Freitag, 26. Dezember 2014

Giulietto Chiesa in Estland verhaftet

Die Ehefrau des bekannten italienischen Journalisten, Filmemacher und ehemaligen EU-Abgeordneten Giulietto Chiesa sagte gegenüber Medien, ihr Mann ist in der estnischen Hauptstadt Tallinn festgenommen worden. Fiammetta Cucurnia erklärte, er sollte am Montag bei einer Konferenz als Redner teilnehmen und am Dienstag nach Moskau weiterreisen. "Sein Telefon ist abgeschaltet und alles was wir bisher herausfinden konnten, es gibt einen Befehl ihn innerhalb von 48 Stunden aus dem Land zu spedieren." Chiesa sei in einem Hotel festgenommen und in ein Polizeirevier gebracht worden. Die Entscheidung, ihn für Persona non grata in Estland zu erklären, sei Ende vergangener Woche getroffen worden. Zu den Ursachen und zur Dauer des Aufenthatsverbots machte die Polizei keine Angaben. Ganz offensichtlich will man seine Rede verhindern.
mehr:
- Giulietto Chiesa in Estland verhaftet (Alles Schall und Rauch, 16.12.2014)

meine (überflüssige) Bemerkung:
Natürlich wird man eine solche Meldung nicht in unseren Leitmedien hören. Wozu auch? Dann lieber das nächste U-Boot im Bodensee…

Mac OS X – iPhone-Synchronisation ohne die Cloud

Ich werde alt. Das meine ich mal nicht bezogen auf meine körperlichen Befindlichkeiten sondern in Bezug auf meine Einstellung. Überall in der Gesellschaft scheint sich eine Art Schulterzucken breit zu machen, so in der Art: »Man kann ja sowieso nichts machen.« Die Synchronisation des iPhone über die »Cloud« ist natürlich von verführerischer Einfachheit. (Wer das Wort erfunden hat, sollte eigentlich den Nobelpreis für Werbung bekommen: Wer würde schon in einer Wolke Böses vermuten?)

Trotzdem: ich bleibe stur. Die Leute von der NSA und dem BND und den anderen Geheimdiensten müssen ja auch ihre Familien ernähren. Und wenn man’s ihnen zu einfach macht, werden ihre Arbeitsplätze wegrationalisiert.

Apple hat mit Einführung von Mavericks (System 10.9) die lokale Synchronisation ausgeschaltet. Kontakte und Kalender mußten nun zwangsweise über die »Cloud« synchronisiert werden. Wenn ich die NSA wäre, wüßte ich genau, was ich zu tun hätte. Und ich bin sicher, die wissen auch, was sie zu tun haben… Außerdem ist es wahrscheinlich sowieso egal. Aber trotzdem…

Jedenfalls – ich hab’ das nicht zeitnah mitbekommen, weil ich mich nicht mehr ständig um Updates und Neuerungen zu kümmern die Lust habe – also jedenfalls hat Apple die Möglichkeit der lokalen Synchronisation über iTunes nun wieder möglich gemacht. So geht’s:
- iOS-Tipp: Kontakte und Kalender mit iTunes wieder lokal synchronisieren (Heise, 16.05.2014)

Wie gesagt, ich werde alt: Das MacGadget-Forum raubt jede Hoffnung:
- Kalender- und Kontakte-Sync ohne iCloud? (MacGadget, Mac-Software und OS X, 13.06.2014)
Aber vielleicht hilft ja das Älterwerden beim Stur-Werden…

Der Siegeszug der MILF

Von den Pornoseiten über die Spielplätze in die Chefinnen-Etagen: Ein fragwürdiges Kompliment findet Eingang in die Sprache: Milf – „Mother I’d Like to Fuck“

Vor der Sicherheitskontrolle am New Yorker Flughafen ist eine Frau mittleren Alters damit beschäftigt, hektisch ihre Flasche Saft auszutrinken. Auf dieser steht in großer schwarzer Schrift: „MILF“. Und daneben, etwas kleiner: „11 Dollar“. Die Frau – blond, modisch gekleidet – hat sich den Drink etwas kosten lassen. Anscheinend ist sie auf psychologisch raffiniertes Marketing reingefallen. Denn Milf bedeutet „Mother I’d Like to Fuck“, zu Deutsch ungefähr: „Mutter, mit der ich schlafen möchte“.

Zwei fröhliche Sicherheitsbeamtinnen beobachten die Frau: „Schau mal, wie der Drink heißt!“, feixt die eine. Beide kichern. „Passt zu der Milf, die ihn trinkt!“ In Amerika weiß jeder, was eine Milf ist. Längst gibt es dort ein Milf-Genre in der Pornoindustrie, Milf-Diäten und Milf-T-Shirts.

Statistiken des Online-Porno-Giganten Pornhub zufolge gehören „Teen“ und „Milf“ bei amerikanischen Nutzern der Seite zu den drei häufigsten Suchbegriffen – den dritten möchte ich Ihnen an dieser Stelle ersparen. Aber es ist doch bemerkenswert, dass sich zum Männerfantasie-Klassiker des Teenagermädchens nun auch deren sexy Mutter gesellt hat.

mehr:
- Der Siegeszug der MILF (Lena Bergmann, Cicero, 24.12.2014)

mein Kommentar:
Wenn der Franzose sagt: »Merde« oder der Amerikaner »shit« oder »fucking«, hat das ein anderes Gewicht, als wenn wir Deutsche »Scheiße« oder »fickend« sagen. Vielleicht ist »MILF« einfach nur ein (ehrliches) Kompliment. (Sie in der Art von »Wow, sieht die klasse aus!«) Etwas irritiert – wie ich Frau Bergmann unterstelle – gesteht sie, daß »in den USA sogar Mütter selbst [diesen Begriff verwenden], um sich Komplimente zu machen«. Und: »Paradox ist, dass im Zeitalter politischer Korrektheit niemand Anstoß an diesem doch recht anzüglichen ›Kompliment‹ zu nehmen scheint.« Na sowas! Sollte die political correctness in unserem Land die Kompliment-Kultur doch noch nicht in die Zwangsjacke verfrachtet haben? Wie kann das sein, daß solch fragwürdige Sprachkonstrukte noch verwendet werden? Sollten die Menschen – sowohl Männer wie auch Frauen (oh Gott, der Untergang der abendländischen Kultur droht!) – das Ganze nicht ganz so tragisch wörtlich sehen?

Zum Begriff »Paradox« empfehle ich den Genuß der Laudatio von Jack Nicholson für Bob Dylan 1991 anläßlich der Grammy-Verleihung für dessen Lebenswerk (BOB DYLAN with CESAR DIAZ Masters Of War February 20, 1991, Heute vor 20 Jahren – Bob Dylan: »Masters of War« bei der Grammy-Verleihung, Post, 20.02.2011, Video ab 1:32)
»It means a statement seemingly self-contradictory, but in reality possibly expressing the truth.«
Vor 20 Jahren beklagten sich Frauen, sie müßten immer perfekt aussehen, um begehrenswert zu sein. Wenn jetzt auch Frauen mit positivem Bleistifttest begehrenswert sind, gibt’s was anderes zu beklagen: den Objektstatus. Die Aussage »Gnädige Frau, sie sehen heute abend wieder bezaubernd aus« hat natürlich überhaupt nichts mit einem Objekt-Blick zu tun und ist sozial vollendet formuliert und akzeptiert. (»Dinner for One steht uns ja wenige Tage bevor: »You’re looking younger than ever.«) Wenn ich eins in den letzten 20 Jahren gelernt habe, dann, daß Frauen genauso imstande sind, Männer als Objekt zu sehen, wie das Männer umgekehrt tun. Die Brillen, durch die die Geschlechter gucken, sind einfach nur unterschiedlich Objekt-gefärbt. 
Aber es ist natürlich verführerisch, über das Begehren des Mannes einen Problem-Pariser drüber zu ziehen. Männer sind halt Schweine, egal, aus welcher Richtung man sich das ansieht. Wie sagt Volker Pispers so schön: »Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur!« Also zurücklehnen und abwarten, was als nächstes kommt. Lena Bergmann ist ihrer Verwirrung in dem Artikel wohl noch nicht ganz Herr geworden, hat aber versprochen, sie bleibt dran. Ich vertraue ihr und drücke ihr die Daumen!

