Samstag, 6. Juni 2020

Ärzte in der Hierarchie: Mundhalten vermeidet Nachteile



Interview mit der Ärztin und Prix-Courage-Trägerin Natalie Urwyler. Sie ortet in der Spitzenmedizin eine «Günstlingswirtschaft».

Gleich drei fehlbare Chefärzte am Zürcher Universitätsspital sorgen für Schlagzeilen: Der Direktor der Gynäkologie, Daniel Fink, liess sich für Operationen an Privatpatientinnen eintragen und bezahlen, obwohl er nicht vor Ort war. Der Chefarzt der Herzchirurgie, Francesco Maisano, weil er wissenschaftliche Publikationen geschönt, nicht zugelassene Implantate eingesetzt und erst noch im Solde von Firmen stand, die Implantate herstellen. Und der Direktor der Kieferchirurgie, Martin Rücker, weil er die Weiterbildung von Assistenzärzten fingiert und sich Patienten in die eigene Praxis überwiesen hat. Diese Vorfälle werfen ein schiefes Licht auf die Ärzteschaft. Natalie Urwyler, Anästhesistin und Leitende Ärztin am Spital Wallis CHVS und Trägerin des Prix Courage 2018 hat Erfahrung mit Machtstrukturen: Sie wurde als aufstrebende Ärztin und Forscherin vom Inselspital Bern entlassen. Ihre Klage auf Diskriminierung des Geschlechts wurde vom Gericht gutgeheissen und das Inselspital verurteilt.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin, Natalie Rickli, ortet ein Problem mit der Kultur in verschiedenen Kliniken am Universitätsspital. Was ist das Problem an der «Kultur» in der Spitzenmedizin?

Natalie Urwyler: Die Strukturen in Spitälern verhindern eine effiziente und effektive Kontrolle. Das schafft Gelegenheiten – und die sind offenbar oft verführerisch. Auch herrscht oft eine sehr hierarchische Kultur: Was der Chef sagt, wird gemacht. Ich finde es gut, dass Regierungsrätin Rickli da nun durchgreifen will.

Ein Herzchirurg entwickelt Implantate, setzt sie selber ein, ist an den Firmen beteiligt und macht auch gleich noch die wissenschaftlichen Arbeiten dazu. Wie kann es sein, dass da niemand eingreift?

Urwyler: Das ist ein Systemproblem. Wie ich schmerzlich lernen musste, ist Wissenschaft nicht primär da, um «Wissen zu schaffen», sondern um mehr Macht und Geld zu erlangen. Das müssen wir in Zukunft besser organisieren. Die Problematik zeigt sich jetzt sehr deutlich in Bezug auf einen Impfstoff gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2.

mehr:
- «Wer schweigt, kriegt auch ein bisschen vom Kuchen» (Monique Ryser, Info-Sperber, 06.06.2020)
siehe auch:
Medizinerinnen und Mediziner weisen empirisch belegt eine höhere Suizidrate auf als die Allgemeinbevölkerung auf. Die Selbsttötungsraten sind nach den Ergebnissen von 14 internationalen Studien 1,3-3,4-fach höher, die für Medizinerinnen sogar 2,5-5,7-fach höher als bei vergleichbaren Nichtmedizinerinnen. Die Geschlechterverteilung bei den Ärztinnen und Ärzten ist interessanterweise "ausgewogen", während sich in der Allgemeinbevölkerung Männer 2,5 mal häufiger suizidieren als Frauen.

In einer norwegischen Studie gab ein Viertel der Medizinerinnen und Mediziner an, manchmal oder häufig das Gefühl zu haben, das Leben sei nicht mehr lebenswert. Jeder Zehnte der Befragten hatte sogar ernsthafte Suizidabsichten. Eine deutsche Studie erbrachte noch erschreckendere Ergebnisse: Die Hälfte der Medizinerinnen und Mediziner gab an, in ihrem Leben bereits Suizidabsichten gehabt zu haben, zwei Drittel halten es für möglich, dass sie sich in Zukunft suizidieren.

[Melanie Hüttemann, Suizidalität bei Medizinerinnen und Medizinern, Thieme, 08.06.2011]
- Kapitalismus, Soziale Marktwirtschaft und das Versorgungsstärkungsgesetz (Post, 07.02.2015)

mein Kommentar:
Der Prix Courage für Frau Urwyler hört sich gut an! Die andere Seite: Ich bin gespannt, welcher Klinikchef einer solchen Ärztin eine Stelle anbieten wird…
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Corona: Gefährlichkeits-Kriterien irreführend und manipulativ


Die den Anti-Corona-Maßnahmen zugrundeliegenden Kriterien sind irreführend und manipulativ.
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Die Methoden, mit denen das Ausmaß der Covid-19-Pandemie gemessen wird, taugen nicht, um die Lage tatsächlich zu beschreiben. Sie sind fehlerbehaftet und bringen zu oft irreführende Werte hervor. Die Fehler der verwendeten Test-Methoden sorgen dafür, dass Infizierte gemeldet werden, auch wenn es keine mehr gibt. Dennoch sind sie gerade deshalb nützlich: Um die Pandemie und die mit ihr verbundenen Anti-Corona-Maßnahmen gegebenenfalls unendlich zu verlängern. Das Ergebnis: Obwohl die Infektionswelle abebbt, hält die Regierung an ihren Maßnahmen fest. Der Autor zeigt auf, wie das funktioniert.
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Derzeit sind der R-Wert und die Anzahl der gemessenen Infizierten pro 100.000 Einwohner wesentliche Kriterien für die Lockerung oder Verschärfung der durch die Länder verordneten Corona-Maßnahmen. Bei Verschwinden der Krankheit konvergiert jedoch der R-Wert grundsätzlich gegen 1, dem derzeit als kritisch betrachteten Grenzwert, und die Anzahl der gemessenen Infizierten hängt nur von der Anzahl der Tests ab.
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Vorbemerkung zum Messverfahren
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Ein Wahlforscher will das Wählerverhalten bezüglich einer Partei, die allgemein als „demokratiefeindlich“ eingestuft ist, beobachten. Beginnend mit Woche 1 macht er eine Umfrage unter 1.000 Personen und stellt dabei 100 Anhänger dieser Partei fest. In der 2. Woche umfasst die Umfrage 2.000 Personen, die Anzahl der Anhänger der Partei steigt nun auf 200 Personen. In Woche 3 wird die Umfrage bei 4.000 Personen durchgeführt, wobei sich nun 400 Personen für die Partei aussprechen. (Anm. d. Verf.: Der Anteil der Parteianhänger bei den Befragten ist jeweils 10 Prozent.)

