Freitag, 15. November 2019

Atomabkommen mit dem Iran:
Die Tagesschau informiert nicht ordentlich

Vorbemerkung:
Es ist die alte Leier. Die USA machen einfach, was sie wollen und schieben unzählige x-beliebige Gründe nach, und alle möglichen Experten denken sich die Köpfe heiß.
Und wenn der Zug der USA schon hunderte Kilometer weitergefahren ist, kommen die Experten drauf:
»So ganz koscher ist das nicht.«
So auch hier.
Ein Beispiel aus der Geschichte:
Deutsche Kommentatoren und Korrespondenten zeigen sich seit Tagen verwirrt. Washington jongliere derart fix mit wechselnden Begründungen für den angestrebten Sturm auf Bagdad, "dass es der Außenwelt schwindelig werden kann", urteilt die "Süddeutsche Zeitung".

Und die "Nürnberger Nachrichten" berichten über ein "Rätselraten" in den USA, wo Präsidenten-Sprecher Ari Fleischer Ende voriger Woche öffentlich erklärt hat, ein Irakkrieg lasse sich nur dann vermeiden, wenn Saddam nicht nur abrüste, sondern auch abtrete – eine Bedingung, die durch keine der bisher verabschiedeten 18 Uno-Resolutionen gedeckt ist.

Verwundert fragte das Blatt, ob Bush-Sprecher Fleischer sich "die wohl folgenreichste Freudsche Fehlleistung seiner Karriere geleistet hat – oder ob der Präsident ausdrücklich dessen Äußerung autorisiert hatte".
[Jochen Bölsche, Bushs Masterplan – Der Krieg, der aus dem Think Tank kam, SPON, 04.03.2003 – Hervorhebungen von mir]

»Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr’ sie.«
[Harry S. Truman (1884-1972) zugeschrieben; Original engl.: »If you can't convince 'em, confuse 'em.«)]  

Das sogenannte
»Atomabkommen« (JPCAO) ist ein 2015 geschlossenes Abkommen zwischen den fünf Uno-Vetomächten sowie Deutschland auf der einen und Iran auf der anderen Seite. Dadurch, daß das JPCAO an die UN-Sicherheitsratsresolution 2231 (vom 20.07.2015) angehängt wurde, wurde es für alle beteiligten Staaten rechtsverbindlich
(Resolution 2231 (2015) Verteilung: Allgemein 20. Juli 2015 verabschiedet auf der 7488. Sitzung des Sicherheitsrats am 20. Juli 2015, deutsch, PDF)

Wenn die USA aus dem JPCAO »aussteigen«, dann gibt es keinen Vertrag mehr.
Wenn ich aus dem Vertrag mit meiner Krankenkasse »aussteige«, kann ich auch keine Leistungen mehr von ihr erwarten.

Aber genau dies tun die Mainstream-Medien (und unsere Politiker): 


(Tagesschau vom 01.07.2019)
Es gibt keinen Vertrag mehr, aber sie tun so, als müsse sich der Iran an die Bedingungen eines nicht mehr existierenden Vertrags halten.

siehe auch:


Nach dem US-Rückzug aus dem Atomabkommen hatte der Iran angekündigt, sich ebenfalls nicht mehr in Gänze daran halten zu wollen. Nun hat das Land weitere Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb genommen.
Nach dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen hat der Iran ein weiteres Mal die Vorgaben des Deals missachtet. Der Chef des nationalen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, teilte mit, das Land betreibe nun 60 IR-6-Zentrifugen zur Anreicherung von Uran. Damit hat sich ihre Zahl verdoppelt.
Es würden nun täglich fünf Kilogramm angereicherten Urans produziert, sagte Salehi im staatlichen Fernsehen. Das bedeutet eine Steigerung um das Zehnfache gegenüber der noch vor zwei Monaten produzierten Menge. Zudem entwickelt der Iran laut Salehi eine Zentrifuge, die 50 Mal schneller arbeite als im Atomvertrag zugelassen.
Die Ankündigung fällt auf einen für die iranisch-amerikanischen Beziehungen brisanten Tag: Vor genau 40 Jahren hatten radikale Studenten die US-Botschaft in Teheran gestürmt und die Mitarbeiter als Geiseln genommen - aus Protest, weil die USA den gestürzten Schah Reza Pahlavi Zuflucht gewährt hatten. [Weitere Zentrifugen Iran verstößt erneut gegen Atomdeal, Tagesschau vom 04.11.2019]
- Unsere Mainstream-Medien sind transatlantische Speichellecker! (Post, 19.08.2019)

