Samstag, 8. November 2014

Empfehlung zur Wochenendlektüre: Eine grundsätzliche Rede von Putin und eine von Obama

Wie soll unsere Welt geordnet sein? Ein Machtzentrum, mehrere, gar keine? Wie sollen die Völker miteinander umgehen? Welche gemeinsamen Sicherheitsstrukturen sollte es geben? Macht es Sinn, sich gegenseitig oder reihenweise andere Länder zu destabilisieren? Wie wäre der Umgang mit Terror und Gewalt zu organisieren? Darüber wird in der allgemeinen Debatte, zum Beispiel über den Konflikt um Russland, die Ukraine, Syrien etc. wenig nachgedacht. Der russische Präsident Putin hat es bei einer Rede am 26.10.2014 erstaunlich offen und tiefgreifend getan. Die NachDenkSeiten haben darauf mit Hinweis auf einen Artikel von Telepolis schon hingewiesen. Dort hieß es in der Überschrift: „Putin präsentiert den USA Sündenkatalog“. Das ist eine irreführende Verkürzung. Deshalb und wegen des Inhalts dieser Rede wird im Folgenden auf eine in deutscher Sprache vertonte und auf eine verschriftete Fassung hingewiesen. – Damit der Vorwurf der Einseitigkeit gleich im Halse stecken bleibt, verweise ich auch auf die bedeutendste Rede des amerikanischen Präsidenten aus der letzten Zeit: Vollversammlung der Vereinten Nationen am 25. September 2014.
mehr:
- Empfehlung zur Wochenendlektüre: Eine grundsätzliche Rede von Putin und eine von Obama (NachDenkSeiten, 07.11.2014)
Zitat:
Sie werden die bei der Lektüre oder beim Anhören der Reden geopferte Zeit nicht bereuen. Es wäre gut, wir könnten vor allem über die Gedanken zur Ordnung der Welt mal wieder ins Gespräch kommen, statt in gegenseitigen sprachlichen und militärischen Drohungen zu versinken.
Ein Hinweis für Lehrerinnen und Lehrer oder ansonsten in der politischen Bildung tätige Menschen: Die Reden eignen sich für den Unterricht, für Diskussionen, für Hausarbeiten usw.


siehe auch:
- Putin hat gesprochen! Howgh! (Post, 26.10.2014)

- Der Westen & Russland – zum Diskurs (Wolfgang Schwarz, Linksnet, 29.10.2014)
Am vergangenen Wochenende sollte in Sotschi eine turnusmäßige Tagung des Petersburger Dialogs stattfinden. Die fiel ebenso aus wie die normalerweise parallel laufenden deutsch-russischen Regierungskonsultationen, inklusive Treffen zwischen Angela Merkel und Wladimir Putin. Dafür haben einige deutsche Organisationen und Vertreter gesorgt, die ihre Teilnahme am Dialog mit Hinweis auf die Ukraine-Krise, Repressalien gegen Nichtregierungsorganisationen in Russland und den aus ihrer Sicht unbefriedigenden Gesamtcharakter des Petersburger Dialogs absagten, aber auch das Kanzleramt. „Gegenwärtig sei ein Treffen angesichts des Verhaltens Moskaus nicht sinnvoll“, zitierte der Spiegel – mit demonstrativer Schuldzuweisung – ungenannte Quellen, die sicher nicht im Umfeld von Außenminister Steinmeier zu verorten sind. Der hatte das Treffen in Sotschi befürwortet. Überreste von politischen Tischtüchern – und derzeit von mehr als solchen im deutsch-russischen Verhältnis zu sprechen, wäre arg übertrieben – sind auch schon mit weniger Aplomb zerschnitten worden. Und unmittelbar vor ihrem Zusammentreffen mit Putin beim Asem-Gipfel in Mailand hatte Merkel im Bundestag nachgelegt: „Den entscheidenden Beitrag zur Deeskalation muss Russland leisten.“

Bemerkung von mir:
Ich kann immer wieder nur bedauern, wie vorurteilsbehaftet bei uns in Deutschland mit der Person Wladimir Putins und wie ignorant mit seinen Reden – sei es die 2001 vor dem deutschen Bundestag, sei es die 2007 bei der Münchner Sicherheitskonferenz oder auch jetzt vor dem Valdai-Forum – umgegangen wird.
Ich empfehle herauszufinden zu versuchen, weshalb das so ist.

Freitag, 7. November 2014

Fahrbahnverengung in Lägerdorf

extra 3 Lack ab Fahrbahnverengung in Lägerdorf[2:18]

Veröffentlicht am 20.08.2013

Was sich in den Medien ändern muss

Was sich in den Medien ändern muss - Ein Kommentar

Führende Journalisten tun sich weiterhin schwer damit, die Kritik an Ihrer aktuellen Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt offen zu diskutieren. Hinter den Kulissen aber tobt ein Kampf um Deutungshoheit - und um Reputation. FAZ-Autor Stefan Niggemeier geht nun in die Offensive.

Nach seinem Zeitungsbeitrag vom Sonntag, der die breite öffentliche Kritik erstmals direkt in einem Leitmedium artikulierte (Journalismus unter Verdacht), legte er am Mittwoch nach und wurde noch deutlicher: 
Nicht beirren lassen, das ist eine Reaktion auf den spürbaren Gegenwind, den die Mainstream-Medien derzeit erfahren. Was mich, je nach persönlicher Stimmung, wütend macht oder besorgt, ist diese Selbstgewissheit, die aus manchen Reaktionen etablierter Medien auf die Kritik spricht (und natürlich vor allem auch den Nicht-Reaktionen); die Überzeugung, dass man sich nichts oder jedenfalls nichts Gravierendes vorzuwerfen hat; die Diffamierung der Kritik als von Russland gesteuert.
Von Putinverstehern und Journalistenverstehern
mehr:
- Gleichklang oder Vielstimmigkeit? (Paul Schreyer, 07.11.2014)

105 Israel Ex-Generäle drängen Netanyahu, mit den Palästinensern Frieden zu schließen

"Wir, die Unterzeichneten, Reserve-IDF-(Armee) Kommandeure und pensionierten Polizeioffiziere, die in Israels militärischen Kampagnen gekämpft haben, kennen aus erster Hand den schweren und schmerzlichen Preis, den Kriege fordern," sagte 105 Unterzeichner in einem gemeinsamen Brief an Netanyahu.