Der Wahlforscher alarmiert Medien und Politik, aus bisher nicht bekannten Gründen sei bei der extremistischen Partei eine exponentielle Zunahme der Befürworter festzustellen. Hochrechnungen ergäben, dass innerhalb von nur 17 Wochen, also circa 4 Monaten, die gesamte Wählerschaft diese Partei wählen würde, in 18 Wochen sogar mehr.

Nach den Erfahrungen mit Covid-19 ist nicht auszuschließen, dass große Teile der Presse und der Medien diese Meldung ernsthaft aufgreifen würden, verbunden mit der Forderung, die gefährliche Partei zu verbieten. Wegen der gegebenen Dringlichkeit werden im Eilverfahren Gesetze beschlossen, die ein Parteienverbot in einem Schnellverfahren ermöglichen …

Nach wie vor werden in Deutschland, aber auch weltweit die absoluten Zahlen der gemessenen Infizierten als Maßstab der Bewertung der Ausbreitung der Krankheit herangezogen, eine Relation zur Anzahl der Messungen, also sozusagen zur Anzahl der befragten Personen, wird nicht hergestellt.

Auch die im Folgenden untersuchten Kriterien, die derzeit als Maßstab für Lockerungen und Verschärfungen der von den Landesregierungen verordneten Maßnahmen gelten, werden vom Robert Koch-Institut (RKI) offiziell auf Basis der absoluten Zahlen der gemessenen Infizierten ermittelt und nicht in Bezug zur Anzahl der Messungen gesetzt, die nicht meldepflichtig ist.

mehr:
- Die endlose Pandemie (Klaus Pfaffelmoser, Rubikon, 06.06.2020)
siehe auch:
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Freitag, 5. Juni 2020

M-PATHIE – Zu Gast heute: Ernst Wolff – „Lockdown für das Finanzsystem!“

Das un-/sichere Medizinische Internet


Seit dem 27. Mai 2020 gibt es Probleme beim Einlesen von Versichertenkarten. Der Grund dafür ist ein Konfigurationsfehler in der zentralen Telematik-Infrastruktur. Deren Komponenten (unter anderem zentrale Server und Konnektoren) verwenden sogenannte Zertifikate, um sich gegenüber den anderen Komponenten als Teil der TI auszuweisen. 

Ein Zertifikat ist in diesem Fall vergleichbar mit dem Personalausweis. Kann eine Komponente kein korrektes Zertifikat vorlegen, das heißt sich also nicht gegenüber den anderen ausweisen, lehnen die anderen Komponenten die Kommunikation mit ihr ab. Solche Zertifikate haben immer eine bestimmte Gültigkeitsdauer und müssen, wie ein normaler Personalausweis auch, in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden. Ist unser Ausweis zum Beispiel abgelaufen, werden wir an der Grenze zurückgeschickt.

Die Zertifikate für die TI werden von einer Autorität („Trusted Authority“) erzeugt, der alle Teilnehmer vertrauen. Diese Autorität gibt außerdem für alle Teilnehmer ein Dokument heraus, das die Struktur und die Gültigkeit der in der TI verwendeten Zertifikate sowie deren Herausgeber beschreibt (die sogenannte TSL-Datei oder Whitelist). Um im Bild zu bleiben: Sie beschreibt, wie ein gültiger Personalausweis aussieht und ermöglicht es, einen vorliegenden Ausweis auf Echtheit zu prüfen. Mit Hilfe der TSL-Datei können alle Teilnehmer überprüfen, ob ein vorliegendes Zertifikat gültig ist.

mehr:
siehe auch:
Aktuelle Störung Versichertenstammdatendienst (fachportal.gematik.de, aktualisiert am 07.07.2020)
Elektronische Gesundheitskarte: Reparatur des Stammdatendienstes beginnt (Detlef Borchers, heise online, aktualisiert am 03.06.2020)
Sicher wie die TI-tanic (c’t 3/2020, aktualisiert am 07.07.2020)
"Plötzlich geht alles ganz schnell: Online-Behandlungen und elektronische Gesundheitsakten sind dieses Jahr für Millionen Krankenversicherte Wirklichkeit geworden. Zu einem hohen Preis: Bereits einfache Angriffe lassen das Sicherheitskonzept der Apps und Plattformen zusammenbrechen. Warum das so ist, welche kritischen Fehler Vivy & Co. gemacht haben und wie das möglicherweise verhindert werden kann, das soll dieser Vortrag zeigen - denn in spätestens drei Jahren sollen auch die Gesundheitsdaten aller übrigen Versicherten zentral gespeichert und online abrufbar sein."Zitat Martin Tschirsich auf dem 35C3 2018.   
[Silke Lüder, "All Your Gesundheitsakten Are Belong To Us" - Akten mit fatalen Folgen für unsere Krankheitsdaten, Bericht vom 35C3, stoppt-die-e-card.de, 31.12.2018]

Zum Punkt Vertrauen:
[…] kommen aus dem Bundesgesundheitsministerium monatlich neue Gesetze. Alle haben etwas mit Digitalisierung zu tun und werden die Medizin in Deutschland verschlechtern, weil die neuen Vorgaben die Funktionalität und den Workflow in Praxen und Kliniken massiv belas- ten werden. Während der Corona- Krise werden im Eilverfahren neue Gesetze durchgepeitscht, bei denen der konkrete Patientennutzen, die Anwenderfreundlichkeit und die Gewährung der informationellen Selbstbestimmung hinten herun- terfallen. Schon im Digitale-Versor- gung-Gesetz (April 2020) wurde darauf verzichtet, die künftigen Gesundheits-Apps vor Einführung unabhängig darau in zu prüfen, ob sie einen medizinischen Nutzen bringen. Im Vordergund stand eher, der IT-Industrie schnell Absatzchan- cen zu ermöglichen.

