Freitag, 14. Juni 2019

DER SPIEGEL 1947 bis 1956: "Dieses Schmierblatt wird leider Gottes gelesen"

Hunger, Trotz und Zuversicht – die erste SPIEGEL-Dekade

Wann beginnt eine gute Erfolgsgeschichte? Am kalendarischen Datum, also am 4. Januar 1947? Oder schon dann, wenn die ganze Geschichte losgeht – Monate vorher? Oder erst dann, wenn sich Erfolg einstellt – Jahre später?

Die Geschichte des SPIEGEL startet unstrittig 1946 in Hannover mit den drei britischen Besatzungssoldaten John Chaloner, Henry Ormond und Harry Bohrer, die sich in den Kopf gesetzt haben, die damals noch recht nationalsozialistischen Deutschen mit halbwegs demokratischen Presseerzeugnissen zu versorgen – mit Zeitungen und, möglichst, auch mit einem Magazin.

Die Geschichten rund um die Gründung des SPIEGEL, die seitdem im Haus kursieren, bilden ein Knäuel aus Legenden, Anekdoten, Halbwahrheiten, das 60 Jahre später schwer zu entwirren ist. Die Anekdote will wissen, dass ein weiterer Engländer, der Pressemajor Robin Kelly, seinen jungen Untergebenen Rudolf Augstein, 22, vom "Neuen Hannoverschen Kurier", zum Kriegsverbrecherprozess ins ehemalige KZ nach Bergen-Belsen schickt, damit der die Aussagen der Angeklagten in Kurzschrift protokolliere. Schnell stellt sich heraus, dass der Junge von Stenografie so viel versteht wie nach ihm fast alle Journalisten – nämlich nichts. Augstein wird fristlos gefeuert, verabschiedet sich gefasst von seinen Kollegen und bemerkt beim Verlassen des Hofs im Pressehaus ein parkendes, jedoch seltsam wippendes Fahrzeug. Bei näherer Betrachtung entdeckt er seinen Eben-noch-Vorgesetzten Kelly in engem, damals verbotenem Kontakt mit einer deutschen Sekretärin.

Die Legende sagt, Augstein habe den Engländer höflich gefragt: "May I help you?"

Die Wahrheit ist: Die Kündigung wird sogleich kassiert. Und schnell merken die Briten, dass ihr Zögling keinerlei Lust entwickelt, dem sonst in der deutschen Medienlandschaft geübten Brauch zu folgen "Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing." Wohl nehmen die Jungredakteure in diesen Hungerzeiten gern am Mittagsmahl der Besatzer und am gespendeten Five o' Clock Tea teil – doch sie spucken auch gern in die Hand, die sie füttert. Chaloner selbst hat sie gelehrt, als "Ikonoklasten", Bilderstürmer, vorzugehen – und das tut die junge Mannschaft mit Genuss: Sie nennt die Politik der Besatzungsmacht "idiotisch". Sie wettert gegen den Mangel an Kohle und Lebensmitteln. Sie schreibt darüber, wie die Besatzer immer mehr Know-how, aber auch Maschinen in ihr Heimatland deportieren.
mehr:
- DER SPIEGEL 1947 bis 1956: "Dieses Schmierblatt wird leider Gottes gelesen" (SPON, 14.06.2019)

Erfundene und manipulierte Geschichten: Der Fall Relotius und seine Folgen {29:55}

ZAPP - Das Medienmagazin
Am 30.05.2019 veröffentlicht 
Mit erfundenen Geschichten hat Claas Relotius Leser und Kollegen getäuscht - und so für einen Skandal gesorgt. Der Schaden für den Journalismus ist groß, Maßnahmen werden ergriffen.
https://www.ndr.de

siehe auch:
"Spiegel"-Abschlussbericht: Ein System von Gleichgültigkeit (Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung, 29.05.2019)
Das Ende des Mythos von der „Spiegel“-Dok, die jedes Wort prüft (Stefan Niggemeier, ÜberMedien, 22.12.2018)
Betrugsaffäre um "Spiegel"-Reporter – Ein Fall Relotius darf sich nicht wiederholen (Mathias Müller von Blumencron, nowheretostay.blogspot.com, 19.12.2018)
Wie der NDR die Medienkritik der AfD bestätigt (Don Alphonso, Deus ex Machina, blogs.faz.net, 14.09.2017)
Was einen Artikel zum "Spiegel"-Artikel macht (horizont.net, 04.01.2017)
- 70 Jahre „Der Spiegel“ – „Das alte Konzept des Leitmediums ist verloren gegangen“ (Lutz Hachmeister im Gespräch mit Ulrich Biermann, Deutschlandfunk, 04.01.2017)

Donnerstag, 13. Juni 2019

Die zunehmende Angst vor China

Noch weiß niemand ganz genau, wie China die neue Seidenstraße ausgestalten wird. Doch Franken will jetzt schon von dem Milliardenprojekt profitieren.
"Ein Weckruf für deutsche Unternehmer" sollte er nach den Vorstellungen des mittelfränkischen IHK-Präsidenten Dirk von Vopelius sein, jener Kongress, der sich im vergangenen Jahr in Nürnberg erstmals mit der neuen Seidenstraße befasste. Jenem 1000-Milliarden-Dollar-Projekt, das der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping 2013 bei einem Staatsbesuch in Kasachstan ausgerufen hat. China, so seine Ankündigung, werde mit dieser in der neueren Geschichte beispiellosen Investition wirtschaftlich näher an den Rest der Welt heranrücken. Über neue Verkehrskorridore, vornehmlich nach Europa.

Auf dem Kontinent rätseln die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen noch, was sie von der chinesischen "Belt and Road Initiative" halten sollen, die an den antiken Seidenstraße-Handelsweg zwischen Asien und Europa anknüpfen will. Außer Italien hat sich bislang keiner der führenden sieben Industriestaaten als Anhänger geoutet und seine Mitarbeit angekündigt. Vielmehr herrscht breite Skepsis, China könnte sich über die neue Seidenstraße wirtschaftliche Hegemonialträume erfüllen.
mehr:
- Zukunftsprojekt: Es fährt ein Zug von Nürnberg nach Chengdu (Uwe Ritzer, Süddeutsche Zeitung, 13.06.2019)
siehe auch:
- Scobel: China first (3sat-Mediathek, 06.06.2019 - verfügbar vis 06.06.2029)
"China first" - anschauliche Doku über "Neue Seidenstraße" (Frank Jürgens, Neue Osnabrücker Zeitung, 06.06.2019)
"Vom chinesischen Angebot zum globalen Konsens" (Post, 27.04.2019)
Neue Seidenstraße: China will Europäer auf die Seidenstraße holen (ZON, 26.04.2019)
China: So verläuft die "Neue Seidenstraße" (Süddeutsche Zeitung, 26.04.2019)
Chinas Marsch nach Westen: Wie gefährlich die „Neue Seidenstraße“ wirklich ist (Thomas Hanke, Till Hoppe, Moritz Koch, Torsten Riecke, Thomas Sigmund, Handelsblatt, 29.03.2019)
Ken FM – ZUR SACHE: China – Greift der Drache nach der Pole-Position? (Post, 21.10.2018)
Viele werden alles verlieren (Post, 29.08.2015)
Die Seidenstraßenstrategie (Post, 11.06.2015)
Get Ready for BRICS plus Germany (Post, 04.03.2015)
- Pepe Escobar at his best – Seidenstraßenkarawane ohne lahme Ente (Post, 08.12.2014)