Auszüge aus dem Brief wurden von Ynet News auf ihrer Webseite veröffentlicht. Er fordert Netanyahu auf, eine "mutige Initiative" zu ergreifen und mit Palästina und anderen arabischen Staaten Frieden zu schließen.

mehr:
- 105 Israel Ex-Generäle drängen Netanyahu, mit den Palästinensern Frieden zu schließen (einartysken, 06.11.2014)
siehe auch:
- Amnesty International: Israel zeigte ‘kaltschnäuzige Gleichgültigkeit’ (Post, 05.11.2014)

Georg Elser, der Mann, der Hitler töten wollte

Aus dem Archiv: Alle kennen Graf von Stauffenberg, nur wenige Georg Elser. Am 8. November 1939 verübte der Schreinergeselle im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler. Er bezahlte es mit seinem Leben

Königsbronn, hoch oben auf der Schwäbischen Alb. Nichts, so scheint es, kann hier die Ordnung durcheinanderbringen. Blank geputzte Heimeligkeit zwischen Butzenscheiben und Eternitfassaden. Von der Klosterkirche bimmelt’s all’ Viertelstund. Gegenüber dem Bahnhof trifft der Fremde auf zwei Denkmäler: „Zu Ehren ihrer im Weltkrieg gefallenen Söhne 1914–18“, verkündet die Säulenschrift, „Treudeutsch bis in den Tod“. Wenige Schritte dahinter eine massive Bronzeplatte den „Söhnen zum Gedächtnis“. Es folgen die Namen junger Dorfmänner, die Hitlers Krieg nicht überlebten. Der Name Johann Georg Elser ist nicht darunter. „Was wollen S’ denn“, wehrt ein älterer Herr in breitem Schwäbisch ab, „die Einzigen, die immer wieder nachfragen, sind die Journalisten. Für uns ist die Sach’ doch längst erledigt.“

Viele denken hier so und wer „die Sach’“ verstehen will, dem empfiehlt sich eine Reise in die Vergangenheit. München, 8. November 1939: Die Bombe explodiert um zwanzig Minuten nach neun, Balken krachen, Mauern zerbersten, ein Teil der Decke stürzt ein. Schreie, Entsetzen, Panik. Sieben Menschen sterben unter den Trümmern, ein achter wird die Verletzungen nicht überleben. Über sechzig Personen sind teilweise schwer verletzt. Hitler, dem die Bombe galt, überlebt. Dreizehn Minuten vor der Detonation hatte er seine Rede in dem mit über 3000 „alten Kämpfern“ gefüllten Bürgerbräusaal in München beendet.
mehr:
- Der Mann, der Hitler töten wollte (Cicero, 07.11.2014)


Donnerstag, 6. November 2014

Zeitungen: Angst macht unfrei

Wer in die Zeitungshäuser reinschaut, sieht nichts Gutes. Fast überall geht die Angst um, morgen, spätestens übermorgen den Arbeitsplatz zu verlieren. Für einen Berufsstand, der einmal angetreten ist, der Demokratie eine Stütze zu sein, ist das tödlich. Angst lähmt und macht unfrei. Bei öffentlich-rechtlichen Anstalten dürfte das eigentlich keine Rolle spielen. Sie leben nicht von Werbung, sondern von ihren Zuschauern, die für ihre Gebühren ein ordentliches Programm erwarten. Also auch vom SWR.
Zu viel erwartet? Nein und nochmals nein. Noch immer sind die ARD-Sender Inseln in einer brutalen Medienökonomie, die reihenweise Redaktionen kippt. Zuletzt bei der "Brigitte", die elf TextredakteurInnen gekündigt hat, darunter die Witwe von Gabriel Grüner, dem "Stern"-Reporter, der 1999 in Kosovo erschossen wurde. "Brigitte" und "Stern" gehören zum selben Verlag. Beim SWR ist dieser Zynismus undenkbar. Nicht weil dort die besseren Menschen säßen, sondern weil er eine Verfassung hat, die nicht den Gesetzen eines Marktradikalismus unterliegt. Öffentlich-rechtlich eben. Ein hohes Gut.
mehr:
- Angst macht unfrei (Kontext, 05.11.2014)

dazu auch:
- Die Welt braucht Wachhunde (Susanne Stiefel, Kontext, 05.11.2014)
Es tut sich was in der deutschen Zeitungslandschaft, jenseits der großen und kleineren Verlage. Krautreporter ist nur das jüngste Beispiel dafür. Es wird wieder über die Wächterfunktion der Presse diskutiert und nicht nur in Endlosschleifen darüber lamentiert, wie schlecht es den Verlagen angeblich geht. Und darüber, was der Gesellschaft guter Journalismus wert ist.
Längst hat sich eine journalistische Parallelgesellschaft gebildet. Lokale Blogs wie Seemoz am Bodensee oder der rheinneckarblog in Mannheim. Regionale Online-Zeitungen wie die Kontext:Wochenzeitung oder die Ruhrbarone. Das investigative Recherchebüro Correctiv in Berlin und seit Neuestem die Krautreporter, die im Oktober mit großem Medienhype gestartet sind: Sie alle greifen Themen auf, die lokal, regional oder national liegen bleiben, weil es den Anzeigenkunden der Verlage nicht gefällt, den Verlegern politisch nicht opportun erscheint oder weil das Geld für aufwendige Hintergrund-Recherchen ihre Gewinne schmälert. "Die Zeiten für Aufbruch und neue journalistische Abenteuer könnten nicht besser sein", schreibt der Correctiv-Mitbegründer und investigative Journalist Daniel Drepper.


Meldungen über angebliche Luftraumverletzungen – Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde

Aufgrund der jüngsten Berichterstattung über die vermeintlich wiederholte Verletzung des Luftraums europäischer Staaten durch russische Kampfflugzeuge legte der Publizist Volker Bräutigam am Montag beim Hörfunkrat von DeutschlandRadio Beschwerde „wegen objektiv falscher, agitatorischer und kriegshetzerischer Ausführungen“ in der Berichterstattung ein, die Hintergrund im Folgenden dokumentiert.
mehr:
- Agitatorisch, kriegshetzerisch (Hintergrund, 06.11.2014)

siehe auch:
Interview mit Volker Bräutigam – Rundfunkbeschwerde gegen NDR  (Jungle Drum Radio, 02.05.2014? Beachte auch die Kommentare!)
- ARD – Neue Programmbeschwerde von Volker Bräutigam über Tagesschau vom 21.11.2014 (Hintergrund, 23.11.2014)
siehe auch:
- Gniffkes Kniffe – von Volker Bräutigam (Sicht vom hochblauen, 08.07.2014)

26 Russische Bömber Flugmanöver über Europa Merkel ist akut nicht besorgt {1:29}


Veröffentlicht am 30.10.2014
Russische Kampfjets und Langstrecken-Bomber lösen bei der Nato Alarm aus: Die Flugzeuge fliegen im internationalen Luftraum über Nord- und Ostsee, dem Schwarzen Meer und dem Atlantik. Weil die Manöver nicht angemeldet sind, ist die Nato beunruhigt und lässt Nato-Kampfjets aufsteigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keinen Grund zur Panik.

