Dienstag, 15. Januar 2019

Frankreich, Paris und die Notwendigkeit der Bekämpfung von Aufständen

Ist Gewalt womöglich das einzige, was den peripheren Franzosen endlich Aufmerksamkeit verschafft? Archi W. Bechlenberg geht durch das vorweihnachtliche Paris – und erkennt seine Lieblingsstadt kaum wieder
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Da ist dieses Bild, eingefangen von einer Livekamera aus ein paar Metern Höhe. Man sieht die weihnachtlich-prachtvoll geschmückten Bäume der Champs-Elysées, ungezählte Lichter blinken in pink und weiß. Und unter den Bäumen bewegen sich Menschen, in gelben Westen, stehen in kleinen Gruppen zusammen oder zu zweit oder einzeln, drehen sich um sich selber, warten, erwarten. Nein, sie sind nicht zum Weihnachtsbummel unterwegs. Ihnen geht es ums Ganze.

Paris, das ist meine Stadt seit Jahrzehnten. In der Vorweihnachtszeit treibt es mich hinaus, zu den großen Kaufhäusern am Boulevard Haussmann zwischen der Chaussée d’Antin und der Place St. Augustin, wo man in den Schaufenstern von La Fayette und Le Printemps wunderbare, aufwändig gestaltete Tableaus bewundern kann, in denen sich alles bewegt. Die Kinder können gar nicht genug davon bekommen, den auf schöne, altmodische Weise mechanisch animierten Figuren dabei zuzusehen, wie sie in lebensgroßen Küchen, Dachböden oder Fantasielandschaften ihren Unfug treiben. Für die ganz Kleinen stehen direkt vor den Scheiben Podeste, auf die sie von ihren Eltern gestellt werden, was gar nicht so einfach ist, denn hinter den Podesten stehen in mehreren Reihen dicht gedrängt Erwachsene, die sich vermutlich aus ihrer Kindheit noch an diesen Brauch erinnern und sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen lassen wollen.

Doch in diesem Jahr gibt es keine Idylle. Als die Stadtverwaltung die Pläne für den diesjährigen Schmuck der Straßen und öffentlichen Gebäude aus den Schubladen zog und die Ateliers der Kaufhäuser an den lebenden Bildern arbeiteten, konnte niemand ahnen, mit welcher Wucht eine Wut Fahrt aufnehmen würde, die sich nun seit Wochen in Frankreich Luft macht, vor allem in Paris. „Seit Wochen“, das ist nicht ganz präzise, man muss sagen, seit nunmehr vier Wochenenden. Wäre diese Wut seit Wochen, also Tag für Tag, aktiv, wäre Paris, die „Stadt der Liebe“ und „der Lichter“ vermutlich schon ein einziges Trümmerfeld. Man stelle sich vor, seit Wochen wären pausenlos Polizeikräfte von nahezu 10.000 Beamten rund um die Uhr im Einsatz und müssten Straßenkämpfe ausfechten mit Gegnern, die sich nicht nur aus unzufriedenen Bürgern rekrutieren, sondern zu einem wachsenden Teil auch aus militanten Krawallmachern, die weder auf Leben noch Eigentum Anderer Rücksicht nehmen. Zum Glück, muss man sagen, ist ein großer Teil der ursprünglichen, bürgerlichen Gilets Jaunes die Woche über an ihren Job und ihr familiäres Leben gebunden. Also der Teil der französischen Mittelschicht, der dank der herrschenden Politik mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen.

mehr:
- Eine materialistische, flammende Bewegung (Archi W. Bechlenberg, Publico, 15.12.2018)

Die Art, wie in Frankreich mit Protesten umgegangen wird, hat ihre Vorgeschichte…
Im Auftrag des Kaisers ließ [Baron Haussmann] ab 1853 den verwinkelten Kern der Stadt niederreißen und neue Viertel errichten, durchschnitten von Boulevards und großen Achsenstraßen. Weg mit den überbelegten uralten Behausungen voller Ratten und Feuchtigkeit, wo Unterernährung und Typhus die Kinder dahinrafften! Licht, Luft und Sonne für die Arbeiter von Paris, Arbeit für Tausende Landflüchtige beim Haus- und Straßenbau, Raum und Fluß dem wachsenden Verkehr – das war das Credo des Kaisers und seines Barons. Die Idee zu dieser sozialen Tat entstand im kaiserlichen Kabinett nach drei Aufständen der Pariser Arbeiter, zwei im Jahr 1848, einem 1851, als der Präsident der Republik, Louis Napoleon Bonaparte statt den nach der Verfassung notwendigen Rücktritt zu vollziehen, putschte und als Napoleon III. den Thron bestieg. Das Proletariat hatte was dagegen. Bei den Kämpfen erwiesen sich die Gassen und Winkel der Altstadt als hinderlich für die Truppen und günstig für den Barrikadenbau. Der Widerstand der Terroristen war nur mit hohem Blutzoll zu brechen, aber die Truppen siegten. Zwei Jahre später schleiften Hausmanns Arbeitskolonnen die Widerstandsnester. Boulevards und begradigte Straßen boten den Truppen gegen künftige Revolten genug Raum zum Aufmarsch und freies Schußfeld. Die kaiserliche Herrschaft schien gesichert. 1871, als die Pariser Kommune Napolen ins Exil trieb, zeigte sich der Fehler in der Rechnung. Was blieb, war das neue Stadtbild von Paris […]
[Robert Lynn, Die Meute im Nacken, hey! Thriller]
Eine Besonderheit war für die damalige Zeit die enorme Breite der Straßen von 20 m und mehr. Durch die breite sorgten die Straßen für genügend Licht und Luft in der Stadt. Die breiten Straßen wurden aber auch aufgrund von strategischen Aspekten angelegt: Da es in dieser Zeit vor allem im Osten der Stadt häufig zu Unruhen kam, konnten die Truppen des Kaisers das Volk wegen der breiten Straßen besser beobachten und bei Bedarf schneller eingreifen. Außerdem sollten die Viertel durch den Einschnitt, den die beiden Straßen bildeten, räumlich etwas voneinander getrennt werden, sodass die Gefahr von Aufständen und Unruhen reduziert werden sollte.
[Pariser Standorte: Struktur und Entwicklung der französischen Hauptstadt, Iris Gebauer, Ralf Binder, Geographie, Uni Stuttgart, 2005, PDF]
„Für den Zeitraum des Jahrhunderts ist die Liste der Demonstrationen, Unruhen, Handstreiche, Erhebungen und Aufstände, die in Paris stattgefunden haben, so lang, dass wohl keine andere Hauptstadt Vergleichbares aufzuweisen hat. Ihre Geografie, ihre Verteilung auf die verschiedenen Quartiers von Paris ist ein Spiegel der industriellen Revolution, des neuen Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, der zentrifugalen Migration der ‚arbeitenden und gefährlichen Klassen‘, der Entwicklung der großen städtebaulichen Veränderungen, der ‚strategischen Verschönerung‘ der Stadt. Es sind dieselben Straßen und dieselben Quartiers, deren Namen während des gesamten Jahrhunderts immer wieder genannt werden, aber man erkennt dennoch, wie sich das Gravitätszentrum des Roten Paris allmählich nach Norden und Osten verschob.“ (aus: Eric Hazan, Die Erfindung von Paris, Zürich 2006)
[Eine Lange Nacht über Le Grand Paris – Die neue Stadt die alte, Ruth Jung, Günter Lie, Deutschlandfunk, 08.08.2015, Manuskript-Auszug]
Mein Kommentar:
Kann mir jemand sagen, wieso ausgerechnet die beiden ältesten Demokratien (Frankreich und USA), die so stolz auf ihre Revolutionen sind, ihre Präsidenten wie Könige inszenieren?
Der französische Präsident Emmanuel Macron. [Charles Platiau/ epa] 
Quelle: Dienstplicht à la Macron (Stephan Dehnert, euractiv.de, 13.08.2018)
Das Bild von Macron unterscheidet sich atmosphärisch in nichts von den Bildern, die wir von Putin im Kreml kennen…
siehe dazu:
- König von Versailles (Hansgeorg Hermann, junge Welt, 25.01.2019)
…und bevor sich jetzt jemand à la Putin-Bashing Gedanken über die soziopathologischen Strukturen von Macron Gedanken macht: 
Es gibt einen Bedarf!

