Mittwoch, 27. August 2014

Die Rückholung von Auslandsgewinnen

CAMBRIDGE – Immer mehr amerikanische Unternehmen planen, ihren Hauptgeschäftssitz nach Europa zu verlegen. Mit diesem als „Inversion“ bekannten Modell können sich die Konzerne den eindeutig unvorteilhaften Körperschaftsteuer-Bestimmungen in den Vereinigten Staaten entziehen und ihre Steuerlast verringern. Was sollen politische Entscheidungsträger in den USA unternehmen? 

Die Regierung von Präsident Barack Obama ist bestrebt der Verlagerung der Unternehmenssitze durch Verwaltungsmaßnahmen einen Riegel vorzuschieben, die vor Gericht möglicherweise nicht standhalten. Es wäre wesentlich besser, einen parteiübergreifenden Gesetzesplan mit dem Ziel zu entwickeln, die Versuchung Firmensitze zu verlagern von vornherein zu vermeiden. Ein solcher Plan, sofern er für multinational tätige US-Unternehmen attraktiv ist, könnte zu einer Verlagerung von Beschäftigung und Produktion in die USA und zu höheren Steuereinnahmen führen.
mehr:
- Die Rückholung von Auslandsgewinnen (Project Syndicate, 27.08.2014)

Die Lektion des Paul Volcker

Bis heute streitet man in der Ökonomenzunft über die Wirksamkeit der Geldpolitik. Der Streit geht auf die Wirren der 1970er-Jahre zurück. Dabei hat am Ende dieses Jahrzehnt der damalige Notenbankchef schon alles klar gemacht.
Vergangene Woche haben sich im bayerischen Lindau am Bodensee die Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften versammelt. Neben spannenden Vorträgen und Debatten bot der Anlass auch einen Spiegel der ökonomischen Dogmengeschichte. Ein Beispiel dafür sind die kurz nacheinander gehaltenen Vorlesungen von Edward Prescott (leider nicht per Video vorhanden) und von Peter Diamond. Die Vorlesungen dieser beiden Ökonomen haben daran erinnert, wie sehr sich die dominierenden Ansichten zur Konjunkturpolitik, und insbesondere zur Geldpolitik seit den letzten zwanzig Jahren geändert haben.
mehr in 
- Die Lektion des Paul Volcker (Tagesanzeiger 27.08.2014)

NSA, BND & Co. – Der Mensch als „Sicherheitsrisiko“

2013 geht in die Geschichte ein als ein Jahr, in dem eine bislang unvorstellbare Dimension geheimdienstlicher Überwachung bekannt geworden ist, die Hunderte Millionen, ja Milliarden von Menschen in aller Welt betrifft. Die verdachtsunabhängige Ausforschung, wie sie der Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt hat, stellt alle Betroffenen unter Generalverdacht, unterhöhlt die Unschuldsvermutung, führt zu massenhafter Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Privatsphäre, stellt verbriefte Grundrechte, ja die Demokratie insgesamt in Frage. Von Rolf Gössner[*

Nach und nach stellte sich heraus, dass nicht allein US- und britische Geheimdienste in den Massenüberwachungsskandal involviert sind, sondern dass auch deutsche Geheimdienste – BND, Verfassungsschutz, MAD – an diesem globalen Geheimverbund partizipieren. Sie profitieren von überlieferten Daten und übermitteln selbst Millionen von Telekommunikationsdaten. Snowden spricht bildhaft davon, dass deutsche und US-Geheimdienste „miteinander ins Bett gehen“: Sie tauschen nicht nur Informationen, sondern teilen gemeinsame Datenbanken, Spähprogramme sowie Infrastrukturen.
mehr: 
- NSA, BND & Co. – Der Mensch als „Sicherheitsrisiko“ (NachDenkSeiten, 27.08.2014)
siehe auch:
„Der Bundesnachrichtendienst ist eine kriminelle Vereinigung“ – und Deutschland ist nicht souverän (Post, 27.04.2015)
NSA-Schnüffelei: Die Bundesanwaltschaft tritt auf den Plan (Post, 26.04.2015)
Ausspähen unter Freunden geht doch! (Post, 03.05.2015)
BND-Skandal: Menschenrechtskommissar kritisiert schwache Geheimdienstkontrolle (Post, 13.05.2015)
BND-Skandal: Kanzleramt will nach bestem Wissen gehandelt haben (Post, 12.05.2015)

Heute vor 35 Jahren – 27. August 1979: IRA tötet Lord Mountbatten

Anschlag auf die königliche Familie 

Der Vormittag des 27. August 1979: Lord Louis Mountbatten, Cousin von Königin Elizabeth II., besteigt eine Jacht, um auf Hummerfang zu gehen. Kurz darauf explodiert auf dem Boot eine Bombe. Lord Mountbatten stirbt; mit ihm sein Enkel, seine Schwägerin und ein irischer Bootsjunge. Die Irish Republican Army (lRA) übernimmt die Verantwortung und kündigt an, sich bald erneut zu melden. Doch nicht mit einem Pressekommuniqué, sondern mit einem weiteren Anschlag. Wenige Stunden später sterben 18 Soldaten einer britischen Militärpatrouille bei einer Bombenattacke. Dieser Tag ging als »Blutiger Montag« in die Geschichte ein. Zum ersten Mal war mit Lord Mountbatten ein Mitglied der königlichen Familie ein Opfer der IRA geworden. 
Lord Mountbatten (links) und der Prinz von Wales bei einem Staatsbesuch in Nepal, 1975
Erst 2012 kann ein historischer Schlussstrich unter den blutigen Nordirland-Konflikt gezogen werden: Queen Elizabeth II. und der ehemalige IRA-Chef Martin McGuinness reichen sich in Belfast die Hand. Experten zufolge war McGuinness IRA-Stabschef, als die Gruppe Lord Louis Mountbatten ermordete. 

Statement der IRA: 
Mit diesem Anschlag können wir 
die Aufmerksamkeit des englischen Volkes 
auf die andauernde Besetzung unseres Landes lenken. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Dienstag, 26. August 2014

Vor 85 Jahren – Ab 1929: Der »Archipel GULAG« wird eingerichtet

Macht durch Terror 

Durch Alexander Solschenizyns Werk »Archipel GULAG« (1973) wurde der Begriff »Gulag« weltweit geläufig. Das Terrorsystem der sowjetischen Straf- und Arbeitslager begleitete die bolschewistische Herrschaft von Anfang an. Bereits Lenin ordnete an, »die Klassenfeinde der Sowjetrepublik in Konzentrationslagern zu isolieren« und auf diese Weise auszuschalten. Doch unter Stalin breitete sich das System Gulag flächendeckend aus. Seit Anfang der 1930er-Jahre war es alltägliche Praxis, dass Menschen wegen kleinster Vergehen oder völlig willkürlich von der sowjetischen Geheimpolizei abgeholt und hingerichtet wurden oder im Gulag verschwanden. 
Politische Gefangene bei der Arbeit in einem Lager in der Dnjepr-Region, um 1930
Von 1929 bis zu Stalins Tod 1953 waren rund 18 Mio. Menschen in den sowjetischen Zwangsarbeitslagern interniert. 476 Lagerkomplexe mit Tausenden Einzellagern, in denen jeweils mehrere Tausend Menschen lebten, umfasste der Gulag in seiner Hochzeit. 4,5 Mio. Menschen starben an Unterernährung, Erschöpfung durch Überarbeitung, Erfrieren, Krankheit und als Folge drakonischer Strafen. Erst der Tod Stalins führte zur Auflösung der Gulags. Gulag Abkürzung für »Glavnoe Upravlenie Lagerej« bedeutet »Hauptverwatung der Arbeitslager« Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn war Häftling im Gulag 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

