Mittwoch, 8. Mai 2019

Sind »Freiheit und Demokratie« das Leben von einer halben Million Kinder wert?

In seinem Buch „Die große Heuchelei“ zeigt sich Jürgen Todenhöfer als unerschrockener Wahrheitssucher.

Jürgen Todenhöfer ist das beste Beispiel dafür, wie wenig hilfreich es ist, Menschen in Schubladen zu stecken, um sie danach anhand der Beschreibung der Schublade zu klassifizieren und sodann auf- oder abzuwerten. Außerdem zeigt er uns, dass es unzählige Wege gibt, für den Frieden auf unterschiedlichen Ebenen aktiv zu werden. Todenhöfer hat nicht DIE Lösung hierfür, sondern — und das ist viel besser — seine ganz eigene gefunden.

Darin steckt unter anderem eine Rolle als Diplomat, als Mittler zwischen Nationen — auch jenen, die nach dem offiziellen Narrativ keine direkten Beziehungen miteinander pflegen dürfen. Vater und Sohn Todenhöfer waren in einer Vielzahl von Situationen ganz nah am Elend des Krieges und dort weit weg von Politik und Diplomatie, die zwar auf ihre Art auch schmutzig sind, aber in gepflegten Räumen und sorgfältig gewählter — wenn auch verlogener — Sprache stattfindet. Doch Jürgen Todenhöfer hat ungeachtet dessen auch immer die Kontakte mit hochrangigen Politikern als wichtig empfunden und aufrechterhalten — was im weiteren Text noch gewürdigt wird.

Seine Jahrzehnte gepflegte Nähe zu politischen Eliten öffnete ihm Türen, die anderen verschlossen bleiben. Solche Vernetzungen können puren Lobbyismus bedienen, müssen es aber nicht. Jürgen Todenhöfer scheint ganz offenbar ein Mensch zu sein, der Vertrauen genießt, da er sehr bewusst anderen Menschen Vertrauen entgegenbringt, quasi in eine Vorleistung geht. Er bringt Vertrauen entgegen und missbraucht entgegen gebrachtes nicht. So erinnert er mich diesbezüglich an den vor wenigen Jahren verstorbenen Peter Scholl-Latour.

Das — gepaart mit seinen finanziellen Möglichkeiten — erlaubt Jürgen Todenhöfer, sich als Wanderer zwischen den Welten zu bewegen und das ist nicht nur im geografischen Sinne gemeint. Denn seine Reisen schließen auch eine Bewegung über die gesamte Vertikale der Machthierarchie unserer Gesellschaft, von den Ärmsten, Mittellosesten und Rechtlosesten bis hin zu den Spitzen der Politik ein. Seine in eine Reihe von Büchern gefassten Einblicke strahlen die Glaubwürdigkeit des direkt Erlebten aus und dies gilt auch für sein neuestes Werk „Die große Heuchelei“ (1).

Todenhöfer gibt uns in diesem Buch — manchmal fast beiläufig — die Puzzleteile in die Hand, die es benötigt, um Konflikte zu verstehen. Er setzt das Puzzle nicht zusammen. Er hat nicht vor, uns das Denken abzunehmen. Vielleicht kann er es auch gar nicht. Seine Analysen und Wertungen beschränken sich fast immer auf den ethischen Anspruch — seinen und den des von den westlichen Gesellschaften propagierten. Beispiele finden wir zuhauf — zum Beispiel in seinem Vor-Ort-Bericht aus Mossul:

„Schon Anfang 2003, kurz vor der US-Invasion, hatte ich sie (die Stadt Mossul) besucht und bewundert. Stundenlang war ich durch ihre Gassen geschlendert. Sunniten, Schiiten, Jesiden und Christen lebten hier harmonisch zusammen. Genauso wie Araber und Kurden“ (2).

Merken wir auf, was uns Todenhöfer hier aus erster Hand vermittelt:

Das allgemeine Narrativ hierzulande berichtet über Konflikte im Nahen und Mittleren Osten immerfort in einer Weise, laut welcher die unterschiedlichen Konfessionen, insbesondere die des Islam, nicht friedensfähig seien. Man macht religiösen Zwist als Ursache von Kriegen fest. Dem war und ist nicht so.
Religiöse, über Ländergrenzen hinweg gewalttätige Extremisten übernahmen in jenen Staaten immer erst dann das Zepter, wenn westliche Staaten mit einem großen Instrumentarium an Machtmitteln in deren gesellschaftliche Prozesse eingegriffen hatten. Das war in Syrien nach 2011 nicht anders als in Libyen im selben Jahr und im Irak nach 2003. Es gilt aber ebenso für Afghanistan seit den 1970er — und Jugoslawien seit den 1990er Jahren. Sie erleben es außerdem im Falle Eritreas und des Jemen. Der Iran ist betroffen und Russland ebenso.
mehr:
- Der Grenzgänger (Peter Frey, Rubikon, 08.05.2019)
siehe auch:
Der Faschismus der anderen (Paul Schreyer, Telepolis, 22.09.2018)
Noch ein wenig USA und Kriegsstimmung in Europa (Post, 28.10.2014)
- xxx ()
Und dem US-Präsidenten Obama, der Russland als Gefahr bezeichnet hatte, entgegnete [Putin]: „Es gibt heute eine große Seuche – und das sind die USA und ihr Führungsanspruch.“
[
Die USA und ihr Führungsanspruch, rr, Hinter den Schlagzeilen, 20.02.2015]

Sich nicht dran zu erinnern, dass laut Recherchen der US-Weltagentur AP das Pentagon über 27'000 PR-Berater polieren Image der USA, die ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind? Nur dazu da, das Image der USA aufzupolieren? Dass diese ungeheure PR-Maschinerie des US-Militärs die amerikanischen Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar kostet? Und dass an dieser und anderen staatlichen Maschinerien des Westens (Achtung: Bundespresseamt Berlin!) Heerscharen von Journalisten hängen, unter anderem auch die der ARD? Leute, deren berufliche Realität sich prinzipiell nicht von dem unterscheidet, was sie über die „russischen Trolle“ zusammenfantasieren?
[
Faktenfinder betreibt faktenfreie antirussische Hetze, Jens Wernicke, Rubikon, 26.04.2017] 

"Standort Berlin" mit Jürgen Todenhöfer Teil 1 {9:24}

TV.Berlin - Der Hauptstadtsender
Am 25.03.2019 veröffentlicht 
"Die große Heuchelei" ist der Titel des neuen Buchs von Jürgen Todenhöfer. Darin fordert er, dass der Westen die Menschenrechte vorleben muss, statt sie nur vorzuheucheln. Im Gespräch mit Dr. Peter Brinkmann präsentiert Todenhöfer diese und weitere provokante Thesen.

