Dienstag, 23. Oktober 2018

Deutschland im Herbst 2018

Deutschland im Herbst ist ein Episodenfilm, der sich mit der bundesdeutschen Gesellschaft zur Zeit des RAF-Terrorismus unmittelbar nach dem „Deutschen Herbst“ 1977 auseinandersetzt. Die Arbeit an der Gemeinschaftsproduktion von elf verschiedenen Regisseuren des sogenannten Neuen Deutschen Films – unter ihnen Rainer Werner FassbinderVolker Schlöndorff und Alexander Kluge– begann bereits Ende 1977; 1978 wurde die Collage aus teils dokumentarischen, teils szenisch erzählenden Episoden erstmals gezeigt.
Die Rahmenhandlung des Films spielt in der Woche nach dem 18. Oktober 1977, der „Todesnacht von Stammheim“, wobei das Staatsbegräbnis für Hanns Martin Schleyer, die Schweigeminuten am Fließband des Daimler-Benz-Werks in Stuttgart, Gespräche mit Arbeitern und die Beerdigung der toten Terroristen von Stammheim gezeigt werden. Andere Episoden zeigen eine junge Geschichtslehrerin, die sich mit den Folgen des Radikalenerlasses konfrontiert sieht, oder beschreiben in kurzen Szenenabfolgen die angespannte, fast hysterische Atmosphäre in der Bevölkerung. Rainer Werner Fassbinder interviewt seine Mutter Liselotte Eder, deren politischen Konformismus er vehement kritisiert. Ein verletzter Mann (Terrorist ?) läutet an der Wohnungstür einer Pianistin und bittet um Hilfe. Man sieht viele Polizeiuniformen, eine Szene mit schwerbewaffneten Zollbeamten an einem deutschen Grenzübergang nach Frankreich, Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über ein Herbstmanöver der Bundeswehr 1977. Volker Schlöndorff spielt sich selbst in einer unter anderem von Heinrich Böll entworfenen Episode als Theaterregisseur, dessen Aufführung der Antigone von Sophokles zensiert wird, weil die Darstellung des antikenStoffes als Aufruf zur Gewalt und zum Terrorismus interpretiert werden könnte.
Schlöndorff, der wie Böll und die anderen Regisseure wegen des Films kritisiert worden war, meinte über seine Arbeit an Deutschland im Herbst:[1]
„Nach so einer Arbeit mit diesem Film, nach den Erfahrungen, die man dabei macht, fragt man sich nicht mehr, warum gibt es sogenannte Terroristen, sondern wie kommt es, daß es nicht viel mehr gibt. Wie kommt es, daß nicht alle um sich schlagen.“
[Deutschland im Herbst, Wikipedia, abgerufen am 23.10.2018 – Hervorhebung von mir]
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Ken Jebsen über Wikipedia und Dirk Müller (720p) {4:51}

Tiefighter
Am 22.10.2018 veröffentlicht 

uncreative collection – gelöscht
Am 17.10.2018 veröffentlicht 
KenFM: https://www.youtube.com/user/wwwKenFMde
Original Video: https://youtu.be/ib_uI6-mT_w
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Schaut bei KenFM vorbei!
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siehe auch:
- Selbstbesoffenheit des Mediensystems (Post, 10.10.2018)
- Wikipedia – Lexikon der Lügen (Post, 10.10.2018)
- Desinformation über Desinformationskampagnen (empfehlenswert!) (Post, 10.10.2018)
- Der Chor des Hasses (Post, 09.10.2018)
»Lieber Kollege, die verzweifelte Frau mit dem Veilchen, die Ihnen gegenüber sitzt, mag sehr beeindruckend sein. Sie werden aber nicht umhinkommen, sie irgendwann zu fragen, wie sie’s geschafft hat, ihren Mann so wütend zu machen.« 
[Mein Supervisor und Ausbilder während einer Supervision]
Mein Kommentar:
Nirgendwo, aber absolut NIRGENDWO habe ich eine Rezension über die Hass-Aufführung, eine Kritik oder einen Kommentar gelesen. Ganz Deutschland suhlt sich in der Betroffenheits-Trance…
… und besser man verbrennt sich nicht die Finger…

Die armen Politiker! 75 Jahre nach dem Wunder von Bern sind sie endlich so wichtig geworden wie Sepp Herberger, der nach der WM-Vorrunde 1954 ebenfalls Drohbriefe erhielt. 
Glaubt jemand ernsthaft, Giovanni di Lorenzo würde mit Profi-Fußballern solch einen Bohei veranstalten?
Wir wissen alle, daß das eine bestimmte Sorte von Menschen sind, die sich in ihren Briefen dermaßen entgrenzt ausdrücken. 
Wir wissen, daß, wenn jemand nach einem verlorenen Fußballspiel Sepp Herberger  oder einem Profi-Fußballer nahelegt, sich eine Kugel in den Kopf zu jagen, der wohl nicht ganz bei Trost ist. Aber jetzt so einen Aufstand mit Krokodilstränen draus zu machen zeigt nicht nur eine fragwürdige Betroffenheitsdemonstration sondern auch eine entlarvende Blindheit.

»Realität wird immer von beiden Seiten hergestellt.«[s.o.]
Wo fragt sich jemand, WESHALB wohl so viele Leute so wütend auf Politiker sind. Mit dem moralischen Zeigefinger zu winken ist ja sowas von billig. Natürlich! Solche Briefe sind fast unerträglich, ich möchte sowas auch nicht geschickt bekommen. Trotzdem muß der Schritt getan und gefragt werden: 
Was hat so viele so wütend gemacht?
Es ist wieder die alte Taktik: ausgrenzen statt verstehen. Es ist ja so viel einfacher, Bundestagspräsident Jenninger, Eva Herman oder Thilo Sarazin aus der öffentlichen Wahrnehmung zu entfernen oder Ken Jebsen, Dirk Pohlmann und Daniele Ganser bei Wikipedia runterzuschreiben als die Büchse der Pandora zu öffnen! Das Verhältnis zwischen Aufgeregtheiten und Verstehen-Wollen verschiebt sich weiter zugunsten der Aufgeregtheiten und der moralischen Zeigefinger…
Das macht’s nicht besser…

100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges. Über das Gemetzel der weißen Herren.

