Sonntag, 3. Februar 2019

Gelbwesten: Der Palast erwägt Referendum als Ausweg

Macron hat Grund, sich vor der neuartigen Opposition zu fürchten. Auch wenn die Teilnehmerzahl beim gestrigen Acte XII laut offiziellen Angaben zurückging

Gerüchte aus dem Präsidenten-Palast bestätigen, dass der Staatschef die Möglichkeit eines Referendums erwägt, um einen Ausgang aus der Krise der Gelbwesten zu schaffen. Das berichtet heute der Figaro mit Berufung auf die Zeitung Journal du Dimanche (JDD). Dort ist zu erfahren, dass das Innenministerium bereits mit Druckerei-Betrieben und Papierhändlern Kontakt aufgenommen habe.

Als Datum des Plebiszites hatte Macron den 26. Mai ins Spiel gebracht. An diesem Tag findet die Wahl zum EU-Parlament statt, organisatorisch würde das also passen. Allerdings ist gar nichts sicher. Macron sei von diesem Szenario - die EU-Parlamentswahl mit einem Referendum zu kombinieren - "fast überzeugt", steht in der Sonntagszeitung. Deren Überschrift ist pure Regenbogenpresse: "Macron, das geheime Referendum".

Die Wirklichkeit dazu sieht so aus: Macron ist im Wahlkampf. Ähnlich wie sein Freund Trump erinnert er sich angesichts der Schwierigkeiten, in denen er politisch steckt, an die Zeit, als er groß gehandelt wurde. Er versucht, an den Triumph des Wahlkampfes anzuknüpfen. Seit die Gilets jaunes mit Wucht auf die öffentliche Meinung einwirken, regiert Macron nicht mehr, sondern ist in den Wahlkampfmodus zurückgekehrt, wie Beobachter feststellen (siehe hier, etwa ab Minute 40).

Tatsächlich ist nichts bekannt über eine Fragestellung - nichts, nicht einmal eine Andeutung. Es ist bislang bloßer Bluff, ein Spiel mit einer Hauptforderung aus den Protesten. Macron erwähnte die vage Möglichkeit, ein Referendum abzuhalten, bei seinen abgehobenen Konfessionen gegenüber ausgewählten Journalisten, die ihn in der vergangenen Woche im Elysée-Palast besuchen durften. Nun schaut man, ob von Quellen im Palast noch mehr zu erfahren ist.

mehr:
- Gelbwesten: Der Palast erwägt Referendum als Ausweg (Thomas Pany, Telepolis, 03.02.2019)



siehe auch:
- The French police’s brutality against the gilets jaunes can no longer be denied (New Statesman, 30.01.2019)
- Menschenrechtskommissarin untersucht französische Polizeigewalt (AchGut.ch, 30.01.2019)
- Gelbwesten-Update – Macrons Gewaltexzesse (Übersicht über Artikel, Blauer Bote, 27.01.2019)

Das gute Leben

Evaluation Soziales Feedback wird großgeschrieben: Mit unorthodoxen Mitteln feiert eine Berufsschule in Hameln Erfolge

Die Schultoilette ist stets ein Ort mit Aussagekraft. Wenn im niedersächsischen Hameln die Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-Selbert-Berufsschule in der Pause diesen Ort aufsuchen, betreten sie einfache, aber saubere Sanitärräume. Keine demolierten Spülkästen, keine Kritzeleien an den Wänden, offensichtlich hat es hier niemand nötig, in unbeobachteten Momenten seine Wut mit Gewalt auszuagieren. Denn vieles an dieser Berufsschule mit knapp 2.000 Schülern läuft besser. Schülern, die an anderen Schulen scheiterten, gelingen hier oft erstaunliche Erfolge. Wie schafft diese Schule das?

Berufsschulen sind ein Sammelbecken, das Angebot der Bildungswege ist umfangreich. Zu den Berufsfeldern der Elisabeth-Selbert-Berufsschule gehören Hauswirtschaft und Ernährung, Agrarwirtschaft, Sozialpädagogik, Gesundheit und Pflege. Hier lernen nicht nur angehende Bäcker und Friseurinnen ihr Handwerk oder Hotelfachfrauen und Ergotherapeuten ihren Beruf, es gibt viele verschiedene Bildungsgänge: vom Hauptschulabschluss, den man nachholen kann, bis zum Abitur. Vom Erwerb grundlegender Kenntnisse in der deutschen Sprache bis zur Ausbildung in modernen, von Digitalisierung geprägten Handwerks- und Dienstleistungsberufen.

mehr:
- Das gute Leben (Gunhild Seyfert, der Feitag, 03.02.2019)

Vier Kriege werden um Venezuela gefochten

Der Machtkampf um das südamerikanische Land verläuft auf vielen Ebenen - und ist noch lange nicht entschieden

Der Krieg um Venezuela ist in vollem Gange - und er wird bislang vor allem psychologisch geführt. Gut eine Woche nach seiner bislang gescheiterten Machtübernahme lanciert der selbsternannte "Interimspräsident" Juan Guaidó täglich neue Meldungen, mit denen er den vermeintlichen Zuwachs seiner Unterstützerbasis zu belegen versucht.

Präsident Maduro trat am Samstag indes vor hunderttausenden Anhängern auf und beschuldigte die Teile der Opposition, die hinter Guaidó stehen, mit Hilfe der USA einen Staatsstreich organisieren zu wollen. Seine Gegenspieler machen es ihm dabei nicht allzu schwer.

Sie traten bei einer parallelen Großdemonstration am Samstag im wohlhabenden Osten von Caracas unter einer riesigen projizierten US-Flagge auf und bejubeln offene Gewaltdrohungen von US-Vertretern gegen die amtierende Regierung des südamerikanischen Landes. Dennoch ist der Kampf um Venezuela auch in der zweiten Woche nach Guaidos versuchter Selbstinthronisierung noch lange nicht entschieden.

Auch wenn Venezuela das Ziel ist, wird die Auseinandersetzung vor allem auf der internationalen Bühne geführt. Mexiko, Uruguay und die Karibische Gemeinschaft (Caricom) laden in einigen Tagen nach Montevideo zu einer Vermittlungskonferenz ein. Der Staatenverband positioniert sich damit - von der westlichen Presse weitgehend ignoriert - gegen rechtsgerichtete Regierungen der sogenannten Lima-Gruppe, die sich nach dessen Selbstausrufung umgehend auf die Seite Guaidós geschlagen haben.