"Standort Berlin" mit Jürgen Todenhöfer Teil 2 {16:20}

TV.Berlin - Der Hauptstadtsender
Am 25.03.2019 veröffentlicht 
Text wie oben

I'd Dump the Israelis Tomorrow --Ex-CIA Michael Scheuer Tells Congress {9:15 – Start bei 1:48}

ttj1776
Am 21.10.2013 veröffentlicht 
PLEASE SHARE THIS VIDEO
I'd Dump the Israelis Tomorrow --Ex-CIA Michael Scheuer Tells Congress
House Homeland Security Committee on October 9, 2013
siehe auch folgendes Interview mit Michael Scheuer:
- «Das Weisse Haus macht beste Werbung für die Kaida» (Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2011)

Todenhöfer über den Krieg in Syrien {20:51}

Demo Kratie
Am 11.04.2013 veröffentlicht 
Sendung : "hart aber fair"

Madeleine Albright says 500,000 dead Iraqi Children was "worth it" wins Medal of Freedom {0:23}

ttj1776
Am 02.05.2012 veröffentlicht 
Madeleine Albright says 500,000 dead Iraqi Children was "worth it".....wins Presidential Medal of Freedom from Obama
As the anniversary of probably one of the most infamous responses in broadcasting history approaches, the woman who uttered it is shortly to be awarded "the highest honour" that America bestows upon civilians — the Presidential Medal of Freedom.
Madeleine Albright, Iraq's Grim Reaper, of course, confirmed on Sixty Minutes (May 12, 1996) that the deaths of half a million children as a result of the absolute, all-embracing deprivations of the UN embargo were: "A hard choice, but the price, we think the price is worth it."
One cynical blogger, was so incensed that the header read: "Genocidal war criminal wins Presidential Medal whilst invoking Holocaust memories."

Volker Pispers: History of USA and Terrorism (über die Geschichte der USA und den Terrorismus) {44:08 – Start bei 17:21}

Danistakratie
Am 09.04.2012 veröffentlicht 
Last part of Volker Pispers' program "Bis neulich" (2004), dealing with American foreign policy, 9/11 and the war on terror in general.
Im letzten Teil von Pispers Programm "Bis neulich" (2004) beschäftigt sich Pispers mit der Amerikanischen Außenpolitk, 9/11 und den Krieg gegen den "Terrorismus" im allgemeinen.

Mainstream goes Propaganda

Deutschland in der Nazi-Zeit: »Affen-Musik«
Bildquelle:
- Degenerate music (engl. Wikipedia, angerufen am 08.05.2019)


Deutschland in den 50er Jahren: »Wenn zu viele SPD wählen, landen wir in den Gulags«


Bildquelle: Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau (Wikipedia, abgerufen am 08.05.2019)

Mein Kommentar:
Die waren hart drauf in den 50ern. U.a. glaubten die Konservativen, Homosexualität wäre ansteckend bzw. jeder wäre zur Homosexualität verführbar:

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Ein 1962 (damals regierte das Kabinett Adenauer IV unter Konrad Adenauer) vorgelegter Regierungsentwurf eines Strafgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland[27] rechtfertigte – entgegen dem Vorschlag der Großen Strafrechtskommission von 1959 (wo Vertreter von CDU/CSU selten anwesend waren)[28] – die Beibehaltung des § 175 wie folgt:
„Vor allem stände auch für die Homosexuellen nichts im Wege, ihre nähere Umgebung durch Zusammenleben in eheähnlichen Verhältnissen zu belästigen.[29] […] Ausgeprägter als in anderen Bereichen hat die Rechtsordnung gegenüber der männlichen Homosexualität die Aufgabe, durch die sittenbildende Kraft des Strafgesetzes einen Damm gegen die Ausbreitung eines lasterhaften Treibens zu errichten, das, wenn es um sich griffe, eine schwere Gefahr für eine gesunde und natürliche Lebensordnung im Volke bedeuten würde.“[30]
und meinte weiterhin:
„Die von interessierten Kreisen in den letzten Jahrzehnten wiederholt aufgestellte Behauptung, dass es sich bei dem gleichgeschlechtlichen Verkehr um einen natürlichen und deshalb nicht anstößigen Trieb handele, kann nur als Zweckbehauptung zurückgewiesen werden. […] Wo die gleichgeschlechtliche Unzucht um sich gegriffen und großen Umfang angenommen hat, war die Entartung des Volkes und der Verfall seiner sittlichen Kraft die Folge.“[31]
[§ 175, Entwicklung in der alten Bundesrepublik, Wikipedia, abgerufen am 09.05.2019 – Hervorhebungen von mir]
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MH 17, Juli 2014: »STOPPT PUTIN JETZT!«

Nach dem MH-17-Abschuß am 17.07.2014 stellte sich der SPIEGEL an die Spitze der medialen Empörungswelle:
Bildquelle: SPIEGEL schließt Russland-Forum nach drei Stunden (Alexander Dill, Telepolis, 27.07.2014)
siehe dazu: 
"Stoppt Putin jetzt!"-Cover war nur halbschlimm (Post, 11.09.2014)
Ich weiß nicht, wie es war. Ich weiß nicht, ob da nur ein paar Geschichten über das Verhalten der Separatisten falsch oder übertrieben waren, aber die grundsätzliche Bewertung als plündernde, skrupellose „Banditen in Uniform“ richtig ist. Ich weiß es nicht. Ich bräuchte Medien, denen ich vertrauen könnte. Bei denen ich das Gefühl hätte, dass sie mir auch Dinge erzählen, die den dominierenden Gut-Böse-Vorstellungen über diesen Konflikt vielleicht widersprechen. Medien, die die Welt nicht übersichtlicher machen als sie ist. Und die auf Kritik an ihrer Berichterstattung nicht mit durchsichtigen Ablenkungsmanövern reagieren. 
Also nicht diesen „Spiegel“.
Vielleicht ließe sich einiges davon in einem Diskurs klären. Vielleicht könnte der „Spiegel“ erklären, welche Szenen von marodierenden Banden er genau meint, welche „Indizien“ für den Abschuss er für überzeugend hält und welche für Propaganda. Womöglich würde das Menschen, die ihn kritisieren, überzeugen. Nicht alle, aber ein paar.
Und vielleicht wären selbst die, die am Ende nicht überzeugt wären, beeindruckt, dass der „Spiegel“ für seine Überzeugung kämpft, indem er argumentiert und mit denen, die ernst zu nehmende Kritik an seiner Haltung üben, in einen Dialog eintritt.
Aber der „Spiegel“ diskutiert und argumentiert nicht. Er lädt nicht zum Gespräch oder zum Streit ein. Er sagt: Lest unseren Leitartikel und haltet die Klappe.
[Wie der „Spiegel“ mit dem Vorwurf der „Kriegshetze“ umgehtstefan-niggemeier.de, 30.07.2014 – unbedingt lesenswert!!]