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Lettre International“ berichtet der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski über das „Schlachten im Ersten Weltkrieg“ und die politischen Spätfolgen. Hier eine Zusammenfassung des Essays. Von Heiko Flottau.

Im „Großen Krieg der weißen Männer“ (so nannte Arnold Zweig den Ersten Weltkrieg) wurden keine Schlachten geschlagen, in denen eine Armee den Sieg davontrug, Territorien eroberte und den Krieg zu einem schnellen Ende brachte. Im Gegenteil. In dem von Historikern etwas verharmlosend als „Stellungskrieg“ charakterisierten Geschehen wurden, zumindest an der Westfront, Menschen und Tiere über Jahre regelrecht abgeschlachtet, ohne dass ein Ende dieses Gemetzels sichtbar gewesen wäre, das den Krieg zu einem frühen Ende geführt hätte. Dieses eigentlich unvorstellbare Szenario beschreibt einhundert Jahre nach dem von Historikern als „Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts“ bezeichneten Krieg der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski in der Herbstausgabe der europäischen Kulturzeitschrift „Lettre International“.[1]

In der Geschichte industriellen Tötens sei der Erste Weltkrieg die „zweite große Attacke auf das Leben“ gewesen, schreibt der Autor; eine Generation zuvor „wurde in den Union Stockyards, den Schlachthöfen von Chicago, die mechanisierte Massentötung im Stundentakt erstmals in Szene gesetzt, am Vieh“. In den Schützengräben des Ersten Weltkrieges , „Pferche und Unterstände der anderen Art, wiederholte sich das Gemetzel am Menschen. In Ypern, vor Verdun oder an der Somme wurden keine Schlachten geschlagen, es wurde geschlachtet“, schreibt der Autor. Nachdem die weißen Herren jahrhundertelang die Völker in den von ihnen eroberten Ländern, Kolonien genannt, ausgebeutet, erniedrigt und vielfach getötet hatten, „fielen die Herren der weißen, der westlichen Zivilisation nun mit gleicher Brutalität übereinander her – nicht ohne zynische Zwangsrekrutierung von Mitstreitern aus dem Reservoir eben jener unterworfenen Völker“.

mehr:
- 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges. Über das Gemetzel der weißen Herren. (Heiko Flottau, NachDenkSeiten, 23.10.2018)

[Doku] ZDF History - Der Erste Weltkrieg in Farbe [HD] {41:54}

TheDokuDude
Am 11.11.2012 veröffentlicht 
ZDF History - Der Erste Weltkrieg in Farbe
Alle Rechte Legn beim ZDF!
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Montag, 22. Oktober 2018

Giulia Farnese [1474-1524] und Papst Alexander VI.

Giulia Farnese (* 1474 in Canino oder Capodimonte; † 23. März 1524 in Rom), genannt la Bella, war eine der Mätressen des Borgia-Papstes Alexander VI. und Schwester von Papst Paul III.
[Giulia Farnese, Wikipedia, abgerufen am 16.12.2018]
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Später nutzte die Familie Farnese den Einfluss der langjährigen Mätresse Giulia Farnese auf den Papst, um insbesondere deren Bruder Alessandro Farnese in der kirchlichen Hierarchie aufsteigen zu lassen. Im Alter von 25 Jahren wurde dieser tatsächlich zum Kardinal ernannt. Der beim römischen Volk mit den Ausdrücken „Cardinale Gonella“ („Kardinal Röckchen“) und „Cardinal Fregnese“ („Kardinal Möse“) verhöhnte junge Mann sollte mehr als 30 Jahre später als Paul III. zum mächtigen Papst der Gegenreformation werden. Diesen Aufstieg verdankte Alessandro Farnese vor allem seiner Schwester Giulia, die schon mit 15 Jahren zur Geliebten Rodrigo Borgias wurde, als er noch Kardinal war. Wie der Schreiber der Kurie süffisant anmerkte, nannte der römische Volksmund die römische Schönheit, die sich auch während Alexanders Pontifikat an seiner Seite zeigte, blasphemisch „sponsa christi“ („Braut Christi“).
Die Vielzahl der dem neuen Papst nachgesagten Exzesse rief Kritiker auf den Plan. Ihr prominentester Vertreter wurde schließlich der Dominikaner Girolamo Savonarola in Florenz, der sich anfangs noch um ein gutes Einvernehmen mit Alexander bemühte und keine Bedenken hatte, ihm offiziell zur Hochzeit seiner Tochter Lucrezia zu gratulieren. Er forderte jedoch später sowohl die Absetzung des Papstes wie auch kirchliche Reformen und predigte: „Ihr Kirchenführer, … nachts geht ihr zu euren Konkubinen und morgens zu euren Sakramenten.“ Bei einer späteren Gelegenheit meinte er: „Diese Kirchenführer haben das Gesicht einer Hure, ihr Ruhm schadet der Kirche sehr. Ich sage euch, diese halten nichts vom christlichen Glauben.“
Um Savonarolas Schweigen zu erkaufen, bot ihm Alexander VI. die Kardinalswürde an. Savonarola lehnte ab, woraufhin er exkommuniziert und in der von ihm abgefallenen Stadt Florenz verhaftet, erhängt und verbrannt wurde.
[Alexander VI., Wikipedia, abgerufen am 16.12.2018]
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Journalist Andreas Englisch | NDR Talk Show | NDR {15:42}

ARD
Am 22.10.2018 veröffentlicht 
Seit mehr als 30 Jahren gewährt der Journalist Andreas Englisch Einblicke hinter die Mauern des Vatikans. Nun hat er ein Buch über sein ganz persönliches Rom veröffentlicht.
http://www.ndr.de

