Montag, 21. Oktober 2019

Pressefreiheit: Geschwärzte Titelseiten, Staatsgeheimnisse und seltsame Todesfälle

In Australien haben Medienhäuser für mehr Pressefreiheit protestiert. Gegen mehrere Journalisten wird wegen der Veröffentlichung geheimer Informationen ermittelt.

Mit weitgehend geschwärzten Titelseiten haben Zeitungen in Australien eine Beschneidung der Pressefreiheit durch die Regierung angeprangert. In großen Tageszeitungen wie The Australian, The Sydney Morning Herald und The Daily Telegraph verdeckten schwarze Balken Text und Fotos. Die Zeitungen stellten die Frage: "Wenn die Regierung die Wahrheit verschweigt, was vertuscht sie?" Die koordinierte Aktion stand unter dem Motto "Your Right to Know" ("Ihr Recht, zu wissen"), insgesamt beteiligten sich 19 Zeitungen und Journalistenverbände.

Hintergrund sind Polizeidurchsuchungen beim öffentlich-rechtlichen Sender ABC und in der Wohnung einer Zeitungsjournalistin im Juni. In beiden Fällen ermittelt die Polizei wegen der Veröffentlichung geheimer Informationen aus Regierungs- und Sicherheitskreisen. Gegen einen ehemaligen Anwalt der Armee ist in dem Fall bereits ein Strafverfahren eingeleitet worden, etlichen Journalisten droht dies ebenfalls.

Der Sender ABC hatte 2017 Regierungsdokumente erhalten, die belegen sollen, dass australische Sondereinsatzkräfte in Afghanistan Zivilisten töteten. Die Zeitungsjournalistin wiederum hatte über Versuche der Behörden berichtet, die heimische Kommunikation von Australiern umfassend ausspionieren zu dürfen. Die Ermittlungen gegen die Journalisten basieren auf strikten Gesetzen zum Schutz der nationalen Sicherheit. Australische Medien sehen in ihnen jedoch eine Einschüchterung der Presse sowie eine Einschränkung der Pressefreiheit, weil Journalistinnen und Journalisten wegen der Veröffentlichung geheimer Informationen strafrechtliche Konsequenzen befürchten müssen.

mehr:
Australische Zeitungen erscheinen mit geschwärzten Titelseiten (ZON, 21.10.2019)
siehe auch:
Julian Assange beklagt unfaires Verfahren (Harald Neuber, Telepolis, 21.10.2019)
Warum Australiens Zeitungen ihre Titelseiten schwärzen (Welt, 21.10.2019)
WikiLeaks-Gründer Assange hinterlässt vor Gericht verwirrten Eindruck (SPON, 21.10.2019)
Protestaktion "Your Right to Know" Warum Australiens Zeitungen heute ihre Titelseiten schwärzen (SPON, 21.10.2019)
Australische Tageszeitungen schwärzen ihre Titelseiten (Welt, 21.10.2019)
Protest für mehr Pressefreiheit : Australische Zeitungen erscheinen mit geschwärzten Titelseiten (SZ, 21.10.2019)
Assange wird fertiggemacht… (SZ, 05.09.2019)
Die Verbannung der Wahrheit (SZ, 24.01.2019)


Obwohl die Anti-Geheimhaltungsorganisation diesbezüglich keine besonderen Anklagen erhebt, werfen diese Informationen neue besorgniserregende Fragen zum Autounfall auf, bei dem der Journalist Michael Hastings im Juni 2013 getötet wurde.[…]

Zum Zeitpunkt seines Todes untersuchte Hastings eine weitere wichtige Persönlichkeit im Militär- und Geheimdienstapparat der Obama-Regierung, den damaligen CIA-Direktor John Brennan. Zu diesem Zeitpunkt erklärte die Polizei, dass es sich nicht um ein „Foulspiel“ handele. Vor dem Unfall hatte Hastings jedoch seinen Kollegen mitgeteilt, dass er unter staatlicher Überwachung stehe. Er vermutete auch, dass sein eigenes Fahrzeug manipuliert worden war, nachdem er einen Nachbarn gebeten hatte, ihm ein Auto zu leihen.[…]

Aus den WikiLeaks-Dokumenten geht hervor, dass Hastings 'Verdacht auf sein Fahrzeug durchaus berechtigt gewesen sein könnte. Die Sitzungsnotizen vom Oktober 2014 zeigen, dass die CIA über eine Abteilung namens Embedded Development Branch verfügt, in der „potenzielle Missionsbereiche“ wie Software und Netzwerkgeräte als Ziele für Hacking aufgeführt sind. Eines der aufgelisteten Ziele sind "Fahrzeugsysteme (z. B. VSEP)", die sich wahrscheinlich auf die eingebetteten Computersysteme beziehen, die beim Betrieb moderner Autos eine wichtige Rolle spielen (obwohl das Akronym nicht ausgesprochen wird).[…]

Weitergehend wäre es der CIA anscheinend auch möglich, ein Auto (oder eine Fabrik oder einen Zug) anzugreifen und es so aussehen zu lassen, als ob ein anderes Land es getan hätte. Teil der WikiLeaks-Enthüllungen ist ein Programm namens „Umbrage“, eine Bibliothek von Cyberattack-Techniken, die in anderen Ländern, einschließlich Russland, entwickelt wurden. Wenn eine dieser Methoden zum Angriff auf eingebettete Systeme entwickelt wurde oder wenn die CIA den Eindruck erwecken kann, dass ihr Code in einem anderen Land entwickelt wurde, könnte dies der Fall sein, wenn ein Journalist, der die CIA untersucht, das nächste Mal bei einem Autounfall stirbt war der "Chinese" oder die "Russen", die es taten.
[Bryan Dyne, WikiLeaks revelations raise new questions about the death of journalist Michael Hastings, World Socialist Website, 09.03.2017 – Google-Übersetzer]
==========
Nach dem Unfall von Hastings traten Spekulationen auf, der Autounfall sei gezielt herbeigeführt worden. Da Hastings im Februar 2012 ein hoch brisantes Dokument des United States Department of Homeland Security veröffentlichte, welches zeigt, wie die US-Regierung die Demonstranten der Occupy Wall StreetBewegung überwacht und Einfluss nimmt[22] und Hastings unter anderem an einer Veröffentlichung über den CIA-Direktor John O. Brennan arbeitete, wurde seine journalistische Arbeit als Gefährdung nachrichtendienstlicher Interessen gesehen und eine Verstrickung von Geheimdiensten in seinen Tod vermutet.[23]
Das erscheint auch deshalb nicht abwegig, weil der Ex-NSA und CIA-Chef, General Michael V. Hayden laut Süddeutscher Zeitung sagte: „Ja, wir nutzen gezielte Tötungen und ich hoffe, dass die Fähigkeiten der NSA dabei in vollem Umfang genutzt werden“[24][25] Solche gezielte Tötung ("Targeted Killing") hatten öffentlich auch US-Vize-Präsident Joe BidenSarah PalinMike HuckabeeGordon Liddy und diverse weitere Personen direkt oder indirekt für Julian Assange gefordert und (Ex-)Whistleblower wie Daniel Ellsberg hatten davor gewarnt.[26]
Wie ehemals in der Operation Mockingbird oder wie von Hastings aktuell in Sachen Occupy Wall Street publiziert wurde,[22] werden das FBI (und z. T. auch andere US-Geheimdienste) angewiesen, gegen US-Bürger vorzugehen, wenn sie zum Beispiel Whistleblowern und Menschenrechts-Schützern wie Edward Snowden oder Thomas Drake (auch nur indirekt) Unterstützung bieten[27][28] (s. auch unter Lavabit). So berichtet es der regierungskritische ehemalige Polizist Allen Duncan (damals New Jersey) bereits 2001 im WDR. Duncan: „Im Moment wird in unserem Land gegen jede Kritik und abweichende Meinung hart durchgegriffen. Eine ganze Reihe von Leuten mit Internetseiten wurden vom Geheimdienst belästigt für Sachen, die sie geschrieben hatten. Ihre Websites wurden geschlossen, ihre Wohnungen durchsucht. Ich wurde gewarnt, dass ich beobachtet würde und mich in Gefahr begeben könnte.“[29] Die Vorfälle scheinen durch die neue Behörde United States Cyber Command (Die Planungspunkte siehe unter U. S. Department of Defense Strategy for Operating in Cyberspace) und den Ausbau der National Security Agency (NSA) weiter vorangetrieben zu werden.
Betreffend Hastings sagte der langjährige US-Sicherheitskoordinator Richard Clarke in der Huffington Post: „meine Regel war es immer, man gibt eine Verschwörungstheorie erst auf, wenn wirklich bewiesen ist, dass sie nicht stimmt. Und im Fall von Michael Hastings legen die öffentlich verfügbaren Informationen einen Cyber-Angriff auf das Auto nahe.“[10][30] Am 18. Juni 2013 schürte ein Tweet von Wikileaksweitere Diskussionen: „Bei Michael Hastings’ Tod gibt es sehr ernst zu nehmende, nicht-öffentliche Verstrickungen. Mehr Details später.“ Wikileaks gaben dann bekannt, dass Hastings auch Wikileaks-Anwältin Jennifer Robinson kontaktiert hatte, um ihr mitzuteilen, dass er vom FBI überwacht werde. Und auch Buzz-Feed Chef-Redakteur Ben Smith bestätigte, dass Hastings, kurz bevor er starb, besorgt gewesen sei, unter der Beobachtung des FBI zu stehen. Selbst das Dementi des FBI, in solchen Fällen unüblich, nährte die Spekulationen. Das Nachrichtenmagazin des Senders CBS „Inside Edition“ berichte in „Tragischer Unfall oder Mord?“ über die verschiedenen Verschwörungstheorien.[31]
Hastings Unfall war im Juli 2014 für den NDR-Reporter Klaus Scherer und den Filmemacher Rudolph Herzog Anlass, der Fragen nachzugehen ob der Bordcomputer von Hastings Mercedes gehackt und ferngesteuert worden sein könnte.[32][4] 
[Michael Hastings (Journalist), Mögliche Hintergründe und Spekulationen zu seinem Tod, Wikipedia, abgerufen am 23.10.2019 – Hervorhebung von mir] 
==========