Zu Recht kritisieren der Bundes- datenschützer, die Ärzteschaft, die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag, der Chaos Computer Club und weitere Experten mas- siv das geplante Patientendaten- Schutzgesetz (Drucksache 19/18793). Es widerspreche an vielen Punkten der Datenschutzgrundverordnung und damit geltendem Recht. Der Zu- gri auf die geplante elektronische Patientenakte (ePA) geschehe ohne zuverlässige Prüfung der Identität von Personen, die auf die Daten zugreifen wollten, monieren die Kritiker. Statt die bekannten Män- gel bei der bisherigen Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarten abzustellen, werden sie gesetzlich fixiert. Ohne sichere Identitätsprü- fungen entsprechen die Gesetzes- formulierungen zu elektronischen Einwilligungen nicht den daten- schutzrechtlichen Vorschriften.

Den Krankenkassen wird dem Gesetzentwurf zufolge ermöglicht, bei den Versicherten eine Erlaubnis dafür einzuholen, ihre gesamten sensiblen Krankheitsdaten aus der ePA zu verarbeiten zum Beispiel im Tausch gegen das „Angebot zusätzlicher Dienste“. Bisher unter- liegen diese Daten der ärztlichen Schweigepflicht und dürfen nur vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen anlassbezogen nach Anforderung eingesehen werden. Künftig muss davon ausgegangen werden, dass Patienten in bestimm- ten Situationen, zum Beispiel wenn sie Krankengeld beziehen, aufgefor- dert werden, ihre Daten vollständig freizuschalten. Gläserne Ärzte und Patienten sind die Folge 

[Silke Lüder, Praxisfern und unsicher – Spahns Patientendaten-Schutzgesetz schützt weder die Patientendaten noch die Medizinqualität, KVH-Journal, 7-8/2020, S. 34ff.]
 

Widerstand 2020, Basisdemokratie und Software…
Das war’s dann…
oder
Wer mit dem Strom schwimmt, kriegt noch ’nen Liegestuhl am Strand

4. Juni 2020 {13:09}

Schwindelambulanz Sinsheim / Dr. Bodo Schiffmann
Am 04.06.2020 veröffentlicht 
Rücktritt von Bodo Schiffmann als Parteivorsitzender wie geht’s weiter?
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Dr. Schiffmann trat zurück von Widerstand2020. KEINE Panik!! Es geht weiter, denn WIR sind das Volk! {3:27}

Lehrer MaPhy
Am 04.06.2020 veröffentlicht 
(Sapere aude!) Kurze Zusammenfassung: Dr. Schiffmann macht weiter, nun aber organisierter. Hört selbst, hier der Link zum Doktor: https://www.youtube.com/watch?v=2IOhh...
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Ich höre auf. {11:35}

Coach Cecil
Am 19.05.2020 veröffentlicht 
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siehe auch:
5 Jahre Dokumentation verbrecherischer Propaganda (propagandaschau.wordpress.com, 27.09.2018)
- altermannblog – das war einmal (altermannblog.de, 16.05.2018)

Sanktionen gegen Kuba: Die USA finden immer einen Grund



Washington verkündet Verschärfung der Sanktionen gegen Kuba. Leidtragende in erster Linie die Bevölkerung

Während US-Präsident Donald Trump im eigenen Land die Nationalgarde zur Niederschlagung der landesweiten Proteste aufmarschieren lässt, verschärft seine Regierung die Sanktionen gegen Kuba. US-Außenminister Michael Pompeo kündigte am Mittwoch (Ortszeit) die Aufnahme von weiteren sieben kubanischen Unternehmen in eine »schwarze Liste« von Firmen an, mit denen Bürger und Betriebe der USA keine Geschäfte machen dürfen. Betroffen sind davon die Finanzgesellschaft der staatlichen Handelskette Cimex (Fincimex), zwei Hotels in Havanna, eines auf Cayo Coco sowie zwei Tauchzentren und ein Marinepark für touristische Aktivitäten in Varadero. US-Medien wiesen darauf hin, dass die Verschärfung der Blockade offenbar gezielt am 89. Geburtstag des früheren Präsidenten und derzeitigen Ersten Sekretärs des Zentralkomitees des KP Kubas, Raúl Castro, verkündet wurde.

Die jetzt neu sanktionierten Unternehmen gehören alle zur »Grupo de Administración Empresarial« (Gaesa), einer Firmen-Holding der Revolutionären Streitkräfte Kubas (FAR). Mit den neuen »Maßnahmen« wolle Washington »den Geldfluss in die Taschen derjenigen stoppen, die das kubanische Volk unterdrücken«, begründete Pompeo die Entscheidung auf Twitter. Die US-Regierung warf der »Castro-Diktatur« außerdem vor, mit den Gewinnen die »Einmischung in Venezuela zu finanzieren«.