"Jage keine Polizisten - sie sind da, um zu helfen"

Die Zeugenaussagen im El-Chapo-Prozess belegen unter anderem die Verbreitung von Korruption

Der Prozess gegen den 2017 an die USA ausgelieferten mexikanischen Drogenkartellchef Joaquín Guzmán alias "El Chapo", der im November begann, soll insgesamt vier Monate dauern. Inzwischen hat das Bundesgericht in Brooklyn, vor dem er geführt wird, neun der insgesamt 16 Belastungszeugen angehört. Durch ihre Aussagen wird auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt, wie El Chapos Sinaloa-Kartell funktionierte. Einiges davon konnte man sich denken, anderes kam unerwartet.

Eine Überraschung, die Guzmáns ehemaliger kolumbianischer IT-Consultant Christian Rodríguez offenbarte, war, dass El Chapo auf etwa 50 Mobiltelefonen von Mitarbeitern und Kontaktpersonen Spyware installieren ließ, um sie zu überwachen. Das hatte den Nebeneffekt, dass er damit massenhaft Beweisdaten produzierte, die nun gegen ihn verwendet werden (vgl. Prozess gegen El Chapo: Drogenboss setzte auf Spyware und half so den Ermittlern).

mehr:
- "Jage keine Polizisten - sie sind da, um zu helfen" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 15.01.2019)
siehe auch:
- Der misstrauische Drogenboss (Post, 10.01.2019)

Aufsteiger im Kriegstaumel

Viele Akteure der Grünen haben in stalinistischen oder maoistischen Kaderorganisationen ihre politische Prägung erhalten. Andere kamen aus einem sich radikal gebärdenden “Sponti”-Milieu. Einem prominenten Prototypen, dem ehemaligen Außenminister Joseph „Joschka“ Fischer, wurde kürzlich gleich zweimal ein Forum geboten – im „SZ-Magazin“ und, wirklich erschreckend, im „greenpeace-magazin“: Hier durfte Fischer sein Profil als Schoßhund von Mächtigen und Darsteller „moderner“ Politik weiter kultivieren.


Niemand, der sich auch nur ein wenig mit Geschichte beschäftigt, wird überrascht sein, wenn die Leute, die am lautesten „Schlagt alles kaputt!“ schreien, später selbst an den Schalthebeln eines neuen Repressionsapparats sitzen.
– Noam Chomsky

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass ein Organ wie das SZ-Magazin ein langes Gespräch mit einem notorischen Cheerleader kriegerischer Veranstaltungen wie Joschka Fischer bringt (die Ziele unserer Großmedien sind wohlbekannt). Doch der Einfall, praktisch zeitgleich in ein Heft von greenpeace-magazin mit dem Schwerpunktthema „Frieden“ ein so wohlwollendes Interview mit einem Politiker und Geschäftsmann zu packen, der jahrzehntelang aktiv beteiligt war, Konfrontationen und Kriege möglich zu machen, überrascht und lässt tief blicken — bis in die trüben Rinnsale mit Wohlfühlästheten wie Grüne, Kipping-Riexinger-Flügel der Linken oder #unteilbar, die dank einer systematischen Abwehr tieferer Analysen jenen Zentren der Macht, die uns ruinieren, nicht einmal ansatzweise nahekommen.

Die Fragestellungen der beider Interviewer waren nicht einmal notdürftig verkleidete Stichworte für die übliche Litanei gemäß der orthodoxen Propagandamuster. Einer der Souffleure schreibt (kurz gegoogelt) für die Welt, Schwerpunktthema der anderen sind offenbar Bienen. In beiden Kreisen mag es ein gut gehütetes Geheimnis sein, wie akkurat bereits der Krieg gegen Jugoslawien vorbereitet war.

In den Medien las man nichts über den Einsatz von Al-Qaida- und sonstigen Terroristen, um Angst und Schrecken unter der muslimischen wie (insbesondere) nichtmuslimischen Bevölkerung zu verbreiten. Alle Kanäle waren prall gefüllt mit Gräueltaten der Serben wie die Errichtung eines KZs, dessen „Häftlinge“ sich außerhalb des Zauns befanden. Ein Schaudern durchlief die „westliche Wertegemeinschaft“. Fragen wurden nicht gestellt. Ungeprüft wurde insbesondere von Fischer, damals Außenminister, und, sehr verdienstvoll, auch der sich gerade bellizistisch mausernden taz das „Massaker von Racak“ vom 15. Januar 1999 in die Öffentlichkeit getragen.

mehr:
- Aufsteiger im Kriegstaumel (Michael Ewert, NachDenkSeiten, 15.01.2019)
siehe auch:
Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)

Joschka und Herr Fischer - Eine Zeitreise durch 60 Jahre Deutschland - Dokumentation HD {1:58:35}

DocumentaryYT
Am 19.06.2017 veröffentlicht 
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Die guten alten deutschen Werte, der Deutsche Journalistenverband und die Propaganda-Lizenz für RT Deutsch

Der Deutsche Journalistenverband macht gemeinsam mit großen Privatmedien Stimmung gegen eine Rundfunklizenz für den russischen Staatssender RT Deutsch.

Der russische Auslandssender RT Deutsch bemüht sich um eine Rundfunklizenz in Deutschland – und die großen deutschen Medien versuchen, eine Welle der Empörung dagegen zu entfachen. Noch infamer als das Verhalten der Privatmedien ist das antirussische Engagement des Deutschen Journalistenverbands (DJV), der die Landesmedienanstalten auffordert, „dem Kanal Russia Today für seine Webseite RT Deutsch keine Rundfunklizenz zu erteilen“:

„‚Russia Today ist für uns kein Informationsmedium, sondern ein Propagandainstrument des Kreml‘, urteilt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall, ‚das mit Desinformation Politik zu machen versucht.‘ Der DJV-Vorsitzende reagiert damit auf Berichte, nach denen der Medienberater und frühere MDR-Chefredakteur Wolfgang Kenntemich von RT damit beauftragt sein soll, die Erteilung einer Rundfunklizenz an RT Deutsch in die Wege zu leiten.“

Derzeit ist RT Deutsch bei der britischen Ofcom lizenziert, wie das Medienmagazin DWDL berichtet. Aufgrund dieser Lizenz dürfe RT auch im Rest von Europa senden. Käme der Brexit, wäre diese Lizenz möglicherweise ungültig – auch deshalb hätten schon einige andere Sender neue Lizenzen beantragt, unter anderem auch in Deutschland, so das Magazin, das fortfährt: „Bislang betreibt RT Deutsch hierzulande nur eine Webseite und einen Youtube-Kanal, doch offenbar will man auch einen TV-Sender starten. Der internationale Sender RT ist weltweit über Satellit zu empfangen.“

mehr:
- Die große Medien-Koalition gegen RT Deutsch (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 15.01.2019)
siehe auch:
Frank Überall vom DJV sollte zurücktreten (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 16.01.2019)
Propaganda in den Öffentlich-Rechtlichen: »Putins geheimes Netzwerk« (Post, 25.11.2016)
Interview: Putin und der russische Standpunkt (Post, 19.11.2014)


ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken {13:46}

Newskritik Archiv
Am 22.12.2014 veröffentlicht 
Like http://www.facebook.com/newskritik - Das stärkt uns.
Kein Wunder sinkt das Vertrauen der Leute in die Medien. Es wird überall manipuliert, unkontrolliert abkopiert, Nachrichten von Agenturen abgekauft, usw.
Inzwischen weiss ein jeder, dass man den Massenmedien nicht bei Allem glauben sollte. Daran sind die Massenmedien vielfach selber Schuld.