- Der CIA-Folterreport (SZ, 18.12.2014)
27 000 PR-Berater polieren Image der USA (Post, 12.02.2009)

Who Killed Michael Hastings? {9:14 – Start bei 3:54 »Was hat Michael Hastings zur Zeit seines Todes recherchiert?«}

Thom Hartmann Program
Am 29.10.2013 veröffentlicht 
Thom Hartmann talks with Carl Gibson, Investigative Journalist - Occupy.com
Website: www.occupy.com, about the mysterious death of reporter Michael Hastings.
If you liked this clip of The Thom Hartmann Program, please do us a big favor and share it with your friends... and hit that "like" button!
http://www.thomhartmann.com

==========
Gary Stephen Webb (* 31. August 1955 in CoronaKalifornien; † 10. Dezember 2004 in Sacramento, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Investigativjournalist und ein Gewinner des Pulitzer-Preises. Webb wurde vor allem durch seine Artikelserie Dark Alliancebekannt, in der er 1996 Verbindungen des US-amerikanischen Auslandsgeheimdiensts CIA zum organisierten Drogenhandel beschrieb. Infolge der scharfen Kritik großer US-Zeitungen an der umfangreich dokumentierten Artikelserie verlor er seinen Job und konnte beruflich nie wieder Fuß fassen. 2004 beging Webb laut Untersuchungsergebnis des zuständigen Coroners Suizid. Die Tatsache, dass er durch zwei Schüsse in den Kopf starb, ist seither vielfacher Anlass für Verschwörungstheorien. […] 

Die Serie traf auf große Resonanz, die Internetseite der Zeitung verzeichnete in der Hochphase 1,3 Millionen Besucher pro Tag. Die Enthüllungen lösten einen Aufruhr in der Black Community aus, da vor allem die Afro-Amerikaner Opfer der durch den Zustrom von billigem Kokain nach Kalifornien ausgelösten Crack-Welle der 1980er Jahre waren. Auf dem Höhepunkt des Aufruhrs der öffentlichen Meinung sah sich der damalige CIA-Chef John Deutch bei einer öffentlichen Veranstaltung in Los Angeles einer aufgebrachten Menge gegenüber, die er nur durch das Versprechen einer offiziellen Untersuchung besänftigen konnte. Auf der Veranstaltung trat auch Michael C. Ruppert auf, ein ehemaliger Drogenfahnder des Los Angeles Police Department. Er konfrontierte Deutch mit dem Vorwurf, dass die CIA auch dafür gesorgt habe, dass die Polizei die Verteilung des Kokains in den Innenstädten nicht behindere. Insbesondere sei er selber Ende der 1970er Jahre von der CIA kontaktiert worden, um bei der Vertuschung von Drogenaktivitäten mitzuwirken. Er nannte dabei drei entsprechende verdeckte Operationen der CIA: Amadeus, Pegasus und Watchtower.[3]
Hauptthesen von Webb in den Dark-Alliance-Artikeln
Die Dark-Alliance-Serie bestand aus an drei aufeinanderfolgenden Tagen publizierten Artikeln mit zusammen rund 20.000 Wörtern (siehe Weblinks).[4]
  • Die von der CIA organisierten Contras hatten tatsächlich Kokain verkauft, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Diese Behauptung hatten die großen Medien und die CIA heftig bestritten, seit Journalisten Mitte der 1980er Jahre (siehe Weblinks) erstmals über den Drogenhandel der Contras berichtet hatten.
  • Die Contras hatten in den Ghettos von Los Angeles Kokain verkauft, und ihr wichtigster Kunde war der größte Crack-Dealer von Los Angeles gewesen. 
  • Elemente in der US-Regierung wussten damals über die Aktivitäten des Drogenrings Bescheid und unternahmen wenig oder nichts, um ihnen ein Ende zu setzen.
  • Der Drogenring spielte bei Entstehung und Aufrechterhaltung des ersten großen auf Crack basierenden Kokainmarkts in den USA eine zentrale Rolle.
  • Die ursprünglich auf Los Angeles beschränkten Banden Crips und Bloods konnten mittels ihrer Gewinne aus dem Crack-Verkauf auch in anderen Städten Fuß fassen und den Crack-Missbrauch auch dort in den Vierteln der Schwarzen verbreiten, so dass aus einem schweren regionalen Problem ein schweres nationales Problem wurde.
Webb warf der CIA dabei keinesfalls vor, dass sie die Vorgänge gezielt oder im Sinne einer Verschwörung gegen die schwarze Bevölkerung der USA gefördert hätte, wie ihm viele Kritiker entgegenhielten. Vielmehr bewertete er das Geschehen folgendermaßen: Eine dumme Idee hatte dank dummer politischer Entscheidungen und verheerendem historischen Timing zur Katastrophe geführt.(Zensor USA, S. 252)
[Gary Webb (Journalist), Dark AllianceWikipedia, abgerufen am 23.10.2019 – Hervorhebung von mir]
==========

Geheime Befugnisse: Ausnahmezustand 9/11 - Dirk Pohlmann (Teil 2) | ExoMagazin {13:42 – Start bei 11:43 – Pohlmann über DeFazio-Nachfrage: »Das geht Dich nichts an.«}

ExoMagazinTV
Am 03.08.2018 veröffentlicht 
Seit dem 11. September 2001 operiert die US-Regierung im "Continuity of Government"-Modus - ein Ende des Ausnahmezustands ist nicht in Sicht.
Der investigative Journalist und Filmemacher Dirk Pohlmann deckt im zweiten Teil seines Vortrags auf, wie und von welchen Akteuren der in den USA ausgerufene Ausnahmezustand unter großer Geheimhaltung vorbereitet wurde. Patriot Act, Total Information Awareness, extralegale Hinrichtungen, Geheimgefängnisse der CIA – sie dienen nicht nur der zeitweiligen Verfolgung von Terrorverdächtigen, sondern wurden für einen langen Zeitraum eingerichtet, dessen Ende nicht abzusehen ist.
►►Den gesamten Beitrag hier anschauen: http://bit.ly/2AzYdNH

Kill The Messenger - Offizieller Trailer [2K] [UHD] (Deutsch/German) {2:03 – Start bei 1:33}