Havannas Außenminister Bruno Rodríguez wies die Sanktionen noch am selben Tag per Twitter zurück. Es sei »schändlich und kriminell, die Blockade inmitten der Covid-19-Pandemie zu verschärfen«, schrieb er. Im Gegensatz zu den Behauptungen seines US-Amtskollegen würden sich die neuen Restriktionen in erster Linie »auf kubanische Familien auswirken«. Die der US-Regierung und exilkubanischen Contras nahestehende Tageszeitung Nuevo Herald bestätigte den Vorwurf. Fincimex sei »für die Bearbeitung und Abwicklung von Überweisungen nach Kuba zuständig« und vertrete auch die US-Firma Western Union auf der Insel, »über die Tausende von kubanischen Emigranten Geld an ihre Familien schicken«, schrieb das in Miami erscheinende Blatt.

mehr:
- US-BLOCKADE GEGEN KUBA – An Raúls Geburtstag (Volker Hermsdorf, junge Welt, 05.06.2020)
siehe auch:
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Donnerstag, 4. Juni 2020

Fundgrube: Die Frankfurter Rundschau im Verschwörungs-Modus


Die Bundesregierung schließt eine neue Vereinbarung mit der Bill & Melinda Gates-Stiftung zur Entwicklungszusammenarbeit. Die Kritik wächst.
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Wenn die Mächtigen in München das Schicksal des Planeten verhandeln, darf der reichste Mensch der Welt nicht fehlen: Auch Bill Gates ist bei der Sicherheitskonferenz. Der Microsoft-Gründer hat sich vom Software- zum Weltrettungs-Monopolisten entwickelt: Die Bill & Melinda Gates Foundation ist mit rund 40 Milliarden Dollar die vermögendste Privatstiftung der Welt. Sie vergibt Fördermittel von jährlich rund vier Milliarden Euro für Projekte und Forschung zur Armuts- und Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Gesundheit. Das hat dem Milliardär mit einem Vermögen von 85,2 Milliarden Dollar nicht nur viel Anerkennung gebracht, sondern auch Einfluss auf Regierungen, Universitäten und die Vereinten Nationen.

Wer Geld von der Stiftung bekommt, muss sich nach deren Vorgaben richten. Die Gates-Stiftung verfolgt einen technokratischen Ansatz und setzt den Schwerpunkt auf schnell messbare Ergebnisse sowie die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in Public Private Partnerships. Zur Hungerbekämpfung setzt die Gates-Foundation auf Gentechnik und mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte industrielle Lebensmittel. Statt öffentliche Gesundheitssysteme zu stärken, konzentriert sich die Stiftung auf wenige Krankheiten wie HIV, Tuberkulose, Malaria und solche, gegen die man impfen kann. Dabei arbeitet die Stiftung mit umstrittenen Konzernen zusammen – mit Coca Cola, Glaxo-Smith Kline und Monsanto. Deshalb wächst die Kritik: Die Stiftung bindet auch öffentliches Geld, weil sie ihre Finanzzusagen an die von Regierungen koppelt.

Die Bundesregierung arbeitet seit 2006 mit der Stiftung und gehört zu den Financiers der Globalen Allianz für Impfstoffe (Gavi). Die Gates-Stiftung stellt 20 Prozent des Budgets der öffentlich-privaten Partnerschaft. Gavi unterstützt Impfprogramme für Kinder in armen Ländern sowie die Entwicklung von Impfstoffen. Im Gremium sitzen auch Angehörige von Pharmakonzernen wie Pfizer und Sanofi. Ärzte ohne Grenzen kritisieren, dass Gavi die Marktmacht der Konzerne stärkt, weil sie ihnen überteuerte Impfungen abkauft. Deren Patente auf lebenswichtige Medikamente verhindern, dass diese in ärmeren Ländern günstig hergestellt werden können. Daran hat Bill Gates Anteil: Als Microsoft-Chef hatte er sich für das Trips-Abkommen zum Schutz geistiger Eigentumsrechte eingesetzt.

2015 versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel, bis 2020 600 Millionen für Gavi bereitzustellen. Das sind im Schnitt 120 Millionen Euro pro Jahr– viermal mehr als der Pflichtbeitrag der Bundesregierung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die WHO hängt selbst am Geldtropf der Gates-Foundation. Sie stellt 14 Prozent des Budgets und steht kurz davor, ins Beratungsgremium aufgenommen zu werden. „Durch zweckgebundene Spenden prägt die Gates-Stiftung die globale Entwicklungsagenda an demokratischen Prozessen vorbei. Dadurch werden große Teile der Bevölkerung von politischer Teilhabe ausgeschlossen“, kritisiert der entwicklungspolitische Sprecher der Grünen, Uwe Kekeritz. 70 Prozent des WHO-Budgets sind zweckgebunden. Wenn die WHO über immer weniger Geld frei verfügen kann, fehlt es nicht nur für den Aufbau eines gerechten globalen Gesundheitssystems, sondern auch für schnelle Hilfe. Das war beim Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika der Fall.

mehr:
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Mittwoch, 3. Juni 2020

Die Wahrheitsblase und ihre privatisierten Wächter…



Eine Taskforce der Europäischen Union teilt die Welt in Gut und Böse ein — und untergräbt damit die Presse- und Meinungsfreiheit.
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Eine „Schutz“-Mauer wurde um Land, Leute und durch die Köpfe gezogen. Über sie wacht eine Arbeitsgruppe der Europäischen Union (EU), eine Taskforce. Sie soll die EU, deren Staaten und Gesellschaften gegen angebliche Desinformation schützen und Propaganda durch Dritte abwehren. An vorderster Front stehen dabei die Faktenprüfer, die Faktenchecker. Sie teilen die Medien in „seriös“ und „unglaubwürdig“, in „gut“ und „böse“ ein. Und sie legen — frei nach Christian Morgenstern — fest, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf.
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Die „strategische Kommunikation“ der Europäischen Union (EU) wird mit der NATO koordiniert. Der Kampf um internationalen Einfluss und Kontrolle geht verschärft weiter.

Beispiel: Das Virus

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Man spricht von „Kampf“, von „Krise“ und von „Krieg“. Finanzielle „Schutzschilde“ werden gespannt, nicht nur der deutsche Finanzminister spricht von einer „Bazooka“, um mit „unbegrenzter Feuerkraft“ die sich abzeichnende Krise zu bekämpfen.