Stefan Niggemeier äußerte sich auch zu einem weiteren Glanzlicht »objektiver Berichterstattung«:
- Kritik an Putin-Meldung der "Tagesschau" "Man muss uns schon eine Menge Verbohrtheit unterstellen" (kha, SPON, 17.11.2014)
Erst der Zusammenschnitt mehrerer kritisierter öffentlich-rechtlicher Nachrichtensendungen durch die Propagadaschau:

ARD und ZDF-Propaganda: Der isolierte Putin from Doku Mentor on Vimeo.

mehr:
Super-Symbolbilder: „Putin, einsam und verlassen“ (Stefan Niggemeiers Blog, 16.11.2014)
Merke: Man sieht, was man will.
Und: Sie lernen nichts. 


kurz darauf regierte Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke:
Man muss uns schon eine Menge Verbohrtheit unterstellen, um zu glauben, dass wir exakt warten, bis der Kellner Frau Rousseff Wasser nachschenkt, damit man die Brasilianerin nicht sieht. Wirklich Leute, dafür gibt es Korrespondenten vor Ort, die die Bilder (zum Glück unvoreingenommen) einordnen können. Und Putin war auf diesem Gipfel isoliert, was durch die Recherche belegt ist und was durch das Bild auch noch augenfällig wird. Oder hatte jemand den Eindruck, dass es Putin und Rousseff am Tisch richtig haben krachen lassen?
[Angeblich einsamer Putin im Bild: “Tagesschau”-Chef Gniffke kanzelt Kritiker abmeedia, 18.11.2014 – beachte auch die Kommentare!]
Der meedia-Artikel schließt mit den Worten:
Erwiesenermaßen gab es Reuters-Bildmaterial, das zeigte, dass Putin nicht alleine am Tisch saß. Die ARD wählte einen Ausschnitt, der dies suggerierte und verstärkte den falschen Eindruck mit dem entsprechenden Text-Kommentar. Darum geht es. Gerade in Sachen Putin und Ukraine gab und gibt es massive Beschwerden von Zuschauern – berechtigte und unberechtigte – über die Berichterstattung der Medien im Allgemeinen und der öffentlich-rechtlichen Medien im Besonderen. In einer solchen Situation sollte eine große Redaktion wie die der “Tagesschau” achtsamer mit missverständlichen Bild-Text-Aussagen umgehen können. Die Kritik-Unfähigkeit des Chefredakteurs macht dann natürlich alles nur noch schlimmer.
In seinem Stolz verletzt von der Kritik des ARD-Programmbeirats [Ukraine-Konflikt: ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik, Malte Daniljuk, Telepolis, 18.09.2014] schrieb WDR-Intendant Tom Buhrow im Intranet des Senders: »Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten exzellente Arbeit.« und »Das geht an die journalistische Ehre.« [WDR-Intendant Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung, meedia, 24.09.2014]

Während Victoria Nuland im Februar 2014 vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft stolz vortrug, die USA hätten seit 1991 [Ukraine, Unabhängigkeit, Wikipedia] fünf Milliarden Dollar [Achtung englisch: 1Billion=1Milliarde] in politische Veränderungen in der Ukraine gesteckt, … 
[Preisfrage: Was ist das für ein blau-rotes Logo rechts vom Rednerpult??]
Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine" {8:46 – Start bei 7:26}

ALL Gaming Exploits
Am 09.02.2014 veröffentlicht 
American Conquest by Subversion: Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine"
"After three visits to Ukraine in five weeks, Victoria Nuland explains that in the past two decades, the United States has spent five Billion dollars ($5,000,000,000) to subvert Ukraine, and assures her listeners that there are prominent businessmen and government officials who support the US project to tear Ukraine away from its historic relationship with Russia and into the US sphere of interest (via "Europe").
Victoria Nuland is the wife of Robert Kagan, leader of the younger generation of "neo-cons". After serving as Hillary Clinton's spokesperson, she is now undersecretary of state for Europe and Eurasia." Diana Johnstone
Hear Victoria Nuland's very concise, almost victorious speech
… bestand Eric Frey, Auslands-Chefkorrespondent des österreichischen Standard, im Puls4-Talk vom 24.11.2014 darauf, »die USA spielten in der Ukraine eine Nebenrolle« und bezeichnete nebenbei Dirk Müller als »Putin-Versteher« (Video: 5:08)
Dirk Müller vs. Eric Frey ll US-Interessen in der Ukraine {7:49 – Ausschnitt 2:13 bis 3:13}

antikriegtv2
Am 26.11.2014 veröffentlicht 
AntikriegTV 2
Pro und Contra - der PULS 4 News Talk vom 24.11.2014:Dirk Müller vs. Eric Frey, Journalist bei der österreichischen Tageszeitung "DER STANDART".
Eric Frey:http://x2t.com/334416
Antikrieg TV http://www.antikrieg.tv
http://www.facebook.com/antikriegtv

zum Buch Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft:
Ich war in den letzten Jahren mehrmals erstaunt über die Blauäugigkeit, mit der in den Leitmedien über dieses Buch geschrieben wurde:
Anstatt es als eine Blaupause für die amerikanische »Regime-Change-Strategie« auf dem eurasischen Kontinent zu verstehen, las ich von der Bewunderung für Brzezinskis Hellsichtigkeit:
Schon damals [Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft, 1997, Wikipedia] sagte Brzezinski voraus: Die Ukraine wird der Schlüssel sein, für Russlands Zukunft und den Frieden. Denn in der Ukraine entscheide sich, ob Russland sich nach Europa orientiert oder in imperiales Auftrumpfen zurückfällt.
„Allein schon die Existenz einer unabhängigen Ukraine hilft, Russland zu verändern. Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein. Es kann zwar immer noch imperialen Status beanspruchen, würde dann aber in Konflikte mit den zentralasiatischen Staaten verwickelt. Auch China würde sich erneuter russischer Dominanz in Zentralasien entgegenstellen. Wenn Russland aber die Kontrolle über die Ukraine zurückgewinnt, wäre es wieder eine Imperialmacht.“
All die westlichen Hoffnungen, dass Russland sich öffnet und modernisiert, dass es zu einem demokratischen Partner eines demokratischen Amerika wird, sind aus Brzezinskis Sicht davon abhängig, dass Russland den Herrschaftsanspruch über die Ukraine aufgibt.
[Zbigniew Brzezinski – Rückblick in die Konflikte der Zukunft
Christoph von Marschall, Deutschlandfunk, 03.08.2015]

Ein einfaches Modell:
Ich nehme mir im Jahr 2014 ein Kochbuch von Johannes Lafer aus dem Jahr 1997 und backe nach seinem Rezept einen Kirschkuchen.
Dann kann der Christoph von Marschall (siehe obiges Zitat) 2015 sagen: »Ist doch unglaublich, wie der Lafer diesen Kirschkuchen vor 20 Jahren so exakt vorausgesagt hat!« Eine Täter-Theorie ist ihm aber zu verschwörungstheoretisch: »Das wirkt aber weit hergeholt.«