2K Trailer
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
2K-Trailer abonnieren: ► http://ytb.li/2KTrailer ✔
Stream or buy ► http://2k.fty.li/buy
Kill The Messenger:
1996 veröffentlicht Webb die Artikelserie „Dark Alliance“. Daran belegt er an Hand zahlreicher Dokumente, dass die CIA in den 1980er Jahren nicaraguanische Contra-Rebellen Kokain in die USA schmuggeln ließ. Damit wollten die Rebellen den Guerillakrieg gegen die Sandinisten finanzieren. Die Resonanz der Enthüllung ist gigantisch, stößt mit zunehmender Zeit aber auf immer mehr Kritik. Dies kostet Webb sogar seinen Job. Für 2005 kündigt der Journalist einen Dokumentarfilm und ein Buch mit neuen Enthüllungen an. Doch dazu kommt es nicht mehr: Gary Webb wird am 10. Dezember 2004 mit zwei Kopfschüssen Tod in seiner Wohnung aufgefunden. Noch vor Ende der Untersuchungen entscheidet der zuständige Richter auf Selbstmord.
Regie: Michael Cuesta
Cast: Jeremy Renner, Mary Elizabeth Winstead, Michael Sheen

==========
Adler Berriman „Barry“ Seal (* 16. Juli 1939 in Baton RougeLouisiana; † 19. Februar 1986 in Baton Rouge, Louisiana) war ein Drogenschmuggler und DEA-Informant, der große Mengen Kokain in die USA flog. Er gilt als einer der erfolgreichsten Drogenschmuggler in der Geschichte. Der Straßenverkaufswert der von ihm eingeführten Drogen wird von Behörden auf drei bis fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. […]
Auf einem der von Seal gelieferten Fotos waren neben sandinistischen Soldaten, die Kokain in ein Flugzeug verluden, auch Pablo Escobar und andere Mitglieder des Medellin-Kartells zu sehen. Nachdem das Foto öffentlich gemacht worden war, wurde Seal durch einen Zeitungsartikel als Informant enttarnt. Daraufhin stellte er seine weiteren Aktivitäten ein. Am 19. Februar 1986 wurde er auf offener Straße von einem kolumbianischen Killerkommando erschossen.
[Barry Seal (Drogenschmuggler)Wikipedia, abgerufen am 23.10.2019 – Hervorhebung von mir]
==========

siehe dazu auch:
- Verschwörungstheorien #3: Iran-Contra Affäre - mit Claire Schieffer und Dirk Pohlmann (Post, 06.06.2018 – Start bei 7:32 – 1973/74: Barry Seal’s Deal mit der DEA)
Narcos | Barry Seal | American Dope {18:02}

Al Profit
Am 06.01.2019 veröffentlicht 
Subscribe: http://bit.ly/2qtkeWE
Buy Al Profit Documentaries: http://www.AmericanDope.com
https://www.Instagram.com/alprofit
https://www.Instagram.com/americandop...
Merch: http://Www.AmericanDope.com
American Dope Podcast:
Itunes: https://apple.co/2EHxlgQ
Spotify: https://spoti.fi/2ytebpq
Stitcher: http://bit.ly/2AoAyxs
Barry Seal is a major figure in the history of the underground economy during the 70's and 80's. He smuggled huge loads for the Medellin Cartel and, at times, worked as a CIA operative. His secret photos of Pablo Escobar and Communist officials loading up one of his planes with product was so important that Ronald Reagan showed them live on national TV. This is a long form excerpt from the forthcoming "Kokaine Kondor"
-~-~~-~~~-~~-~-
Please watch: "Original Black Mafia Chronicles part 1 - Motown Mafia"
https://www.youtube.com/watch?v=8OkQD...

Sonntag, 20. Oktober 2019

Von der Heartland-Theorie über Brzezinski zur nahen Zukunft

Europa-Russland-Politik – Willy Wimmer und Wolfgang Bittner bei den BUCHKOMPLIZEN {47:23}

KenFM
Am 20.10.2019 veröffentlicht 
Ist der Kalte Krieg zurück oder nie beendet worden?
Deutsch-Russische Freundschaft? Oder doch eher Feindschaft? Wie steht es um das deutsch-russische Verhältnis heute? Und was sind die Ursachen für die bestehende Kalte-Krieger-Stimmung, die wir doch längst überwunden zu haben glaubten? Eingebettet in den historischen Kontext, der bis zu den Versailler Verträgen zurückreicht, ergibt sich ein schlüssiges Bild für die heutigen Verhältnisse. Die Herzland-Theorie von Mackinder kann als Ziel geopolitischer imperialer Bestrebungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute erkannt werden.
Der ehemalige Staatssekretär der Verteidigung, Willy Wimmer, und der Jurist und Autor des Buches „Der Neue West-Ost-Konflikt“, Wolfgang Bittner, widmen sich diesen und weiteren wichtigen Fragen auf der Frankfurter Buchmesse 2019.
+++
Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier:
https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

==========
Die Heartland-Theorie ist eine geopolitische und -strategische Theorie des britischen Geographen Halford Mackinder. In seinem Aufsatz „The geographical pivot of history“ (1904)[1], zunächst der Royal Geographical Society vorgelegt, später als Teil seines Werkes „Democratic Ideals and Reality“ veröffentlicht[2], formulierte er diese Theorie zur Warnung an seine Landsleute. Er setzte sich mit der Bedeutung von Geographie, Technik, Wirtschaft, Industrie sowie Rohstoff- und Bevölkerungsressourcen für eine vergleichende Bewertung von Landmacht und Seemachtauseinander. Nach dem Ersten Weltkrieg aktualisierte er seine Theorie unter dem Eindruck des Krieges. Sein Heartland-Konzept ist „die wohl bedeutsamste Idee in der Geschichte der Geopolitik.“[3]
[Heartland-Theorie, Wikipedia, abgerufen am 20.10.2019]
==========
Wie in anderen orthodoxen geopolitischen Theorien legte Mackinder seiner Theorie ein materialistisch geprägtes Menschenbild zugrunde, in dem Menschen im Rahmen ihrer Bedürfnisse nach Sicherheit und Wohlstand miteinander im Wettbewerb um Territorium und Ressourcen stehen. In diesem Zusammenhang sah er sich und das britische Weltreich am Ende eines kolumbianischen Zeitalters (Columbian era), das von der Wiederentdeckung des amerikanischen Kontinents für Europa durch Christoph Kolumbus an von der relativen Dominanz der Seemacht über die Landmacht geprägt gewesen sei.[4]
Im Gegensatz zu der von Alfred Thayer Mahan formulierten Theorie der alleinigen historischen Dominanz der Seemacht betont Mackinder, dass im Verlauf der Geschichte sowohl Land- als auch Seemacht als entscheidende Faktoren gewirkt haben. Einer expandierenden Landmacht sei es häufig gelungen, eine Seemacht zu bezwingen, indem sie deren Stützpunkte von der Landseite her erobert habe. Großbritanniens effektive Kontrolle über die Weltmeere verschaffte ihm bis in das 20. Jahrhundert hinein universale Hegemonie. Danach verlor es, Mackinder zufolge, durch Dampfmaschine und Motor und das in deren Gefolge aufkommende Straßen- und Eisenbahnverkehrsnetz seine Welthandelsdominanz. Die Macht Großbritanniens wurde gegenüber den kontinentalen Staaten gemindert.
Entwickelt nun das „Herzland“ des Kontinents – Westsibirien und das europäische Russland – entsprechende Verkehrswege und in ihrem Gefolge einen hohen industriellen und wirtschaftlichen Durchdringungsgrad, so wird es eine entsprechend größere Macht ausüben können. Ein mächtiger Kontinentalstaat, dem alle Errungenschaften moderner Technik zur Verfügung stünden, könnte durch eine Herrschaft über dieses „Herzland“ die Herrschaft über die gesamte „Weltinsel“ erlangen. Mackinder formulierte dies als einen in der Literatur vielzitierten Merksatz:[5]
Who rules Eastern Europe commands the Heartland
Who rules the Heartland commands the World Island
Who rules the World Island commands the World
deutsch:
Wer über Osteuropa herrscht, beherrscht das Herzland.
Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel.
Wer über die Weltinsel herrscht, beherrscht die Welt.“
– Mackinder, Democratic Ideals and Reality, S. 106
Unter der „Weltinsel“ verstand Mackinder Eurasien unter Hinzunahme des afrikanischen Kontinents. Die Rohstoff- und Bevölkerungsressourcen dieses Gesamtgebietes würde die Beherrschung der kontinentalen „Randländer“ und sukzessive auch des amerikanischen und australischen Kontinents sowie Japans ermöglichen.
Bezogen auf die aktuelle Entwicklung der Weltpolitik in seiner Zeit, glaubte Mackinder: Hätte Deutschland seine gesamte Kraft auf die Beherrschung des Ostens, des „Herzlands“, konzentriert, hätte es von da aus die „Weltinsel“ unter seine Kontrolle bringen und die Seemächte von der Landseite her ihrer Stützpunkte berauben können. Er glaubte, dass die atlantischen Mächte durch den Ersten Weltkrieg nur knapp dieser Gefahr entronnen sind. Mackinder sprach die Prophezeiung aus, dass diese Gefahr nicht für alle Zeiten gebannt sei.
[Heartland-Theorie, Grundzüge der Theorie, Wikipedia, abgerufen am 20.10.2019]
==========
Eurasien
Die Vormachtstellung der USA hängt in der geostrategischen Konzeption Brzezinskis davon ab, inwiefern die USA sich in Eurasien, dem insgesamt überlegenen und geopolitisch „axialen“ Kontinent, behaupten können:

„Eurasien ist somit das Schachbrett, auf dem sich auch in Zukunft der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird.“ (S. 16) „Dieses riesige, merkwürdig geformte eurasische Schachbrett – das sich von Lissabon bis Wladiwostok erstreckt – ist der Schauplatz des global play.“ (S. 58) 
Ohne die Vormachtstellung der USA gäbe es laut Brzezniski weltweit Anarchie. Um diese zu verhindern, müsse sich die USA in drei geographischen Zonen durchsetzen:
„Wenn der mittlere Bereich immer stärker in den expandierenden Einflussbereich des Westens (wo Amerika das Übergewicht hat) gezogen werden kann, wenn die südliche Region nicht unter die Herrschaft eines einzigen Akteurs gerät und eine eventuelle Vereinigung der Länder in Fernost nicht die Vertreibung Amerikas von seinen Seebasen vor der ostasiatischen Küste nach sich zieht, dürften sich die USA behaupten können.“ (S. 58)

Geopolitik und Geostrategie 
Anknüpfend an die Heartland-Theorie Halford Mackinders und die Geopolitik Albrecht Haushofers lautet in Brzezinskis Verständnis die geopolitische Frage heute nicht mehr, von welchem Teil Eurasiens aus der ganze Kontinent beherrscht werden könne, und auch nicht, ob eine Landmacht wichtiger als eine Seemacht sei. In der Geopolitik gehe es nicht mehr um regionale, sondern um globale Dimensionen, wobei aber die Dominanz auf dem eurasischen Kontinent auch heute noch die Voraussetzung für globale Vormachtstellung sei.
Der ersten beiden grundlegenden Schritte der von Brezinski empfohlenen Strategie sind,
  • die Ziele der politischen Eliten der „geostrategisch dynamischen Staaten“ Eurasiens zu entschlüsseln und die „geopolitisch kritischen“ und „katalytischen“ eurasischen Staaten ins Auge zu fassen, die aufgrund ihrer geographischen Lage und/oder ihrer bloßen Existenz entweder auf die aktiveren geostrategischen Akteure oder auf die regionalen Gegebenheiten wie „Katalysatoren“ wirken.
  • eine spezifische US-Politik zu formulieren, die in der Lage ist, diese Verhältnisse auszubalancieren, mitzubestimmen und/oder unter Kontrolle zu bekommen, um unverzichtbare US-Interessen zu wahren und zu stärken und eine umfassendere Geostrategie zu entwerfen, die alle Politikfelder verbindet.
Brzezinski fasst die „Imperative imperialer Geostrategie“ zusammen: taktisch kluger Umgang mit den dynamischen Staaten und behutsamer Umgang mit den katalytischen. Was gemeint ist, erläutert er im Rückgriff auf politische Verhältnisse der Vergangenheit mit drei Imperativen:
„Bedient man sich einer Terminologie, die an das brutalere Zeitalter der alten Weltreiche gemahnt, so lauten die drei großen Imperative imperialer Geostrategie: Absprachen zwischen den Vasallen zu verhindern und ihre Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit zu bewahren, die tributpflichtigen Staaten fügsam zu halten und zu schützen und dafür zu sorgen, dass die ‚Barbaren‘völker sich nicht zusammenschließen.“ (S. 65f.)
[Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Das eurasische Schachbrett (S. 53–88)Wikipedia, abgerufen am 20.10.2019]
==========
STRATFOR Chef legt die Außenpolitik der USA offen: Ukraine, Russland, Deutschland, Nahost {12:52 – Start bei 3:18}

LT-News.com
Am 26.08.2015 veröffentlicht 
Ziel: Allianz zwischen Russland und Deutschland verhindern
Zum Video:
Beginn: »Europa wird zum menschlichen Normalfall zurückkehren: Es wird seine Kriege und seine Toten haben. Die einzelnen euopäischen Länder leben in völlig unterschiedlichen Universen. Sie sind uneins. Deshalb gibt es kein ›Europa‹.«
ab 1:45
»Das Hauptinteresse der Vereinigten Staaten war und ist, eine Zusammenarbeit von Deutschland und Russland zu verhindern, weil, wenn vereint, diese Koalition die einzige Macht auf der Erde ist, die den USA gefährlich werden kann. Diese Koalition gilbt es zu verhindern.«
ab 4:05
»Wir können größere Länder nicht besetzen, aber wir können
1. unter ihnen Zwietracht sähen, dafür sorgen, daß sie sich gegenseitig bekämpfen und jede der Parteien mit Beratern und Waffen versorgen
und
2. mit Präventivschlägen vorgehen. Dadurch bringen wir unsere Feinde aus der Balance.
Ich hoffe, wir haben unsere Lektion gelernt und reduzieren unsere Interventionen. Alles andere ist zu teuer und kostet zu viele Tote.«
ab 8:50 
»Die Frage ist, ob sich Russland damit zufrieden gibt, die Ukraine als »neutrale« Pufferzone zwischen sich und Europa zu erhalten oder ob Europa dazu in der Lage ist, in die Ukraine vorzudringen und dann wenige hundert Kilometer vor Leningrad oder Moskau steht.
Unsere bevorzugte Lösung ist das Intermarum (das Zwischenmeer-Land – das Territorium zwischen Ostsee und Schwarzem Meer). Aber wir wissen nicht, wie sich Deutschland positionieren wird. Das Intermarum dient dazu, Deutschland und Russland voneinander abzuschneiden, und wir wissen nicht, wie Deutschland reagieren wird, weil sie Gegenden brauchen, in die sie ihre Exporte liefern können.
Für Russland ist es entscheidend, daß die Ukraine nicht prowestlich wird.
Und in dieser Situation ist die große Frage, was Deutschland tun wird.«

Grundlagen der Geopolitik - eine Ordnung hinter dem Chaos erkennen {9:19}

Deutschland+Russland
Am 22.08.2015 veröffentlicht 
Die vom US-Imperium angestrebte Neue Weltordnung verbirgt sich hinter dem scheinbar undurchsichtigen Chaos der politischen Erreignissen auf der Welt. Der investigative US-Journalist Aaron Dykes erläutert die globalen Geopolitik und Geostrategie, basiered auf den Konzepten von britischen und US-amerikaischen Geopolitiker Halford Mackinder und Nicholas J. Spykman und deren Heartland- und Rimland-Theorien - der jahrhundertelange geopolitische "Great Game" zwischen Russland und anglo-amerikanischem Imperium. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=swaoG…
http://truthstreammedia.com/


Grundlagen der Geopolitik - Heartland Theorie von Halford Mackinder {12:38}

Mut gegen Macht
Am 13.12.2014 veröffentlicht 
Quelle:
Rodando de Largo https://www.youtube.com/watch?v=kscnY...
Verbreitet das Video und erzählt es euren Mitmenschen!
Schaut in meine Playlists zu den verschiedenen Themen und guckt euch die Videos vom ältesten zum neuesten an, um alle Sachverhalte zu verstehen
https://www.youtube.com/channel/UCzaQ...