Montag, 14. Januar 2019

Keine Diskriminierung psychisch kranker Menschen – 200.000 Mitzeichner fordern Änderung des TSVG

Berlin, 14. Januar 2019. In der heutigen öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu den Folgen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) wurden die befürchteten Nachteile für betroffene Patienten nochmals dargelegt. In § 92, Abs. 6a Sozialgesetzbuch V (SGB V) [Entwurf] ist eine sog. gestufte und gesteuerte Versorgung für psychisch kranke Menschen vorgesehen. Das soll heißen, vor der eigentlichen Behandlung hat ein für die Behandlungssteuerung zuständiger Vertragsarzt oder psychologischer Psychotherapeut eine Begutachtung vorzunehmen. Damit würde erstmals der Direktzugang zum Behandler versperrt und eine zusätzliche Belastung für die betroffenen Menschen aufgebaut. Außerdem würden damit psychisch kranke Personen diskriminiert. In keinem anderen medizinischen Bereich gibt es eine derartige Vorabbeurteilung.
siehe:
- aktuell (Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten
- Keine Diskriminierung psychisch kranker Menschen - 200.000 Mitzeichner fordern Änderung des TSVG (Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung)
- Gemeinsame Pressemitteilung bvvp DPtV VAKJP: TSVG-Protest vor Petitionsausschuss (Verband der Vertragspsychotherapeuten Nordbaden)

„Eine andere ökonomische Lehre ist möglich“

Interview Helge Peukert hat Wirtschafts-Lehrbücher analysiert. Und fast nur Marktkonformismus gefunden

Paul Samuelson hat eines der erfolgreichsten Lehrbücher der Wirtschaftswissenschaften verfasst – von ihm ist folgender Satz überliefert: „Solange ich volkswirtschaftliche Lehrbücher schreiben kann, kümmere ich mich nicht sehr darum, wer die Gesetze eines Landes schreibt oder die Staatsverträge ausarbeitet.“ Aber was steht eigentlich in diesen Lehrbüchern angehender Ökonomen und Ökonominnen? Hat die Krise vor zehn Jahren etwas an den Inhalten geändert? Systematisch untersucht hat das der Wirtschaftswissenschaftler Helge Peukert, ein Vorkämpfer für die „Pluralisierung“ seiner Disziplin.

der Freitag: Herr Peukert, Sie haben sich noch einmal durch etliche Lehrbücher der Wirtschaftswissenschaft gekämpft. Wie kam es dazu? Helge Peukert: Ich wollte, angestiftet auch durch einen Forschungsauftrag, mal schauen, ob sich die heutigen Lehrbücher im Vergleich mit meiner Studienzeit in den 1970er Jahren interessanter, weniger marktapologetisch und faktenbasierter ausnehmen.

Und, tun sie das?
Kaum. Vor allem die zwei bis drei in Deutschland dominierenden, US-amerikanischen Lehrbücher der für das Grundstudium zentralen Mikro- und Makroökonomie huldigen nach wie vor einseitig der „Konkurrenzwirtschaft“. Trotz einiger Veränderungen weisen sie innere Widersprüche auf und bieten selten statistische oder andere Belege für ihre Aussagen. Eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, bei der sich die einzelnen Teile auch logisch aufeinander beziehen, gibt es in den Lehrbüchern nicht. Sie enthalten ein Sammelsurium oft höchst zweifelhafter und auch empirisch kaum eindeutig nachgewiesener Bausteine, etwa zur „natürlichen“ Arbeitslosigkeit. Zudem werden normative Vorschriften als Sachaussagen ausgegeben, die – dem Mainstream entsprechend – einseitig marktaffin ausfallen.

mehr:
- „Eine andere ökonomische Lehre ist möglich“ (Guido Speckmann interwiewt Helge Peukert, der Freitag, 14.01.2019)

Stefan Kretzschmar: "Wir haben keine Meinungsfreiheit mehr"

Stefan Kretzschmar kritisiert fehlende Meinungsfreiheit in Deutschland und löst damit eine heftige politische Debatte aus. Zustimmung bekommt der "Linke" ausgerechnet von der AfD. Kretzschmar fühlt sich dadurch bestätigt - aber auch falsch verstanden.

Der frühere Handball-Star Stefan Kretzschmar hat mit seinen Äußerungen über fehlende Meinungsfreiheit in Deutschland eine Debatte losgetreten - über den Sport hinaus. Der 45 Jahre alte Ex-Nationalspieler bekommt nun ausgerechnet aus jener politischen Ecke Zuspruch, die ihm als einstigen linken Szenegänger und zeitweiligen Hausbesetzer "nicht ferner liegen könnte", wie er selbst sagt. Allerdings rudert er nicht zurück, auch wenn er überrascht von dem sei, was aus seinen ursprünglichen Aussagen gemacht werde. "Ich weiß, dass ich mich für das, was ich gesagt habe, nicht rechtfertigen muss und auch nicht weiter rechtfertigen werde, weil es für mich völlig okay ist, so wie ich es gesagt habe", sagte er in Berlin.

Dürfen oder sollen Profisportler nichts mehr sagen? Michael Ilgner als Sporthilfe-Chef widerspricht: "Athleten haben den Kopf nicht nur zum Medaillen umhängen. Sie sollen auch nach dem Sport noch fähig sei, eine gute Rolle in der Gesellschaft zu spielen." Soziale Netzwerke wie Twitter hätten den Vor- und den Nachteil der Verkürzung und der Zuspitzung von Meinungen, erklärte Ilgner der Deutschen Presse-Agentur aber auch. "Deshalb muss man schon überlegen, welches Thema und welche Diskussion man in welchen Medien anschieben sollte." Er betonte jedoch auch, dass man den mündigen Athleten fördere.

Den Wirbel ausgelöst hatte Kretzschmar mit einem Interview bei t-online.de vergangene Woche. "Welcher Sportler äußert sich denn heute noch politisch? Es sei denn, es ist die politische Mainstream-Meinung, wo man gesagt hat: 'Wir sind bunt' und 'Refugees welcome'. Wo man gesellschaftlich eigentlich nichts falsch machen kann." Eine gesellschafts- oder regierungskritische Meinung dürfe man in diesem Land nicht mehr haben, so Kretzschmar: "Das wird dir sofort vorgeworfen."

mehr:
- Debatte um Meinungsfreiheit – Kretzschmar verteidigt Aussagen - auch gegen AfD (n-tv, 14.01.2019)
siehe auch:
- Nach umstrittenem Interview – Kretzschmar wehrt sich gegen Kritik (n-tv, 14.01.2019)
x "Wir haben keine Meinungsfreiheit mehr" - Stefan Kretzschmar {1:23}

DeutschlandBuschFunk
Am 09.01.2019 veröffentlicht 
Im Journalismus werden gerne Begriffe wie "Klartext" oder "klare Kante" verwendet, wenn eine Person eine Meinung hat, die sich nicht in Floskeln verliert und Aufsehen erregt. Stefan Kretzschmar ist einer, der immer "Klartext" redet. Schon als Spieler war er alles andere als medienscheu und hielt seine Meinung nicht zurück.
Wer an ihn denkt, denkt automatisch an den Handball. Durch seine auffällige Art wurde er zum Gesicht des Sports, war für viele Fans eine Identifikationsfigur. Von "Kretzsches" Art gibt es nicht mehr viele im deutschen Sport. Der Fehler dafür liegt aber nicht bei den Sportlern, meint Kretzschmar im Interview und erklärt, warum es immer weniger Persönlichkeiten gibt und wie er den Handball noch attraktiver machen will.