Judith Holofernes - M.I.L.F. [3:51] Text

Veröffentlicht am 23.06.2014
Das Video zu "M.I.L.F." von meinem Album "Ein leichtes Schwert." 
► iTunes:
http://sny.ms/18VaAu1
► Vinyl Amazon
http://sny.ms/I9QTrY
► Amazon CD:
http://sny.ms/1aXcUR6

Sie war eine Heldin und kämpft nun mit Drachen und Krokohund. (Sven Kabelitz, 07.02.2014)
- Laut.de-Biographie – Judith Holofernes (Laut.de, 2013)

Katar-Fußball-WM: Recht und Gesetz ohne Bedeutung

Die Vergabe der Fußball-WM an Russland und Katar ist nicht erst seit den jüngsten politischen Entwicklungen hochumstritten. Denn in beiden Fällen geht es um ein unglaubliches Maß an Korruption. Geschichte eines Skandals, bei dem Recht und Gesetz keine Bedeutung mehr haben

In der skandalträchtigen Chronik des Weltsports markiert der 2. Dezember 2010 ein spektakuläres Kapitel. An jenem Tag wurden in Zürich die Fußballweltmeisterschaften 2018 und 2022 vergeben. Das Exekutivkomitee des Weltfußballverbands Fifa, damals auf 22 Mitglieder dezimiert, weil zwei Funktionäre wegen Bestechlichkeit suspendiert worden waren, entschied sich unter elf Nationen mehrheitlich dafür, die WM 2018 an Russland und die WM 2022 an Katar zu vergeben. Das hatten nur wenige Insider erwartet. Für Hunderte Millionen Fußballfans war es eine Sensation. Ein Irrsinn. Die Wahl Russlands war ja noch halbwegs vermittelbar – aber das winzige Emirat Katar? Eine Weltmeisterschaft in der Wüste? Die Fifa-Bosse setzten sich über alle Bedenken selbst in den eigenen Reihen hinweg. Für Mitbewerber war es ein Schock; Australier und Engländer scheuten sich nicht, die Korruptionsfrage aufzuwerfen und Belege dafür zu sammeln. Das war neu.

Russland und Katar hatten in der technischen Evaluierung schlecht abgeschnitten. England (2018) und die USA (2022) hatten gemäß Prüfbericht der Fifa die besten Offerten unterbreitet, mit der nötigen Infrastruktur inklusive zahlreicher Stadien, die profitabel betrieben wurden. Doch derlei Aspekte der Nachhaltigkeit milliardenschwerer Mega-Events interessierten die Fifa-Führung nicht.

mehr:
- Faules Spiel – Keine WM in Russland und Katar (Jens Weinreich, Cicero, 23.12.2014)

Spekulation: Wir bleiben alle!

Report Ein Investor kauft ein belebtes Mietshaus mitten in Berlin – um es abzureißen. Die Bewohner wehren sich, so gut sie können

Etwas Geduld braucht man, will man das Ehepaar Stoll* besuchen. Es dauert zwei, drei Minuten, bis die Haustür sich öffnet. Zwölf Namensschilder befinden sich an dem sechsstöckigen Mietshaus, in dem sie wohnen. Die Klingelanlage funktioniert. Aber Heinz Stoll muss durch das Treppenhaus herunterkommen und die Tür von Hand öffnen. Der Mann trägt zwei künstliche Hüftgelenke. Glücklicherweise wohnt er mit seiner Frau Elke in der ersten Etage, daher ist der Schlüsselgang für ihn ganz gut zu bewältigen. „Die Haustür ist immer verriegelt, auch tagsüber“, sagt er. „Das haben wir, die hier noch wohnen, so vereinbart.“ Das Haus sei eben furchtbar leer inzwischen, das wecke ungute Gefühle. „Wir, die hier noch wohnen, passen aufeinander auf.“

mehr:
- Willkommen in Ihrem neuen Zuhause (Katja Kullmann, der Freitag, 26.12.2014)

Schahin wünscht sich eine neue Hand

Der 14-jährige Schahin hat auf einer Straßenkreuzung im libyschen Bengasi seine Hand verloren – und seinen Vater.

Der Junge sitzt in der Wohnung seines Onkels in fast völliger Finsternis, das Licht eines Handys beleuchtet sein Gesicht. Das ist schmal und blass, winzige Sommersprossen betüpfeln die Nase. Der Strom ist ausgefallen, wie so häufig in letzter Zeit in Tobruk, der kleinen Hafenstadt an der Küste Libyens. "Das Licht kommt gleich wieder", sagt Schahin. Er und seine Brüder haben sich um seinen Onkel versammelt, bei dem sie jetzt wohnen, weit weg von zu Hause.

Schahin ist 14 Jahre alt und sehr zierlich, zu zierlich für sein Alter eigentlich. Er spricht leise, wenn er erzählt, von der Stadt, in der er bis vor Kurzem gelebt hat, dem großen Bengasi, einer Tagesreise von hier entfernt. In das Dunkel des Raumes hinein berichtet der Junge von den engen Straßen der Altstadt, in der sein Vater eine Dreizimmerwohnung gemietet hatte, nicht weit weg von der Küstenpromenade. Vom Wind, der vom Meer her durch seine Straße in Bengasi wehte. Von den Möwen, die er über sich gesehen hat, wenn er im Hinterhof mit seinen Freunden Fußball spielte. Er erzählt, wie er sich immer vorgestellt hat, mit dem Fußball so hoch hinaufzuschießen, bis er die Möwen trifft. Jeden Abend haben ihn seine Freunde zum Kicken abgeholt.

mehr:

Realsatire: Nennen Sie mich Prosecco Hornscheidt

Deutschland diskutiert darüber, wie in Zukunft die Professorinnen und Professoren heißen sollen. Gesucht wird eine geschlechtsneutrale Bezeichnung, ein wertschätzendes, gendergerechtes und, ich zitierte die Rapperin Lady Bitch Ray, nicht schwanzdominantes Wort. Eine Berliner Professorenperson, die in der Genderforschung tätig ist, möchte künftig nur noch mit "Professx" angeredet werden.

Ich finde, das Wort lässt sich nicht gut aussprechen. Ich habe es wirklich versucht. Man verrenkt sich fast den Kiefer und muss zum Kieferorthopädx. Wenn wir uns in der Sprache von der Idee verabschieden, dass man die Sprache sprechen können muss, ist das so, als ob man sagt: "Ein Getränk muss man nicht trinken können. Hauptsache, das Getränk ist geschlechtsneutral."

Die Person fühlt sich weder als Mann noch als Frau. Für sie mag das Wort eine prima Lösung sein, sie muss es ja nicht aussprechen. Sie kann einfach sagen: "Ich habe eine Professur. Wie Sie mich anreden sollten, steht auf der Visitenkarte."

mehr:
Über Neutralität in der Sprache (Harald Martenstein, ZEIT, 25.12.2014)

Draufsicht - "Geschlechtergerechtigkeit" ( Staffel 3, Folge 7) [14:28]