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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, oftmals auch als Weltsicherheitsratbezeichnet, ist ein Organ der Vereinten Nationen. Er setzt sich aus fünf ständigen (Permanent Members, auch P5 genannt) und zehn nichtständigen Mitgliedern (Elected Members) beziehungsweise Staaten zusammen. Die fünf ständigen Mitglieder (FrankreichRussland, die Vereinigten Staaten, die Volksrepublik Chinaund das Vereinigte Königreich) haben bei der Verabschiedung von Resolutionen(Resolutions) ein erweitertes Vetorecht und werden daher auch als Vetomächte bezeichnet.
[Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, Wikipedia, abgerufen am 15.11.2019]
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Zu einer Annäherung zwischen Iran und der USA kam es mit dem Abschluss des Vertrags über das Iranische Atomprogramm am 14. Juli 2015 mit den UN-Vetomächten und Deutschland, mit dem die iranische Führung den Austritt Irans aus seiner internationalen Isolation erreichte (Joint Comprehensive Plan of Action, „Gemeinsamer umfassender Aktionsplan“, JCPOA).[18] Mit dem Abkommen von Wien vom 16. Januar 2016 wurde zusätzlich eine kurzfristige Aufhebung der internationalen Sanktionen erreicht.[19] Wegen des iranischen Raketenprogramms verhängten die USA jedoch bereits am Folgetag neue Sanktionen.[20]
[Beziehungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten, 2014: Atomabkommen, Wikipedia, abgerufen am 16.11.2019]
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Der Joint Comprehensive Plan of Action ( JCPOA ; persisch : برنامه جامعاقداممترک , romanisiert : barnāmeye jāme'e eqdāme moshtarak ( برجام , BARJAM )) [4] [5] wird gemeinhin als Iran-Atomabkommen oder Iran-Abkommen bezeichnet Einigung über das iranische Atomprogramm zwischen dem Iran und der P5 + 1 am 14. Juli 2015 in Wien (die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen - China, Frankreich, Russland, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten - plus Deutschland) [a] zusammen mit der Europäischen Union .
Gemeinsamer umfassender Aktionsplan
Iran Talks Vienna 14. Juli 2015 (19067069963) .jpg
Beamte, die die Vereinbarung ankündigen
Erstellt14. Juli 2015
RatifiziertN / A (Bestätigung nicht erforderlich)
Datum des Inkrafttretens
  • 18. Oktober 2015 (Annahme) [1]
  • 16. Januar 2016 (Umsetzung) [2]
LageWien , Österreich
Unterzeichner Ich rannte
 Europäische Union
 China (P5)
 Frankreich (EU) (P5)
 Russland (P5)
 Vereinigtes Königreich (EU) (P5)
 Deutschland(EU)
 Vereinigte Staaten (P5) ( zurückgezogen ) [3]
ZweckNichtverbreitung von Kernwaffen
Die formellen Verhandlungen mit der JCPOA begannen mit der Annahme des gemeinsamen Aktionsplans , eines Interimsabkommens, das im November 2013 zwischen dem Iran und den P5 + 1-Ländern unterzeichnet wurde. Der Iran und die P5 + 1-Länder führten Verhandlungen für die nächsten 20 Monate und im April 2015 ein Rahmen für die endgültige Vereinbarung vereinbart. Im Juli 2015 bestätigten der Iran und das P5 + 1 eine Einigung über den Plan zusammen mit dem "Roadmap-Abkommen" zwischen dem Iran und der IAEO. [8]
Im Rahmen der JCPOA erklärte sich der Iran bereit, seinen Lagerbestand an mittel angereichertem Uran zu beseitigen, seinen Lagerbestand an schwach angereichertem Uran um 98% zu reduzieren und die Anzahl seiner Gaszentrifugen für 13 Jahre um etwa zwei Drittel zu reduzieren. In den nächsten 15 Jahren wird der Iran nur noch bis zu 3,67% Uran anreichern. Der Iran stimmte auch zu, für den gleichen Zeitraum keine neuen Schwerwasseranlagen zu bauen. Die Urananreicherungsaktivitäten werden für 10 Jahre auf eine einzige Anlage mit Zentrifugen der ersten Generation beschränkt.Andere Einrichtungen werden umgebaut, um Proliferationsrisiken zu vermeiden. Um die Einhaltung der Vereinbarung durch den Iran zu überwachen und zu überprüfen, wird die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) regelmäßigen Zugang zu allen iranischen Nuklearanlagen haben. Das Abkommen sieht vor, dass der Iran als Gegenleistung für die überprüfbare Einhaltung seiner Verpflichtungen Erleichterungen von Nuklearsanktionen in Bezug auf die USA, die Europäische Union und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erhält.
Am 13. Oktober 2017 kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass die USA die nach US-amerikanischem Recht vorgesehene Zertifizierung nicht durchführen würden, stoppte jedoch kurz vor der Beendigung des Vertrags. [9]
IAEO-Inspektoren verbringen 3.000 Kalendertage pro Jahr im Iran, bringen manipulationssichere Siegel an und sammeln Überwachungskamerafotos, Messdaten und Dokumente zur weiteren Analyse. IAEO-Direktor Yukiya Amano erklärte (im März 2018), die Organisation habe überprüft, ob der Iran seine Verpflichtungen im Zusammenhang mit Nuklearwaffen einhält. [10] Am 30. April 2018 gaben die Vereinigten Staaten und Israel an, dass der Iran der IAEO kein bisheriges verdecktes Nuklearwaffenprogramm vorgelegt habe, wie dies im Abkommen von 2015 vorgesehen war. [11] [12]
Am 8. Mai 2018 gab Trump den Austritt der Vereinigten Staaten aus der JCPOA bekannt. [13] [14] Nach dem Rückzug der USA erließ die EU am 7. August 2018 ein aktualisiertes Sperrgesetz, um die Sanktionen der USA gegen Länder, die mit dem Iran handeln, aufzuheben. [15] Im November 2018 traten die Sanktionen der USA erneut in Kraft, um den Iran zu einer drastischen Änderung seiner Politik zu zwingen, einschließlich der Unterstützung militanter Gruppen in der Region und der Entwicklung ballistischer Raketen. [16]
Im Mai 2019 bestätigte die IAEO, dass der Iran die wichtigsten Bedingungen des Abkommens einhielt, obwohl sich die Frage stellte, wie viele fortschrittliche Zentrifugen der Iran haben darf, da dies im Abkommen nur lose definiert war. [17]
Am 1. Juli 2019 gab der Iran bekannt, dass er die von der IAEO bestätigte Obergrenze seines Lagerbestands an schwach angereichertem Uran [18] überschritten habe. [19]
[Joint Comprehensive Plan of Action, engl. Wikipedia, abgerufen am 16.11.2019 – Google-Übersetzer – Original]