Stefan Kretzschmar bei Markus Lanz 02.09.2014 ab Min 26:50 {1:13:09; Start bei 42:43}

Info Channel Deutschland
Am 06.09.2014 veröffentlicht 
Stefan Kretzschmar äußert sich zur Meinungsmanipulation durch Mainstreammedien!

zu Xavier Naidoo siehe:
Medienhetze gegen Systemkritik (Post, 11.05.2017)
Xavier Naidoo und der Euro Vision Song Contest – Nun kommt mal wieder runter, Leute (Post, 22.11.2015)
- Flüchtlinge und political correctness (Post, 21.06.2015)
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Metamorphose

Wir greifen hier auf den Leitartikel von Al-Watan zurück, in dem Thierry Meyssan dem syrischen Leser den Abzug der US-Truppen von ihrem Land präsentiert. Dieser Artikel enthält mehrere Informationen, die von den westlichen Medien ignoriert wurden und die die Art und Weise klarer machen, wie die Entscheidung durch Präsident Trump getroffen wurde, zusammen mit seinen Verbündeten Saudi-Arabien und Katar und seinen russischen Partnern.

Syrien wurde in ein Schlachtfeld für die Nationen der ganzen Welt verwandelt. Die Vereinigten Staaten und Russland standen dort einander gegenüber. Am 20. Dezember 2018 beschloss Washington, sich ohne Gegenleistung zurückzuziehen.

Dieses Datum wird in der Geschichte der Welt als das wichtigste seit dem 26. Dezember 1991 (Auflösung der UdSSR) angesehen werden. Während 27 Jahren war die Welt unipolar. Die Vereinigten Staaten waren die führende wirtschaftliche und militärische Macht. Sie waren die Meister des Geschehens.

Vor drei Jahren haben sie ihren wirtschaftlichen Status verloren und wurden von China überholt. Dann haben sie ihren Vorrang als erste konventionelle militärische Macht gegenüber Russland verloren. Jetzt haben sie auch den ersten Platz als nukleare militärische Macht durch die russischen Überschall-Waffen verloren.

Präsident Trump und General Mattis haben ihre Versprechen gehalten, d.h. einerseits den Dschihadisten die Unterstützung ihres Landes zu entziehen, andererseits den Abzug ihrer Kampftruppen von Syrien sowie von Afghanistan. Aber für Mattis lässt das Ende der Anti-Daesch-Koalition, an der 73 Nationen um die Vereinigten Staaten teilnahmen, jedoch die Auflösung der NATO voraussehen. Als Soldat kann er das Risiko nicht eingehen, ohne Allianzen zu sein. Präsident Trump behauptet dagegen, dass der Absturz der Vereinigten Staaten nicht mehr gestattet, noch irgendwo einen Krieg zu führen. Ihm zufolge ist es unmöglich, die Alliierten weiter zu kommandieren und es ist dringend notwendig, die US-Wirtschaft wieder anzukurbeln.

mehr:
- Metamorphose (Thierry Meyssan, Voltaire.net, 09.01.2019)

mein Kommentar:
Vorsicht, Leute, wir haben es nicht mit Trump sondern dem Militärisch-industriellen Komplex zu tun! Der läßt sich nicht so schnell an die Kette legen!
Daß die Linken sich immer so schnell im Pathos verlieren…

Russland sorgt vor

Blockadeprävention: Präsident Putin eröffnet im Gebiet Kaliningrad Flüssiggasterminal
Russland bereitet sich auf den Fall einer Rohstoffblockade der Exklave Kaliningrad vor. Am Dienstag wurde in der Ostsee vor der Küste des Gebiets ein Terminal für Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG) eröffnet. Präsident Wladimir Putin sagte Agenturberichten zufolge, durch die Inbetriebnahme werde die westlichste Region des Landes technisch vollständig vom Gastransit durch Belarus und Litauen unabhängig.

Bisher wird der Bedarf der Region über eine 1985 in Betrieb genommene Pipeline gedeckt, die über das Territorium des inzwischen zur NATO gehörenden Litauen verläuft. Putin räumte ein, dass der Transport von Flüssiggas teurer sei als der durch Rohrleitungen. Doch die Energiesicherheit der Region gehe vor. Die gesamten Investitionskosten wurden von Gasprom auf umgerechnet etwa 780 Millionen Euro beziffert. Als Jahreskapazität der Anlage wurden 2,8 Milliarden Kubikmeter genannt.

Der staatliche Gaskonzern hat in den vergangenen Jahren in der Exklave mehrere unterirdische Speicher angelegt. Sie haben eine Kapazität von 3,4 Milliarden Kubikmetern, das ist mehr als der anderthalbfache Jahresverbrauch des Gebietes. Von russischer Seite wird betont, dass es derzeit keine Pläne gebe, den Transit durch Litauen zu beenden – was angesichts der Kostenvorteile naheliegend ist. Der Bau ist daher als Vorsorge für den Fall einer eventuellen Blockade zu bewerten.

mehr:
- Russland sorgt vor (Reinhard Lauterbach, junge Welt, 10.01.2019)

Die Gelbwesten zeigen Ausdauer

Zum "Acte IX" kamen 84.000 in ganz Frankreich nach offiziellen Quellen, inoffizielle gehen von weit mehr aus. Die Protestbewegung zeigte sich in vielen Städten

Es kamen mehr als am letzten Samstag. Um 19 Uhr nannte das französische Innenministerium die Zahl von 84.000 Demonstranten in ganz Frankreich, die dem Aufruf zum "Acte IX" der Gilets Jaunes gefolgt waren. Am Samstag zuvor, dem achten seit Beginn der Proteste, hatte man als offizielle Teilnehmerzahl 50.000 angegeben.

Der Protest der Gelbwesten geht weiter, hieß es vor einer Woche nach den vorangegangenen Wochenenden in der Weihnachts- und Neujahrszeit mit deutlich weniger Teilnehmern als zuvor. Gestern kamen nach offiziellen Zahlen 34.000 mehr.

Wie das üblich ist, melden andere Quellen mehr Teilnehmer als das Ministerium unter Leitung von Christophe Castaner, der nicht daran interessiert ist, den Gelbwesten über solche Zahlen größeres Gewicht zuzuschreiben als nötig. Gar von 360.000 Teilnehmern liest man bei der Gewerkschaft Syndicat France Police-Policiers en Colère als Schätzung für 17 Uhr.

mehr:
- Gelbwesten: Insistierende Mobilisierung (Thomas Pany, Telepolis, 13.01.2019)

Sonntag, 13. Januar 2019

US-Botschafter Grenell droht nicht, er sendet nur klare Botschaften 😂

"Klare Botschaft der US-Politik": Das Engagement sei mit einem "erheblichen Sanktionsrisiko" verbunden

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell setzt wie, heute zum Beispiel von der Tagesschau berichtet wird, deutsche Unternehmen, die am Gas-Pipeline-Projekt Nord Stream 2 beteiligt sind, "offenbar immer stärker" unter Druck. Grenell soll Unternehmen per Mail mitgeteilt haben, dass sie sich mit ihrem Engagement im russischen Energieexport-Sektor "an etwas beteiligen, das mit einem erheblichen Sanktionsrisiko verbunden ist".

Die E-Mail liegt nach eigenen Angaben der Bild am Sonntag vor, die daraus weiter zitiert: "Im Ergebnis untergraben Firmen, die den Bau beider Pipelines unterstützen, aktiv die Sicherheit der Ukraine und Europas."

Als Drohung sollte der Hinweis mit den Sanktionen aber nicht verstanden werden, wird laut Tagesschau vom Sprecher Grenells mitgeteilt. Der Brief sei nicht als Drohung aufzufassen, sondern als "klare Botschaft der US-Politik" - was mitunter auf das Gleiche hinauslaufen kann. Bemerkenswert jedenfalls ist die hybride Auffassung, die Grenell von seinem diplomatischen Posten in Deutschland hat.