Veröffentlicht am 13.06.2013
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Draufsicht schlägt die Brücke vom globalen Norden in den globalen Süden. MDG 3 möchte die Gleichstellung der Geschlechter erreichen. Doch wie sieht es mit Geschlechtergerechtigkeit in Berlin aus?
Draufsicht hat sich über Sprache und Gender mit Prof. für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der HU Berlin Lann Hornscheidt unterhalten und das Missy Magazin, ein feministisches Magazin für junge Frauen, besucht.
Weitere Sendungen von Draufsicht gibt es hier:
Staffel 3:
Draufsicht Wasser - 1 Folge - Staffel 3 - MDG 7: http://youtu.be/JywZFNYGMIQ
Draufsicht Urban Farming - 2 Folge - Staffel 3 - MDG 1: http://youtu.be/EeaRgMmQyTE
Draufsicht - Banken-Unternehmen - Staffel 3 - MDG 8, MDG 7: http://youtu.be/kkTekyrjRfE
Draufsicht - Politische Partizipation - Staffel 3 - Armut, Demokratie: http://youtu.be/ilCPvcIshks
Playlist Draufsicht Staffel 3: http://www.youtube.com/watch?v=JywZFN...
Staffel 2:
Draufsicht - Hunger (MDG 1): http://youtu.be/yNl2tQ5EeCo
Draufsicht - Wohnen (MDG 1 und 7): http://youtu.be/at3nQogbVnY
Draufsicht - Ökologische Nachhaltigkeit (MDG 7): http://youtu.be/clkSvFZdUMk
Draufsicht - Geschlechtergerechtigkeit (MDG 3): http://youtu.be/rITg4Aelaks
Draufsicht - Bildung (MDG 2): http://youtu.be/CO2JWbOnjwY
Draufsicht - Gesundheit (MDG 6): http://youtu.be/nQ0mLsbFpf0
Draufsicht - Ernährung (MDG 1): http://youtu.be/ZwdealwNQxM
Draufsicht - Kapitalismus (MDG 8): http://youtu.be/oJPAk4C5su8
Playlist Draufsicht Staffel 2: http://www.youtube.com/watch?v=yNl2tQ...
Staffel 1:
Draufsicht - Was sind die Millennium Development Goals?: http://youtu.be/qotjFnvcKOk
Draufsicht - MDG 1 "Armut und Hunger bekämpfen": http://youtu.be/g89xi2xICeo
Draufsicht - MDG 2 "Grundschulbildung": http://youtu.be/FkQNyCoIU4g
Draufsicht - MDG 3 "Gleichstellung der Geschlechter": http://youtu.be/Av1MM4wCAvY
Draufsicht - MDG 4 "Kindersterblichkeit": http://youtu.be/x-wH9dGofM0
Draufsicht - MDG 6 "Bekämpfung von HIV/AIDS": http://youtu.be/iBd3_4WoYkc
Draufsicht - MDG 7 "Ökologische Nachhaltigkeit": http://youtu.be/T8Imn-2eHEo
Draufsicht - MDG 8 "Weltweite Partnerschaft": http://youtu.be/Swo6e_xQIgE
Playlist Draufsicht Staffel 1: http://www.youtube.com/watch?v=qotjFn...

siehe auch:
- Generisches Maskulinum (Wikipedia)
Ein generisches Maskulinum ist die Verwendung eines maskulinen Substantivs oder Pronomens, wenn das Geschlecht der bezeichneten Personen unbekannt oder nicht relevant ist oder wenn männliche wie weibliche Personen gemeint sind.[1] Beispiel: Das Wort „Studenten“ in der Verwendung als generisches Maskulinum bezieht sich auf eine Gruppe von Studierenden unbekannten Geschlechts oder eine gemischtgeschlechtliche Gruppe. Generische Maskulina gibt es in vielen Sprachen.
Generische Maskulina gerieten in den 1970er Jahren in die Kritik und werden seither kontrovers diskutiert.[2][3] Diese Kritik zielt im wesentlichen auf die generische (auf Menschen aller Geschlechter bezogene) Verwendung solcher maskuliner Formen, die auch geschlechtsspezifisch (ausdrücklich nur auf Männer bezogen) verwendet werden können, weil es ein weibliches Gegenstück dazu gibt.

Für Aktivistxs (Ekkehard Knörer, der Freitag, 17.12.2014)
Peinlichkeit Wer wissen will, wie man Debatten über Genderfragen mit Humor führt, sollte sich die US-Serie „Transparent“ anschauen
Es soll ja Menschen geben, die finden, dass wir gerade wichtigere Probleme haben, deshalb sei die aktuelle Aufregung im Feuilletondorf noch einmal rekapituliert: Es gibt da also jemanden, nicht der und nicht die sich den Vornamen Lann gegeben hat, sich weder als Frau noch als Mann begreift und darum auf nichtihrernichtseiner Uni-Webseite bittet, nicht als Professorin oder Professor, sondern als Professx (gesprochen Professix) adressiert zu werden.
ANTJE Lann Hornscheidt diskriminiert. (jawo, NICHT-Feminist, 31.12.2014)
Lann Hornscheidt: “Ich soll meiner Professur enthoben werden” (Post, 30.11.2014)

Kein Unsinn ist groß genug, als dass er nicht in Deutschland, z.B. bei der GFMK [Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder] auf fruchtbaren Boden fallen würde.
Erkenntnis von Gleichstellerinnen: Das Problem mit der Meinungsfreiheit, ist die MeinungsfreiheitSciencefiles, 07.09.2015


- 25. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder, Startseite (Gleichstellungsminsterkonferenz)

aktualisiert am 31.03.2016

Camel

Camel it eine Anfang der 70 gegründete US-amerikanische Progressive-Rock-Formation um den Gitarristen Andrew Latimer, die für ihre melodischen Kompositionen mit langen Instumentalteilen bekannt ist.

Camel – BBC Concert – 1977 [58:56]

Veröffentlicht am 15.06.2014
Line-up/Musicians

- Andrew Latimer / guitar, flute, vocal
- Peter Bardens / keyboards
- Andy Ward / drums, percussion
- Richard Sinclair / bass, vocal
- Mel Collins / saxophone & flute

BBC Sight and Sound Concert 1977
alter Info-Text:
Veröffentlicht am 17.12.2014
Banda britânica de rock progressivo, com umas pitadas de jazz rock formada em 1971. O grupo lançou seu primeiro álbum em 1973 pela MCA Records. Desbandaram por um breve período em 1981 mas retornaram com mudanças na formação. Em 2003 o Camel fez sua turnê de despedida. Camel quer dizer camelo em inglês e como o período do auge da banda também coincidiu com o auge da propaganda de uma marca de cigarros que empregava a figura de um camelo fumando, os discos da banda foram boicotados pelos antitabagistas, o que precipitou sua decadência.
Alter Info-Text: Veröffentlicht am 21.01.2014
Line-Up:
Andrew Latimer - guitars, flute, vocals
Andy Ward - drums, percussion
Richard Sinclair - bass, vocals
Peter Bardens - keyboards, synthesizers
Mell Colins - saxophones, flute, percussion

Set-List:
01. First Light
02. Metrognome
03. Unevensong
04. Rhayader
05. Rhayader Goes To Town
06. Skylines
07. Highways Of The Sun
08. Lunar Sea
09. Rain Dances
10. Never Let Go
11. One Of These Days I'll Get An Early Night

Camel - Rhayader Goes To Town [9:38] Text

Hochgeladen am 04.10.2009
Performed live, 1975

Camel LIVE 2013 - Never Let Go (acoustic/electric special) - Amsterdam (Andy Latimer Full HD stereo) [6:47] Text

Veröffentlicht am 27.10.2013
Full HD Stereo video of Camel performing "Never Let Go" in a special acoustic / electric version during their 2013 The Snow Goose Tour at De Melkweg, Amsterdam, The Netherlands, 2013_10_26. The original Never Let Go Airborn is featured on the 1973 album 'Camel'. Official Camel website: http://www.camelproductions.com/

This is the first Camel tour since 2003. Best Known for their concept album "The Snow Goose" (1975), a concept album after the book of Paul Gallico. Andrew Latimer and Camel define the best progressive rock has to offer to this day. Beautiful melodies, Latimer's ability to always hit that exact right note at the right time, less-is-more, diverse arrangements, music with feeling, great guitar tone, changing time signatures (but only if it serves the song), instrumentals and vocal songs and general superb musicianship. Grat musicians from other prog rock bands have in the past played in Camel. These include Ton Scherpenzeel (Kayak), Richard Sinclair and Jan Schelhaas (both from Caravan). Camel is a major influence on many bands today, including heavy prog bands such as Opeth.

Camel is by far my favorite band, with Andy Latimer and Pete Bardens my favorite composers.

