Montag, 26. Oktober 2020

Afghanistan: Wie verkauft man den Rückzug aus einem von vorneherein sinnlosen Krieg?

Verteidigungsminister beraten in Brüssel Truppenrückzug und Ende der Mission Resolute Support. Nach Rückholung von US-Militärs ist Abzug kaum vermeidbar

Während die Nato-Verteidigungsminister am heutigen Freitag in Brüssel ein Ende der Militärmission Resolute Support und einen möglichen Abzug aus Afghanistan beraten, hat die Bundesregierung die Vorbereitung für eine Rückholung der deutschen Truppen bereits in die Wege geleitet.

Nach Informationen von Telepolis hat die Bundeswehr schon in der zweiten Augusthälfte Kräfte in den Norden Afghanistans verlegt, um eine sogenannte Rückverlegungs- und Verwertungsorganisation aufzubauen. Ziel dieser Einheit ist es, nicht mehr notwendiges Material zu entsorgen, vor Ort an Bündnispartner zu übergeben oder nach Deutschland zurückzuholen.

Verschiedene deutsche Medien hatten über das Ende des Einsatzes bereits berichtet. Aus Stellungnahmen des Verteidigungsministeriums geht nun hervor, dass im Hintergrund auf Hochtouren daran gearbeitet wird, "die Voraussetzungen für eine mögliche geordnete Rückverlegung des deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan zu schaffen".

Hintergrund ist der angekündigte Abzug der US-Truppen aus dem zentralasiatischen Krisenstaat. Unlängst hatte US-Präsident Donald Trump entsprechende Pläne bekräftigt und überraschend angekündigt, die eigenen Soldaten bereits bis Weihnachten abzuziehen.

Die USA stellen eines der größten Kontingente in Afghanistan. Ende Februar hatten die Trump-Regierung und die Taliban einen Friedensvertrag geschlossen, der – halten sich die radikalen Islamisten an die Vereinbarung – den Abzug "aller ausländischer Kräfte" aus dem Land vorsieht. Auch wenn die Bundesregierung und andere Nato-Staaten nicht Teil der Vereinbarung sind, betrifft sie den Nordatlantikpakt unmittelbar.

Dessen ist man sich in Berlin bewusst: "Für uns ist es ganz wichtig, dass die Verhandlungen, die es derzeit gibt, auf einem guten Wege sind, und für uns ist es ganz wichtig, dass wir innerhalb der Nato gemeinsam vorgehen", sagte Außenamtssprecherin Maria Adebahr unlängst, um auf "Konsultationen" innerhalb des Bündnisses zu verweisen.

Einen Tweet des US-Präsidenten zum Abzug bis Weihnachten habe die Bundesregierung zur Kenntnis genommen. "Wenn es konkrete Planungen der US-Seite geben sollte, dann würden wir erwarten, dass man die mit uns teilt und dass man das bespricht", so Adebahr, die damit auf ein Hauptproblem der Nato-Kräfte in Afghanistan verwies: US-Präsident Trump hat durch sein eigenmächtiges Vorgehen den Druck auf die übrigen ausländischen Truppen, das Land zu verlassen, massiv erhöht.
mehr:
- Nato diskutiert Flucht aus Afghanistan (Christian Kliver, Telepolis, 23.10.2020)
siehe auch:
Unsere Schwarz Rot Goldene Bundesregierung will das teuer von der Deutschen Waffenindustrie gekaufte Kriegsmaterial nicht "Heim ins Reich" holen, weil der Transport zu "teuer" wäre, hinwärts war es offensichtlich kein Problem!
Und man kann ja irgendwelche "Aufständische" damit billig versorgen Hauptsache die deutsche Wertarbeit verkommt nicht und das Morden geht weiter.
Mir wirds schon wieder ganz übel...!

[Xaugurant, Nato und Bundesw. fliehen aus Afghanistan Peter Scholl Latour posthum bestätigt, Kommentar 24.10.2020 12:57]

Deutschlands General in Afghanistan, Wolf-Jürgen Stahl - Jung & Naiv: Folge 339 {35:27}
Jung & Naiv 
Am 26.11.2017 veröffentlicht 
77Wolf-Jürgen ist Deutschlands ranghöchster Soldat in Afghanistan. Er ist seit Oktober 2017 Kommandeur der "Train Advise & Assist" (TAA) Mission im Norden des Landes und Kontigentführer der deutschen "Resolute Support"- Mission der NATO. Bevor das Camp Marmal in Masar-E Sharif sein "Zuhause" wurde, war Brigadegeneral Stahl jahrelang im Verteidigungsministerium tätig.
Mit Wolf-Jürgen geht's kurz um seinen Werdegang: Wollte er schon immer General werden? Wie ist es dazu gekommen? Was kann nach dem Rang des Generals noch kommen? Warum gibt es seit 2001 deutsche Soldaten in Afghanistan? Was hat der 11. September damit zu tun? Hält Wolf-Jürgen den Einsatz für sinnvoll? Warum sind wir nach 16 Jahren noch immer in Afghanistan? Was hat der Afghanistan-Krieg mit einem kranken Patienten und Ärzten zu tun? Wer ist der Feind in diesem Land? Wie erkennt man Taliban? Was ist der Unterschied zwischen der ISAF-Mission und der jetztigen "Resolute Support"-Mission der NATO? Was würde passieren, wenn wir unsere Soldaten nach Hause holen? Wie kann es endlich Frieden geben? Und wird Deutschlands Freiheit weiterhin am Hindukusch verteidigt?
Das und vieles mehr in der 339. Folge - wir haben sie am 23. November 2017 in Masar-E Sharif, Afghanistan aufgenommen.73
mehr Text u. Links: Youtube
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Klartext #7: Mir platzt der Arsch - Johannes Clair {2:40}
Johannes Joe Clair 
Am 31.08.2015 veröffentlicht 
Der Umgang mit Veteranen in Deutschland ist eine Schande. Heute habe ich von einem aktuellen Beispiel erfahren, das mir die Haare zu Berge stehen lässt.
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Klartext #1: Ehemaliger Fallschirmjäger über "Afghanistan und Kampfeinsatz" - mit Johannes Clair {1:41:23}
Johannes Joe Clair 
Am 14.01.2015 veröffentlicht 
Augenzeugenberichte sind elementar für eine Demokratie. Und auch, wenn so mancher Kommentator nicht in der Lage ist, Offenheit mit sachlichen Antworten zu begegnen, zeigt das überwältigend positive Verhältnis von Likes zu Dislikes, dass die meisten Menschen sich unvoreingenommen informieren wollen... Ehrlicher und offener Vortrag des ehemaligen Fallschirmjägers und Bestsellerautors Johannes Clair im Dezember 2014 an der Universität der Bundeswehr in München. Die anwesenden jungen Offiziere hatten eigeninitiativ um den Vortrag gebeten und ihn organisiert.
ACHTUNG: Dieser Vortrag stellt keine politische Abrechnung mit dem Einsatz in Afghanistan dar. Zwar wird das Thema "politische Dimension und Bewertung" des Einsatzes in anderen Videos auf diesem Kanal aufgegriffen, an dieser Stelle geht es aber vor allem um einen Augenzeugenbericht aus erster Hand.
Der Leiter Studentenbereich, ein Oberst, bat um das Auftreten in Uniform, was insofern ungewöhnlich war, als dass diese Vorträge normalerweise in zivil stattfanden.
Die Intention hinter einem zivilen Auftritt bestand darin, den zahlreichen Vorurteilen bezüglich der Thematik "Einsatz in Afghanistan" optisch neutraler entgegen zu treten. Menschen lassen sich mitunter leicht von Kleidung irreführen und verwehren sich damit selbst einer differenzierten Auseinandersetzung mit einem Thema.
Der Rahmen "Bundeswehruniversität", die Initiative der jungen Offiziere für den Vortrag und der Wunsch des Oberst führten in diesem Falle zu einer Ausnahme und dem Auftreten in Uniform. Grundsätzlich war es zu diesem Zeitpunkt als Angehöriger der Streitkräfte im Rahmen der Vorschriften immer gestattet, Uniform zu tragen.
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Phoenix Runde: "Soldaten raus aus Afghanistan" mit Peter Scholl-Latour (01.04.2009) {44:27 – Start bei 17:52: 
»Was hat die Bundesrepublik gezwungen Soldaten nach Afghanistan zu schicken?«}
Peter Scholl-Latour 
Am 09.02.2013 veröffentlicht 
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mein Kommentar:
Es darf davon ausgegangen werden, daß wichtige Berater der Bundesregierung das Afghanistan-Debakel der ISAF-Truppen haben kommen sehen.
Die Frage stellt sich dann, weshalb Deutschland überhaupt mitgemacht hat?