Wladimir Putin Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland {15:51}

Veröffentlicht am 27.01.2015

siehe auch:
- Die Taktik des Westens: kontinuierliche Propaganda und kontinuierlicher militärischer und wirtschaftlicher Druck (Post, 23.06.2015)
===============
Seit 2014 hat Bräutigam gemeinsam mit Friedhelm Klinkhammer, dem ehemaligen Vorsitzenden des ver.di-Betriebsverbandes NDR, über hundert Programmbeschwerden beim NDR eingereicht. In ihnen attestieren sie der Berichterstattung „einen Journalismus, der Partei ergreift und Objektivität hinten anstellt“.[8] Die Programmbeschwerden werden auf den deutschsprachigen Internetseiten von RT,dem früheren Russia Today,[9] in einem Online-Flyer der Internetzeitung NRhZ-Online[10] und Internetforen und Blogs veröffentlicht. Der Rundfunkrat wies Bräutigams Beschwerden zurück. [Volker_Bräutigam (Publizist), Rundfunkbeschwerden, Wikipedia, abgerufen am 21.08.2016]
===============
- Fiese Finten der ARD (I) (Volker Bräutigam, Ossietzky, 25/2014)
Fiese Finten der ARD (II) (Volker Bräutigam, Ossietzky, 2/2015)

KenFM im Gespräch mit: Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer {1:50:19}

Veröffentlicht am 05.12.2016
KenFM
Die Tagesschau ist das bekannteste Presseerzeugnis des Nachkriegsdeutschlands. Am 26. Dezember 1952 ging die Sendung zum ersten mal on Air und wurde schnell das, was der VW Käfer auf der Straße wurde. Kult. Die Tagesschau hat später ganze Generationen medial geprägt, denn, was in der Tagesschau gezeigt wurde, war mehr als ein Bericht, es war für die meisten Menschen einfach die Wahrheit. Die Tagesschau hatte damit die Wochenschau der NAZIS dahingehend ersetzt, dass man es schlicht nicht wagte, sie zu hinterfragen.
Dieser über Drill gelernte Respekt blieb Jahrzehntelang bestehen und niemand wäre bei der Tagesschau auf die Idee gekommen, dass es sich bei ihr natürlich auch, oder vor allem, um ein Instrument der Manipulation handelte. Die Tagesschau vermittelte stets ein Weltbild, das dem der westlichen Siegermächte entsprach. Wer um 20 Uhr die Tagesschau einschaltete, eine Art Ritual, das von Millionen über Jahrzehnte verinnerlicht worden war, bekam immer auch die volle Packung US-Propaganda mit verabreicht. Das geschah deutlich subtiler, als bei der BILD-Zeitung, aber gerade die reduzierte Dauerstrahlung war das Erfolgsrezept. Die Tagesschau wurde als unpolitisch wahrgenommen und daher von den allermeisten Zuschauern konsumiert und verinnerlicht. Diese völlig naive Art des Medienkonsums hat die alte BRD geprägt. Radio und Print waren ebenfalls stark überwacht. Bevor ein Presseorgan in der BRD nach 1945 seinen Betrieb aufnehmen konnte, musste es sich von den USA quasi lizenzieren lassen.
Mit der Erfindung des Internets ändert sich das Konsumverhalten der User vollkommen. Statt weniger Medien, die im Gleichschritt berichteten, gab es plötzlich unzählige Quellen, die eine völlig andere Sicht darboten. Der Effekt beim Konsumenten führte zu Zweifeln. Wer hatte jetzt recht, die alten oder die neuen Quellen. Wer sich die Mühe gab und z. B. bei der Tagesschau Gegenrecherchen unternahm, wurde jäh geweckt und erkannte plötzlich den hohen Propagandaanteil der Sendung.
Warum wurden schwer bewaffnete Männer manchmal gemäßigte Rebellen und manchmal schlicht Terroristen genannt? Warum war ein Angriffskrieg manchmal ein barbarischer Akt und dann wieder eine humanitäre Intervention.
Auch in den Reihen der Tagesschau-Macher erkannte man, dass das Level der Gehirnwäsche immer massiver anzog.
Volker Bräutigam, Tagesschau-Redakteur, und Friedhelm Klinkhammer, Jurist beim Haussender der Tagesschau dem NDR, bemerkten diesen „Wandel“ und begannen, Beschwerden an die Chefetage zu schreiben. Inzwischen haben die beiden Ex-Mitarbeiter mehr als 100 solcher Beschwerden verfasst. Warum tun sie das und was ist ihr Motiv, zumal sie bereits im Ruhestand sind?
KenFM hat die beiden Männer geladen. Die einen halten sie für Querulanten, die anderen für Journalisten vom alten Schlag.
Sie haben Rückgrat.
Inhaltsübersicht:
00:04:56 Gewerkschaftliche und politische Aktivitäten während und nach dem Berufsleben
00:11:19 Wie das bürgerliche Parteibuch über Chefposten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entscheidet
00:17:59 „Geistig-moralische Wende“ 1984: Einführung des kommerziellen Rundfunks & Fernsehens lässt Vertrauen in etablierte Medien schrumpfen
00:21:52 Verlust der Glaubwürdigkeit: Die veränderte Rolle des Auslandskorrespondenten in den Medien
00:27:18 Wie das Pentagon mit PR-Mitarbeitern Nachrichtenagenturen infiltriert
00:28:41 Unabhängiger Journalismus braucht sichere Arbeitsbedingungen
00:33:48 Selbstverständnis des Rundfunkbetriebes: Mittel der Programmbeschwerde reicht nicht aus, um ein demokratisches Korrektiv zu bilden
00:36:15 Berichterstattung Ukraine-Konflikt 2014: Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam über Beginn und Motivation ihrer heutigen Aktivitäten
00:49:13 Majestätsbeleidigung - Warum die etablierten Medien ihre Fehler i.d.R. nicht eingestehen
01:02:55 Anti-Russische Propaganda, Halbwahrheiten und Sprachregelungen in der Berichterstattung (Syrien, Ukraine)
01:16:46 Wie wirkungsvoll ist Propaganda heute und wie stark die Kriegsbereitschaft der Deutschen?
01:19:52 Fehlentwicklung in der „Repräsentativen Demokratie“- Wer ist der Souverän im Land?
01:24:25 Gesellschaftliche Zukunftsperspektiven: Entpolitisierung und die Idee einer Mediengerichtsbarkeit
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aktualisiert am 14.09.2017

Fachkräftemangel beim "Islamischen Staat"

Die paradiessüchtigen Märtyrerislamisten müssen mit dem säkularen Leben zurechtkommen 

So lange alles nach vorne geht und ein militärischer Erfolg den anderen jagt, ist für die aggressiven Horden das Leben gesichert, sofern die Einzelnen die Kämpfe überleben. Aber dann müssen die eroberten Territorien verwaltet werden, die Menschen müssen mit den neuen Machthabern leben können, sie müssen von der Unterwerfung profitieren, während auch der wirtschaftliche Alltag weiterlaufen muss.
mehr:
- Fachkräftemangel beim "Islamischen Staat" (Florian Rötzer, 04.11.2014)

Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co

Bürger stimmten für Gentech-Moratorium im County Maui 

Knapp über fünfzig Prozent der Wähler stimmten am Dienstag, 4. November, für einen Anbaustopp von Gentech-Pflanzen im County Maui, Hawaii. Bemerkenswert dabei ist, dass die Initiative zu dem Gesetzesantrag von einer Grassroots-Bewegung ausging und sich durchsetzte. Monsanto und andere Gentech-Befürworter hatten zuvor mit einem enormen PR-Budget versucht, ein Moratorium zu verhindern. 