„früher war ich müde, heute kaputt!“

Arbeit ist das halbe Leben, heißt es, doch diese Hälfte wird immer größer und immer anstrengender. Stress, Hetze, Überstunden, Termin- und Leistungsdruck sind heute üblich. Immer häufiger führt das Arbeitsleben zu Depression und Frühverrentung. Höchste Zeit also für ein Anti-Stress-Gesetz. Arbeitsministerin Andrea Nahles allerdings will lieber nichts überstürzen. CDU-Vize Michael Fuchs findet das gar eine „dekadente“ Idee.

Fuchs ist gegen ein Gesetz, das den Feierabend der Arbeitnehmer vor dem Zugriff ihres Chefs schützt. „Solch realitätsferne Ideen können sich nur dekadente Gesellschaften leisten”, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion. Das Wörterbuch der deutschen Sprache definiert Dekadenz als „kulturellen Verfall, der sich in einer übertriebenen Verfeinerung des Geistes und der Sinne äußert“. Sind die deutschen Beschäftigten alle zu Weicheiern geworden?
mehr bei 
- „früher war ich müde, heute kaputt!“ (Michael Schlecht MdB, 26.08. 2014) 

Endlich: Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen

Darauf hätte ich nicht zu hoffen gewagt:

- Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen (Telepolis, 26.08.2014)
So unglaublich diese Überschrift auch klingen mag, sie ist doch wahr 
Als ich einen in der vergangenen Woche publizierten Bericht in Foreign Affairs, dem medialen Sprachrohr des Council on Foreign Relations (CFR) überflog, musste ich mir erst einmal kräftig die Augen reiben, um mir bewusst zu werden, ob ich auch wirklich richtig gelesen hatte. Der CFR ist einer der weltweit vier wichtigsten privaten Think Tanks und unter anderem eng mit Chatham House verwoben. 
Immerhin steht Chatham House unter der Schirmherrschaft der britischen Queen Elizabeth II. Einzelne Schlüsselprojekte werden laut wikipedia.de durch die Rockefeller-Stiftung, die Konrad Adenauer Stiftung, die NATO und die Europäische Union finanziert. Dem Gros der westlichen Mainstreammedien war dieser Bericht bisher keine Silbe wert. Wie passt das im Angesicht der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine alles noch zusammen?

siehe auch:
- Die Nato dehnt sich aus und nicht Russland (NachDenkSeiten, 22.09.2014)
Über die Ukraine wird zurzeit viel gesprochen und publiziert. Putin bedrohe mittels seiner Einflussnahme in der Ukraine Europa, sei Aggressor, wolle Russland vergrößern etc. pp. Doch was ist dran an der „russischen Aggression“ – und welche Verantwortung trägt auch „der Westen“ wofür? Jens Wernicke sprach hierzu mit dem renommierten Friedensforscher Daniele Ganser.
Herr Ganser, im deutschen Blätterwald hat es – im Kontext der Situation in der Ukraine – in den letzten Wochen und Monaten regelrechte Kampagnen zum Thema einer vermeintlichen Bedrohung der EU und des Westens durch russische Großmachtbestrebungen und russischen „Imperialismus“ gegeben. Wie bewerten Sie als NATO-Kenner und Friedensforscher die aktuelle Situation?
Ich sehe das anders. Ich glaube nicht, dass Russland Westeuropa bedroht oder erobern möchte. Das stimmt nicht. Es kommt in der Geschichte immer sehr darauf an, wo man die Schnittstelle legt, ob man mit der Annexion der Krim anfängt, oder mit der Vorgeschichte, etwa dem Sturz von Janukowitsch im Februar 2014, oder mit der Vorgeschichte der Vorgeschichte, also beispielsweise dem Entscheid der NATO 2008, die Ukraine und Georgien in das Militärbündnis zu integrieren. .

- Kanadischer Diplomat sagt seine Meinung: Nato steckt hinter dem kalten Krieg (Post, 17.09.2014)

- "Eine unglaubliche Verödung des öffentlichen Lebens" (Telepolis, 17.09.2014)
Der Geschichtsphilosoph Hauke Ritz über den Westen, Russland und die unbewusste Präsenz des Religiösen in der Politik Hauke Ritz, Jahrgang 1975, ist Autor u.a. mehrerer Essays in den »Blättern für deutsche und internationale Politik« und veröffentlichte zuletzt das Buch »Der Kampf um die Deutung der Neuzeit«. 
Zitate: 
Die Siegermentalität, die aufgrund dieser falschen Lesart im Westen Fuß fasste, führte zu der Einschätzung, dass man sich selbst nicht ändern müsste. Ändern musste sich nach dieser Sichtweise nur der Osten, der angeblich den Kalten Krieg verloren hatte. Dabei kalkulierte man den Bruch der mit Gorbatschow getroffenen Vereinbarung bewusst mit ein. […]
Erschwerend kommt noch hinzu, dass Putin seit seiner Wiederwahl die Entstehung einer "Eurasischen Union" vorantreibt. Hierbei handelt es sich weniger um eine Neuauflage der Sowjetunion, als vielmehr um eine Kopie der früheren "Europäischen Gemeinschaft" (EG), also um den Versuch, im postsowjetischen Raum eine Wirtschaftsgemeinschaft zu gründen. Diese eurasische Wirtschaftsgemeinschaft, zu der Belarus und Kasachstan und wahrscheinlich auch Armenien und Kirgisien gehören werden, würde aber wahrscheinlich auch kulturelle und politische Standards entwickeln. Das klingt zunächst wenig dramatisch. Doch es würde praktisch bedeuten, dass Zentraleuropa aufhört die einzige verbindliche Interpretation Europas zu sein. […]  
Die Ukraine wäre somit der ideale Partner für Russland, um eine eigenständige und zweite Interpretation der europäischen Kultur zu entwickeln. Und deshalb sind die Vertreter einer starken EU so erpicht darauf, die Ukraine Russland wegzunehmen. […]
Die Entwicklung der Presse in den letzten 25 Jahren ist das wohl drastischste und traurigste Beispiel der kulturellen Erosion, die Europa zu verzeichnen hat. Wenn es um Außenpolitik geht, werden die Menschen einfach nicht mehr über die simpelsten Fakten informiert. Die Presse scheint ihre Aufgabe zunehmend darin zu sehen, Feindbilder zu etablieren. Die Journalisten sammeln sich wie um eine Fahne, um die Interessen eines Lagers, meist der neokonservativen Fraktion im Westen, abzubilden und blenden dabei alle übrigen Fakten und Perspektiven aus, als ob sie nicht existieren würden. Eine Aufklärung über die Geschichte eines Konflikts, bestehende Interessensgegensätze, potentielle Gefahren et cetera findet nicht mehr statt. Selbst gestandene Politiker und Diplomaten, die noch während der Wiedervereinigung Strategien der Entspannungspolitik vertraten, haben heute Probleme, in der Presse zu Wort zu kommen.[…]