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Präsident Trump gab im Mai 2018 den «Ausstieg» aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran bekannt. Seither schreiben und berichten fast alle grossen Zeitungen sowie Fernseh- und Radiosender vom «Ausstieg» der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und von Wirtschaftssanktionen, welche die USA gegen den Iran verhängen.
Die beschönigenden Begriffe «Ausstieg» oder «ausgestiegen» (den «Ausstieg der Schweiz aus der Atomenergie» etwa bewertete das Volk mehrheitlich positiv) sollten stutzig machen. Beim Pariser Klimaabkommen war noch davon die Rede, die USA hätten dieses «gekündigt». Das war korrekt, denn das Pariser Abkommen enthielt eine Klausel, die den USA eine Kündigung erlaubte.
Anders verhält es sich beim «Joint Comprehensive Plan of Action» JCPOA, der eine substanzielle Reduzierung des iranischen Atomprogramms und strikte Inspektionen der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO sowie im Gegenzug das Aufheben von US-Sanktionen gegen den Iran vorsieht.
Dieser «Plan» war kein Abkommen und wurde deshalb weder von den USA noch von den andern Verhandlungspartnern Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Russland, China und Iran unterzeichnet und ratifiziert. Deshalb kann kein Land diesen Plan kündigen oder aus diesem Plan aussteigen.
[Urs P. Gasche, USA gegen Iran: So vernebeln grosse Medien die WahrheitInfo-Sperber, 19.08.2019]

Nach jahrelangen harten Verhandlungen einigten sich die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran am 14. Juli 2015 in Wien auf ein Abkommen, das Teheran vom Aufbau einer Atomstreitmacht abbringen sollte. Es stellt die iranische Atomindustrie unter Kontrolle und sagt den Abbau westlicher Wirtschaftssanktionen zu.
Die Unterzeichner vermieden den Begriff Vertrag und sprachen von einem Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan. Ein internationaler Vertrag hätte nach US-Recht mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit vom Senat ratifiziert werden müssen. Das wollte US-Präsident Barack Obama umgehen, weil er eine Abstimmungsniederlage befürchtete. Das Abkommen wurde aber international verpflichtend, weil der UN-Sicherheitsrat es mit der Resolution 2231 übernahm. Dennoch kündigte Obamas Nachfolger Donald Trump das Atomabkommen einseitig auf.
[dpa, Hintergrund : Das Atomabkommen mit dem Iran, ZON, 08.05.2019 – Hervorhebung von mir]
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Weihnachtsmarkt in Kirchrode