phoenix plus: "Angst vor China? Die Neue Seidenstraße" (14.05.19) {44:19}

phoenix
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Globalisierung auf chinesisch. Ziel: Der Aufstieg Chinas zur größten Industrienation der Welt. Instrument: Die Neue Seidenstraße. Vision, Macht und Geld bilden die Grundlage für das gigantische Welthandels- und Infrastrukturprojekt der Chinesen.
Welche politische Strategie verfolgt die Weltmacht China mit der Neuen Seidenstraße? Wie geht sie dabei vor? Wo steht Deutschland, wo die Europäische Union? Ist Angst vor China berechtigt oder birgt Chinas Weg nach Westen eine große Chance für die Länder, die in das Giga-Projekt eingebunden sind? Wer profitiert, wer bleibt auf der Strecke?
Das phoenix plus „Angst vor China? Die Neue Seidenstraße“ geht diesen Fragen nach. Mit der Moderatorin Sara Bildau diskutieren die China- und Ostasienforscherin Professor Nele Noesselt sowie Professor Markus Taube, Wirtschaftsexperte Ostasien, beide von der Universität Duisburg-Essen.
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Öffentlich-rechtliche Medien unter kritischer Beobachtung

Die ARD-Tagesschau ist gefordert, ihre  verkündeten Narrative kritisch zu überprüfen.

Dass da etwas nicht stimmt an der Art und Weise der Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Sender zu geschichtlichen Ereignissen hier und anderswo, ruft immer mehr wache Geister auf den Plan. Ein seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig verkündetes angebliches Massaker, welches 1989 auf und um den Pekinger Tiananmen-Platz stattgefunden haben soll, ist ohne belastbare Belege.

Gerne gebe ich Lesern, welche qualifizierte wie achtungsvolle Kritik zu äußern in der Lage sind, die Möglichkeit, diese als öffentliche Briefe bei Peds Ansichten einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Ihr Bemühen, ihre aktive Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Ereignissen, kann den vielen Mut machen, die bereits wissen, dass etwas faul ist in unserem Land, aber noch immer in Angst und Verzagtheit passiv verharren. Eigene Gedanken zu entwickeln, sie zu formulieren und in respektvoller Weise offen zu legen, zeugt von Emanzipation und Selbstermächtigung tatsächlich mündiger Bürger.
mehr:
- Öffentlich-rechtliche Medien unter kritischer Beobachtung (Peter Frey, Peds Ansichten, 13.06.2019)
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Porton Down: Was geschieht hinter den Türen des streng geheimen Labors?

Inside Porton Down, the UK's top secret laboratory, scientists carry out research into chemical weapons and deadly diseases. BBC security correspondent Frank Gardner was given rare access to the highly secretive facility. 

Pulling on thick, protective gloves several times a day comes with unique problems, says Rory, one of the youngest scientists currently working at Porton Down.

"The one thing which I've found is definitely moisturiser comes in handy," he says.

"My desk is covered in different types of it."

Ebola, plague, anthrax

Rory works at the Ministry of Defence's Defence Science and Technology Laboratory (DSTL), better known as Porton Down. Based five miles (8km) outside Salisbury, in Wiltshire, it is highly secretive, under armed guard and is very hard to get into.

And for good reason.


The laboratories are where some of the country's top scientists carry out research into the world's most dangerous pathogens – diseases that can kill us.

Ebola, plague and anthrax are among the life-threatening diseases under study at this secluded base. 


It's also where scientists analysed samples confirming that a Novichok nerve agent had been used to poison former Russian spy Sergei Skripal and his daughter.


In Porton Down, dem streng geheimen britischen Labor, erforschen Wissenschaftler chemische Waffen und tödliche Krankheiten. Frank Gardner, Sicherheitskorrespondent der BBC, erhielt seltenen Zugang zu der höchst geheimen Einrichtung.


Mehrmals am Tag dicke Schutzhandschuhe anzuziehen, ist mit einzigartigen Problemen verbunden, sagt Rory, einer der jüngsten Wissenschaftler, die derzeit bei Porton Down arbeiten.

"Das Einzige, was ich gefunden habe, ist definitiv, dass Feuchtigkeitscreme nützlich ist", sagt er.

"Mein Schreibtisch ist mit verschiedenen Arten bedeckt."

Ebola, Pest, Milzbrand
Rory arbeitet im Defense Science and Technology Laboratory (DSTL) des Verteidigungsministeriums, besser bekannt als Porton Down.

Es liegt 8 km außerhalb von Salisbury in Wiltshire und ist äußerst geheimnisvoll, unter bewaffneter Bewachung und sehr schwer zu erreichen.

Und das aus gutem Grund.

In den Labors erforschen einige der besten Wissenschaftler des Landes die gefährlichsten Krankheitserreger der Welt – Krankheiten, die uns töten können.

Ebola, Pest und Milzbrand gehören zu den lebensbedrohlichen Krankheiten, die an dieser abgeschiedenen Basis untersucht werden.

Dort analysierten Wissenschaftler auch Proben, die bestätigten, dass ein Novichok-Nervengift verwendet wurde, um den ehemaligen russischen Spion Sergei Skripal und seine Tochter zu vergiften.

mehr:
- Porton Down: What's inside the UK's top-secret laboratory? (Frank Gardner, BBC News, 13.06.2019 – Google-Übersetzer)
siehe auch:
Großbritannien: Zweiter Nowitschok-Fall wirft weitere Fragen auf (Post, 13.07.2018)
SKRIPAL IN PORTON DOWN: MENSCHENVERSUCHE MIT CHEMIEWAFFEN – NOVICHOK? (Manfred Gleuber, Jasminrevolution, 24.03.2018)
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Uncle Sam drückt der Welt seinen Stempel auf

einmal mehr ... ...seinen Stempel auf. Wer US-Verbrechen öffentlich macht, gehört auf den elektrischen Stuhl. Noch sind Assange "nur" 175 Jahre Gefängnis angedroht. Das kann sich ändern

