Sonntag, 6. Januar 2019

Tiefer Staat

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Die Klugen und die Starken

Erfahrungen von Unterlegenheit und Ausgrenzung beeinträchtigen das Denkvermögen. Das muss aber nicht heißen, dass die Stärksten auch die Schlauesten sind

Alle Säugetiere sind soziale Lebewesen. Ihre Artgenossen bilden einen maßgeblichen Teil ihrer Umwelt, den sie laufend überwachen und mit einem breiten Repertoire spezialisierter Verhaltensweisen ihrerseits formen. Das gilt sogar für die klassischen Einzelgänger wie die großen Raubkatzen: Auch sie etablieren Territorien, unterhalten Beziehungen zu Nachbarn, werben um Partner, erziehen ihren Nachwuchs. Die völlige Vereinzelung ist schädlich - sogar Hauskatzen sollte man mindestens zu zweit halten -, und zumindest bei Mäusen hat man sogar eine eigene neuronale Bahn gefunden, die Einsamkeit signalisiert. Und dieses Signal ist den Tieren unangenehm.

Für den Menschen gilt das in besonderem Maße. Er ist ein Zoon politicon, mehr noch als seine nächsten Anverwandten. Als Einziger unter den Primaten haben wir die Zwillingsfähigkeiten zur Sprache und zur Musik - beides grundsätzlich soziale Verhaltensweisen. Mehr als vielleicht jedes andere Säugetier - mit möglicher Ausnahme der Wale - sind wir auf den Kontakt zu Artgenossen angewiesen.

Leider ist dieser Kontakt nicht immer positiv. Auch Aggression gehört zum sozialen Verhalten. Und wo Mitglieder einer Art zusammenleben, entsteht eine Gruppenorganisation, die häufig eine Rangordnung beinhaltet. Dann gibt es die Starken, die auf alle Ressourcen den ersten Zugriff haben. Und die Schwachen, die das Nachsehen haben und sich unwohl fühlen. Ja, das fühlt sich dann fast so an wie Einsamkeit.

mehr:
- Die Klugen und die Starken (Konrad Lehmann, Telepolis, 06.01.2019)
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Freitag, 4. Januar 2019

Die Treibhaus-Ideologie

Wer sagt, dass das CO2 überhaupt etwas mit unserem Klimawandel zu tun hat? Ich habe da große Zweifel. Der CO2-Gehalt dieser, unserer Luft liegt aktuell bei circa 400 ppm, also 400 parts per million, beziehungsweise bei 0,04 Prozent. Ich frage Sie: Die letztgenannten 0,04 Volumenprozent sollen einen Treibhauseffekt bewirken?

Lieber Herr Nida-Rümelin,
sie veröffentlichten an Weihnachten 2018 auf dieser Online-Plattform unter der Überschrift „Unsere Debatten sind irrational“ einen kurzen Beitrag, den ich mir erlaube, zu kommentieren. Sie schrieben: „Elektromobilität rettet nach Lage der Dinge das Klima nicht, … Es sind weit massivere Maßnahmen erforderlich und ohne Verteuerung fossiler Energiequellen hat zum Beispiel die Power to Fuel Technologie keine Chance, obwohl mit dieser eine rasche, disruptive, weltweite Umstellung auf Klima-neutrale Industrieproduktion und Mobilität möglich wäre“. Da Sie nicht irgendwer sind, sondern als deren Präsident sozusagen Deutschlands oberster Philosoph, darf ich mir erlauben, ein paar Ihrer Aussagen eine etwas andere Farbe zu geben – und ich darf vor allem versuchen, Sie von einem argumentativen Weg abzubringen, der Ihrer nicht würdig ist. Doch, der Reihe nach, die „andere Farbe“ zuerst.

„Elektromobilität rettet … das Klima nicht“, schreiben Sie. Ihre Argumentation dazu ist durchschlagend: Wer rechnen kann, stellt fest, dass die CO2-Belastung der verschiedenen Fahrzeugmotor-Kategorien (Benzin, Diesel, Elektro) kaum differiert. Nur, Sie könnten mit Ihrer Aussage auch völlig falsch liegen, denn wer sagt, dass das CO2 überhaupt etwas mit unserem Klimawandel zu tun hat? Ich habe da große Zweifel.