Vertreter von Guaidó führen von Washington aus derweil mit Unterstützung einiger US-Abgeordneter, dem Weißen Haus und Diplomaten ihre internationale Kampagne mit dem Ziel weiter, die Regierung Maduro zu stürzen. Carlos Vecchio, der von der US-Regierung als "Geschäftsträger" der "Botschaft" Venezuelas in Washington anerkannt wurde, bezeichnete einen Dialog mit Maduro als reine Zeitverschwendung. Es müsse stattdessen der Druck auf den Straßen, von der Nationalversammlung aus und von internationalen Verbündeten aufgebaut werden.

mehr:
- Diese vier Kriege werden um Venezuela gefochten (Harald Neuber, Telepolis, 03.02.2019)
siehe auch:
- Die Imperialistische Intervention in Venezuela: UPDATE 3 (Einar Schlereth’s Blog, 03.02.2019)
- Alfred de Zayas: "Venezuela erinnert mich an die Irak-Invasion" (Post, 29.01.2019)
- EU-Parlament stimmt für Anerkennung Guaidós (Post, 29.01.2019)
- Tagesdosis 28.1.2019 – Der nächste Putsch made in USA (Podcast) (Post, 28.01.2019)
- Die venezolanische Krankheit (Sebastian Balzer, FAZ, 07.08.2017)
- Warum das Erdöl Venezuela in den Ruin treibt (Christian Steiner, NZZ, 09.05.2017)
- Der Fluch des Öls, diesem „Kot des Teufels“ (WELT, 09.03.2014)

Venezuela- Erdöl und Misere | Mit offenen Karten {12:10}

Doku Underground
Am 31.10.2018 veröffentlicht 
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Wie konnte es in Venezuela so weit kommen? Das Land verfügt über die größten Erdölreserven weltweit. Dennoch stecken Wirtschaft, Politik und Gesellschaft des Landes heute in einer schweren Krise, vor dem Hintergrund zunehmender staatlicher Repression. Von Simón Bolívar über Hugo Chávez bis Nicolás Maduro.
Venezuela verfügt über die größten Erdölreserven weltweit. Dennoch stecken Wirtschaft, Politik und Gesellschaft des Landes heute in einer schweren Krise, vor dem Hintergrund zunehmender staatlicher Repression. Von Simón Bolívar über Hugo Chávez bis Nicolás Maduro - „Mit offenen Karten“ untersucht, wie es so weit kommen konnte.
Magazin (Frankreich 2018, 12 Min)


Samstag, 2. Februar 2019

Der Einfluss der US-Netzwerke auf Politik und Medien in Deutschland

Wenn man die Mitwirkung Deutschlands an den Kriegen der USA und ihrer NATO, die Aggressionspolitik gegen Russland, die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten oder auch die verbotenen Waffenexporte in Krisenregionen (zum Beispiel nach Saudi-Arabien, das den Jemen in die Steinzeit zurückbombt) vor Augen hat, ist die permanente Berufung deutscher Politiker und ihrer Medien auf eine „westliche Wertegemeinschaft“ eine einzige Farce.

Der Herausgeber der nachdenkseiten.de, Albrecht Müller, schrieb zu dem westlichen Anspruch, Recht und Moral immer auf seiner Seite zu haben: „Wir, der Westen unter Beteiligung von Deutschland, führen Kriege im Nahen Osten und in Afrika und zerstören die Lebensgrundlagen vieler Völker. Wir zetteln wie in Syrien Bürgerkriege an, um Regime Changes nach unserem Gusto zu erreichen. Und dann bedienen wir uns bei den gut ausgebildeten Menschen dieser Völker, insbesondere auch bei der Jugend. Das ist infam, das ist unfassbar und ein Beleg dafür, dass diese unsere Gemeinschaft jedenfalls keine Werte hat.“(1)

Vor allem die Willfährigkeit der deutschen Regierung gegenüber den Vorgaben aus den USA, wie sie sich gerade wieder in der konzertierten Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas zeigt, ist verhängnisvoll und beweist eindrucksvoll, dass Deutschland nach wie vor unter Kuratel steht.(2) Bereits seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben das US-Außenministerium, geheimdienstliche Organisationen sowie sonstige interessierte Kreise aus den USA die Welt und insbesondere den Frontstaat Deutschland mit ihren Think Tanks und „Nichtregierungsorganisationen“ (NGO‘s) überzogen.(3) Dazu gehören Atlantik-Brücke, Münchner Sicherheitskonferenz, European Council on Foreign Relations, Aspen Institute, Goldman Sachs Foundation, The American Interest, Atlantic Council, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Rockefeller Foundation, Atlantische Initiative, insgesamt weit über hundert Organisationen. Mit diesen Netzwerken nehmen die USA Einfluss auf die Politik insbesondere in Deutschland. Das wird jedoch in den Medien, deren leitende Redakteure ebenso wie namhafte Politiker gern solchen Netzwerken angehören, nicht thematisiert.

mehr:
- Der Einfluss der US-Netzwerke auf Politik und Medien in Deutschland (Wolfgang Bittner, KenFM, 02.02.2019)
siehe auch:
- Dirk Pohlmann bringt es mal wieder auf den Punkt: Das Schweigen der Wölfe (Post, 29.11.2017)
- Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator (Post, 23.07.2016)
- KenFM im Gespräch mit: Wolfgang Bittner (Die Eroberung Europas durch die USA) (Post, 21.05.2016)
- Medien: intellektuelle Korruption in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)


Portugal: Es geht auch anders

Während Griechenland nach den EU-„Hilfsaktionen“ am Boden liegt, ist Portugal ohne „Austeritätspolitik“ erfolgreich.

Die „Rettungspolitik“ der EU hat Griechenland in den Abgrund geführt — das ist vielfach dokumentiert. Unzählige Menschen sind verarmt, Sozialsystem und Infrastruktur liegen am Boden, und die Gesundheitskosten sind nur noch für Wohlhabende erschwinglich. Das schöne Land an der Ägäis wurde buchstäblich kaputt gerettet. Aber gibt es auch Beispiele dafür, wie man besser mit einer Situation der Überschuldung umgehen kann? Tatsächlich: Die Regierung Portugals ging einen sozialverträglichen und im Endeffekt auch erfolgreicheren Weg. Sie haben davon in der Presse noch nichts gehört? Das ist typisch für unsere Medienlandschaft.
 

Ich möchte heute von einem anderen Land sprechen, das ebenso wie Griechenland in den Jahren ab 2008 von einer starken Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen war, von einem Land, das die Euro-Staaten ebenso wie Griechenland unter Druck gesetzt haben: Die Politiker sollten die ökonomisch-sozialen Probleme im eigenen Staat mit den Mitteln der ebenso brutalen wie hirnrissigen „Austeritätspolitik“ lösen.

Ich möchte von einem Land reden, das — ganz im Gegensatz zu Griechenland! — genau diesen Weg nicht gegangen ist und heute in jedweder Hinsicht aufs Eindeutigste erheblich besser dasteht als Griechenland. Ich spreche von: Portugal!

Ihr erinnert Euch — und ich muss das an dieser Stelle nicht im Detail wiederholen, schon gar nicht das vielfach mitgeteilte Zahlenmaterial —, welchen angeblichen Rettungsweg Europa den Griechen aufgezwungen hat: Lohnsenkungen und Rentensenkungen, Abschaffung von Sozialleistungen und Zerstörung des Gesundheitssystems, Verkauf von Flughäfen und Hafenanlagen und Zwangsversteigerungen von Kleinbesitz an Immobilienkonzerne und, und, und. In einem Wort: eine Zwangsverelendung Griechenlands und der Griechen schlechthin. Und auf der anderen Seite zwang Europa den Griechen Kostensteigerungen ohnegleichen auf: Anhebung und Ausweitung der Mehrwertsteuer, Anhebung und Ausweitung der Immobiliensteuern — also: neue finanzielle Zwangsbelastungen noch und noch!