Während der Lektüre ist man immer wieder versucht, zum Copyright-Vermerk zu blättern: Ist dieses Buch wirklich 1997 erschienen? Es liest sich wie eine brandaktuelle Analyse, welche geopolitischen Triebkräfte die internationale Politik heute bestimmen. Geschrieben hat Zbigniew Brzezinski „The Grand Chessboard“ – wörtlich: „Das große Schachbrett“ – aber vor 18 Jahren! Damals regierte Bill Clinton, der Weltwirtschaft ging es gut, die Bundesregierung bereitete den Umzug von Bonn nach Berlin vor. Islamistischer Terror war noch nicht im allgemeinen Bewusstsein, 9/11 kam ja erst vier Jahre später. Der Ost-West-Konflikt war beendet. Polen, Tschechien und Ungarn bereiteten sich auf den Beitritt zu EU und NATO vor. Man hoffte, dass Russland mit etwas Verspätung ebenfalls zu Demokratie und Rechtsstaat findet und ein Friedenspartner wird. […]
Manche nehmen solche Weitsicht zum Anlass für den Verdacht, Brzezinski habe diese Entwicklung als Strippenzieher mit herbeigeführt. Das wirkt aber weit hergeholt. Er hatte seit Jahrzehnten kein Regierungsamt und steuert auch nicht die US-Geheimdienste.
Vielmehr kommen bei ihm Biografie, präzise Analyse und treffsichere Instinkte zusammen. Er ist gebürtiger Pole, war Sicherheitsberater des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter, ist bis heute einer der angesehensten außenpolitischen Denker der westlichen Hemisphäre. Sein Buch beginnt mit der Frage, welche geostrategischen Imperative die USA berücksichtigen müssen, wenn sie die ihnen zugefallene Vorrangstellung behalten wollen. Sie sind die erste Weltmacht der Geschichte, die nicht auf dem eurasischen Kontinent zuhause ist. Dort werde aber auch in Zukunft die Machtfrage entschieden.  
[Zbigniew Brzezinski – Rückblick in die Konflikte der Zukunft
Christoph von Marschall, Deutschlandfunk, 03.08.2015, Hervorhebung von mir]


Mein Kommentar:
Nach jetzt 5 Jahren Beschäftigung (seit Beginn der Ukraine-Krise) mit transatlantisch gewürzter russophobischer »Berichterstattung« durch die Leitmedien unterstelle ich der ARD-Redaktion exakt jene Verbohrtheit, die Kai Gniffke empört von sich weist, nämlich: 
den Zusammenschnitt absichtlich in dieser Art und Weise zusammengebastelt zu haben!
Und ich gehe noch einen Schritt weiter:
Stefan Niggemeier beklagte auf seinem Blog noch: »Sie lernen nichts.«
Die Tatsache, daß Niggemeier einen Lernprozess zum Thema macht, hat die Vorstellung zum Hintergrund, jemand bei den Leitmedien könne ein Lerninteresse haben.
Fast symbolisch die Aussage: »Die Kanzlerin meint, der Gesprächsfaden mit Russland solle nicht abreißen.«
siehe dazu: Russland-Politik: Merkel bootet Platzeck aus (SPON, 22.11.2014)
Diese Art von Beziehungsgestaltung läßt sich
1. auf die Kommunikation der Leitmedien mit ihren Kritikern übertragen und 
2. schizophrenogen nennen:
In dem 1956 veröffentlichten Aufsatz „Toward a Theory of Schizophrenia“ wurden derartige Interaktionsmuster erstmals unter der Bezeichnung „Double-Bind“ formal als schizophrenogene Lernkontexte beschrieben. BATESON, JACKSON, HALEY und WEAKLAND veranschaulichten die „Double-Bind“-Situation wie folgt:
„Ein junger Mann, der sich von einem akuten schizophrenen Schub leidlich gut erholt hatte, wurde im Krankenhaus von seiner Mutter besucht. Er freute sich über ihr Kommen und legte ihr impulsiv seinen Arm um die Schultern, worauf sie erstarrte. Er zog seinen Arm zurück, und sie fragte: ,Liebst du mich nicht mehr?’ Daraufhin wurde er rot, und sie sagte: ‚Lieber, du darfst nicht so leicht verlegen werden und Angst vor deinen Gefühlen bekommen.’ Der Patient war danach nicht in der Lage, länger als ein paar Minuten mit ihr zusammenzusein, und nachdem sie gegangen war, griff er einen Assistenten an und wurde ins Bad gesteckt."[8]
Es lohnt sich, diese aufschlußreiche Szene noch einmal in Zeitlupe Revue passieren zu lassen: Der Patient freut sich über den Besuch seiner Mutter. Er drückt dieses Gefühl in einer spontanen, nonverbalen Handlung aus, indem er sie umarmt. Daraufhin erstarrt die Mutter. Diese nonverbale Reaktion macht es für jedermann ersichtlich, daß sie sich in einer derartigen emotionalen Nähe zu ihrem Sohn ausgesprochen unwohl fühlt. Die nonverbale Reaktion des Sohnes ist vollkommen angemessen. Er zieht sich wieder von ihr zurück. Was nun folgt, ist ein verbaler Kommentar der Mutter. Sie kleidet ihn in die rhetorische Frage „Liebst du mich nicht mehr?“. Darauf reagiert der Sohn zu Recht mit Verwirrung, denn die Mutter leugnet verbal ihre nonverbale Botschaft. Überdies ist ihre Frage suggestiv, da sie zwei Vorannahmen enthält: 1. Das Verhalten des Sohnes weist keinerlei realen Bezug zu ihrem eigenen auf, und 2. Das Verhalten des Sohnes ist ein Akt der Ablehnung, der nur aus Mangel an Liebe zu ihr erklärt werden könne. Eine inhaltlich offene Frage (z. B. „Was ist denn gerade vorgefallen, daß du dich wieder von mir zurückziehst?") hätte dem Sohn die Möglichkeit eröffnet, ihr zu erzählen, wie er die Situation erlebt hatte. Beide wären also in einen Akt der Metakommunikation eingetreten.[9] Stattdessen deutet die Mutter die nonverbale Reaktion des Sohnes, ein hilfloses Erröten, sofort als „Angst vor Gefühlen“ um. Damit entzieht sie ihm jegliche Möglichkeit, sich zu der vorangegangenen Interaktionssequenz zu äußern. Überdies stürzt sie ihn in extreme Zweifel bezüglich seiner Wahrnehmung und seiner Emotionen. Die Folge ist ein Gefühl hilfloser Ohnmacht.
[aus dem Kapitel »Die Forschungen zur Schizophrenie und die Entstehung der "Double-Bind"-Hypothese« in Wolfgang Walker, Abenteuer Kommunikation, Stuttgart: Klett-Cotta, 1996, S. 93ff.]
Wenn im Fernsehen das soganannte Bildungsbürgertum zur Berichterstattung über die Ukraine-Krise zu Wort kam, äußerten dessen Vertreter ihr Unverständnis darüber, daß in allen bekannten Medien jeglicher politischer Ausrichtung das Gleiche geschrieben bzw. gesagt wurde:

ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken {13:46}
Newskritik Archiv
Am 22.12.2014 veröffentlicht 
Like http://www.facebook.com/newskritik - Das stärkt uns. Kein Wunder sinkt das Vertrauen der Leute in die Medien. Es wird überall manipuliert, unkontrolliert abkopiert, Nachrichten von Agenturen abgekauft, usw. Inzwischen weiss ein jeder, dass man den Massenmedien nicht bei Allem glauben sollte. Daran sind die Massenmedien vielfach selber Schuld.