Nicht nur in meinem, auch in Ihrem Hinterkopf und bei vielen anderen hat der Begriff „Treibhauseffekt“ ein Bild generiert, das dem CO2 eine Abschirmungseigenschaften von Glasscheiben unterstellt bzw. verleiht: Die Sonnenstrahlen kommen herein, heizen auf, aber die aufgeheizten Luftpartikel und die Wärmestrahlung können den Raum nicht verlassen. Der echte Treibhauseffekt ist ein Produkt der besonderen Eigenschaften von Glas, also von dessen Lichtwellen-Durchlässigkeit und zugleich dessen Undurchlässigkeit. Man kann es mit dem Rotwein im Glas oder in der Flasche vergleichen: Man sieht ihn, aber er sickert nicht durch, selbst in Jahrhunderten nicht.

Mit der Lichtdurchlässigkeit von CO2-Gas habe ich, wie bei allen Gasen, eher kein Problem, wohl aber mit der Undurchlässigkeit. Unsere Erdatmosphäre besteht aus Luft, d. h. zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 22 Prozent aus anderen Gasen, vornehmlich aus Sauerstoff und Gasspuren von Helium und CO2. Der CO2-Gehalt dieser, unserer Luft liegt aktuell bei circa 400 ppm, also 400 parts per million, beziehungsweise bei 0,04 Prozent. Ich frage Sie: Die letztgenannten 0,04 Volumenprozent sollen einen Treibhauseffekt bewirken, ähnlich einer Glasscheibe? Und deshalb soll es Sinn machen, klimaneutral zu produzieren?

mehr:
- Die Treibhaus-Ideologie (Florian Josef Hoffmann, The European, 04.01.2019)

Anmerkung von mir:
Irgendwo habe ich gelesen, ein Elektro-Auto müsse 40.000 km fahren, um die gleiche Umwelt-Bilanz zur erreichen wie ein Benziner und gar 60.000 km, um mit einem Diesel gleich zu ziehen…
zumindest ähnliche Zahlen finden sich hier:
- Vergleichsrechnung: So viel CO2 sparen E-Autos gegenüber Verbrennern (Peter Vollmer, Edison-Handelsblatt, 04.07.2018)

US-Rückzug aus Syrien: Die Krokodilstränen der Kriegstreiber

Der angekündigte Syrien-Rückzug der US-Armee ist überfällig und zu begrüßen – die mediale Reaktion darauf ist heuchlerisch und zynisch. Jene großen Medien, die die westliche Zerrüttung Syriens mit möglich gemacht haben, stemmen sich nun gegen eine Beendigung der eigens herbeigeführten Katastrophe. Von Tobias Riegel. 

Donald Trumps angekündigter Truppenrückzug aus Syrien verstößt gegen das Völkerrecht. Auf diesen abwegigen Gedanken könnte man kommen, wenn man die jüngsten Medienkommentare zu Syrien verfolgt. Der Vorstoß des US-Präsidenten bedeutet aber das Gegenteil: die Beendigung eines lange andauernden völkerrechtlichen Verstoßes. Die USA haben Terror und Chaos in das Land getragen, sie haben sich gegen den Willen Syriens in dem souveränen Staat militärisch etabliert, sie haben Waffen an radikale Dschihadisten und Propaganda-Krieger geliefert, sie waren mit zahlreichem eigenen Personal vor Ort – und sie haben Armeen der Verarmten aufgebaut wie die kurdische YPG: Diese verzweifelten geopolitischen Bauernopfer wurden von den USA mit falschen Versprechungen verführt und für ihre Regime-Change-Versuche ausgenutzt.