Man kann zumindest sagen, dass jene 25 Jahre, in denen das westliche Zivilisationsmodell keinem Vergleich und keiner Konkurrenz mehr ausgesetzt war, ihm schlecht bekommen sind. Durch das Wegbrechen des kritischen Potentials der Universitäten, Kirchen, Gewerkschaften und der Presse ist zunehmend eine Gesellschaft entstanden, die nur noch Einheitsperspektiven zu allen möglichen Themen zulässt.
Diese heute in der Presse vertretene Einheitsperspektive führt zu einer Einschüchterung des Denkens insgesamt und damit zu einer Abnahme der intellektuellen Freiheit. Man spürt das im Alltag, etwa im Zuge wissenschaftlicher Debatten, die heute an den Universitäten geführt werden. Es existiert eine Angst vor dem Überschreiten echter oder imaginärer roter Linien und dies führt letztlich zu einer verstärkten Selbstzensur. Dadurch ist es in den westlichen Staaten zu einer unglaublichen Verödung des kulturellen und öffentlichen Lebens gekommen, und parallel dazu zu einer unfassbaren Verflachung der Politik. 
dazu aus der Rede von Wladimir Putin bei der Münchner Sicherheitskonferenz (09.-11.02.2007) (Wortprotokoll auf der Seite der AG Friedensforschung der Universität Kassel):
Die Menschheitsgeschichte kennt natürlich auch Perioden monopolaren Zustandes und des Strebens nach Weltherrschaft. Alles war schon mal da in der Geschichte der Menschheit. Aber was ist eigentlich eine monopolare Welt? Wie man diesen Terminus auch schmückt, am Ende bedeutet er praktisch nur eines: es gibt ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Stärke, ein Entscheidungs-Zentrum.
Es ist die Welt eines einzigen Hausherren, eines Souveräns. Und das ist am Ende nicht nur tödlich für alle, die sich innerhalb dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört.


- Ex-US-Botschafter über Ukraine-Krise „Das ist ein Familienstreit“ (taz, 09.09.2014, gefunden bei den NachDenkSeiten)
Putins aktuelle Politik ist die Folge von Provokationen des Westens, sagt Jack Matlock, ehemaliger US-Botschafter in Moskau.

Serenading the cattle with my trombone (Lorde - Royals) [4:14]
Veröffentlicht am 03.08.2014 

siehe dazu auch:
- Stratfor: Deutschlands neue Außenpolitik ist „schamlos“ (Deutsch-Türkische Nachrichten, 08.02.2014)
Die Strategen der US-Denkfabrik Stratfor umschreiben die neue aktive Außenpolitik Deutschlands als „schamlos“. Berlin wolle seinen Platz in der Welt einnehmen. Doch das wecke alte Ängste vor dem Nationalismus und der Aggression der Deutschen.
Die US-Denkfabrik Stratfor beäugt Deutschlands Einmischung in die Innenpolitik der Ukraine mit Argwohn.
In einem aktuellen Artikel schreiben Stratfor-Chef George Friedman und Stratfor-Analyst Marc Lanthemann, dass die Staatskrise in der Ukraine eine wichtige Entwicklung sei. Deutschland habe den direkten Kampf gegen Präsident Janukowitsch aufgenommen. Der Präsident der Ukraine hatte sich zuvor dagegen gesträubt, die Beziehungen der Ukraine mit der EU zu festigen.
 zuletzt aktualisiert am 17.09.2014

Montag, 25. August 2014

Samstag, 23. August 2014

Ukraine 18 – Putin als Projektionsfläche für die deutsche Sehnsucht nach dem »Starken Mann«?

Tomasz Konicz hat auf Telepolis (23.08.2014) eine Antwort auf auf den Artikel der Putin-Versteher Mathias Bröckers und Paul Schreyer in Form eines dreiteiligen Artikels (Die Guten und die Bösen, Telepolis, 18.08.2014) über die deutsche Wahrnehmung der Person Wladimir Putins geschrieben:
- Sehnsucht nach dem "Starken Mann"
Wladimir Putin als Projektionsfläche autoritärer deutscher Fantasien 
Was machen Deutschlands Meinungsmacher, wenn sie merken, dass ihre Möglichkeiten, Meinungen in der Bevölkerung zu produzieren, immer weiter erodieren? Sie schieben selbstverständlich Wladimir Putin die Schuld dafür in die Schuhe.
Angesichts des klaffenden Abgrunds zwischen Leitartikel und Kommentarspalten bei der Haltung zur Krise in der Ukraine sah die Süddeutsche Zeitung sich veranlasst, gegen eine Armee von "Putin-Trollen" zu Felde zu ziehen: Hunderte von bezahlten "Manipulatoren" versuchten, "weltweit die Meinung in sozialen Netzwerken und in Kommentar-Bereichen wie auch bei Süddeutsche.de im Sinne des Kreml zu beeinflussen", klagte die SZ im Juni.
Zitat:
Dieser Abgrund zwischen den tatsächlichen Vorgängen in der Ukraine und der primitiven antirussischen Propaganda in deutschen Massenmedien hat gerade zur breiten Opposition gegenüber der westlichen Interventionspolitik in der Ukraine, sowie zurEmpörung über diese platte Propagandakampagne in weiten Bevölkerungsschichten beigetragen. Deutschlands Meinungsmacher haben sich bei ihrer Berichterstattung weitgehend selbst diskreditiert - der Vertrauensverlust gegenüber den Massenmedien ist kein Werk von "Putin-Trollen", er ist in den Redaktionsstuben "hausgemacht" worden. 