aus dem Video: 
Sprecher: »Autor Matthias Bröckers meint, die Medien würden verschweigen, worum es im Ukraine-Konflikt wirklich geht.«
Bröckers: »Wir, der Westen, haben das Interesse, die Ukraine aus dem Verband mit Russland rauszubrechen.«
Sprecher: »Nicht alle, aber einige, teilen diese These. Das Publikum: Künstler, Juristen, Journalisten, Beamte – Bildungsbürgertum.«
Ein Mann aus dem Publikum: »Man hat den Eindruck, daß die deutschen Medien, sowohl die Printmedien, wie auch die elektronischen, daß die … ein Verstärkungsorgan, ein Propagandainstrument der Regierung sind. Es gibt überhaupt keine kritische Stimme mehr!«
Ein anderer Zuhörer beim Bröckers-Vortrag: »Ich möchte wissen, wer an welchen Stellschrauben dreht, daß Süddeutsche, SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine, nur um drei zu nennen, alle im Tenor mehr oder weniger das Gleiche sagen und es praktisch bei uns keine Alternative dazu gibt.«
Ein weiterer Zuhörer: »Wir werden ständig nur angelogen. Bei der Ukraine war’s ganz besonders schlimm. Das ist die reinste Kriegshetze gewesen. Und leider bis in die taz hinein. Da war ich sehr entsetzt.«
Sprecher:
»Nach einer represäntativen Umfrage im Auftrag von ZAPP haben nur 29 % der Befragten großes oder sehr großes Vertrauen in die Medien insgesamt, 54 % haben wenig Vertrauen, 15% gar keins.…«


Und jetzt einer von Deutschlands besten politischen Kabarettisten, der inzwischen auch die Schnauze hält, zu den modernen Anti-Hitler-Kriegen der Amis:
Volker Pispers: History of USA and Terrorism (über die Geschichte der USA und den Terrorismus)

Danistakratie
Am 09.04.2012 veröffentlicht 
Last part of Volker Pispers' program "Bis neulich" (2004), dealing with American foreign policy, 9/11 and the war on terror in general.
Im letzten Teil von Pispers Programm "Bis neulich" (2004) beschäftigt sich Pispers mit der Amerikanischen Außenpolitk, 9/11 und den Krieg gegen den "Terrorismus" im allgemeinen.

Seit 2016: »Putin hackt unsere demokratische Wahl«

Bildquelle: TIME RUSSIA'S OTHER PLOT VLADIMIR PUTIN WANTS TO INFLUENCE MORE THAN ELECTIONS INSIDE HIS GROWING EMPIRE OF ROGUE STATES (Simon Shuster, Meme, 07.04.2019)
zu den angeblichen Versuchen Russlands, die US-Wahlen zu beeinflussen, stößt die NY-Times ins gleiche Horn:
- The Plot to Subvert an Election (Scott Shane, Mark mazzetti, NYTimes, 20.09.2018) – Google-Übersetzung
und der ARD-Faktenfinder schwurbelt kräftig mit:
- Faktenfreies Qualitäts-Geschwurbel im ARD-Faktenfinder (Post, 06.02.2019)
siehe auch:
- Der Einfluss der US-Netzwerke auf Politik und Medien in Deutschland (Post, 02.02.2019)


Mein Kommentar:
Vorschlag für das Unwort des Jahres 2019: »Fakten«

Montag, 6. Mai 2019

Kiefer-Fund löst mehrere Rätsel: Denisova-Menschen lebten auf dem Dach der Welt

Vor 160.000 Jahren lebten auf der Erde außer dem Homo sapiens verschiedene andere Menschenarten. Sogar das Tibetische Hochland war schon besiedelt, wie ein Kiefer nun zeigt. Der Fund klärt gleich mehrere Rätsel und offene Fragen.

Manchmal löst ein einzelner Fund gleich mehrere Rätsel - und mitunter erst mit jahrzehntelanger Verzögerung. Im Jahr 1980 fand ein buddhistischer Mönch in einer großen Karsthöhle im Nordosten der Tibetischen Hochebene einen gut erhaltenen Unterkiefer. Nun, fast 40 Jahre später, liefern Analysen des Knochens etliche Erkenntnisse zur Besiedlung Asiens durch Frühmenschen - zu einer Zeit vor etwa 160.000 Jahren. Damals, lange bevor der moderne Mensch (Homo sapiens) sich von Afrika aus über die Erde verbreitete, wurden Afrika, Europa und Asien von verschiedenen Menschenarten bewohnt.


Und diese scheuten offensichtlich sogar extreme Regionen wie das Dach der Welt nicht: Der Fundort des Kiefers, die Baishiya-Höhle, liegt auf dem Tibetischen Plateau in fast 3300 Metern Höhe im Bezirk Xiahe in der chinesischen Provinz Gansu. Der Mönch übergab den Xiahe-Kiefer, wie der Fund inzwischen genannt wird, einem hohen buddhistischen Würdenträger, dem 6. Gungthang Rinpoche. Dieser überließ den Knochen wiederum der chinesischen Universität Lanzhou.


Deren Forscher, darunter Ko-Studienleiter Dongju Zhang, untersuchten den Kiefer wie auch den Fundort zuletzt zusammen mit Wissenschaftlern des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie um Institutsdirektor Jean-Jacques Hublin. Ihre Erkenntnisse, die sie nun im Fachblatt "Nature" vorstellen, werfen ein neues Licht auf die recht rätselhaften Denisova-Menschen, über die bislang nur wenig bekannt war.
mehr:
- Denisova-Menschen lebten auf Dach der Welt (n-tv, 02.05.2019)

Die rätselhaften Ur-Menschen aus der Denisova-Höhle {10:10}

MaxPlanckSociety
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Zunächst glaubte Bence Viola vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an einen Zahn eines Höhlenbären, als er das unscheinbare Fundstück vor sich sah. Er hatt es zusammen mit russischen Kollegen in der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge gefunden. Doch als der restliche Zahn auftauchte, war klar, dass sie den Zahn eines Ur-Menschen gefunden hatten. Allerdings konnte der Zahn weder von einem modernen Menschen noch von einem Neandertaler stammen, denn dazu war er zu groß. Den Forschern gelang es schließlich, das Erbgut aus dem Zahn zu entschlüsseln und ihre Vermutung zu bestätigen: Er stammt von einer bislang unbekannten Menschenform, die vor mindestens 30.000 Jahren in Asien weit verbreitet waren.
Mehr Infos:
Weder Neandertaler noch moderner Mensch:
www.mpg.de/610845/pressemitteilung201012032 Viele Wege führen nach Asien: www.mpg.de/4427405/migration_asien
siehe auch:
Spuren einer mysteriösen Art – Afrikaner haben Gene von "Geistervorfahren" (Kai Stoppel, n-tv, 29.04.2019)
Der erste Fußabdruck auf dem fünften Kontinent (Post, 21.05.2017)
Knoten im Stammbaum (Kay Prüfer, archaeologie-online.de, 20.12.2013)

Sonntag, 5. Mai 2019

Künstliche Intelligenz

Rogue Boeing 737 Max planes ‘with minds of their own’ | 60 Minutes Australia {43:03}

60 Minutes Australia
Am 05.05.2019 veröffentlicht 
Liz Hayes investigates the disaster of Boeing’s 737 MAX jetliner. Why two supposedly state-of-the-art and safe planes crashed killing 346 people; why pilots now fear flying the 737 MAX; & whether Boeing could have averted the catastrophes.
WATCH more of 60 Minutes Australia: https://www.60minutes.com.au