Jörg Schönenborn im Gespräch mit Wladimir Putin {35:26}

phoenix
Am 08.04.2013 veröffentlicht 
Jörg Schönenborn im Gespräch mit Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin stellt sich vor seinem Deutschland-Besuch anlässlich der Hannover-Messe im ARD-Interview den Fragen von WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn. Themen sind unter anderem die Razzien bei deutschen Stiftungen in Russland und Russlands Rolle bei der Zypern-Krise.
Phoenix zeigt das Interview in voller Länge.
Moderation: Jörg Schönenborn

euronews interview - Brzezinski: "Es gibt eine Obama-Doktrin aber keine Obama-Strategie" {9:00}

euronews (deutsch)
Am 20.01.2013 veröffentlicht 
http://de.euronews.com/ Er ist einer der anerkannesten und einflussreichsten Veteranen der Außenpoltik in Washington: Zbiginiew Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater von 1977 bis -81 unter US-Präsident Jimmy Carter. Der heute 84-Jährige gilt als geostrategischer Denker, er ist Autor zahlreicher Bücher und internationaler Studien und hat weiter eine starke Stimme in Sachen Außenpolitik.
Brzezinski war ein scharfer Kritiker der Politik von Präsident George W. Bush und dessen "Krieg gegen den Terror". Er war einer der ersten Unterstützer des damaligen Senators Barack Obama, doch während dessen erster Amtszeit kritisierte er die Außenpolitik des Präsidenten gelegentlich auch als "zu soft gegenüber Israel" oder "strategielos". Den Einsatz in Libyen unterstützte er. In einem Exklusiv-Interview mit euronews lobte Brzezinski das neue außenpolitische Team Obamas.
Stefan Grobe (euronews): Dr. Brzezinski, Danke, dass Sie hier sind und uns helfen, die Außen- und Sicherheitspolitik der zweiten Amtszeit von Präsident Barack Obama zu analysieren.
Zbigniew Brzezinski: Erfreut, hier zu sein.
euronews: Er hat zwei ehemalige Sentaskollegen ausgesucht, um die Außen- und Verteidigungsressorts zu leiten, John Kerry und Chuck Hagel, beides Männer, die durch die Erfahrung des Vietnam-Krieges gezeichnet sind. Ist das ein Zufall, oder steckt da eine Botschaft dahinter?
ZB: Ein wenig von beidem. Ich denke, es geht nicht darum, speziell die Bedeutung der Erfahrungen aus dem Vietnam-Krieg zu zeigen. Aber andererseits war es natürlich eine der wichtigsten Episoden in Amerikas Abenteuern auf globaler Ebene. In diesem Sinne sind die beiden wohl weise genug, ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen.
euronews: Gibt es schon so etwas wie eine "Obama-Doktrin"?
ZB: Wir haben eine "Obama-Doktrin". Aber ich habe schon häufiger gesagt - das birgt ein gewisses politisches Risiko für mich -, es gibt eine "Obama-Doktrin", wir haben keine Obama-Strategie Ich denke, diese beiden können die Strategie für die Doktrin liefern. euronews: Wie sieht diese Strategie aus?
ZB: Ich denke zunächst sollte der Ausgangspunkt sein, dass man anerkennt, dass die traditionellen globalen Konflikte, wie wir sie 200 Jahre lang erlebt haben, zukünftig nicht mehr zählen werden. Die globale Hegemonie einer einzelnen Macht ist nicht mehr länger machbar, selbst wenn es die mächtigste ist. Aber gleichzeitig werden wir mit mehr Konflikten konfrontiert sein, die möglicherweise hohe Risiken bergen. Deshalb muss unsere Antwort darauf viel intelligenter, mannigfaltiger, hoffentlich kollegialer mit anderen wichtigen Staaten abgestimmt sein und eine Art "totaler Konfrontation" vermeiden, wie wir sie in unserer jüngsten Geschichte kannten.
euronews: Das erste Jahr der zweiten Amtszeit eines US-Präsidenten ist immer sehr hoffnungsvoll, denn der Präsident hat viel außenpolitisches Kapital. Er hat volle vier Jahre, um kreativ zu sein und muss sich nicht um seine Wiederwahl sorgen. Wie sollte Obama dieses Kapital anlegen? Was sollten seine Prioritäten sein?
ZB: Ich denke die Prioritäten sind gewissermaßen bereits vorgegeben, etwa durch die Dinge, mit denen wir durch die Konflikte und Spannungen im Nahen Osten konfrontiert sind; nicht nur mit den traditionellen, wie dem zwischen Israel und den Palästinensern, sondern auch der Syrien-Konflikt hat das Potenzial zu weiteren Spannungen zu führen. Er muss sich außerdem mit den Risiken, die vom Iran ausgehen, auseinandersetzen. Wenn man sich die südlichen Grenzziehungen Eurasiens ansieht, von Nord-Korea bis ins Chinesische Meer, Indien und China, Afghanistan und Pakistan, Iran, Irak, Syrien, von Suez bis Ägypten, und dann von Niger bis Mali - wir sind einem ganzen Gürtel potenziell explosiver Umstände ausgesetzt.
euronews: Lassen Sie uns über Europa sprechen. Manche Beobachter sagen, Amerika unter Obama sei europäisch geworden. Das das sollte ich natürlich als Kompliment auffassen, aber es handelt sich natürlich um Sarkasmus. Wir wissen, dass Europa eine Menge Probleme hat, dass in Europa einiges schief gelaufen ist. Aber wir wissen auch, dass Europa Verantwortung und politische Führung gezeigt hat. Ich will Sie folgendes fragen: Gibt es derzeit etwas, das Amerika von Europa lernen könnte?
bleiben sie bei uns :
YouTube: http://bit.ly/z5WTvy

siehe dazu auch:
Der Schlüssel zur Weltherrschaft – die Heartland-Theorie (Post, 05.11.2019)
Deutschland – Russland – USA (Post, 29.09.2019)
Die USA und ihr Tiefer Staat (Post, 24.09.2019)
Der Kampf um die „Weltinsel“ (Mathias Broeckers, broeckers.com, 14.05.2018)
Dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine: Ein wenig US-Geostrategie (Post, 24.09.2019)

aus dem Broeckers-Artikel (s.o.)



Warum Halford J. Mackinders geopolitische Thesen von Bedeutung sind
In London, an einem kalten Januarabend im Januar 1904, hielt Halford Mackinder, der Direktor der London School of Economics and Political Sciences, vor den „hingerissenen“ Zuhörern der Royal Geographic Society in der Savile Row einen Vortrag, der den kühnen Titel „Der geographische Drehpunkt der Geschichte“ trug. Sein Referat wies, wie der Präsident der Sozietät bemerkte, „eine Brillanz der Beschreibung“ auf, „wie sie in diesem Saal nur selten erreicht worden ist“.

Mackinder argumentierte, die Zukunft globaler Machtpolitik liege nicht, wie die meisten Briten damals glaubten, in der Kontrolle der Schiffahrtswege des Planeten, sondern in jener der riesigen Landmasse, die er „Eurasien“ nannte. Er stellte Afrika, Asien und Europa nicht als drei verschiedene Kontinente dar, sondern als eine einheitliche „Drehpunktregion“, wie er sagte. Deren breites und tiefes Kernland – 4 000 Meilen vom Persischen Golf zum Sibirischen Meer – war so weit, daß es sich nur von den Rändern in Osteuropa oder den Küstenzonen in den umgebenden Meeren kontrollieren ließ.

Die Entdeckung der Route um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien im 16. Jahrhundert, so erläuterte Mackinder, „verlieh der Christenheit die größtmögliche Mobilität der Macht … und umschloß mit ihrem Einfluß die eurasische Landmasse, die bis dahin ihre Existenz bedroht hatte“. Diese größere Mobilität, erklärte er später, gab den Seefahrern Europas „etwa vier Jahrhunderte lang Überlegenheit über die Landbewohner Afrikas und Asiens“.