- Kalter Krieg oder Neoimperialismus? 
Wir wissen nun: Der deutsche Putinfan wünscht sich von der Politik vor allem gute Showeinlagen und hält Menschenrechte für eine kulturelle Marotte des "Westens". Zudem scheint es der Fangemeinde des russischen Präsidenten, als ob der "Kalte Krieg" nie so richtig zu Ende gegangen sei. Der "verfrüht beendet" geglaubte Kalte Krieg erlebe in der Ukraine eine "Neuauflage", die wiederum mit Stellvertretern ausgefochten werde, schreiben die Autoren in ihrer Einleitung. Ein "Kalter Krieg" setzt ja bekanntermaßen die Existenz zweier unterschiedlicher Gesellschaftssysteme voraus, wie das System des sowjetischen Staatssozialismus und das des westlichen Kapitalismus. Da Russland sowohl auf politischer wie wirtschaftlicher Ebene eindeutig Teil des kapitalistischen Weltsystems und mit diesem eng verflochten ist - welchen Sinn würden sonst die aktuellen Wirtschaftssanktionen machen? -, würde diese Aussage nur dann einen Sinn machen, wenn man die Ideologie Moskaus und des Westens für bare Münze nehmen würde - Menschenrechtsimperialismus gegen den russischen Traditionalismus. 
Zitat:
Tatsächlich war die Ukraine schon nach dem Krisenausbruch 2008 wirtschaftlich stark angeschlagen. Das Land befand sich Anfang dieses Jahres aufgrund zunehmender Leistungsbilanzdefizite am Rande einer Staatspleite, was Janukowitsch dazu nötigte, sich zwischen einer Einbindung in die russische oder die europäische Einflusssphäre zu entscheiden (Ukraine am Abgrund). Und selbstverständlich spiegelt sich in der nun anbahnenden ukrainischen Tragödie die objektive Systemkrise des kapitalistischen Weltsystems, das aufgrund permanent voranschreitender Produktivitätssprünge an eine innere Schranke seiner Reproduktionsfähigkeit stößt und eine ökonomisch "überflüssige Menschheit" auf globaler Ebene produziert. Die Ukraine stellte somit schon vor dem westlich gesponserten Regierungsumsturz einen sozioökonomischen Leichnam dar, um den die neoimperialen Geier aus Ost und West kreisten. Die westliche "Verschwörung" zum Sturz Janukowitsch konnte nur deswegen erfolgreich sein, weil die Ukraine in eine Phase krisenbedingter Instabilität eintrat.

Für die Putinfans wie auch die russische Propaganda stellen somit US-amerikanische Verschwörungen die Triebkraft der überall um sich greifenden Kriege und Krisen, und nicht die eskalierenden inneren Widersprüche des Spätkapitalismus. Dieser Verschwörungsglaube mündet folgerichtig in einen Antiamerikanismus, der in den USA den Urquell aller derzeitigen Krisen und Verwerfungen sieht. 

- Neudeutscher Alternativimperialismus 
Unstrittig ist, dass die Vereinigten Staaten seit der Erlangung ihrer Stellung als Welthegemon in zahllosen Kriegen und Interventionen die breiteste Blutspur in der Weltgeschichte nach 1945 hinterlassen haben. Doch ist diese Stellung der USA als globale Hegemonialmacht, die der "unsichtbaren Hand" des Weltmarktes immer wieder mit der eisernen Faust ihrer Militärmaschinerie zum Durchbruch hilft, nicht neu. Seit seiner Ausbildung des kapitalistischen Weltsystems haben immer wieder Großmächte die Stellung einer Hegemonialmacht erobert; dies ist ein konstitutionelles Merkmal des Kapitalismus. Vor den USA hatte beispielsweise Großbritannien diese Stellung inne, und die britische Kolonialpolitik gegenüber Indien war nicht weniger massenmörderisch als etwa der Krieg der USA in Vietnam.
Zitat:
Somit finden alle möglichen politischen Kräfte in der Bundesrepublik in Russland ihre Projektionsfläche. Der orthodoxe deutsche Kommunist freut sich, wenn sowjetische Fahnen am 8. Mai in Moskau wehen, während der Nazi sich für einen Ideologen wie Alexander Dugin erwärmen kann, der einen erzreaktionären Kulturalismus predigt und gemeinsam mit Mathias Bröckers die Menschenrechte für "westliche Wertvorstellungen" hält. Die Vermischung alter sowjetischer Ästhetik mit stockkonservativer Politik in Russland macht diese breite, spektrumsübergreifende Identifikation mit Putin hierzulande erst möglich. Deswegen bildete die Ukraine-Krise auch die Initialzündung, mit der Tendenzen zur Bildung einer Querfront zwischen "linken" und rechten Kräften in Deutschland im Rahmen der sogenannten Montagsdemos aufkamen (Gemeinsam gegen Rothschild?).


Ich bin mit diesem Artikel nicht besonders glücklich. Er ähnelt einem Kommentar, der sich krampfhaft um Ausgewogenheit bemüht und deshalb meint, nach allen Seiten austeilen zu müssen. Was mich bewogen hat, überhaupt mit meinen Posts über die Ukraine zu beginnen, war die unverblümte Unausgewogenheit der »Bericht«-erstattung in den deutschen Medien. Zum einen war in den meisten Fällen zwischen Nachrichten und deren Interpretation nicht zu unterscheiden, zum anderen entsetzten mich die reflexhaften und borniert von jeglicher Selbstreflexion freien Schuldzuweisungen an Russland. 
Wo in unseren Leitmedien ist zuzm Beispiel Kritik geübt worden an der äußerst langwierigen Untersuchung der russischen Lastwagenkolonne? Einer der Kommentatoren des Artikels fragte: »Fünf Lastwagen am Tag? Wonach haben die denn gesucht? Nach Higgs-Bosonen?« Wo beklagen sich Spiegel oder Zeit darüber, dass der russische Konvoi so langsam abgefertigt wird? Aber nun, da Putin die Zeit zu lang wurde und der Convoy einfach losgefahren ist, wird nur über Taktik reflektiert.

- Russischer Hilfskonvoi fährt ohne Eskorte des Roten Kreuzes in die Ukraine (Telepolis, 22.08.2014)
Das Komitee berichtet, die kämpfenden Parteien hätten keine ausreichenden Sicherheitsgarantien gegeben. Kommt es nun zur Konfrontation?
Zitat:
Man darf davon ausgehen, dass Kiew den Start des Konvois möglichst lange zu verhindern oder hinauszuziehen versuchte. Da die ukrainischen Streitkräfte derzeit gegenüber den Separatisten trotz großer Verluste erfolgreich zu sein scheinen, würde der weitere Vormarsch gefährdet, da eine Einstellung der Kämpfe notwendig wäre. Das würde den Separatisten zugute kommen, zudem wäre die russische Hilfslieferung natürlich auch eine Propaganda für die prorussischen Separatisten. 

Jeder halbwegs intelligente Mensch wird sich bei der Einseitigkeit der Berichterstattung in den deutschen Medien nach dem Grund dieser Einseitigkeit fragen. Jeder halbwegs intelligente Mensch wird sich fragen: warum wird über die angeblich in die Ukraine eingedrungenen 23 gepanzerten russischen Fahrzeuge berichtet und nicht darüber, dass das anscheinend eine Ente war? Keine der Fragen, die sich ein halbwegs intelligenter Mensch stellt, wurde von unseren Leitmedien zufriedenstellend beantwortet. Jeder halbwegs intelligente Mensch fragt sich: Warum machen wir da unten in der Ukraine überhaupt rum? Jeder halbwegs intelligente Mensch fragt sich: Warum stellen sich unsere Medien diese Fragen nicht?
Und jeder intelligente und interessierte Mensch, der in den Leitmedien keine zufriedenstellende Antwort findet, begibt sich auf die Suche im Internet.