Anlass ist ein Virus, das zu erwarten war. In Asien und Afrika kommt es häufig zu Epidemien, die aufgrund schlechter Lebensbedingungen, Mangel an Wasser und Gesundheitsversorgung viele Menschen das Leben kosten. Das globalisierte Leben und Wirtschaften bringt es mit sich, dass neue Krankheiten entstehen und bekannte Krankheiten sich schneller verbreiten können. Im Wettlauf um Profit, Wachstum und Kontrolle spielen das Wohlergehen von Mensch und Natur eine untergeordnete Rolle. Auch in Deutschland steht das Recht auf Gesundheit ebenso wenig im Grundgesetz wie das Recht auf Arbeit und Wohnen.

Vorbereitung wie auf einen Krieg

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Pläne für einen Notfall füllten die Regale, darunter nationale Pandemiepläne verschiedener Jahre und eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Wir gegen Viren“.

Im Januar 2013 veröffentlichte die Bundesregierung mit der Drucksache 17/12051 ihren „Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“, der sich teilweise wie das Drehbuch zu dem Geschehen liest, das sich seit Mitte März 2020 in Deutschland abspielt.

Im Jahr 2016 nahm sich die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) des Themas „Gesundheitssicherheit“ an und veranstaltete am Rande des Gesundheitsgipfels im Auswärtigen Amt eine Gesprächsrunde zum Thema: „Lehren aus der Ebolakrise“.

Auf der MSC 2017 stellte Microsoft-Mitgründer Bill Gates schließlich die Verbindung zwischen Gesundheit und Sicherheit her und hatte die Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Ob „durch eine Laune der Natur oder von Terroristen hergestellt“ könnte ein Erreger, der durch die Luft verbreitet wird, „mehr als 30 Millionen Menschen in weniger als einem Jahr“ töten, rechnete Gates vor. „Mit begründeter Wahrscheinlichkeit“ könne die Welt das in den nächsten 10 bis 15 Jahren erleben. Die nächste Epidemie könnte auf dem Bildschirm eines Terroristen entstehen, der „eine synthetische Form des Pockenvirus oder eine super ansteckende und tödliche Deformation der Grippe“ hergestellt haben könnte. „Wir ignorieren den Zusammenhang zwischen Gesundheitssicherheit und internationaler Sicherheit und gefährden uns selber“.

2018 unterstrich Gates die Gefahr durch mangelnde Gesundheitssicherheit bei einer Veranstaltung der Massachusetts Medical Society und dem New England Journal of Medicine (NEJM):

„Die Welt muss sich auf Pandemien genauso ernsthaft vorbereiten wie auf den Krieg.“


Die Münchner Sicherheitskonferenz organisiert inzwischen regelmäßig Veranstaltungen zum Thema „Gesundheit und Sicherheit“. Man wolle den „Dialog und (die) Zusammenarbeit zwischen der sicherheitspolitischen Community und Entwicklungsbeauftragten und -experten, internationalen Organisationen und NGOs, der Forschung und der Privatwirtschaft“ fördern, heißt es auf der MSC-Homepage. Kern der Diskussionen, die sich um die „menschliche Sicherheit“ drehen sollen, seien „Sustaining Peace, Environmental Security und Health Security” — nachhaltiger Frieden, Umweltsicherheit und Gesundheitssicherheit.
mehr:
- Die Wahrheits-Wächter (Karin Leukefeld, Rubikon, 02.06.2020)
siehe auch:
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Reschke, Wehling und Corona: Das Framing geht weiter


zuerst das Video:
Elisabeth Wehling: Krieg gegen Corona - die Macht der Worte | After Corona Club | 28 | NDR Doku {18:39}

NDR Doku
Am 27.05.2020 veröffentlicht 
Die Welt ist "im Krieg" gegen Corona, das Virus ist eine "Plage". Wie beeinflusst die Rhetorik in der Corona-Krise unser Denken? Die Sprachwissenschaftlerin und Kognitionsforscherin Elisabeth Wehling erklärt, dass die Begriffswahl, die wir auf die Pandemie, die Situation und den Virus anwenden, "wahnsinnig wichtig" sei. "Weil die Sprache, die wir nutzen, unser Denken und Handeln mit anleitet." Elisabeth Wehling ist zu Gast bei Anja Reschke im After Corona Club.
Hier geht's zur Playlist vom After Corona Club
- https://www.youtube.com/playlist?list...
Die Welt ist "im Krieg" gegen die Pandemie, das Virus ist eine "Plage". Wie beeinflusst die Rhetorik in der Corona-Krise unser Denken? Die Sprachwissenschaftlerin und Kognitionsforscherin Elisabeth Wehling erklärt, dass die Begriffswahl, die wir auf die Pandemie, die Situation und den Virus anwenden, "wahnsinnig wichtig" sei. "Weil die Sprache, die wir nutzen, unser Denken und Handeln mit anleitet." Es mache beispielsweise einen riesigen Unterschied, ob wir von "Corona-Pandemie" oder "Corona-Krise" sprechen. Im Wort "Krise" schwinge die Bedrohlichkeit der Situation deutlich mehr mit.

Ist nach dem peinlichen Bekannt- und Öffentlichwerden des Framing-Handbuchs, das Frau Wehling 2019 für die ARD zusammengebastelt hatte, die Schamfrist schon abgelaufen? Es sieht ganz danach aus, denn Anja Reschke präsentiert die Autorin im „After Corona Club“ des NDR als Expertin, die schamlos wie schon 2019 an die Universität von Berkeley „herangeframed“ wird. „Sie leitet am International Computer Science Institute Berkeley Forschungsprojekte zu Ideologie, Sprache und unbewusster Meinungsbildung“, so zumindest stellt uns Reschke Wehling vor.