Das war doch klar, und nur die ganz Dummen werden wieder ganz dumm bleiben. Correa-Nachfolger Lenin Moreno, der bei den USA, der Weltbank und dem IWF schwer verschuldet ist und zudem heftige Probleme mit der in Ecuador grassierenden Wirtschaftskrise hat https://www.dw.com/de/der-anti-correa/a-47800080, dürfte mit Trump & Co. einen Deal ausgeheckt haben. Ihm, dem sein linksliberales, kapitalismuskritisches Programm schon kurz nach dem Amtsantritt abhanden gekommen ist, muss man das durchaus zutrauen. Er dürfte den Whistleblower Assange, der unter Correa ein quasi unbefristetes Asyl in der Londoner Botschaft erfuhr, schamlos an seine Verfolger ausgeliefert haben. Das geschah auf sehr durchsichtigen Umwegen: Zunächst zwang man Assange die Botschaft zu verlassen, dann wurde er von der britischen Polizei wegen eines Verstoßes gegen die britischen Kautionsauflagen verhaftet. Man hätte meinen können, dass die Schweden, die Assange wegen angeblicher Vergewaltigung auf skandinavischem Boden vor Gericht stellen wollten, die Auslieferung nach Stockholm fordern würden. Doch das oberste Gericht verbot den schon verfassten Auslieferungsantrag. Warum und ... ich wage zu formulieren: auf wessen Intervention?

Dann hieß es plötzlich, dass diesbezügliche Ermittlungen auch in England durchgeführt werden könnten. Geschehen ist nichts in der Sache. Aber der Weg von England in die USA ist unkomplizierter als der von Schweden in die USA.

Ab heute nun beginnt sich der Kreis zu schließen, und jeder Denkende weiß, wie das endet. Der politische Weg für Assanges Auslieferung in die USA ist frei, das US-Auslieferungsersuchen ist in London als gültig und berechtigt anerkannt worden https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-06/auslieferungsantrag-wikileaks-gruender-julian-assange-usa-zulassung. Jetzt bedarf es nur noch einer Entscheidung durch ein britisches Gericht. Und da weiß man bei aller vorgeblichen Gewaltenteilung sofort, wie die Würfel fallen.

mehr:
- Ich spekuliere mal: Uncle Sam drückt der Welt (Ulrich Scharfenorth, Freitag-Community, 13.06.2019)
siehe auch:
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Mittwoch, 12. Juni 2019

Rainer Mausfeld: Gibt es Hoffnung für die Lämmer?

Rainer Mausfeld: Gibt es Hoffnung für die Lämmer? {51:34}

weltnetzTV
Am 12.06.2019 veröffentlicht 
weltnetz.tv im Gespräch mit Rainer Mausfeld (Teil 2): Die Asymmetrie der Machtverhältnisse war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute. Wenige manipulieren und beherrschen die Vielen. Doch wie können wir uns wehren? Welche Alternativen gibt es?
Demokratie und Freiheit sind nach Rainer Mausfeld zwei Wörter, von denen heutzutage kaum mehr ein Schatten von der mit ihnen ursprünglich verbundenen Hoffnungen geblieben ist. Ihre ursprüngliche Bedeutung sei entleert, verfälscht, missbraucht und gegen diejenigen gewandt worden, deren Denken und Handeln sie beseelen. Demokratie bedeutet heute in Wirklichkeit eine Wahloligarchie ökonomischer und politischer Eliten, bei der zentrale Bereiche der Gesellschaft, insbesondere die Wirtschaft, grundsätzlich jeder demokratischen Kontrolle und Rechenschaftspflicht entzogen sind.
weltnetz.tv sprach mit Rainer Mausfeld (emeritierter Professor für Psychologie und Autor) über das „Schweigen der Lämmer“*, die durch Indoktrination der ökonomischen und politischen Eliten eine menschenwürdige Alternative zu den herrschenden Machtverhältnissen nicht mal mehr zu denken im Stande sind.
Im zweiten Teil des Gespräches** gehen Rainer Mausfeld und Pascal Luig über das Buch „Das Schweigen der Lämmer“ hinaus und diskutieren wie man sich vor Manipulation schützen kann. Sollte die Menschheit nicht im Stande sein, kollektive Lösungen zu finden, wird sie schon in naher Zukunft durch Umweltzerstörung oder den nächsten Krieg ihre Lebensgrundlage vernichten. Doch welche Alternativen gibt es zum herrschenden kapitalistischen System?
* Reiner Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und Lebensgrundlage zerstören, Westend Verlag
** Teil 1 finden Sie hier: https://weltnetz.tv/video/1934-darum-...
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Dienstag, 11. Juni 2019

Phil Collins – der alte kranke Mann und sein Publikum

Berlin. Wenn es endlich losbricht, ist es einer der erhabensten, der größten Momente der Populärmusik. Und doch wird es noch einmal so viel besonderer, hier, im Olympiastadion. Denn während sein Sohn die Spannung der vergangenen Minuten auf sein Schlagzeug entlädt, steht ‪Phil Collins.
Ja, er steht. Und mit ihm Zehntausende Menschen. Vereint, in der Luft dieser warmen Frühsommernacht, singen sie mit dem 68-Jährigen „In The Air Tonight“. Es ist nicht nur eins der besten Collins-Lieder. Es ist eins der besten Lieder der Welt.
Und dass Collins da nun steht und es singt, das ist deshalb bemerkenswert, weil der Brite die meiste Zeit seines Berliner Gastspiels sitzend verbringt. Mit dem Gehstock kam er auf die Bühne, nahm auf einem Stuhl Platz.
mehr:
So war das Konzert von Phil Collins in Berlin (Lars Grote, MAZ online, 11.06.2019)
siehe auch:
Der heilige Stuhl (Jochen Overbeck, Tagesspiegel, 08.06.2019)
Phil Collins live in Concert in Berlin (Holger Jacobs, Kultur24-Berlin, 08.06.2019)
Phil Collins - Standing Ovations für sitzenden Sänger (Sebastian Scherer, Berliner Morgenpost, 08.06.2019)
Phil Collins kämpft sich zurück ins Leben (Philip Detlevs interviewt Phil Collins, Stern, 25.09.2018)
Trotz Nervenerkrankung: Phil Collins offen für Genesis-Reunion (SPON, 16.08.2018)
Phil Collins: Genesis-Reunion unter einer Bedingung (Bang Showbiz, 16.02.2018)
Vor Live-Comeback: Wird Phil Collins jemals wieder richtig Schlagzeug spielen können? (Ariana Zustra, Rolling Stone, 18.10.2016)
- Phil Collins kämpft sich zurück ins Leben (Süddeutsche Zeitung, 17.10.2016)

Collins + Mike Rutherford, Berlin 2019, „Follow you Follow me“ {5:30}

A.I.C. Berlin
Am 07.06.2019 veröffentlicht 
Still not dead yet, Olympiastadion Berlin, 07.06.2019

Genesis - Firth Of Fifth, I Know What I Like (When in Rome 2007) {12:57}

WalkerCorps
Am 07.06.2019 veröffentlicht 
Genesis - "Firth Of Fifth"
"I Know What I Like (In Your Wardrobe)"
(When in Rome 2007)
For more Genesis check Genesis Playlist in my Channel.