siehe dazu:
- Nato-Einsatz in Afghanistan – Keine Stabilität in Sicht (Sabina Matthay, Deutschlandfunk, 01.08.2017)

Samstag, 24. Oktober 2020

Corona-Demos in Oldenburg: Solidarität vs. Aufklärung

"Querdenker"-Demo trifft auf Antifa-Protest in Oldenburg {3:07}

Nordwest TV  
Am 24.10.2020 veröffentlicht 
Unter dem Motto „Beisetzung der Demokratie“ haben am Samstag Anhänger der Initiative „Querdenken 441 Oldenburg“ auf dem Schlossplatz gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Etwa 180 Teilnehmer hatten sich laut Polizei gegen 12.30 Uhr dort versammelt. Begleitet wurde der Protest von einer Gegendemonstration der Antifa Oldenburg und anderen Gruppierungen mit etwa 50 Personen.
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Nowitschok und das geheime russische Chemiewaffenprogramm: Nebelkerzen über Nebelkerzen


Bellingcat, Spiegel und Co. wollen Hinweise mit den Anschlägen auf Skripal und Nawalny entdeckt haben, aber die herausgestellten Zusammenhänge gleichen eher dem Muster von Verschwörungstheorien

Die Entwicklung des Nervenkampfstoffs soll in Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetuion nicht eingestellt, sondern fortgeführt worden sein. Angeblich haben seit 2010 zwei russische Forschungszentren toxische Wirkstoffe aus der Nowitschok-Gruppe entwickelt. Sie sollen eng mit Agenten des russischen Geheimdienstes GRU zusammengearbeitet haben. Das Nowitschok, mit dem ein - gescheiterter - Anschlag auf Sergei und Julia Skripal 2018 in Salisbury angeblich von zwei GRU-Agenten durchgeführt wurde, soll aus diesen Forschungszentren stammen. Das wollen in bewährter Kooperation Bellingcat, The Insider und Der Spiegel aufgrund von abgehörten Telefongesprächen und Ortungsdaten herausgefunden haben. Unterstützt wurden sie vom amerikanischen Auslandssender RFE/RL.

Das Ergebnis sind Verbindungen, die Komplizenschaft belegen sollen, wobei nicht einmal die Daten offengelegt werden, sondern nur Vertrauen eingefordert wird. So sollen sich Sergej Tschepur, der Leiter des Staatlichen Forschungsinstituts für Militärmedizin in Sankt Petersburg und Alexander Mischkin, GRU-Agent und einer der beiden von Bellingcat des Anschlags auf die Skripals Verdächtigen, am 23. Februar 2018 miteinander über Textnachrichten kommuniziert haben. Am 4. März fand der Anschlag statt.

Seit 2017 sollen die beiden in Kontakt gestanden haben. Anfang Februar soll er in Moskau mit Mischkin, Denis Sergejew, der sich in der Zeit des Anschlags auf die Skripals in London aufgehalten haben soll, und einem weiteren GRU-Agenten getroffen haben. Angeblich soll Tschepur am 27. Februar erneut nach Moskau ins GRU-Hauptquartier gekommen sein. Der Spiegel: "Handelte es sich um eine letzte Besprechung?" Man weiß es nicht, aber warum es nicht unterstellen?
mehr:
- Nowitschok und das geheime russische Chemiewaffenprogramm (Florian Rötzer, Telepolis, 24.10.2020)
siehe auch:

Ioannidis: Mehr als 500 Millionen sollen bereits mit Covid-19 infiziert gewesen sein

Nach einer im Bulletin der WHO veröffentlichten Metastudie liegt die Infektionssterblichkeit im Median bei nur 0,23 Prozent, sie fällt aber regional sehr unterschiedlich aus

Im Bulletin of the World Health Organization ist am 14. Oktober die neue Studie Infection fatality rate of COVID-19 inferred from seroprevalence data [Googleübersetzer-Link von mir eingefügt] des bekannten Epidemiologen John Ioannidis von der Stanford University erschienen. Mit ihr versucht Ioannidis seine frühen Einschätzungen und Untersuchungen zur Coronaviruspandemie noch einmal zu untermauern. Nachdem er schon früh erklärt hatte, dass die Gefährlichkeit von Covid-19 überschätzt werde, weswegen Lockdowns nicht notwendig seien, wurde er zu einer prominenten Bezugsfigur für die Menschen, die die Corona-Maßnahmen für überzogen hielten, die Coronaviruspandemie mit einer normalen Grippewelle vergleichen oder alles gleich für eine interessengeleitete Erfindung hielten.