Fernsehempfehlung: Hindafing

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„Wenn eine Serie als das ‚bayerische Fargo‘ angekündigt wird, kann das eigentlich nur nach hinten losgehen. Tut es aber nicht. Schon nach dem Vorspann fragt man sich: Sieht so eine BR-Produktion aus? Nein, tut sie nicht. … eine rasant erzählte, schwarzhumorigeSchelmengeschichte aus dem Hinterland der A9. … Großartig ist die Serie vor allem deshalb, weil sie Themen wie FlüchtlingsunterbringungGammelfleischskandalePanama PapersDemenz und Korruption federleicht und wie nebenbei unterzubringen versteht. … Für Süddeutsche ist Hindafing ein Muss, für alle anderen wünscht man sich vom BR höchstens noch Untertitel.“
– Carolin StröbeleDie Zeit[10]
„Klug, aber nicht verkopft, derb und politisch unkorrekt.“
– Kathrin HollmerSüddeutsche Zeitung[11]
„Das BR-Fernsehen traut sich etwas und bringt eine Heimatserie an den Start, die als bayerische Antwort auf ‚Breaking Bad‘ daherkommt. … Wer nun ein fulminantes Feuerwerk erwartet, das ein Klischee nach dem anderen in die Luft jagt und in satirischer Zuspitzung ein grelles Licht der Wahrheit auf die südwestdeutsche Provinz wirft, muss allerdings eine ganze Weile warten, bis ‚Hindafing‘ zündet. Und selbst dann erweisen sich viele Gags doch eher als Knallfrösche. So viel die Autoren Niklas Hoffmann und Boris Kunz auch in ihr Drehbuch gepackt haben, den Dialogen fehlt immer wieder das richtige Timing, und der Regisseur Boris Kunz lässt es ausgesprochen ruhig angehen. Im Tempo eines extrem gemächlichen Walking Blues schlendert er in das sich anbahnende Durcheinander hinein.“
[Hindafing, Rezeption, Wikipedia, abgerufen am 15.11.2019]
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mein Kommentar:
Immer, wenn man glaubt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo noch was Absurderes daher…
😂

Hindafing - Trailer deutsch {1:45}

EuroVideo Medien GmbH
Am 31.05.2017 veröffentlicht 
Die kleine Gemeinde Hindafing, inmitten veralteter Industrie, weit entfernt von einer bayerisch-weißblauen Idylle, versucht sich ein neues Image aufzubauen. Bürgermeister Alfons Zischl (Maximilian Brückner) verfolgt dazu mit Bio-Metzger Sepp Goldhammer (Andreas Giebel) schon länger den ehrgeizigen Plan, in ihrem Ort ein modernes Shoppingcenter zu errichten, das vom Erfolg der aktuellen Ökotrends profitiert: das Donau Village. Doch die Landespolitik Zischl macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, als die Gemeinde 50 Flüchtlinge aufnehmen soll. Die Bewohner von Hindafing sehen sich selbst zwar als familienorientierte und traditionsbewusste freie Denker, haben aber auch mit ihren Dämonen zu kämpfen. So gehen kirchentreue Bewohner tagsüber zum Fußballclub und üben Bikram Yoga, nachts geht es dann aber zum Swingerclub, oder zum Rendezvous mit dem lokalen Drogendealer. Welten treffen aufeinander und bringen das Dunkelste der Menschen zum Vorschein. Ein provinzieller Supergau.

Donnerstag, 14. November 2019

Interessenkonflikte im Fall Julian Assange

Der Ehemann von Lady Emma Arbuthnot, dem obersten Richter in Westminster, die die Auslieferung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange an die USA überwacht, unterhält finanzielle Verbindungen zum britischen Militär, einschließlich von WikiLeaks exponierten Institutionen und Personen.
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Es kann auch festgestellt werden, dass Lady Arbuthnot Geschenke und Bewirtung in Bezug auf ihren Ehemann erhalten hat, auch von einem Militär- und Cybersicherheitsunternehmen, das von WikiLeaks entlarvt wurde. Diese Aktivitäten deuten darauf hin, dass die Aktivitäten des Obersten Richters nicht als völlig unabhängig von denen ihres Mannes angesehen werden können.

Lord Arbuthnot von Edrom, ein ehemaliger Verteidigungsminister, ist ein bezahlter Vorsitzender des Beirats der Thales Group und war bis Anfang dieses Jahres Berater der Rüstungsfirma Babcock International. Beide Unternehmen haben große Verträge mit dem britischen Verteidigungsministerium.


Die Enthüllungen heben Bedenken hinsichtlich Interessenkonflikten hervor. Lady Arbuthnot übernahm 2017 den Vorsitz über Assanges Rechtsfall und entschied im Juni dieses Jahres, dass im kommenden Februar eine vollständige Anhörung zur Prüfung des von der Trump-Administration gestellten Auslieferungsantrags aus Großbritannien beginnen sollte.


Britische Richter sind verpflichtet, potenzielle Interessenkonflikte vor Gericht zu erklären, aber nach unserem Verständnis hat Lady Arbuthnot dies nicht getan.


Lady Arbuthnot hat kürzlich eine Bezirksrichterin ernannt, die über Assanges Auslieferungsverfahren entscheiden soll, die jedoch weiterhin die überwachende Rechtspersönlichkeit ist. Nach Angaben des britischen Gerichtsdienstes ist der oberste Richter „dafür verantwortlich,… die Kollegen der Bezirksrichter zu unterstützen und zu leiten“.