Montag, 10. Juni 2019

Dr. Daniele Ganser: Kriegsverbrechen & UNO-Gewaltverbot (Neustadt 8. Juni 2019)

Dr. Daniele Ganser: Kriegsverbrechen & UNO-Gewaltverbot (Neustadt 8. Juni 2019) {1:19:13}

eingeSCHENKt.tv
Am 10.06.2019 veröffentlicht 
Es gibt einen Artikel 2 Nr. 4 der Charta der Vereinten Nationen (UN). Kurz gefasst kann man sagen: Kein Land darf ein anderes Land militärisch angreifen:
„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“
Wird dieses Gesetz eingehalten? Und wenn nicht, wer verletzt es? Der Friedensforscher Dr. Daniele Ganser vergibt in seinem Vortrag rote Karten an alle Gesetzesbrecher.
Wir haben diesen Vortrag am 8. Juni 2019 in Neustadt für Euch aufgezeichnet.
Unterstützt uns, wenn ihr unsere Arbeit wertschätzt und mögt:
►►► https://www.paypal.me/eingeschenkttv
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Samstag, 8. Juni 2019

Dr. Daniele Ganser: NATO-Rüstungswahnsinn in Deutschland und Mind Award

Dr. Daniele Ganser: NATO-Rüstungswahnsinn in Deutschland und Mind Award (Montabaur 26.3.2019) {1:11:14}

Daniele Ganser
Am 08.06.2019 veröffentlicht 
Die ersten fünf Minuten des Videos zeigen, wie Dr. Daniele Ganser am 26. März 2019 in Montabaur den Mind Award von Achim Kunst und Dr. Ruediger Dahlke entgegennimmt. Die Begründung der Jury für die Verleihung des Preises lautete: «Dr. Daniele Ganser, der Schweizer Historiker und Friedensforscher, steht in kompromissloser und beeindruckender Weise für die Wahrheit in Politik, Wirtschaft und Informationswesen ein ... Sein besonderes Verdienst ist es, nicht nur die vielfältigen Lügen hinter der sogenannten political corectness, aufzudecken, sondern auch dann bei der Wahrheit zu bleiben, wenn er persönlich dafür diffamiert wird.»
Nach der Preisverleihung sprach der Historiker Ganser während einer Stunde über das Thema Aufrüstung in Deutschland. Er erklärte, dass man die Rüstungsausgaben in Deutschland von derzeit 40 Milliarden Euro pro Jahr auf 80 Milliarden Euro pro Jahr bis im Jahr 2024 erhöhen will. Dies sei der falsche Weg.
Mit den gegenwärtigen Ausgaben von 40 Milliarden Euro pro Jahr zählt Deutschland schon heute zu den 10 Ländern mit den weltweit höchsten Rüstungsausgaben, zusammen mit Saudi-Arabien, den USA, Russland und China. Eine grosse Mehrheit der Menschen in Deutschland will keine Erhöhung der Rüstungsausgaben.
Trotzdem haben am Gipfel in Wales die NATO-Staaten am 4. September 2014 ohne Befragung der Bevölkerung in Deutschland oder einem anderen NATO-Land beschlossen, dass jedes Land 2 Prozent des BIP für Rüstung aufwenden soll. Dies entspricht einer massiven Aufrüstung, die aber durch die undurchsichtige Formulierung «2 Prozent BIP» verschleiert wird.
Weil Deutschland die grösste Volkswirtschaft Europas und nach den USA, China und Japan die viertgrösste Volkswirtschaft der Welt ist, trifft die 2 Prozent BIP Aufrüstung die Steuerzahler in Deutschland besonders hart. Weil das BIP von Deutschland 4200 Milliarden Euro beträgt (2018) ist 2 Prozent sehr viel Geld, nämlich mehr als 80 Milliarden Euro.
Dies sei der falsche Weg. «Wir sollten nicht aufrüsten, sondern wir sollten abrüsten», argumentiert Friedensforscher Ganser in seinem Vortrag. Deutschland sollte bei diesem NATO-Rüstungswahnsinn nicht mitmachen. Der Historiker Ganser erklärt seine Position in klaren Worten: „Deutschland sollte aus der NATO austreten und in Erinnerung der eigenen Geschichte keine Truppen mehr ins Ausland schicken, sondern sich als neutrales Land für das Völkerrecht und friedliche Konfliktlösungen einsetzen."
Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch
https://twitter.com/danieleganser
https://www.facebook.com/DanieleGanser

Donnerstag, 6. Juni 2019

USA: Atomwaffen anwendbar machen!

Demokratische Abgeordnete wollen den weiteren Bau von Trident-Marschflugkörpern mit "geringer Sprengkraft" verhindern, Trump und die Republikaner favorisieren einen damit möglichen "flexibleren" Einsatz von Atomwaffen
Barack Obama wollte in Richtung einer atomwaffenfreien Welt starten (Barack Obamas Prager Frühling), aber während seiner Präsidentschaft wurde das Wettrüsten mit Russland und China verstärkt und die "Modernisierung" der Atomwaffen in die Wege geleitet. Nachträglich wird man sagen müssen, dass Obama gegen den Sicherheitsapparat nicht angekommen ist, immerhin sind aber die USA unter ihm nicht aus Rüstungsbegrenzungsabkommen ausgestiegen. Donald Trump hat das Militärbudget wieder hochgesetzt, ist aus Abkommen wie dem INF ausgestiegen und befürwortet nuklearen Hochrüstung. Für ihn sichert das Militär die Macht der USA, um andere Länder durch Bedrohung zu erpressen.
Der Kongress hat bei der Erhöhung des Militärhaushalts demonstriert, dass es sowohl demokratischen als auch republikanischen Abgeordneten ein Anliegen ist, die USA als militärisch dominantes Land zu erhalten. Der Kongress überbot 2017 noch den von Trump vorgelegten Haushalt für das Pentagon. Allerdings gab es immer auch Bedenken, einen Präsidenten als obersten Kriegsherrn zu haben, der letztlich über den Einsatz von Atomwaffen entscheiden kann und der gerne mal andere Länder wie den Iran mit völliger Vernichtung droht.
Nach einer Umfrage ist eine Mehrheit der Amerikaner dagegen, dass der Präsident den Einsatz von Atomwaffen beschließen kann. Es wurden auch entsprechende Gesetzesvorschläge eingereicht, um zu bewirken, dass der Kongress dies beschließen muss (USA: Soll Trump über den Einsatz von Atomwaffen entscheiden können?). Die Entwicklung der Waffentechnik, vor allem mit Hyperschallraketen, verkürzt allerdings das Fenster für Entscheidungen, was darauf hinauslaufen wird, dass die Entscheidung im Ernstfall sowieso Algorithmen überlassen werden müsste.
mehr:
- USA: Streit um taktische Atomwaffen (Florian Rötzer, Telepolis, 06.06.2019)
mein Kommentar:
Wir leben in einer Zeit, in der in immer schnellerer Folge Tabus fallen bzw. aufgeweicht werden.
So banal es auch klingt: Ich halte bestimmte Tabus für enorm wichtig, z.B. das Verbot, Menschen zu klonen. 
Seit dem Abwurf der ersten Atombomben in Hiroshima und Nagasaki gibt es auch ein Tabu gegenüber Atomwaffen. Dies versuchen die USA derzeit aufzuweichen. Wir werden sehen, was daraus wird…
Und kommt auch nix dabei raus, sie haben den Leuten wenigstens Angst gemacht… Ist ja schon mal was…