In seiner neuen Metastudie gibt es keine wirklichen neuen Erkenntnisse, aber die schon zuvor veröffentlichten Befunde werden auf gewisse Weise noch einmal bestätigt, also dass die Covid-19-Infektionssterblichkeit nicht sehr hoch ist und dass weit mehr Menschen bereits infiziert wurden, als aus den offiziellen Zahlen hervorgeht. Für seine neue Metastudie, die die Infektionssterblichkeit aus Untersuchungen zur Verbreitung von Antikörpern (Seroprävalenz) abschätzt, hat Ioannidis 61 Studien und 8 nationale Schätzungen für 51 Regionen/Länder analysiert.

Danach gibt es eine große Spanne der Seroprävalenz zwischen 0,02 und 53,4 Prozent, also zwischen keinen vorhandenen Antikörpern und der Hälfte der Bevölkerung, die mit dem Coronavirus infiziert war. Das spiegelt sich dann auch in der Infektionssterblichkeit, die zwischen 0 und 1,54 Prozent variiert. Der Median liegt bei 0,23 Prozent, aber es gibt große regionale Unterschiede, die mit dem Median nicht mehr zur Geltung kommen.

Wo die Mortalität unter dem globalen Durchschnitt liegt (118 Tode pro Million), ist die Infektionssterblichkeit mit 0,09 Prozent sehr gering. Sie steigt auf 0,2 Prozent in Regionen mit 118-500 Toten pro Million, was etwa dem Doppelten einer Grippewelle mit einer geschätzten IFR von 0,1 entspricht. In einer Region, in der es mehr als 500 Tote pro einer Million gibt, steigt die IFR schon auf 0,57 Prozent an. Bei Menschen unter 70 Jahren beträgt die IFR zwischen 0 und 0,31 Prozent, woraus Ioannidis einen Median von 0,05 Prozent berechnet, was aber wieder die Unterschiede des Risikos für Regionen/Bevölkerungsgruppen nicht berücksichtigt. Ioannidis konstatiert:
Die Infektionssterblichkeitsrate von Covid-19 kann substantiell in verschiedenen Regionen variieren, das kann Unterschiede in der Altersstruktur der Bevölkerung, einer Fallmischung aus infizierten und verstorbenen Patienten und andere Faktoren widerspiegeln. Die abgeleiteten Infektionssterblichkeitsraten tendieren dazu, viel niedriger als die Schätzungen zu sein, die früher gemacht wurden.
Die Mortalität hängt also von der Region und mitunter auch von Stadtteilen ab – in Asien und Afrika ist sie deutlich niedriger als in Europa, Lateinamerika und den USA – und vom Alter, aber auch von der Verfasstheit und den Praktiken des jeweiligen Gesundheitssystems, beispielsweise alte Menschen in Pflegeheime zu schicken. Menschen in Risikogebieten, die einer erhöhten Infektionssterblichkeit ausgesetzt sind, dürften kaum beruhigt sein, wenn die durchschnittliche globale Mortalität ähnlich oder geringer als eine Grippewelle ist.

Ioannidis weist selbst darauf hin, dass die von ihm analysierten Studien schwer vergleichbar sind und auch die Frage der tatsächlichen Repräsentativität besteht. Besonders gefährdete Gruppen wie die Alten in Pflegeheimen, Obdachlose, Gefängnisinsassen oder benachteiligte Minderheiten werden kaum einbezogen. Dazu kommt, dass mitunter nur eine sehr grobe Abschätzung stattfindet, beispielsweise schreibt er: " Whenever the number or proportion of COVID-19 deaths at age < 70 years was not provided in the paper, I retrieved the proportion of these deaths from situation reports of the relevant location. If I could not find this information for the specific location, I used a larger geographic area. For Brazil, the closest information that I found was from a news report.77 For Croatia, I retrieved data on age for 45/103 deaths through Wikipedia."
mehr:
siehe auch:
Er macht unfassbar schlechte Statistik. Der Volksverpetzer hat mal zusammengetragen, wie schlecht:

https://www.volksverpetzer.de/corona/stanford-ioannidis-covid/

Die Studie kann in die Tonne. Das ist bescheuerte Stümperschaft auf Praktikanten-Niveau, würde ein Ioannidis nie durchgehen lassen, wenn es Kollegen gewesen wären. So Sachen wie im 95%-Intervall einfach die unteren Werte nehmen kann man nur als bewussten Betrug verstehen. Er WILL eine möglichst niedrige Zahl bekommen. Er will nicht die Wahrheit, er will die Verharmlosung.

Die relevante, gut gemachte Metastudie mit den gleichen Ausgangsdaten ist die von Gideon Meyerowitz-Katz et al, die TP hier auch kürzlich hatte, und die der Volksverpetzer auch verlinkt. Da kann man die Formel nehmen, und mit der deutschen Demographie multiplizieren, und bekommt dann eine IFR von ca. 2%. Das ist für ein überaltertes, überfettetes Land plausibel, Spaniens groß angelegte und sehr professionell gemachte Studie hatte das auch.

Und zu alledem sollte man noch davor warnen, Covid19 auf Leben oder Sterben zu reduzieren. Es gibt dermaßen viele Patienten mit #LongCovid-Folgen, die alle die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, dass man allein schon deshalb eine #ZeroCovid-Strategie verfolgen sollte. Selbst wenn niemand sterben würde.

Die Chinesen haben aus gutem Grund im Februar bereits ihre 2017er-SARS-Studie zu den Langzeitfolgen auf einen Preprint-Server geworfen, denn auch SARS konnte man als junger Mensch mit hoher Wahrscheinlichkeit überleben. Nur, äh, die Mehrzahl der Krankenschwestern, die das getan haben, sind bis heute nicht wieder arbeitsfähig. Überleben und Genesen sind zwei Paar Stiefel.
 
[Kommentar Bernd Paysan, Ioannidis macht genau das, was er früher immer gerügt hat, 25.10.2020 20:49]

 

Also nicht direkt auf meine Vorwürfe, aber auf den Vorwurf, daß die Empfindlichkeit des PCR-Tests quasi beliebig einstellbar ist.