Vermutliche Darstellung Giulia Farneses auf dem Grabmal Pauls III.
[Wikipedia]
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Giulia Farneses Grab ist unbekannt. Dennoch soll sich bis heute ein Abbild von ihr erhalten haben und zwar ausgerechnet im Petersdom in Rom. Als Teil des links vom Hochaltar befindlichen Grabmals des Papstes Paul III., geschaffen vom Bildhauermeister Guglielmo della Porta, glaubten schon Zeitgenossen, eine Statue seiner Schwester, der „Bella Giulia“, zu erkennen.[14] Der Stein sei so lebendig und voll erotischer Ausstrahlung gewesen, dass immer wieder junge Männer vor ihm zu „unsittlichen Handlungen“ hingerissen wurden. Um 1600 ließ daher der Vatikan diese liegende, ursprünglich nackte Figur mit einem Metallhemd aus Blei bekleiden, das sich noch im 18. Jahrhundert gegen ein Trinkgeld entfernen ließ.
[Giulia Farnese, Leben nach dem Tod Papst Alexanders VI., Wikipedia, abgerufen am 17.12.2018]
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Mätressen Die geheime Macht der Frauen Die Geliebte des Papstes Teil 1/3 {43:10}

S H
Am 05.04.2014 veröffentlicht 

siehe auch:
- Die Geliebte des Papstes (ARD, 22.05.2010)
- Die Feiertagslüstlinge (Matthias Heine, Welt, 22.05.2012)

Sphinx ‐ Savonarola ‐ Der schwarze Prophet {51:15}

Lucel Iphring
Am 09.10.2015 veröffentlicht 

siehe auch:
- Aristoteles und Phyllis (Wikipedia)

Deutschland im Herbst 2018

Kein eigenständigen Gespräche innerhalb der Bundeswehr mehr mit Abgeordneten

Just zu dem Moment, wo das Verteidigungsministerium von einer Berateraffäre erfasst wird, teilt Ursula von der Leyen (CDU) den Soldaten und Beamten der Bundeswehr mit, dass ihnen eigenständige Kontakte mit Bundestagsabgeordneten untersagt seien.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll den Soldaten und Beamten der Bundeswehr eigenständige Kontakte mit den Abgeordneten des Deutschen Bundestags untersagt haben, wie aus einem vertraulichen Schreiben des Parlamentsreferates im Verteidigungsministerium an die Mitarbeiter des Ressorts hervorgehe.

Ein Ministeriumssprecher widersprach unterdessen der Darstellung, es bestehe ein Zusammenhang mit strittigen Einsätzen externer Berater im Bundesverteidigungsministerium. Die Mail sei vorher versandt worden. Darin wurden die Angehörigen des Ministeriums aufgefordert, »Gesprächsbitten aus dem parlamentarischen Raum« zunächst an das Parlamentsreferat zu übermitteln.

Es wurde darauf hingewiesen, dass sich diese Pflicht aus der Geschäftsordnung des Ministeriums ergebe: »Für die Teilnahme eines Angehörigen des Ministeriums an einem Gespräch dienstlichen Inhalts mit Abgeordneten« sei »grundsätzlich die Zustimmung des zuständigen Staatssekretärs herbeizuführen«. Das gelte nicht nur für das Ministerium, sondern auch für »nachgeordneten Dienststellen/Ämter«.

Die Geschäftsordnung des Wehrressorts sehe vor, dass Kontakte ins Parlament im voraus angemeldet und erlaubt werden müssen. Die neue Mail will dieses Redeverbot auf die Mitarbeiter nachgeordneter Behörden und Ämter auszuweiten, für welche die Geschäftsordnung nicht unmittelbar gelte. Kein Soldat oder Beamter dürfe demnach mehr ohne Erlaubnis mit einem Abgeordneten sprechen.
mehr:
- Ursula von der Leyen (CDU) erteilt Soldaten Maulkorb (Die Freie Welt, 22.10.2018)
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siehe auch:
- Deutschland im Herbst (Wikipedia)
Alle Jahre wieder (Lorenz Hemicker, FAZ, 21.10.2018)
- Von der Leyen: Wirbel um angeblichen „Maulkorb“ für Bundeswehr-Mitarbeiter (Lorenz Hemicker, FAZ, 21.10.2018)

Hitler und die amerikanischen Eliten

CIA stellt Geheimbericht von 1942 über den großen Diktator online

Falls Guido Knopp Material über seinen bewährten Evergreen sucht, kann er sich nunmehr auch aus dem Online-Archiv des US-Auslandsgeheimdienstes bedienen. Vergangene Woche stellte die CIA, welche das Archiv ihres Vorgängers OSS verwahrt, ein Psychogramm über Adolf Hitler von 1942 ins Netz. Einige Medien berichteten über die Veröffentlichung, streiften allerdings vorwiegend die Boulevardthemen. Offenbar ausgelassen wurde die Frage, warum die CIA das Material überhaupt zurück gehalten hatte, obwohl darin ernsthafte Staatsgeheimnisse gar nicht enthalten sind. Historikern war das Material offenbar bereits seit 2000 zugänglich.

Deutsch-amerikanische Traditionen

Eine Erklärung für die lange Zurückhaltung dürfte in den Interessenkonflikten zu suchen sein, welche die von OSS und CIA repräsentierte US-Elite mit den Nazigrößen plagten. Historiker blenden gerne die in den 1930er Jahren enge Beziehung der rechtskonservativen Wallstreet mit Berlin aus (Blinde Flecken in transatlantischer Loge). Für ihre deutschen Mandanten richtete etwa die New Yorker Anwaltskanzlei des späteren CIA-Direktors Allen Dulles im Waldorf Astoria einen Empfang aus, um den Krieg gegen England angemessen zu feiern, dem man damals auf nur drei Monate schätzte. Noch 1939 zelebrierten 20.000 Mitglieder des Amerikadeutschen Bundes den Aufstieg des Nationalsozialismus, so etwa auf einer Großveranstaltung im Madison Square Garden. Diese Bilder wirken heute so unwirklich wie eine Szene aus der TV-Serie „The Man in the High Castle“.

Dementsprechend pikant war dann auch die Hauptquelle des Geheimdienstberichts, nämlich der deutsch-amerikanische Geschäftsmann Ernst Sedgwick Hanfstaengl. Der US-Bürger mit dem Spitznamen „Putzi“ war einst ein Klassenkamerad des späteren US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt gewesen. Hanfstaengl war mit US-Industriellen bestens verdrahtet und fungierte als Hitlers Auslandspressechef. Der Geschäftsmann hatte Hitler Anfang der 1920er Jahre mitfinanziert, ihn beim „Marsch auf die Feldherrenhalle“ begleitet und sich während der Haft in Landsberg um seinen Schützling gekümmert. Der umtriebige Hanfstaengl hatte sich auch als Komponist verwirklicht.