Wie Telepolis berichtete (Gentech-Moratorium auf Hawaii?), wurde erstmals in der Geschichte von Maui-County ein Gesetzesantrag von Bürgerinnen und Bürgern selbst auf den Weg und zur Abstimmung gebracht. Mit ihrer Forderung eines Moratoriums für den Anbau von Gentech-Pflanzen konnte die Grassroots-Bewegung SHAKA-Movement ausreichend Wähler mobilisieren und am vergangenen Dienstag einen Erfolg verbuchen.
mehr:
- Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co (Brigitte Zarzer, Telepolis, 06.11.2014)

siehe auch:
Genmais? – Nein, nein, nein, ja! Fuck the Bürger! (Post, 20.04.2014) 
- TTIP – Verhandlungen hinter verschlossenen Türen (Post, 23.04.2014)

"Die Menschen sind Teil eines Systems, das von Denkmaschinen gesteuert wird"

Stefan Aust über die Fallstricke moderner Massenkommunikation 

Durch neue Kommunikationsmittel ist die totale Überwachung möglich und der Alptraum George Orwells wahr geworden - mit dem bedeutenden Unterschied allerdings, dass die Überwachung nicht staatlich-restriktiv durchgeführt wird. Stattdessen vollzieht sie sich (zumindest auf den ersten Blick) freiwillig und über den Konsum. Telepolis sprach darüber mit Stefan Aust, der zusammen mit Thomas Ammann das Buch Digitale Diktatur geschrieben hat.
mehr:
- "Die Menschen sind Teil eines Systems, das von Denkmaschinen gesteuert wird" (Reinhard Jellen im Interview mit Stefan Aust, Telepolis, 05.11.2014)

siehe auch:
- Sie wissen alles (Florian Rötzer, Telepolis, 27.10.2014)
Yvonne Hofstetter warnt vor intelligenten Maschinen, die uns zunehmend kontrollieren werden - ein Veranstaltungshinweis 
Yvonne Hofstetter hat in ihrem Buch "Sie wissen alles" den Versuch gemacht, die technischen Entwicklungen vorzustellen, die hinter den Buzzwords von Big Data, Internet der Dinge, Industrie 4.0 und autonomen Maschinen stehen, aber gleichzeitig für eine Diskussion darüber zu werben, wohin die Reise gehen soll: "Intelligente Maschinen, die uns 'optimieren' wollen, greifen in unseren Alltag ein und regeln unsere Zukunft. Unsere Menschenwürde ist akut bedroht und damit unsere demokratische Grundordnung."
- Ich weiß, wo du fährst! (Felix Werdermann, der Freitag, 06.11.2014)
Pkw-Maut Für die Autobahngebühr sollen die Nummernschilder erfasst werden. Damit droht eine gigantische Vorratsdatenspeicherung – obwohl es unbürokratische Alternativen gibt
Bisher war die Pkw-Maut für Ausländer vor allem ein Stück aus dem Koalitionstheater: Die kleine CSU musste ihre Stärke beweisen und deshalb den abwegigen Vorschlag durchbringen, den sie wahlkampftrunken gemacht hatte und dessen Umsetzung sich europarechtlich als so kompliziert erweist, dass man über die Bemühungen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt nur den Kopf schütteln kann. Jetzt aber könnte die Maut zu einem ernsten Problem werden. Alle Autofahrer sollen mit dem Nummernschild erfasst, die Daten 13 Monate lang gespeichert werden. Es droht die Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür.


Komfort macht Gewinner? Wir werden sehen…

Apple Pay sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Bislang fürchten vor allem Finanzdienstleister und Handelskonzerne das Bezahlsystem. Syzygy-Chef Marco Seiler erläutert in einem Gastbeitrag, warum sich Apple Pay auf weitaus mehr Branchen auswirken wird.
Alle Welt redet zurzeit über Apple Pay – allerdings am Thema vorbei. Natürlich haben wir es mit einem revolutionären Bezahlsystem zu tun, und entsprechend sind die Finanzdienstleister mehr als beunruhigt. Was aber viel wichtiger ist: Apple Pay ist Vorbote einer Entwicklung, die die Geschäftsabwicklung in jeder Branche grundlegend ändern wird. Und zwar, wie man so schön sagt, disruptiv.
Mit Apple Pay ist dem Konzern aus Cupertino einmal mehr ein echter Coup gelungen: Ein Bezahlsystem, mit dem man sowohl in Online-Shops als auch in stationären Läden bargeld- und kartenlos einkaufen kann – und das obendrein sehr unkompliziert: Einfach das iPhone vor ein Terminal halten, über den Fingerabdruck bestätigen, und der Kaufbetrag wird überwiesen. Apple Pay kommt, so Apple-Chef Tim Cook, „einem Dolchstoß ins Herz“ des Kreditkartensystems gleich.
mehr:

- Apple Pay und die Folgen – Komfort macht Gewinner (Horizont, 06.11.2014)
mein Kommentar:

Wir werden sehen…

Bild hetzt: „Geigen Sie ihm Ihre Meinung“

Die Bild-Zeitung fordert die Leser auf, dem Gewerkschaftsführer die Meinung zu „geigen“ und veröffentlicht seine Büro-Telefonnummer. Der Focus bringt ein Foto vom Wohnhaus Weselskys und vom Klingelschild, auf dem steht: „Fam. Weselsky“. Es muss diesen Medien ziemlich schlecht gehen, wenn sie zu solchen Mitteln greifen.
mehr:
- Gejagt: Medien veröffentlichen Wohnhaus und Telefon-Nummer von Weselsky (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 06.11.2014)

Mein Kommentar:
Also: Zigtausende einfache BILD-Leser gegen den Gewerkschaftsführer. Mir bleibt die Spucke weg! Es hat – wie eine Atomexplosion oder der Einsturz der Zwillingstürme am 11. September – schon eine perverse Ästhetik, wie Medien Geld damit verdienen, daß sie Menschen aufeinanderhetzen. Wenn man bei youtube nach »dumme Leute«, »Allgemeinwissen« oder »Alphonse« sucht, bekommt man eine Vorstellung davon, wer bei Weselsky anruft und was die Leute über den Streik und den Standpunkt der GDL wissen.

Alfons Griechenland [3:18]

Hochgeladen am 14.12.2010
Alfons Umfrage zum Thema : Griechenland ist pleite


In Rußland wäre das nicht passiert… (muß ich das jetzt als Ironie kennzeichnen?)
einen saftigen Kommentar hat auch der Alte Mann losgelassen:
- Die Größen-BILDsinnigen (altermannblog, 07.11.2014)

Erste Frackingverbote in Volksentscheiden in den USA

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Oettinger und das Urheberrecht

Kommentar „Wenn Google intellektuelle Werte aus der EU bezieht“: Was kann und will der neue EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft?

Seit Günther Oettinger, der neue EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sich im Handelsblatt zum Thema Urheberrecht zu Wort gemeldet hat, wird viel diskutiert und noch mehr orakelt. Geht es jetzt Google an den Kragen? Droht gar ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf europäischer Ebene?