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Die größeren und weiter nach vorne versetzten Triebwerksgehäuse der MAX-Versionen erzeugen bei hohen Anstellwinkeln (um 14°) so viel Auftrieb, dass den Piloten die Kontrolle über die Fluglage erschwert und ein Strömungsabriss wahrscheinlicher wird.[57] Deshalb führte Boeing das Trimmsystem Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) ein, welches kritische Situationen durch Reduzierung des Anstellwinkels verhindern soll. Um die Umschulung von NG-Piloten auf die MAX-Modelle zu erleichtern, soll Boeing das MCAS und seine Funktionsweise verschwiegen haben. Nach Angaben von Piloten wurde es nicht in Handbüchern erwähnt.
Die Fehlfunktion des MCAS wird als wahrscheinliche Ursache der Abstürze der Boeing 737 MAX auf dem Lion-Air-Flug 610 und dem Ethiopian-Airlines-Flug 302 angesehen. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen erhielt das MCAS vom Anstellwinkelsensor falsche Werte und reagierte mit unnötigen und gefährlichen Korrekturen.[58] Damit wurde ein unzuverlässiger Winkelsensor zum Single Point of Failure, was den Richtlinien (z. B. Federal Aviation Regulations) widerspricht. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen soll es auch um die Schuldfrage der Piloten gehen. Pilotengewerkschafter und eine Fluglinie hatten beklagt, in den Trainingsunterlagen hätte es „ursprünglich keinen Hinweis auf das Assistenzsystem MCAS gegeben“. Systeme, die ohne Wissen der Piloten autonom arbeiten, seien zwar Standard, doch habe Boeing die Aufsichtsbehörde FAA getäuscht, „mit welcher Vehemenz MCAS tatsächlich in den Flug eingreifen kann.“[59] Der Spiegel berichtete weiterhin, einige Piloten seien in einem nur einstündigen Training am iPad für das neue Modell geschult worden.
Boeing hatte seit 2017 gewusst, dass ein Warnsystem nicht richtig funktionierte. Die Luftfahrtbehörde FAA erfuhr dies erst nach dem Absturz.[60]
[Boeing 737, Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS), Wikipedia, abgerufen am 12.05.2019]
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How the 737 MAX Became Boeing’s Fastest-Selling Plane {3:31}

Wall Street Journal
Am 19.03.2019 veröffentlicht 
Boeing’s 737 MAX evolved to meet surging international demand for air travel and in the process became its top-selling plane. WSJ’s Jason Bellini looks at how the grounding of the fleet following the Ethiopian Airlines crash could have a significant impact on Boeing’s future. Photo: Getty
Note: This video has been updated from a previous version to modify illustrations of the Boeing 737 and Airbus A320neo to reflect correct nose and winglet shape and engine placement, to describe the planes as single-aisle, not single-body, and to replace images of planes not relevant to this story.

How Boeing Builds a 737 Plane in Just 9 Days | WIRED {2:38}

WIRED UK
Am 18.10.2016 veröffentlicht 
Boeing's Renton plant, near Seattle, is the most productive plane factory in the world producing jets at a rate of 42 per month. Watch our behind-the-scenes video to discover how a 737 gets built in just a matter of days.
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Edeka: gendergerechte Diskriminierung zum Muttertag 😜

„Wir sagen Danke.“ | EDEKA Online-Spot {1:18}

EDEKA
Am 05.05.2019 veröffentlicht 
Zeit, dem wichtigsten Menschen der Welt „Danke“ zu sagen. Wer das ist? Sieh selbst.
(beachte auch die Kommentare!)
- “Allebekloppt. #EdekaBoykott”: Supermarktkette wird für angeblich sexistischen Werbespot zum Muttertag kritisiert (meedia, 08.05.2019)

Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau {11:48}

Jürgen von der Lippe
Am 03.09.2018 veröffentlicht 
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau - aus dem Bühnenprogramm "Alles was ich liebe".

Olaf Schubert: Geschlechter | Quatsch Comedy Club Classics {6:51}

Quatsch Comedy Club
Am 24.06.2017 veröffentlicht 
Olaf Schubert findet, Geschlechter passen hervorragend zusammen. Mit den ein oder anderen Kompromissen.

Modern Educayshun {7:20}

Neel Kolhatkar
Am 09.11.2015 veröffentlicht 
The follow up to #Equality, Modern Educayshun delves into the potential dangers of a hypersensitive culture bred by social media and political correctness.
Written and Directed by Neel Kolhatkar
Instagram & Twitter @neelkolhatkar
Produced by Conceptional Media - https://www.facebook.com/Conceptional...
Assistant Director Adam Krowitz
Cast
Neel Kolhatkar
Cait Burley (Insta cait.bonnie)
Caspar Hardaker
Romy Bartz
Jonathan Lo
Jess Sobanski

Samstag, 4. Mai 2019

Wissenschaft: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“

Die Wirtschaft nutzt die Glaubwürdigkeit von Wissenschaftlern, um ihr kriminelles Verhalten zu verschleiern.
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Seit Jahrzehnten nimmt die Wirtschaftskriminalität zu. In manchen Bereichen ist kriminelles Verhalten fast schon eine Voraussetzung für wirtschaflichen Erfolg. Dennoch wird dieses Thema kaum erforscht. Dies liegt auch an der Abhängigkeit der Wissenschaft von der Wirtschaft. In kapitalistischer Demokratien dienen wissenschaftliche Gutachten vor allem dazu, die ökonomischen Interessen von Konzernen zu stützen. Von Sponsoring abhängige Experten agieren weitgehend nach dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“
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Ein blinder Fleck

Unmittelbar nach dem offiziellen Ende des Kalten Krieges, 1990, veröffentlichte ich ein Buch, das sich aus demokratietheoretischer und sozialpolitischer — also praktischer — Sicht mit dem Problem der Wirtschaftskriminalität auseinandersetzte. In einer Rezension des SPIEGEL (1) hieß es dazu, ich sei auf der Suche nach Fachliteratur zu diesem Thema „auf einen ‚blinden Fleck’ in der Wissenschaft gestoßen“. Trotz einer Springflut von Büchern über politische und Wirtschaftsverbrechen fände man an systematischen Untersuchungen dazu fast nichts.