So kann hier im Prinzip jeder sein eigenes Süppchen kochen. Also jedes Land oder sogar jedes individuelle Labor, je nachdem wieviele Amplifikationszyklen dabei gemacht werden.

Hier hatte ich das geschrieben:

http://www.heise.de/forum/p-37662213/

Der PCR-Test ist also nicht standardisiert. Dadurch ist ein Ländervergleich halt sehr schwierig.

Jetzt hat auch die Tagesschau auf meine Vorwürfe reagiert:

Link:

"Drosten und die PCR-Tests Was ist an den Vorwürfen dran?"

http://www.tagesschau.de/faktenfinder/drosten-pcr-test-101.html

Darin heißt es:

"Drosten: Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben."

Das Zitat ist aus Interview aus der Wirtschaftswoche, Originalquelle:

http://www.wiwo.de/technologie/forschung/virologe-drosten-im-gespraech-2014-die-who-kann-nur-empfehlungen-aussprechen/9903228-2.html

Hier sind auch nochmal zwei Posts aus News-Portalen zu dem Thema, die das Problem mit den Zyklen nochmal genauer erklären:

"PCR-Test ist nicht standardisiert - Testlabors bestimmen Sensitivität nach eigenem Gutdünken"

http://www.finanztreff.de/news/pcr-test-ist-nicht-standardisiert+testlabors-bestimmen-sensitivitaet-nach-eigenem-gutduenk/22193293

http://www.pressetext.com/news/pcr-test-ist-nicht-standardisiert-testlabors-bestimmen-sensitivitaet-nach-eigenem-gutduenken.html

Die schreiben also im Prinzip dort dasselbe, was ich hier auch schon geschrieben hatte:

http://www.heise.de/forum/p-37662213/

Also daß der PCR-Test nicht standardisiert ist, jeder da sein eigenes Ding drehen kann und dadurch ein Ländervergleich eigentlich nicht mehr möglich ist.

Es wäre halt eine verbindliche Standardisierung des PCR-Tests auf sagen wir 20 oder 30 Zyklen mal nötig. Oder meinetwegen auch 40. Je nachdem was ein Expertengremium da für den besten Wert hält, um eine tatsächliche Infektion mit Corona auch am zuverlässigsten zu bestimmen ...
 
[RalphIIIHarzIV, Jetzt hat auch die Tagesschau auf meine Vorwürfe reagiert, 25.10.2020 00:53]

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Freitag, 23. Oktober 2020

Volker Pispers "Zeitungen sind Teil des Verarschungssystems!"

Volker Pispers "Zeitungen sind Teil des Verarschungssystems!" {16:22}

Ulrich von Spannenberg  
Am 11.09.2020 veröffentlicht 
Pandemien und andere fast vergessene Geschichten
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„Das Schlimme war, dass sie dann wirklich daran glaubten.“ - Hannah Arendt über die Gleichschaltung

„Das Schlimme war, dass sie dann wirklich daran glaubten.“ - Hannah Arendt über die Gleichschaltung {3:31}

Gunnar Kaiser  
Am 23.10.2020 veröffentlicht 
Ausschnitt aus: Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus
https://www.youtube.com/watch?v=J9SyT...
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Corona-Ausschuß, Livestream Sitzung 23 – Spiel und Ernst: Schauspieler Marco Rima und Kabarettist Arnulf Rating

Livestream Sitzung 23 - Spiel und Ernst: Schauspieler Marco Rima und Kabarettist Arnulf Rating {4:33:38 – Start bei 12:10}

Stiftung Corona-Ausschuss  
Live übertragen am 23.10.2020 
Erfahren Sie mehr über den Ausschuss:
https://corona-ausschuss.de und
Telegram: https://t.me/s/Corona_Ausschuss
Anonyme Hinweise an den Corona-Ausschuss:
https://securewhistleblower.com/
Der Corona Ausschuss wurde von vier Juristen ins Leben gerufen. Er führt eine Beweisaufnahme zur Corona-Krise und den Maßnahmen durch.
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Corona-Ausschuß – Sitzung 16: Hilfe zur Selbsthilfe bei Masken, Tests, Quarantäne (Post, 17.09.2020)
Corona-Ausschuss Sitzung 15 – Corona-Trance: Hypnose, Rituale, Angst und Wege raus aus der Traumakrise (Post, 12.09.2020)

Corona-Ausschuss, Sitzung 14: Der Rechtsstaat und die Berliner Demonstrationen (Post, 11.09.2020)

Corona-Ausschuß – Termin 13: Mittelstand in der Krise, Staatsverschuldung, Pandemiegewinnler (Post, 21.08.2020)

Corona-Ausschuß – Termin 12: Fehlanreize im System, Die Rolle der Medien II (Post, 20.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 11: Datenschutz - 1 Million Genoms, Gesundheits-ID, Tracking-App (Post, 18.08.2020)

Corona Ausschuß - Termin 10: Gefährlichkeit des Virus, Behandlung der Krankheit, Impfen als Ausweg (Post, 14.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 09: Die Rolle der Medien (Post, 13.08.2020)
Corona-Ausschuß, Termin 08: USA - der Blick von innen / Aktuelle Lage in Schweden, Frankreich und Italien u.a (Post, 07.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 07: Schützen die Masken oder schaden sie? (Post, 06.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 06: Die Lage der Kinder (Post, 31.07.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 05: Die Lage der kleinen Unternehmer und Selbständigen (Post, 30.07.2020)
Stiftung Corona-Ausschuß – Termin 04: Der Drosten-Test, die Immunität und die zweite Welle (Post, 24.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 03: "Bergamo - was war da los?" (Post, 23.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 02: Die Lage der Menschen in den Pflegeheimen (Post, 15.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 01: Lernen vom Untersuchungsausschuss Schweinegrippe - mit Dr. W. Wodarg (Post, 14.07.2020)
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siehe auch:
Der Technokratische Staat: von der Alternativ- zur Würdelosigkeit (Post, 07.06.2020)

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Demokratie in hysterischen Zeiten: Blockwarte, Denunziantentum und Hilfspolizisten

Die Corona-Bekämpfung nimmt immer merkwürdigere Züge an. Ein Leser, von Beruf Hausmann, mit dem ich schon länger in Kontakt stehe, schrieb mir, dass er derzeit seine früheren Nebenjobs kaum noch ausüben kann mangels Aufträge und dass er sich als „Containment Scout“ des Robert-Koch-Instituts für das örtliche Gesundheitsamt beworben hat. Der Leser war selbst etwas überrascht, dass man ihn sofort engagierte. Die entsprechenden Einstellungsunterlagen vom Bundesverwaltungsamt mitsamt Arbeitsvertrag hat er mir zugeschickt, ich konnte sie überprüfen. Zitat:
Sehr geehrter Herr XXXXXXX,

ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie als Containment Scout zur Unterstützung des Robert-Koch-Instituts und der lokalen Gesundheitsämter ausgewählt wurden. Anbei erhalten Sie den Arbeitsvertrag, ein Anschreiben, die Erklärung zur Zahlungsaufnahme und eine Bescheinigung zur Vorlage bei der XXXXXX.
Ich war ziemlich baff. Denn was der Leser da beschreibt, ist faktisch so etwas wie eine „Hilfspolizei“ der Gesundheitsämter: Er und viele seiner Kollegen waren dafür zuständig, die Leute in Quarantäne zu schicken. Entsprechende Stellenanzeigen gibt es auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (siehe hier). Anhand der Schilderung meines Lesers liegt der Verdacht auf der Hand, dass hier schwerwiegende Eingriffe in die Freiheitsrechte durch nicht einmal solide angelernte Hilfskräfte erfolgen. Aber alles der Reihe nach.

Der Leser schrieb mir: „Ich hänge Ihnen auch noch zusätzlich meine Art Tagebuch der ersten fünf Arbeitstage an. Vielleicht auch ganz aufschlussreich für Sie. Mir ist klar, dass ich ein gewisses Risiko eingehe, aber ich muss was tun. Bitte die dort genannten Namen der Mitarbeiter natürlich auch nicht veröffentlichen.
mehr:
siehe auch:

maiLab liebt die Technokratie {26:20} 
 
Gunnar Kaiser  
Am 14.10.2020 veröffentlicht 
Text, Links: YouTube

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Corona-Ausschuß, Live Sitzung 22 – Die Player: Drosten, Ferguson, die Charité und die Rolle von TIB Molbiol

Live Sitzung 22 - Die Player: Drosten, Ferguson, die Charité und die Rolle von TIB Molbiol {5:29:09 – Start bei 23:20}

Stiftung Corona-Ausschuss  
Live übertragen am 22.10.2020 
Erfahren Sie mehr über den Ausschuss:
https://corona-ausschuss.de und
Telegram: https://t.me/s/Corona_Ausschuss
Anonyme Hinweise an den Corona-Ausschuss: https://securewhistleblower.com/
Der Corona Ausschuss wurde von vier Juristen ins Leben gerufen. Er führt eine Beweisaufnahme zur Corona-Krise und den Maßnahmen durch.
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Corona-Ausschuß – Sitzung 16: Hilfe zur Selbsthilfe bei Masken, Tests, Quarantäne (Post, 17.09.2020)
Corona-Ausschuss Sitzung 15 – Corona-Trance: Hypnose, Rituale, Angst und Wege raus aus der Traumakrise (Post, 12.09.2020)

Corona-Ausschuss, Sitzung 14: Der Rechtsstaat und die Berliner Demonstrationen (Post, 11.09.2020)

Corona-Ausschuß – Termin 13: Mittelstand in der Krise, Staatsverschuldung, Pandemiegewinnler (Post, 21.08.2020)

Corona-Ausschuß – Termin 12: Fehlanreize im System, Die Rolle der Medien II (Post, 20.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 11: Datenschutz - 1 Million Genoms, Gesundheits-ID, Tracking-App (Post, 18.08.2020)

Corona Ausschuß - Termin 10: Gefährlichkeit des Virus, Behandlung der Krankheit, Impfen als Ausweg (Post, 14.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 09: Die Rolle der Medien (Post, 13.08.2020)
Corona-Ausschuß, Termin 08: USA - der Blick von innen / Aktuelle Lage in Schweden, Frankreich und Italien u.a (Post, 07.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 07: Schützen die Masken oder schaden sie? (Post, 06.08.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 06: Die Lage der Kinder (Post, 31.07.2020)
Corona-Ausschuß – Termin 05: Die Lage der kleinen Unternehmer und Selbständigen (Post, 30.07.2020)
Stiftung Corona-Ausschuß – Termin 04: Der Drosten-Test, die Immunität und die zweite Welle (Post, 24.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 03: "Bergamo - was war da los?" (Post, 23.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 02: Die Lage der Menschen in den Pflegeheimen (Post, 15.07.2020)
Corona-Ausschuss – Termin 01: Lernen vom Untersuchungsausschuss Schweinegrippe - mit Dr. W. Wodarg (Post, 14.07.2020)
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siehe auch:
Der Technokratische Staat: von der Alternativ- zur Würdelosigkeit (Post, 07.06.2020)

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Mittwoch, 21. Oktober 2020

Black Panthers

Kritisiert, bewundert und gefürchtet: Die Black Panther Party, gegründet im Kalifornien des Jahres 1967, sagte Rassismus und Unterdrückung den gewaltsamen Kampf an. Die zweiteilige Doku blickt hinter die Kulissen der legendären Gruppierung. Die erste Folge zeigt, wie sich die Black Panther Party formierte und die afroamerikanische Community zur Selbstverteidigung aufrief.

Als in den 1960er Jahren der Schlachtruf „Black Power“ immer mehr Resonanz gewann, formierte sich die Black Panther Party als militante Gruppierung der Bürgerrechtsbewegung. Die Dokumentation zeigt anhand von Interviews mit den Gründungsmitgliedern, was die Black Panthers von anderen Protestbewegungen der damaligen Zeit unterschied. Archivbilder rufen den einzigartigen Kleidungsstil der „schwarzen Panther“ in Erinnerung: schwarze Sonnenbrille, Lederjacke, soldatischer Schritt und eine ausladende Afrofrisur, die zu verkünden schien – „Black is beautiful!“. Rhetorisch inspiriert wurde die Bewegung durch die separatistischen Statements von Malcolm X, der die weiße Vormachtstellung anprangerte und sich seiner Rolle in der Geschichte durchaus bewusst war. Die Black Panthers demonstrierten gegen die willkürlichen Verhaftungen in den Schwarzenvierteln und stellten politische Forderungen, wie etwa das Recht auf Beschäftigung, Bildung und würdiges Wohnen. Als nordstaatliches Pendant zur Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten stellten sie auch das kapitalistische System an sich infrage. Ihre Devise: Damit jeder Schwarze im Land frei sein kann, muss sich das ganze System verändern. Die Black Panther Party faszinierte zeitgenössische Intellektuelle wie den jungen Schriftsteller Eldridge Cleaver und wurde auf den studentischen Campussen als revolutionäre Avantgarde gehandelt. Nach der Ermordung von Martin Luther King und mehreren blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und dem FBI radikalisierte sich die Bewegung jedoch zunehmend.
mehr:
- Black Panthers (arte-Mediathek, 13.10.2020, verfügbar bis 14.10.2021)
siehe auch:
- xxx (Post, )
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Fundgrube – „Was mich am Fernsehen stört“ - Loriot 1979