Trumps Vorstoß macht die US-Verbrechen offiziell

Nun werden diese schon vielfach betrogenen Kurden-Kämpfer auch von den USA verraten. Nach einer schwer zu treffenden Abwägung der syrischen Gesamtsituation ist eine Beendigung der völkerrechtswidrigen US-Einmischung aber dennoch zu begrüßen. Denn wenn Trump diese (nun schon wieder relativierte) Ankündigung tatsächlich wahrmacht, wird das den Krieg verkürzen, was oberstes Kriterium sein sollte. Es steht außer Frage, dass jeder Frieden besser ist, als der vom Westen nach Syrien getragene „Bürgerkrieg“. Der muss sofort beendet werden – unter syrischen Bedingungen.

Die mediale Abwehr des positiven Trump-Vorstoßes ist nicht überraschend: Viele große Medien haben das rechtswidrige Verhalten des Westens in Syrien sieben Jahre lang gedeckt und dadurch mit möglich gemacht. Durch Trump wird dieser monumentale Rechtsbruch nun nicht nur beendet – das Delikt tritt dadurch auch aus dem Schatten der medialen Verleugnung heraus: Durch die öffentliche Beendigung eines jahrelang geleugneten Verbrechens wird auch die Existenz dieses Verbrechens unumstößlich festgestellt.

mehr:
- US-Rückzug aus Syrien: Die Krokodilstränen der Kriegstreiber (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 04.01.2019)
siehe auch:
Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (07.04.2015)
„Weißhelme“: Die offizielle Version des Syrien-Kriegs bricht vor unseren Augen zusammen – endlich (Post, 02.08.2018)
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
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Donnerstag, 3. Januar 2019

„Nachrichteninstitute wie die ‚Tagesschau‘ sind ein Herrschaftsinstrument“

Volker Bräutigam war in den 70er und 80er Jahren Redakteur bei der „Tagesschau“. Zusammen mit Friedhelm Klinkhammer hat er seit 2014 über 400 Programmbeschwerden eingereicht, die sich mit den Nachrichten der „Tagesschau“ auseinandersetzen. Im Interview mit den NachDenkSeiten findet Bräutigam klare Worte zum Flaggschiff der ARD: „Die Berichterstattung ist russlandfeindlich, sie ist agitatorisch bis bellizistisch, sie ist propagandistisch.“ Eines der großen Probleme: Nachrichteninhalte, die von „transatlantisch getrimmten Nachrichtenagenturen“ kommen. Ein Interview über die „Tagesschau“, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und „demokratische Kontrollinstanzen“, die aus Sicht des Medienkritikers dringend notwendig sind. Von Marcus Klöckner.
mehr:
- „Nachrichteninstitute wie die ‚Tagesschau‘ sind ein Herrschaftsinstrument“ (Marcus Klöckner, NachDenkSeiten, 03.01.2019)
siehe auch:
Britische Medienaufsicht droht RT Sanktionen wegen einseitiger Berichterstattung an (Post, 25.12.2018)
Die Mainstream-Medien führen einen Krieg gegen die Meinungsfreiheit. (Post, 21.12.2018)
- Tagesdosis 18.12.2018 – Desinformation in Klumpen (Podcast) (Post, 18.12.2018)
Medien: intellektuelle Korruption in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)

Herrschaftsinstrument Tagesschau: Über „Die Macht um Acht“ mit Volker Bräutigam und Uli Gellermann {46:56; Start bei 4:24}

Der Fehlende Part
Am 16.11.2017 veröffentlicht 
„Die Macht um Acht“, so heißt das Buch von Uli Gellermann, Friedhelm Klinkhammer und dem ehemaligen Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam. Es geht um den „Faktor Tagesschau“ und wie die Nachrichtensendung um 20 Uhr als meinungsführendes Medium den Ton angibt.
„Mit Pluralismus will man den gemeinen Tagesschau-Zuschauer nicht verunsichern,“ schreibt Gellermann und geht hart ins Gericht mit der Schau um Acht. Wie sich die „Tageschau“ entwickelt hat und ob es denn früher mal anders war, erläutert Bräutigam im Gespräch. Zudem wird die heikle Frage diskutiert: „Ist es nun Staatsfunk oder nicht?“
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Tagesschau ist reine Propaganda!!! {6:45; Start bei 1:49}