Nach der „Machtergreifung“ musste Hanfstaengl wegen einer Parteiintrige nach London fliehen, wo er für den eigentlich selbst ultrarechten Milliardär William Randolph Hearst eine Abrechnung mit Nazideutschland verfasste. 1942 erstellte Hanfstaengl für die USA psychologische Profile über NS-Personal und beriet hierzu US-Präsidenten Roosevelt persönlich. Dem OSS half er bei Zersetzungskampagnen, in denen man Hitler bei seinen Soldaten lächerlich machen und die Deutschen zum Aufgeben bewegen wollte. Doch nachdem Hanfstaengl seine Schuldigkeit getan hatte und seine Anwesenheit in Washington zur Presse durchgesickert war, schickte man den US-Bürger 1944 in britische Kriegsgefangenschaft.

mehr:
- Hitlers Torten (Markus Kompa, Telepolis, 22.10.2018)

Wer hat Hitler finanziert? Prof. Antony Sutton hat gründlich nachgeforscht. {9:43}

Veitblog
Am 28.11.2013 veröffentlicht 
Einen Teil der Geschichte konnte man in der DDR lernen. Allerdings eben nur einen Teil. Die ganze Geschichte hörte man auch da nicht...
Quelle: http://youtu.be/imTdIPhjgU8
http://www.youtube.com/user/sleepisdeath
http://recentr.com

siehe auch:
- Hitler und das Geld (Post, 14.10.2011)

Sonntag, 21. Oktober 2018

Ken FM – ZUR SACHE: China – Greift der Drache nach der Pole-Position?

Das Projekt One Belt, One Road (OBORchinesisch 一帶一路 / 一带一路Pinyin Yídài Yílù ‚Ein Band, Eine Straße‘, neuerdings Belt and Road, da „One“ zu negativ besetzt war) bündelt seit 2013 die Interessen und Ziele der Volksrepublik China unter Staatspräsident Xi Jinping zum Auf- und Ausbau interkontinentaler Handels- und Infrastruktur-Netze zwischen der Volksrepublik und zusammen 64 weiteren Ländern AfrikasAsiens und Europas. Die Initiative bzw. das Gesamtprojekt betrifft u. A. rund 62 % der Weltbevölkerung und ca. 35 % der Weltwirtschaft.[1][2]
Umgangssprachlich wird das Vorhaben auch „Belt and Road Initiative“ (B&R, BRI) bzw. ebenso wie das Projekt Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia (TRACECA) auch „Neue Seidenstraße“ (新絲綢之路 / 新丝绸之路,  Xīn Sīchóuzhīlù) genannt. Es bezieht sich auf den geografischen Raum des historischen, bereits in der Antike genutzten internationalen Handelskorridors „Seidenstraße“; zusammengefasst handelt es sich um zwei Bereiche, einen nördlich gelegenen zu Land mit sechs Bereichen unter dem Titel Silk Road Economic Belt und einen südlich gelegenen Seeweg namens Maritime Silk Road.
[One Belt, One Road, Wikipedia, abgerufen am 22.10.2018]
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ZUR SACHE: China – Greift der Drache nach der Pole-Position? {1:18:44}

KenFM
Am 21.10.2018 veröffentlicht 
Heute präsentieren wir die Premiere unseres neuen Formats "ZUR SACHE".
Bei diesem Format geht es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. Gäste mit unterschiedlichsten persönlichen Hintergründen stellen sich der Debatte zu brandaktuellen politischen Themen – eine packende Darbietung „lebendiger Demokratie“.
Es existieren geo- wie gesellschaftspolitische Ereignisse, die in den klassischen Medien wenig bis keinerlei Erwähnung erfahren.
Ob bewusst so gehandelt wird, oder ob es vermeintlich keinerlei Interesse für entsprechende Themen gibt, obliegt der Einschätzung des Betrachters.
KenFM möchte mit diesem Format diese Lücke schließen und in regelmäßigen Abständen die vom Mainstream vernachlässigten Themen den interessierten Zuschauern zukommen lassen.
Das Thema der ersten Sendung lautet: China – Greift der Drache nach der Pole-Position?
China, das unbekannte Riesenreich mit 1,4 Milliarden Bewohnern. Jeder fünfte Mensch auf diesem Planeten ist ein Chinese.
Allein durch diese Tatsache stellen sich Fragen:
Was bedeutet das Projekt "One Belt, One Road"? Warum baut China in Thüringen eine Batteriefabrik? Wie ist das momentane Verhältnis von Russland zu China? Was sind die Folgen für Europa, bei einem Handelskrieg zwischen den USA und China? China: eine Konfliktregion oder die kommende Wirtschaftssupermacht?
Als Diskussionsteilnehmer waren im Studio:
Ernst Wolff: Journalist und Finanzexperte
Florian Kirner: Historiker und Politischer Aktivist
Claudio Grass: Unternehmer und Publizist
Inhaltsübersicht:
00:01:21 Die Historie Chinas und seiner Verbindungen mit dem Westen
00:15:37 Alte und neue Bindungen zwischen Währungen und Erdöl
00:26:52 Die russisch-chinesischen Beziehungen
00:41:03 Die Brennpunkte Nordkorea und Iran bei der Verschiebung globaler Machtansprüche
01:09:47 Chancen und Risiken der aktuellen Situation
Buchempfehlungen aus der Sendung:
Carroll Quigley: Tragödie und Hoffnung
Zbigniew Brzezinski: Die einzige Weltmacht
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19.05.2011 | Ist der Gold-Dinar der wahre Grund für den Militäreinsatz gegen Libyen? {3:39}

Kopp Verlag
Am 13.05.2011 veröffentlicht 
Manche glauben, es ginge um den Schutz der Zivilbevölkerung. Andere halte das Erdöl für den eigentlichen Grund. Aber einige sind davon überzeugt, dass es bei der Intervention in Libyen nur um Währungsfragen geht, insbesondere um die Pläne Gaddafis zur Einführung des Gold-Dinar als einheitliche afrikanische Gold-Währung.

zu Gaddafi siehe auch:
- Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator (Post, 23.07.2016)