Andrew Latimer: guitar, vocals, flute, keyboards
Colin Bass: bass, vocals
Denis Clement: drums
Guy LeBlanc: keyboards
Jason Hart: keyboards

Information on the Camel Snow Goose Tour 2013:
English prog-rockers Camel present a complete performance of their breakthrough concept album The Snow Goose for the first time since their 1975 concert at the Royal Albert Hall -- followed by a selection of fan-favourites.

The evening pays tribute to former band member Peter Bardens who died of cancer at the same time as frontman Andrew Latimer was battling a terminal illness. Ten years later, Latimer has regained health and is willing to celebrate a career that spans over four decades. This two-set show will also embrace compositions recorded throughout those years in a personal covenant of appreciation for a deeply rewarding life of music.

Andrew Latimer, the unwavering vanguard of the group, will be joined by long time band member, Colin Bass (bass vocals), with Denis Clement (drums), Guy LeBlanc (keyboards) plus special guest Jason Hart (keyboards).

COPYRIGHT STATEMENT This video is not being used to make money in any way and is for entertainment and leisure purposes only. This is an act of fair usage as described by the US Copyright Office, therefore, a dispute should not occur over this video.
alter Info-Text:
Hochgeladen am 11.11.2006
Filmed on March 17, 1973 at Guildford Civic Hall

Andrew Latimer - Guitar
Andy Ward - Drums
Doug Ferguson - Bass
Peter Bardens - keybords, vocal

Camel - First Light [4:49] instrumental Infos

Hochgeladen am 05.06.2006
First of nine Camel videos. YAHOO!

Georg Schramm - Deutschland helfen - aber wie?

Georg Schramm 2014 - Deutschland helfen aber wie {2:12:42}

Herr Bart 
Am 06.02.2015 veröffentlicht
Der Spiegel ist es den Schramm uns ein ums andere mal vorhält
Alter Infotext: Veröffentlicht am 04.04.2014
Schramms "Scheibenwischer"-Personal - der Oberstleutnant Sanftleben, der gallige Rentner Dombrowski mit der Lederhand und der abgehalfterte hessische Sozialdemokrat August - im Lustspielhaus zu Gast beim Seminar "Deutschland helfen - aber wie?". Als smarter Moderator und Motivationstrainer erläutert Schramm das Konzept "Leben jetzt!". Zur Steigerung der Lebenserwartung im Sinne von Lebensfreude junger Arbeitsloser könne man jedem ohne Verlust 1600 Euro pro Monat zahlen. Die perfide menschen- und wirtschaftsfreundliche Kosten-Nutzen-Rechnung geht jedoch nur durch sozialverträgliches Frühableben nach 30 Jahren auf. Jeder Satz ist ein Skalpellschnitt. Mit seinem Co-Autor und Regisseur Rainer Pause seziert Schramm aus der Perspektive seiner (glänzend gespielten) Figuren unsere Probleme. Der zackige SPDler wehrt sich gegen Wohltätigkeits-Kollekten, Dombrowski plant voller Hass einen Kreuzzug gegen Pharma-Industrie und das korrupte Gesundheitssystem.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Rußland spielt Schach – machtpolitisches Agieren und theatralische Empörung

Die theatralische Empörung des Westens über das machtpolitische Agieren Russlands zeugt von fortgeschrittener Demenz. Krisenimperialismus - Teil 1
Die Putin-Kritik scheint sich für Kanzlerin Angela Merkel zu einem routinemäßig zu absolvierenden Ritual zu entwickeln. Gegenüber der Tageszeitung Welt am Sonntag beschuldigte die Kanzlerin Anfang Dezember den Kreml abermals, die Annäherung osteuropäischer Länder an die EU zu behindern und dabei vor der Verletzung der territorialen Integrität dieser Staaten nicht zurückzuschrecken. "Wir sehen außerdem, dass Russland wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten in einigen Ländern des Westbalkans zu schaffen versucht", warnte Merkel.
Die Ukraine, Moldau und Georgien hätten "aus eigener souveräner Entscheidung ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterschrieben. Diesen drei Ländern bereitet Russland Schwierigkeiten", behauptete Merkel gegenüber der "Welt am Sonntag". Nach Ansicht der Kanzlerin sollte in Europa nicht das Denken in Einflusssphären geopolitische Fakten schaffen, sondern das internationale Recht.

Beim Putin-Bashing Anfang November sprach Merkel gar von einer "Annexion" der Krim durch Russland, die gegen die Prinzipien der Nachkriegsordnung in Europa verstieße - damit ist wohl die in der Schlussakte von Helsinki 1975 festgehaltene Unverletzlichkeit bestehender Grenzen gemeint. Dieses Vorgehen des Kreml, das die Kanzlerin gar als "Raub" bezeichnete, dürfe "man Russland nicht durchgehen lassen", so Merkel, weswegen nun eine "gewisse Härte" gegenüber Moskau angebracht sei.

mehr:
- Der russische Spiegel (Thomasz Konicz, Telepolis, 25.12.2014)
Zitat:
Die Parallelen zwischen der Krimkrise und dem Kosovo-Krieg sind offensichtlich: Die Bombardierung der Bundesrepublik Jugoslawien wurde von der NATO mit angeblichen Massakern und einem Völkermord an der albanischen Bevölkerungsmehrheit durch jugoslawische Sicherheitskräfte und serbische Freischärler legitimiert - eine Behauptung, die sich nach Kriegsende weitgehend als Kriegspropaganda erwies. Im Endeffekt hat aber diese rechtswidrige NATO-Intervention dazu beigetragen, ethnisch-separatistischen Bewegungen Auftreib zu verleihen, die die bestehenden Grenzen in multiethnischen Staaten infrage stellen .


»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen.« (Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Anfang 2007)

siehe dazu auch:
- Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)
- Egon Bahr: Obama war vorab über Ukraine-Ereignisse informiert (Epoch Times, 24.12.2014) 

Mauretanien: Gericht verurteilt Blogger zum Tode

Ein junger Blogger stellt einen anonymen Text ins Netz, in dem er die Zustände in Mauretanien, einem der ärmsten Länder der Welt, kritisiert. Er scheut sich auch nicht davor, die Religion in die Kritik einzubeziehen. Jetzt wird er zum Tod verurteilt.
mehr:
- Gnadenloses Urteil in Mauretanien - Gericht verurteilt Blogger zum Tode (n-tv, 25.12.2014)
Zitat:
Ein Gericht in Mauretanien hat einen jungen Blogger wegen "Prophetenbeleidigung" zum Tode verurteilt. Mohammed Oul Amchaitir werde für einen im Internet erschienenen Aufsatz bestraft, in dem er verletzend über den Propheten Mohammed und seine Angehörigen geschrieben habe, teilte das Gericht im westmauretanischen Nouadhibou mit.

Moskau: Nato-Beitritt der Ukraine ist eine Bedrohung der russischen Sicherheit

Die Ukraine unterbricht die Stromversorgung der Krim, aber Kiews Energieversorgung ist unsicher, weil die Kohle aus dem Donbass fehlt
Russland stellt die Stacheln auf, nachdem das ukrainische Parlament mit überwältigender Mehrheit beschlossen hatte, die Blockfreiheit des Landes aufzuheben. Das ist ein erster Schritt hin auf eine Nato-Mitgliedschaft. Kurzfristig ist dies wenig wahrscheinlich, auch wenn die USA dies schon vor Jahren befürwortet hatten, aber es ist zunächst eine Geste gegenüber Russland.
Zunächst hatte man in Moskau zwar indigniert, aber zurückhaltend reagiert. Gestern aber hat der russische Vizeaußenministers Anatoli Antonow schon einmal den Ton angezogen. Das Ende der Blockfreiheit bedrohe die Sicherheit Russlands nicht, wohl aber ein Nato-Beitritt. Darauf würde man dem angemessen reagieren, sagte er: "Dann würde es einen vollen Bruch zwischen uns und der Nato geben, der kaum wieder gut zu machen wäre." Antonow erklärte, dass die Nato unter dem "Slogan einer russischen Bedrohung" ihr militärisches Potenzial in den baltischen Ländern, in Polen, Bulgarien und Rumänien verstärkt.