Das Herzland (the heartland) aber dieser riesigen Landmasse, eine „Angelpunktzone“, die sich vom Persischen Golf durch die russischen Steppen bis zu den Wäldern Sibiriens erstreckte, war nach wie vor das Areal, wo der Hebel für die Herrschaft über die Welt anzusetzen war. Wer das Herzland beherrsche, beherrsche die Weltinsel, schrieb Mackinder später. Wer die Weltinsel beherrsche, befehle der Welt. Jenseits der riesigen Ausdehnung dieser Insel, die beinahe sechzig Prozent der Landmasse des Planeten umfaßte, lag eine weniger bedeutende Hemisphäre, bedeckt von weiten Ozeanen und ein paar kleineren Inseln. Damit meinte er natürlich Australien, Grönland und Nord- und Südamerika.

Für eine frühere Generation der Viktorianer hätten, so führte er aus, die Eröffnung des Suezkanals und der Beginn der Dampfschiffahrt „die Mobilität der Seemacht relativ zur Landmacht“ wesentlich erhöht. Nun aber taten die Eisenbahnen „wahre Wunder in der Steppe“ – hier nahm er Bezug auf ein historisches Ereignis, das allen Zuhörern an diesem Abend wohlvertraut war: das unerbittliche Voranrücken der Geleise der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau Richtung Wladiwostok und Pazifik. Solche transkontinentalen Eisenbahnlinien würden, so glaubte er, schließlich die Kosten des Frachtverkehrs zur See unterbieten können und den Hauptakzent geopolitischer Macht landeinwärts verlagern. Am Ende würde der „Drehpunktstaat“ Rußland (in einer Allianz mit einer anderen Festlandsmacht wie Deutschland) „über die marginalen Staaten Eurasiens hinweg expandieren“, was „ungeheure kontinentale Ressourcen zum Flottenbau gestatten [würde]; das Weltimperium wäre damit in Sicht.“

Während der folgenden zwei Stunden, in denen er einen Text vortrug, welcher sich durch seine komplizierte Syntax und durch jene Anspielungen auf die griechisch-römische Antike auszeichnete, die man von einem ehemaligen Oxford-Dozenten erwarten durfte, waren sich die Zuhörer darüber im klaren, daß sie hier Zeugen von etwas Außerordentlichem wurden.
[Alfred W. Mccoy, Herzland und Weltinsel, Lettre international, 120, Frühjahr 2018]
Heartland, attualità di un concetto geopolitico (Emanuel Pietrobon, geopolitica.info, 24.03.2017 – Google-Übersetzer)
USA – Die Heimat von Freiheit, Demokratie und militärisch-industriellem Komplex (Post, 30.04.2016)
- Ein propagandistisches Meisterstück des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (Post, 15.03.2015)
- Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)




Während der Lektüre ist man immer wieder versucht, zum Copyright-Vermerk zu blättern: Ist dieses Buch wirklich 1997 erschienen? Es liest sich wie eine brandaktuelle Analyse, welche geopolitischen Triebkräfte die internationale Politik heute bestimmen. Geschrieben hat Zbigniew Brzezinski „The Grand Chessboard“ – wörtlich: „Das große Schachbrett“ – aber vor 18 Jahren! Damals regierte Bill Clinton, der Weltwirtschaft ging es gut, die Bundesregierung bereitete den Umzug von Bonn nach Berlin vor. Islamistischer Terror war noch nicht im allgemeinen Bewusstsein, 9/11 kam ja erst vier Jahre später. Der Ost-West-Konflikt war beendet. Polen, Tschechien und Ungarn bereiteten sich auf den Beitritt zu EU und NATO vor. Man hoffte, dass Russland mit etwas Verspätung ebenfalls zu Demokratie und Rechtsstaat findet und ein Friedenspartner wird.

Schon damals sagte Brzezinski voraus: Die Ukraine wird der Schlüssel sein, für Russlands Zukunft und den Frieden. Denn in der Ukraine entscheide sich, ob Russland sich nach Europa orientiert oder in imperiales Auftrumpfen zurückfällt.

„Allein schon die Existenz einer unabhängigen Ukraine hilft, Russland zu verändern. Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein. Es kann zwar immer noch imperialen Status beanspruchen, würde dann aber in Konflikte mit den zentralasiatischen Staaten verwickelt. Auch China würde sich erneuter russischer Dominanz in Zentralasien entgegenstellen. Wenn Russland aber die Kontrolle über die Ukraine zurückgewinnt, wäre es wieder eine Imperialmacht.“

All die westlichen Hoffnungen, dass Russland sich öffnet und modernisiert, dass es zu einem demokratischen Partner eines demokratischen Amerika wird, sind aus Brzezinskis Sicht davon abhängig, dass Russland den Herrschaftsanspruch über die Ukraine aufgibt.
Entscheidende Jahre exakt prognostiziert

„Wenn Russland sich für Europa entscheidet, liegt es automatisch in seinem Interesse, dass die Ukraine in die europäischen Strukturen aufgenommen wird. Das Verhältnis der Ukraine zu Europa wird zum Wendepunkt für Russland.“

Russland aber, das spürt Brzezinski bereits 1997, wird wohl die andere Richtung wählen – wobei führende russische Denker die Möglichkeiten ihres Landes auf groteske Weise überschätzen. China werde sich erfolgreich modernisieren. Russland wohl nicht. Dann aber fehlen ihm die Ressourcen für Weltmachtstatus. Genau so ist es gekommen. China wird die USA demnächst beim Bruttoinlandsprodukt überholen. Technisch liegt es freilich weit hinter Amerika zurück. Ökonomisch sind die Wirtschaftsräume EU, USA und China jeder für sich rund sieben Mal so stark wie Russland. Die Entscheidung über die Ukraine, das prognostizierte Brzezinski vor 18 Jahren so präzise, als wäre er ein Hellseher, werde in der Dekade von 2005 bis 2015 fallen. Er trifft damit die Wendepunkte „Orange Revolution“ sowie russischer Angriff auf die Krim und die Ost-Ukraine ziemlich exakt. Manche nehmen solche Weitsicht zum Anlass für den Verdacht, Brzezinski habe diese Entwicklung als Strippenzieher mit herbeigeführt. Das wirkt aber weit hergeholt. Er hatte seit Jahrzehnten kein Regierungsamt und steuert auch nicht die US-Geheimdienste.
[Christoph von Marschall, Zbigniew Brzezinski: Rückblick in die Konflikte der Zukunft, Deutschlandfunk, 03.08.2015 – Hervorhebung von mir 😂]
mein Kommentar:
Die Übereinstimmung zwischen Brzezinskis Buch und den tatsächlichen Ereignissen ist purer Zufall! Eins ist mir jetzt sonnenklar: Im Ringen von Weltmächten hat Moral keinen Platz. 

„Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur“ – Alexander Unzicker bei BUCHKOMPLIZEN

Vorbemerkung:
Dieser Post ist – mehr oder weniger unbeabsichtigt – der Post geworden, den ich Qualitätsmedien-Gläubigen als erstes zeige.
Jedes der folgenden Videos ist so eingebettet, daß es mit der zentralen Aussage beginnt (es kostet also nicht so viel Zeit):

1. 
„Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur“ – Alexander Unzicker bei BUCHKOMPLIZEN {32:01 – Start bei 2:17 – »eine Beleidigung des Verstandes«}

KenFM
Am 19.10.2019 veröffentlicht 
Was bedeutet eigenständiges Denken? Wie frei können Gedanken sein, wenn sie auf gefilterten Informationen basieren? Wie reagiert das Umfeld, wenn man den Mainstream nicht bestätigt? Sind wir wirklich frei oder gehorchen wir vielmehr dem Gruppendenken, wenn Ausschluss aus der Gemeinschaft droht?
Diese und weitere Fragen beantwortet der Physiker, Psychologe und Buchautor Alexander Unzicker im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2019.
+++
Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier:
https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

2.
"Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst" – Albrecht Müller bei den BUCHKOMPLIZEN {33:07 – Start bei 4:00 … Müller: »Die Leute haben alles vergessen, was wir als Kinder gelernt haben!«}

KenFM
Am 20.10.2019 veröffentlicht 
Albrecht Müller ist der Herausgeber der Medienplattform NachDenkSeiten. Vor über 10 Jahren bereits sah Müller die Notwendigkeit eines Portals im Internet, das die mediale Berichterstattung in Deutschland kritisch unter die Lupe nimmt. Wie kam es dazu? Was war der Auslöser für die Gründung der NachDenkSeiten? Und was hat Müller in seinem aktuellen Buch niedergeschrieben, das in seinen bisherigen Bestsellern „Meinungsmache“ oder „Machtwahn“ nicht schon längst erzählt worden ist?
Diesen und weiteren Fragen widmet sich Albrecht Müller im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2019.
+++
Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier:
https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

3.
Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Start bei 2:04:19 – »Mit solchen Journalisten werden Sie nie was rausbekommen«}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
https://gruppe42.com/

4. 
Klartext vom Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz: "Medien verschweigen, ... {12:07, Start bei 2:57 – »Das ist die eigentliche Katastrophe: daß Leute, die sich zu einer selbsternannten Elite rechnen, glauben, daß die Wahrheit für sie selber zuträglich ist, für andere jedoch offensichtlich nicht«}

klar sehen
Am 04.05.2017 veröffentlicht 
Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz bei Peter Hahne im ZDF zum Thema: Medien zwischen Gefühl und Fakten
„Medien verschweigen, klären nicht über die Wirklichkeit auf, die Bürger werden für dumm verkauft bzw. gehalten, die Arroganz der Journalisten und Politiker!!