Dass ein US-Diplomat Wirtschaftsinteressen seines Landes vertritt, ist nicht ungewöhnlich. Auffallend ist aber die polternde Art und Weise Grenells den Botschafterjob umzuinterpretieren als Filialleiter Deutschland für die America-First-Politik seines Bosses und Förderers Trump. Dabei nimmt er Sicherheitspolitik als Hebel, um Konkurrenten wegzudrücken. Als Diplomat kann er das im Unterschied zu normalen Wirtschaftsvertretern.

Seine Gegnerschaft zum Nord Stream2-Projekt hat Grenell schon mehrfach herausgestellt. Sie ist einfach motiviert: Putin ist aggressiv und feindselig, mit Nord Stream 2 ist Deutschland im "Würgegriff der russischen Regierung", das Pipeline-Projekt ist "ein Affront gegen die energie- und sicherheitspolitischen Ziele Europas", behauptete Grenell in einem Gastbeitrag für die Rheinische Post, kurz vor Weinachten: "Durch die Pipeline fließt nicht nur russisches Gas, sondern auch russischer Einfluss."

mehr:
- Nord Stream 2: US-Botschafter Grenell warnt deutsche Unternehmen (Thomas Pany, Telepolis, 13.01.2019)
zu US-Poltern paßt ausgezeichnet:
- Trump droht Türkei mit „wirtschaftlicher Zerstörung“ – sollten sie kurdische Truppen angreifen (14.01.2019)
siehe auch:
Schröder: US-Botschafter führt sich wie ein "Besatzungsoffizier" auf (Florian Rötzer, Telepolis, 17.11.2018)
Nach dem Juncker-Deal mit Donald Trump: Schleusen auf für Fracking-Gas (Malte Daniljuk, Telepolis, 13.09.2018)
- NATO, Nord Stream und Europa: Geschäftsabschlüsse zählen (Malte Daniljuk, Telepolis, 18.07.2018)
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Tagesdosis 9.1.2019 – Die Unerträglichkeit des Andersdenkenden

Nazieltern

Au ha, da sind sie wieder, die Possenspieler und Auftragsschläger-Heinis. Ja genau die, die ständig für die Spaltung sich abmühenden Politiker von Grün bis Links und in der Sozialdemokratie, die anheuern auf alles zu hauen, was anderer Meinung ist. Schon seit Jahren gehen ihre Schlägerschergen fast auf alles los, wovon ihnen weisgesagt wurde, es sei Geschmeiß, rechtes Pack, Ungeziefer eben. Erinnern wir uns hier der Geschichte zivilisierter Völker ganz allgemein, so geht das immer folgendermaßen zu statten: Hört ganz genau zu! Das sind unsere Pfründe, unser Humankapital. Und wer sich dessen bemüht, sie abwirbt, der bekommt es mit unserer Knute zu tun! Verpackt wird diese Knute heute als Demokratie mit den Attributen der Rechtsstaatlichkeit und einem festgezurrten Wissen über die Antifascista-Ideologie. Nazis lauern überall, scheinen fast in Überzahl zu sein und ständig muss man sich, von Generation zu Generation, gegen all dieses rechte Gesindel wappnen, sich in Schulen kräftig dagegen bilden, möglichst Kunst dagegen machen und in großen Talkshows gemeinsam gegen Rechts rocken. Ja, die rechte Gefahr, sie ist dermaßen groß und übermächtig, dass man sogar schon ein Institut aus dem Boden der Demokratie hat stampfen müssen. Ihr erinnert euch sicherlich daran, wie es kleinen Mädchen nun ergehen soll, die Zöpfe tragen, oder Jungs, die stark werden wollen und sich dafür heftig abmühen, oder Kinder, die nun ein wenig zum Schulhof laufen wollen, die sind völkischen Blutes, und haben ganz sicher Nazis als Eltern. Nazis sind derzeit überall zu finden und ganz besonders in der AfD.

mehr:
- Tagesdosis 9.1.2019 – Die Unerträglichkeit des Andersdenkenden (Podcast) (Rüdiger Lenz, KenFM, 09.01.2019)
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Trump will mal wieder Rüstungsgeld von den Deutschen.

Die völlig verdrehten „Antideutschen“ – jene angeblich linke Gruppierung, die nur aus Deutschen besteht aber lauthals gegen „die“ Deutschen agiert – füllen nicht nur jede Menge Ränge in der Linkspartei. Ihre Haltung bestimmt weit über die Bedeutung ihrer Zahl hinaus den linken Diskurs wenn es um die „Nation“ geht. Es gibt eine tiefe und durchaus alberne Scheu mit dem Wort Nation und der dahinter steckenden Wirklichkeit umzugehen. Es ist eine ähnlich intelligente Haltung wie jene, gegen das Wetter zu sein. Es gibt das Wetter. Schlechtes wie gutes. So ist es auch mit der Nation. Der Ekel vor „der“ Nation ändert nichts an ihrer Existenz. Sie ist geboren in der deutschen 48er Revolution, zeitweilig durch den Internationalismus der Arbeiterbewegung scheinbar ersetzt, pervertiert und verkrüppelt während und nach der Nazi-Machteroberung, um heute in den besseren Kreisen der Abtreibung anheim zu fallen: Schließlich ist man ja kein Nazi und seinen Internationalismus beweist man mit jeder Menge Interkontinental-Flügen.

Ausgerechnet der US-amerikanische Nationalist Donald Trump mahnt die Deutschen eher versehentlich, an die eigene Nation zu denken: „Deutschland bezahlt ein Prozent. Sie sollten vier Prozent bezahlen, aber sie bezahlen nur ein Prozent“ blökte er jüngst auf einer Kabinett-Sitzung der US-Regierung und meinte damit einen Nato-Beschluss aus dem Jahr 2014. Der besagt, dass die Mitglieder des Militär-Bündnisses bis 2024 anstreben sollen, den Anteil ihrer Rüstunsgsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Unter anderem ist Deutschland davon weit entfernt. Die NATO ist eine multinationale Organisation. Seit ihrer Gründung von nur einer Nation dominiert und instrumentalisiert. Der nordamerikanischen.

Der Trumpsche Brutalo-Nationalismus könnte die Deutschen daran erinnern, dass es auf ihrem Gebiet durchaus ehrenwerte nationale Interessen gibt. Von der hehren Orientierung auf ein friedliches Deutschland bis hin zur scheinbar kleinkrämerischen Sorge um den eigenen Geldbeutel. Tatsächlich gehört die Entscheidung über den Haushalt, zu dem fraglos auch der Rüstungshaushalt zählt, zu den wichtigsten Rechten nationaler Parlamente. Obwohl längst zu viele Entscheidungen über deutsche Köpfe hinweg in Brüssel oder Straßburg gefällt werden, wird die parlamentarische Abstimmung über den Bundeshaushalt immer noch in Berlin entschieden. In die kann eigentlich keine NATO, kein Trump hineinreden. Auch die Abgeordneten, in den Grenzen der Nation gewählt und ihr per Eid verpflichtet, können legal nicht von ausländischen Organisationen oder Politikern auf fremde Ziele verpflichtet werden.

mehr:
- Es gibt sie immer noch: Die Nation (Ulrich Gellermann, KenFM, 07.01.2019)
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Fake News zum Befördern der eigenen Karriere

Fighting “Russian disinformation” in the West has become a lucrative business. But, in reality, you're far more likely to encounter deceitful agitprop directed at Russia.
«Gegen “russische Desinformation” anzukämpfen ist im Westen zum lukrativen Geschäft geworden. In der Realität jedoch ist es viel wahrscheinlicher, dass man verlogener Agitprop gegen Russland begegnet.»
mehr:
- In Western Media, Publishing Fake News About Russia Is A Good Career Move... With No Consequences (Tyler Durden, ZeroHedge, 13.01.2019)
gefunden über den Blauen Boten

Samstag, 12. Januar 2019

Deutsche wollen weniger Stress - doch wie?