mehr:
- Moskau: Nato-Beitritt der Ukraine ist eine Bedrohung der russischen Sicherheit (Florian Rötzer, Telepolis, 25.12.2014)

aus Putins Rede vom 25.09.2001 vor dem Deutschen Bundestag (Wortprotokoll auf der Seite des Deutschen Bundestages):
»Trotz allem Positiven, das in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurde, haben wir es bisher nicht geschafft, einen effektiven Mechanismus der Zusammenarbeit auszuarbeiten. Die bisher ausgebauten Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Beschlussfassung mitzuwirken. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO. Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. - Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.«

Anfang 2007 sprach Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz:
In seiner Rede (Link siehe unten) b
eklagt er sich über die Zunahme von internationaler Gewalt in Verbindung mit der Nicht-Beachtung des Völkerrechts.
Zitat: 
»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen.«
Sicherheitskonferenz in München: Putin schockt die Europäer (SPIEGEL vom 10.02.2007)
Zitat Aus dem SPIEGEL-Artikel:
Die Nato-Osterweiterung kritisierte Russlands Präsident massiv, weil deren militärische Infrastruktur "bis an unsere Grenzen" heranreiche. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer reagierte sichtlich verärgert: Was Putin gesagt habe passe nicht zur viel beschworenen "Partnerschaft zwischen Russland und der Nato". […] Wie könne man sich denn sorgen, "wenn Demokratie und Rechtsstaat näher an die Grenzen rücken", fragte er mit Blick auf Putins Äußerung gegen die Nato-Osterweiterung.
siehe dazu:
- Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (Post, 25.03.2014)

Putin hat die Deutschen, die EU und die NATO seit 2001 immer wieder gewarnt. Zumeist wurde er ignoriert, bestenfalls hat er Empörung geerntet. In einer Paartherapie würde ich jetzt den anderen Partner fragen: »Wie glauben Sie, daß es Ihrem Partner damit geht?«

Nach einem Dreivierteljahr Beschäftigung mit dem Ukraine-Krieg (für mich ist es ein Krieg) sehe ich nur zwei Möglichkeiten, die Handlungsweise des Westens zu verstehen: Entweder unsere Politiker und Medien sind vor lauter Selbstgerechtigkeit besoffen oder die USA verfolgen die Brzeziński-Strategie, die dieser in seinem Buch (Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Wikipedia) aus dem Jahr 1997 dargelegt hat.
siehe dazu:
- US-Geostrategie und deutsche Souveränität: Ein heißes Eisen (Post, 23.12.2014)

"World in Peace"?

Notizen über Franziskus, die "deutsche Weihnacht", Querfrontstrategien und das Manifest für eine neue Kunst des Zusammenlebens 
Früher war zwar auch nicht alles besser, aber man konnte sich zumindest zur Weihnachtszeit darauf verlassen, dass aus der "Ewigen Stadt" salbungsvolle Worte kommen und auf unseren Straßen allenfalls Weihnachtsmänner aus einer Werbe-Crew die Großeinkäufe derjenigen unterbrechen, die sich gesittet auf das Fest der Geburt eines Kindes von obdachlosen Leuten vorbereiten. Dieses Jahr scheint alles anders zu sein: in der "Ewigen Stadt" und auch auf den Straßen in manchen deutschen Städten.
Bischof Franziskus von Rom sagt über einen Kapitalismus, der über Leichen geht: "Damit das System fortbestehen kann, müssen Kriege geführt werden, wie es die großen Imperien immer getan haben. Einen Dritten Weltkrieg kann man jedoch nicht führen, und so greift man eben zu regionalen Kriegen."

Was Franziskus über die herrschende Wirtschaftsform, die ganz gewöhnliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Flüchtlingselend auf dem Globus, den gemachten Hungertod von Millionen und die Selbstorganisation der Armen denkt, deuten hierzulande die Medien und auch viele Prediger nur an. Mit etwas Glück findet man aber im Internet trotzdem einen vollständigen Klartext seiner jüngsten Worte an Vertreter von sozialen Bewegungen.

Auch mit Selbstkritik wird in der Zentrale der römischen Weltkirche derzeit nicht gegeizt. Vor wenigen Tagen hat der oberste Brückenbauer in einer Weihnachtsansprache bei Teilen der Kurie "spirituelles Alzheimer", mannigfache Pathologien der Macht und andere bedenkliche Krankheiten im mentalen Bereich diagnostiziert. Deutlicher kann es wohl nicht mehr zur Sprache kommen, dass der derzeitige Bischof von Rom sein Pontifikat als Ernstfall versteht und nicht willens ist, dem klerikalen Kasperle-Theater in nächster Nähe mit duldsamem Lächeln zuzusehen. Verhaltener Beifall. Im Vatikan gibt es offenkundig viel Kälte für den Mann aus Argentinien, dem ungezählte Menschen auf dem ganzen Erdkreis ein besonders langes Leben wünschen.

mehr:
- "World in Peace"? (Peter Bürger, 24.12.2014)
Zitat:
Die Verächter der Friedensbewegung, die sich mangels nachprüfbarer Argumente seit langem vor allem auf demagogische Phrasen verlegt haben, stehen auch im Licht der jüngsten Geschichte schlecht da. Hätte die mächtigste Kriegsnation der Erde im Februar 2003 auf die größte Friedensdemonstration der gesamten Menschheitsgeschichte gehört, so würde die Welt heute freundlicher aussehen. 

Unsere Verfassung verlangt, dass Deutschlands Politik dem Frieden in der Welt dienen muss. Wir weisen aber im Jahr nur läppische 30 Millionen Euro für besondere "Friedensdienste" aus, während der Militärhaushalt 33 Milliarden verschlingt. Es ist Zeit für Frieden, Friedensbudgets, Friedenswissenschaften und die Einrichtung eines Friedensministeriums.

Kann Glaube wahr sein?

Ein philosophischer Dialog über die Wahrheit des Glaubens
In seiner kürzlich erschienenen Studie über "Die letzten Undinge" befasst sich Karl Czasny erkenntniskritisch mit verschiedenen Formen des religiösen Trostes. Am Ende seines Buches stellt er dann die Frage nach der Wahrheit des Glaubens. Er gesteht, dass er beim Nachdenken über diese Frage immer wieder an einem Punkt angelangt sei, an dem sein Denken sich im Kreis zu drehen begann. Um das Für und Wider der verschiedenen Argumente besser überblicken zu können, bittet er zwei fiktive Freunde seine Studie zu lesen und daraus im Rahmen eines Dialogs Schlussfolgerungen für die Frage der Glaubenswahrheit zu ziehen. Der eine der beiden vertritt in diesem Gespräch eine an Kant orientierte erkenntniskritische Position, der andere die eines christlich geprägten Glaubens. Während der Repräsentant des transzendentalen Standpunkts sich aus naheliegenden Gründen "Immanuel" nennt, tritt der Vertreter des Glaubens unter dem Namen "Pius" (zu Deutsch: Der Fromme) auf.

mehr:
- Kann Glaube wahr sein? (Karl Czasny, 25.12.2014)

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Oh Gott, der Papst: “WIR CHRISTEN HABEN ETWAS SEHR SCHÖNES, EINE HANDLUNGSANLEITUNG, EIN REVOLUTIONÄRES PROGRAMM, KÖNNTE MAN SAGEN.”