5.
Die Propaganda und der Giftgasangriff - Michael Lüders bei Markus Lanz 05.04.2017   {11:01 – Start bei 7:02 – Lüders: »Dieses Photo ist weltweit veröffentlicht worden, verbunden mit der moralischen Anklage: Seht her, was dieses furchtbare Assad-Regime angestellt hat! […] Dieser kleine Omran wurde photographiert von einem Mann namens Mohammed Raslan […], und dieser Mohammed Raslan ist eng verbunden gewesen mit diesen Dschihadisten in Ost-Aleppo und hat sich wenige Tage, bevor er dieses Photo gemacht hat, gezeigt mit einer ominösen Dschihadisten-Miliz – zwei Leute auf diesem Photo, die nachweislich kurz zuvor für ein Propaganda-Video ein 12jähriges Kind geköpft haben. Also dieser Mann, der dieses Photo geschossen hat, ist eng verbunden mit den Dschihadisten. 
Lüders bei 8:45: »Und es ist perfide zu sehen, wie solche dubiosen Medien-Center, finanziert von uns […], wiederum instrumentalisiert werden von dschihadistischen Gruppierungen, die uns wiederum verkauft werden als Freiheitskämpfer«
bis 8:58 – Lüders: »Was mich sehr wundert ist, daß es keine deutsche Zeitung gibt, die diese Zusammenhänge mal darstellt. […] Man müßte doch denken, daß alle an Recherche interessierten Journalisten ein Interesse daran haben, diese Dinge aufzugreifen. […] und ich habe den Verdacht, daß es nicht darum geht, Aufklärung zu leisten sondern darum, Feindbilder am Leben zu erhalten«}

Bananenrepublik1
Am 06.04.2017 veröffentlicht 
Alter Info-Text:
Mit Rainer Langhans, Gisela Getty, Michael Lüders, Edmund Maser und Stephan Harbort. (Quelle: ZDF / Markus Lanz Videos)
Dazu: Giftgaseinsatz zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Umfeld von Konferenzen zu Syrien? Zynischer geht es nicht. – Siehe Lüders bei Lanz.
"Markus Lanz weist darauf hin, dass zur Zeit ein Wettkampf um die Deutungshoheit tobt. War es Assad, im Zusammenhang mit den Russen? Michael Lüders berichtete davon, dass auch ein früherer, massiver Giftgaseinsatz vom August 2013 Assad in die Schuhe geschoben worden war, tatsächlich aber der damalige Einsatz in der Nähe von Damaskus auf ein Zusammenspiel zwischen der Al Nusra-Front und dem türkischen Geheimdienst zurückging. In seinem aktuellen Buch „Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ hat Michael Lüders den damaligen tödlichen Vorgang geschildert und belegt. (Näheres zum interessanten Buch von Michael Lüders siehe zum Beispiel)."
(siehe: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37725)
Was geschah in Idlib? (Von Karin Leukefeld)
Syrien-Konferenz in Brüssel von vermeintlichem Giftgasangriff überschattet. Westen verurteilt Regierung – ohne Beweise
Eigentlich sollte es am Dienstag und Mittwoch in Brüssel darum gehen, wie Syrien und seine Nachbarländer in Zukunft unterstützt werden können. Eingeladen hatte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, »Kovorsitzende« waren Deutschland, Norwegen, Großbritannien, Katar und Kuwait sowie die Vereinten Nationen, die von dem Syrien-Beauftragten Staffan De Mistura vertreten wurde. Vertreter von insgesamt 70 Staaten und internationalen Hilfsorganisationen waren in die belgische Hauptstadt gereist, um darüber zu beraten, wieviel Geld für welche Gebiete in Syrien und in den Nachbarländern aufgebracht werden soll – und unter welchen Bedingungen.
Doch noch bevor die ersten Gespräche beginnen konnten, bestimmte ein Luftangriff in dem syrischen Ort Khan Scheikhun (Provinz Idlib) die Tagesordnung. Mehr als 70 Menschen waren dabei am Dienstag getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Ein Krankenhaus, das die Verletzten versorgte, wurde mit einer Rakete beschossen.
Die Nachrichten über einen angeblichen Giftgasangriff war von der bewaffneten Opposition in Khan Scheikhun verbreitet worden. Verantwortlich seien entweder »russische oder syrische Kampfjets«. Die »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte« in Großbritannien sorgte für die weltweite Verbreitung der Nachricht, die »Nationale Koalition« (Etilaf) in Istanbul forderte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. Unmittelbar darauf verurteilte Mogherini den Angriff und machte den syrischen Präsidenten verantwortlich. Frankreich, Großbritannien und die USA legten in Windeseile einen Resolutionsentwurf für den UN-Sicherheitsrat vor. US-Außenminister Rex Tillerson forderte Russland auf, den syrischen Präsidenten »zu stoppen«. Der UN-Beauftragte De Mistura forderte eine internationale Untersuchung und warnte vor vorschnellen Schuldzuweisungen. siehe: https://www.jungewelt.de/artikel/3085...

Kritik an Tagesschau und ARD:

KenFM im Gespräch mit: Michael Meyen ("Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand") (Post, 18.06.2018)
ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken (Annette Leiterer, NDR, 17.12.2014)
mein Kommentar:
Die Tatsache, daß der Artikel (mit dem Video) immer noch auffindbar ist, grenzt schon an ein Wunder
Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)

siehe auch:
"Es gab noch nie so viel geistige Unfreiheit nach dem 2. Weltkrieg wie heute.“ (Gespräch von Hans-Martin Esser mit Norbert Bolz , The European, 16.05.2019)
Die transatlantische Wikipedia-Propaganda (Post, 04.08.2019)
Soll RT eine Rundfunklizenz erhalten? Ein Kommentar (Post, 23.01.2019)
Über die Notwendigkeit des stetigen Rüttelns am Narrativ (Post, 15.01.2019)
Leben wir in einem aufgeklärten Zeitalter? (Lucie Frahm, Fichtenblatt, 18.04.2018)
Fangt an zu denken! – Immanuel Kant: Was ist Aufklärung? (Michael Rasche, michaelrasche.eu, 31.01.2018)
KANT HEUTE: Der Eingang in die Unmündigkeit (Volker Zastrow, FAZ, 26.08.2016)
Beantwortung der Frage: Was heisst Aufklärung heute? – Paraphrase der Antwort Kants unter der Prämisse der Digitalisierung (futur iii, 20.07.2015)
Zweite Aufklärung: Von der Aufklärung lernen heißt denken lernen (Lutz Frühbrodt, zweite-aufklaerung.de, 07.10.2014)
In Großbritannien erkannte zwar Edmund Burke (1729-1797), der „Vater des Konservatismus“, das aufklärerische Vernunftprinzip zumindest partiell an, betonte aber die vermeintliche Ungleichheit der Menschen und leitete davon die „göttliche Ordnung“ der adelsgestützten Monarchie ab.