Zbigniew Brzezinski: Die graue Eminenz der US-Politik - Monitor 21.08.2014 - die Bananenrepublik [8:26]

Veröffentlicht am 22.08.2014
Bananenrepublik auf http://www.facebook.com/Stimmbuerger - Google+: https://plus.google.com/u/0/106701079... und https://twitter.com/Stimmbuerger Quelle: http://www1.wdr.de/daserste/monitor/s...
Zweiter-Upload-Kanal: http://www.youtube.com/user/Bananenre...
Backup-Kanal: http://www.youtube.com/user/diebanane...


mein Kommentar: 
endlich mal wieder was Vernünftiges und Kritisches aus den Öffentlich-Rechtlichen!

Zitate aus dem MONITOR-Bericht: 
NATO-Generalsekretär Rasmussen (02.07.2014):
»In den letzten fünf Jahren hat Russland seine Verteidigungsausgaben um 50 Prozent erhöht, während die NATO-Staaten im selben Zeitraum ihre Verteidigungsausgaben um durchschnittlich 20 Prozent gekürzt haben.«

Militärausgaben laut SIPRI
(Bildschirmphoto)
Sprecher Monitor: »Allein diese vier NATO-Länder [Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA] hatten im letzten Jahr das Neunfache [896 mio US $] an Militärausgaben im Vergleich zu Russland.«

siehe dazu auch:
- Rasmussen plant superschnelle Nato-Eingreiftruppe... (Telepolis, 27.08.2014)
...und neue Militärbasen in Osteuropa: "Die Quintessenz lautet: Sie werden in Zukunft mehr Nato-Präsenz im Osten sehen" 
Der Nato-Gipfel, der nächste Woche, am 4. und 5. September, in Wales stattfinden soll, wird von der britischen Regierung angekündigt wie eine Show mit internationalen Stargästen - "President Obama, Chancellor Merkel, and President Hollande" - und einem Spruch, der Anklänge an das Intro eines Kampf-der-Imperien-Films hat:  "Der Gipfel ist eine Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Nato weiterhin an der vordersten Front operiert, um Stabilität in einer unvorhersehbaren Welt aufzubauen." 
Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen greift vor seinem Abschied, den er gegenwärtig in mehreren Interviews mit dem Bemühtsein um große Perspektiven zelebriert, zu globalen Action-Wörtern: "Wir stehen nun einem profunden Klimawechsel gegenüber. Das braucht mehr Investition." Darunter versteht Rasmussen einen " readiness action plan", wie er dem Guardian gegenüber erklärte.

Mein Kommentar:
Wie westliche Politiker nach dem Debakel in Afghanistan, den 1,5 Millionen Toten im Irak und dem Auftauchen von ISIS davon reden können, die Nato baue Stabilität in einer unvorhersehbaren Welt auf, ist mir unbegreiflich. ISIS wir vorgeworfen, mit unvorstellbarer Grausamkeit zu agieren. War dann die flächendeckende Anwendung von Agent Orange in Vietnam humaner? Sind die 1,5 Millionen Iraker dann ganz zivilisiert getötet worden? Ist der 50minütige Todeskampf eines zu Tode Verurteilten in den USA denn humaner als die Abschlachtung des Journalisten James Foley
Für wen ist denn die Welt unvorhersehbar? Für den als rechts konservativ eingestuften verstorbenen Journalisten Peter Scholl-Latour, der dem Afghaistan-, dem Irak-Krieg und dem arabischen Frühlung von vorneherein äußerst skeptisch gegenüberstand? Oder für US-Präsidenten wie George W. Bush – und inzwischen auch Friedensnobelpreisträger Barack Obama –, die den Terrorismus ausmerzen wollen, aber anscheinend keine Ahnung haben, wie er zustande kommt?
Das westliche Wirtschaftssystem hält die Welt im Würgegriff!
siehe dazu: Jean Ziegler, ein wahrhaftiger Mensch (Post vom 10.09.2013)

Jeder halbwegs intelligente und interessierte Mensch stellt sich angesichts der Zustandes unserer Medienlandschaft die Demokratiefrage. Und genauso wie sich unsere Politiker jetzt wieder bei der ISIS-Frage durchwursteln (Helmut Schmidt: »muggling through«), habe ich in den letzten Jahren zunehmend das Gefühl, dass sich unsere Politiker immer häufiger einfach nur noch durchwursteln. (Ganz konkret: Wieviele Meldungen und Diskussionen findet man, in der gefragt wird: Was sollen wir tun? Wem sollen wir wieviele und welche Waffen geben? Und in wievielen Sendungen oder Artikeln stellt sich jemand die Frage, was die Leute da eigentlich wollen und warum?) Die Demokratiefrage zu stellen bedeutet aber nicht – und diesen Schluss zieht Konicz –, gegen Demokratie zu sein.
Konicz glaubt zu wissen, der deutsche Putin-Fan wünsche »sich von der Politik vor allem gute Showeinlagen«, hielte »Menschenrechte für eine kulturelle Marotte des ›Westens‹« und glaube, der »Kalte Krieg« sei nie so richtig zu Ende gegangen.

Da, gebe ich zu, trifft er mich vielleicht: ich bin im Verlauf des Ukraine-Konflikts zu einem Putin-Fan geworden (ich denke, er regiert ein unregierbares Land und sieht sich einer gefährlichen Krake – in der Gestalt des militärisch-industriellen Komplexes der USA – gegenüber), glaube, daß der Westen selbst die von ihm propagierten Menschenrechte unangenehm häufig mit Füßen tritt, freue mich über »Show-Einlagen«, die die Propaganda aus Kiew und der NATO demaskieren und frage mich angesichts der US-amerikanischen Politik der letzten 50 Jahre inzwischen tatsächlich, ob der »Kalte Krieg« jemals zu Ende war. Aber genauso wenig, wie ich mir angesichts meiner Kritik am seit über 60 Jahren andauernden repressiven Verhalten der Israelis den Palästinensern gegenüber Antisemitismus unterstellen lasse, habe ich keine Lust, mir Antiamerikanismus unterstellen zu lassen. (Warum wird man in Deutschland, wenn man das Verhalten der Israelis, der Amerikaner oder von Ausländern kritisiert sofort in die »Anti«- oder die -»feindlich«-Schublade gesteckt?) Das Konicz zum Ende seines Artikels noch den Schwenk zu den inneren Widersprüchen des Spätkapitalismus schafft, rettet diesen holprigen Artikel nicht wirklich…

Heute vor 1380 Jahren – 23. August 634: Omar I. begründet das islamische Reich

Die Nachfolger des Propheten 

Mit der Lehre des Islam hatte der Prophet Mohammed die arabische Welt revolutioniert. Als er 632 in Medina starb, war die Arabische Halbinsel im Zeichen Allahs geeint. Doch Mohammed hatte keine direkten männlichen Nachkommen. Wer sollte sein Nachfolger werden? Seine engsten Vertrauten wählten Abu Bakr, an Mohammeds Sterbebett das Gebet zu führen. Abu Bakr nahm den Titel »Kalif« an: Das Wort bedeutet sowohl »Nachfolger« als auch »Stellvertreter« (Allahs). 
»Die vier rechtgeleiteten Kalifen« (Osmanische Miniatur, 16. Jh.)