TrutherXXL
Am 16.11.2017 veröffentlicht 
Volker Bräutigam ehemaliger Tagesschauredateur und Friedhelm Klinkhammer , ehemaliger Gesamtpersonalratsvorsitzender des NDR und zeitweise persönlicher Referent der Direktorin des NDR ..., erklären uns, das wir für dumm verkauft werden!
Das vollständige Interview: https://youtu.be/qdDxSdxh16w

KenFM im Gespräch mit: Michael Meyen ("Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand") {1:33:58, Start bei 20:00}

KenFM
Am 14.06.2018 veröffentlicht 
Was braucht man für eine gute Fußball-Berichterstattung?
„3 Medienheinis, die mit den Spielern die fünf Antworten auswendig lernen, die auf die drei möglichen Interviewanfragen gegeben werden können.“ Was das Satiremagazin TITANIC hier locker-lässig als Witz formuliert hat, hat einen tieferen Kern. Gescripteter, abgesprochener Journalismus ist bei weitem nicht mehr nur Satire oder ausschließlich im Privatfernsehen zu finden. Vorgegebene, diktierte Meinungsmache ist real und begegnet uns beim Medienkonsum Tag für Tag.
Längst hat sich auch der politische Journalismus von der Wirklichkeit verabschiedet. Die Realität und unsere Haltung zu Putin, Trump, Kim und Merkel entstehen nicht einfach so, sie werden gemacht – und zwar von dem, was Presse- und PR-Agenturen schreiben und vor allem: was sie nicht schreiben.
Wie funktioniert das? Was muss seriöser Journalismus eigentlich leisten und wie unterscheidet er sich von klassischer Public Relations? Michael Meyen, ehemaliger Journalist und aktuell Kommunikationswissenschaftler an der LMU München, geht diesen Fragen auf den Grund.
In seinem Buch „Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand – Wie uns die Medien regieren“, beschreibt er, wie Werbung, Medien und Journalisten um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Er erklärt, wie einseitig die Gebührenzahler bei politischen Geschehnissen informiert werden und wie das große Theater, das uns tagtäglich von Tagesschau bis Weltmeisterschaft präsentiert wird, funktioniert. Er macht aber auch klar, dass wir uns mittels Achtsamkeit, Gehirn und eigenständigem Denken von diesen Manipulationen befreien können.
Haben wir erst einmal durchschaut, welche Rolle die Protagonisten auf der Theaterbühne des Journalismus spielen, welcher Journalist mit welchem Gehaltszettel eine Nachricht zur herrschenden Meinung und letztlich zu unserer eigenen Meinung macht, werden die Zusammenhänge klarer: Das Misstrauen steigt und die vielen Manipulationen verpuffen wie ein Abstoß ins Abseits.
Üben wir uns in Achtsamkeit. Lernen wir, die Dinge zu verstehen. Bestehen wir auf Transparenz. Und sehen wir die Weltmeisterschaft in Russland als eine Art Übung in Medienkompetenz. Auch das ist ein Weg zum Frieden.
5:0 für Russland. Vorhang auf.
Inhaltsübersicht:
0:06:24 Werbung muss sexy sein, Nachrichten auch
0:12:43 Sport –eine politische Bühne
0:22:03 Wirkung und Funktion von Journalismus, Presse & PR
0:30:40 Die Nachfrage nach PR-Jobs steigt
0:41:16 Was andere Journalisten über den aktuellen Zustand der Medien denken
0:54:03 Kontaktschuld und der "Raum des Sagbaren"
1:06:28 Der Kampf um die Deutungshoheit
1:15:43 Das Idealbild von Journalismus in einer demokratischen Gesellschaft
1:26:32 Medien und Terrorismus
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Die größten US-Rüstungskonzerne werden mehrheitlich von Frauen geführt

Auch im Pentagon rücken Frauen nach oben, aber es finden keine grundlegende Veränderungen der Rüstungs- und Wirtschaftspolitik statt

Gerne wird gesagt, dass die männliche Vorherrschaft die Kultur und Wirtschaft prägt. Würden mehr Frauen an die Spitze der Gesellschaft rücken, würden sich diese ändern, beispielsweise weniger aggressiv werden. Ein Artikel in Politico, natürlich von einem Mann, lässt daran Zweifel entstehen. Die hätte man schon angesichts von Frauen wie Angela Merkel haben können, die als Regierungschefinnen auch faktisch keine andere Politik machen, auch wenn sie sich vielleicht im Stil unterscheiden.