In Preußen wetterte unter anderem der Philosoph Johann Georg Hamann (1730-1788) gegen die Aufklärung. Sein hanebüchener Anwurf, ein allzu rigider Vernunftglaube führe zur Ausbildung autoritärer Strukturen und damit zur Bevormundung der Menschen, war das klassische Totschlagargument seiner Zeit. Und absolut grotesk: Denn mit Hilfe der Aufklärung sollte ja gerade die Bevormundung aufgehoben werden.

Interessanterweise ist dies ein Vorwurf, der bis in die heutige Zeit immer wieder formuliert wird. Das Argument ist gestern wie heute gleich in doppelter Hinsicht fadenscheinig. Zum einen weil der Einsatz von Vernunft und die Emanzipation des Individuums auf der Basis der Freiwilligkeit erfolgt und zudem die Denkergebnisse des Einzelnen keineswegs vorwegnehmen will. Es handelt sich mitnichten um einen Prozess der Zwangsbeglückung. Zum anderen wird das Argument gerade von denjenigen Kräften bemüht, die die Emanzipation verhindern wollen, die Menschen also mehr oder minder direkt bevormunden oder manipulieren.

So ist es auch kaum verwunderlich, dass der Aufklärungskritiker Hamann vor einer Überhöhung der Vernunft zu einem „transzendentalen Aberglauben“ warnte, selbst aber das Christentum als den einzig wahren Weg (der Erkenntnis) predigte. Hier fließen geistige Auseinandersetzung und kühle Machtpolitik ineinander. Herrscherstaat und Kirche – im Übrigen beide Konfessionen – gingen im Schulterschluss gegen die Aufklärer vor, indem sie zum Beispiel die Revolutionäre in Frankreich als – damals verfemte – Freimaurer und Illuminaten diffamierten. Die unteren Chargen der Gegenaufklärung setzten die „Freygeisterey“ mit der Häresie früherer Jahrhunderte gleich. Mit dem Propagandamärchen, dass dunkle Mächte am Werk seien, sollten Ängste in der Bevölkerung geschürt werden, um die gesellschaftspolitischen Reformprojekte (Menschenrechte, Demokratie, Bildung etc.) der Aufklärer zu schwächen.


Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse

Der aufklärerische Ansatz fand seine Fortführung im Deutschen Idealismus von Fichte, Hegel und anderen. Fast alle philosophischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts drehten sich zudem um das Gedankengut von Immanuel Kant, dem Übervater der deutschen Aufklärung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es sogar eine Welle des „Neukantianismus“. Deren dogmatische Ausrichtung zeugte jedoch davon, dass das Kant’sche Denken eher an Wirkkraft eingebüßt hatte.

Die politische Entwicklung des 19. Jahrhunderts zeigt auch klar, dass der Aufklärung als gesellschaftlicher Kraft erst einmal die Luft ausging. Nach dem Sturz Napoleons setzte in ganz Europa politisch das Zeitalter der Restauration und geistig-kulturell das der Romantik (Biedermeier) ein – nur kurzfristig unterbrochen von der demokratischen März-Revolution 1848. Die zweite Hälfte des Jahrhunderts stand ganz im Zeichen des Nationalismus (Reichsgründung 1871) und der Industrialisierung, die mehr den Bourgeois als den Citoyen als Bürgertypus hervorbrachte.

In dieser Phase schwang sich auf geistig-philosophischer Ebene Friedrich Nietzsche (1844-1900) zum Chefkritiker der Aufklärung auf, prägte sogar den Begriff der Gegenaufklärung. „Leibniz und Kant – diese zwei größten Hemmschuhe der intellektuellen Rechtschaffenheit Europas!“, lautete das in Ecce homo formulierte Verdikt Nietzsches. Nietzsche attackierte den modernen Wissenschaftsbetrieb und damit den empirisch grundierten Wissenschaftsbegriff. An der Aufklärung kritisierte er, dass sie sich angeblich nicht von den Denkschemata der Moral des Christentums habe lösen können, das er wütend verdammte. Wahrhaft freies und aufgeklärtes Denken habe sich jenseits von Gut und Böse zu stellen. Dem vernunftbetonten Universalismus der Aufklärer stellte der Philosoph Glaube und Gefühl gegenüber. Nietzsche predigte eine „dionysische Weltanschauung“, die Rausch und Ekstase zum Grundprinzip aller angeblich wahren Kunst erklärte. In seinen Worten: „‘Vernünftigkeit‘ gegen Instinkt. Die ’Vernünftigkeit‘ um jeden Preis als gefährliche, als lebenuntergrabende Gewalt!“

Für Nietzsche stand das Genie des Einzelnen (womit er im Zustand zunehmender geistiger Umnachtung wohl vor allem sich selbst meinte) deutlich höher als die „Massen“. Damit stellte er sich eindeutig gegen die gesellschaftliche und politische Emanzipation. Seine Abneigung galt aber nicht nur den Sozialisten, sondern auch der kaisertreuen Bourgeoisie. Der neomarxistische Philosoph Georg Lucàcs hat Nietzsche als „Zerstörer der Vernunft“ tituliert. Es gibt auch Stimmen in der Wissenschaft, die in Nietzsche einen geistigen Wegbereiter des Hitler-Faschismus sehen. Tatsache ist, dass er im 20. Jahrhundert vor allem das Denken konservativ-reaktionärer Kräfte beeinflusste, so zum Beispiel Oswald Spengler („Der Untergang des Abendlandes“, 1918), Gottfried Benn und Martin Heidegger. Die beiden letztgenannten waren Kollaborateure des Nazi-Regimes. Späte Ehre hat Nietzsche gefunden, indem er die Weltsicht vor allem französischer Verfechter der Postmoderne prägte (siehe Teil 2 dieses Artikels).

[
Die Gegenaufklärer und ihre Argumente – eine Zeitreise, Teil 1 (Lutz Frühbrodt, zweite-aufklaerung.de, 16.12.2013)
- Ludwig Marcuse: Aufklärung damals und heute (Zeit.de, 07.02.1964)
aktualisiert am 14.08.2020

Samstag, 19. Oktober 2019

Bewegung im Fall Assange?

Im Fall des in London in Auslieferungshaft sitzenden Journalisten Julian Assange gibt es einige Anzeichen für neue, wenn auch sehr kleine, Entwicklungen. Letzten Freitag hielt sich John Shipton, der Vater von Assange, in Dublin auf, wo er an einer Informationsveranstaltung mit den irischen Europaparlamentsabgeordneten Clare Daly und Mick Wallace teilnahm. Der Gastgeber war der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Irlands Eugene McCartan. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der Veranstaltung und weitere Infos der letzten Zeit.

In Irland scheint es bei den progressiven Kräften nicht so große Berührungsängste zu geben, wenn es um Sachthemen geht.

Vor der Veranstaltung trafen wir uns mit John Shipton am Veranstaltungsort. Wie bei den vorherigen Begegnungen machte er einen fast schüchternen, liebenswürdigen Eindruck, doch diesmal konnte man auch die Anspannung spüren, die die Situation, in der sich sein Sohn Julian Assange befindet, erzeugt. Und doch bleibt er höflich und zuvorkommend.

Während des Treffens bekommt John per Telefon die Nachricht, dass Julian Assange an diesem Tag über Videozuschaltung vor Gericht anwesend war, neben seiner Anwältin Gareth Peirce. Er erzählt uns dann, dass der heutige Richter einen freundlicheren, neutralen Eindruck machte und der Richter sagte, dass er in dem Fall Fortschritte machen wolle. Bei der Verhandlung in London war auch der LINKE-Politiker Andrej Hunko anwesend.

mehr:
Bewegung im Fall Assange? (Moritz Müller, NachDenkSeiten, 18.10.2019)
siehe auch:
Direktor der spanischen Sicherheitsfirma, die Julian Assange ausspioniert hat, festgenommen (Post, 09.10.2019)
Londoner Gericht will Assange weiter in Haft behalten (Post, 18.09.2019)
Assange wird fertiggemacht… (Post, 05.09.2019)
John Pilger überbringt eine Warnung von Julian Assange: »Wir sind alle in Gefahr« (Post, 04.09.2019)
„Vergesst Assange nicht, sonst werdet ihr ihn verlieren!“ oder Der »freie« Westen und seine »Werte«… (Post, 17.08.2019)
- UN-Ermittler kritisiert Umgang mit Assange (Post, 31.05.2019)
x