Gegenwärtig befindet sich Assange unter Bedingungen, die vom UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Meltzer, als „psychologische Folter“ beschrieben wurden, im Belmarsh-Hochsicherheitsgefängnis in London . Bei seiner Überstellung in die USA droht Assange aufgrund von Spionageanklagen das Leben im Gefängnis.

mehr:
- Der Richter von Julian Assange und die Verbindungen ihres Mannes zum britischen Militär, die von WikiLeaks aufgedeckt wurden (Mark Curtis, Matt Kennard, Daily Maverick – Google-Übersetzer, 14.11.2019 – Original)
siehe auch:
Britischer Missbrauch von Assange geht weiter: Blockierung spanischer Ermittlungen, Anpassung an US-amerikanische Forderungen (Post, 05.11.2019)


Einige der angeblichen Gründe für die Weigerung der britischen Behörden zur Zusammenarbeit sind, dass die britische Polizei diese Art von Befragungen durchführt, dass keine Videokonferenzen zur Verfügung stehen, um Zeugenaussagen anzuhören, und dass die Gerichtsbarkeit unklar ist. El Pais weist darauf hin, dass die britische Antwort in solchen Anfragen nach einer standardmäßigen justiziellen Zusammenarbeit beispiellos ist.

Die Auswirkungen der Beteiligung der CIA an der Spionage von Assange wurden von Assanges Anwalt Mark Summers bei der Gerichtsverhandlung von Assange am 21. Oktober klargestellt, als er erklärte:
"Der amerikanische Staat hat sich aktiv an privilegierten Gesprächen zwischen Herrn Assange und seinem Anwalt beteiligt ." 
Eine solche Verletzung von Assanges Rechten sollte ausreichen, um den Auslieferungsversuch der USA zu beendenDie Weigerung des Vereinigten Königreichs, sich an ein Standardverfahren zu halten, kann daher als Versuch angesehen werden, die Fähigkeit der USA zu schützen, ihn auszuliefern. Die Entlassung der Richterin Vanessa Baraitser von Summers Plädoyer, mehr Zeit für die Vorbereitung der Auslieferungsanhörung im Februar zu lassen, angesichts der Bedeutung des spanischen Falls, ist ein weiterer Beweis dafür, dass das Vereinigte Königreich eine festgelegte Tagesordnung hat.

[Nina Cross, Britischer Missbrauch von Assange geht weiter: Blockierung spanischer Ermittlungen, Anpassung an US-amerikanische Forderungen21stcenturywire.com, 05.11.2019 – Original – Hervorhebungen von mir]
Assange, der Zorn der Mächtigen, Menschenrechte, Folter und das dröhnende Schweigen des Mainstream (Post, 04.11.2019)


Im Jahr 2015 haben wir in vier Ländern einen Antrag auf Zugang zu den Unterlagen gemäß dem Freedom of Information Act gestellt: Australien, das Land, in dem Assange geboren wurde; England, wo er seit 2010 ist, nachdem er explosive geheime Dokumente über die US-Regierung veröffentlicht hat; die Vereinigten Staaten, in denen er für die WikiLeaks-Veröffentlichungen angeklagt ist; Schweden, wo er in einer Vergewaltigungsuntersuchung endete, die am 20. August 2010 eröffnet wurde, am 25. August 2010 schloss, am 1. September 2010 wieder öffnete, am 19. Mai 2017 wieder schloss und schließlich am 13. Mai 2019 und danach wieder öffnete ist noch im Gange und befindet sich nach neun Jahren in der Vorstufe.

Unser Versuch, auf die Dokumente zuzugreifen, wurde in jeder Gerichtsbarkeit behindert und stark verzögert. Die wenigen Dokumente, die wir bisher erhalten haben, haben es uns jedoch ermöglicht, wichtige Informationen zu ermitteln. Sie liefern unbestreitbare Beweise für die Rolle des Vereinigten Königreichs bei der Schaffung des rechtlichen und diplomatischen Sumpfes, der Julian Assange seit 2010 willkürlich in Haft gehalten hat, wie von der Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierung der Vereinten Nationen (UNWGAD) eingerichtet. Tatsächlich war es die britische Staatsanwaltschaft, die die schwedischen Staatsanwälte von der einzigen gerichtlichen Strategie abhielt, die die schwedische Vergewaltigungsuntersuchung schnell hätte zum Abschluss bringen können: Assange in London zu befragen, anstatt ihn nach Stockholm auszuliefern. Es war die Kronstaatsanwaltschaft, die 2013 die schwedischen Staatsanwälte davon abzubringen versuchte, den Fall fallen zu lassen. Schließlich schrieb die Kronstaatsanwaltschaft an ihren schwedischen Amtskollegen: "Bitte denken Sie nicht, dass der Fall nur als ein anderer behandelt wird Auslieferungsantrag "gestellt und wichtige Dokumente vernichtet, obwohl der Fall noch andauert und sehr kontrovers ist.

Als wir versuchten, Licht in diese Tatsachen zu bringen, um zu verstehen, warum die britischen Behörden so gehandelt haben und warum der Fall Assange nicht "nur ein weiteres Auslieferungsersuchen" war, stießen wir so sehr auf eine echte Gummimauer, dass wir dazu gezwungen wurden verklagen Sie den Crown Prosecution Service.