siehe auch:
- Die Durchschlagskraft der Guten (Post, 22.03.2019)

Rezo: Doch nicht so spontan?

Grünpopulismus mit Rezo {25:53}

JasonHD
Am 24.05.2019 veröffentlicht 
Ich habe mir Rezo's Zerstörungsvideo der CDU angesehen und möchte mit Euch über die darin enthaltenen Manipulationen und Unwahrheiten zum Thema Klimawandel reden.
Eingeblendete Quellen: 
siehe YouTube
siehe auch:
Wer steckt hinter der Rezo-Kampagne? (juergenfritz.com, 06.06.2019)
Das Rezo-Video wurde vom Ströer-Konzern hergestellt (Blauer Bote, 30.05.2019)
Nach dem Rezo-Fake: Wissenswertes über die Rolle des Ströer-Konzerns (Ramin Peymani, Liberale Warte, 27.05.2019)
- Rezo-Video "Die Zerstörung der CDU": Die Schwarzen getroffen? (Ramin Peymani, Liberale Warte, 24.05.2019)


Mittwoch, 5. Juni 2019

Unser großer Freund USA: Gesetz über Sanktionen gegen Nord Stream 2

Im US-Kongress wurde ein Gesetz über Sanktionen gegen Nord Stream 2 eingereicht
01.06.2019, 15:57 Uhr. Anti-Spiegel – https: – Im US-Kongress wurde ein Gesetz eingebracht, dass Nord Stream 2 in letzter Minute durch Sanktionen verhindern soll. Das Gesetz hat den Namen „Gesetz zum Schutz von Europas Energiesicherheit“ bekommen und es weist hin auf „das besondere Verhältnis zwischen der EU und den USA und auf die wichtige Rolle dieses Verhältnisses für nationale…
Antrittsbesuch: Rüffel unter Freunden
31.05.2019, 19:42 Uhr. junge Welt – https: – US-Außenminister Pompeo in Berlin: Gespräche über Deutschlands Rolle in der Weltpolizei, Syrien, Iran und das Reizthema »Nord Stream 2«…. 
Mit Weber & Ska Keller geht’s viel schneller an die Ostfront
29.05.2019, 07:45 Uhr. Net News Global – barth-engelbart.de – Schwarz-GRÜNE „Nachhaltigkeit“: Aus veralteten Schlachtschiffen (& Panzerkreuzern) machen wir neue Zerstörer. Weber & Keller torpedieren Northstream 2 zugunsten von US-Fracking-Flüssiggas. Und zur Rettung der Arbeitsplätze im Norden bauen wir auch Flugzeugträger für Abfangjäger -natürlich nur zur Rettung der Afrika-Flüchtlinge,…
Politisches Projekt: Risiko an der Unterelbe [Online-Abo]
28.05.2019, 19:47 Uhr. junge Welt – https: – Berlin will Washington mit Zugeständnissen beim LNG-Import vom Widerstand gegen Nord Stream 2 abbringen. Das teure US-Gas soll zudem subventioniert werden – vom Verbraucher…
„Dumb, Dumber, Deutschland“ und ähnliches mehr
27.05.2019, 22:50 Uhr. einartysken – https: – Lieber Leser/innen, da ich einige Tage lang intensiv um andere Dinge mich kümmern musste, hat sich natürlich viel angesammelt, weswegen ich mal wieder Leipziger Allerlei anrichten werde – mit interessanten Ingredienzien. Wohl bekomm’s!“Dumb, Dumber, Deutschland“ – das stammt nicht von mir, sondern von Tom Winter, der gestern einen längeren Artikel…
Dumm, dümmer, Deutschland – wir sanktionieren und die USA lachen sich ins Fäustchen
22.05.2019, 09:13 Uhr. >b’s weblog – https: – Die USA wollen die Ostseepipelinie Nord Stream 2 verhindern, so dass Europa weniger Erdgas aus Russland kauft. Gegen Russland musste die EU ja ohnehin auf Bestreben Washingtons Sanktionen verhängen. Gleichzeitig haben USA und EU ihre Sanktionen gegen Venezuela verschärft. Den größeren „Zusammenhang“ dieser Vorgänge versteht mal wohl nur, wenn…
mehr:
Nord-Stream-Update (Blauer Bote, 01.06.2019)


«In den USA sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Russland»

Laut Professor Robert Reich, dem früheren Arbeitsminister unter Bill Clinton, ist die US-Demokratie zu einer Oligarchie verkommen.
Das reichste 1 Prozent der US-Bevölkerung besitzt heute 40 Prozent aller Vermögenswerte. Im Jahr 1980 besass dieses eine Prozent noch weniger als 30 Prozent aller Vermögenswerte. 
Trotz aller demokratischen Prozesse nimmt die Konzentration der Vermögen weiter zu. Dies erlaube es heute den Reichsten, in Politik und Wirtschaft als Oligarchen einen Einfluss auszuüben, wie dies Oligarchen in Ländern ohne Demokratie tun könnten.
Das erklärt Robert Reich von Pennsylvania. Von 1993 bis 1997 war er US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton. Heute ist er Professor für öffentliche Politik an der Goldman School of Public Policy der University of California, Berkeley.
mehr:
- «In den USA sind Vermögen so ungleich verteilt wie in Russland» (InfoSperber, 05.06.2019)