Zugegeben, Oettinger wird sich mit dem Urheberrecht befassen müssen. Als Kommissar ist ihm die Generaldirektion Connect unterstellt, zuständig für „Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien“. Und diese, nicht mehr die Generaldirektion Binnenmarkt, wird in Zukunft für das Thema zuständig sein. Das ist das Ergebnis einer vom neuen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker vorgenommenen Umstrukturierung in den Ressortverantwortlichkeiten. Trotzdem bedeutet es nicht, dass Oettinger jetzt einfach machen kann, was die Verleger gern wollen, und es dann genauso kommt. Aus mehreren Gründen nicht.


mehr:
- Oettinger und das Urheberrecht (Ilja Braun, der Freitag, 05.11.2014)

siehe auch:
- Landgericht Köln: Künstler-Kompanie gewinnt erstes Gefecht (Markus Kompa, Telepolis, 01.11.2014)
- This knocks me from the socks (Post, 12.09.2014)

Christopher Nolans Weltraum-Abenteuer: Der letzte Amerikaner

Abschied vom Individuellen - der beste Science-Fiction seit "Matrix": Christopher Nolans großartiges Weltraum-Abenteuer "Interstellar"

Alles spielt in der Zukunft des 21. Jahrhunderts, genaue Jahreszahlen werden nie genannt. Der Held ist zu Beginn des Films ca. 40 Jahre alt, am Ende 120. Die Rettung der Erde ist keine Option mehr. Aber Christopher Nolan, der Labyrinthenbauer des Gegenwarts-Kinos, hat hier einen Film pro Wissenschaft, pro Aufklärung gedreht, der zugleich durchzogen ist von libertärem Staatsverdacht. Immerhin sind die Roboter sarkastisch und können alles, auch wenn sie aussehen wie ein Kühlschrank aus den späten Sechzigern. So wie einst "2001 - A Space Odyssey" ein Zeitalter der Depression einleitete, könnte dieser Film eine Zeit des Utopischen, eine Wiederkehr der Wissenschafts- und der Zukunftsgläubigkeit einleiten.

Do not go gentle into that good night, all days you should burn and rave at close of day. Rage, rage, against the dying of the light.
Dylan Thomas

Eine lange Reise in die Nacht und der Aufstand des Menschen gegen die ewige Dunkelheit. Das ist ganz wörtlich gemeint in diesem Film, denn in "Interstellar" geht es um eine jahrelange Reise in die unendlichen Weiten unseres Sonnensystems, irgendwohin weit hinter den Ringen des Saturn. Eine Reise durch sogenannte "Wormwholes" und "schwarze Löcher", über gekrümmte Horizonte und fünf Dimensionen. Ein Abenteuer, ein Märchen gewiß.

mehr:
- Der letzte Amerikaner (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 06.11.2014)


INTERSTELLAR | Trailer #3 deutsch german [HD] [2:22]

Veröffentlicht am 05.08.2014
http://youtube.com/vipmagazin | "Interstellar" (Trailer deutsch german) | Filminfos: http://goo.gl/YM3oOm | Kinostart: 06.11.2014
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Offizieller deutscher Kino-Trailer zu dem Film "Interstellar".
Originaltitel: Interstellar
SciFi-Mysteryfilm, USA 2014
Filmverleih: Warner Bros. Pictures
Kinostart (DE): 06.11.2014
Schauspieler/Darsteller: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Wes Bentley, Topher Grace, Michael Caine u.a.
Regisseur: Christopher Nolan
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"Interstellar" basiert auf den Theorien des Physikers Kip Thorne bezüglich Wurmlöchern und Schwerkraftfeldern. Thorne vertritt die Ansicht, dass mittels Wurmlöchern Zeitreisen für Menschen möglich sind. In Christopher Nolans Film "Interstellar" wird diese wissenschaftliche Theorie zur Realität.... mehr: http://goo.gl/YM3oOm
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Alle Angaben ohne Gewähr.
Uploaded with permission of / Property of:
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"INTERSTELLAR" Trailer German Deutsch & Kritik Review | Christopher Nolan 2014 [HD] [11:20]

Veröffentlicht am 29.10.2014
Offizieller HD-Trailer & Kritik Review Deutsch German Movie Film Christopher Nolan 2014

Titel: Interstellar
Originaltitel: Interstellar
Deutscher Kinostart: 06. November 2014
Laufzeit: 169 Minuten
Altersfreigabe: noch nicht bekannt
Im Verleih von Warner Bros.

"INTERSTELLAR" Kritik & Trailer Deutsch German Review | Christopher Nolan 2014 [HD] von Christopher Nolan mit Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Michael Caine, Casey Affleck, Channing Tatum, Matt Damon

Da sich unsere Zeit auf der Erde dem Ende zuneigt, unternimmt ein Forscherteam die wohl wichtigste Mission in der Geschichte der Menschheit: Es reist jenseits dieser Galaxie, um andere Lebensräume im Weltall für die Menschen zu erkunden. Vom gefeierten Filmemacher Christopher Nolan („The Dark Knight“-Filme, „Inception“) kommt „Interstellar“ mit Oscar®-Gewinner Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“), Oscar-Gewinnerin Anne Hathaway („Les Misérables“), Oscar-Kandidatin Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“), Bill Irwin („Rachels Hochzeit“), Oscar-Gewinnerin Ellen Burstyn („Alice lebt hier nicht mehr“) und Oscar-Gewinner Michael Caine („Gottes Werk & Teufels Beitrag“) in den Hauptrollen. Außerdem gehören Wes Bentley, Casey Affleck, David Gyasi, Mackenzie Foy und Topher Grace zum Ensemble. Christopher Nolan inszeniert den Film nach einem Drehbuch von Jonathan Nolan und Christopher Nolan. Emma Thomas, Christopher Nolan und Lynda Obst produzieren „Interstellar“, als Executive Producers sind Jordan Goldberg, Jake Myers, Kip Thorne und Thomas Tull beteiligt. Nolans Kreativteam wird angeführt von Kameramann Hoyte Van Hoytema („Her“), dem Oscar-nominierten Produktionsdesigner Nathan Crowley („The Dark Knight“), dem Oscar-nominierten Cutter Lee Smith („The Dark Knight“) und der Oscar-nominierten Kostümdesignerin Mary Zophres („True Grit – Vergeltung“). Der Soundtrack wurde komponiert von Oscar-Gewinner Hans Zimmer („The Dark Knight“-Trilogie, „Der König der Löwen“). Warner Bros. Pictures und Paramount Pictures präsentieren in Zusammenarbeit mit Legendary Pictures eine Syncopy/Lynda Obst Productions Produktion, einen Film von Christopher Nolan, „Interstellar“.

Trailer: Promotional use only.

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Genrewertung: 10 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 10 von 10 Punkten

Quelle Musik :
Sneaky Snitch: http://incompetech.com
Author: Kevin MacLeod
Song: Cattailas
Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/b...