Schon zwei Jahre später folgte Omar I. (592-644) als zweiter Kalif. Unter seiner Regentschaft stiegen die Araber in die Reihe der Großmächte auf. Die Heere Omars eroberten Persien, Syrien und Ägypten. Es entstand ein Reich, in dem der Kalif im Namen Allahs die Gemeinschaft der Muslime politisch und religiös regierte. Mit den unterworfenen Völkern wurden Verträge geschlossen, die die Verwaltung des riesigen Herrschaftsgebiets möglich machten. Den Christen wurde die Ausübung ihrer Religion gestattet, solange sie die Oberherrschaft des Kalifen anerkannten. 

Was am 23. August noch geschah: 
1990: Die Volkskammer der DDR beschließt mit großer Mehrheit den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Freitag, 22. August 2014

Heute vor 30 Jahren – In Südafrika wird das Wahlrecht erweitert

»One man, one vote« 

Bei den freien Wahlen, die auf das Ende des weißen Apartheidregimes (1990/91) in Südafrika folgten, zeigte sich immer wieder das gleiche Bild: In Schlangen steht die schwarze Bevölkerung vor den Wahllokalen, es herrscht eine Art Volksfeststimmung und noch immer verstehen es viele als Privileg, wählen zu dürfen. Die Wahlbeteiligung war und ist entsprechend hoch und erreicht Werte, die in Europa und den USA nur selten verzeichnet werden. 
 
Schlange von Wählern vor einem Wahllokal in Johannesburg (Foto, 2009)


Der Weg zum Wahlrecht war lang für die Farbigen in Südafrika. Das weiße Regime Südafrikas hatte die Bevölkerung 1950 per Dekret in drei Rassen eingeteilt: Weiße, Bantu (Schwarzafrikaner) und Coloured (Farbige, weder Weiße noch Bantu). Die einheimischen Schwarzafrikaner besaßen bis in die 1990er-Jahre keinerlei Wahlrecht bei  Wahlen im »Kernland«. Die Unterstützung der Farbigen wollte sich das weiße Regime durch eine Verfassungsänderung sichern, die den Farbigen für 1984 erstmals das Wahlrecht zusprach, jedoch nur für eine eigene Kammer. Anlässlich des Protests der schwarzen Bevölkerung betonte die Regierung, das von den Schwarzen geforderte Prinzip »One man, one vote« (Ein Mensch, eine Stimme) werde es niemals geben. Zehn Jahre später war das Regime verschwunden.   

Wahlen 1994
 ▪︎ African National Congress (ANC) gewinnt die Mehrheit
 ▪︎ Nelson Mandela wird Regierungschef
 ▪︎ Südafrika überwindet politische Isolation
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Donnerstag, 21. August 2014

Riesiger Roboterschwarm kann Buchstaben formen

Bin ich schon am richtigen Platz? Über komplexe Rechenprozesse kann sich jeder von tausend kleinen "Kilobots" passgenau in eine vorgegebene Formation fügen. Wer falsch hocken bleibt, bekommt einen Hinweis vom Nachbarn.
Tausend kleine Roboter bewegen sich vibrierend über eine Fläche und bilden allmählich den Buchstaben K oder einen Stern. Dabei ist ihr Weg nicht einprogrammiert, stattdessen folgen sie einfachen Regeln. Dieses Kunststück ist Wissenschaftlern der Harvard-Universität in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gelungen. Wie sie den Roboterschwarm dazu brachten, in Selbstorganisation flächige Strukturen zu bilden, beschreiben Michael Rubenstein und sein Team im Fachjournal Science.
mehr beim Newsticker von heise.de (15.08.2014)

Bemerkung von mir: Das müßte man doch auch irgendwie militärisch nutzen können! Schwärme von 2-Euro-Münzen großen Robotern! Die kann man ja auch ganz schlecht abschießen! Hat jemand eine Idee, was man damit machen könnte?

- Groteskes Kriegsgerät – Waffen des Wahnsinns (SPIEGEL Online, 17.18.2014)
Kamikaze-Fledermäuse, Flugzeugträger aus Eis und Bomben, die schwul machen: Die beiden Weltkriege brachten Ingenieure und Erfinder aller Nationen auf die bizarrsten Ideen - manche schlicht verrückt, andere einfach nur skrupellos. einestages zeigt die absurdesten Kriegsgeräte.
"Der Ballon war nach dem Start nur wenige Minuten lang sichtbar", notierte Major Teiji Takada im November 1944, "dann entschwand er als ein Fleck am Himmel - wie ein Stern am Tag." Trotz der poetischen Beschreibung entließ der Offizier der neunten japanischen Armee an diesem Herbsttag keinen romantischen Gruß in die Lüfte, sondern einen Sprengsatz. Es war der erste Vorbote eines japanischen Großangriffs auf die Westküste der USA. 

Sogenannte Ballon-Bomben waren der aufwendigste Versuch der Japaner, den Schrecken des Kriegs bis vor die Haustüren der amerikanischen Bürger zu tragen. Mit den starken winterlichen Winden schickten Hitlers asiatische Verbündete bis zum Frühling 1945 rund 9000 an Ballons montierte Sprengsätze in Richtung Amerika. Mit dem Angriff per Zufallsprinzip wollten sie die US-Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. 10.000 Menschen seien den explosiven Flugobjekten zum Opfer gefallen, große Brände hätten eine Panik in der Bevölkerung ausgelöst, posaunte die japanische Propagandamaschine über das Radio. 
Die Realität war weit ernüchternder: Tatsächlich wurden nur 300 der gefährlichen gasgefüllten Flugobjekte in den USA gesichtet. Zwei der Bomben gingen gar in Japan selbst herunter, allerdings ohne jemanden zu verletzen. So forderte der Luftballon-Großangriff insgesamt nur sechs Leben - auch wenn der Tod dieser besonders tragisch war: Am 5. Mai 1945 starben fünf Kinder und eine Frau bei einem Ausflug in der Nähe von Lakeview, Oregon. Der Sprengsatz ging hoch, als die neugierige Gruppe versuchte, die merkwürdige Konstruktion aus dem Wald zu schleppen. 