Unser erstes Rechtsmittel an das Londoner First Tier Tribunal wurde abgelehnt : Der Richter stellte fest, dass die Presse kein Recht auf Zugang zu den Unterlagen hat, da die britischen Behörden die Vertraulichkeit des Auslieferungsprozesses stärker wägen als das öffentliche Interesse der Presse kennt.

Richter Edward Mitchell hat heute unser Rechtsmittel beim Upper Tribunal zurückgewiesen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht klar, wer in der Lage sein wird, Transparenz und Kontrolle in den Fall Assange zu bringen, da dies der Presse nicht gestattet ist.

[Stefania Maurizi, la Repubblica, 14.09.2019 – Google-Übersetzer – Original]
Der Folterung von Julian Assange die Maske herunterreißen (Nils Melzer, Einleitung und Übersetzung Moritz Müller, NachDenkSeiten, 08.07.2019)

Der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hat seine Position zum Fall Assange noch einmal klar gestellt – doch keine Zeitung wollte den Beitrag drucken

Der Sonderberichterstatter des Hochkommissariats für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, der Schweizer Nils Melzer, der zusammen mit zwei medizinischen Experten Julian Assange im Gefängnis besuchen konnte, hatte in seinem Gutachten am 31. Mai 2019 von der massiven "psychologischen Folter" gesprochen, der Assange seit Jahren ausgesetzt werde und ein sofortiges Ende der "kollektiven Verfolgung" des Wikileaks-Gründers gefordert. "In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung", so Nils Melzer, "habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen".

Klarer und deutlicher als in dem Statement des UN-Folterexperten kann man kaum benennen, welchem menschenunwürdigen Unrecht Julian Assange seit Jahren ausgesetzt ist, doch abgesehen von einigen alternativen Medien erregten diese Anklagen kein größeres Aufsehen. Sie verschwanden sofort wieder aus den Nachrichten und der britische Außenminister Jeremy Hunt verbat sich die "hetzerischen Anschuldigungen" des UN-Berichterstatters.

Zur Klarstellung seiner Position und seiner Argumente hatte Nils Melzer dann im Juni einen Artikel verfasst und ihn dem Guardian, der Times, der Financial Times, dem Sydney Morning Herald, dem Australian, der Canberra Times, dem Telegraph, der New York Times, der Washington Post, der Thomson Reuters Foundation und Newsweek zur Veröffentlichung angeboten. Keine dieser Zeitungen wollte ihn veröffentlichen und er erschien dann online auf medium.com (Demasking the Torture of Julian Assange).
[Mathias Bröckers, Präzedenzfall WikiLeaks, Telepolis, 01.07.2019 – Hervorhebung von mir] 
UN-Ermittler kritisiert Umgang mit Assange (Post, 31.05.2019)

Wikipedia mit Schlagseite oder The Art of Faking Facts

Die Spiegel-Affäre II – hausoffizielle Sprachregelung: „Der Fall Relotius“ – gebiert fortwährend Skurriles. Vermutlich kommt man bei der Filmproduktionsfirma „Ufa Fiction“, die aus dem Sturmgeschütz-Krepierer eine Komödie im Stil der wunderbaren Hitlertagebücher-Satire „Schtonk!“ destillieren möchte, mit den fälligen Drehbuch-Aktualisierungen kaum noch nach. Alle naselang spendiert die Realität der Angelegenheit einen frischen Gag.

Neuerdings geht es um den
Wikipedia-Eintrag über Claas Relotius. Wikipedia-Hiwis haben den Artikel manipuliert, sogar Screenshots gefälscht, um den amtierenden König der Fälscher besser aussehen zu lassen und etwa als einen „Karl May unserer Tage“ zu adeln. Vorwürfe gegen ihn wurden aus dem Text getilgt, manche seiner Tricksereien entfernt. Das Internet-Kommando Claas Relotius (wenn es denn eine Gruppe war und kein Einzeltäter) verfügte über acht Wikipedia-Konten. Eines davon offenbarte, zufällig oder nicht, eine IP-Adresse. Sie konnte der norddeutschen Region zugeordnet werden, in welcher der Ort Tötensen liegt. Aus dem Relotius stammt, ebenso wie Dieter Bohlen.

Ein Brüller, den kein Drehbuchschreiber besser erfinden könnte.

Enthüller der Wikifakes war der Schweizer „Tages-Anzeiger“. Er nannte die Aktion „eine der größten Manipulationsoperationen in der deutschsprachigen Ausgabe von Wikipedia“. Letzteres ist so nicht ganz richtig. Eher trifft die Feststellung zu, dass Teile speziell des deutschsprachigen Nachschlagewerks seit langem manipuliert werden.