Auf Wehlings Webseite ist allerdings davon die Rede, dass sie dort als Postdoktorandin tätig ist (oder war). Von Leitung kann also keine Rede sein. Im „Research Staff“ des Instituts taucht ihr Name nicht auf. Allerdings auch auf keiner der Alumni-Namenslisten des Instituts, auf denen die Namen der Postdoc-Studenten geführt werden, etwa auf der naheliegenden Seite zum Themenkomplex „Sprache“. Über die Suchfunktion der Seite des ICSI findet man den neuesten Eintrag zu Elisabeth Wehling aus dem Jahr 2015. An der Aussagekraft des NDR-Framings, Wehling sei eine irgendwie bedeutende oder relevante Wissenschaftlerin in Berkeley, darf also zumindest gezweifelt werden.

Und auch hier nochmal der Hinweis: das „International Computer Science Institute“ (ICSI) ist zwar in Berkeley ansässig, hat mit der Universität dort jedoch nichts zu tun. Letzteres erklärte die Uni bereits 2019, als Wehlings Framing-Handbuch versehentlich in die Öffentlichkeit gelangte. Doch verlassen wir Kalifornien, um uns wieder dem NDR zuzuwenden.

mehr:
- Reschke, Wehling und Corona: Das Framing geht weiter (Roger Letsch, AchGut, 03.06.2020)
siehe auch:
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„Die Qualität und Quantität subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur geistigen Kompetenz der Produzenten“, sagt der Referent in diesem Moment. Alles klar? Sie müssen sich den Satz erst mühsam zerlegen, um darauf zu kommen, dass der kluge Mann nichts anderes gesagt hat als: Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln. Aha, und warum sagt er das nicht gleich? Wenn er der Meinung ist, dass die schlichtesten Menschen die erfolgreichsten sind, warum tut er dann alles, um den Eindruck eines hochintelligenten Menschen zu vermitteln? Passen da inhaltliche Botschaft und die Art, wie sie vermittelt wird, überhaupt zusammen?

Mit einem Mal sind Sie nicht mehr ganz so beeindruckt von diesem Herrn, der da ein Fremdwort an das andere reiht und Sie entspannen sich. Ihre eigenen Gedanken schieben sich vor die des Referenten: Warum schließen sich viele dem Trend an, alles möglichst hochgestochen und künstlich aufgebläht auszudrücken? Haben Sie verlernt, sich einfach ausdrücken? Ist es die Sorge, ansonsten nicht die gewünschte Wirkung zu erzielen? Aber, wie wirkt der Referent denn? Klug, ohne Frage, aber auch abgehoben und distanziert, nicht offen, nicht sympathisch. Will er tatsächlich informieren und motivieren oder will er sich selbst darstellen?

[Ernten die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln?, ingenieur.de, undatiert]

re:publica 2017: Die Vernunft der klassischen Aufklärung ist passé - Elisabeth Wehling {22:25}
dctpTV
Am 08.05.2017 veröffentlicht 
Kognitionsforscherin Elisabeth Wehling erklärt Philip Banse das Prinzip des Framing und warum Fakten für uns erst durch einen Rahmen Bedeutung erlangen.
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Dienstag, 2. Juni 2020

Die latente Psychose:
„Im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit“


Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem Medien nicht vor Verschwörungstheorien warnen. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen, aber auch die Demonstrationen für Grundrechte, alarmieren Medienvertreter. Der „elder Statesman der Verschwörungstheorie“, Mathias Bröckers, beobachtet das Treiben. Der Mitbegründer der taz erklärt im NachDenkSeiten-Interview, warum die „Kirchen der Angst“ derzeit so regen Zulauf haben, und verweist darauf, dass Leitmedien längst nicht allen Verschwörungstheorien abgeneigt sind. „Die offiziell erwünschten werden ja in epischer Breite und auf allen Kanälen verkündet“, so Bröckers. Von Marcus Klöckner.

Herr Bröckers, man kann Sie als alten Schlachtenbummler bezeichnen, wenn es um das Thema Verschwörungstheorien geht. Spätestens seit Ihren Büchern zum 11. September haben Sie den Kampf zwischen den großen Medien und alternativen Formaten sozusagen live und in Farbe erlebt und selbst mitgestaltet. In einem aktuellen Blogbeitrag von Ihnen bezeichnen Sie sich selbst als „Konspirologen“ und „elder Statesman der Verschwörungstheorie“. Hilft Ironie bei der aktuellen Diskussion rund um Verschwörungstheorien und Verschwörungstheoretiker?


Ohne Humor und Ironie ist das doch gar nicht auszuhalten und ich wäre längst schon schwer depressiv, weil ich mich schon über 25 Jahre mit diesem Thema beschäftige. Und von daher nur zu gut weiß, dass es eben nicht nur verrückte und haltlose Verschwörungstheorien gibt, sondern auch sehr vernünftige und gut belegbare – und natürlich viele, die sich als wahr und richtig erwiesen haben. Umgekehrt gibt es auch viele offiziell verkündete Wahrheiten, die sich als haltlose und gefährliche Verschwörungstheorie herausgestellt haben, zum Beispiel die Massenvernichtungswaffen des Irak, mit der ein Krieg mit einer Million Toten angezettelt wurde. Oder nehmen wir die Tatsache, dass der US-Geheimdienst NSA jedes Handy bis hin zu dem der Bundeskanzlerin abhört – wer das vor den Enthüllungen von Edward Snowden behauptet hätte, wäre sofort als durchgeknallter, paranoider, anti-amerikanischer Verschwörungstheoretiker abqualifiziert worden.