China und die neue Seidenstrasse {11:45}

antikriegtv2
Am 21.02.2015 veröffentlicht 
AntikriegTV 2
Antikrieg TV http://www.antikrieg.tv
http://www.facebook.com/antikriegtv
ANTIKRIEG.TV Deutschsprachige Medienbeiträge sowie ins Deutsche übersetzte, ausgewählte Beiträge z.B. von Democracy Now (USA), Russia Today, Telesur (Lateinamerika)
Gleichzeitig empfehlen und verweisen wir auf deutschsprachige Nachrichtenseiten, wie Weltnetz.TV, Kontext TV, Hintergrund, Junge Welt, Nachdenkseiten und Beitrage der Occupy Bewegung

Wer hat mehr macht? China und USA im vergleich {11:49}

Dokumentation Deutsch
Am 22.09.2015 veröffentlicht 
7773

Chinas neue Seidenstraße | Weltspiegel-Reportage {28:25}

ARD
Am 20.06.2016 veröffentlicht 
Die Geschichten der legendären Seidenstraße erzählen von Abenteurern, großen Karawanen und vom Handel mit seltenen Waren zwischen damals noch fremden Welten. Diese Zeiten schienen lange vorbei. Doch nun feiert die Seidenstraße ein Comeback.

Seidenstraße 2.0 - Chinas Weg zur Weltspitze | Arte Doku [HD] {53:44}

Oragen Baum
Am 12.10.2017 veröffentlicht 
Die "Neue Seidenstraße" ist eines der mit Abstand ehrgeizigsten Vorhaben des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Ziel des gigantischen Projekts ist der Bau einer Verkehrsverbindung von Asien nach Europa: 10 000 Straßenkilometer, eine Eisenbahntrasse für den Gütertransport und eine Seeroute sollen von Westchina über Kasachstan, den Ural und Moskau bis nach Europa führen.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist China als international wichtigste Exportnation nicht mehr von der Weltbühne wegzudenken. Doch angesichts zunehmender militärischer Spannungen im Chinesischen Meer und nordkoreanischer Drohgebärden wird die Erschließung alternativer Handelsrouten für China überlebenswichtig. Das Land richtet den Blick mit Nachdruck gen Westen, nach Mittelasien mit seinen vielen Ressourcen und nach Europa, das noch immer der wichtigste Handelspartner ist. Die Seidenstraße 2.0 soll auf über 10.000 Kilometern China über Kasachstan und Russland mit Europa verbinden. Der Bau der Straße mit parallel verlaufender Schienenverbindung beginnt schon heute in Chongqing, einer im Landesinneren gelegenen Megacity, die nur ein Beispiel für den Wirtschaftsboom der letzten 30 Jahre ist. Die hier hergestellten Produkte sollen in einigen Jahren problemlos bis zu den europäischen Kunden gelangen. Doch der Ausbau gilt nicht nur als Geschenk für Chinas Exporteure. Auch rurale Gebiete im Westen des Landes sollen von der neu installierten Infrastruktur profitieren, wie zum Beispiel die Provinz Xinjiang, die vom stetigen Wirtschaftswachstum der letzten Jahre nur wenig mitbekommen hat. Aber Chinas Ambitionen reichen weiter als seine Landesgrenzen. Die geplante Neue Seidenstraße führt auf dem Weg durch Kasachstan an reichen Erdölfeldern vorbei. Dort soll die Förderung gestärkt und somit Chinas steigender Energiebedarf gesichert werden. Und mit einer Verlängerung der Trasse bis an den Rand des Urals kann Peking bis nach Russland vorstoßen. Doch es ist nicht sicher, ob der einstige große Bruder die Ausweitung der chinesischen Machtsphäre bis nach Mittelasien und Europa mit Wohlwollen begegnen wird. In Form eines geopolitischen Roadmovies beleuchtet die Dokumentation den tiefgreifenden Wandel im eurasischen Machtgefüge. Und auch die Europäer werden früher oder später zu Chinas neuem „Soft-Imperialismus“ Stellung beziehen müssen.
Besetzung und Stab
Regie: Laurent Bouit
Land:Frankreich
Jahr:2016
Herkunft:ARTE F

Abenteuer Seidenstraße - Iran - Mörder, Kaiser und die Heiligen Drei Könige | HD | Arte {25:57}

Hans Wurst
Am 14.12.2017 veröffentlicht 
In dieser Folge: Im Iran führt Alfred de Montesquiou seine Reise nach Kaswin, eine wichtige Station an der Seidenstraße. Die Stadt mit knapp 400.000 Einwohnern liegt an den Ausläufern des imposanten Elburs-Gebirges und gilt als Tor zum historischen Persien an der Grenze zu den kurdischen und aserbaidschanischen Regionen im Westen und Norden des heutigen Iran.
Auch in der nächsten Stadt geht Alfred de Montesquiou auf den Basar. In Kaswin ist dieser in einer alten Karawanserei, in dem sich regelrechte Boutiquen befinden. Aus der Übernachtungsmöglichkeit an der Seidenstraße hat sich der Basar entwickelt, in dem die Reisenden den Einheimischen ihre Waren abkauften. Er erinnert an die Glanzzeit von Kaswin als Hauptstadt des Iran. Mit seiner Begleitung, der jungen Journalistin Atefe Hosseini, spricht er dabei über das, was die Iraner von heute noch mit der Geschichte der Seidenstraße verbindet.
Nicht weit vom Basar entdeckt Alfred de Montesquiou das Rathaus, das der Seidenstraße sogar ein eigenes Büro, ein Sekretariat für die Seidenstraße, gewidmet hat. Vor rund zehn Jahren hat eine NGO namens World Citizens Organization von Korea aus eine Initiative gestartet. Sie wollte die Bürgermeister der Städte, die an der Seidenstraße liegen, zusammenbringen und Diskussionen anregen – mit dem Ziel, die Seidenstraße wieder aufleben zu lassen. Und zwar nicht nur im verkehrstechnischen Sinn, sondern auch kulturell. Alfred de Montesquiou trifft den Vertreter der Organisation, Hooman Babapoor.
Weit außerhalb der Stadt, auf einer Höhe von 2.000 Metern besichtigt Alfred die Ruinen von Alamut, einer Bergfestung, die von Hassan Sabah eingenommen wurde, dem Begründer der ismailitisch-nizaritischen Sekte der Assassinen. Der Name kommt daher, dass Hassan Sabah seine jungen Rekruten Haschisch rauchen ließ. Dann schickte er sie für ein paar Tage in einen wunderschönen Garten mit Jungfrauen und so weiter und gaukelte ihnen vor, dies sei das Paradies. Anschließend setzte er die Rekruten auf Entzug und befahl ihnen, seine Feinde zu ermorden. Hassan Sabah gilt als der Erfinder des Selbstmordattentats.
Von der Einsamkeit des Elburs-Gebirges stürzt sich Alfred de Montesquiou in den Hexenkessel Teheran. Diese pulsierende Megalopolis ist ein Symbol für den Geschäftssinn der Perser und später der Iraner. Sie kontrollierten die Routen der Seidenstraße, die von Indien und China bis in die heutige Türkei und nach Europa führten.

