manager Stephan Ulamec from the German Aerospace Center (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; DLR).

Landing on Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko will enable scientists to carry out experiments in situ for the first time. Comets are considered to be witnesses to the birth of the Solar System. Will the surface of the comet be in a primordial state? Do comets show evidence of prebiotic molecules and water, and did they therefore play a role in the origin of life on Earth? The Rosetta mission is expected to help answer such questions.

More information
http://www.dlr.de/dlr/en/desktopdefau...

DLR's Rosetta special
http://www.dlr.de/en/rosetta

Credits:
Original Material: DLR (CC-BY 3.0)
Animation: DLR (CC-BY 3.0)
Additional Footage: ESA
Credit 67P image: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
Music: see end titles

The working of… Philae, the comet lander / Wie funktioniert... der Kometenlander Philae? [7:54]

Veröffentlicht am 08.10.2014
ENGLISH
It will take around seven hours from the time Philae separates from the ESA Rosetta mother craft until, for the first time ever, a lander will be on the surface of a comet. Philae – a high-tech cube with an edge length of roughly one metre – is the name of the landing craft in the Rosetta Mission. Its main purpose is to conduct on the ground analysis of the comet material, probably the most primeval and oldest material found anywhere in the Solar System.
More Information:
Philae lander instruments
http://www.dlr.de/dlr/en/desktopdefau...
Rosetta - Europe's comet chaser
http://www.dlr.de/dlr/en/desktopdefau...
Video CHASING A COMET – THE ROSETTA MISSION
https://vimeo.com/84311905
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DEUTSCH
Rund sieben Stunden wird es dauern, bis Philae nach der Trennung von der ESA-Sonde Rosetta auf der Oberfläche von Churyumov-Gerasimenko aufsetzen und somit zum ersten Mal überhaupt ein Landegerät auf einer Kometenoberfläche stehen wird. Philae - ein High-Tech-Würfel mit einer Kantenlänge von etwa einem Meter - ist bestückt mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten. Seine Hauptaufgabe ist die Vor-Ort-Analyse des Kometenmaterials, des wohl ursprünglichsten und ältesten Materials, das es in unserem Sonnensystem gibt.
Weitere Informationen:
Die Instrumente des Philae-Landers
http://www.dlr.de/dlr/de/desktopdefau...
Rosetta - Europas Kometenjäger
http://www.dlr.de/dlr/de/desktopdefau...
Video: MISSION INS UNGEWISSE – DER KOMETENJÄGER ROSETTA
https://vimeo.com/86014212

Rosetta-Mission: Philae erfolgreich auf Komet gelandet [1:02]

Veröffentlicht am 12.11.2014
Es ist ein historischer Moment: Um 17:04 mitteleuropäischer Zeit hat zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte eine Sonde auf einem Kometen aufgesetzt. Die Landeeinheit Philae war schon am Mittag erfolgreich von der Raumsonde Rosetta abgekoppelt worden.

Philae-Lander gelandet? - Probleme mit den Harpunen! [5:12]

Veröffentlicht am 12.11.2014
Für manche Wissenschaftler ist die Landung der Rosetta Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Churyumow-Gerasimenko heute wichtiger als die Mondlandung. Um 17:04 Uhr kommt dann die Nachricht: Der Philae-Lander ist auf dem Kometen 67P/Churyumow-Gerasimenko gelandet! Alledings gibt es Komplikationen. Clixoom war live in Köln dabei!
Asteroiden bedrohen die Erde! http://goo.gl/O69syB
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Skript: Moritz Ladwig & Christoph Krachten
Schnitt: Moritz Ladwig
Moderator: Christoph Krachten
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