„Was mich am Fernsehen stört“ - Loriot 1979 {2:32}

Gunnar Kaiser  
Am 19.10.2020 veröffentlicht 
Text und Links: YouTube
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siehe auch:

Thomas Berthold – Ein Fußballweltmeister mit Courage

Thomas Berthold – Ein Fußballweltmeister mit Courage {1:18:38}

kenfm@tcode.kenfm.de  
Am 18.10.2020 veröffentlicht 
Thomas Berthold, der Fußballweltmeister von 1990, war schon immer jemand, der seinen Mund aufgemacht hat. Jetzt gehört er zu den ganz wenigen Prominenten, die sich kritisch in der Corona-Krise äußern. Er ist ein Idol für Generationen von Fußballbegeisterten und von daher ist dies ein historisches und wichtiges Interview.
Thomas Berthold ist ein Insider, der viele Strukturen durchschauen kann, weil er mit ihnen erfolgreich geworden ist. Die meisten Sportler, Musiker und Künstler halten sich jedoch zurück, weil sie genau wissen, dass der Mainstream nicht verzeiht und trotzdem bröckelt inzwischen die „Omertà“ des Schweigens. Nach und nach kommen die Mutigen zum Vorschein, wie Michael Wendler, Dieter Hallervorden, Nena, Xavier Naidoo oder der Basketballspieler Joshiko Saibou und seine Freundin Alexandra Wester.
Es besteht große Hoffnung, dass es in den nächsten Monaten noch viel mehr werden und dass der Bann der Sprach- und Tatenlosigkeit gebrochen wird. Thomas Berthold geht mit einem großen Beispiel voran, für eine demokratische Meinungsfreiheit ohne Angst.
Das Team von Kai Stuht bedankt sich ganz herzlich bei Euch.
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Hinter der Angst verschwindet das Leben


Entsetzen über Bilder aus Intensivstationen? So sieht es auf jeder aus! Virengefahr auf Oberflächen? Nur bei völliger Dunkelheit!

Red. Chirurg und Publizist Bernd Hontschik ist gelegentlicher Gastautor von Infosperber.

Religionskriege wegen Masken

Auf meinem Schreibtisch türmt sich ein Berg auf wie noch nie, ein riesiger Stapel Papier, Dokumente, Kolumnen, Stellungnahmen, Features, Kommentare, wissenschaftliche Artikel, Tabellen und Grafiken. So riesig der Stapel, so einzig das Thema: Corona. Alles ist gesagt, zu jeder nur erdenklichen Fragestellung, zu jedem möglichen und tatsächlichen Problem, mit dem dieses Virus unsere Gesellschaft konfrontiert. Und zu jedem Problem gibt es die gegensätzlichsten Auffassungen, was wieder neue Probleme verursacht.

Nehmen wir zum Beispiel die Masken. Für die einen sind sie ein Hindernis für Erreger, verschieden gut und wirksam je nach Qualität der Maske, selbstverständlicher Teil eines Schutzkonzepts. Für die anderen sind sie entwürdigend, behindernd, ganz und gar sinnlos, ineffektiv gegen das Virus, stattdessen geradezu infektionsfördernd, ja sogar von Todesfällen durch die Atemmasken ist im Netz zu lesen. Ich staune. Vierzig Jahre lang habe ich tagaus, tagein mit Masken gearbeitet, im OP, auf Intensivstation, in der Notfallambulanz und in meiner Praxis. Zwar habe ich in all den Jahren keine Lösung für das Problem der beschlagenen Brille gefunden. Lästig ist das. Aber dass man mit Atemmasken Religionskriege entfesseln kann, das verblüfft mich schon. Für die Masken gilt jedoch wie für alle anderen Fragen: Es ist alles gesagt. Dazu kann ich nichts Neues beitragen.

Ich kann aber berichten, was mich bewegt: Überall ist Angst. Wir möchten ins Kino gehen, rufen Freunde an: Nein, ins Kino möchten sie nicht mit uns gehen, davor haben sie Angst. Wir gehen ins Theater. Wir wundern uns, wie leicht wir Karten bekommen. Sind denn nicht viele Sitzplätze gesperrt, wegen des gebotenen Abstands? Im Zuschauerraum sehen wir dann, dass von den wenigen erlaubten Sitzplätzen viele nicht besetzt sind. Man traut sich nicht ins Theater: Angst. Andere Bekannte lassen bis heute ihre Putzfrau nicht mehr in die Wohnung. Überall Angst.
mehr:
- Hinter der Angst verschwindet das Leben (Bernd Hontschik, Info-Sperber, 21.10.2020)
siehe auch:
Keinen Bock mehr auf Coronazahlen (Post, 20.10.2020)
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Zahlreiche Zeugen sagen zugunsten von Julian Assange aus

Das Verfahren zur Auslieferung des WikiLeak-Gründers hat in den grossen Medien kein grosses Echo gefunden.

Anfang Oktober endete in London die Auslieferungsanhörung gegen den WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Zahlreiche Juristen, Journalisten, Informatiker, Bürgerrechtler und weitere Personen sagten als Zeugen zugunsten von Assange aus. Das Urteil wird anfangs Januar erwartet. Die Anhörung spielte sich nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Im Old Bailey, dem Zentralen Strafgerichtshof in der Londoner City, wurden gerade einmal fünf Sitze für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Prozessbeobachtern wie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde der Zugang zum Gericht am ersten Anhörungstag verweigert. Was die Organisation als «sehr beunruhigend» bezeichnete.

Der WikiLeaks-Gründer wurde während der fast drei Wochen dauernden Anhörung durch eine kugelsichere Glasbox getrennt von seinen Anwälten, was die Kommunikation erschwerte. Doch dies stellte nicht nur bei der Auslieferungsanhörung selbst ein Problem dar: Der Zugang zu seinen Anwälten wurde Assange in den letzten sechs Monaten gänzlich verweigert.