David Brown ist aufgefallen, wie er in Politico schreibt, dass in den USA mittlerweile im "militärisch-industriellen Komplex" die Frauen das Sagen haben. Erstmals sei die "Verteidigungshierarchie" nicht mehr von Männern beherrscht. Das betreffe nicht nur die Rüstungskonzerne, sondern auch das Pentagon, wo Frauen an den Hebeln sitzen, wenn es um Rüstungsbeschaffung geht.

An der Spitze von vier der fünf größten US-Rüstungskonzerne stehen seit 1. Januar Frauen. Kathy Warden ist seit dem neuen Jahr Chefin von Northrop Grumman, Marillyn Hewson schon seit 2013 von Lockheed Martin, Phebe Novakovic, ebenfalls seit 2013, von General Dynamics und Leanne Caret seit 2016 von Boeing Defense, Space & Security. Nicht nur in der Wirtschaft, auch im Pentagon besetzen Frauen - wahrscheinlich trotz Trump - entscheidende Posten. Ellen Lord ist seit 2017 Staatssekretärin für Beschaffung, Heather Wilson ist Luftwaffenministerin, Lisa Gordon-Hagerty ist seit 2018 Leiterin der National Nuclear Security Administration, also der für Atomwaffen zuständigen Behörde, oder Andrea Thompson Staatssekretärin für Waffenkontrolle und internationale Sicherheit.

mehr:
- Die größten US-Rüstungskonzerne werden mehrheitlich von Frauen geführt (Florian Rötzer, Telepolis, 03.01.2019)

Mein Kommentar:
Hat zwar schon ’nen Bart, aber ich kann mir die beiden folgendeen Zitate nicht verkneifen:
Gleich zu Beginn der Finanzkrise sah das Magazin der Süddeutschen Zeitung, wie sich ein unheimlicher Penis der Zerstörung erhob. Neben dem Foto eines erigierten Büroturms und unter der moralstickigen Überschrift Hochmut kommt vor dem Phall schrieb das Blatt: »Die Wirtschaftskrise ist vor allem eine Krise der Männer.« Um in Klammern und kokett hinzuzufügen: »Im Ernst: Wäre Frauen der ganze Mist passiert?«
Die einzig sinnvolle Antwort »Klar, warum denn nicht?« fiel dem Autor nicht ein.
[Geschlechterverhältnis – Das verteufelte GeschlechtChristoph Kucklick, ZEIT Online, 12.04.2012, man beachte auch die Kommentare!]

Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun.
[Doris Lessing, zitiert in: Lay off men, Lessing tells feminists, Guardian, 14.08.2001]
Der Phall im Fall… 🤔😀😅😂

Dienstag, 1. Januar 2019

Frank Turner - Be More Kind

Frank Turner - Be More Kind {4:08}   Text   Übersetzung (beides songtexte.com)

FrankTurnerVEVO
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
‘Be More Kind’ is the title track from my new album - available to pre-order now on CD, gatefold vinyl, deluxe boxset & digitally: https://FrankTurner.lnk.to/BeMoreKindID
More info: www.frank-turner.com
Music video by Frank Turner performing Be More Kind. (C) 2018 Xtra Mile Recordings Limited, Under exclusive license to Universal Music Operations Ltd
http://vevo.ly/Rn8Js6

Frank Turner Wants Us To Be More Kind (Derek Scancarelli, Forbes, 01.05.2018)
- Frank Turner's track by track guide to new album Be More Kind (Briony Edwards, Loudersound, 
01.05.2018)
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Montag, 31. Dezember 2018

Coldplay
Live in São Paulo

Am 7. und 8. November 2017 spielen Coldplay im ausverkauften Allianz Parque in São Paulo. Im Rahmen ihrer "A Head Full of Dreams Tour" zeigen Coldplay, dass sie weltweit die Nummer 1 Pop-Band sind.