Dass bei einer derartigen Vernichtung von Inlandsnachfrage und Kaufkraft Wirtschaftswachstum, Konjunktur, Wiederaufstieg der griechischen Volkswirtschaft nicht zu generieren war, das konnte nur Idioten wundern. Oder eben Austeritäts-Ideologen wie Schäuble & Co! Und dass Griechenland einbrach bei Bruttoinlandsprodukt und Schuldentilgung, bei Beseitigung von Massenarbeitslosigkeit und Produktivitätsverfall, dass mittlerweile bis zu 500.000 Griechinnen und Griechen — zumeist dringend benötigte junge, hoch motivierte und hoch qualifizierte Arbeitskräfte — ausgewandert sind — Stichwort „braindrain“ —, das kann dito nur die Schäubles dieser Welt in Erstaunen versetzen. Aber:

So sehr auch immer die Idiotie und die Inhumanität dieser Art von Vernichtungspolitik gegeißelt worden sind, nicht zuletzt auch von mir, so sehr auch immer wir den Irrsinn, den völligen Mangel an Logik und Vernunft und Plausibilität dieser sogenannten Austeritätspolitik zu beweisen und zu belegen versuchten:

Immer wieder wurde dieser Argumentation entgegengehalten, dass eine Politik der Humanität nicht funktionieren könne, volkswirtschaftlich nämlich; dass Menschengüte das eine sei, gute Wirtschafts- und Finanzpolitik aber das andere.
Wenige Worte zeigen die Absurdität dieser Sichtweise: Im Falle Griechenlands müsse ein Patient halt hungern und hungern, damit er wieder auf die Beine kommt! Und die beste Vorbereitung auf einen Marathonlauf sei halt einschränkungsloser Nahrungsentzug! Wenn man so will:

Theorie stand gegen Theorie. Oder schärfer formuliert: Die eiskalten „Richtigkeiten“ eines Schäuble standen gegen die gutmenschlichen Sentimentalitäten der sozial denkenden Menschen! — Womit ich, nun endlich, bei Portugal bin, bei der Tatsache nämlich, dass Portugal nahezu einschränkungslos das getan hat, was ich seit Jahren für Griechenland gefordert habe, und dass es eben dieses Portugal ist, das heute ungleich besser dasteht als Griechenland!

mehr:
- Es geht auch anders (Holdger Platta, Rubikon, 02.02.2019)
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Die neoliberale Müdigkeitsgesellschaft: Burnout als Herrschaftsinstrument

Wenn wir uns lebendig fühlen wollen, müssen wir den Kampf gegen die Müdigkeitsgesellschaft aufnehmen.

Die Republik wirkt ausgebrannt — körperlich wie geistig. Die meisten Menschen schleppen sich nur noch auf Sparflamme durch ihren Alltag. Reizüberflutung, Multitasking und die immer schneller getakteten Konsumangebote haben uns alle in Verfügbarkeitszombies verwandelt. Diese allgemeine Schlappheit ist aber kein Zufall, sie ist Leitsymptom der Menschenverwertungsmaschine Kapitalismus. Wir müssen endlich den Kampf gegen die Strukturen aufnehmen, die uns auslaugen: durch Entschleunigung, Rückzugsräume und den Mut zur Pause.

Jede Zeit hat ihr progressives Aufgabenfeld. In den Sechzigern ging es um die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit. In den nächsten beiden Jahrzehnten kam es zur Anti-AKW-Bewegung oder man engagierte sich gegen das Waldsterben. Danach wurde es stiller, der Fortschritt schien vollbracht, das Ende der Geschichte verlesen. Es wirkte fast so, als sei da kein Auftrag mehr für einen progressiven Aufbruch auffindbar. Den Gewerkschaften brach in jener Zeit die Klientel weg, die Linken haben seither Schwierigkeiten damit, massenkompatibel anzusprechen: Ein Proletariat gibt es ja nicht mehr. Die Arbeiterklasse ist zerrissen. Zwischen Fach- und Leiharbeitern klafft eine Versorgungslücke, Arbeitnehmer von heute sind eben nicht mehr die klassische Arbeiterklasse von einst.

Die chronische Müdigkeit, in der wir uns gesamtgesellschaftlich zu befinden scheinen, böte jedoch einen Auftrag für den progressiven Elan an. Obgleich sich so gut wie niemand mehr durch 60-Stunden-Wochen über Wasser halten muss, hat man den Eindruck, dass es zwei Ressourcen in rauen Mengen gibt: Die Müdigkeit und die Schlappheit. Sie sind zum Naturgesetz unseres modernen Gemeinwesens geworden.

Stress, Hochfrequenzalltage, Multitasking und die strikte Taktung täglicher Verrichtungen ermüden. Eilmeldungen am laufenden Band, Breaking News, Sensationsmeldungen im Dauerticker stumpfen ab, machen uns mürbe. Die Schlappheit ist das Prinzip der Stunde, die Konstante, die jeden erfasst. Ob nun physisch als Pendler oder eher psychisch als Langzeitarbeitsloser: Gähnen ist die Präambel der Alternativlosigkeit, die man nun seit Jahren predigt. Wer einen Wechsel anstrebt, emanzipative und progressive Politik möchte, eine Abkehr vom TINA-Prinzip — „There is no alternative“ —, der muss als ersten Schritt den Kampf gegen die allseitige Müdigkeit aufnehmen.

mehr:
- Planet der Schlaffen (Roberto J. De Lapuente, Rubikon, 02.02.2019)
siehe auch:
- Warum man Burn-out nicht als Modeerscheinung abtun sollte (Rudolf Hänsel, Rubikon, 02.02.2019)
- Endlich Widerstand! (Rudolf Hänsel, Rubikon, 02.02.2019)
- Raus aus der Matrix! (Dirk C. Fleck, Rubikon, 02.02.2019)
- Die unfreie Welt (Dirk C. Fleck, Rubikon, 01.02.2019)

Prof. Mausfeld Der Neoliberalismus und das Ende der Demokratie. (Ton überarbeitet) {1:46:51}

geeepoint
Am 04.05.2016 veröffentlicht 
Prof. Mausfeld (warum schweigen die Lämmer) Der Neoliberalismus und das Ende der Demokratie. (Ton überarbeitet)
Ursprüngliche YT Quelle: https://youtu.be/vBc4A1HNmPk
Prof Dr.Rainer Mausfeld von der Universität Kiel in der Fortsetzung seiner Vortragsreihe: "Warum schweigen die Lämmer."
Was wurde aus dem Projekt "Aufklärung"?
Der Neoliberalismus ist das von den Eliten geplante finale Ende der Demokratie.
Zur Einführung in diesen Vortrag empfehle ich seinen in -=newscan=- oder anderen Kanälen verfügbaren Vortrag: "Warum schweigen die Lämmer".
Dieser Vortag hier ist als Fortsetzung dazu gedacht.
Ausserdem empfehle ich den Vortag von Werner Rügemer "Herrscher und Vasallen". Die schrittweise Eroberung Europas durch die USA.Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=w23nU...
Falls sie einen Kommentar zum Video hinterlassen möchten, dann nur hier:
https://youtu.be/n8R7dcaai9g