„Ob Flick-Skandal, die Affäre um das Gewerkschaftsunternehmen Neue Heimat oder Waffenschiebergeschäfte“, so fasste der Rezensent vor fast 30 Jahren die Ergebnisse meiner Forschung zusammen, wird das Problem „von den wissenschaftlichen Experten systematisch unterschlagen". Eine mögliche Erklärung: „Offensichtlich bremsen Tabus den Forschungseifer.“

Hätte sich das geändert, wäre es heute, da es fast normal ist, aus den Tagesnachrichten zu erfahren, dass Steuerfahnder und Staatsanwaltschaften Banken, Bau-, Pharma-, Autokonzerne durchsuchen und Topmanager in U-Haft sitzen, wohl kaum erwähnenswert.

mehr:
- Die Konzern-Marionetten (Hans See, Rubikon, 04.05.2019)
Siehe auch:
Tödlicher Ernst – Die Pharmaindustrie ist eines der gefährlichsten Kartelle der Welt. (Post, 23.08.2018)
Glyphosat: Wissenschaft im Kapitalismus (Post, 24.08.2017)
Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)

Blue Planet Award | Laudatio an Jean Ziegler | Hans See | ethecon Tagung 2012 {48:25}

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
ethecon - Stiftung Ethik und Ökonomie
ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen „von unten“ und folgt dem Leitmotiv „Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!“. Nur mit der Entwicklung und Durchsetzung umweltgerechter und menschenwürdiger Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle werden sich drohende ökologische und soziale Katastrophen abwenden lassen. ethecon arbeitet mit Vision und Perspektive, weit über den Generationenwechsel hinweg.
www.ethecon.org
Black und Blue Planet Awards
Bereits seit 2006 verleiht ethecon jährlich die beiden internationalen Positiv- und Negativ-Preise, den Internationalen ethecon Blue Planet Award für herausragenden Einsatz für Erhalt und Rettung des „Blauen Planeten“ sowie der Internationalen ethecon Black Planet Award für schockierende Verantwortung für Ruin und Zerstörung der Erde.
Wir brauchen Ihre Unterstützung!
ethecon braucht Sie als StifterIn, SpenderIn oder Fördermitglied. Die Stiftung ist gemeinnützig. Alle Zuwendungen sind steuerlich abzugsfähig.
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Jean Ziegler: Warum der Kapitalismus überwunden gehört

Jean Ziegler meldet sich wieder. In seinem neusten Buch erzählt er seiner Enkelin, weshalb der Kapitalismus überwunden gehört.

Auch mit 85 Jahren wird Jean Ziegler nicht müde, den Kapitalismus zu kritisieren. Sein neustes Buch: «Was ist so schlimm am Kapitalismus? – Antworten auf die Fragen meiner Enkelin», handelt von einem Gespräch zwischen Ziegler und seiner Enkeltochter Zohra, die ihren Grossvater über den Kapitalismus gründlich ausfragt. Dabei doziert das einstige «enfant terrible» des Grossbürgertums über die Geschichte des Kapitalismus, über Rousseau, Marx, Robespierre, Bankenbanditismus, Ausbeutung, Ungleichheit, Entfremdung, ökologische Katastrophen und die tödliche Macht von Geierfonds, welche aus einem hundsarmen und insolventen Land wie Malawi Kapital schlagen und für den Tod tausender Bewohner verantwortlich sind.

Mörderisches System

Anlass für das Gespräch zwischen Grossvater und Enkelin war eine Debatte am Fernsehen zwischen Ziegler und Peter Brabeck-Letmathe, dem ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten von Nestlé. Zohra, die mit ihrer aufgeregten Mutter vor dem Bildschirm sass und nur wenig davon verstand, wollte von ihrem Grossvater wissen, weshalb er sich mit dem Nestlé-Chef so vehement gestritten hatte. Schliesslich handle es sich bei Nestlé doch um ein erfolgreiches Unternehmen, das gute Schokolade herstellt. Warum um Himmels Willen sollte man sich mit einem solchen Konzern anlegen?

«Peter Brabeck behauptet, die kapitalistische Ordnung sei die gerechteste Organisationsform, die die Erde je gesehen habe…», antwortet Grossvater Ziegler. – «Und das ist nicht wahr?», fragt die Enkelin zurück. «Natürlich nicht! Das Gegenteil ist wahr! Die kapitalistische Produktionsweise trägt die Verantwortung für unzählige Verbrechen… Die verheerenden Auswirkungen der Unterentwicklung sind Hunger, Durst, Epidemien und Krieg. Sie vernichten jedes Jahr mehr Männer, Frauen und Kinder als die fürchterliche Schlächterei des Zweiten Weltkrieges in sechs Jahren», sagt Ziegler.
v Eine «kannibalische Weltordnung», wie er sie nennt, die Jahr für Jahr über 50 Millionen Menschen tötet? Da stellt sich für Zohra, die das Gymnasium besucht, die Frage, weshalb ein solch mörderisches System weiter aufrechterhalten wird.

«Würde man den Deckel vom Kessel der Welt heben, so würden Himmel und Erde zurückweichen vor diesem Wehgeschrei. Denn weder die Erde noch der Himmel noch irgendeiner von uns vermag wirklich das entsetzliche Ausmass des Leidens der Kinder zu ermessen, noch die Wucht der Gewalten, von denen sie zermalmt werden», antwortet Ziegler. Er zitiert seinen verstorbenen Freund und Gründer von «Terre des Hommes», Edmond Kaiser, und kommt auf ein in seinen Augen zentrales Problem zu sprechen: Das falsche Bewusstsein. Im Westen wage es schlicht niemand, die Welt wirklich so zu sehen, wie sie tatsächlich ist.

mehr:
- Was am Kapitalismus so schlimm ist – kurz erklärt (Rafael Lutz, InfoSperber, 04.05.2019)

Jean Ziegler: Was ist so schlimm am Kapitalismus? Befunde eines Globalisierungskritikers {58:17}

klar sehen
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Dass wir in seinen Augen mit dem Kapitalismus nicht in der besten aller Welten leben, hat der Schweizer Soziologe Jean Ziegler immer wieder deutlich gemacht. In einer "Wiener Vorlesung" in Gesprächsform stellt sich der Bestsellerautor den Fragen von Michael Kerbler und stellt auch sein neuestes Buch zum Thema vor. Er legt dar, welchen unmenschlichen Preis wir für diese "kannibalische Weltordnung" zahlen, die "radikal zerstört" werden muss. Die Abschaffung des Kapitalismus ist eine kraftvolle Utopie, an deren Verwirklichung bereits Millionen von Menschen arbeiten und sich als breite Widerstandsfront formieren. Mit dem weltweiten Erstarken der Zivilgesellschaft zieht eine neue Antwort der Geschichte herauf.

Krieg reich gegen arm à la française: Die öffentliche Darstellung der Gelbwesten in den Medien