In dem Sinne, dass etwa bei politischen oder historischen Sachverhalten oder bei Micky-Maus-Disziplinen wie „Genderforschung“ die Wikipedia-Einträge oftmals einen Spin entfalten, der in aller Regel linke oder grüne Schlagseite aufweist.

mehr:
- Wikipedia oder The Art of Faking Facts (Wolfgang Röhl, AchGut, 14.11.2019)
siehe auch:
Tagesdosis 26.2.2019 – Wikipedia-Manipulationen (Post, 26.02.2019)
Das neueste aus Wikihausen: Bei den Wikipedianern gibt es noch eigene Meinungen (Post, 01.02.2019)
Danke Wikipedia! Der Erkenntnisgewinn kennt keine Grenzen (Post, 04.09.2018)
Neues aus Wikihausen, Folge 10: Felix wird enttarnt (Post, 04.09.2018)
Tagesdosis 19.6.2018 – Die Schauprozesse der Wikipedia Junta (Kommentar Dirk Pohlmann, KenFM, 19.06.2018)
Dirk Pohlmann vs. Wikipedia (Post, 19.06.2018)
Die Affäre Phillipp Cross (Post, 05.06.2018)
Wikipedia, der manipulierte Brockhaus der Schwarmintelligenz (Post, 29.05.2018)
Wikipedia auf dem Weg zum Orwellschen Wahrheitsministerium (Post, 27.05.2018)
Die dunkle Seite der Wikipedia (Post, 18.07.2017)
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Es geht nicht nur um Assange, es geht um die Informationsfreiheit!

Am 2. November wurde der internationale Tag zur Beendigung von Straflosigkeit gegen Journalisten begangen.


Der Generalsekretär der Vereinten Nationen hat anlässlich dieses Tages an uns alle appelliert, für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten. Das gilt auch in besonderem Maße für all jene, deren berufliches Selbstverständnis, das eines Journalisten ist. Staatlich sanktionierte Verbrechen gegen Journalisten lassen sich dieser Tage kaum stärker symbolisieren, als mit dem Namen des australischen Journalisten Julian Assange.

UN-Generalsekretär António Guterres: Erklärung zum Internationalen Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten



Meinungsfreiheit und freie Medien sind unerlässlich, um Verständnis zu fördern, die Demokratie zu stärken und unsere Anstrengungen zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.

In den letzten Jahren haben jedoch das Ausmaß und die Anzahl der Angriffe auf Journalisten und Medienschaffende zugenommen, und es gab mehr und mehr Vorfälle, die ihre Fähigkeit ihre lebenswichtige Arbeit auszuüben beeinträchtigten. Diese Vorfälle beinhalteten Androhungen von Strafverfolgung, Festnahmen, Inhaftierungen, Zugriffsverweigerungen und Versagen, Straftaten gegen Journalisten zu untersuchen und zu verfolgen.

Der Anteil von Frauen unter den Todesopfern ist ebenfalls gestiegen, und Journalistinnen sind zunehmend geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt, wie sexueller Belästigung, sexuellen Übergriffen und Drohungen.

Wenn Journalisten ins Visier genommen werden, zahlt die Gesellschaft als Ganzes den Preis. Wenn wir nicht fähig sind, Journalisten zu schützen, sind wir kaum in der Lage informiert zu bleiben und zur Entscheidungsfindung beizutragen. Ohne Journalisten, die in der Lage sind, ihre Arbeit in Sicherheit zu erledigen, besteht die Gefahr von Desinformation und Verwirrung.
Lassen Sie uns an diesem internationalen Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten gemeinsam für Journalisten, die Wahrheit und die Gerechtigkeit eintreten. (1, Hervorhebungen durch Autor)

Eine der hervorstechendsten Merkmale wahrhaftigen Journalismus ist der Mut gegenüber der Macht. Es ist der Mut, den Missbrauch durch diese Macht aufzudecken, zu enthüllen. Durch Julian Assange und seine Mitstreiter bei Wikileaks wurden Kriegsverbrechen aufgedeckt, welche der Führer der selbsternannten westlichen Wertegemeinschaft zu verantworten hat. Für diesen Mut zahlt Assange nun einen extrem hohen Preis. Es ist an der Zeit, dass die Journaille aus ihrer Ängstlichkeit ausbricht und begreift, dass der Angriff auf Assange auch ein Angriff auf sie selbst ist.

Ein Quäntchen Hoffnung war in mir, dass die ARD-Tagesschau – die schließlich Journalismus für sich beansprucht – wenigstens auf diesen Tag hinweist. Dem war nicht so (2). Vielleicht weil der Hinweis auf diesen Tag ohne die Einbeziehung des Falles Assange unglaubwürdig gewesen wäre?