Bemerkung zur Überschrift: Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode…

- 20 Momente - Irre Experimente – Durchbrüche der Durchgeknallten (SPIEGEL Online, 19.01.2010)
Was passiert, wenn drei Menschen, die sich für Jesus halten, in einem Raum sitzen? Und wie reagieren Elefanten auf eine Riesendosis LSD? Manchmal stellen Wissenschaftler irre Fragen - und finden erstaunliche Antworten. einestages präsentiert 20 der verrücktesten Experimente des 20. Jahrhunderts.
Manchmal wird Wissenschaft zur Grenzerfahrung. Etwa, wenn der Forscher mit einer Schlinge um den Hals einen Meter über dem Boden baumelt, während sein Gesicht erst rot anläuft, dann blau, ihm die Sicht verschwimmt und es schließlich in den Ohren zu pfeifen beginnt. 1905 publizierte der rumänische Gerichtsmediziner Nicolas Minovici seine "Studie über das Erhängen". Um herauszufinden, wie sich diese Todesart anfühlt, nahmen er und seine Assistenten sich einige Male selbst einen Strick. "Die Verletzungen des Halses waren von großer Vielfalt", notierte Minovici nüchtern seine persönlichen Erfahrungen als Erhängter, "nach dem letzten Experiment hatte ich einen Monat lang Schmerzen".


- Geheime Kriegstaktik – Aufmarsch der Gummiarmee (SPIEGEL Online, 20.04.2010) 
Mit aufblasbaren Panzern und Trucks zog nach dem D-Day eine streng geheime US-Spezialeinheit schutzlos in den Krieg, um der Wehrmacht Fallen zu stellen. Noch heute wirft diese unbekannte "Geisterarmee" Rätsel auf: Rettete sie Zehntausenden das Leben - oder täuschte sie eher die eigenen Truppen?
Die zwei französischen Zivilisten trauten ihren Augen nicht. Im September 1944 waren sie in der Grenzregion zu Luxemburg von US-Soldaten angehalten worden. Die GIs fragten misstrauisch, was sie hier wollten, doch die Franzosen hörten kaum zu. Denn was sie hinter der Patrouille erspähten, verschlug ihnen den Atem: Dort liefen vier Soldaten zu einem Sherman-Panzer, bückten sich, hoben den Panzer mühelos hoch, drehten ihn in die andere Richtung - und stellten ihn wieder hin.  


- Erfinder – Jagd nach dem Todesstrahl (SPIEGEL Online, 18.11.2009)
Mit grellen Lichtblitzen pulverisieren Superhelden und Bösewichter in Science-Fiction-Filmen gern ihre Gegner - längst sind diese Phantasiewaffen Teil der Kinokultur. Doch ihre Ursprünge sind ernst: Seit rund hundert Jahren werkeln Forscher und Exzentriker an todbringenden Strahlenkanonen.
Es war 7.14 Uhr, als am 30. Juni 1908 über den Wäldern Zentralsibiriens der Himmel explodierte. Semen Semenjow sollte später berichten, er habe eine gigantische Feuerwalze über dem Wald gesehen, von der eine enorme Hitze ausging. "Dann verdunkelte sich der Himmel, es war ein heftiger, dumpfer Schlag zu hören, und ich wurde nach hinten geschleudert", berichtete er. Es folgte ein so gewaltiges Krachen, "als würden Kanonen abgefeuert, und die Erde bebte".   
 

MK-ULTRA - Dressierte Killer [28:35]
Hochgeladen am 15.06.2011 
Deckname Artischocke - Geheime Menschenversuche

Wolfgang Bittner, Vom Leben


Was hattest du erwartet?

Gesundheit, Erfolg, Reichtum?

Vielleicht Zuneigung oder sogar Liebe?

Das hattest du dir so gedacht
oder wenigstens erhofft.

Aber die Wege führen ins Unbestimmte,

manche direkt ins Unglück,

pass auf was du sagst, was du tust,

achte auf die Windrose.

Du musst dich arrangieren,

lerne es beizeiten!

Wer mit dem Strom schwimmt

spart seine Kräfte.

Dennoch hast du es nicht in der Hand:

Denk an Hiroshima, an Auschwitz,

denk an Tschernobyl, an Fukushima;

manchmal bebt die Erde

oder es schlagen Raketen ein,

womöglich Meteoriten aus dem fernen Blau,

groß wie ein Fußballfeld.

Mag sein, du hast ein bisschen Glück

und die Freude kehrt ein
für Stunden, für Tage, für Monate,
niemals für immer.

Denn so ist das Leben,

schau nur genau hin:

Die Gesetzgeber morden,

die Polizei ist kriminell,

die Beamten sind korrupt,

die Richter lügen.

Du weißt gar nichts,

du lebst auf dünner Scholle,

die Menschen sind wie ein Wind.

Was hattest du denn erwartet?

gefunden bei den NachDenkSeiten

Eskalation beim Spiegel

Zuletzt wollten die Ressortleiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel einen neuen Chefredakteur. Jetzt kontert Wolfgang Büchner: Nach Informationen der Berliner Zeitung will er neue Ressortleiter. Alle Posten sollen neu ausgeschrieben werden. Doch wie reagiert die Mitarbeiter KG?
Am Dienstag wurde die Mitarbeiter KG, der der Verlag zu 50,5 Prozent gehört, kurzfristig von Geschäftsführer Ove Saffe zu einer Sitzung gebeten….
Nun liegt es an der KG: Sollte sie sich dem Ansinnen verweigern, stehen sowohl Saffe als auch Büchner vor ihrem mit hohen Abfindungen versüßten Abgang. Sollte die KG mehrheitlich zustimmen, dürfte die Redaktion auf die Barrikaden gehen. Am Mittwochabend wollte Büchner sich den Print- und Online-Ressortleitern erklären. Zum Treffen wollten die Ressortchefs eine Resolution mitbringen, in der die Redaktion ihm ihr Misstrauen aussprechen. Von möglicher Arbeitsniederlegung ist die Rede…
Quelle: Berliner Zeitung

Anmerkung U.D.: Es wird der Eindruck erweckt, dass es um Strukturen zwischen Print und Online geht und  hierzu die personellen Voraussetzungen geschaffen werden sollen. Die eigentlichen Probleme sind jedoch die Inhalte der Veröffentlichungen und die ungesicherten Meldungen, verbunden mit den unübersehbaren Qualitätsverlusten. Die NDS hatten in dieser Woche die leichtfertige Arbeitsweise des Spiegels kritisiert –  an Hand der angeblichen Vernichtung eines Konvois von Militärfahrzeugen aus Russland in der Ukraine.
gefunden bei den NachDenkSeiten