Der Film in unseren Leitmedien:
- Weltraum-Epos "Interstellar": Willkommen im Wurmloch (SPIEGEL, 07.11.2014)
Was sucht der Mensch im Wurmloch (ZEIT, 06.11.2014)
Jemand müsste mal nachschauen (Süddeutsche, 05.11.2014)
Fliehkraft liebt Schwerkraft (FAZ, 05.11.2014)
Denn unsere Rettung steht in den Sternen (Die Welt, 04.11.2014)
Das Rätsel der Zeit (Tagesspiegel, 06.11.2014)
Interstellar - Filmkritik (Filmjunkies, 06.11.2014)
‘Interstellar’ is a must-see masterpiece (New York Post, 03.11.2014)
Интерстеллар (КиноПоиск, 29.10.2014)
Vorsicht Wurmloch! (Mann.tv, 05.11.2014)
'Interstellar' review (The Verge, 27.10.2014)

Die EU, Steuer-Oasen und schlechte Prognosen

In der Amtszeit von Jean-Claude Juncker als Premier hat die Regierung von Luxemburg offenbar zahlreichen Konzernen geholfen, Steuern in anderen Ländern zu vermeiden. Teilweise haben einzelne Konzerne weniger als ein Prozent Steuern gezahlt.
mehr:
- Lobbyismus – Unter Juncker wurde Luxemburg Steuer-Oase für internationale Konzerne (Deutsche WirtschaftsNachrichten, 06.11.2014)

mein Kommentar:
So war doch das Sparen nicht gemeint, oder?

dazu paßt:
- Schulden-Krise – Steuerschätzer erwarten geringere Steuer-Einnahmen (Deutsche WirtschaftsNachrichten, 06.11.2014)
Die Steuerschätzer erwarten wegen der schlechteren Konjunktur geringere Einnahmen für Bund, Länder und Kommunen. Ob die Löcher durch neue Steuern gestopft werden, ist unklar. Die Bundesregierung will jedenfalls eine höhere Verschuldung vermeiden. 

dazu auch:
- Juncker im Zwielicht Luxemburg: Steuerparadies für Konzerne (Die Freie Welt, 06.11.2014)
Luxemburg bot internationalen Unternehmen Steuersparmodelle an. Heute ermittelt die EU-Kommission. Was wusste seinerzeit Jean-Claude Juncker? Er verspricht: Die Ermittlungen werden nicht behindert.
- Luxemburg-Leaks - Kritik an Junckers Verhalten nimmt zu (Die Freie Welt, 13.11.2014)
Als Finanzminister und Ministerpräsident Luxemburgs gewährte Juncker internationalen Firmen Steuervorteile zu Lasten anderer Länder. Als Kommissionspräsident hat er noch kein echtes Problem erkannt.
International tätige Unternehmen haben in Luxemburg jahrelang hervorragende Möglichkeiten zur Steuervermeidung genossen – zum Vorteil Luxemburgs, zum Nachteil anderer Staaten. In dieser Zeit spielte ein Mann eine besondere Rolle: erst als Finanzminister, dann als Ministerpräsident und jetzt als Präsident der EU-Kommission: Jean-Claude Juncker. Was wusste er? Will er jetzt Klarheit in die Sache bringen? Ist er befangen?


Vor 700 Jahren – 13. Jahrhundert: Polynesier besiedeln Neuseeland

Das Land der langen weißen Wolke 

»Aotearoa« ist in der Sprache der Maori der Name für Neuseeland und bedeutet »das Land der langen weißen Wolke«, denn der Legende nach war eine solche Wolke das Erste, was die Maori bei ihrer Ankunft sahen. Ab dem 13. Jahrhundert kamen die Maori aus Polynesien ins Land. Es ist ungewiss, ob sie sich mit ihren Kanus gezielt Richtung Neuseeland aufmachten oder ob sie per Zufall dort landeten. 
Tauhiao, ein Maorihäuptling, mit typischer
Gesichtstätowierung (Farblithografie, 1887)
Die Maori fanden ein Land vor, das reichlich Raum zum Siedeln bot. Sie lebten in kleinen Familienverbänden zusammen, wie sie es aus ihrer Heimat gewohnt waren. Aus diesen wuchsen kontinuierlich größere Einheiten, welche die Grundstruktur der Maorigesellschaft bildeten. Als die Siedler herausgefunden hatten, welche neuseeländischen Regionen die fruchtbarsten waren, gab es Kämpfe um diese Gebiete. Die Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen und Stämmen zogen sich zum Teil über mehrere Jahrhunderte hin. Es entstand ein Kreislauf aus Gewalt und Rache, denn für die Maori war die Ehre, »mana«, das höchste Gut. 

Was am 6. November noch geschah: 
1932: Bei den Wahlen zum 7. Deutschen Reichstag verliert die NSDAP zwar Stimmen, bleibt aber stärkste Partei. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014

Mittwoch, 5. November 2014

Karl Schmückle, Don Quijote und die ästhetische Aneignung der Welt

Eine editorische Großtat: Schriften des marxistischen Theoretikers Karl Schmückle

Der von Werner Röhr herausgegebene Band »Begegnungen mit Don Quijote« enthält auf seiner letzten Textseite den Satz: »Thomas Manns Feindschaftsworte gegen den Kult des ›Irrationalen‹ sind ebenso im Namen der Zivilisation wie der Kunst und ihrer Zukunft gesprochen.« Die Bemerkung ist in einem Aufsatz enthalten, der in der Zeitschrift Internationale Literatur 1936 in Moskau erschien. Der Autor, Karl Schmückle, würdigte darin unter dem Titel, der nun dem Sammelband einer Auswahl seiner Schriften gegeben wurde, einen Aufsatz Thomas Manns, den dieser im Jahr zuvor veröffentlicht hatte. Vordergründig ging es beiden um eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus an der Macht, tatsächlich greifen beide Autoren weit aus und zurück auf das Werk von Cervantes. Dessen Roman begreifen sie als »Weltbuch und Menschheitsmonument« (Mann), sein Verfasser habe, so Schmückle, »der Kollision zweier Menschheitsepochen« sowohl »erbarmungsloses Weltgelächter« wie auch die »rührende Melodie des Totenlieds« abgewonnen. Schmückle resümiert, der »Don Quijote« zeige, dass »die höchste Schöpferkraft der künstlerischen Imagination« nie aus einem romantischen oder zwiespältigen, romantisch-humanistischen Verhältnis zur Wirklichkeit hervorgehen könne, »sondern nur aus der Welt eines großen Realismus«. Die künstlerische Fähigkeit oder die ästhetische Aneignung der Welt sei eine »Produktionsart sui generis, aber doch eine gesellschaftlich bedingte«.


Die Auszüge aus Schmückles Text mögen andeuten, mit welch weitem Horizont und welcher Klarheit dieser hochgebildete Marxist schrieb. Die Schriften des Bandes zeigen: Schmückle gehörte zu den wichtigsten deutschsprachigen Forschern des Marxismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dennoch war sein Name nur wenigen Spezialisten geläufig.


Nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit: Der deutsche Kommunist wurde am 14. März 1938 in der Sowjetunion nach einer Anklage wegen Spionage erschossen und erst 1958 rehabilitiert. In der DDR und in der Bundesrepublik erschienen einzelne Texte, einen Sammelband hatten Werner Röhr und die inzwischen verstorbene Simone Barck nach ihrer Edition der Arbeiten von Hans Günther (»Der Herren eigner Geist«, 1981) in der DDR geplant, aber – wie Röhr nun schreibt – das Vorhaben »ließ sich damals nicht realisieren«.
mehr:
- Exilliteratur – Vorzüglicher Essayist (Arnold Schölzel, junge Welt, 05.11.2014)

Amnesty International: Israel zeigte ‘kaltschnäuzige Gleichgültigkeit’

Ein neuer Bericht von Amnesty International zieht unangenehme Aufmerksamkeit auf die massive Anzahl von getöteten Zivilisten im Krieg, den Israel im Sommer gegen den Gazastreifen geführt hat, und sagt, dass das israelische Militär angesichts der in dem Konflikt getöteten Zivilisten „kaltschnäuzige Gleichgültigkeit“ gezeigt hat.