Was heute noch offizielle Wahrheit ist, kann sich morgen als Verschwörungstheorie herausstellen – und umgekehrt. Um den nur noch als Denunziations- und Diffamierungsvokabel verwendeten Begriff zu retten, hatte ich schon in meinem ersten Buch über 9/11 („Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September“, Verlag Zweitausendeins, 2002) vorgeschlagen, künftig von „Konspirologie“ zu sprechen und die Bildung von Hypothesen über mögliche Verschwörungen als wissenschaftlich legitimes, heuristisches Verfahren zu betrachten. Derzeit ist dieser Begriff aber nach wie vor ausschließlich als Diskurskeule im Einsatz, um unerwünschte Meinungen oder Berichte abzuqualifizieren.

Derzeit wettern Vertreter von Leitmedien verstärkt gegen Verschwörungstheorien. Auf Spiegel Online waren vor kurzem die folgenden Zeilen zu lesen: „Man will in die wirre Gedankenwelt mancher Demonstranten gar nicht allzu tief eindringen. Leider haben viele, die auf den Straßen und im Netz gerade die große Verschwörung beschwören, chronisch einen an der Waffel. Für manche Demonstranten hält die Psychiatrie effektivere Hilfen bereit als die Politik.“
Wie nehmen Sie diese Aussagen auf?


In die erleuchtete Gedankenwelt von Journalisten, die so etwas schreiben, möchte man gern ein wenig tiefer eindringen. Zum Glück sind viele, die in Zeitungen und Fernsehen beschwören, dass alles in bester Ordnung ist, im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit.

Wie erklären Sie sich einen derartigen „Journalismus“?

Das geisterhafte Erscheinen eines unsichtbaren Virus hat einen Glaubens- und Religionskrieg entfacht. Was kein Wunder ist, denn bis vor ein paar Monaten war dieses Wesen völlig unbekannt, es gab kein Wissen über seine Verbreitung, keine Fakten über seine Wirkung, seine Gefährlichkeit. Es herrscht also große Unsicherheit, großes Unwissen und das führt fast zwangsläufig zu Angst – jeder will wissen, was ihn erwartet und was er oder sie möglicherweise zu befürchten hat. Wirklich Bescheid weiß keiner, denn dieses Wesen ist neuartig und nicht unter Kontrolle, es ist ja nicht einmal klar, ob es ganz natürlich entstanden ist oder eine Chimäre, an der gentechnisch herumgeschraubt wurde. So viel Unsicherheit und Unwissen ist schwer auszuhalten. Deshalb haben die „Kirchen der Angst“ zurzeit mehr Gläubige versammelt als je zuvor, und zwar in beiden „Konfessionen“: Angst vor einer Massenvernichtungs-Pandemie auf der einen Seite und Angst vor einer Massenüberwachungs-Diktatur auf der anderen. Und in beiden Kirchen orgeln Panik-Orchester ihre allein seligmachende Wahrheit, den wahren Glauben. Das funktioniert bekanntlich nur, wenn man den Glauben der anderen als gefährlichen Irrglauben denunziert.

mehr:
siehe auch:

Unter einer Psychose zu leiden, bedeutet für einen Betroffenen, dass seine Realitätswahrnehmung zeitweise nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung anderer Menschen verläuft. Dabei ist der Betroffene allerdings absolut von der Wahrheit seiner empfundenen „Realität“ überzeugt und lässt sich von dieser auch nicht abbringen.
[Wenn die Grenzen zwischen Realität und eigener Wahrnehmung verschwimmen, limes-schlosskliniken.de, undatiert]
Video gelöscht {11:51}

RPP Institut
Am 01.06.2020 veröffentlicht 

REUPLOAD Corona Aktuell Wo sind die Toten Wo sind bloß die ganzen Toten! Raphael Bonelli {13:05}

Sebastian BB
Am 01.06.2020 veröffentlicht 
Keine Übersterblichkeit in Wien aufgrund von Corina. Raphael Bonelli erläutert die Sachlage. Video gelöscht.
Bonellis Statement zur Zensur seines Videos: https://www.youtube.com/watch?v=Re4Jv...

Die Corona-Wende in Deutschland (Florian Nill, Telepolis, 01.06.2020)
Kritik der paranoiden Vernunft (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 01.06.2020)
COVID in den Städten (Thomas Schuster, Telepolis, 29.05.2020)

Die Zerstörung der Presse {59:58}

Rezo ja lol ey
Am 31.05.2020 veröffentlicht 
Links und Begleittext auf YouTube

Dazu Michael Spitzbart:
Corona - Die häufigsten Fragen {27:22 – Start bei 6:44 
– Spitzbart: »Was mich so wundert: Daß die ganzen Journalisten praktisch im Schulterschluß mit der Regierung funktionieren«}

Dr. med. Michael Spitzbart
Am 13.04.2020 veröffentlicht 
Corona Immunsystem 

Dazu auch Prof. Norbert Bolz:
Klartext vom Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz: "Medien verschweigen, ... {12:07, Start bei 2:57 – »Das ist die eigentliche Katastrophe: daß Leute, die sich zu einer selbsternannten Elite rechnen, glauben, daß die Wahrheit für sie selber zuträglich ist, für andere jedoch offensichtlich nicht«}

klar sehen
Am 04.05.2017 veröffentlicht 
Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz bei Peter Hahne im ZDF zum Thema: Medien zwischen Gefühl und Fakten
„Medien verschweigen, klären nicht über die Wirklichkeit auf, die Bürger werden für dumm verkauft bzw. gehalten, die Arroganz der Journalisten und Politiker!!
weitere Videos mit ähnlichen Aussagen zu finden in:


Corona 49 - Dr. Bodo Schiffmann - Der Realitätsverlust {6:38}

Gerd Miethe
Am 29.05.2020 veröffentlicht

Corona 48 Dr. Bodo Schiffmann - Re-Upload {22:20}

Gerd Miethe
Am 29.05.2020 veröffentlicht

"Es geht um die Anpassung des Individuums an die vorherrschende Normalität" (Stephan Schleim, Telepolis, 27.05.2020)
Hypnosetag 117: Ein Verschwörungstheoretiker ist, wer den offiziell vorgebeteten Unsinn nicht glaubt (Post, 26.05.2020)