Die Tour beginnt am 31. März 2016 im argentinischen La Plata und endet am 15.November 2017 an gleicher Stelle. Es ist die siebte Tournee der Briten mit den Songs des gleichnamigen Studioalbums und allen Hits ihrer Karriere in einer ausgefeilten multimedialen Inszenierung.

mehr:
- Coldplay – Live in São Paulo (3sat Mediathek, abrufbar bis etwa 10.01.2019)
siehe auch:
- Coldplay at Glastonbury: Band open with powerfull speech from Charlie Chaplin’s The Great Dictator (Clarisse Loughrey, independent.co.uk, 26.06.2016)

Coldplay - Fix You (Live In São Paulo) {5:05}

Coldplay
Premiere am 01.11.2018 
Taken from the Live In São Paulo concert film, part of the Butterfly Package, which also includes the Live In Buenos Aires album and the new A Head Full Of Dreams documentary. Out Dec 7. Pre-order at https://cldp.ly/butterflypackage
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Coldplay - A Head Full Of Dreams (Live In São Paulo) {4:40}

Coldplay
Am 18.10.2018 veröffentlicht 
Text wie oben

Coldplay - Paradise (Live in São Paulo) {6:42}

Coldplay
Am 18.10.2018 veröffentlicht 
Text wie oben

Coldplay - Viva La Vida (Live In São Paulo) {4:07}   Text   Übersetzung (beide: songtexte.com)

Coldplay
Am 18.10.2018 veröffentlicht 
Text wie oben

Ukraine vor False-flag-Angriffen?

Die "Volksrepubliken" und der ukrainische Militärgeheimdienst warnen im Stil des syrischen Narrativs vor False-flag-Angriffen

Die schmutzige Trickkiste mit Chemiewaffenangriffen funktioniert schon seit einigen Jahren, ist aber ins Stottern geraten, nachdem nun auch erstmals ein solcher Vorfall auch in von Damaskus kontrolliertem Gebiet stattgefunden haben soll. Auffällig war im Unterschied zu früheren Vorfällen, wo man immer gleich wusste, wer der Übeltäter war und dass es sich um keinen False-flag-Anschlag, dass die Reaktion im Westen gegen Null ging oder der Einwand kam, das sei inszeniert (Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag). Wenn nicht strategisch bedeutsam, interessiert das nicht, zumal wenn wieder einmal die unterstützten "Rebellen" als Verantwortliche in den Fokus rücken.

Dagegen wurde nach dem Vorfall im April in Duma, bei dem immer noch nicht geklärt wurde, ob es sich überhaupt um einen Giftgaseinsatz oder, wie Russland behauptet, um eine Inszenierung gehandelt hat, nicht lange gezögert und gleich syrische Ziele bombardiert. Danach zogen alle beteiligten Parteien im Syrien-Konflikt die Chemiewaffen-Karte (Syrien: Alle Seiten spielen mit dem Szenario eines Giftgasangriffs in Idlib).


Nachdem Damaskus und Moskau immer wieder den dschihadistischen "Rebellen" vorgeworfen hatten, False-flag-Giftgasangriffe ausgeführt oder inszeniert zu haben und auch solche wieder zu planen, um eine Offensive auf Idlib zu verhindern, zog jetzt der ukrainische Geheimdienst nach. Der zieht gerne alle möglichen Register, entdeckt überall Komplotte, steht etwa hinter einer Online-Liste von Verrätern, die dann auch schon mal ermordet wurden, inhaftiert Nadiya Savchenko (Swatschenko), die ehemalige Nationalheldin, weil sie Kontakte mit den Volksrepubliken aufnahm, und führt auch schon mal Scheinmorde durch.