Die Wall Street entdeckt die Ungerechtigkeit

Für linke Ökonomen ist es eine Binse. Jetzt aber warnt auch die Ratingagentur Standard & Poor’s: Zu große Einkommensunterschiede schaden der Wirtschaft.
Der Report heißt “Wie die wachsende Ungleichheit das Wirtschaftswachstum der USA dämpft, und mögliche Wege, den Trend zu ändern”.
Für die Politik ist die Studie gleich mehrfach interessant. Die Vereinigten Staaten haben sich immer noch nicht von den Folgen der tiefen Wirtschaftskrise erholt, die auf den Zusammenbruch des Immobilienmarkts folgte. Dass es so lange dauert, könnte an der zunehmenden sozialen Ungleichheit im Land liegen, schreibt Standard & Poor’s-Chefökonomin Beth Ann Bovino. Sie und ihr Team glauben zudem, dass die ungleiche Verteilung der Einkommen die größten Wirtschaftskrisen der Geschichte erst möglich gemacht hat.
Im Umkehrschluss heißt das: Eine Politik gegen die Einkommensunterschiede könnte nicht nur die Konjunktur befeuern, sondern auch vor künftigen Krisen schützen – wenn sie klug gemacht ist.
Quelle 1: Zeit.de
Quelle 2: How Increasing Income Inequality Is Dampening U.S. Economic Growth, And Possible Ways To Change The Tide, Global Credit Portal

gefunden bei den NachDenkSeiten
 

Islamischer Staat: Vom Westen befreit

Westliche Aggressionen in Nah- und Mittelost und Hilfen wichtiger regionaler Verbündeter des Westens haben den Aufstieg der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) erst möglich gemacht. Dies zeigen Beobachtungen von Experten. Wie ein Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) erläutert, hat sich der IS-Vorläufer “Al Qaida im Irak” erst nach dem US-geführten Überfall auf den Irak (“Befreiung von Saddam”) zu einer “schlagkräftigen Organisation” entwickeln können. Erst die Zerrüttung Syriens in dem auch von Deutschland befeuerten dortigen Krieg (“Befreiung von Assad”) hat es dem IS-Vorläufer “Islamischer Staat im Irak und der Levante” (ISIL) ermöglicht, ganze Landstriche unter Kontrolle zu bekommen und sich eine Machtbasis für die weitere Expansion zu schaffen. Ohne finanzielle und logistische Hilfen aus Saudi-Arabien und der Türkei, also von zwei engen Verbündeten des Westens, hätte der IS seine heutige Stärke nicht erlangen können. Wie die SWP berichtet, gebe es sogar “Hinweise darauf, dass der Grenzverkehr zwischen dem IS-Territorium in Syrien und der Türkei” – also mutmaßlich auch die Lieferung von Nachschub – noch heute “sehr ausgeprägt” sei. Westliche Regierungen bereiten unterdessen einen “langen Militäreinsatz” gegen den IS vor.
Quelle: German-Foreign-Policy

 gefunden bei den NachDenkSeiten

attac-Manifest von Lindau – über Zustand und Perspektiven der Wirtschaftswissenschaften

Erklärung des Wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland anlässlich der 5. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften mit 18 Nobelpreisträgern am 19. -23. August 2014
Der Wissenschaftliche Beirat von Attac Deutschland nimmt die Lindauer „Tagung der Wirtschaftswissenschaften“ zum Anlass, sich über den Zustand und die Perspektiven der Wirtschaftswissenschaft zu äußern.
Quelle: attac [PDF - 214 KB]

gefunden bei den NachDenkSeiten

Wikipedia: Rudolf Hickel

siehe dazu auch:
- Sparpolitik Share on print Share on email More Sharing Services Nobelpreisträger: Mit dem Euro kann es keinen Aufschwung geben (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 24.08.2014)
Angela Merkels Sparpolitik für Europa bekommt von den zur Zeit in Lindau versammelten Wirtschafts-Nobelpreisträgern desaströse Noten. Doch nicht nur Deutschland ist für die Wissenschaftler ein Problem: Sie zweifeln an der Sinnhaftigkeit des Euro und fachen damit eine neue Diskussion über die Währungsunion an. 
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch auf dem Lindauer Nobelpreisträgertreffen, dass man Haushaltskonsolidierung und Wachstum recht gut zusammenbekommen kann, wie die deutsche Erfahrung zeige. 
Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass es angesichts der demografischen Situation in Europa besonders wichtig ist, auf eine Null bei der Neuverschuldung hinzuarbeiten. Sie spielte damit auf die langfristig schrumpfende Zahl der Steuerzahler an. Das geht zumindest aus ihrer Rede hervor. 
Die in Lindau weilende Wirtschaftsnobelpreisträger äußerten sich dazu allerdings kritisch. Joseph Stiglitz (Nobelpreisträger 2001) bezeichnete die Sparpolitik in Europa als „desaströsen Fehler“. Austerität verhindere den Aufschwung in der Eurozone und sei auch verantwortlich dafür, dass Italien nun zum dritten Mal (seit 2008) in die Rezession rutsche.

OFFENER BRIEF VON DEUTSCHEN NAHOST-EXPERTEN ZUR GAZA-KRISE

Wir, deutsche Nahostexpertinnen und -experten, beschäftigen uns professionell mit der Entwicklung in den besetzten palästinensischen Gebieten. Wir setzen uns im Bereich der Wissenschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Demokratie-, Friedens- und Menschenrechtsarbeit vor Ort in den besetzten palästinensischen Gebieten und in Deutschland für die Schaffung eines unabhängigen, demokratischen Staates Palästina, der in Frieden mit Israel und seinen Nachbarn leben kann, ein.
Über einem Monat haben wir einem zerstörerischen Krieg zusehen müssen, der alle diese Anstrengungen zunichte macht und auf Monate, möglicherweise auf Jahre hinaus die Entwicklungsperspektive des Gazastreifens beeinträchtigt und Hoffnungen auf einen dauerhaften Frieden in Nahost schmälert. Wir verurteilen die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele. Gewalt, die sich gegen Zivilisten richtet, ist weder von militanten palästinensischen Gruppen noch von Seiten Israels zulässig….
Quelle: Offener Brief

Geschichtsfrage




Mittwoch, 20. August 2014

Islam – Die totalitäre Religion

Moderne Zivilisation bedeutet die freie Gesellschaft des christlich-jüdischen Kulturkreises. Der Islam aber scheint wie eine reaktionäre Zeitmaschine zu funktionieren
 
Wie lautete er gleich wieder, jener Satz des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos, den Papst Benedikt XVI. bei der ominösen Regensburger Vorlesung im September 2006 zitierte? „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“
Für den damaligen Bischof von Rom wurde der Auftritt zum PR-Desaster. Wie steht es heute mit dem acht Jahre alten Zitat, mit dem 600 Jahre alten Satz? Bewahrheitet sich die Aussage nicht tagtäglich? Der Islam wütet durch nahezu sämtliche Regionen, die er religiös bestimmt: Massaker unter Muslimen, Terror gegen Andersgläubige, Entführung von Mädchen, Erniedrigung von Frauen, Vernichtung von Kulturgut, Versklavung von Arbeitern. Die Liste ist endlos. Der Islam beherrscht die Nachrichten, noch immer und weiterhin.
mehr: Islam – Die totalitäre Religion (Cicero, 19.08.2014)