Besinnliches zum Jahresbeginn aus östlicher und westlicher Philosophie

Stress, Stress, Stress! Seit Jahren lässt die DAK in einer repräsentativen Umfrage die guten Vorsätze fürs neue Jahr erheben. Und seit 2015 - ältere Daten sind mir nicht bekannt - steht ununterbrochen auf Platz 1: Stress vermeiden oder abbauen. 2015 nannten 60% diesen Wunsch, 2016 und 2017 jeweils 62%, 2018 mit 59% etwas weniger und dann 2019 wieder 62%.

Darauf folgt der Vorsatz, mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Und seit einigen Jahren spielt auch der Wunsch eine große Rolle, weniger Zeit online zu sein beziehungsweise das Smartphone weniger zu nutzen.

Letzteres ist insbesondere für die jüngere Bevölkerung ein wichtiges Thema - vielleicht, weil diese Mediennutzung die Menschen stresst? Dann überrascht es auch nicht, dass der Krankenstand unter der arbeitenden Bevölkerung höher ist denn je (Die Deutschen sind kränker denn je).

Wenn weniger Stress so kontinuierlich und so hoch auf der Wunschliste der Deutschen steht - und damit sind sie sicher nicht allein auf der Welt -, dann zeigt das aber auch, dass sich das Problem nicht nur mit einem guten Vorsatz lösen lässt. Denn sonst würde es ja im Folgejahr nicht wieder auf Platz 1 stehen. Und im Jahr danach auch. Und so weiter.

mehr:
- Deutsche wollen weniger Stress - doch wie? (Stephan Schleim, Telepolis, 12.01.2019)
siehe auch:
Psychische Störungen im Kapitalismus (Post, 19.02.2018)
Buddhismus: geistige Faktoren, vier unermessliche Verweilzustände und transzendente Tugenden (Post, 01.02.2018)
Mark Fisher, Depression, Gesellschaft und das Leben in einer Illusion (Post, 21.01.2018)
Ego-Kult, Selbst-Optimierung und Wettbewerbsfähigkeit (Post, 13.01.2018)
US-Studie: Wohlstand und positive Gefühle (Post, 20.12.2017)
Die Neoliberalisierung der Psychotherapie (Post, 26.10.2017)
Achtsamkeit im Neoliberalismus: Warum nicht?! (Post, 12.11.2017)
Jim van Os: "Es gibt keine Schizophrenie" (Post, 11.09.2017)
Byung-Chul Han: »Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein« (Post, 07.09.2017)
- Remo Largo: "Das passende Leben": Wie wir uns im Leben nicht länger verkehrt fühlen (Post, 06.06.2017)
- Slavoj Zizek, Hinnerk Polenski, Westlicher Buddhismus, Personal Power Coaching und gendergerechtes Chi-Spezialtraining (Post, 20.01.2006)

Realer Irrsinn: Neue digitale Stromzähler | extra 3 | NDR {2:36}

extra 3
Am 22.09.2017 veröffentlicht 
Eine technische Neuheit, die es nur in Deutschland gibt. Sonst in keinem anderen Land. Endlich! 40 Mio. Haushalte bekommen ihn jetzt eingebaut: den neuen digitalen Stromzähler. Autorin: Martina Hauschild
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Freitag, 11. Januar 2019

Merz legt Sieben-Punkte-Programm vor

Weniger Abgaben und Bürokratie, dafür mehr Investitionen und eine neue Chinastrategie: Der CDU-Politiker Friedrich Merz skizziert auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee seine Ideen für Deutschland und Europa. Dazu gehört auch die Gründung eines europäischen Digitalkonzerns. 

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem CDU-Parteitag neue Wege in der Wirtschaftspolitik gefordert. Deutschland müsse die Potenziale der Globalisierung und der Digitalisierung besser nutzen, sagte der frühere Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group am Tegernsee.
mehr:
- Erster Auftritt nach Parteitag – Merz legt Sieben-Punkte-Programm vor (n-tv, 11.01.2019)
siehe auch:
Tagesdosis 1.12.2018 – BlackRock und die EZB – Hand in Hand für die Finanzelite (Podcast) (Post, 02.12.2018)
Ein Schönheitsfehler in der Kampagne von Friedrich Merz (Post, 29.11.2018)
Friedrich Merz im Eliten-Filz (Post, 30.10.2018)
Uthoff IST Friedrich Merz!! (Post, 21.11.2018)
Merz – Die postfaktische Sehnsucht nach dem starken Mann… (Post, 04.11.2018)
Friedrich Merz als transatlantischer Strippenzieher (Post, 30.01.2016)
Nähende Heuschrecken (Post, 17.09.2008)
- Raubtierkapitalismus, die Nächste (Post, 19.01.2008)

mein Kommentar:
Da hatte ich mich zu früh gefreut – und Merz unterschätzt!
Merz for Kanzler!! 😂

US-Psychologenverband APA: "Traditionelle Männlichkeit ist psychologisch schädlich"

Der US-Psychologenverband APA hat Richtlinien für einen Umgang mit Jungen und Männern veröffentlicht und spricht von "Maskulinitäten", die auf Normen konstruiert werden

Der amerikanische Psychologenverband APA hat erstmals Richtlinien für den psychologische Umgang mit Jungen und Männern veröffentlicht. Für Mädchen und Frauen gibt es solche bereits seit 2007, auch für sexuelle oder ethnische Minderheiten. Man habe 13 Jahre lang an denen für das männliche Geschlecht gearbeitet, gibt er sich allerdings selbstkritisch. Bis in die 1960er Jahre hinein sei die Psychologie die der (weißen) Männer gewesen. Die meisten Untersuchungen seien mit Männern durchgeführt wurden, zudem habe man geglaubt, eine "gesunde" Psychologie müsse daran ausgerichtet sein, dass sich Männer und Frauen mit ihren gegensätzlichen Rollenbildern identifizieren. Die "Psychologie des Mannes" werde noch kaum gelehrt, obgleich sie mit "komplexen und unterschiedlichen wirtschaftlichen, biologischen, entwicklungsbedingten, psychologischen und soziokulturellen Faktoren" assoziiert sei.

Männer hätten allgemein wegen ihres Geschlechts Vorteile und größere Macht, aber es gebe auch viele negative Folgen. Sie würden unverhältnismäßig harter Disziplin unterworfen, scheitern häufiger an der Universitätsausbildung, haben mehr psychische Probleme (vollendeter Suizid), mehr körperliche Probleme (Herz-Kreislauf) oder andere Probleme wie Gewalt, Gefängnis, Drogen, früher Tod oder Beziehungsprobleme. Aus psychologischer Sicht kommt dazu auch noch, dass Männer oft nicht Hilfe suchen, wenn sie das brauchen, und es viele Hürden gibt, geschlechtsspezifische Behandlung anzunehmen.

mehr:
- "Traditionelle Männlichkeit ist psychologisch schädlich" (Florian Rötzer, Telepolis, 11.01.2019)
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Heute vor 96 Jahren – 11. Januar 1923: Frankreich und Belgien besetzen das Ruhrgebiet

Ruhrkampf - der Krieg nach dem Krieg 

Der Versailler Vertrag von 1919 forderte vom Deutschen Reich, dem Verlierer des Ersten Weltkriegs, nicht nur hohe Reparationszahlungen, sondern legte auch die Besetzung des linken Rheinufers durch die Alliierten sowie die Entmilitarisierung eines 50 km breiten Streifens des östlichen Rheinufers fest. Sollten die Reparationen ausbleiben, drohte Frankreich, das ganze Ruhrgebiet zu besetzen. Als Deutschland die geforderten 132 Mrd. Goldmark nicht zahlte und weniger Güter als verlangt lieferte, besetzten französische und belgische Streitkräfte am 11. Januar 1923 die Industrieregion. Die geförderte und nun beschlagnahmte Steinkohle sollte den Fehlbetrag decken. 
Französische Truppen mit Panzerwagen in den Straßen von Essen
zu Beginn der Ruhrbesetzung im Januar 1923
Mit der Ruhrbesetzung rollte eine Welle nationaler Empörung durch Deutschland. Reichskanzler Wilhelm Cuno rief zum »passiven Widerstand« auf. Betriebe, Stadtverwaltungen und Reichsbahn verweigerten die Zusammenarbeit mit den Besatzern. Rechtsgerichtete Freikorps, aber auch Kommunisten unternahmen Sabotageakte und Sprengstoffanschläge. Frankreich verhängte 150 000 Strafen, darunter auch Hinrichtungen und Ausweisungen. 