Greta Thunberg: »Ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich.«

Lange habe ich gezögert, die „Szenen aus dem Herzen“ zu lesen, in denen aus der Perspektive der Mutter von Greta Thunberg einiges aus dem Familienleben ausgebreitet wird. Aber dann siegte doch die fachlich-psychiatrische Neugier. Richtig befriedigt wurde die allerdings nicht. Dazu fällt der erste Teil des Buches, in dem es besonders um die Entwicklung und Zuspitzung der psychischen Störungen von Greta und ihrer drei Jahre jüngeren Schwester geht, oft zu vage und gleichzeitig zu weitschweifig aus. Gleichwohl wirken diese Szenen beklemmend, und man fragt sich, wie eine Familie so etwas überhaupt aushalten kann. 
Den zweiten Teil des Buches zu lesen, ist dagegen bloß ermüdend. Aus Sicht der Mutter wird in einer Endlosschleife die gesamte klimahysterische Gefühls- und Gedankenwelt ausgebreitet. Deutlich wird dabei allerdings: Auch Klimahysteriker haben es nicht leicht. Sind sie doch zutiefst und ohne jeden Zweifel überzeugt von dem nahenden Ende, so nicht ab sofort und innerhalb weniger Jahre die CO2-Emissionen auf Null gebracht werden. Gleichzeitig müssen sie tagein, tagaus erleben, dass die Politik ihnen höchstens verbal folgt, die aus klimahysterischer Sicht wirklich zielführenden Taten aber unterlässt. Doch damit nicht genug: Auch die meisten Mitbürger leben weiter, so als gäbe es kein morgen, anstatt ihr klimarelevantes Verhalten drastisch zu ändern – etwa auf jede Flugreise zu verzichten, sich fleischfrei zu ernähren und sich ein Elektroauto oder Fahrrad zuzulegen. 
Eigentlich ist der Begriff „klimahysterisch“ für die Thunbergs, also Greta und ihre Eltern – die kleine Schwester soll hier außen vor bleiben –, nicht wirklich zutreffend, weil verniedlichend. Tatsächlich geht es hier um Klimafanatismus. Das Buch schildert recht anschaulich, wie aus einem psychisch schwerst gestörten Mädchen eine (Klima-) Fanatikerin wird, die dann ihre Eltern infiziert. Diese Ansteckung allerdings dürfte nicht besonders schwierig gewesen sein, da zum einen die Fanatismus-Saat bei den Eltern auf besonders fruchtbaren gutmenschelnden Boden fiel und zum anderen, damit der Familienfrieden positiv beeinflusst werden konnte. 
Außerdem erfährt man recht genau, wie Klimafanatiker so ticken. Etwa, dass man sich um die poltischen, ökonomischen und sozialen Folgen von bestimmten drastischen oder vielleicht besser: ökodiktatorischen Regulierungen und Verboten keine Gedanken machen muss. Warum auch, sind doch solche Maßnahmen alternativlos, weil wir ansonsten „verbrennen“ oder sonst wie untergehen. 
mehr:
- Greta und ihre Eltern – nicht hysterisch, sondern fanatisch (Wolfgang Meins, Achgut, 05.06.2019)

Mein Kommentar:
Ich weiß ja nicht, ob ich mich freuen oder entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen soll. Was wäre die Physik ohne Isaac Newton oder Albert Einstein? Was wäre die Sprachphilosophie ohne Ludwig Wittgenstein?
Was wäre der deutsche Film ohne Rainer Werner Fassbinder oder wie würde Deutschland heute ohne die Ostpolitik von Willy Brandt aussehen?
Wer beansprucht für sich über diese Menschen oder ihre Schwächen zu urteilen?


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Immer noch: „Regime Change“ in Syrien und transatlantische Scheinobjektivität der Tagesschau

„Regime Change“: Wir haben diese beiden englischen Wörter im Verbund gründlich in unseren Sprachgebrauch übernommen, weil wir sie gar nicht so prägnant ins Deutsche übersetzen können. Es geht nicht, einfach zu sagen: „Regierungswechsel“. Denn das wäre ja eine im Prinzip durchaus erwünschte demokratische Selbstverständlichkeit.

Nein, bei dem, was „Regime Change“ genannt wird, geht es in der Regel gar nicht demokratisch zu. Und erst recht nicht in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht. Es kommt von außen, gebärdet sich aber als interne Bewegung.
Es ist offenbar das Wort „Regime“, welches eine bewusst vieldeutige Missachtung zum Ausdruck bringen soll. Und manchmal kündigt die Verwendung dieses Wortes eine beabsichtigte militärische Intervention an. Das lässt sich mit Beispielen aus der beruflichen Erfahrung des Autors illustrieren.
mehr:
- Immer noch „Regime Change“ in Syrien? (Gerhard Fulda, NachDenkSeiten, 05.06.2019)
siehe auch:
Moral, Religion und Völkerrecht im Nahen Osten (Gerhard Fulda, NachDenkSeiten, 01.06.2018)