Die Europäische Union hat eine ähnliche Stellungnahme herausgebracht (Hervorhebung jeweils durch Autor):

“Die EU gewährt über den von ihr finanzierten Schutzmechanismus für gefährdete Menschenrechtsverteidiger Unterstützung und Rechtsbeistand. Dieser Mechanismus kann schnell aktiviert werden, wenn sich Menschenrechtsverteidiger – einschließlich Journalisten – in Gefahr befinden.” (3)
und im weiteren:
“Im Jahr 2019 hat die Europäische Kommission Mittel in Höhe von mehr als 8 Mio. € für Projekte zur Förderung des Qualitätsjournalismus, der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Medienschaffenden und Selbstregulierungsgremien sowie für die Finanzierung des grenzüberschreitenden investigativen Journalismus und den Schutz gefährdeter Journalisten bereitgestellt.” (4)
Man kann natürlich seine Dissonanz bekämpfen und ganz im Sinne jener, die Assange schlicht vernichten wollen, argumentieren, dass Assange ja kein investigativer Journalist wäre. Die nächste Beruhigungspille lässt dann festigend verlauten: Verfolgte investigative Journalisten gibt es nur in Diktaturen und autokratisch geführten Staaten – und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Wenn allerdings der Begriff “investigativer Journalist” für Assange nicht zutrifft, dann ist es nichts weiter als eine leere, wohlfeile Worthülse.
mehr:
- Julian Assange ist ein Journalist! (Peter Frey, Peds Ansichten, 14.11.2019)
siehe auch:
Antwortschreiben des schwedischen Außenministeriums auf das Schreiben von Nils Melzer vom 12.09.2019 (Post, 12.11.2019)
Der Lynchmord an einem charismatischen Sonderling (Post, 11.11.2019)
Assange tat nur das, was ein guter Journalist tun sollte (Post, 10.11.2019)
9 Jahre lang Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange am Köcheln halten: Alle Achtung! (Post, 05.11.2019)
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UN: Assange exposed to "psychological torture" – UN official {2:59}

Ruptly
Am 15.10.2019 veröffentlicht 
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The UN's Special Rapporteur on Torture Nils Melzer said that jailed WikiLeaks founder Julian Assange has suffered "psychological torture" during a press briefing at the United Nations in New York City on Tuesday.
"I visited him [Julian Assange] with two medical experts, we came to the conclusion that he has been exposed to psychological torture for a prolonged period of time. That's a medical assessment. We asked for all the involved States to investigate this case and to alleviate the pressure that has been done on him," Melzer said.
He added that none of the nations involved in the case had begun an investigation, despite their responsibility to do so under the UN Convention on Torture.
The Special Rapporteur went on to touch on the issue of domestic violence and the need for action.
"Domestic violence is very much regarded as a private matter in most countries. So I want to put this in the agenda that, States, although domestic violence usually not an act of state, States still have the obligation to positively protect their population from this type of violence."
Melzer stated that the scale of domestic violence is comparable to the number of deaths caused in an armed conflict.
Chair of the Subcommittee on Prevention of Torture Malcolm Evans added that frequently the situation in migrant detention centres is comparable to that of "prisons".
SOURCE: UNIFEED-UNTV
Video ID: 20191015-058
dazu auch:


Der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hat seine Position zum Fall Assange noch einmal klar gestellt – doch keine Zeitung wollte den Beitrag drucken

Der Sonderberichterstatter des Hochkommissariats für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, der Schweizer Nils Melzer, der zusammen mit zwei medizinischen Experten Julian Assange im Gefängnis besuchen konnte, hatte in seinem Gutachten am 31. Mai 2019 von der massiven "psychologischen Folter" gesprochen, der Assange seit Jahren ausgesetzt werde und ein sofortiges Ende der "kollektiven Verfolgung" des Wikileaks-Gründers gefordert. "In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung", so Nils Melzer, "habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen".

Klarer und deutlicher als in dem Statement des UN-Folterexperten kann man kaum benennen, welchem menschenunwürdigen Unrecht Julian Assange seit Jahren ausgesetzt ist, doch abgesehen von einigen alternativen Medien erregten diese Anklagen kein größeres Aufsehen. Sie verschwanden sofort wieder aus den Nachrichten und der britische Außenminister Jeremy Hunt verbat sich die "hetzerischen Anschuldigungen" des UN-Berichterstatters.

Zur Klarstellung seiner Position und seiner Argumente hatte Nils Melzer dann im Juni einen Artikel verfasst und ihn dem Guardian, der Times, der Financial Times, dem Sydney Morning Herald, dem Australian, der Canberra Times, dem Telegraph, der New York Times, der Washington Post, der Thomson Reuters Foundation und Newsweek zur Veröffentlichung angeboten. Keine dieser Zeitungen wollte ihn veröffentlichen und er erschien dann online auf medium.com (Demasking the Torture of Julian Assange).
[Mathias Bröckers, Präzedenzfall WikiLeaks, Telepolis, 01.07.2019 – Hervorhebung von mir]

Der Folterung von Julian Assange die Maske herunterreißen (Nils Melzer, NachDenkSeiten, 08.07.2019)
UN-Ermittler kritisiert Umgang mit Assange (Post, 31.05.2019)


»Wir stehen nicht auf der falschen Seite.

Wir sind die falsche Seite.« 


zu Daniel Ellsberg siehe: