Mittwoch, 19. Juni 2019

Vorsicht, Wehrkraftzersetzung!

Einerseits glauben viele, sie hätten alles erkannt und wüssten bescheid. Andererseits jedoch jammern sie und bleiben in ihrer Opfer-Täter-Dynamik verfangen. 
Manfred, 1,98 Meter groß, 115 Kilogramm muskelbepackt, klar definiert, ist hellwach. Er weiß noch genau, wo er am Abend zuvor sein Militärgewehr hingehangen hat. Er steht auf und fühlt den Sand unter seinen Füßen. Auch den Hubschrauber seiner Spezialeinheit, der zu Erkundungsflügen gerade abgehoben hat, hört er. Er sieht aus seinem Zelt den Sonnenaufgang. Plötzlich hört er Feuergefecht, Rufe, Schreie, Maschinengewehrsalven! Der Feind ist im Lager eingebrochen, durchfährt es ihn. Eine Bombe kracht! Rauch und Sand, Körperteile fliegen umher. In seinem Zelt ein feindlicher Soldat, rennt auf ihn zu, umpackt seinen Hals entriegelt eine Handgranate und … . In diesem Moment wird Manfred wach. Er hört Schreie, spürt ein Ziehen und ein Schlagen auf seinem Rücken, sieht sein Messer, das bereit ist zuzustechen. Jetzt, jetzt will er mit aller Wucht auf die unter ihm liegende Gestalt einstechen, da hört und sieht er es. Langsam erkennt er sie. Er liegt auf seiner Frau, ihr tränendurchnässtes Gesicht, ihr Ohgott, Nein!, Manfred, bitte nicht nimmt er wie in Trance wahr. Da spürt er, dass seine kleine Tochter völlig verzweifelt an seinem Hals hängt und ihn ebenfalls anfleht, nicht zuzustechen. In diesem Augenblick wirft er sein Messer seitwärts weg, rollt wimmernd aus seinem Bett und schreit weinend sich die Kehle aus seinem Leib. Im selben Moment zieht er seine Pistole aus dem Halfter, die auf seinem Rücken befestigt ist und hält sich den Lauf vor die Schläfe. Papi, hört er fast wie aus mehreren Kilometern entfernt in seinem Kopf, Paaapppiiii, dann fällt er zur Seite, in einen tiefen Schlaf hinein.
mehr:
- Tagesdosis 19.6.2019 – Zeitbomben der Gesellschaft (Kommentar von Rüdiger Lenz)
siehe auch:
- Die Sünden der Väter 1 (Post, 19.01.2014)
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Dienstag, 18. Juni 2019

Michael Lüders spricht bei Lanz Klartext

Markus Lanz vom 18.06.2019 - Gäste: Michael Lüders, Herbert Diess, Claudia Kemfert, Tim Lobinger [1:15:10 – Start bei 3:52]

digitour
Am 18.06.2019 veröffentlicht 
Michael Lüders, Publizist - Nach Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman dreht sich die Eskalationsspirale im Iran-Konflikt immer weiter. Der Nahost-Experte analysiert die aktuelle Lage. Herbert Diess, Manager - Seit April 2018 ist er VW-Chef. In der Sendung erklärt er, mit welchen Mobilitäts- und Antriebskonzepten er den krisengeschüttelten Konzern in die Zukunft führen will. Claudia Kemfert, Energieökonomin - Die Professorin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung fordert neben einem schnelleren Wechsel zur E-Mobilität auch eine komplette Verkehrswende. Tim Lobinger, Ex-Leistungssportler - "Zurzeit bin ich krebsfrei", sagt der frühere Stabhochspringer - nur zwei Jahre nach der Diagnose Leukämie. Er spricht über den Krankheitsverlauf und seinen Umgang damit.

siehe auch:
Michael Lüders, Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet (Amazon, 22.07.2019)
Michael Lüders, Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt (Amazon, 25.06.2019)
Deutsche Geheimdienste verursachen Kriegsgefahr am Golf (Karl Bernd Esser, KenFM, 19.06.2019)
Nächstes Ziel Iran (Karin Leukefeld, Rubikon, 19.06.2019)
Tagesdosis 18.6.2019 – Im persischen Golf von Tonkin (Podcast) (Kommentar von Mathias Bröckers, KenFM, 18.06.2019)
Öltanker-Story: Will Iran etwa einen Angriff der USA riskieren? (Helmut Scheben, Info-Sperber, 18.06.2019)
Tagesdosis 17.6.2019 – Iran: Trump zündelt, die Finanzelite lauert (Podcast) (Kommentar von Ernst Wolff, KenFM, 17.06.2019)
STANDPUNKTE • Sunniten vs. Schiiten: Ein Glaubenskrieg im Nahen Osten? (Podcast) (Standpunkt von Tyma Kraitt, KenFM, 15.06.2019)
Trumps Video-Show: Echte Geisterbahn mit falschen Iranern (Ulrich Gellermann, Rationalgalerie, 12.06.2019)
Sind »Freiheit und Demokratie« das Leben von einer halben Million Kinder wert? (Post, 08.05.2019)
CIA-Mission von 1953 Geheimprojekt Ajax – Wie die USA die iranische Regierung stürzte (Eva Lehnen, Stern, 13.01.2018)
Operation Ajax revisited (Post, 24.07.2016)
Täuschung - Die Methode Reagan, Ressourcenkriege und medial vemittelte Feindbilder (Post, 06.05.2015)
CIA Confirms Role in 1953 Iran Coup – Documents Provide New Details on Mosaddeq Overthrow and Its Aftermath – National Security Archive Calls for Release of Remaining Classified Record – National Security Archive – Electronic Briefing Book No. 435 (Ed. Malcolm Byrne, National Security Archive, 19.08.2013)
Vorbereitung und Scheitern der “grünen Revolution” im Iran – „Operation Ajax 2“ (Jürgen Cain Külbel, Neue Rheinische Zeitung, 28.06.2009)
- Iran: "So werden wir den Irren los!" (Jürgen Martschukat, ZON, 14.08.2003)

NZZ: diplomatische Fake-News, Deutschland: Verantwortung? Welche Verantwortung?

Der frühere Europarat-Botschafter Paul Widmer schreibt gegen das Stimmrecht Russlands im Europarat – mit falschen Fakten.
Red. Ludwig A. Minelli ist Zürcher Rechtsanwalt und Generalsekretär der Schweizerischen Gesellschaft für die Europäische Menschenrechtskonvention (SGEMKO).
Widmer: «Der Europarat muss Russland ausschliessen»
Der ehemalige Schweizer Botschafter beim Europarat in Strassburg zwischen 2007 und 2011, Paul Widmer, macht sich in der NZZ vom 6. Juni in seinem Gastkommentar «Europas Gewissen wankt» Sorgen um die Glaubwürdigkeit des Europarates. Denn es sei zu befürchten, dass dessen Parlamentarische Versammlung in Kürze Russland das Stimmrecht wieder zuerkennen werde. Die Aussenminister der 46 übrigen Mitgliedstaaten des Europarates haben dies auf ihrem Mai-Treffen in Helsinki vorgeschlagen, nachdem der Europarat Russland nach der Annexion der Krim das Stimmrecht entzogen hatte. Seit längerem zahlt Russland deshalb auch keine Beiträge mehr an den Europarat.
Widmer fordert nun: «Einen Staat, der seinen Beitragsverpflichtungen zwei Jahre lang nicht nachkommt, muss der Europarat gemäss Satzung ausschliessen».
Diese Darstellung ist falsch, denn eine solche Bestimmung findet sich nicht in dessen Satzung. Die massgebenden Artikel 8 und 9 der Satzung des Europarates vom 5. Mai 1949 lauten:
    Art. 8
    Einem Mitglied des Europarates, das sich einer schweren Verletzung der Bestimmungen des Artikels 3 schuldig macht, kann sein Recht auf Vertretung vorläufig entzogen und es kann vom Ministerkomitee aufgefordert werden, gemäss den in Artikel 7 vorgesehenen Bestimmungen seinen Austritt zu erklären. Kommt es dieser Aufforderung nicht nach, so kann das Komitee beschliessen, dass das Mitglied von einem vom Komitee bestimmten Zeitpunkt an dem Rat nicht mehr angehört.
    Art. 9
    Erfüllt ein Mitglied seine finanziellen Verpflichtungen nicht, so kann ihm das Ministerkomitee das Recht auf Vertretung im Komitee und in der Beratenden Versammlung entziehen, und zwar für so lange, als es seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.
mehr:
- Die NZZ verbreitet diplomatische Fake-News (Ludwig A. Minelli, InfoSperber, 09.06.2019)
siehe auch:
Außenministertreffen: Europarat beendet Sanktionierung Russlands (ZON, 17.05.2019)
- Der Europarat und Russland – Glaubwürdigkeit verlangt konsequente Entscheidungen (Susan Stewart, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Stiftung Wissenschaft und Politik, Mai 2019)
zur SWP (Stiftung Wissenschaft und Politik) siehe auch:
Wir sind die Guten (Paul Schreyer, Telepolis, 04.02.2014)
- Marktradikale Pressure Groups (Hermann Ploppa, usacontrol.wordpress.com, 02.06.2008)
Mein Kommentar:
erst habe ich mich gewundert, daß man solche Interviews auf der NZZ findet, dann war ich erstaunt, daß sich Susan Stewart von der SWP so dezidiert negativ äußert, und dann habe ich ein wenig bei Wikipedia gestöbert – und bin schließlich beim Telepolis-Artikel von Paul Schreyer gelandet.
… und wenn man sich in dessen Artikel den Abschnitt »Neue Macht – altes Spiel« durchliest, versteht man den NZZ-Beitrag ein wenig besser.
Also: Entweder ich falle jetzt dem Verfolgungswahn anheim, oder eine recht große Menge Leute sind entweder gekauft oder gehirngewaschen.
Auf wundersame Weise bin ich dann auf einen Artikel von Arvid Bell gestoßen (folgender Wikipedia-Artikel, Fußnote 17), der einfach nicht mehr auffindbar ist…
Erstmal der Absatz bei Wikipedia:

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Ein zwischen November 2012 und September 2013 gemeinsam mit dem German Marshall Fund erarbeitetes Papier mit dem Titel „Neue Macht – Neue Verantwortung“ fordert von Deutschland die Übernahme von mehr Verantwortung im Umgang mit „Störern der internationalen Ordnung“. Es plädiert für eine stärkere sicherheitspolitische Handlungsbereitschaft Deutschlands und der EU. Unter anderem heißt es dort: „Europa und Deutschland müssen daher Formate für NATO-Operationen entwickeln, bei denen sie weniger auf US-Hilfe angewiesen sind. Das verlangt mehr militärischen Einsatz und mehr politische Führung. Vor allem muss Europa mehr Sicherheitsvorsorge in der eigenen Nachbarschaft betreiben; das ist Europas ureigene Verantwortung. Deutschland muss dazu einen seinem Gewicht angemessenen Beitrag leisten.“[13] Das Papier fand viel Beachtung und soll erheblichen Einfluss auf prominente Mitglieder der Bundesregierung ausgeübt haben,[14] während es von Vertretern der Friedensbewegung heftig kritisiert wurde.[15][16][17] Zuletzt hat Volker Perthes bei der Vorstellung des neuen „Weißbuches“ durch Bundesverteidigungsministerin von der Leyen betont, Deutschland sei „eine verantwortliche mittlere Macht, die mit anderen zusammen die europäische und globale Ordnung wahren und vermitteln“ müsse.[18]
Siehe auchListe der Mitwirkenden am Projekt Neue Macht – Neue Verantwortung
[Stiftung Wissenschaft und Politik, Projekt „Neue Macht – Neue Verantwortung“, Wikipedia, abgerufen am 18.06.2019]
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Ich formuliere mal etwas flapsig: Die polititsche Elite Deutschlands scheint mir seit etwa dem Beginn der Ukraine-Krise recht Adrenalin-geschwängert. »Eine stärkere sicherheitspolitische Handlungsbereitschaft?« (Obiger Wikipedia-Artikel) Was soll das? Da tut der nachdenkliche Artikel gut, aus dem folgender Absatz stammt:
Die Proliferation des Verantwortungsbegriffs im Kontext der deutschen Außenpolitik lässt aufhorchen, sind doch klassische Kategorien dieses Diskurses eher Interessen und deren Durchsetzung oder Werte und deren Erhalt. Auffällig ist zudem, dass der neue Verantwortungsbegriff merkwürdig inhaltsleer bleibt, weshalb es gerechtfertigt erscheint, ihn als „Nebelkerze“ zu bezeichnen, wie es einer der Review-Kommentatoren tat. Arvid Bell (2014) wies zu Recht darauf hin, dass Verantwortung je nach Kontext „von mehr Engagement zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte über mehr Einsatz für ein vereintes Europa bis hin zu mehr Bereitschaft zu Militäreinsätzen“ nahezu alles bedeuten könne. Der Begriff der Verantwortung suggeriert damit Eindeutigkeit, wo es eigentlich kontrovers zugehen sollte. Was also bleibt, wenn der Nebel sich lichtet?
[The Responsibility to be Responsible – Über Außenpolitik und Verantwortung, Hanna Pfeifer, Kilian Spandler, Wissenschaft & Frieden 2014-4: Soldat sein, Seite 36–39 – Hervorhebungen von mir]

siehe auch:
- Frieden ohne Primat? Deutsche Außenpolitik zwischen Sicherheits- und Verantwortungsdiskurs (Corinna Hauswedel, Forschungsstätte der evanglischen Studiengemeinschaft, Vortrag gehalten auf dem Pax Christi Kongress 2015: Gerechten Frieden weiterdenken, Rastatt, 26.-28. Juni 2015)
Ukraine-Konflikt und geopolitische Eigentore (Post, 23.11.2014)
Der Ukraine-Konflikt – Aktuelles, Teil 1, bis Juni 2014 (Post, 30.06.2014)
»Wir sind ein bisschen durchgedreht« (Post, 05.09.2011)

Die Strache-Sache mit weniger Emotionen

Verhindern wir, dass moralisches Hyperventilieren das Offensichtliche verdeckt!

Ein Skandal macht die Runde. Doch ist der Skandal nicht in dem zwei Jahre zurückliegenden angeblichen Vergehen eines österreichischen Vizekanzlers zu suchen, sondern im Komplettversagen der hiesigen Politik- und Medienlandschaft, diesbezüglich adäquat zu recherchieren und informieren. Sowie darin, ehrliche, sachbezogene Politik im Auftrag der Wähler zu betreiben.

Stattdessen führt man einen von Moral getränkten Kampf gegen seine Gegner — unter der Gürtellinie, an rechtsstaatlichen Prinzipien vorbei. Der Skandal wird zudem an der Rolle deutlich, die die Medien als willige Umsetzer von Machtinteressen wahrnehmen. Damit zeigen diese Medien auch, dass sie Eines nicht sind: unabhängig.

Um das deutlicher zu machen, beginnen wir mit ein wenig Gehirnwäsche:

Strache ist ein Rechtspopulist, Rechtspopulist, Rechtspopulist, Rechtspopulist .... (1).

Haben Sie es endlich geschluckt?

Wenn alternative Medien ab sofort jede Erwähnung des Spiegels erweitern würden auf „transatlantische Propagandaschleuder Spiegel“? Dann wäre das sachlich zumindest teilweise richtig — wie hier bereits oft thematisiert — und hätte damit einen rationalen Kern. Diese einseitige „Diffamierung“ würde der Spiegel natürlich zurückweisen — ganz nach dem Motto: „Gegen den Hass“.

Für die Bezeichnung „Rechtspopulist“ lässt sich ein rationaler Kern nicht nachweisen. Wenn, dann ist er so rechtspopulistisch wie sämtliche Lautsprecher der regierenden Parteien in Deutschland. „Rechtspopulist“ ist vielmehr eine hässliche Marke, die man nach Belieben auf Unbeliebte klatscht, auf Leute, die im Politikzirkus nicht wie gewünscht mitspielen.

Oder wie wäre es damit: Die geheimdienstlich gesteuerte Süddeutsche Zeitung (SZ) (a1) hat eine weitere von ihren Strippenziehern in Auftrag gegebene Veröffentlichung an den Mann und die Frau gebracht. Mir fällt das ein, weil vor nicht allzu langer Zeit die so gesteuerte SZ ein weiteres in Auftrag gegebenes Projekt brav umgesetzt hatte. Erinnern Sie sich? Es waren die Panama Papers (2). Ja, klar, die Story — erzählt von einem „seriösen Whistleblower“, genannt John Doe, dessen wahre Identität natürlich unter allen Umständen zu schützen ist. Und da kämpfen die „guten“ Medien — zu denen sich die SZ zählt — wie die Löwen (3). Kommt Ihnen, liebe Leser, bereits jetzt etwas spanisch vor?

mehr:
- Der Geheimdienst-Putsch (Peter Frey, Rubikon, 12.06.2019)

Mein Kommentar:
Man stelle sich vor, 
1. dieser Panama-Papers-John-Doe würde in Estland im Gefängnis sitzen (angeklagt der Vergewaltigung von zwei Frauen, von denen bekannt ist, daß sie sich vor der Anzeige abgesprochen haben) und
2. Panama würde eine Anklageschrift gegen John Doe vorlegen, nach der er für 175 Jahre ins Gefängnis wandern könnte.

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Julian Assange sah sich in den USA im Jahre 2010 scharfen Angriffen aus Politik, Medien und Militär ausgesetzt. Einige Stimmen forderten seine Hinrichtung nach einem Strafprozess, so der ehemalige Gouverneur von Arkansas Mike Huckabee: „Alles außer einer Hinrichtung ist eine zu milde Strafe.“ Die ehemalige US-Regierungsbeamtin und politische Kommentatorin für Fox News, Kathleen McFarland, forderte die Todesstrafe, falls er in einem Strafprozess für schuldig befunden werde (orig. “If he’s found guilty, he should be executed”).[206]
Der Fox-News-Moderator Bill O’Reilly sagte, dass er sich sehr freuen würde, wenn Assange „von einer kleinen Drohne getroffen würde“.[207][208] Der Politikwissenschaftler Tom Flanagan schlug in einem Interview mit CBC News einen Anschlag mittels einer bewaffneten Drohne vor (orig.: “use a drone or something […] Assange should be assassinated”),[209] zog diese Aussage aber nach einer Strafanzeige zurück.[210]
Am 6. Dezember 2010 äußerte sich der Fox-Moderator Bob Beckel in der Sendung Follow The Money mit:
“A dead man can’t leak stuff. This guy’s a traitor, he’s treasonous, and he has broken every law of the United States. […] And I’m not for the death penalty, so […] there’s only one way to do it: illegally shoot the son of a bitch.”„Ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Der Typ ist ein Verräter, er ist verräterisch, und er hat jedes Gesetz der Vereinigten Staaten gebrochen. […] Und ich bin nicht für die Todesstrafe, also […] gibt es nur einen Weg, es zu tun: den Hurensohn illegal erschießen.“– Bob BeckelFox Business[211]
Der landesweit sendende Radiomoderator Rush Limbaugh empfahl, Wikileaks-Gründer Assange „aufzuknüpfen“.[212] Sarah Palin stellte die Frage, warum man Assange nicht mit demselben Nachdruck verfolgen würde wie Führer der al-Qaida oder der Taliban.[213][208]
Als Reaktion forderte Assange in der britischen Zeitung The Guardian, Flanagan und andere sollten wegen Aufforderung zum Mord strafrechtlich verfolgt werden.[214] „Wenn wir in einer Zivilgesellschaft leben wollen, können nicht hochrangige Leute im nationalen Fernsehen dazu aufrufen, das Justizwesen zu umgehen“, sagte er dem US-Sender MSNBC.[208]
[Julian Assange, Reaktionen auf die Veröffentlichungen, Wikipedia, abgerufen am 18.06.2019]
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aus dem Film »Die Wahrheit über den Vietnamkrieg (Doku) Daniel Ellsberg und die Pentagon Papiere« (YouTube):

aus den Tonbandaufzeichnungen des Oval Office ein Gespräch zwischen Richard Nixon und Henry Kissinger (im Film ab 1:20:00):
K: Ich meine immer noch, wir sollten die Deiche endlich plattmachen.
N: Werden Leute absaufen?
K: Dabei werden ungefähr 200.000 Menschen ertrinken.
N: Also nein, nein, nein, nein, nein; ich nehme lieber eine Atombombe. Steht eine bereit?
K: Das wäre übertrieben.
N: Eine Atombombe, das macht Dir zu schaffen? Ich will, daß Du groß denkst, Henry, Himmelhergottnochmal! 
Sprecher [1:20:05]:
»November 1972. Präsident Nixon wurde wiedergewählt, erdrutschartig, mit den Stimmen von 49 der 50 Bundesstaaten.«
Daniel Ellsberg: 
»Ich erinnere mich, daß ich vor einem Jahr eine Rede hielt und die Hoffnung ausdrückte, daß wir diesen Krieg beenden würden, ehe eine weitere Million Bomben auf die Vietnamesen niedergeht. Diese Hoffnung wurde zerstört. […]
Es ist uns nie gelungen mit Meldungen über die Anzahl der Bomben in die Zeitung zu kommen. […] Sie haben nie auch nur erwähnt, daß wir sie aufzählten, geschweige denn darüber nachgedacht, als es passierte.«
Leonard Weinglass [Verteidiger von Anthony Russo] [1:21:45]:
»Als wir begannen, die Geschworenen auszuwählen, brachten wir ihm einen Psychiater als Experten mit. Er sagte uns, daß wir zwei junge Männer verteidigen würden, kluge Männer, die viel erreicht hätten; Männer mit einer Zukunft, die bereit wären, all das nicht für sich selbst oder ihre Karriere zu opfern, sondern für ein Prinzip. Und der Psychiater riet uns: ›In diese Jury sollten Sie keine Männer mittleren Alters berufen, denn das könnten Männer sein, die vielleicht im Laufe ihres Lebens Prinzipien für ihre Karriere, für ihre Familie geopfert haben.‹ Sie hätten nur Geringschätzung, womöglich nur Verachtung übrig für zwei Männer, die um ihrer Prinzipien willen all das aufs Spiel gesetzt haben.«



Die wirkliche syrische Katastrophe macht der Mainstream unsichtbar.

Die öffentlich-rechtlichen Medien achten peinlich genau darauf, ja nicht ihr virtuelles Bild der dortigen humanitären Katastrophe anzukratzen. Die Reizworte Fassbomben, Krankenhäuser und Zivilisten halten den Großteil der Menschen hierzulande erfolgreich davon ab, die beklemmende Realität in Syrien zu erkennen und – daraus schlussfolgernd – kritische Fragen zu stellen.

Beginnen wir mit einem Zitat (sinngemäße Übersetzung PA):
“In den von den USA kontrollierten Gebieten [Syriens] werden sämtliche fundamentalen Grundsätze des Völkerrechts verletzt. Die Situation in den Flüchtlingslagern al-Rukban und al-Hawl ist als kritisch anzusehen. Mittels der Schaffung inhumaner Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern innerhalb der illegal okkupierten Gebiete Syriens schaffen die USA die Bedingungen für eine Rückkehr von Terrororganisationen, die darauf zielen, die Instabilität im Land und in der Region aufrechtzuerhalten.” (1)
Das berichtete Michail Misintjew vom russischen Kriegsministerium. al-Rukban wurde hier schon mehrfach thematisiert. Es liegt im Süden Syriens, in der Region al-Tanf, al-Hawl dagegen im Nordosten des Landes, in der Region Hasakah. In al-Hawl (auch al-Hol genannt) hat sich die Anzahl der Flüchtlinge in den vergangenen Monaten auf über 70.000 versiebenfacht (2). Nach Angaben des russischen Versöhnungszentrums sterben dort täglich zwischen zehn und zwanzig Bewohner infolge der katastrophalen Bedingungen. Die Besatzer und ihre Proxies sind unfähig beziehungsweise bewusst nicht willens, für menschenwürdige Bedingungen in den Lagern zu sorgen (3).
Die Okkupanten aus jenen Staaten, deren Politiker und Medien sich kaum einbekommen, wenn sie von Fassbomben und Giftgas fabulieren, erfahren keinerlei Kritik, Protest oder Empörung ob der von ihnen zu verantwortenden humanitären Katastrophe.
Ist es so, dass der UN-Sicherheitsrat in seiner Mehrheit diese humanitäre Katastrophe verurteilt und gemeinsame Maßnahmen zu ihrer Lösung vorschlägt? Nein, wir erfahren nicht einmal, dass Russland wiederholt entsprechende Vorschläge beim höchsten Gremium der Staatengemeinschaft einbringt.
mehr:
- Humanitäre Katastrophen – Zwischen Dichtung und Wahrheit (Peter Frey, Peds Ansichten, 18.06.2019)
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Bundespressekonferenz: Regierungssprecher Seibert kann Vorwürfe gegen Russland nicht konkretisieren

Blamage bei BPK: Regierungssprecher kann Vorwürfe gegen Russland zu Minsk II nicht belegen {3:18}

RT Deutsch
Am 18.06.2019 veröffentlicht 
Die Bundesregierung wirft Russland regelmäßig vor, Minsk II nicht umzusetzen. RT ging nun der Frage nach, gegen welche der 13 konkreten Punkte des Abkommens Moskau aus Sicht der Bundesregierung denn verstößt. Der sonst recht eloquente Regierungssprecher wurde sehr einsilbig. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/
Das Minsker Abkommen, oft auch als Minsk II bezeichnet, umfasst insgesamt 13 Punkte. Das Abkommen wurde im Februar 2015 vom damaligen französischen Präsidenten François Hollande, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem damaligen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sowie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgehandelt und von den Teilnehmern der Trilateralen Kontaktgruppe am 12. Februar 2015 unterzeichnet.
Als Garantiemächte des Abkommens agieren Frankreich, Deutschland und Russland. Als Konfliktparteien werden ausschließlich die Regierung der Ukraine sowie, so die Formulierung im Abkommen, "die bewaffneten Verbände der gesonderten Kreise der Gebiete Donezk und Lugansk der Ukraine" aufgeführt. Im Gegensatz zur Lesart von ukrainischer und Bundesregierung wird die Russische Föderation im Minsker Abkommen explizit als Garant und nicht als Konfliktpartei geführt. Nichtsdestotrotz lässt die Bundesregierung regelmäßig verlautbaren, die Sanktionen gegen Russland können "erst nach einer vollständigen Umsetzung der Minsker Abkommen aufgehoben werden".
Als RT Deutsch-Redakteur Florian Warweg auf der aktuellen Bundespressekonferenz von Regierungssprecher Steffen Seibert allerdings wissen wollte, gegen welche konkreten der 13 Punkte bei Minsk II Russland denn nach Einschätzung der Bundesregierung verstößt, kam von der Sprecherbank erst einmal nur peinliches Schweigen und dann das Eingeständnis, dass man Russland zwar gern der Nichteinhaltung von Minsk II beschuldigt, aber auf Nachfrage nicht in der Lage ist, konkrete Punkte anzuführen.
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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.
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Montag, 17. Juni 2019

Golf von Oman: Die USA schütteln mal wieder einen Schuldigen aus dem Ärmel

Am Freitagmorgen wurden zwei Chemikalientanker im Golf von Oman wenige Kilometer vor der iranischen Küste unter bislang noch ungeklärten Umständen attackiert. Die US-Regierung gab bereits wenige Stunden später Iran die Schuld und präsentierte ein verschwommenes „Beweisvideo“. Beweisen lässt sich mit diesem Video jedoch nichts und Staaten wie Japan und auch Deutschland haben ihre Skepsis bereits verlautbart. Vieles spricht dafür, dass das Video selbst eine Fälschung ist. Dann würden sich jedoch Fragen stellen, deren Konsequenzen die Weltöffentlichkeit sehr ernstnehmen müsste, will man einen drohenden Flächenbrand am Persischen Golf verhindern.
Für US-Außenminister Mike Pompeo ist die Sache glasklar. Er habe „keinen Zweifel“ daran, dass Iran den Angriff auf die zwei Tanker begangen hat. Es gäbe „viele Beweise“, die von den Geheimdiensten gesammelt wurden und die Weltöffentlichkeit werde viele davon auch noch zu Gesicht bekommen. Man darf gespannt sein. Der erste angebliche Beweis sollte das vom U.S. Central Command veröffentlichte Video sein, das jedoch selbst bei wohlwollender Betrachtung schwerlich mehr als ein schwaches Indiz für eine unterstellte iranische Täterschaft sein kann. Warum ist das Video, das immerhin gute 12 Stunden nach dem ersten Anschlag aufgenommen wurde, eigentlich von derart schlechter Qualität? Man sollte doch annehmen, dass die modernste und hochgerüstetste Armee der Welt in der wohl weltweit am besten überwachten Seestraße zwölf Stunden nach einem derartigen Vorfall im Stande sein sollte, ein scharfes Video zu drehen. Aber das ist nur eine Frage am Rande. Die eigentlichen Zweifel am Video und damit der US-Version sind gravierend.
Die US-Version ist unwahrscheinlich
Im Video soll gezeigt werden, dass ein zehnköpfiges Team der Revolutionären Garden auf einem Patrouillenboot an der mittlerweile manövrierunfähigen und evakuierten Kokuka Courageous anlegt und eine nicht explodierte magnetische Haftmine entfernt. Zwei weitere Haftminen sind demnach in den Morgenstunden explodiert und haben das Schiff schwer beschädigt. Dies widerspricht jedoch den Aussagen der Besatzung und auch die japanische Reederei[*] widersprach der US-Erklärung im japanischen Staatsfernsehen massiv. Demnach habe die Crew kurz vor den Explosionen anfliegende Objekte gesehen. Dies könnten Raketen oder aber – was wahrscheinlicher ist – eine Drohne gewesen sein.
mehr:
- Ist der Golf von Oman der Golf von Tonkin des Jahres 2019? (Jens Berger, NachDenkSeiten, 17.06.2019)
siehe auch:
Was die Medien im Konflikt zwischen den USA und Iran übersehen (Post, 31.05.2019)
Greifen die USA den Iran an? (Post, 17.05.2019)
Venezuela und der Iran – demokratischer Anspruch und schmutzige Realität (Post, 27.03.2019)
- Operation Ajax revisited (Post, 24.07.2016)
mein Kommentar:
Wenn ich das Wort »Geheimdienste« höre, übersetzte ich das inzwischen in »Propaganda-Abteilung«
27 000 PR-Berater polieren das Image der USA (Post, 17.05.2019)



Paukenschlag: USA treten aus der Erde aus!

Das ist nur konsequent: Nachdem sie sich bereits aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, der Unesco und dem UN-Menschenrechtsrat verabschiedet haben, haben die USA nun den nächsten Schritt vollzogen: Auf Anweisung von Präsident Donald Trump sind die Vereinigten Staaten heute mit sofortiger Wirkung aus der Erde ausgetreten. Damit ist das Land erstmals in seiner Geschichte kein Teil des Planeten mehr. "Wir wollen nicht länger Teil eines Himmelskörpers sein, der nicht zuallererst die Interessen der USA im Blickfeld hat", erklärte Trump. Die Zugehörigkeit der Vereinigten Staaten zur Erde sei von anderen Ländern jahrhundertelang schamlos ausgenutzt worden, so Trump, – eine Praxis, die unter ihm nun endlich ein Ende finde.
mehr:
- Paukenschlag: USA treten aus der Erde aus! (Der Postillon, 17.06.2019)

Sonntag, 16. Juni 2019

KenFM im Gespräch mit: Jochen Scholz (Oberstleutnant der Bundeswehr a.D. und geopolitischer Analyst)

KenFM im Gespräch mit: Jochen Scholz (Oberstleutnant der Bundeswehr a.D. und geopolitischer Analyst) {2:01:59}

KenFM
Am 16.06.2019 veröffentlicht 
Jochen Scholz ist ehemaliger Bundeswehroffizier der Luftwaffe. Bis zum Jahr 2000 war er unter anderem 12 Jahre lang in multinationalen NATO-Gremien sowie sechs Jahre lang im Bundesministerium der Verteidigung tätig. Nachdem sich die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder 1999 an der völkerrechtswidrigen Bombardierung Jugoslawiens beteiligte, trat Scholz aus seiner damaligen Partei, der SPD, aus.
Scholz kennt die Bundeswehr noch aus Zeiten, als diese noch nicht zum alleinigen Spielball transatlantischer Interessen mutiert war. Während seiner aktiven Laufbahn konnte er jedoch den Wandel seines Arbeitgebers von einer Landesverteidigungsarmee zu einer „Out-of-area-Armee“ aus nächster Nähe mitverfolgen.
Heute wie damals vertritt Scholz die Ansicht, dass eine Armee nicht dazu da sei, Interessen außerhalb des eigenen Landes durchzusetzen, sondern um das eigene Territorium zu schützen. Aus diesem Grund verweist er auch immer wieder auf Paragraph 7 des Soldatengesetzes, der da lautet: „Der Soldat hat die Pflicht, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“
Wenn jedoch das Völkerrecht, das über dem deutschen Recht steht, in diesem Land nicht mehr respektiert und verteidigt, sondern mit Füßen getreten wird, dann sind das Zustände, die nicht länger hinnehmbar sind.
Scholz betreibt daher mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln wertvolle Aufklärungsarbeit. Im Interview mit KenFM liefert der unermüdliche Pensionär mitreißende Einblicke in eine bewegte berufliche Laufbahn und zeigt sich als mutiger Kämpfer für eine wirklich humanitäre deutsche Außenpolitik. Wir hoffen sehr, dass seine Arbeit bei den Bundeswehrsoldaten sowie einigen seiner ehemaligen Kollegen auf offene Ohren stößt.
Inhaltsübersicht:
0:01:23 Bundeswehr früher und heute
0:18:00 Die Bundeswehr, eine Söldner-Armee?
0:29:40 Krieg mit Rot-Gün 1999, und die deutsche Presse ist dabei
0:38:57 Völkerrechtsbruch ohne Straftäter – Geopolitik aus Washington
0:53:48 NATO und Warschauer Pakt
1:05:22 Der erste NATO-Bündnisfall im Jahr 2001
1:16:10 Zusammenarbeit mit Russland und China?
1:26:43 Geopolitik gegen den Iran
1:36:24 Statt NATO, ein europäisches Sicherheitskonzept mit Russland
1:43:33 Die öffentliche Meinung des Normalbürgers
1:50:36 Die Rolle Deutschlands auf dem Weg zum Weltfrieden
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Das erste Aha-Erlebnis fand statt im Frühsommer 1988, in dem die Arbeitsgruppe ‚Verteidigung‘ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu einem Arbeitsbesuch nach Washington flog, mit Abstecher ins Hauptquartier der CIA nach Langley: „Erstaunt hörten wir dort den Ausführungen zu, die eine völlig neue amerikanische Politik gegenüber der Sowjetunion zum Thema hatten: Wir sollten uns lösen […] von dem, was wir seit Jahrzehnten […] gehört hatten. Die Ergebnisse einer Studien zu diesem Themenfeld seien eindeutig: Die Sowjetunion verfolge rein defensive Absichten. Es gehe einzig und alleine um Verteidigung zum Schutz von ‚Mütterchen Russland‘; eine Sicht, die bis in das Jahr 1991 beibehalten wurde“ (S. 12 im Buch, weitere Zahlenangaben in diesem Text betreffen immer das Buch). Die Aussagen von Admiral William Crowe, Generalstabschef der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika, anschließend in Moskau, mit Marschall Achromejew, ehemals Generalstabschef der Roten Armee und jetzt sicherheitspolitischer Berater von Michail Gorbatschow, sowie dem Leiter der internationalen Abteilung des ZK KPdSU, Valentin N. Falin, hätten übereingestimmt. Falin wird wie folgt zitiert: „Heute sei er in Übereinstimmung mit Gorbatschow der Ansicht, es müsse endlich zur Versöhnung kommen, Moskau sei bereit dazu.“ NATO und Warschauer Pakt schienen „aus dem Hintergrund sogar gelenkt zu werden“, in die friedliche Richtung. Tatsächlich wurde der Warschauer Pakt im Juli 1991 aufgelöst, die NATO aber nicht. Kennzeichen dieses ‚Tauwetters‘ war der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag), unterzeichnet am 19. November 1990 anlässlich des KSZE-Gipfeltreffens in Paris von den 22 Regierungschefs der NATO und des Warschauer Pakts. Diesen Vertrag umschreibt Wimmer nur, aber ein anderer Vertrag, ebenfalls abgeschlossen in Paris, ist ihm sehr wichtig: Die ‚Charta von Paris‘ vom November 1990, mit dem „Versprechen der verantwortlichen Staats- und Regierungschefs der nördlichen Hemisphäre, Krieg auf Dauer aus Europa zu verbannen und Konflikte ausschließlich friedlich beilegen zu wollen“ (16).[Willy Wimmers neues Buch: “Die Akte Moskau” rezensiert von Peter Becker, Peter Becker, NachDenkSeiten, 19.09.2016]

zur von Scholz angesprochenen Nuklearrüstung während des Kalten Krieges siehe:
2019, einhundert Jahre nach Versailles: die „Hunnen“ in Washington. (Willy Wimmer, bachheimer.com, 31.12.2018)
Rüstung, Bündnissolidarität und Kampf um Frieden. Lernen aus dem Nato-Doppelbeschluss von 1979? (Philip Gassert, Aus Politik und Zeitgeschichte, bpb, 26.04.2019)
- Abschreckender Optimismus (Sebastian Nieke, ADLAS 1/2018, S. 46ff.)
- Bedrohung durch einen Atomkrieg? Eine Schimäre! (Lutz Kleinwächter, welttrends.de, 25.08.2018 – PDF)
Der Kalte Krieg und das Wettrüsten (Bernd Stöver, Dossier USA, bpb, 10.11.2008)
US-Nuklearpolitik nach dem Kalten Krieg (Harald Müller, Annette Schaper, HSFK-Report 3/2003, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung – PDF)

Folker Hellmeyer: Die USA kennen nur Partner, keine Freunde {9:55 – Start bei 3:10 
– Hellmeyer: »Es gilt die humanistische Demokratie, für die der Westen steht, nach vorne zu tragen. […] Die USA kennen nur Partner, keine Freunde.«}

Mut gegen Macht
Am 24.01.2015 veröffentlicht 
Quelle:
Deutschland+Russland
Verbreitet das Video und erzählt es euren Mitmenschen!
Schaut in meine Playlists zu den verschiedenen Themen und guckt euch die Videos vom ältesten zum neuesten an, um alle Sachverhalte zu verstehen https://www.youtube.com/channel/UCzaQ...
Noch eine Sache zu den Bewertungen: Bitte bewertet die Videos nicht danach, ob ihr den Inhalt verabscheut oder ablehnt, sondern danach ob ihr das Video für informativ haltet und ob ihr weiterhin über solche Sachen informiert werden wollt.
Beispiel: Es wird ein Video gezeigt auf dem bewiesen wird wie ukrainische Nazis die Zivilbevölkerung töten. Das man das nicht gut findet und verabscheut ist schon klar, aber wenn man es dann negativ bewertet, wird es schwieriger das Video an die breite Öffentlichkeit zu bringen, aber das ist das Ziel!!
Übrigens: Das Datum was vor den Videos steht muss nicht unbedingt stimmen. Ich habe es soweit wie möglich versucht korrekt zu halten, aber es manchmal auch nicht herausgefunden und dann das zuletzt gefundene Hochladedatum genommen. Wenn einer das korrekte Datum kennt, bitte melden, dann werde ich es korrigieren.
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Giftgas-Fässer in Duma: abgeworfen oder abgelegt? – Medienkritik

Noch ist unklar, ob Assads Truppen Giftgasbomben abwarfen oder ob IS-Rebellen die Bomben legten, damit die USA eingreifen.
Bomben mit Giftgas, «wahrscheinlich Chlorgas», waren am 7. April 2018 in dem damals von Rebellen kontrollierten Duma nordöstlich von Damaskus explodiert und töteten mehrere Dutzend Menschen. Viele weitere wurden verletzt. Die Bomben seien durchs Dach und Wände in Wohnzimmer eingedrungen. Das geht aus einem aufwändig erstellten Bericht hervor, den die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen OPCW am 1. März 2019 veröffentlichte. 
Über die Urheber äusserte sich die OPCW nicht. Doch wenn die Bomben aus grösserer Höhe abgeworfen wurden, konnten es nur syrische Jets gewesen sein, welche über die Lufthoheit verfügten. 
Hätte der Befund vor Ort ergeben, dass die Bomben in den Zimmern wahrscheinlich nicht durchs Dach ins Haus kommen konnten, müssten sie Rebellen im Haus platziert haben, weil die Rebellen Duma kontrollierten.
USA, Grossbritannien und Frankreich reagierten sofort
Die genannten Nato-Länder hatten den OPCW-Bericht vom 1. März 2019 nicht abgewartet, sondern beschossen bereits am 14. April 2018 als Reaktion auf den mutmasslichen Giftgas-Einsatz Ziele in Syrien mit Raketen.
Laut NZZ-Auslandredaktor Andreas Rüesch war der US-Militärschlag «ein notwendiges Signal» gegen das «Kriegsverbrechen des Assad-Regimes». Laut Alan Cassidy, US-Korrespondent des Tages-Anzeigers, blieb die «Mission unerfüllt». Luftschläge würden nur etwas verändern, «wenn sie jedes Mal erfolgen, wenn Assad Giftgas einsetzt».
mehr:
- Das Giftgas im syrischen Duma haben Medien fahrlässig abgehakt (Urs P. Gasche, InfoSperber, 12.06.2019)
siehe auch:
Syrien: Hauen und Stechen (Post, 04.06.2019)

Heute vor 75 Jahren – 16. Juni 1944: George Stinney wird hingerichtet

75 Jahren wurde George Stinney der Prozess gemacht

Auch in Deutschland gibt noch oder wieder Menschen, die sich für die Todesstrafe aussprechen. Bei unserer Diskussion zu 70 Jahren Menschenrechten im letzten Dezemberhaben wir auch dieses Thema gestreift. Wie kann ein Staat über Leben und Tod seiner Bürger entscheiden?
Glücklicherweise haben sich in den letzten Jahren immer mehr US Bundesstaaten von der Todesstrafe oder zumindest ihrer Vollstreckung abgewendet. Wir hoffen, dass sich diese Entwicklung unter Präsident Trump nicht so umkehrt, wie es sich z.Zt. bei den Abtreibungsregeln abzeichnet.
Zurück zu George Stinney, er war mit 14 Jahren das jüngste Opfer der Todesstrafe und er war unschuldig. Er wurde verdächtigt zwei etwa gleichaltrige weiße Mädchen in seiner Nachbarschaft getötet zu haben. Sein Prozess dauerte nur zwei Stunden und die Strafe wurde 10 Minuten später verlesen. Seine Eltern wurden bedroht und durften nicht im Gerichtssaal anwesend sein. Nach dem Prozess wurden sie aus der Stadt Alcolu, South Carolina, ausgewiesen.  George Stinney verbrachte 81 Tage im Gefängnis, ohne seine Eltern sehen zu können. Dann wurde er mit einem Stromschlag hingerichtet. 2004 wurde seine Unschuld bewiesen.
mehr:
- Jüngster Hingerichteter (14) in den USA war unschuldig (aktion-freiheitstattangst.org, 18.04.2019)
siehe auch:
- Wegen Doppelmords in den USA verurteilt: Freispruch nach 70 Jahren für hingerichteten schwarzen Teenager (Sven Lemkemeyer, Tagesspiegel, 18.12.2014)

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George Junius Stinney Junior (* 21. Oktober 1929 in SumterSouth Carolina; † 16. Juni 1944 in Columbia, South Carolina) war ein US-amerikanischer Jugendlicher und Justizopfer. Er wurde im Alter von 14 Jahren auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Er gilt damit als der jüngste Mensch, an dem seit Beginn des 20. Jahrhundertsin den Vereinigten Staaten die Todesstrafe vollzogen wurde.2014 wurde seine Verurteilung wegen Verfahrensfehlern für ungültig erklärt.
[George Stinney, Wikipedia, abgerufen am 16.06.2019]
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siehe auch:
Warum man Vierjährigen manchmal Hand- und Fußfesseln anlegen muß – zumindest in den USA (20.12.2014)

George Stinney, 14, Executed In Vile Act Of Injustice, Exonerated 70s Years Late {7:02}

The Young Turks
Am 18.12.2014 veröffentlicht 
"Calling it a “great and fundamental injustice,” a South Carolina judge on Wednesday vacated the 1944 murder conviction of 14-year-old George J. Stinney Jr., the youngest person executed in the United States in the last century.
Judge Carmen T. Mullen of Circuit Court did not rule that the conviction of Mr. Stinney for the murder of two white girls in the town of Alcolu was wrong on the merits. She did find, however, that the prosecution had failed in numerous ways to safeguard the constitutional rights of Mr. Stinney, who was black, from the time he was taken into custody until his death by electrocution.
The all-white jury could not be considered a jury of the teenager’s peers, Judge Mullen ruled, and his court-appointed attorney did “little to nothing” to defend him. His confession was most likely coerced and unreliable, she added, “due to the power differential between his position as a 14-year-old black male apprehended and questioned by white, uniformed law enforcement in a small, segregated mill town in South Carolina.”"* The Young Turks hosts Cenk Uygur breaks it down.
*Read more here:
http://www.nytimes.com/2014/12/18/us/...
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Vile Act Of Injustice, Pakistan Attack, Fox News Fail & Putin - The Young Turks 12/18/2014 News & Politics http://www.youtube.com/playlist?list=...
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The Largest Online News Show in the World. Hosted by Cenk Uygur and Ana Kasparian. LIVE STREAMING weekdays 6-8pm ET.
Young Turk (n), 1. Young progressive or insurgent member of an institution, movement, or political party. 2. Young person who rebels against authority or societal expectations. (American Heritage Dictionary)
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Carolina Skeletons - Trailer {2:00}

YouTube-Filme
Am 30.04.2019 veröffentlicht 
After a long tour in the army, an Afro-American soldier returns to his hometown, where, years ago, his brother was executed for the rape and murder of two white girls. The commando believes his brother to have been innocent and seeks a proof for that, but there are some people in the town who will stop at nothing to hide the secrets of their past.