In einer Zeit, in der einerseits die Schuld am Ersten Weltkrieg den „Schlafwandlern“ aller Staaten zugeschrieben und Deutschland damit elegant entlastet wird, in der Buchtitel wie „Krieg. Wozu er gut ist“ an renommierten Universitäten erscheinen und andererseits die rhetorische und praktische Mobilmachung wieder nach Europa zurückgekehrt ist, erscheint ein Gespräch über Frieden fast wie ein Luxus. Ein unentbehrlicher allerdings, weshalb den Initiatoren zu danken ist, dass sie die diesjährigen Friedensgespräche unter das Kantsche Motto, Frieden „muss gestiftet werden“, gestellt haben.
Die Frage, ob derzeit Frieden oder Krieg gestiftet wird, ist allerdings offen. Offen ist auch, wer die Deutungshoheit darüber gewinnt. Erleben wir mit dem Islamischen Staat (IS) wirklich den „Rückfall in die Barbarei“, wie unser Außenminister überzeugt ist? Immerhin gleicht ihr Fundamentalismus dem der wahabitischen Sunniten in Saudi-Arabien, unserem verbündeten Handelspartner. Doch „Bild“ weiß alles, über die „geisteskranken“ Terroristen, die „Blutbäder“ anrichten und ledige Mädchen vergewaltigen. Jedoch: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Das gezielte Töten von Journalisten – es ist noch nicht so lange her, dass auch die Nato das getan hat – nur gibt es davon keine sadistischen Videos. Ich komme darauf zurück.
Auch im Informationskrieg zur Ukraine sind von Anfang an von allen Seiten Nebelkerzen zur Kaschierung geostrategischer Interessen geworfen worden, was eine objektive Sicht erschwerte. In Chats und Kommentaren kam es gegen die einseitige Berichterstattung zu einem Aufstand der Leser und Zuschauer, die die Fakten checkten und sich nicht selten als besser informiert erwiesen als die Journalisten. Der Philosoph Julian Nida-Rümelin beklagte, dass „die deutschen Medien auffallend wenig Resistenz gegen eine Ideologisierung der Außenpolitik des Westens“ haben. Es fehle an kritischer Distanz gegenüber Nato- und CIA-gesteuerten Informationen. Er sprach von doppelten Standards, gar von „Kriegspropaganda gegen Putin“.[#1. Julian Nida-Rümelin: Die Vorwürfe gegen Putin klingen stark nach Kriegspropaganda, Stern, 29.7.2014.#] All das ist noch zu unaufgeklärt, um hier zu gültigen Schlüssen zu führen. Ich will daher meine knappe Zeit einem anderen Kriegsmythos aus jüngerer Zeit widmen, einem klassischen Beispiel dafür, wie willentlich versäumt wurde, Frieden zu stiften. Und Schwerter zu Pflugscharen zu machen. Wir dürfen nicht versäumen, daraus zu lernen. Es war ein Krieg ohne UN-Mandat, der also völkerrechtlich als Angriffskrieg gilt, und dennoch auf dem Weg ist, als gerechter, also richtiger Krieg in die Geschichtsschreibung einzugehen. Ich spreche vom Jugoslawienkrieg. […] Als das jugoslawische Fernsehen dem europäischen Satellitenfernsehen immer noch Bilder lieferte, die geeignet waren, Behauptungen der Nato zu widerlegen, beschloss auf deutsche Initiative das europäische Satelliten-Konsortium, das Signal des jugoslawischen Fernsehens abzuschalten. „Seit gestern Abend ist die Berichterstattung über die Nato-Angriffe eingeschränkt. Bilder von getöteten Zivilisten und verwüsteten Wohnhäusern“, so meldete die ARD-Tagesschau am 27. Mai, „werden künftig nicht mehr zu sehen sein.“[12] 
QuelleFrieden muss gestiftet werden – Exempel Kosovokrieg oder: das Völkerrecht als Gegner (Daniela Dahn, auf ihrer Homepage, 18.09.2014, Hervorhebungen von mir)
zum Kosovo-Krieg siehe auch:
Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014
- Stimmungen und Gruppenfantasien im Deutschland der "Jahrtausendwende" (Winfried Kurth in: Jahrbuch für Psychohistorische Forschung, 1 (2000), Mattes Verlag, Heidelberg, S. 141–183 – PDF) 

- Rechtsgeschichte, Staatsräson und Israel – Vorsicht, Staatsräson! (Gerhard Fulda, zenith, 16.10.2012)

Die Macht um Acht (1) {5:36 – Start bei 3:13}

KenFM
Am 25.05.2018 veröffentlicht 
Die Tagesschau ist der Golf unter den deutschen Presseerzeugnissen. Jeder kennt diese Sendung oder wird mit dem, was sie veröffentlicht, konfrontiert, denn das bekannteste Nachrichtenformat der ARD hat dank seiner langen Geschichte die größte Reichweite und gilt als Maßstab für tägliche Nachrichten.
Bei genauerer Betrachtung muss man dann aber erkennen, dass die Tagesschau-Redaktion alles andere als neutral ist. Wo Nachrichten draufsteht, ist sehr sehr oft Meinung drin.
Dabei vertritt man bei der Tagesschau stets die Linie der Bundesregierung oder hält sich international an die Vorgaben Washingtons.
Früher nannte man diese Art der Berichterstattung ehrlicherweise Propaganda.
Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um acht: der Faktor Tagesschau“. Ein Standardwerk über die tägliche Nachrichtensendung der ARD.
Bei KenFM wird er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe nehmen.
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KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/
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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

Zur Bombardierung Syriens, von der Ulrich Gelermann in obigem Video redet siehe auch:
- Gutachten des Bundestags: Luftangriffe in Syrien nicht vom Völkerrecht gedeckt (Post, 20.04.2018)

Vielleicht off-topic, vielleicht auch nicht…
10 Dinge, die Amerikaner von Deutschen lernen können {11:02}

lebenUSA
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Info-Text: YouTube

"Arschlöcher!" - Schriftsteller Peter Handke über europäische Werte {2:58}

wikiTHEK
Am 13.04.2016 veröffentlicht 
Ausschnitt aus einem Gespräch zwischen Peter Handke und Katja Gasser in der österreichischen Botschaft in Paris.
ORF-Sendung 'Das ganze Interview', ausgestrahlt am 03.03.2016.

- Die europäischen Werte – eine Frage der Sichtweise! (Post, 09.02.2019)

Die Grünen: je konturloser desto mehr Stimmen

Erst die Reaktion auf das Rezo Video, dann das Ergebnis der Europawahl und jetzt liefert auch noch die Sonntagsfrage, also, „welche Partei würden Sie wählen, wenn am Wochenende Bundestagswahl wäre“, katastrophale Ergebnisse für die staatstragenden Parteien. Die Grünen waren erstmals die stärkste Kraft mit 27%, gefolgt von der CDU mit 26%, während die SPD 12% ereichte. Das ist keine Ohrfeige des Wählers, das ist ein beherzter Tritt ins Gemächt. Zumindest, wenn man dem Umfrageinstitut Forsa glaubt. Bei Emnid waren die Werte etwas anders, da lag die CDU mit 28% noch deutlich vor den Grünen mit 20% und die SPD war nicht totalvernichtet, sondern mit 16 statt 12 Prozent immer noch der größte Zwerg der Welt. Und die AfD steigt auch nicht weiter auf, sondern dümpelt herum wie ein Quietscheentchen im merkwürdig gelben und warmen Babybecken.
Aber das sind graduelle Unterschiede, was offenbar wird, ist, dass die Plattentektonik in der Bevölkerung Ausmaße erreicht hat, die Erdbeben möglich machen. Im Willy Brandt Haus hat die provisorische Führung gerade beschlossen, nach dem Rücktritt von Andrea Nahles den von ihr favorisierten Werbespot für die nächsten Landtagswahlen doch nicht zu verwenden. Er bestand aus einer einzigen Einstellung, in der man sieht, wie ein großer Passagierdampfer nachts vollerleuchtet auf einen Eisberg zufährt. Dazu sagt eine sonore Stimme: „Man hat schon ganz andere Sachen als unsinkbar bezeichnet. S – P -D.“ 
Der wichtigste Wert der Forsa Umfrage war nicht, dass erstmals die Grünen den Kanzler stellen könnten, sondern die Frage nach der politischen Kompetenz. Jeweils 17% der Wähler trauen der CDU und den Grünen zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden. Und 55% trauen keiner Partei irgendetwas zu. 55% glauben, dass keine politische Partei in Deutschland irgendetwas verändern wird. 55% wollen nicht mehr. Ich habe dafür großes Verständnis, denn ich gehöre dazu.
Glaubt irgendwer, dass irgendein Politiker den internationalen Konzernen Vorschriften machen darf? Steuern auferlegen kann? Glaubt irgendwer, dass irgendeine Regierung des sogenannten Freien Westens sich z.B. Gedanken über einen Austritt aus der NATO machen kann, ohne dass es einen Regime Change der Geschmacksrichtung Olof Palme oder Venezuela gibt? Ohne dass Claus Kleber oder Marietta Slomka dann den „charismatischen“ deutschen Guaido in einer Homestory vorstellen, bevor die Ausgangssperre beginnt?
Die Grünen glauben das auch nicht. Deswegen fordern sie auch nicht mehr, wie im ersten Bundesprogramm 1982, die Auflösung der NATO (und des Warschauer Paktes, aber der wurde ja tatsächlich aufgelöst) sie forderten 1999 die Bombardierung Serbiens und würden jetzt schon gerne in der Ukraine einmarschieren. Ich wette ein kühles Alster, dass sie auch beim Kampf gegen die  Klimaerwärmung im entscheidenden Moment auf der falschen Seite der Barrikade auftauchen. Ich wette aus Erfahrung.
mehr:
- Tagesdosis 4.6.2019 – Deutsche Plattentektonik: Eine Satire (Satire von Dirk Pohlmann, KenFM, 04.06.2019)
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Dienstag, 4. Juni 2019