Folker Hellmeyer: Die neue Seidenstraße Moskau-Peking - eine Bedrohung für den Westen? {13:36}

Privatinvestor TV
Am 10.09.2015 veröffentlicht 
Wenn wir dieser Tage über die Lage an den Börsen sprechen, müssen wir auch über die Politik reden! Denn es sind nicht mehr nur die Unternehmen selbst, die mit ihren Umsätzen und Gewinnen die Kurse bewegen. Nein, es sind zunehmend die Politiker, die Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen - sei es in der Griechenland-Krise, der Ukraine-Frage, den Russland-Sanktionen, oder auch der Flüchtlingskrise. Der Chef-Analyst der Bremer Landesbank Folker Hellmeyer weist im Interview mit PrivatinvestorTV auch auf die interessante Achse Moskau-Peking und das Entstehen einer "neuen Seidenstraße" zwischen beiden Metropolen hin.

Chinas neue Seidenstraße: „Vergleichbar mit dem Marshall-Plan in Europa“ {2:46}

WELT
Am 15.05.2017 veröffentlicht 
China will die alte Seidenstraße neu beleben und damit die eigene Wirtschaft kräftig ankurbeln. Auch Anleger in Deutschland können von dem gewaltigen Infrastruktur-Projekt profitieren. Wie, das beantwortet Alexander Berger.
Help us caption & translate this video!
http://amara.org/v/6yku/

Hellmeyer zu money.de: "Den USA droht eine Katastrophe" {10:33}

WELT
Am 06.06.2016 veröffentlicht 
Mehrere Gespenster gehen um in den USA: Von Megaschulden bis zu einer Immobilienblase, welche Gefahren Folker Hellmeyer am meisten fürchtet. Und wie schlimm es wirklich um die USA steht. Das rät der Chefanalyst der Bremer Landesbank Anlegern jetzt ...

siehe auch:
Get Ready for BRICS plus Germany (Post, 23.08.2015) 

Chin Meyer erklärt Markus Lanz "Finanzblasen" {5:24}

chinmeyer
Am 10.07.2012 veröffentlicht 
Ich möchte an dieser Stelle mal stellvertretend allen danken, die mir wirklich grandioses Feedback zu der Lanz Sendung gegeben haben!! You made my day! Das Ding geht grad richtig durch die Decke, verrückt!

Best of Loriot "Der Lottogewinner" Erwin Lindemann Loriot CLASSICS HD {3:40}

313.666 Aufrufe
Am 09.08.2018 veröffentlicht 
Nicht nur die "Steinlaus" oder die "englische Ansage" haben Loriot und Evelyn Hamann so bekannt gemacht. In dieser Playlist seht ihr die besten Loriot Sketche. RIP Humorgott!
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Eugen W. Smith und Walter Benjamin

Der letzte Held der Silberhalogenide

Die Bewunderung, die Walter Benjamin und seinen Schriften zu Teil wurde und wird, rührt auch vom Nimbus des Intellektuellen als unbeugsamen Essayisten und Schriftsteller her, unbeugsam, was seine Weigerung betraf, andere als literarische Arbeiten zu verrichten. Die Folge war nach dem Scheitern seiner universitären Karriere beziehungsweise Habilitation und den Verfolgungen und seinem Exil während der Nazi-Zeit eine permanente prekäre soziale Lage, hervorgerufen durch finanzielle Notlagen, weit entfernt von jedweden festen Einkommen.

War Walter Benjamin so mehr ein Opfer der sozialen und politischen Verhältnisse in den 1930er Jahren in Deutschland, so war Eugene W. Smith seit den 1950er Jahren eher ein Opfer seiner Hingabe an das Medium der Fotografie, seiner Profession. Ähnlich wie Benjamin litt Smith nach seiner Scheidung von den kommerziellen Bild-Agenturen unter prekären Verhältnissen und finanziellen Notlagen.

mehr:
- Eugen W. Smith und Walter Benjamin (Rudolf Stumberger, Telepolis, 21.10.2018)
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Samstag, 20. Oktober 2018

Das Skripal-Labyrinth

Im „Fall Skripal“ wird die Öffentlichkeit von Politik und Medien belogen und betrogen, dass sich die Balken biegen.

Exakt ein halbes Jahr nach den versuchten Morden an dem Doppelagenten Sergei Skripal und seiner Tochter Julia und nach Monaten mehr oder minder ereignislosem Wartens präsentierte die britische Polizei Fotos und Namen der beiden angeblichen Täter: Ruslan Boschirow und Alexander Petrow. Wenig später wartete das Recherchenetzwerk bellingcat mit der Enthüllung auf, in Wirklichkeit seien die Namen Decknamen für zwei russische Geheimdienstmitarbeiter. Die Bild-Zeitung jubelt: „Skripal-Attentäter arbeitet für Russen-Geheimdienst“ und Spiegel Online konstatiert nüchtern: „Präsident Putin setzt seinen Militärgeheimdienst beim Giftanschlag in Salisbury und bei Hackerangriffen gegen den Westen ein.“