Der Amnesty-Bericht behandelte vorrangig acht spezifische Fälle von israelischen Angriffen gegen zivile Wohngebäude, Schläge, welche 104 Zivilisten töteten, darunter 62 Kinder. Amnesty kam zu dem Schluss, dass Israel sich mit den Attacken unverschämt wissentlich über Internationales Recht hinweggesetzt hat.
mehr:
- Kriegsverbrechen: Israel zeigte ‘kaltschnäuzige Gleichgültigkeit’ (Kritisches Netzwerk, 04.11.2014; Quelle: War Crimes: Israel Showed ‘Callous Indifference’ to Gaza Civilian Deaths, Antiwar.com, 04.11.2014)

Ein frühes Opfer des islamistischen Terrors

Vor 10 Jahren ging der Mörder von Theo van Gogh so vor wie heute der IS in Syrien und im Irak 

Der Mann war mit dem Fahrrad unterwegs, als er von einem anderen Fahrradfahrer eingeholt wurde, der auf ihn schoss. Als der Angeschossene verletzt am Boden lag, stieg der andere vom Fahrrad und schnitt seinem Opfer die Kehle durch. Wer hier an den Terror des IS denkt, liegt einerseits falsch und ist doch auf der richtigen Spur. 

Die blutige Szene spielte sich vor 10 Jahren auf offener Straße in Amsterdam ab. Das Opfer war der Schriftsteller und Regisseur Theo van Gogh, der keine Scheu hatte, Religionen und Kulte, die Menschen heilig scheinen, zu verspotten und zu verhöhnen, keine Religion war vor seinem Spott sicher. Nur wenige Tage vor seiner Ermordung erklärte er, dass er nur ein Dorfnarr sei, dem nichts passieren werde.
mehr:
- Ein frühes Opfer des islamistischen Terrors (Telepolis, 05.11.2014)

Korruption in der EU: Beamte lassen EU-Parlament auflaufen

Zwei auf dem Balkan tätige EU-Beamte wollen dem EU-Parlament keine Auskunft über die Korruptions-Vorwürfe gegen die Rechtsstaatlichkeits-Mission der EU im Kosovo geben. Deshalb fordern EU-Abgeordnete die Einsetzung von unabhängigen Prüfern. Die ins Visier geratenen Beamten hatten den Abgeordneten keine einzige Frage hinreichend beantwortet.
mehr:
- Korruption in der EU: Beamte lassen EU-Parlament auflaufen (Deutsch-Türkische Nachrichten, 05.11.2014)

Um was geht es? – Die Systemfrage

Viele meiner Patienten suchen nach Antworten, für die Sie keine Fragen stellen. (BabaRampuri – Ohne Frage keine Antwort, Post, 22.10.2013) Viele haben noch nicht einmal eine Sprache, mit der sie die Fragen formulieren könnten. (Ich nehme an, das macht wesentlich den Erfolg esoterischer Literatur aus.)
Wir glauben seit Jahrzehnten, es gehe um Demokratie. Vielleicht geht es nicht um Demokratie. Vielleicht geht es um eine Systemsuche, die Suche nach einem System, in welchem Oligarchen gebändigt werden können, in dem Seilschaften nur begrenzte Macht ausüben können, in dem Gesetze wirklich für alle gelten und in dem Organisationen in ihrem Wachstum so kontrolliert werden, daß sie nicht mehr »too big to fail sind«. Vielleicht geht das aber auch gar nicht…

Zu Beginn der Ukraine-Krise habe ich einen Post über die Verwendung von Sprache geschrieben:
Der Ukraine-Konflikt 2 – Über unterschiedliche Meßlatten und die Verwendung von Sprache am Beispiel der Homosexuellen-Gesetzgebung in Deutschland und des israelisch-palästinensischen Konflikts (21.03.14, zuletzt aktualisiert am 03.09.2014)
Folgender Artikel ist meiner Meinung nach ein Paradebeispiel für die Verwendung von Sprache als Mittel zur Gewinnung einer Deutungshoheit. Er bezieht sich auf den unglückseligen George Soros, den ich in einem Post in den vergangenen Tagen 
- ISIS und wir: menschenverachtende Barbaren gegen degenerierte Weicheier (30.10.2014)
zu den wirklichen Geiern gezählt habe.
Dieser Soros ist imstande, die Realität auf eine bestimmte Art und Weise zu beschreiben: die Annexion der Krim als Krieg Putins gegen die europäische Demokratie:
- Putins Krieg gegen die Demokratie (Cicero, 05.11.2014)
Kolumne: Leicht gesagt. Die Ukraine-Krise stellt Europa vor die Wahl: Will es einen zufriedenen Putin oder eine freie Ukraine? Der US-amerikanische Investor George Soros fordert massive finanzielle Hilfe für die Ukraine durch die EU. Denn: Putin führe nicht nur Krieg gegen die Ukraine, sondern gegen die Demokratie

Es sagt sich so leicht, der Ukraine-Konflikt müsse friedlich gelöst werden. Doch Frieden mit wem? Und gegen wen? Wollen wir lieber ein zufriedenes Russland oder eine freie Ukraine? Das ist im Kern die Frage.

Aber angesichts der festgefahrenen Ukraine-Krise sollten wir uns schon fragen: Wie weit darf der Friedenswunsch mit Moskau das Handeln Deutschlands diktieren? Kaum jemand redet noch von der annektierten Krim. Im Grunde denken doch viele: Da wuchs zusammen, was zusammengehört. Und wer denkt noch ernsthaft an den mysteriösen Absturz des malaysischen Flugzeugs?


mein Kommentar:
Aha, das ist also die Frage: Wollen wir einen zufriedenen Putin oder eine freie Ukraine?
Die Frage lautet nicht: Wollen wir uns dem US-amerikanischen militärisch-industriellen Komplex unterwerfen und uns der Fahne von »Freiheit und Demokratie« zum Büttel eines imperialen Streits machen lassen? 
Es ist beeindruckend, wie jemand wie Soros, den ich zur Oberschicht der internationalen Finanzmafia zähle, seinerseits behauptet, Putin habe einen Mafia-Staat geschaffen.