Macron: Gelbwesten von 40.000 bis 50.000 Ultra-Aktivisten infiltriert

Der französische Präsident klärt Medien über ihre Naivität gegenüber der "Faschosphäre", "Linkssphäre" und "Russosphäre" auf

Es fielen spektakuläre Aussagen, als Präsident Macron fünf ausgewählten Journalisten im Elyséepalast empfing. Sie wurden auf sozialen Medien mit schnellem Witz aufgegriffen. So zum Beispiel die Äußerung Macrons, die Eric Drouet, eine der bekannten Persönlichkeiten der Gilets jaunes (Gelbwesten), als "Medienprodukt" deklassieren will.

Die Antwort ist ein Spiegelkabinett: Ein Twitterbeitrag zeigt Macron vor einer großen Galerie von Titelblättern bekannter Medien mit seinem Konterfei. Dass Macron Präsident ist, hat er zu einem großen Teil der freundlichen Unterstützung reichweitenstarker Medien zu verdanken. Daran ist aber prinzipiell nichts Verdammenswertes. Selbstverständlich wird der Machtkampf über Mediendarstellunge
n geführt.
mehr:
- Macron: Gelbwesten von 40.000 bis 50.000 Ultra-Aktivisten infiltriert (Thomas Pany, Telepolis, 02.02.2019)
siehe auch:
- "Gelbwesten"-Proteste gegen Polizeigewalt (Tagesschau, 03.02.2019)
- Gelbwesten-Bewegung prangert Härte des Vorgehens der Polizei an (Handelsblatt, 02.02.2019)
- Suizidwelle unter französischen Polizisten (Post, 29.01.2019)
- „Aufruf der ersten Generalversammlung der gelben Westen“ (Post, 29.01.2019)
- Lesermails zu den Gelbwesten an die NachDenkSeiten (Post, 28.01.2019)
- Gelbwesten: Das elfte WE in Folge, postfaktische Teilnehmerzahlen, Mißhandlungen und ein Beispiel rar gewordener sozialer Intelligenz (Post, 27.01.2019)
- »Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)
- Gummigeschosse zur Disziplinierung der Gelbwesten (Post, 18.01.2019)
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Die Amis spielen mal wieder mit dem Roten Knopf

Zur Rolle der Verschwörungstheorie über den russischen Einfluss bei den US-Wahlen bei der Kündigung des INF-Vertrags

Fast hat man den Eindruck, dass sich in diesen Tagen wieder mal ein Diktum von Karl Marx bestätigt. Geschichte wiederholt sich als Farce. Ende der 1980er Jahre wollten westeuropäisch Politiker wie der SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt eine Raketenlücke der Nato erkannt haben, weil in den Warschauer Vertragsstaaten neue Raketen aufgestellt worden seien.

Der Natodoppelbeschluss wurde kreiert, der mit eigener Aufrüstung drohte, wenn der Warschauer Pakt die Raketen nicht abbaue. Es kam zur Aufrüstung, obwohl vor allem in der BRD eine sehr deutsche Friedensbewegung den Weltuntergang beschwor, wenn die Raketen aufgestellt würden. Die Apokalypse ist bekanntlich nicht eingetreten und im Jahr 2019 sind diese Ereignisse der Jahre 1979 bis 1983 kaum noch bekannt.

Die Zahl der Menschen, die gegen atomare Waffen auf die Straße gingen, war spürbar gestiegen. In vielen Schulen, Dörfern und Arbeitsplätzen wurden Unterschriften für atomwaffenfreie Zonen gesammelt. Symbolik und Deutschnationalismus waren das Kennzeichen der Mehrheit der deutschen Friedensbewegung vor 40 Jahren. Das schnelle Wachstum der damaligen deutschen Friedensbewegung rührte auch daher, dass man den ehemaligen Verbündeten gegen Nazideutschland vorwarf, ein atomares Schlachtfeld in Mitteleuropa aufzubauen.

mehr:
- Weltweites Kriegsrüsten mit den Waffen des 21. Jahrhunderts (Peter Nowak, Telepolis, 02.02.2019)
siehe auch:
- "Raketenabwehr" klingt gut - aber… (01.02.2019)
- Angela Merkel und der ewige Krieg (30.01.2019)
»Ab und an sind die Vereinigten Staaten ungefähr so elegant wie ein Elefant beim Spitzentanz.« [Peter Ustinov]

A Brief History of the USA - Bowling for Columbine - Michael Moore {3:14}

FlickerLab
Am 29.05.2011 veröffentlicht 
This short cartoon for Michael Moore's Bowling For Columbine was Described as, "Worth the price of admission" by Variety Magazine, "a joyously funny cartoon sequence" by The Hollywood Reporter and by Oprah as her favorite part of the film when she aired it on her show, FlickerLab's Creative Director, Harold Moss, directed, and lent his voice for all the characters in this animated segment of Michael Moore's film, Bowling for Columbine.

Dr. Seltsam - "...als um Ihr Bild in den Geschichtsbüchern" {2:32}

odnf
Am 07.07.2008 veröffentlicht 
George C. Scott als General „Buck" Turgidson in "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" im Dialog mit Peter Sellers als Präsident Muffley

Weltvernichtungsmachine - Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben {3:37}

Duc
Am 31.01.2017 veröffentlicht 
Achtung! Dieses Video dient als Material für den Unterricht.
Die Weltvernichtungsmachine in Stanley Kubrick's Satirefilm über den Kalten Krieg aus dem Jahre 1964(!) ist ein Paradebeispiel für das Chicken Game. Auch bekannt als Brinkmanship in der Politik. Bezug findet der Film auch zum sozialpsychologischen Thema des soziales Dilemmas.
Dieses Video wurde erstmals in einem Diskussionsforum im Modul Sozialpsychologie der Humboldt Universität zu Berlin vorgestellt.

Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Start bei 41:35}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
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Operation Täuschung -Die Methode Reagan- Doku von Dirk Pohlmann {52:13 – Start bei 2:40}

KocksRhythmus
Am 06.05.2015 veröffentlicht 
ebenfalss interessant .Stay behind Organisationen in Europa https://youtu.be/FNNBg8cKTHY
Mit Reagans Machtantritt ändert sich die Strategie der USA im Kalten Krieg grundlegend: Angriff statt Verteidigung. Sein geheimes "Komitee für Täuschungsoperationen", dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeitzeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen - gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme.
Mit seinem Machtantritt im Jahre 1981 bestimmt Ronald Reagan die Strategie der USA im Kalten Krieg neu: Angriff statt Verteidigung. Sein "Komitee für Täuschungsoperationen" ist neben der Aufrüstung eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen die Sowjetunion. Gasleitungen werden mit eingeschleusten Computerchips und Trojanern sabotiert, Flug- und Seemanöver vor dem wichtigsten Stützpunkt der Sowjets in Murmansk durchgeführt. Das Ziel: Verunsicherung und Demütigung bei gleichzeitiger Demonstration von Stärke und technischer Überlegenheit.
Diese Aktionen bringen die Welt an den Rand des Atomkrieges. Als in den 80er Jahren der schwedische sozialdemokratische Ministerpräsident Olof Palme mit Willy Brandt und Egon Bahr seine Strategie der gemeinsamen Sicherheit vorschlägt und Schweden nicht mehr als "unsinkbaren Flugzeugträger" der Nato zur Verfügung stellen will, macht er sich nicht nur die konservativen Machteliten im eigenen Land zum Feind. Sein Ansatz ist auch Reagan schon früh ein Dorn im Auge, denn ein Einlenken der Sowjetunion im Wettrüsten des Kalten Krieges wäre für seine Strategie kontraproduktiv. So werden die Annäherungsgespräche sabotiert und die Person Palme diskreditiert. Im Februar 1986 wird Palme von einem unbekannten Täter ermordet.
Der Film zeigt die Bedeutung der geheimen Kriegsführung der USA im Kalten Krieg unter Bezugnahme auf hochkarätige Zeitzeugen und exklusives Filmmaterial. Einmal mehr wird deutlich, dass die USA zur Durchsetzung eigener Interessen auch vor der Souveränität demokratischer Staaten nicht Halt machte. Eine Thematik, die gerade in Anbetracht der aktuellen politischen Lage und der jüngsten Geheimdienstskandale von beachtenswerter Aktualität ist.

Mausfeld: »Gigantische Programme zur Angstinduktion in der Bevölkerung«
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19; Start bei 1:15:09}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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Noam Chomsky Interview 'WDR Nachgefragt - Wie uns die oberschicht manipuliert {13:59 – Start bei 0:30}

M1j4g1
Am 08.05.2012 veröffentlicht 
Interessantes gibt es auch bei...
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Freitag, 1. Februar 2019

Wucht des Ärzteprotests überrascht Spahn – Ärzte wollen weniger Bürokratie für mehr Arztzeit

Die Proteste der Ärzte gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) am vergangenen Mittwoch haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erreicht. Die „Wucht der Wut“ habe ihn allerdings überrascht, sagte Spahn am Donnerstag der „Rheinischen Post“. Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, betonte am Freitag in Essen erneut: „Wir lehnen das TSVG entschieden ab, weil es massiv in die Tätigkeit der niedergelassenen Ärzte eingreift, den Ärztemangel verschärft und die Patientenversorgung verschlechtert. Das ist nicht im Sinne der Ärzte und Patienten.“

Spahn hatte noch einmal das Ziel der Bundesregierung erläutert: dafür zu sorgen, dass gesetzlich versicherte Patienten schneller einen Arzttermin bekämen. Konkreten Vorschlägen der Ärzteschaft, wie dieses Ziel erreicht werden könne, wolle er sich nicht verschließen. „Unsere Vorschläge“, so Dietrich, „stehen weitgehend im Gegensatz zu dem, was der Minister plant. Unsere Forderungen: Budgetierung und Regresse beenden, Bürokratie und Dirigismus abbauen, die ärztliche Schweigepflicht und die Patientendaten schützen sowie die selbstständigen Arztpraxen stärken, damit die Patienten mehr Arztzeit bekommen.“ Die Tätigkeit als niedergelassener Haus- und Facharzt müsse wieder attraktiv werden, das Engagement von Ärzten müsse endlich wieder belohnt statt diskreditiert werden – und zwar ohne Bevormundung durch Staat oder Kassen.
mehr:
- Wucht des Ärzteprotests überrascht Spahn – Ärzte wollen weniger Bürokratie für mehr Arztzeit (Presseitteilung, Freie Ärzteschaft, 01.02.2019)

Mein Kommentar:
»Spahn überrascht« – Das kann der liebe Spahn jemandem erzählen, der die Unterhose mit der Kneifzange anzieht!
siehe auch:
- Ukraine-Krise: Unsere offiziellen Rußland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 09.12.2014)
und:
Im Moment ist Spahn überrascht, in wenigen Monaten werden die Ärzte überrascht sein: Es wird so kommen, wie der Staat will, da können die Ärzte protestieren, so viel sie wollen.
In einigen Jahren wird die Politik überrascht sein, daß sich keiner mehr niederlassen will.
Sowas!
Da werden wir ja sowas von überrascht sein!
Vor wenigen Jahren mußten wir Niedergelassenen in ganz Deutschland neue Chipkartenlesegeräte anschaffen, obwohl damals schon absehbar war, daß sie in kurzer Zeit ersetzt werden müssen.
»Und ist das Ganze auch Wahnsinn, so hat es doch Methode!«

siehe auch:
- Spahn sieht gute Chancen, dass Krebs in 20 Jahren besiegt ist (Rheinische Post, 01.02.2019)
- Krebs-Bekämpfung - Experte bremst Spahns Optimismus (SPON, 01.02.2019)
- Hurra, die Telematik kommt! 😜 (Post, 09.08.2017)
- Elektronische Gesundheitskarte: Freie Ärzteschaft ruft zum Boykott der Online-Tests auf (Post, 04.05.2014)
- Elektronische Gesundheitskarte rechtswidrig (Post, 13.03.2014)
- Elektronische Gesundheitskarte, die Nächste (Post, 28.01.2008)