Papst Franziskus hat neue Gesprächspartner

Zum ersten Mal hat ein Papst die Verantwortlichen von Sozialen Bewegungen aus aller Welt zu einem Treffen im Vatikan eingeladen. Vom 27. bis 29. Oktober trafen sich ca. zweihundert Männer und Frauen aus allen Erdteilen, die engagiert sind in den Bewegungen Landloser Bauern, Ausgeschlossener Arbeitender, VertreterInnen selbstgeführter Betriebe, von MigrantInnen und BewohnerInnen von Elendsvierteln. So waren unter anderen die brasilianische Landlosenbewegung MST, der zambische Obdachlosen- und Armen-MST-1038x576Verband, eine kurdische Jugendorganisation aus Syrien sowie eine Vereinigung koreanischer Bäuerinnen anwesend. Organisiert vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden unter der Leitung von Kardinal Turkson und in Absprache mit den Repräsentanten der verschiedenen Bewegungen hatten sie sich der Frage gestellt, wie sich die Bewegungen den Problemen von Krieg, Vertreibung, Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit stellen sollten. Diskutiert wurden die Ursachen der weltweit wachsenden sozialen Ungleichheit und der Mechanismen von Exklusion. Die drei thematischen Schwerpunkte des Treffens waren: “tierra – techo – trabajo”: Land (Bauern, Landwirtschaft, Nahrungsmittelsouveränität und Umwelt), Wohnraum (informelle Ansiedlungen, Mangel an Wohnraum und arme urbane Peripherien) und Arbeit (informelle Arbeit, Kinder- und Jugendarbeit).
Papst Franziskus hat am Dienstag, den 28. Oktober, eine Ansprache gehalten, die von manchen Presseorganen als “Spontane Enzyklika zu Armut und Umwelt” gewertet wurde. Wir veröffentlichen diesen Text in deutscher Übersetzung. Die Ansprache wurde in spanischer Sprache gehalten. Der Text findet sich auf der website des Vatikan:

http://w2.vatican.va/content/francesco/es/speeches/2014/october/documents/papa-francesco_20141028_incontro-mondiale-movimenti-popolari.html

Norbert Arntz, Institut für Theologie und Politik, Münster

mehr:
- “WIR CHRISTEN HABEN ETWAS SEHR SCHÖNES, EINE HANDLUNGSANLEITUNG, EIN REVOLUTIONÄRES PROGRAMM, KÖNNTE MAN SAGEN.” (Michael, Institut für Theologie und Politik, 01.11.2014)
Zitate:
Dieses Treffen der Sozialen Bewegungen ist ein Zeichen, ein wichtiges Zeichen: Ihr seid gekommen, um vor Gott, vor der Kirche, vor den Völkern eine Realität auszusprechen, die oft verschwiegen wird. Die Armen erleiden das Unrecht nicht nur, sondern bekämpfen es auch!

Ihr gebt Euch nicht zufrieden mit illusorischen Versprechungen, Ausreden oder Alibis. Ihr wartet auch nicht untätig darauf, dass Nichtregierungsorganisationen, Sozialpläne bzw. Hilfsmaßnahmen Euch beistehen, die nie ankommen, oder wenn sie ankommen, häufig nur dazu dienen, entweder zu narkotisieren oder zu domestizieren. Das sind gefährliche Mittel. Ihr glaubt, dass die Armen nicht länger warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen wollen, sich organisieren, studieren, arbeiten, reklamieren und vor allem diese besondere Art von Solidarität praktizieren, die es unter den Leidenden, unter den Armen gibt und die unsere Zivilisation vergessen zu haben scheint, oder zumindest allzu gerne vergessen machen möchte.

Solidarität ist ein Wort, das nicht immer gut ankommt, ja, ich würde sagen, dass wir es manchmal sogar zu einem unanständigen Wort gemacht haben, das man nicht sagen darf. Aber es ist ein Wort, das viel mehr meint als einige sporadische großherzige Gesten. Es meint, dass man denkt und handelt im Sinne von Gemeinschaft, dass das Leben aller wichtiger ist als die Güteranhäufung einiger weniger. [Solidarität] meint auch, die strukturellen Ursachen von Armut und Ungleichheit zu bekämpfen, wenn Arbeitsplätze fehlen, Land oder Wohnraum nicht zur Verfügung stehen, wenn Sozial- und Arbeitsrechte vorenthalten werden. [Solidarität meint], sich zu konfrontieren mit den zerstörerischen Auswirkungen des Imperiums des Geldes: Zwangsumsiedlungen, leidvolle Migration, Menschenhandel, Drogen, Krieg, Gewalt und all jene Realitäten, unter denen viele von euch leiden und die zu ändern wir alle aufgerufen sind. Solidarität, in ihrer tiefsten Bedeutung, meint eine bestimmte Art, Geschichte zu gestalten. Und das ist es, was die Sozialen Bewegungen praktizieren.

[…]
Man kann den Skandal der Armut nicht bekämpfen, indem man Besänftigungsstrategien entwickelt, die nur beruhigen und die Armen zu domestizierten, harmlosen Kreaturen machen sollen. Wie traurig ist es zu sehen, wenn mit angeblich altruistischen Taten die anderen zur Passivität verleitet werden, oder schlimmer, wenn sich dahinter Geschäfts- oder Privatinteressen verbergen. Solche Menschen würde Jesus Heuchler nennen.
[…]
Es ist befremdlich: Wenn ich als Papst davon spreche, heißt das für einige, dass der Papst ein Kommunist ist. Man begreift nicht, dass die Liebe zu den Armen das Herzstück des Evangeliums ist. Landbesitz, ein Dach über dem Kopf und Arbeit – das sind heilige Rechte, für die ihr euch einsetzt. Diese Rechte einzuklagen, ist keine Regelwidrigkeit, sondern gehört zur Soziallehre der Kirche.
[…]
Am Anfang der Schöpfung schuf Gott den Menschen als Hüter für sein Werk und beauftragte ihn, es zu bebauen und zu bewahren. […] Vielmehr sind Landraub, Entwaldung, Enteignung und Privatisierung von Wasser sowie giftige Pestizide einige der Übel, die den Menschen aus seiner Heimat vertreiben. Diese Trennung bedeutet nicht nur ein körperliches, sondern ein existentielles und spirituelles Leiden, weil diesem Vorgang ein Verhältnis zum Land zugrunde liegt, das die ländliche Gemeinschaft und ihren spezifischen Lebensstil offenkundig zerrüttet und sogar mit Auslöschung bedroht.

Die andere Dimension dieses bereits globalen Prozesses ist der Hunger. Wenn Finanzspekulationen den Preis von Lebensmitteln bestimmen, weil sie Lebensmittel als Waren behandeln, hungern Millionen von Menschen und sterben daran. Außerdem werden Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen. Das ist wirklich ein Skandal. Hunger ist ein Verbrechen.
[…]
Es ist schon komisch, wie Beschönigung und Bagatellisierung durch Euphemismen in der Welt der Ungerechtigkeit überhand nehmen. Man redet nicht in eindeutigen klaren Worten, sondern sucht nach beschönigenden Umschreibungen.
[…]
Es gibt keine schlimmere materielle Armut – ich fühle mich dazu gedrängt, es noch einmal zu wiederholen – es gibt keine schlimmere materielle Armut als die, sich das tägliche Brot nicht zu verdienen und der Würde der Arbeit beraubt zu sein. Jugendarbeitslosigkeit, informelle Beschäftigungen und fehlende Arbeitnehmerrechte sind nicht unvermeidlich, sie ergeben sich aus einer zuvor getroffenen gesellschaftlichen Option, aus einem Wirtschaftssystem, das den Profit über den Menschen stellt, und wenn es um wirtschaftlichen Profit geht, sogar über Menschheit bzw. über den Menschen. Hier sehen wir die Auswirkungen einer Wegwerf-Kultur, die den Menschen selbst als Konsumgut betrachtet, das benutzt und dann weggeworfen werden kann.
[…]
Heute fügt man dem Phänomen der Ausbeutung und Unterdrückung eine neue Dimension hinzu, einen anschaulichen harten Gradmesser für das gesellschaftliche Unrecht: alle, die nicht integriert werden können, die Ausgeschlossenen sind “Überflüssige”, sind Abfall. Das ist die Wegwerf-Kultur. Darüber möchte ich noch etwas mehr sagen, als ich hier aufgeschrieben habe, das mir jedoch gerade in den Sinn kommt. So etwas geschieht, wenn das Geld wie ein Gott im Zentrum eines Wirtschaftssystems steht, und nicht der Mensch, die menschliche Person. Ja, im Zentrum jedes gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Systems muss der Mensch stehen, Gottes Ebenbild, dazu geschaffen dem Universum einen Namen zu geben. Wenn der Mensch an die Seite gerückt und die Gottheit Geld an seine Stelle gesetzt wird, geschieht diese Umwertung aller Werte.