Während des passiven Widerstands zahlte die Reichsregierung die Löhne für die zwei Millionen streikenden Arbeiter im Ruhrgebiet, was die Inflation extrem anheizte und eine innenpolitische Krise herbeiführte. Im September 1923 musste der Ruhrkampf beendet werden. Auf Druck der USA und Großbritanniens zogen sich die französischen und belgischen Besatzer Mitte 1925 zurück. 


Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019
Die Zwanziger Jahre: Inflation, Ruhrkampf, Separatisten {8:06}

werderwerderful
Am 10.11.2009 veröffentlicht 
Gleich zu Beginn ist die Weimarer Republik einer harten Belastungsprobe ausgesetzt. Hyperinflation, Besetzung des Ruhrgebiets, Abspaltungsversuche bringen die junge Demokratie an den Rand des Zusammenbruchs.

Explosion verblüfft nach 200 Millionen Jahren

Rund 200 Millionen Lichtjahre entfernt gab es vergangenen Sommer eine ungewöhnlich helle Explosion. Astronomen nähern sich der Klärung des Phänomens.

Eine ungewöhnliche Explosion am Nachthimmel lässt Astronomen rätseln: Am 16. Juni 2018 hatten Teleskope im Sternbild Herkules plötzlich einen sehr starken Ausbruch registriert, der drei Tage lang rund zehn Mal heller leuchtete als eine typische Supernova in derselben Entfernung.

Zwei Forscherteams haben jetzt unterschiedliche Erklärungen für die Beobachtung vorgeschlagen: Demnach könnte es sich entweder um eine besonders starke Supernova gehandelt haben, in der ein Stern am Ende seiner Existenz explodiert ist, oder um ein monströses Schwarzes Loch, das einen ausgebrannten Stern zerrissen hat, einen Weißen Zwerg. Beide Teams stellten ihre Deutungen am Donnerstag (Ortszeit) auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft (AAS) in Seattle vor.

mehr:
- Supernova oder Sternentod? Mysteriöse Explosion verblüfft Astronomen (dpa, heise online, 11.01.2019)

Sternen Größenvergleich 2 {6:50}

morn1415
Am 01.08.2016 veröffentlicht 
Liebe Welt,
Lasst uns über die Zeit reden.
Als ich meinen erstes YouTube Video vor 7 Jahren hochgeladen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich soviel Aufmerksamkeit erhalten würde.
Ich habe viele Diskussionen geführt, neue Leute kennengelernt und Videos über Dinge gemacht, die mich faszinierten. Neue Effekte habe ich auch ausprobiert.
Ich habe es sehr genossen und ich lese noch heute jeden neuen Kommentar. Und es kommen immer neue dazu. Ich bin froh, dass ich mit diesem Hobby angefangen habe. Ich bin überwältigt von der ganzen Aufmerksamkeit.
Mit der Zeit wurde es immer schwieriger, Zeit zu finden, um Videos zu produzieren. Da waren andere Dinge in meinem Leben, mit denen ich fertig werden musste, und ich war mir nicht sicher, ob ich jemals wieder Zeit finden würde, ein Video zu machen.
Aber einer Sache war ich mir immer bewusst:
Ich schulde euch etwas. Die ganze Zeit wollten die Leute einen Nachfolger von "Sternen Größenvergleich". Und ja, ich habe es versprochen.
Meine Versprechen halte ich auch. Wann immer ich im vergangenen Jahr Zeit fand, habe ich hier dran gearbeitet. Und nun ist es so weit.
Ich hoffe es gefällt euch. Neugierig über eure Reaktionen, habe ich es diesmal etwas anders gemacht. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich die Musikwahl des ersten Teil nicht übertreffen kann. Aber lasst mich euch sagen, Vangelis Alpha ist ein Stück, das mir sehr am Herzen liegt. Das habe ich immer im Kopf behalten. Ich bin immer noch auf der Suche nach Kontakt zu Musikern.
Ich weiß nicht, was die Zukunft für mich bereit hält, aber ich hoffe wir hören voneinander.
Genießt es.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Der misstrauische Drogenboss

In New York steht der Boss des Sinaloa-Drogenkartells vor Gericht. Der hat sein engstes Umfeld überwacht und Ermittlern einen Schatz offengelegt. 

Einer der mächtigsten Drogenbosse Mexikos hat auf Telefonen seiner engsten Vertrauten Überwachungs-Apps installiert und US-Ermittlern damit tiefe Einblicke in seine intimste Kommunikation ermöglicht. Das wurde beim Prozess gegen Joaquín Archivaldo Guzmán Loera alias "El Chapo" deutlich, der derzeit vor einem US-Bundesbezirksgericht in New York geführt wird. Dort sagte diese Woche ein Mann aus, der dem Chef des Drogenkartells Sinaloa bei der IT geholfen hat, dann aber mit dem FBI kooperierte, wie Reuters berichtet.
mehr:
- Prozess gegen El Chapo: Drogenboss setzte auf Spyware und half so den Ermittlern (Martin Holland, heise online, 10.01.20149)

DEA vs Drogenmafia - Drogen im Visier 2017 DOKU {43:29}

INFO TV
Am 15.07.2017 veröffentlicht 


Privatsphäre? Forget it: Datenkraken im Wohnzimmer

Bald könnten Sprachassistenten unseren Alltag weitgehend regeln. Für einen besseren Schutz der Privatsphäre soll eine lokale Art der Datenverarbeitung sorgen.

Im Haus von Morgen genügt ein Sprachbefehl, um Badewasser einzulassen, eine Geste, um den Fernseher zu bedienen. Wann die Bewohner das tun, was sie gucken und welche Befehle sie geben – all das sind Informationen für Konzerne, die die Daten verwerten und damit Milliarden verdienen.

Rund die Hälfte der Sprachassistenten in Haushalten stammen gegenwärtig von Amazon und Google. Dem Technologiemarkt-Analysten Canalys zufolge soll die Anzahl der Geräte weltweit von derzeit rund 100 Millionen bis 2022 auf mehr als 300 Millionen zunehmen. Die Branchenexperten schätzen, dass nahezu drei Viertel der Geräte mit Technik von Amazon oder Google ausgestattet sein wird.

mehr:
- Datenkraken im Wohnzimmer – Ist die Privatsphäre noch zu retten? (Matthias Arnold, heise online, 10.01.2019)

Mittwoch, 9. Januar 2019

Britische Seltsamkeiten im postfaktischen Zeitalter:
Die Skripals und ihr Dach

Britische Seltsamkeiten: Das Militär baut wie um einen havarierten Reaktor ein Gerüst, um über vier Monate die Dächer von Haus und Garage auszutauschen, die Kontamination soll an der Türklinke geschehen sein

Blickt man dieser Tage nach Großbritannien, wirkt nicht nur das Getue um den Brexit reichlich seltsam und unüberlegt. Es ist fast schon ein bisschen lästig, das immer wieder zu dokumentieren, aber es scheint notwendig zu sein, weil andere Medien nur das vorgegebene Narrativ wiederholen und, aus welchen Gründen auch immer, eine kritische Berichterstattung eingestellt haben.