kurz den Ablauf zusammengefaßt (Näheres findet sich im Post vom 13.03.2014):
  1. Es gibt Regeln 
  2. Die werden von den Krankenkassen nicht eingehalten
  3. Das BMG erklärt: »Die Krankenkassen haben alle Vorgaben erfüllt!«
  4. Punkt!
Ein Münchner im Himmel {10:27 – Start bei 5:18}
Gaby
Am 09.08.2016  veröffentlicht 
Der Münchner im Himmel
Alois Hingerl, Nr. 172, Dienstmann in München, besorgte einen Auftrag mit solcher Hast, daß er vom Schlage gerührt zu Boden fiel und starb.
Zwei Engel zogen ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er von St. Petrus aufgenommen wurde. Der Apostel gab ihm eine Harfe und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt. Von acht Uhr früh bis zwölf Uhr mittags »frohlocken«, und von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends »Hosianna singen«. – »Ja, wann kriagt ma nacha was z'trink'n?« fragte Alois. – »Sie werden Ihr Manna schon bekommen«, sagte Petrus.
»Auweh!« dachte der neue Engel Aloisius, »dös werd schö fad!« In diesem Momente sah er einen roten Radler, und der alte Zorn erwachte in ihm. »Du Lausbua, du mistiga!« schrie er, »kemmt's ös do rauf aa?« Und er versetzte ihm einige Hiebe mit dem ärarischen Himmelsinstrument.
Dann setzte er sich aber, wie es ihm befohlen war, auf eine Wolke und begann zu frohlocken:
»Ha-lä-lä-lä-lu-u-hu-hiah!«...
Ein ganz vergeistigter Heiliger schwebte an ihm vorüber. – »Sie! Herr Nachbar! Herr Nachbar!« schrie Aloisius, »hamm Sie vielleicht an Schmaizla bei Eahna?« Dieser lispelte nur »Hosianna!« und flog weiter.
»Ja, was is denn dös für a Hanswurscht?« rief Aloisius. »Nacha hamm S' halt koan Schmaizla, Sie Engel, Sie boaniga! Sie ausg'schamta!« Dann fing er wieder sehr zornig zu singen an: »Ha-ha-lä-lä-lu-u-uh – – Himmi Herrgott – Erdäpfi – Saggerament – – lu – uuu – iah!«
Er schrie so, daß der liebe Gott von seinem Mittagsschlafe erwachte und ganz erstaunt fragte: »Was ist denn da für ein Lümmel heroben?«
Sogleich ließ er Petrus kommen und stellte ihn zur Rede. »Horchen Sie doch!« sagte er. Sie hörten wieder den Aloisius singen: »Ha – aaaaah – läh – – Himml – Himml Herrgott – Saggerament – uuuuuh – iah!« ...
Petrus führte sogleich den Alois Hingerl vor den lieben Gott, und dieser sprach: »Aha! Ein Münchner! Nu natürlich! Ja, sagen Sie einmal, warum plärren denn Sie so unanständig?«
Alois war aber recht ungnädig, und er war einmal im Schimpfen drin. »Ja, was glaab'n denn Sie?« sagte er. »Weil Sie der liabe Good san, müaßt i singa, wia 'r a Zeiserl, an ganz'n Tag, und z'trinka kriagat ma gar nix! A Manna, hat der ander g'sagt, kriag i! A Manna! Da balst ma net gehst mit dein Manna! Überhaupts sing i nimma!«
»Petrus«, sagte der liebe Gott, »mit dem können wir da heroben nichts anfangen, für den habe ich eine andere Aufgabe. Er muß meine göttlichen Ratschlüsse der bayrischen Regierung überbringen; da kommt er jede Woche ein paarmal nach München.« Des war Aloisius sehr froh. Und er bekam auch gleich einen Ratschluß für den Kultusminister Wehner zu besorgen und flog ab. Allein, nach seiner alten Gewohnheit ging er mit dem Brief zuerst ins Hofbräuhaus, wo er noch sitzt. Und so wartet noch heute die Bayrische Regierung vergeblich auf die göttliche Eingebung.

"Raketenabwehr" klingt gut - aber…

Der INF-Vertrag ist gescheitert, auch weil die Trump-Regierung ein neues Aufrüstungsprogramm verfolgt. In der vergangenen Woche präsentierte das US-Verteidigungsministerium neue Pläne zur Raketenabwehr

Die russische Regierung geht davon aus, dass die USA am Wochenende aus dem INF-Vertrag aussteigen. Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow erklärte am Donnerstag, gemeinsame Gespräche hätten keine Lösung gebracht. Die USA haben Russland eine Frist bis Samstag gesetzt, um den Marschflugkörper Novator 9M729 abzurüsten, von dem die US-Regierung behauptet, er würde gegen den INF-Vertrag verstoßen.

"Soweit wir verstehen, beginnt die nächste Etappe, also die nächste Phase. Nämlich die Phase, in der die USA die im Rahmen des INF-Vertrages obliegenden Verpflichtungen einstellen; dies wird offenbar am nächsten Wochenende passieren", sagte Sergej Rjabkow.

Kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz warnte Wolfgang Ischinger, dass die europäischen Sicherheitsbemühungen in Gefahr seien. "Die europäische Sicherheitsarchitektur wird mit der Abrissbirne peu à peu zerbröselt", so der Chef der Sicherheitskonferenz. Er spricht mit Blick auf den INF-Vertrag gar von einer "großen Krise der NATO" und der West-Ost-Beziehungen. "Viel schlimmer kann es eigentlich nicht kommen."

Tatsächlich unterstreicht die Diskussion um den INF-Vertrag einmal mehr das Unvermögen der EU, eigene Interessen durchzusetzen, wenn notwendig auch gegen das Weiße Haus. Der deutsche Außenminister Heiko Maas hatte bei seinem Besuch in den USA erklärt, es gehe weiter darum, die "Russen dazu zu drängen, Informationen offenzulegen". Man bräuchte mehr Informationen, die "anscheinend die Russen nicht bereit sind zur Verfügung zu stellen". Solange das nicht der Fall sei, sehe es "schlecht aus für den INF-Vertrag".

Seit Donald Trump ankündigte, aus dem INF-Vertrag auszusteigen, versuchen die NATO-Mitglieder die Schuld an dem Vorgang der russischen Seite unterzuschieben. Allerdings hatte die amerikanische Regierung sich bereits in der aktuellen Strategie für Atomwaffen festgelegt, dass sie ihr Atomwaffenarsenal erweitern will (Atomwaffen-Politik unter Trump: New Nukes, for no Good Reason) Zudem senkt die Trump-Regierung die Einsatzkriterien für Atomwaffen und rüstet die Streitkräfte mit so genannten "kleinen Atombomben" aus, die nach Ansicht vieler Kritiker dazu führen, dass die Hemmschwelle für tatsächliche Einsätze sinkt (USA haben mit der Produktion kleinerer, U-Boot gestützter Atomwaffen begonnen).

Kurz nach der neuen Atomwaffenstrategie veröffentlichte die US-Regierung in der vergangenen Woche ihre neuen Pläne für die Raketenabwehr. Die "2019 Missile Defense Review" betrifft ebenfalls den INF-Vertrag, zumal ein besonders heikles Element des amerikanischen Raketenschirms in EU-Staaten stationiert ist.

Die US-Regierung will in den nächsten Jahren "massiv" in neue Raketen-Abwehrtechnik investieren. Die neue Strategie setzt auch auf Systeme, die im Weltraum stationiert sind. Zudem soll das Pentagon Hochleistungs-Laser anschaffen. Es gehe darum, so ein Sprecher des Weißen Hauses, die "in Europa und Asien stationierte US-Kräfte besser zu schützen".

Auf den ersten Blick scheint eine Abwehr gegen mögliche Raketenangriffe unproblematisch zu sein. Jedes Land sollte natürlich in der Lage sein, sich gegen Atomangriffe zu verteidigen. Aber Raketenabwehr kann gefährliche Folgen haben: Andere Länder können jede erweiterte Raketenabwehr als Verstärkung einer vermuteten Erstschlagsoption betrachten. Ein groß angelegtes Abwehrsystem kann einen Erstschlag erleichtern, indem es garantiert, dass gegnerische Vergeltungsraketen abgefangen werden.