Fast alle grossen Medien berichteten lediglich am Rande über den Prozess, bei dem viel auf dem Spiel steht: Die US-Regierung fordert die Auslieferung des 49-jährigen Australiers, der seit April 2019 im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh sitzt, weil er gegen Kautionsauflagen verstossen habe. Sie hat ihn   beim Hacken von Computern angeklagt. Auch wirft sie Assange vor, durch die Publikation von Informationen, welche die nationale Verteidigung («National Defense») betreffen, gegen das US-amerikanische Spionagegesetz von 1917 (Espionage Act) verstossen zu haben. Zudem beschuldigt sie Assange, durch die Veröffentlichung der US-Botschaftsdepeschen – auch bekannt als Cablegate – US-Informanten in Lebensgefahr gebracht zu haben. Bei einer Auslieferung drohen Assange in den USA bis zu 175 Jahre Haft.
mehr:
- Zahlreiche Zeugen sagen zugunsten von Julian Assange aus (Rafael Lutz, Info-Sperber, 21.10.2020)
siehe auch:
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Dienstag, 20. Oktober 2020

An die eigene Nase fassen:
Würde unsere hysteriegeile Gesellschaft heutzutage die Hongkong-Grippe aushalten?

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 Die als Hongkong-Grippe bezeichnete Infektionskrankheit brach im Juli 1968 in Hongkong aus, wobei unklar geblieben ist, ob die Viren der Hongkong-Grippe zuvor bereits in der Volksrepublik China umgelaufen sind.[1] Die weltweite Ausbreitung der Viren verursachte die letzte große Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts. Weltweit starben zwischen 1968 und 1970 rund eine Million Menschen;[2][3] andere Zahlen sprechen von 750.000 bis 2 Millionen Toten.

In der Bundesrepublik Deutschland gab es im Winterhalbjahr 1969/70 den schwersten Ausbruch der Hongkong-Grippe – eine Epidemie.[4] Genaue Fallzahlen sind damals im Gewirr der föderalen Zuständigkeiten nicht erhoben worden, allerdings wurde im Nachhinein eine Übersterblichkeit von rund 40.000 Toten für die Bundesrepublik festgestellt.[5]

Verursacht wurde die Hongkong-Grippe durch eine Infektion mit dem Influenzavirus A/H3N2 in der Variante A/Hong Kong/1/1968 H3N2.[6] Im Vergleich zur verwandten Asiatischen Grippe von 1957 verlief die Hongkong-Grippe milder, weil die Immunabwehr der meisten Menschen Antikörper gegen das Influenzavirus A/H2N2 enthielt, das 1957 die Asiatische Grippe ausgelöst hatte und dem Influenzavirus A/H3N2 ähnelte. Zum Stillstand kam die Ausbreitung der Hongkong-Grippe erst nach dem Erreichen einer Herdenimmunität.[7]

Die Hongkong-Grippe entstand aus einer Kombination von Geflügelpest auslösenden Viren und bereits unter Menschen zirkulierenden Influenzaviren. Dieser Vorgang wird als Reassortierung und das Ergebnis der genetischen Neukombination als Antigenshift bezeichnet.

[Hongkong-Grippe, Wikpedia, abgerufen am 20.10.2020]

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Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe ebenfalls über die schwerste Grippe, die Deutschland in der Nachkriegszeit traf. Die Hongkong-Grippe mit der Bezeichnung A1/1968 H3N2 sorgte dafür, dass im Winter 1969/70 Schulen geschlossen wurden und in manchen Wirtschaftsbereichen die Produktion heruntergefahren wurde - jedoch zumeist nur als Reaktion auf einen Ausbruch in dem Betrieb oder in einer Schule. Nicht präventiv aus Gesundheitsvorsorge. 

Die Zustände in den Kliniken seien teilweise verheerend gewesen. Es mussten Notbetten aufgestellt werden, teilweise lagen Erkranke auf Fluren und in Badezimmern. In West-Berlin herrschte ein Bestattungsnotstand, berichtet der Spiegel. Särge mussten in Gewächshäusern des Gartenbauamts Wedding oder in der Wilmersdorfer Bezirksgärtnerei gelagert werden. 

Hongkong-Grippe in München: Kliniken „randvoll belegt“

Auch in München seien alle Kliniken „randvoll belegt“, meldete das Münchner Krankenhausreferat damals. Rund 30 Prozent der Schwestern erkrankten und fielen aus. Zustände, die an gegenwärtige Bilder aus italienischen Kliniken erinnern - und Deutschland ohne Shutdown möglicherweise auch beim Coronavirus gedroht hätten.
 
Politiker reagierten empathielos auf die Hongkong-Grippe – man setzte auf Herdenimmunität

Wissenschafts- und Medizinhistoriker wie David Rengeling, Malte Thießen oder Wilfried Witte recherchierten, wie die Bundesrepublik mit dem damaligen Ausbruch umging. Ihr Ergebnis ist erschütternd: Politiker und Behörden hätten mit einer erstaunlichen Empathielosigkeit reagiert.

Mehr noch: Bereits rund zehn Jahre zuvor, im Jahr 1957, wütete die Asiatische Grippe A/Singapore/1/57 in Deutschland. Obwohl auch daran etwa 30.000 Menschen in der BRD starben, war das Gesundheitssystem nur schlecht auf eine neue Pandemie vorbereitet. Thießen und Rengeling beurteilen das sogar als "Fahrlässigkeit", die vielen Tausenden das Leben kostete. 

Damals setzte die Politik auf Herdenimmunität*. Es gab keinen Shutdown des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens*. Ausgestanden war die Hongkong Grippe in Deutschland erst im Winter 1970. Bis dahin hatte eine ausreichend große Bevölkerungszahl mittlerweile Antikörper entwickelt und war immun. Die Ausbreitung des Virus wurde gestoppt.  
[Marel Görmann, „Aus kollektivem Gedächtnis total gelöscht“: 50.000 starben in BRD an Pandemie – die Politiker reagierten ganz anders, 27.04.2020]
 


Keinen Bock mehr auf Coronazahlen

Keinen Bock mehr auf Coronazahlen? - Teil 5

Vor wenigen Wochen sah es so aus, als hätte sich die Entwicklung bei den Positiv-Getesteten-Zahlen von der Entwicklung der Corona-Sterbezahlen nahezu abgekoppelt. Während ab Mitte Juli die Positivtests anstiegen, gab es bei den Todesfällen bis weit in den September hinein kaum eine Veränderung. Dann stieg die Zahl der Corona-Toten (wenn auch auf sehr niedrigem Niveau) wieder an.