Und um das noch anschaulicher zu machen, erinnere ich an eine Lehre etwa aus dem 12. Jahrhundert. Ein jüdischer Rabbi erklärte seinen Gläubigen die Geschichte des Turmbaus zu Babel. Er erzählte, um den Turm von Babel bauen zu können, musste man viel Mühe aufwenden. Man musste Ziegel machen. Um Ziegelsteine herzustellen, musste man Lehm bereiten, Stroh herbeiholen und den Lehm mit dem Stroh vermischen und kneten, dann die Masse in Quadrate schneiden, trocknen lassen, dann im Ofen brennen, und wenn sie gebrannt und abgekühlt waren, mussten sie hinaufgetragen werden, um den Turm weiter zu bauen.

Mit all dieser Arbeit war ein Ziegel sehr teuer geworden. Wenn also ein Ziegelstein herunterfiel, war das fast eine nationale Tragödie. Wer den Ziegel hatte herunterfallen lassen, wurde schwer bestraft oder suspendiert oder ich weiß nicht, was noch mit ihm geschah. Aber wenn ein Arbeiter herunterfiel, passierte nichts. Mit dieser Geschichte erklärte ein Rabbi im 12. Jhdt. diese schrecklichen Dinge, die geschehen, wenn der Mensch im Dienste der Gottheit Geld steht.

Dieser Wegwerf-Kultur zum Trotz, dieser Kultur von überflüssig gemachten Menschen zum Trotz haben so viele von euch, die für dieses System als überflüssig gelten, ihre eigene Arbeit erfunden mit all dem, was eigentlich nichts mehr herzugeben schien … Aber ihr habt es geschafft und schafft es immer noch mit eurer Handwerkskunst, die Gott euch gegeben hat … mit euer Zielstrebigkeit, mit eurer Solidarität, mit eurer Gemeinschaftsarbeit, mit eurer Solidarwirtschaft …. Und lasst es mich euch so sagen: das ist nicht nur Arbeit, das ist Poesie. Danke.

Selbstverständlich haben alle Arbeitnehmer, ob sie nun im formalen System der Lohnarbeit drin sind oder nicht, das Recht auf angemessene Entlohnung, soziale Sicherheit und Altersvorsorge. Hier sind Müllsammler, Müllverwerter, Straßenhändler, Schneider, Handwerker, Fischer, Bauern, Bauarbeiter, Bergleute, Arbeiter aus selbstgeführten Unternehmen, Genossenschaftsangehörige aus unterschiedlichen Sparten und Arbeitende aus selbstorganisierten Dienststellen – sie alle sind aus dem Arbeitsrecht ausgeschlossen, ihnen verweigert man die Möglichkeit zu gewerkschaftlichem Zusammenschluss , sie haben keine ausreichenden, festen Einkünfte. Heute möchte ich eurer Stimme meine Stimme hinzufügen und euch in eurem Einsatz unterstützen.
[…]
Man kann kein Land besitzen, man kann kein Dach über dem Kopf haben, man kann keine Arbeit haben, wenn wir keinen Frieden haben und wenn wir den Planeten zerstören. Diese wichtigen Themen müssen die Völker und ihre Basisorganisationen dringlich diskutieren. Sie dürfen nicht allein von den politischen Führungskräften behandelt werden.
[…]
Kürzlich habe ich gesagt, und ich wiederhole das hier, wir stecken mitten im dritten Weltkrieg, allerdings in einem Krieg in Raten. Es gibt Wirtschaftssysteme, die um überleben zu können, Krieg führen müssen. Also produzieren und verkaufen sie Waffen. So werden die Bilanzen jener Wirtschaftssysteme saniert, die den Menschen zu Füßen des Götzen Geld opfern.
[…]
Das Wirtschaftssystem, das sich um den Götzen Geld dreht, muss auch die Natur plündern, die Natur ausplündern, um die Hektik des Konsums aufrecht erhalten zu können, von dem es lebt. Der Klimawandel, der Verlust biologischer Vielfalt, die Waldzerstörung zeigen bereits ihre verheerenden Auswirkungen in den großen Naturkatastrophen, die wir erleben.
[…]
Brüder und Schwestern, die Schöpfung ist kein Eigentum, über das wir nach eigenem Gutdünken verfügen können. Und schon gar nicht ist sie das Privateigentum einiger weniger. Die Schöpfung ist eine Gabe, ein Geschenk, ein wunderbares Geschenk, das Gott uns gegeben hat, damit wir uns darum kümmern und es immer mit Respekt und Dankbarkeit zum Wohle aller nutzen.
[…]
Aber warum schauen wir dann immer noch zu, wie menschenwürdige Arbeit beseitigt, so viele Familien aus ihren Häusern vertrieben, campesinos ihrer Länder beraubt, Kriege geführt werden und die Natur misshandelt wird? Weil man in diesem System den Menschen, die menschliche Person, aus der Mitte gerückt und sie durch etwas anderes ersetzt hat. Weil man dem Geld einen götzendienerischen Kult widmet. Weil man die Gleichgültigkeit globalisiert hat! Man hat die Gleichgültigkeit globalisiert nach dem Motto: Was geht mich das an, wie es anderen geht, wenn ich mich doch um mich selbst zu kümmern habe? Denn die Welt hat den Gott vergessen, der Vater ist. Sie ist wieder eine Waise geworden, weil sie Gott beiseite geschoben hat.
[…]
Für die Gesellschaft ist eine Zukunft nur vorstellbar, wenn die Mehrheit der Bevölkerung eine aktive bestimmende Rolle mit spielt. Eine solch aktive Rolle geht über die logischen Verfahren einer formalen Demokratie weit hinaus. Die Aussicht auf eine Welt mit dauerhaftem Frieden und Gerechtigkeit verlangt von uns, jeden paternalistischen Assistentialismus hinter uns zu lassen und neue Formen der Partizipation zu entwickeln, damit die sozialen Bewegungen aktiv mitwirken können.
[…]
Setzt euren Kampf fort. Das tut uns allen gut. Er ist ein Segen für die Menschheit.
[…]
In dieser Begleitung bete ich für euch, bete ich mit euch und bitte Gott, unseren Vater, euch zu begleiten und zu segnen, damit ihr von seiner Liebe erfüllt werdet und er euch auf dem Weg begleite, indem er euch reichlich jene Kraft gebe, die uns aufrecht erhält, diese Kraft ist die Hoffnung, die Hoffnung, die nicht trügt.

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- Weihnachtsansprache in Rom – Papst prangert Gewalt in Konfliktregionen an (n-tv, 25.12.2014)
Rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit hören fast flehende Worte des katholischen Kirchenoberhauptes - die brutalen Konflikte im Nahen Osten, der Ukraine und Afrika stehen bei der Weihnachtsansprache von Papst Franziskus im Zentrum. Aber auch der traditionelle Segen "Urbi et Orbi" fehlt nicht.
Bewegende Christmette in Rom – Papst fordert mehr Zärtlichkeit in der Welt (n-tv, 25.12.2014)
Die Christmette im Petersdom ist einer der Höhepunkte an Weihnachten und lockt Tausende Christen in die Basilika. In seiner Botschaft mahnt Papst Franziskus, schwierigen Situationen nicht nur mit Sachlichkeit, sondern auch mit Zärtlichkeit zu begegnen.
Person der Woche: Papst Franziskus – Der Papst als Revolutionär (Wolfram Weimer, n-tv, 23.12.2014)
Zwei Paukenschläge aus dem Vatikan zu Weihnachten: Erst fädelt er die Annäherung zwischen Kuba und den USA ein. Dann liest er der Kurie die Leviten wie einst Martin Luther.
Papst-Kritik an der Kurie – "Ein Sturm fegt durch die Kirchenführung" (n-tv, 22.12.2014)
Bei seiner Weihnachtsansprache übt Papst Franziskus in deutlichen Worten Kritik am Kirchen-Management. Die Leitungs- und Verwaltungsorgane der Kirche litten unter "15 Krankheiten". Unter anderem wirft Franziskus der Kurie "mentale Erstarrung", "spirituelles Alzheimer" und den "Terrorismus des Geschwätzes" vor. Derweil erwägt die Deutsche Bischofskonferenz eine Reform im Umgang mit Geschiedenen. Die Presse diskutiert.
"Spiritueller Alzheimer" im Vatikan Papst geißelt die eigene Kurie (n-tv, 22.12.2014)
Diese Ansprache vor Weihnachten hatten sich die Kardinäle und Bischöfe sicher anders vorgestellt. Doch Papst Franziskus, ein Freund offener Worte, kritisiert scharf die Vatikanverwaltung. Er spricht über den "Terrorismus des Geschwätzes", Schizophrenie und Erstarrung..