Genau diesen Anspruch formuliert nun die neue "2019 Missile Defense Review": Sie legt einen deutlichen Schwerpunkt darauf, die USA gegen mögliche chinesische und russische Raketenangriffe abzuschirmen. Während die Obama-Regierung in ihrem "Bericht über die ballistische Raketenabwehr" aus dem Jahr 2010 ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit Russland anstrebte, nimmt das Land nun einen prominenten Platz als Gegner ein.

mehr:
- INF-Vertrag: "Raketenabwehr" klingt gut - aber es gibt einen Haken (Malte Daniljuk, Telepolis, 01.02.2019)
siehe auch:
- Verschrottetes Vertrauen (Andreas Zumach, der Freitag, 01.02.2019)
- Die NATO, die nukleare Gefahr und der Frieden (Bernhard Trautvetter, KenFM, 25.10.2018)

STRATFOR Chef legt die Außenpolitik der USA offen: Ukraine, Russland, Deutschland, Nahost {12:52 – Start bei 3:18}

LT-News.com
Am 26.08.2015 veröffentlicht 
Ziel: Allianz zwischen Russland und Deutschland verhindern

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Das Expertenteam des Unternehmens besteht aus Politologen, Ökonomen und Sicherheitsexperten, die über „Informanten“ in allen Regionen der Welt verfügen und eine Vielzahl von allgemein zugänglichen und verdeckten Quellen auswerten. Das US-Magazin Barron’s bezeichnete Stratfor aufgrund seiner nachrichtendienstlichen Eigenschaften 2010 als „Schatten-CIA“.[1]
[Stratfor, Produkte und Unternehmensgeschichte, Wikipedia, abgerufen am 02.02.2019]
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George Friedman (* 1. Februar 1949 in Budapest) ist ein US-amerikanischer Geostratege und Sicherheitsexperte, Politologe und Publizist. Er gründete 1996 das private Beratungsinstitut Stratfor, 2015 die Firma Geopolitical Futures. Beide Firmen erstellen unter anderem geopolitische Prognosen, deren Einfluss auf die außenpolitische Orientierung der USA umstritten ist.
[George Friedman, Wikipedia, abgerufen am 02.02.2019] 
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Dirk Pohlmann zur Geisteshaltung des US-Militärs zu Beginn des Kalten Krieges:
Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Beginn bei 45:25}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
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Das Wesen des Tiefen Staats wird darin gesehen, dass sich im Laufe der Auseinandersetzungen mit den verschiedenen als Bedrohung identifizierten Strömungen innerhalb des Staats Strukturen ausbildeten, die keiner demokratischen Kontrolle unterworfen waren, eine Art Staat im Staate. Diese bedienten sich darüber hinaus teilweise krimineller und radikaler politischer Elemente, wobei die fehlende demokratische Kontrolle letztlich zu einer unkontrollierbaren Deformation und Verflechtung staatlicher Strukturen mit Elementen des Rechtsextremismus und der organisierten Kriminalität führte.[1] In diesem Zusammenhang wird auch oft das Vorgehen des Militärs und verschiedener Sicherheitskräfte gegen die Kurden in Südostanatolien in den 1980er und 1990er Jahren genannt, das teilweise als Schmutziger Krieg kritisiert wird.[2][3]
Der unten näher behandelte Susurluk-Skandal von 1996 erweckte deshalb großes Aufsehen in der Türkei, weil diese geheimen Verflechtungen erstmals offenkundig wurden: In einem verunfallten Wagen saßen mit Hüseyin Kocadağ ein hoher Polizeifunktionär, mit Abdullah Çatlı ein international gesuchter, rechtsextremer Drogenhändler und Mörder[4] mit erwiesenen Geheimdienstverbindungen, sowie mit Sedat Edip Bucak ein Parlamentsabgeordneter, der eine wichtige Rolle im Kampf gegen die PKK gespielt hatte.
[Tiefer Staat, Hintergrund, Wikipedia, abgerufen am 02.02.2019, Hervorhebung von mir]
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auf den Susurluk-Skandal geht Dirk Pohlmann bei 30:38 (obiges Video) ein.

Word: Bearbeitung von Fußnotentrennlinien

Word 2016, 2013: Fußnotentrennlinie bearbeiten oder entfernen [wissenschaftliches Arbeiten] {2:26}

Tatakaus
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Die Fußnotentrennlinie lässt sich bearbeiten, verändern oder auch entfernen. Wie das funktioniert, zeige ich in diesem Video. Viel Spaß beim Zuschauen!
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Da in dem Video nur über das Verlängern der Fußnotentrennlinie berichtet wird, hier noch ein Thread, der auch das Verkürzen beschreibt:
- Fußnotentrennlinie zu lang (MacUser.de, 06.01.2016)


Das neueste aus Wikihausen: Bei den Wikipedianern gibt es noch eigene Meinungen

Ein wichtiges Wort, welches ich in den letzten paar Jahren gelernt habe, ist »Narrativ«. Das stammt von dem lateinischen Verb für »erzählen«. Mit Narrativ ist aber nicht einfach nur eine Erzählung gemeint. Der Fokus liegt darauf, WIE eine Geschichte erzählt wird.
Narrative sind sinn- und identitätsstiftend, erfüllen also eine sehr wichtige Funktion. Siehe dazu:
- narrative Identität (Lexikon der Psychologie, Spektrum)
- Identität als Narration: Die narrative Konstruktion von Identitätsprojekten* (Wolfgang Kraus, FU Berlin)

Ein Wort, welches ich schon kannte, mir aber in den letzten Jahren immer mehr Gedanken darüber gemacht habe, ist »Verschwörungstheorie«. Dieser Begriff soll erstmal hilfreich sein und sagt: 
»Dummes Zeug, brauchst Du nicht drüber nachdenken.« – Also: Zeit gespart!
Sachen, über die ich mir keine Gedanken mache sind:
- die Theorie der flachen Erde
- »die Amis waren nie auf dem Mond«
- der Kreationismus

Was mir – immer öfter – auffällt sind Geschichten, die mir nicht wirklich schlüssig erscheinen, aber immer wieder auf die selbe Art und Weise erzählt werden:
- »Putin ist ein Narzisst.«
- »Russland hat die Krim angegriffen und annektiert.«
- »Gaddhafi ist ein kleiner Hitler und eine Gefahr für den Weltfrieden.«
- »Saddam Hussein ist ein kleiner Hitler und eine Gefahr für den Weltfrieden.«
- »Assad lässt Kinder töten« (Thema der Anne-Will-Talkrunde am 06.06.2012)
Zu der Formulierung des Talkrunden-Themas hat sich Peter Scholl-Latour klar positioniert:
Peter Scholl Latour spricht über Syrien , Salafisten und den Islam [Anne Will] {12:14 – Start bei 0:25}