Idlib – Weißhelme, Fassbomben und Krankenhäuser

Die syrische Armee greift die Idlib, die letzte große Hochburg unserer dschihadistschen in- und ausländischen Söldner um Al Qaida in Syrien („Rebellen“), an. Die Medien quellen wieder über von Propaganda über angebliche Angriffe auf Krankenhäuser und Meldungen zu angeblichen Giftgas – und Fassbombeneinsätzen durch die Syrer, gemeldet unter anderem von unserer Propagandawaffe White Helmets.
mehr:
- Idlib – Weißhelme, Fassbomben und Krankenhäuser (Blauer Bote, 04.06.2019)

Syrien: Hauen und Stechen

Syrisch-russische Offensive geht weiter, Donald Trump warnt, Dschihadisten mit US-Waffen, HRW beschuldigt Syrien und Russland des Einsatzes von geächteten Waffen
Gestern gab US-Präsident Donald Trump, kurz bevor er in Großbritannien ankam und Londons Bürgermeister Sadiq Khan wüst beschimpfte ("stone cold loser"), einmal wieder eine seiner Warnungen ab, von denen man mittlerweile überhaupt nicht mehr weiß, was sie bedeuten könnte. Im Fall von Idlib muss man aber womöglich schon mit erneuten Angriffen rechnen, wenn eine rote Linie überschritten werden sollte. Trump erklärte: "Ich vernehme, dass Russland, Syrien und in einem geringerem Ausmaß der Iran die Idlib-Provinz in Syrien massiv bombardieren und viele unschuldige Zivilisten töten. Die Welt beobachtet diese Schlächterei. Was ist der Zweck, was bringt es euch? STOP!"
Auffällig daran ist, dass Trump den Iran offenbar aus der Schusslinie nehmen will, obgleich iranische Flugzeuge ja auch tatsächlich nicht an den Luftangriffen beteiligt sind. Vermutlich will er nicht gefährden, womöglich durch den ausgebübten Druck doch Verhandlungen mit dem Iran aufnehmen zu können. Es geht ihm dort nicht, wie er sagte, um einen Regime Change, auch nicht um einen Angriff, da kam es zu Differenzen mit seinem Sicherheitsberater John Bolton, sondern darum, einen unilateralen Deal mit dem Iran zu schließen, weswegen er aus dem multilateralen Atom-Abkommen wie aus anderen Abkommen austrat. 
Das wieder große Amerika unter Trump verträgt sich offenbar nicht mit Einbindung in gemeinsame Abkommen und der daraus entstehenden Verpflichtungen, womöglich übersteigen auch Verhandlungen und Deals mit mehreren Partnern den egomanen Horizont des Präsidenten. Der iranische Präsident Rouhani erklärte allerdings, man werde sich mit Trump nicht an einen Tisch setzen, bevor sich die USA "nicht normal" verhalten.
Nachdem syrische und russische Flugzeuge schon seit einiger Zeit wieder die letztes Jahr durch ein Abkommen mit der Türkei eingestellte Offensive auf die, wie es immer heißt, letzte große "Rebellenhochburg" Idlib wieder aufgenommen haben und Syrien vor wenigen Tagen eine Bodenoffensive auf Idlib und Hama begonnen hat, wird diese wiederum vom Westen wie zuvor schon gegeißelt, während die USA mindestens ebenso erbarmungslos Mosul, Raqqa, Baghouz und andere vom IS besetzte Städte bombardiert hatten. 
Prophylaktisch und ohne jeden Beleg, der auch später nicht kam, hatte die USA schon am 21. Mai behauptet, es habe am 19. Mai wieder einen Chemiewaffenangriff in Idlib als "Teil der Gewaltkampagne des Assad-Regimes" gegeben. Nur die Assad-Regierung habe das Waffenstillstandsabkommen verletzt, von den Verletzungen durch die "Rebellen" wurde in der Mitteilung des US-Außenministeriums nicht gesprochen. Wenn wieder ein Giftgasangriff stattfinde, dann würden die USA mit ihren Alliierten "schnell und angemessen" reagieren. Verteidigt werden die Weißhelme und erklärt, die Assad-Regierung sei für fast alle Chemiewaffenangriffe verantwortlich.
mehr:
- Konflikt um Idlib schaukelt sich wieder auf (Florian Rötzer, Telepolis, 04.06.2019)
siehe auch:
Eminent American Scientist: Syrian Chemical Weapons Attack Was STAGED (Theodore A. Postol, WashingtonsBlog, 03.06.2019)
False Flag Watch: Leaked OPCW Memo Questions Syria Chemical Attack (Jefferson Morley, deepstateblog.org, 01.06.2019)
Alles Lüge: Whistleblower deckt Lügen der OPCW über Giftgaseinsatz in Syrien auf (Manfred Ziegler, unsere zeit, 31.05.2019)
Die westlichen Medien spielen bei den Syrien-Täuschungen eine Hauptrolle (Jonathan Cook, Counterpunch – Übersetzung auf theblogcat.de, 29.05.2019)
Freedom Rider: No Chemical Attacks in Syria (Margaret Kimberley, Black Agenda Report, 29.05.2019)
- Geleakter Giftgas-Bericht: Ließ sich die OPCW für Syrien-Propaganda einspannen? (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 24.05.2019)
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