Gibt es den Weihnachtsmann? Eine Frage, die uns zur Zeit alle beschäftigt

  1. Keine der bekannten Rentierarten kann fliegen. Aber: Es gibt 300.000 lebende Organismen die bisher noch nicht klassifiziert wurden, und obwohl die meisten dieser Organismen entweder Insekten oder Bakterien sind, kann nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, daß auch fliegende Rentiere darunter sind.
  2. Es gibt ungefähr 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. Aber da der Weihnachtsmann offenbar die Kinder der Muslims, Hindu, Juden und Buddhisten nicht bedient, reduziert das seine Arbeitslast um 85% auf ca. 385 Millionen Kinder, wenn man den statistischen Ämtern glauben schenken will. Mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3.5 pro Haushalt ergibt das 91.8 Millionen Haushalte. Wir wollen davon ausgehen, daß in jedem Haushalt zumindest ein Kind das Jahr über brav war.
  3. Aufgrund der verschiedenen Zeitzonen und der Erdrotation muß der Weihnachtsmann seinen Job innerhalb von 31 Stunden erledigt haben - wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch scheint). Damit muß er schlappe 822.6 Besuche pro Sekunde machen, d.h. für jeden christlichen Haushalt, der ein braves Kind sein eigen nennt, hat der Weihnachtsmann 1/1000 Sekunde um zu parken, aus dem Schlitten zu hüpfen, den Kamin runterzurutschen, die Weihnachtsstrümpfe zu füllen, die restlichen Geschenke unter dem Baum zu verteilen, übriggebliebene Kleinigkeiten aufzuessen, den Schornstein wieder raufzuhetzen, auf den Schlitten zu springen und zum nächsten Haus zu jagen. Unter der Annahme, daß alle 91.8 Millionen Häuser gleichmäßig auf der Erde verteilt sind (was natürlich Quatsch ist, aber es vereinfacht die Rechnung ungemein), so muß der Weihnachtsmann für jeden Haushalt 1.25 km zurücklegen, insgesamt also ca. 120 Millionen Kilometer, nicht eingerechnet die Stops die jeder von uns auf einem 31-Stunden-Trip normalerweise macht. Damit bewegt sich der Schlitten des Weihnachtsmannes mit einer Geschwindigkeit von 1040 Kilometer pro Sekunde, also ca. 3000facher Schallgeschwindigkeit. Nur zum Vergleich: Das schnellste von Menschen gebaute Gefährt, die Ulysses Raumsonde, bewegt sich mit lächerlichen 43.8 Kilometer pro Sekunde. Ein konventionelles Rentier kommt dagegen auf 24 Kilometer pro *Stunde*.
  4. Die Zuladung des Schlittens ist ein anderer interessanter Aspekt. Unter der Annahme, daß jedes brave Kind nicht mehr also einen mittelgroßen Kasten mit Legosteinen bekommt (Gewicht 1 Kilo), muß der Schlitten eine Last von 321.300 Tonnen tragen, nicht eingerechnet den Weihnachtsmann, der einhellig als stark übergewichtig beschrieben wird. An Land können normale Rentiere nicht mehr als 150kg ziehen und selbst unter der Annahme, daß fliegende Rentiere (siehe Punkt 1) im Stande sind, die zehnfache Last zu bewegen, so reichen doch acht oder neun der Tiere keinesfalls aus. Nein, man bräuchte 214.200 Rentiere - was natürlich wieder das Gesamtgewicht des Geschenke-Rentier-Weihnachtsmann-Komplexes auf 353.430 Tonnen erhöht - den Schlitten nicht mit eingerechnet. Das ist, nur zum Vergleich, das vierfache des Gewichts der Queen Elizabeth (das Schiff, nicht die Königin).
  5. 353.000 Tonnen die sich mit 1040 Kilometer pro Sekunde bewegen erzeugen einen enorme Luftwiderstand - was zur Erhitzung der Rentiere führt, ähnlich dem Effekt, der beim Wiedereintritt eines Raumschiffs in die Erdatmosphäre auftritt. Das führende Rentierpaar wird dabei 14.3 Quintillionen Joule an Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes der beiden bedauernswerten Tiere. Kurz gesagt, die beiden werden praktisch sofort Feuer fangen und verbrennen, was dazu führt, daß die nächsten beiden Rentiere der Hitze aussetzt werden, ganz zu schweigen von den ohren- betäubenden Überschallknalls die dabei erzeugt werden. Das gesamte Rentier-Team wäre innerhalb von 4.26 Tausendstel Sekunden in Luft aufgelöst. In der Zwischenzeit ist der Weihnachtsmann Zentrifugalkräften ausgesetzt, die 17.500 mal so stark wie die Schwerkraft sind. Ein 125 kg schwerer Weihnachtsmann (was im übrigen lächerlich schlank wäre) würde von einer 4.315.015 Newton starken Kraft an die Rückseite seines Schlitten gepreßt. 
Zusammenfassung: Falls der Weihnachstmann jemals versucht hat, an Heiligabend Geschenke zu verteilen, so ist er jetzt mausetot. Schade eigentlich :-) [Quelle: stud-net]
PS: Trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken, Wunder gibt es immer wieder
Das Wunder ist nicht ein Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern ein Widerspruch zu dem, was wir von diesen Gesetzen wissen. (Augustinus von Hippo, Bischof von Hippo Regius)

Darf man Verständnis für die chinesischen Machthaber zeigen?

Helmut Schmidt und Gerhard Schröder können es nicht lassen, autoritäre Staatsmänner zu loben. Doch die Kritik daran ist meistens nur heuchlerisch
"Seit meinem ersten Besuch in China im Jahre 1975 hat sich dort ein gewaltiger außen- und innenpolitischer Wandel vollzogen. Mein Respekt für China und für seine nahezu fünftausend Jahre alte Zivilisation ist im Laufe der letzten Jahrzehnte, in denen ich das Land viele Male besucht habe, immer noch weiter gewachsen. Dazu trägt auch das Buch von Xi Jinping bei", schreibt der ehemalige SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Mit diesen Zeilen beginnt eine Rezension des Buches "Xi Jingping: China Regieren", und der Einstieg täuscht nicht. Hier handelt es sich um ein Loblied auf den chinesischen Parteichef und die aktuelle chinesische Gesellschaft, was in diesen Sätzen sehr deutlich wird:

"Wenn man heute China besucht, dann stellt man fest, dass vor Ort sehr vieles gleichzeitig passiert ist. Die Rechte der Wanderarbeiter wurden gestärkt, es wurden größere und effizientere Landwirtschaftsbetriebe geschaffen. Wer China vor vier Jahrzehnten unter der Führung von Mao Zedong erlebt hat und wer sein damaliges Bild mit dem heutigen China vergleicht, der wird einen fast unglaublichen Zuwachs an Spielräumen und auch an Freiheiten und Rechten der einzelnen Bürger beobachten."

mehr:
Darf man Verständnis für die chinesischen Machthaber zeigen? (Peter Nowak, 08.12.2014)

siehe auch:
- Völkerrechtsverletzungen und die Logik deutscher Medienberichterstattung (Post, 21.12.2014)

Adventsrätsel, das Letzte von vierundzwanzig


Wer es macht, der nennt es nicht,
wer es sucht, der kennt es nicht,
findet er’s, wird’s hinterdrein
nicht mehr, was es war, ihm sein!


Auflösung zu Nr. 23

Auflösung zu diesem Rätsel
Weihnachtliches