mehr:
- Ukraine vor einem Chemiewaffenangriff? (Florian Rötzer, Telepolis, 31.12.2018)
siehe auch:
Operationen unter falscher Flagge (Post, 29.12.2018)
Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag in Aleppo weitet sich aus (Post, 09.12.2018 – mit dem neusten Werbefilm der Weißhelme😜)
Chemiewaffen und Fassbomben als Propagandawaffen im Syrienkrieg (Post, 24.11.2018)
Propagandakrieg oder Massenhysterie? – Der Giftgasangriff in Chan Schaichun, April 2017 (Post, 13.05.2018)
Der Giftgas-Anschlag in Ghuta (August 2013): West-Propaganda zu Syrien und eine vier Jahre alte Geschichte (Post, 04.05.2018)
Gutachten des Bundestags: Luftangriffe in Syrien nicht vom Völkerrecht gedeckt (Post, 20.04.2018)
Liana Fix und die Giftgas-Inszenierung: Nach dem Putin-Bashing ist vor dem Putin-Bashing (Post, 16.03.2018)
UN-Bericht: Assad – wenn er’s schon mal gemacht hat… (Post, 08.09.2017)

Sonntag, 30. Dezember 2018

Die konsumierte Revolution

Die "Situationistische Internationale" war der Keim der Studentenbewegung

Die Anklage lautete auf Aufforderung zur Brandstiftung. Im Prozess vor dem Berliner Landgericht wurde Rainer Langhans und Fritz Teufel vorgeworfen, den Brüsseler Kaufhausbrand vom 22. Mai 1967 mit über 300 Toten mit den Worten verherrlicht zu haben, ein "knisterndes Vietnamgefühl" auszulösen, das auch auf Berliner Kaufhäuser übertragbar sei. Zwischen dem vorsitzenden Richter und dem jungen, damals engagiert linken Rechtsanwalt Horst Mahler entspann sich folgender Dialog:

Vorsitzender: Wem gehört der Koffer? Mahler: Meiner. Vorsitzender: Was ist denn da drin, in dem Koffer meine ich? Mahler: Keine Bomben. Vorsitzender: Was dann? Mahler: Surrealistische Literatur.
Entfaltete der französische Surrealismus auch in Deutschland eine Sprengkraft, die ihm nicht zuzutrauen ist, da er doch von Träumen zehrt? André Breton präzisierte: Surrealität ist die Auflösung der gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit. Um diese Auflösung kreisten die Diskurse der "Situationistischen Internationale" (SI), einer Gruppe von Bohèmiens, Künstlern und Schriftstellern, die von 1957-1972 nicht nur in Frankreich bestand. Sie war ein Movens der Studentenrevolte vom Mai 68, von dessen Wucht, verstärkt durch die Arbeiterstreiks, sie zugleich überholt wurde. Als eine "Internationale" hatte sie auch in Deutschland Seitentriebe, so in der Münchener Gruppe SPUR. Subversive Beziehungen verliefen zur deutschen "Spaßguerilla" und ihren provokativ-hedonistischen Aktionen.
mehr:
- Die konsumierte Revolution (Bernhard Wiens, Telepolis, 30.12.2018)
siehe auch:
- 1966: Das Neue der Revolte – Benno Ohnesorg und die Prügelperser – Sie wollten es nicht wissen… (Post, 02.01.2017)
- Michael "Bommi" Baumann ist tot – Benno Ohnesorgs Tod als Fanal (Post, 21.07.2016)
- 68er-Revolte und Ukraine-Krise: Die Identität des Westens und der Kampf um die Deutunghoheit oder Der Unterschied zwischen Pudding und Sprengstoff (Post, 27.06.2015)
- 50 Jahre »Summer of Love« – Enthemmte Jünglinge, LSD-Glück und Liebe (Post, 05.06.2015)
- Deutschland hat Merkel verdient oder Wahlkampf im Pädophilie-Gulli (Post, 19.09.2013)
- Die 68er: Wie alles begann… (Post, 02.05.2012)
- Die 68er – Aufbegehren gegen starre Strukturen (Post, 03.07.2008)
- Die Ökobank hätte heute Geburtstag (02.05.2008)
- Die 68er (Post, 29.11.2007)
- Die 68er Revolution – Wie es anfing (Post, 21.05.2007)