Da finanziert eben jene Regierung, die den Brexit umsetzen will, der sich angeblich auch durch russische Beeinflussung beim Referendum knapp durchsetzen konnte, die Integrity Inititiative, die für antirussische Stimmung sorgen soll. Und dann gibt es immer weiter, seltsame Informationseskapaden der britischen Regierung und mancher Medien, wenn es darum geht, die Russen für den seltsamerweise nichttödlichen Nervengiftanschlag mit Nowitschok auf die Skripals just dann verantwortlich zu machen, als die Tochter ihren Vater besuchte.

mehr:
- Warum wird ausgerechnet das Dach von Skripals Haus abgebaut und erneuert? (Florian Rötzer, Telepolis, 09.01.2019)
siehe auch:
Britische Medienaufsicht droht RT Sanktionen wegen einseitiger Berichterstattung an (Post, 25.12.2018)
Das Skripal-Labyrinth (Post, 20.10.2018)
Womit hat Ex-Doppelagent Skripal sein Geld verdient? (Florian Rötzer, Telepolis, 01.10.2018)
Mit aller Macht: Wladimir Putin zum Vierten (August Pradetto, Blätter für deutsche und internationale Politik 4/2018)
- Nervengift als Designerdroge? (Gunnar Jeschke, Freitag-Community, 15.07.2018)
- Skripal-Fall: OPCW kritisiert den Direktor (05.05.2018)
Seltsame Medienkorrekturen im Skripal-Fall (Florian Rötzer, Telepolis, 03.05.2018)
- Genauer Wortlaut des CSJ-Artikels und Links [Korrektur] (Lasse Reden, Telepolis-Kommentar, 03.05.2018)
Es ist ein Fehler aufgetreten (Jürgen Beineke, Freitag-Community, 28.04.2018)
Fall Skripal – Sanktionen, Lügen, Eskalation und 64 offene Fragen (Jens Berger, NachDenkSeiten, 04.04.2018)
- „Nervengifte wirken sofort. Warum nicht bei den Skripals?“ (Welt, 31.03.2018)
Jenseits der Propaganda im Fall Skripal (Gunnar Jeschke, Freitag-Community, 17.03.2018)
Der Fall Skripal: Lügen ohne Ende (Post, 18.01.2018)

Skripal: BBC weist auf verblüffende Ungereimtheiten hin {3:12}

RT Deutsch
Am 30.05.2018 veröffentlicht 
Vermutlich ungewollt hat eine BBC Dokumentation auf weitere Ungereimtheiten im Fall Skripal hingewiesen. Für die Dokumentation hatte der Sender Zugang zu den Ärzten, die die Skripals behandelt haben. Nach Aussagen der Mediziner gab es während der ersten beiden Tage den Verdacht, die Skripals litten an einer Fentanyl Vergiftung. Dementsprechend seien sie auch behandelt worden. Zudem gab es im Krankenhaus keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen, wie sie bei einem chemischen Kampfstoff zwingend notwendig gewesen wären. Dennoch haben nicht nur die Skripals überlebt, auch das Personal wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Ein sehr abwegiges Szenario.
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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.
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mein Kommentar:
Nach mehrmonatiger Beschäftigung mit dem Skripal-Fall kann ich Folgendes sagen:
1. Die Aufgeregtheiten in diesem Fall, verbunden mit unbedachten Äußerungen und vorschnellem Handeln, liegen vor allem bei den westlichen Politikern, insbesondere bei den britischen.
2. Die Aussagen in den Artikeln der alternativen Medien hören sich für mich sehr viel logischer, klarer und in sich stimmiger an als in den Artikeln der Mainstream-Medien
3. Auch die Glaubwürdigkeit der OPCW ist nach dem Fall beschädigt [s.o. den Telepolis-Artikel vom 05.05.2018]
4. Je genauer man hinsieht, desto mehr Vorgänge (z.B. nachträgliche Manipulationen von Artikeln oder sogar deren Verschwinden) entdeckt man, von denen man nie geglaubt hätte, daß sie im sogenannten »Freien Westen« geschehen würden.
5. Ergo: Nichts ist sicher! (außer der West-Propaganda in den Maintream-Medien)
6. Einen hab’ ich noch, einen hab’ ich noch:
Wer also über Deutschlands Verhältnis zu Russland nachdenkt, sollte Europas Verhältnis zu Russland nicht aus dem Blick verlieren. Und dieses Verhältnis wird von einer latenten Aggression Russlands geprägt, die in Deutschland gerne ausgeblendet oder relativiert wird. Vor allem die Destabilisierung demokratischer Institutionen, die Manipulation der Öffentlichkeit durch ein Bombardement von Lügen treffen den Lebensnerv westlicher Demokratien: die Konsensfindung auf der Basis eines fairen und sachlichen Streits. Gibt es diesen Konsens nicht mehr, dann gibt es auch keinen gesellschaftlichen Frieden, sondern Unruhe, Hass, Demagogie.
[aus: Stefan Kornelius, Russlands Politik passt nicht zu Europa , Süddeutsche Zeitung, 07.05.2018, Hervorhebung von mir]
😂

Was am Nowitschok-Narrativ nicht passt:

1. Nowitschok ist eine Gruppe von ACE-Hemmern. Die wirken sehr schnell und verursachen irreversible Veränderungen im Nervensystem (einfach ausgedrückt: Sie »verstopfen« die Synapsen dauerhaft.)
Wie kann es sein, daß sowohl die Skripals wie auch Dawn Sturgess und ihr Lebensgefährte 
(Andreas Neuhaus, Zwei Briten kamen offenbar durch Parfümfläschchen mit Nowitschok in Berührung, Handelsblatt, 16.07.2018)
erst nach mehreren Stunden ins Koma fielen?

2. Wie kann es sein, daß drei der vier vergifteten Personen nicht starben?

3. Anfänglich gingen die behandelnden Ärzte von einer Fentanyl-Vergiftung aus, und das Krankenhaus-Personal trug keine spezielle Schutzkleidung:
Wie kann es sein, daß niemand vom Krankenhauspersonal erkrankte?

4. Gifte wirken bei jedem Menschen (u.a. aufgrund von unterschiedlichem Gewicht, Stoffwechsel-Situation und Alter) unterschiedlich schnell.
Wie kann es sein, daß die Skripals nach mehreren Stunden gleichzeitig ins Koma fielen?

5. Die nachlässige und irreführende Verwendung von Sprache:
Nowitschok ist kein Gift, Nowitschok ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Giften

6. Wie kann es sein  daß die Vergiftungs-Symptome der Skripals eher zu einer Fentanyl- denn zu einer Nowitschok-Vergiftung passten?

7. Wie kann es sein, daß offizielle britische Stellen im Nachhinein Zeitungs-Meldungen, die von einer Fentanyl-Vergiftung berichten, manipulieren oder verschwinden lassen?

8. Geschichtsfrage: Wie kann es sein, daß seit Anfang des 20. Jahrhunderts alles, was östlich der Linie Tallinn - Mariupol liegt, aus westlicher Sicht anscheinend von Morlocks bewohnt wird? [=> Die Zeitmaschine, Inhalt, Wikipedia]

Was ärgerlich und besorgniserregend ist:
1. Die unbeirrbare Sturheit westlicher Politiker und Medien, hinter jedem umgefallenen Sack Kartoffeln den bösen Putin zu vermuten
2. Die reflexionsfreie Aufgeregtheitsbereitschaft von Politikern, Medien und Medienkonsumenten
3. Die zur Gewohnheit gewordene Geld-getriggerte Infiltration und Korruption von Medien und Politik durch die transatlantischen Netzwerke.
zuletzt bearbeitet am 12.01.2019