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Als Service à la française (dt. „Bedienung nach französischer Art“), selten auch  Service à l’anglaise (dt. „Bedienung nach englischer Art“)[1], wird eine Speisenfolge bezeichnet, bei der bei jedem von zwei oder drei Gängen mehrere sehr unterschiedliche Gerichte gleichzeitig auf dem Tisch stehen. Die heute in der westlichen Welt übliche Speisenfolge, bei der in einem mehrgängigen Menu jeweils nur ein Gericht mit seinen Beilagen serviert wird, bezeichnet man dagegen als Service à la russe
Der Service à la française ist eine heute unüblich gewordene Servierweise eines Menüs mit einer ungewöhnlichen Vielzahl von dargereichten Speisen: während des ersten und zweiten Menügangs wurden herzhafte bis süße Speisen dargeboten, die nach heutigem Verständnis bereits jeweils einem vollständigen Menü mit einer Speisenpalette von Vorspeise bis Dessert entsprächen. Diese Form eines Mahls entwickelte sich in Europa aus der Esskultur des Mittelalters und der Renaissance und für die Speisenreihenfolge hatten sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts weitgehend feststehende Konventionen herausgebildet. Für formelle Dinners und Banketts war der Service à la française bis weit ins 19. Jahrhundert die Norm.[2]
[Service à la française, Wikipedia, abgerufen am 04.05.2019]
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Der 1. Mai in Frankreich: Die Opposition auf der Straße
Nichts mehr sollte so sein wie zuvor, hatte Macron angekündigt, bevor er letzte Woche sein Maßnahmenpaket verkündete. Tags darauf war Gewohntes zu lesen: "Wo ist der Wow-Effekt?", fragte die Libération. Der Präsident machte weiter wie bisher; es gab keine Kursänderung: Macrons Gelbwesten-Rede: Viele Versprechen, wenig Konkretes. Nun war die Öffentlichkeit gespannt, wie die Reaktionen auf der Straße ausfallen. Der 1. Mai stand an.
Laut Innenministerium haben gestern in ganz Frankreich 164.000 Personen an den Demonstrationen teilgenommen; die Gewerkschaft CGT berichtete dagegen von 310.000 Teilnehmern. Die Medien schrieben danach von einer beachtlichen Mobilisierung. Selbst die Zeitung der bürgerlich-liberalen Mitte, Le Monde, wies darauf hin, dass die Zahlen aus dem Haus von Innenminister Castaner auffällig untertreiben.
Als Beispiel nannte man Paris, wo das Innenministerium eine Schätzung von 28.000 Demonstranten präsentierte, währenddessen Le Monde wie auch andere Medien sich auf Schätzungen von Occurence referierten, wo von 40.000 bei den Demonstrationszügen in der Hauptstadt die Rede ist. Gut möglich, dass auch die Zahlen der Teilnehmer in den anderen Städten nach oben korrigiert werden müssten. Erwähnt wurden größere Demonstrationen in Bordeaux, Lyon, Marseille, Nantes, Toulouse, Montpellier, Strasbourg, Grenoble, Lille, Rennes und Nancy. Dort verliefen die Demonstrationen zum 1. Mai ohne große Auffälligkeiten, so der Tenor.
mehr:
- Gewerkschaften und Gelbwesten: Einig gegen Polizeigewalt (Thomas Pany, Telepolis, 02.05.2019)

Die Macht um Acht (25) {18:02 – Start bei 1:01}

KenFM
Am 01.05.2019 veröffentlicht 
Abschminken!
Tagesschau-Nachrichten bis zur Unkenntlichkeit umgeschminkt
Die aktuelle Ausgabe der MACHT-UM-ACHT, der alternativen Sendung zur TAGESSCHAU, geht davon aus, dass jede Menge der sogenannten Nachrichten der Tagesschau geschminkt sind. Zwar ist der Kern des jeweiligen Berichts aus der Hamburger Redaktion häufig korrekt, aber durch Wortwahl oder angebliche Experten wird der eigentliche Gehalt der jeweiligen Nachricht verändert, umgeschminkt, bis zur Unkenntlichkeit verdeckt.
Schon wieder erzählt die Tagesschau die Legende von den randalierenden "Gelbwesten" in Frankreich: "Festnahmen bei Gelbwesten-Protesten" lautet die Überschrift und mal wieder werden "Ausschreitungen" ins Zentrum eines Tagesschau-Beitrages gestellt. Die MACHT-UM-ACHT lässt die Gelbwesten mit ihren Forderungen selbst zu Wort kommen: Die wollen keine Obdachlosigkeit in Frankreich, sie fordern einen Mindestlohn von 1.300 Euro netto monatlich (im Beitrag der MACHT-UM-ACHT leider falsch mit 3.000 Euro zitiert). Diese und andere Forderungen wollen sie durch eine höhere Besteuerung großer Konzerne wie McDonald’s, Google, Amazon und Carrefour finanzieren. Davon bei der Tagesschau natürlich kein Wort. Denn die deutschen Kollegen der französischen Gelbwesten könnten ja vergleichbare Forderungen aufstellen. Deshalb muss die ARD-Nachrichten-Sendung die mutigen Franzosen unbedingt als Polit-Verbrecher diffamieren.
Die Gelben Westen fordern auch "Keine Rente unter 1.200 Euro monatlich". Und damit die deutschen Rentner und ihre Familien nur ja nicht auf ähnliche Gedanken kommen, liefert die Tagesschau diese Schlagzeile: "Besteuerung von Renten - Alles in allem ein gerechtes System". Von dem gerechten System darf, ohne von der Redaktion hinterfragt zu werden, der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß schwafeln. Immerhin würden ja Rentner auch besteuert, will sagen: Wer sogar Steuern zahlt, dem kann es doch nicht schlecht gehen. Dass es im Jahr 2017 knapp 1,1 Millionen Mini-Jobber ab 65 Jahren gab, also Leute, die wegen ihrer schlechten Rente noch zusätzlich etwas verdienen müssen und deshalb Steuern zahlen, das verschweigt das Nachrichten-Monster aus Hamburg natürlich. Man schminkt die schlechte Nachricht lieber auf ein "gerechtes System".
Der bisherige Höhepunkt der Hamburger Maskenbildnerei sind die Manfred-Weber-Festspiele: Rund um den CSU-Politiker und Spitzen-Kandidaten der EVP zur EU-Wahl, Manfred Weber, inszeniert die Tagesschau alle paar Tage Wahlkampf-Spots, Nachrichten ohne jeden Nachrichten-Wert. Denn bald sind Wahlen zum EU-Parlament und niemand kennt Manfred Weber. Laut einer Umfrage kennt den Unions-Spitzenkandidaten Manfred Weber, der Präsident der EU-Kommission werden will, nur jeder Vierte der Befragten. Aber der soll doch gewählt werden, meinen die Auftraggeber der Tagesschau, also nicht die Gebührenzahler. Und so produziert die ARD kostenlose Wahlkampfspots für die CSU und die EVP, die Europäische Volkspartei, das Sammelsurium der konservativen Parteien im EU-Parlament. Und mit wem sitzt der Herr Weber im Europäische Parlament und der EVP-Fraktion? Unter anderem mit den Abgeordneten der spanischen Partido Popular, der Nachfolgeorganisation der Franco-Faschisten. Eine Truppe, die sich nie von der grausamen spanischen Diktatur distanziert hat und bis heute das Erbe der spanischen Nazis verwaltet. Das wäre mal eine Nachricht gewesen. Aber die verschweigt die Tagesschau-Redaktion.
Die ARD-Nachrichten-Redaktion schminkt ihre Nachrichten, bis man ihren eigentlichen Inhalt nur noch mit Mühe erkennt. Und ihre Konsumenten macht sie mit dieser Schminkage zu Clowns. Auch deshalb fordert Uli Gellermann von der MACHT-UM-ACHT: Abschminken!
Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau.
Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.
Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe.
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siehe auch:
"Angriff" auf Krankenhaus: Frankreichs Innenminister verbreitet Fake News über Demonstranten (Post, 04.05.2019)
Die Freiheit auf Knien oder Was die Gelbwesten mit Frank Schirrmacher und Notre-Dame zu tun haben (Post, 26.04.2019)
Gelbwesten: Wichtiger als das was ist, ist, wie darüber berichtet wird! (Post, 17.03.2019)
Suizidwelle unter französischen Polizisten (Post, 17.03.2019)
- »Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)
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