Samstag, 15. Juni 2019

Der Weber von St Pangratz

In dieser Ausgabe von „Der Letzte seines Standes?“ porträtiert Benedikt Kuby den Südtiroler Luis Breitenberger, genannt „Falterer Luis, einen Weber aus St. Pankraz im Ultental, der in hohem Alter zum letzten Mal auf die Stör geht, also im Haus des Auftraggebers auf dessen Webstuhl arbeitet. In Südtirol heißt das Weben wirken. Beim Weben entsteht ein Stoff aus einer Verkreuzung von Fäden: Die Fäden, die längs laufen, sind die Kette, auch Zettel genannt, die Fäden, die quer laufen, sind der Schuss. Vor dem Weben muss gezettelt werden, das heißt, das auf Spulen gewickelte Garn muss im Spulenrahmen angeordnet werden. Zehn Fäden werden jeweils zu einem Bündel verknotet und durch ein Zettelholz geführt, damit sich der Weber bei 700 Kettfäden nicht verzettelt.
mehr:
- alpha-retro: Der Weber von St. Pankraz 1993 (Ankündigung ARD alpha, 15.06.2019)

Der Letzte seines Standes? - Folge 09 - Der Weber von St Pangratz {44:54}

denita dardar
Am 01.03.2017 veröffentlicht 
Der Letzte seines Standes? - Folge 09 - Der Weber von St Pangratz Abonniert den Kanal für weitere Videos. Danke!
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Freitag, 14. Juni 2019

DER SPIEGEL 1947 bis 1956: "Dieses Schmierblatt wird leider Gottes gelesen"

Hunger, Trotz und Zuversicht – die erste SPIEGEL-Dekade

Wann beginnt eine gute Erfolgsgeschichte? Am kalendarischen Datum, also am 4. Januar 1947? Oder schon dann, wenn die ganze Geschichte losgeht – Monate vorher? Oder erst dann, wenn sich Erfolg einstellt – Jahre später?

Die Geschichte des SPIEGEL startet unstrittig 1946 in Hannover mit den drei britischen Besatzungssoldaten John Chaloner, Henry Ormond und Harry Bohrer, die sich in den Kopf gesetzt haben, die damals noch recht nationalsozialistischen Deutschen mit halbwegs demokratischen Presseerzeugnissen zu versorgen – mit Zeitungen und, möglichst, auch mit einem Magazin.

Die Geschichten rund um die Gründung des SPIEGEL, die seitdem im Haus kursieren, bilden ein Knäuel aus Legenden, Anekdoten, Halbwahrheiten, das 60 Jahre später schwer zu entwirren ist. Die Anekdote will wissen, dass ein weiterer Engländer, der Pressemajor Robin Kelly, seinen jungen Untergebenen Rudolf Augstein, 22, vom "Neuen Hannoverschen Kurier", zum Kriegsverbrecherprozess ins ehemalige KZ nach Bergen-Belsen schickt, damit der die Aussagen der Angeklagten in Kurzschrift protokolliere. Schnell stellt sich heraus, dass der Junge von Stenografie so viel versteht wie nach ihm fast alle Journalisten – nämlich nichts. Augstein wird fristlos gefeuert, verabschiedet sich gefasst von seinen Kollegen und bemerkt beim Verlassen des Hofs im Pressehaus ein parkendes, jedoch seltsam wippendes Fahrzeug. Bei näherer Betrachtung entdeckt er seinen Eben-noch-Vorgesetzten Kelly in engem, damals verbotenem Kontakt mit einer deutschen Sekretärin.

Die Legende sagt, Augstein habe den Engländer höflich gefragt: "May I help you?"

Die Wahrheit ist: Die Kündigung wird sogleich kassiert. Und schnell merken die Briten, dass ihr Zögling keinerlei Lust entwickelt, dem sonst in der deutschen Medienlandschaft geübten Brauch zu folgen "Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing." Wohl nehmen die Jungredakteure in diesen Hungerzeiten gern am Mittagsmahl der Besatzer und am gespendeten Five o' Clock Tea teil – doch sie spucken auch gern in die Hand, die sie füttert. Chaloner selbst hat sie gelehrt, als "Ikonoklasten", Bilderstürmer, vorzugehen – und das tut die junge Mannschaft mit Genuss: Sie nennt die Politik der Besatzungsmacht "idiotisch". Sie wettert gegen den Mangel an Kohle und Lebensmitteln. Sie schreibt darüber, wie die Besatzer immer mehr Know-how, aber auch Maschinen in ihr Heimatland deportieren.
mehr:
- DER SPIEGEL 1947 bis 1956: "Dieses Schmierblatt wird leider Gottes gelesen" (SPON, 14.06.2019)

Erfundene und manipulierte Geschichten: Der Fall Relotius und seine Folgen {29:55}

ZAPP - Das Medienmagazin
Am 30.05.2019 veröffentlicht 
Mit erfundenen Geschichten hat Claas Relotius Leser und Kollegen getäuscht - und so für einen Skandal gesorgt. Der Schaden für den Journalismus ist groß, Maßnahmen werden ergriffen.
https://www.ndr.de

siehe auch:
"Spiegel"-Abschlussbericht: Ein System von Gleichgültigkeit (Willi Winkler, Süddeutsche Zeitung, 29.05.2019)
Das Ende des Mythos von der „Spiegel“-Dok, die jedes Wort prüft (Stefan Niggemeier, ÜberMedien, 22.12.2018)
Betrugsaffäre um "Spiegel"-Reporter – Ein Fall Relotius darf sich nicht wiederholen (Mathias Müller von Blumencron, nowheretostay.blogspot.com, 19.12.2018)
Wie der NDR die Medienkritik der AfD bestätigt (Don Alphonso, Deus ex Machina, blogs.faz.net, 14.09.2017)
Was einen Artikel zum "Spiegel"-Artikel macht (horizont.net, 04.01.2017)
- 70 Jahre „Der Spiegel“ – „Das alte Konzept des Leitmediums ist verloren gegangen“ (Lutz Hachmeister im Gespräch mit Ulrich Biermann, Deutschlandfunk, 04.01.2017)