Ist damit die Entspannungsphase bezüglich schwerer Covid-19-Fälle bis auf Weiteres beendet? Sind die verschiedenen Kennzahlen der Corona-Statistik derzeit so eng verschränkt, dass eine Verdopplung der Positivtests eine Verdopplung der schweren Krankheitsfälle nach sich zieht?

Im Folgenden möchte ich die statistische Entwicklung bei den Covid-19-Intensivpatienten in den Blick nehmen und an eine Messlatte erinnern, die zu Unrecht etwas aus dem Blick geraten ist: das Kriterium der Gesundheitssystem-Auslastung. Entsprechende Daten zur Intensivbetten-Belegung sind in hoher Qualität verfügbar: über das DIVI-Intensivregister.
mehr:
- Corona durch die DIVI-Brille betrachtet (Jopachim Schappert, Telepolis, 20.10.2020)

Ich kann die wohlwollende Kritik (Auch wenn sich die Rechnung als Zufallstreffer erweisen sollte, hat sie mehr mit Statistiktricks als mit Exponentialrechnung zu tun. Merkel hat sie präsentiert, um die Bedrohlichkeit des aktuellen Infektionsgeschehens zu betonen.) leider nicht gutheissen.

Dass Politiker wüste Spekulationen über die Zukunft absondern, für die sie ob deren Unverbindlichkeit nicht zur Rede gestellt weden können, ist normal. Merkel hat aber den Fehler gemacht, bereits vorliegende Daten irreführend zu interpretieren und damit dem Volk Angst einzujagen.
“Ich habe einfach eine Modellrechnung gemacht”, sagt Merkel nach dem Treffen mit den Länder-Regierungschefs. Im Juni habe es im Schnitt 300 Neuinfektionen am Tag gegeben, jetzt würden zuweilen bis zu 2400 gezählt. Also habe sich die Zahl in drei Monaten dreimal verdoppelt. “600, 1200, 2400”, rechnet Merkel vor.

Und dann verdoppelt sie weitere drei Mal - bis Weihnachten sind es noch drei Monate. “4800, 9600, 19200″, sagt die Kanzlerin. Verdopplung könne sehr schnell zu großen Fallzahlen führen. “Das wollte ich nur zeigen.”
Sie erweckt den Eindruck, die sich seit Juni monatlich verdoppelnden Fallzahlen bedeuteten eine exponentielle Ausbreitung des Virus. Das kann sie nur, weil sie wohlweislich die Erhöhung der Testungen im gleichen Zeitraum ebenso verschweigt wie die Tatsache, dass nur die relativen Zahlen der positiv Getesteten relevant sind und nicht die absoluten. Also der prozentuale Anteil der positiv Getesteten an der Gesamtzahl der Getesteten. Und der betrug im betreffenden Zeitraum knapp 1%, fast konstant mit geringfügigen Schwankungen.

Merkel betont also die Bedrohlichkeit des aktuellen Infektionsgeschehen mit irreführenden Berechnungen. Das macht sie, um die Seuchenstimmung aufrecht zu erhalten, der Bevölkerung Angst zu machen und ihr die Freude auf das Weihnachtsfest zu versauen.

Ich finde das ziemlich niedrig und denke, dass man sie auf diese Worte einmal wird festnageln können. 
 

[Kommentar von Woody Box,  Merkels Verdopplungstheorie ist eine böswillige Irreführung der Öffentlichkeit, 20.10.2020 13:00] 

mein Kommentar:
Merkel auf was festnageln? Echt jetzt? 😂
siehe auch:
- Ein großes Schweigen geht zu Ende (Peter Nowak, Telepolis, 20.10.2020)
Leitmedium ARD rudert zurück? (Post, 06.10.2020)

mein Kommentar:
Natürlich nicht, der Mainstream öffnet sich ganz langsam der Realität, um die Leute ruhigzuhalten!
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Gesundheitsamt-Chef: „Auch wenn ich meine Beamten-Kariere auf Spiel setze …“


  Seit Corona die Welt beschäftigt, hat Dr. Friedrich Pürner (53) mehr als 500 Überstunden angehäuft. Der Facharzt und Epidemiologe leitet das Gesundheitsamt Aichach-Friedberg. Die Fragen und Sorgen der Bürger werden immer mehr. Der bayerische Beamte sieht viele Maßnahmen der Staatsregierung kritisch und versucht, Ängsten entgegenzusteuern.

Mit steigenden Fallzahlen steigt doch auch der Druck zum Handeln?

Pürner: Ja, die Zahlen steigen. Aber wir rechnen nur mit der Summe der positiv Getesteten, über die Erkrankten wissen wir nichts. Würde die Zahl der Schwerkranken signifikant steigen, müssten wir etwas unternehmen. Aber gehandelt wird derzeit nur, weil wir lediglich positive Befunde haben. Entscheidend für uns Epidemiologen ist: Wie krankmachend ist eine Erkrankung? Covid-19* ist eine Infektion. Es wird immer Menschen geben, die daran sterben oder krank werden. Auch Folgeschäden sind derzeit nicht ausgeschlossen. Vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind Risikogruppen. Allgemein ist das Risiko, an Corona schwer zu erkranken, relativ gering, daran zu sterben auch. Das ist nicht Ebola.

Die Politik versucht, mit einem Ampelsystem* die Lage in den Griff zu kriegen. Wie beurteilen Sie die Inzidenzwert-Strategie?

Pürner: Diese Strategie ist nicht richtig. Die Inzidenzen 35 und 50 pro 100.000 Einwohner sind willkürlich gewählt, außerdem besteht der Inzidenzwert nur aus allen Positiv-Getesteten. Man weiß nicht, wie viele Personen Symptome haben und damit krank sind. Es wäre klug, auf diejenigen zu schauen, die das Gesundheitssystem belasten.

mehr:
siehe auch:
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Verunsicherung zur Informationsverhinderung

Zerschlagung der YouTube Community - Fünf vor zwölf oder später? {6:19}

Kai Stuht Creative Caravan  
Am 18.10.2020 veröffentlicht 
Text und Links: YouTube
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siehe auch:
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"Politik macht Menschen falsche Hoffnung" - Medizinstatistiker Antes hinterfragt Corona-Maßnahmen

"Politik macht Menschen falsche Hoffnung" - Medizinstatistiker Antes hinterfragt Corona-Maßnahmen {6:06}

WELT Nachrichtensender  
Am 20.10.2020 veröffentlicht 
Text u. Links: YouTube