Fall gelöst? Akte geschlossen? Tatsächlich ist der Fall ausgesprochen kompliziert und der Blick auf das tatsächliche Geschehen durch eine Vielzahl von Nebelkerzen, Halbwahrheiten und falschen Fragen verstellt. Daher wird dieser Artikel versuchen, Schritt für Schritt die zentralen Argumente der britischen und der russischen Seite zu präsentieren, Widersprüche aufzuzeigen und den Blick auf die unbeantworteten Fragen zu lenken. Dadurch soll das Labyrinth Skripal etwas übersichtlicher werden, auch wenn das Unterfangen sehr umfangreich und ohne ein eindeutiges Ergebnis sein wird.
mehr:
- Das Skripal-Labyrinth (Andreas von Westphalen, Rubikon, 20.10.2018)
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siehe auch:
- Kaum belastendes Material gegen vermeintliche Skripal-Attentäter (Post, 10.10.2018)
- Desinformation über Desinformationskampagnen (Post, 10.10.2018)
- Der Fall Skripal: Lügen ohne Ende (Post, 07.10.2018)
- Der Presserat ist Teil des Systems (Post, 05.06.2018)

Tagesdosis 20.10.2018 – Der Fall Khashoggi: Was steckt dahinter? (Podcast)

Die mysteriöse Affäre um das Verschwinden des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat alle Qualitäten eines Polit-Thrillers aus der Feder eines Frederick Forsythe oder eines John le Carré. Geht man den bisher bekannt gewordenen Fakten auf den Grund, so stößt man auf ein Netz aus Gewalt, Lügen und Täuschungsmanövern, das es mit jeglicher Fiktion aufnehmen kann.

Khashoggi, 60, hatte am 2. Oktober die saudische Botschaft in Istanbul aufgesucht, um dort Papiere für seine bevorstehende Hochzeit mit einer türkischen Staatsangehörigen zu beantragen. Vor dem Betreten des Gebäudes hatte er seiner Verlobten aus Sorge, dass man ihn vielleicht festhalten werde, die Telefonnummer eines hohen Beraters von Präsident Erdogan gegeben.

In der Tat tauchte Khashoggi nicht wieder auf, so dass seine Verlobte den Berater informierte. Was dann passierte, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer weltweit beachteten Affäre: Türkische Behörden behaupteten, Khashoggi sei in der Botschaft ermordet worden und veröffentlichten Bildaufnahmen eines 15köpfigen saudischen Kommandos, darunter mehrere Mitarbeiter des königlichen Geheimdienstes, das kurz vor Khashoggis Verschwinden an- und kurz danach wieder abgereist war.

Kurze Zeit später meldeten zwei türkische Tageszeitungen, man verfüge über Ton- und Videoaufzeichnungen von Khashoggis Ermordung. Daraufhin verlangte die türkische Regierung für ihre Behörden Zutritt zur saudischen Botschaft, um vor Ort ermitteln zu können. Die Führung in Riad lehnte rundheraus ab und beharrte darauf, Khashoggi habe die Botschaft lebend verlassen, konnte ihre Version der Ereignisse aber nicht belegen.

Als immer größere Zweifel an den offiziellen Verlautbarungen des saudischen Königshauses laut wurden, schaltete sich das Ausland ein. US-Präsident Trump telefonierte mit dem amtierenden Herrscher Prinz Mohammed Bin Salman, der die Dinge nun in ein anderes Licht rückte und davon sprach, Khashoggi sei möglicherweise Opfer eines „außer Kontrolle geratenen Verhörs“ oder eines Mordanschlags durch „skrupellose Killer“ geworden.

Nach dieser unerwarteten Wendung der Ereignisse gestattete die saudische Botschaft in Istanbul den türkischen Behörden, Ermittlungen innerhalb des Gebäudes aufzunehmen. Deren Aussagen zufolge wurden tatsächlich Hinweise gefunden, die auf ein gewaltsames Ende des Journalisten hindeuten.

So abenteuerlich die bisherige (und großenteils nicht durch Fakten belegte) Entwicklung der Affäre klingt, so wichtig ist es, Wirklichkeit und Fiktion auseinanderzuhalten – sowohl was das Opfer, als auch, was die Interessenslagen der verschiedenen Beteiligten angeht.

mehr:
- Tagesdosis 20.10.2018 – Der Fall Khashoggi: Was steckt dahinter? (Podcast) (Kommentar von Ernst Wolff, KenFM, 20.10.2018, Wikipedia-Link von mir)

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Finanzsystem und Steuerbetrug: Wenn Finanzeliten die staatliche Kontrolle unterlaufen

"Größter Steuerraub der Geschichte Europas": Ein Insider spricht erstmals über den organisierten Griff in die Steuerkassen, auch als Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte bekannt.
zur Sendung in der ARD-Mediathek:
Jahrhundertcoup: Angriff auf Europas Steuerzahler (NDR, 18.10.2018)
siehe unten: das erste Video
- "Wir sind aufgetreten als Milliardäre - für einen Tag" (NDR, 18.10.2018)

siehe auch:
- Cum-Ex-Geschäfte: Asoziale Geldmacherei (Jürgen Webermann, ARD, 18.10.2018)
- Cum-Ex: Der Coup des Jahrhunderts ( Manuel Daubenberger, Karsten Polke-Majewski, Felix Rohrbeck, Christian Salewski, Oliver Schröm, ZON, 18.10.2018, beachte auch die Kommentare)
- Ermittlungen gegen Warburg-Bank wegen Cum-Ex-Geschäften ausgeweitet (ZON, 18.10.2018)
- Christian Olearius (Wikipedia)
- Warburg hält an Schifffahrt fest, weist Cum-Ex-Vorwürfe zurück (Stephan Kahl, Welt, 04.06.2018)
- Cum Ex: Vom Ende einer Chose (Günter Salewski, ARD, NDR, 15.01.2018)
Die derzeitige Stimmung in Deutschland: Zufriedenheit im Unbehagen (Post, 10.12.2017)
Cum-Ex-Geschäfte vor der Verjährung (Post, 05.11.2017)
- Cum-Ex-Geschäfte: Die Jagd nach dem verlorenen Steuergeld (Thomas Pany, Telepolis, 03.11.2017)
- Privatbanken: Jetzt auch noch Warburg? (Felix Rohrbeck, Christian Salewski, Oliver Schröm, ZON, 01.12.2016)
- Carsten Maschmeyer: Schmarotzer mit Heiligenschein (Post, 04.03.2016)
- Cum-cum/Cum-ex: Steuerbetrug unter den Augen des Staates (Post, 03.03.2016)