Jeder, der sich die Geschichte Rußlands von Gorbatschow bis heute ansieht, kann sich seine eigene Meinung dazu bilden…

siehe dazu auch:
- „Kein besseres Modell als die liberale Demokratie“ (Interview mit Francis Fukuyama, Cicero, 03.11.2014)

Rezension: „Die Eroberung Europas durch die USA“ – Wolfgang Bittners faktenreiches Buch gibt Aufschluss über die Ukraine-Krise

Nach mehr als zwei Jahrzehnten friedlicher Nachbarschaft und wirtschaftlicher Kooperation durchzieht Europa wieder ein Eiserner Vorhang, verursacht durch die Krise in der Ukraine, wo inzwischen Bürgerkrieg herrscht. Wie kam es dazu? Wolfgang Bittner zeichnet minutiös die Entwicklung der letzten Monate nach und gibt Aufschluss über die verhängnisvolle Einflussnahme der USA und der EU auf die Destabilisierung des Landes. Er beschreibt, wie die Ukraine, „als Brückenland von großer geostrategischer Bedeutung sowie als Wirtschaftsraum und Tor zu Russlands Ressourcen“ über Jahre hinweg systematisch durch subversive Kräfte zu dem wurde, was sie gegenwärtig ist: Kriegsschauplatz und Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen einer „westlichen Allianz“ und Russland.
mehr:
- Rezension: „Die Eroberung Europas durch die USA“ – Wolfgang Bittners faktenreiches Buch gibt Aufschluss über die Ukraine-Krise (NachDenkSeiten, 05.11.2014)


Heute vor 600 Jahren – 5. November 1414: Eröffnung des Konzils von Konstanz

Habemus papam: Martin V. 

Seit 1378 war die katholische Kirche gespalten: Infolge einer Doppelwahl regierte sowohl in Rom als auch in Avignon ein Papst. Als 1409 in Pisa sogar ein weiterer Gegenpapst und damit ein drittes Kirchenoberhaupt gewählt wurde, rief der in Pisa residierende Papst Johannes XXIII. auf Initiative von König Sigismund (1368-1437; seit 1410 römisch-deutscher König) ein Konzil nach Konstanz ein. Dort sollten die Spaltung der Kirche (Abendländisches Schisma) aufgehoben, Kirchenreformen eingeleitet und Ketzerei bekämpft werden. 
Kardinäle verlassen nach der Papstwahl
das Konklave im Konstanzer Konzilsgebäude,
November 1417
Das Konstanzer Konzil wurde heute vor 600 Jahren, am 5. November 1414, durch Johannes XXIII. eröffnet und tagte bis April 1418. Erst drei Jahre nach der Eröffnung, nachdem das Konzil die drei amtierenden Päpste abgesetzt hatte, fand die Papstwahl statt. Am Konklave im noch heute existierenden Konstanzer Konzilsgebäude waren 56 Kardinäle beteiligt. Sie wählten im November 1417 den Italiener Oddo Colonna, der bis zu seinem Tod 1431 als Martin V. an der Spitze der Kirche stand. Damit war das Abendländische Schisma nach 39 Jahren überwunden. 

Jan Hus (um 1369-1415) [Wikipedia-Link]
▪︎ Theologe und Reformator 
▪︎ wurde unter Zusicherung freien Geleits nach Konstanz gelockt 
▪︎ dort als Ketzer zum Tode verurteilt 
▪︎ starb 1415 vor den Toren der Stadt den Feuertod 
▪︎ Bewegung der Hussiten geht auf ihn zurück 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014
siehe auch:
- Konstanzer Konzil 1414-1418 – Ausstellung in Konstanz (Badisches Landesmuseum, Karlsruhe)

Dienstag, 4. November 2014

Generation Off

Bald werden wir alle mit Smartwatches, Datenbrillen oder gar implantierten Chips herumlaufen, jede Sekunde und jeder Schritt unseres Lebens wird in den Clouds der IT-Riesen gespeichert, alles Konsumierbare, vom personalisierten Turnschuh bis zur Pizza aus dem 3D-Drucker, wird irgendwie auch digital sein. Unsere Autos werden ferngesteuert durch die Gegend düsen, Wahlen werden im Netz abgehalten, der Job im Coworking Space via Internetleitung erledigt, und den Sexpartner fürs Wochenende tindern wir uns einfach am Smartphone herbei. Doch derzeit häufen sich die Anzeichen, dass der Höhepunkt der Digitalisierung bald erreicht sein wird und sich die Technologisierung der Gesellschaft auf ein erträgliches Maß einpendeln könnte.
Die Zukunft scheint digital vorgezeichnet, unausweichlich wirkt die komplette Digitalisierung der Welt. Das Analoge ist zum Sterben verurteilt, während “Big Data Brother” uns das Morgen berechnet und alles in dafür notwendige Bahnen lenkt, von der grünen Ampel bis zur Todesurkunde. Angeblich gehören Plus-30-Jährige wie ich zu den letzten Menschen, die noch analog, mit Musikkassetten und VHS-Rekorder aufgewachsen sind, alle anderen nach uns werden für immer auf den Servern von Google und Facebook verewigt. Die einen finden das praktisch und machen freiwillig mit, den anderen schwant eine Dystopie irgendwo zwischen “1984” und “Minority Report”, doch kaum jemand fragt sich: Was, wenn das alles doch nicht so kommt?
mehr:
- Generation Off (paroli, 26.06.2014)

Drohnen über AKWs: Unbekannte Hintermänner

Mehrfach drangen Minidrohnen in den letzten Wochen in die Sicherheitszone französischer AKWs ein; Kernkraftgegner sind beunruhigt, die Regierung sorgt sich um den Ruf der Sicherheit der Nuklearanlagen
Bereits im Oktober wurde gemeldet, dass Mini-Drohnen französische Atomkraftwerke in einem unerlaubten Bereich überflogen. Die Angelegenheit wurde als rätselhaft eingestuft, vom Innenministerium und der EDF gabe es nur knappe Statements, die auf die Sicherheit der Anlagen verwiesen und darauf, dass von den Mini-Drohnen, die leicht zu erwerben sind, keine Gefahr ausgehe. Am Wochenende wurden neue Drohnenflüge über fünf AKWs bekannt. Das Innenministerium gab wie die EDF bislang keinen neuen Kommentar dazu ab, aber Unweltministerin Ségolène Royal meldete sich zu Wort.
Zuvor hatte Yannick Rousselet von Greenpeace Frankreich in einem Kommuniqué darauf verwiesen, dass das Ausmaß der Operationen und die Mittel, die eingesetzt würden, "mehr und mehr beunruhigend seien". Das Innenministerium müssen endlich Genaueres dazu mitteilen und das Schweigen beenden, forderte er. Es solle damit aufhören, das Risiko herunterzuspielen.


mehr:
- Drohnen über AKWs: Unbekannte Hintermänner (Thomas Pany, Telepolis, 03.11.2014)

siehe dazu auch den letzten Absatz in
- Kernkraft, Risiken und die Sprache (Post, 16.03.2011):
Schon 1985 konnte sich Peter F. Bringmann (bekannt durch »Theo gegen den Rest der Welt«) einen terroristischen Anschlag auf ein AKW vorstellen: über seinen ausgezeichneten (und 1987 nur ein einziges Mal ausgestrahlten – siehe dazu den SPIEGEL-Link) Fernseh-Zweiteiler »Gambit« (Darsteller u.a. Heinz Bennent, Peter Berling, Despina Pajanou, Dominic Raacke, Rolf Zacher und Hans Zander; Rezensionen bei Amazon; SPIEGEL-Link: Der GAU und das Mädchen) läßt sich im Internet fast nichts finden.