Keine Kommentare mehr {5:35}

Schwindelambulanz Sinsheim / Dr. Bodo Schiffmann
Am 26.05.2020 veröffentlicht 
Da die Kommentarfunktion Tag für Tag mehr durch Störer und Trolle missbraucht wurde, um Beleidigungen gegen Teilnehmer der Videos auszusprechen. Da immer mehr Beleidigungen und Diffamierungen der Community zu beobachten waren und ein Ausblenden der Benutzer nur zu ich mehr Fake-Accounts geführt hat, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen, die Kommentarfunktion wieder abzuschalten. Ich hatte dies bereits einmal für einen gewissen Zeitraum gemacht. Schade um die vielen schönen Kommentare und die Möglichkeit sich mit der Community auszutauschen. Bei neuen Videos werde ich ggf. vorübergehend alle Kommentare zur Überprüfung zurückhalten und dann freischalten. Es geht nicht um Zensur, sondern um Netiquette. Wenn die Umgangsformen nicht mehr eingehalten werden und einzelne Personen in Videos auf das übelste beschimpft und diffamiert werden, ist dies auf meinem Kanal nicht gewünscht. Ich freue mich über jeden Besucher und auch über Kommentar, behalte mir aber vor diese vor der Veröffentlichung zu überprüfen. Ich hoffe, dass viele diesen Schritt verstehen werden und weiß, dass viele enttäuscht sein werden. Ich bin es auch.

Die Verbrechen des Bill Gates (Stephan Schleim, Telepolis, 25.05.2020)
Hypnosetag 111: Der SPIEGEL lenkt Hass auf Ken Jebsen (Post, 20.05.2020)
- Hypnosetag 109: Betreutes Denken 🤔 – »Unser gemeinsamer Erfolg« 😂 (Post, 18.05.2020)
Coronahypnose, Tag 77: erfolgreiche Aufmerksamkeits-Lenkung – Schweinegrippe 2.0 (Post, 16.04.2020)
FakeNews? – Selbst schuld! (Post, 12.04.2020)
Medien: intellektuelle Korrumpierbarkeit in Konfliktzeiten (Post, 31.12.2002)

mein Kommentar:
Im Mittelalter hat man sich darum gestritten, wieviele Engel auf eine Nadelspitze passen…
In Wirklichkeit geht es darum, was jemand glaubt… (und nicht darum, was jemand weiß…)
siehe dazu auch:
- Die christlichen Konfessionen (Christiane Tovar, planet-wissen.de, undatiert)

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  • 1210 wurden auf der Pariser Synode die naturphilosophischen Schriften des Aristoteles für den Lehrbetrieb an der Artistenfakultät verboten.
  • 1231 verbot Papst Gregor IX. in einer Bulle die Physik des Aristoteles, bis sie geprüft und von allem Verdacht des Irrtums gereinigt sei[2].
  • Von 1243 bis 1248 lehrte Albertus Magnus in Paris und befasste sich dabei intensiv mit Aristoteles.
  • Von 1269 bis 1271 lehrte Thomas von Aquin in Paris und versuchte zu vermitteln. Er systematisierte die Theologie mit den Mitteln der aristotelischen Philosophie.
  • 1270 erstellte Ägidius von Rom eine Liste von 95 Irrlehren der Philosophen.
[Pariser Verurteilungen, Vorgeschichte an der Pariser Universität, Wikipedia, abgerufen am 02.06.2020]
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mein Kommentar:
Es GEHT hier natürlich um Fakten, aber der Kampf der ausgefochten wird, sieht für mich nach einem Religionskrieg aus.
Und nach dem Verlust des Mystischen in unserer Kultur wird nach einer wissenschaftlichen »Erlösung« gesucht.
Die (Sehn-)Sucht nach der absoluten Sicherheit trifft sich an diesem Punkt mit dem messianischen Sendungsbewußtsein von Menschen wie Bill Gates und George Soros. Wie an den Erlöser glaubt nun die Mehrheit der Menschen an die Erlösung durch die Impfung.
Wohin unser kurzes Gedächtnis geführt hat, kann man sich in Erinnerung rufen (wir Menschen haben ja ein kurzes Gedächtnis – das erleichtert vieles – aber nicht alles), wenn man sich ein wenig mit der Schweinegrippe beschäftigt…
siehe dazu:
- Die Geschichte wiederholt sich: Brot und Schweinegrippe… und Ansichtssache (Post, 01.04.2020)
und wer sich 1/2 Stunde Dirk Pohlmann anzutun gewillt ist:
KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Deutsche U-Boote im Kampf gegen Schwedens Neutralität?) (Post, 17.06.2016)
- Ein neues U-Boot und mangelnde Medien-Selbstreflexion (Post, 10.07.2016)

Bevor jemand enttäuscht ist:
Im letzten Link (Ken FM im Gepräch) geht es zwar nicht um Corona, aber ganz viel um das kurze Gedächtnis…
WEIL das Gedächtnis der Menschen so kurz ist, sind Dinge möglich, an die glaubt man (zuerst einmal) nicht… (und deshalb bin ich ja auch Verschwörungstheoretiker! 😂)

Corona - Die häufigsten Fragen {27:22 – Start bei 0:45 
– Spitzbart: »Es ist soviel Angst geschürt worden, daß die Menschen nur noch mit ihrem Reptiliengehirn denken.«}

Dr. med. Michael Spitzbart
Am 13.04.2020 veröffentlicht 
Corona Immunsystem

zur Aufgabe von Freiheit in einer Atmosphäre der Angst siehe:
„Sie werden uns ihre Freiheit zu Füßen legen“ (Chaim Noll, AchGut, 02.04.2020)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld („Warum schweigen die Lämmer?“) (Post, 02.10.2018)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)