Ende 2008 warnte der französische Senator Jean-Pierre Fourcade, das Etatdefizit des Landes und seine Verschuldung könnten außer Kontrolle geraten. Er äußerte sich hinter verschlossenen Türen bei einem Treffen von konservativen Abgeordneten unter Vorsitz des Präsidenten. Sein Wort hatte Gewicht. Schließlich war Fourcade der letzte französische Finanzminister, der – im Jahr 1974 – einen Budgetüberschuss vorweisen konnte.
In Frankreich hat sich der Autor Antoine Peillon des Themas angenommen und einen Bestseller geschrieben über jene „600 Milliarden, die Frankreich fehlen“. Dafür hat er mit den Methoden des investigativen Journalismus die Praktiken der Schweizer Großbank UBS untersucht. Er kam einem System der organisierten Steuerhinterziehung auf die Spur.
[Splitter23 (unter Punkt »…französisches…«, Bunker99, 11.12.2012)]
Antoine Peillon (franz. Wikipedia)

Von fünf Innsbrucker Seminaristen in Politikwissenschaft kennt keiner den Namen des eben abgewählten französischen Präsidenten. Mehr als jeder vierte Pflichtschulabgänger kann nicht sinnerfassend lesen. Arbeitgeber suchen vergeblich ausreichend gebildete Lehrlings-Kandidaten.
[ebda (unter Punkt »… tiroler akademiker …«, Bunker99, 11.12.2012), off topic?] 

Es ist die moralische Verwahrlosung unserer Wirtschaftseliten, die diese Verwahrlosung nicht einmal verbergen, sondern selbstzufrieden ausstellen. Ein Europa, das von solchen Herrschaften gelenkt wird, ist die Rettung nicht wert. Man kann nicht einmal einen Rettungsversuch verlangen von den Bürgern, die jetzt schon wissen, dass sie am Ende die Dummen sein werden.
[Jens Jenssen, gefunden in: Splitter23 (Bunker99, 11.12.2012)]

Viele sagen jetzt, sie hätten die grosse Krise kommen sehen.
Das war nicht schwer. Es gab ganze Bataillone von Kassandren, die immerzu auf die Labilität der Finanzmärkte hingewiesen haben, aber wer wollte das hören? Wir lebten in einer Frivolitätsphase. Man darf nicht vergessen: Die Moderne ist auf einem Parallelogramm antagonistischer psychopolitischer Energien aufgebaut. Darin ringen frivolisierende, leichtsinnig machende und den Konsum fördernde Kräfte unablässig mit den seriösen, sichernden und down to earth orientierten Tendenzen. Solange die Frivolitätskonjunktur herrschte, war die Stunde der Kassandren nicht gekommen. Aber Kassandren werden ohnehin nie gehört, das Menschenrecht auf Leichtsinn lässt sich zu keiner Zeit unterdrücken.
[Peter Sloterdijk, ebda]
Jahrhundertcoup: Angriff auf Europas Steuerzahler | Panorama | NDR {29:44}

ARD
Am 19.10.2018 veröffentlicht 
"Größter Steuerraub der Geschichte Europas": Ein Insider spricht erstmals über den organisierten Griff in die Steuerkassen, auch als Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte bekannt. Bei den in der Finanzbranche auch als "Tax Deals" bekannten Geschäften werden kurzfristig riesige, oft milliardenschwere Aktienpakete hin- und hergeschoben, um sich Steuern zu Unrecht erstatten zu lassen. Bei Cum-Ex-Geschäften und seinen Varianten wird eine einmal abgeführte Steuer sogar mehrfach erstattet.
Mehr Infos: -- https://daserste.ndr.de/panorama/cume...

Im Kopf des Bankers: Wo jedes Maß verloren ging HD {50:58}

freemindlancer
Am 22.08.2012 veröffentlicht 
Jede Krise hat ihre eigenen Umstände -- die Immobilienkrise von 1990 etwa, die Dotcom-Krise von 2000 oder die UBS-Krise von 2008. Doch all diesen Krisen, auch den aktuellen, ist eines gemeinsam: fatale Fehleinschätzungen der Risiken, die zum Teil das Ausmaß von Realitätsverlusten aufweisen. Warum zeigen sich Banker bloß so wenig lernfähig? "Bis jetzt hatten die Banker wenig Veranlassung, aus Fehlern zu lernen, weil sie gerettet oder jedenfalls nicht sanktioniert wurden", erklärt ein einstiger UBS-Risikomanager. "Leider muss ich als Liberaler schweren Herzens sagen, dass man die Banken an die Kandare nehmen muss", sagt ein anderer, der nach 30 Jahren Bankbusiness ausgestiegen ist. "Ich sah keinen Lebenssinn mehr darin, Reiche noch reicher zu machen." Und ein ehemaliger Investmentbanker wechselte in die Realwirtschaft, weil er den Respekt vor seinen Kollegen verloren hat: "Einige von ihnen hätten auch ihre Großmutter verkauft, um einen guten Deal zu machen." Hans-Peter Portmann, überzeugter Banker und Zürcher FDP-Politiker, ist besorgt ob dem schlechtem Ruf des Bankgewerbes: "Das macht mir sehr zu schaffen, auch viele meiner Kollegen leiden darunter, dass wir heute ein so schlechtes Image haben."  

Domian - Banker packt aus {11:24}

Franxter
Am 23.04.2015 veröffentlicht 
Domian Themenabend 23.04.2015: "Ich kann nicht mehr in den Spiegel schauen"

Die zweifelhaften Deals der Warburg-Bank | Panorama | NDR {9:43}

ARD
Am 04.11.2016 veröffentlicht 
Die Hamburger Privatbank Warburg präsentiert sich als Haus mit Tradition und Werten. Doch das Bild bekommt Risse. Hat die Bank mit dubiosen Geschäften den Steuerzahler geprellt?
http://www.daserste.de

siehe auch:
Halbe Wahrheiten, ganze Lügen (Marcus Hammerschmitt, Telepolis, 09.12.2017)
- Die drei Geistesgifte als Motor des Lebensrades (Post, 02.03.2016)
- Wirtschaft zwischen sozialstaatlicher Demokratie und krimineller Ökonomie (in: NachDenkSeiten, Hinweise des Tages, Punkt 16, 10.06.2011)