Demo Kratie
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Peter Scholl Latour, spricht in der Talk show "Anne Will", über Die Lage in Syrien, mögliche Zukunftsperspektiven durch die Übernahme durch die Salafisten und den Zustand der Region nach dem "Arabischen Frühling"!
Scholl Latour bei 0:38: »Die Zeugenaussagen sind sehr einseitig!«

Und genau das ist das, was ich in unserer Mainstream-Medienlandschaft seit Beginn der Ukraine-Krise ständig erlebe. Es geht sehr einseitig zu! Und ich bin nicht der Einzige dem das aufstößt:
ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken {13:46 – Start bei 1:41}

Newskritik Archiv
Am 22.12.2014 veröffentlicht 
Like http://www.facebook.com/newskritik - Das stärkt uns.
Kein Wunder sinkt das Vertrauen der Leute in die Medien. Es wird überall manipuliert, unkontrolliert abkopiert, Nachrichten von Agenturen abgekauft, usw. 
Inzwischen weiss ein jeder, dass man den Massenmedien nicht bei Allem glauben sollte. Daran sind die Massenmedien vielfach selber Schuld.

Der Qualitätsjournalismus ZDF Die Anstalt 29.04.2014 {7:07 – Start bei 05:19}

Manuel Wagner 
Am 01.05.2014 veröffentlicht
Quelle: Die Propaganda-Matrix (Swiss Propaganda Research, undatiert)
mehr zu transatlantisch infizierten Medien:
- Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe der »freien Presse« (Post, 21.04.2014, zuletzt aktualisiert am 15.03.2019)
- Der Journaille ins Stammbuch (0815-info.news, 14.05.2014)

Um den Kontext des Wikihausen-Videos zu verstehen, muß man sich ein wenig eingehender mit Wikipedia beschäftigen:
KenFM zeigt: Die dunkle Seite der Wikipedia {1:56:08 – Start bei 3:38}

KenFM
Am 21.10.2015 veröffentlicht
Die dunkle Seite der Wikipedia. 
Ein Film von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer
Download des kompletten Skriptes zum Film unter http://www.terzmagazin.de/terz/film/d...
Seit 2014 wird der Brockhaus, eines der renommiertesten Enzyklopädien der Welt, nicht mehr überarbeitet herausgegeben, also auf Papier gedruckt. Viele werden das gar nicht mitbekommen, denn sie informieren sich längst bei der Konkurrenz: Wikipedia, der größten Online-Enzyklopädie der Welt. Das revolutionäre an Wikipedia gegenüber dem Brockhaus ist die Art und Weise, wie Informationen gesammelt und archiviert werden. Die Datenbank der Wikipedia basiert auf der Schwarmintelligenz. Jeder kann einen Artikel anlegen, redigieren oder ergänzen. Damit man sich auf das Wissen von Wikipedia verlassen kann, existiert hinter der Datenbank ein Korrektiv, das Änderungen sämtlicher Nutzer vor der Freischaltung überprüft. Sinn und Zweck dieser Struktur hinter Wikipedia ist, dass die Datenbank neutral und wissenschaftlich korrekt bleibt. Nur ist sie das wirklich?
In naturwissenschaftlichen Bereichen lautet die Antwort eindeutig ja. Hier ist Wikipedia durchaus eine Quelle, die als vorbildlich bezeichnet werden kann. Geht es allerdings um aktuelles Zeitgeschehen oder Personen, die sich mit aktuellem Zeitgeschehen auseinandersetzen, wird Wikipedia immer dann parteiisch, wenn Artikel, die sich zum Beispiel mit Terrorismus beschäftigen, vom Mainstream abweichen. Immer, wenn eine wissenschaftliche Arbeit in der Analyse einem US-amerikanischem Weltbild zuwider läuft, wird ausschließlich die Sicht der US-Organisation Wikipedia veröffentlicht. Der Autor der alternativen Sicht erhält im Gegenzug schnell einen Eintrag als Verschwörungstheoretiker oder wird zusammen mit Holocaust-Leugnern aufgelistet.
Dieses Mobbing dient der Verleumdung und hat System. Die Filmemacher Markus Fiedler und Frank-Michael Speer weisen in ihrer Dokumentation „Die dunkle Seite der Wikipedia“ nach, dass hinter der Struktur der deutschsprachigen Wikipedia ein spezieller Personenkreis agiert, der es sich zur Aufgabe gemacht hat oder womöglich auch beauftragt wurde, jegliche Kritiker US-amerikanischer Politik zu diskreditieren. Die Leistung der beiden Filmemacher besteht vor allem darin, die anonymen Wächter zu enttarnen.
http://www.kenfm.de
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/TeamKenFM
http://kenfm.de/unterstutze-kenfmx
siehe dazu auch:
- Dirk Pohlmann vs. Wikipedia (Post, 19.06.2018)

"Umfrage in der Wikipedia: Was geht mit Daniele Gansers Artikel" - Geschichten aus Wikihausen #18 {35:46}

Gruppe42
Am 01.02.2019 veröffentlicht 
"Das Politbüro" auch bekannt als "Die Junta" auch bekannt als "Das Klüngel" bekommen zusehends mehr Gegenwind in der Wikipedia. Es weht der Geist der Aufklärung und den atmet eben doch noch ein Großteil der Wikipedianer.
Markus Fiedler und Dirk Pohlmann zeigen am Artikel von Daniele Ganser wie sich reaktionäre an progressiven Geistern abarbeiten wollen und eine trump´sche Mentalität, schon vor Trumps Wahl, in die Wikipedia getragen haben.
Unsere Daumen drücken wir den wackeren Kämpfern in der Wikipedia und bitte, bitte nicht so, wie es in letzter Zeit zu oft passiert ist, das Handtuch werfen gegenüber der Ignoranz der Dogmatiker und Ideologen.
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Fürs Erste will ich’s damit mal gut sein lassen. Es geht mir darum, daß wir uns der Aufklärung (als Teil der deutschen Philosophie-Geschichte) nicht nur brüsten sondern Aufklärung auch tatsächlich LEBEN:
Quelle: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Wikipedia
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Das naturwissenschaftliche Weltbild, die Methoden der Mathematik und der Glaube an die Vernunft bestimmten die Philosophie der Neuzeit im 17. und 18. Jahrhundert. In der Theorie nahm sie die politischen Umbrüche vorweg, die dann in der Französischen Revolution gipfelten.
Der Welterklärung des Rationalismus liegen „vernünftige Schlussfolgerungen“ zugrunde, somit auch dem von René Descartes(1596–1650) begründeten Cartesianismus. Sein Satz „Ich denke, also bin ich“,[15] mit dem er den unbezweifelbaren Ursprung aller Gewissheiten gefunden zu haben glaubte, gehört zu den bekanntesten philosophischen Thesen. Denker wie Spinoza und Leibniz entwickelten seinen Ansatz in großen metaphysischen Systementwürfen (vgl. Monade) weiter. Diese erkenntnistheoretische Vorgehensweise wurde auf alle Teilgebiete der Philosophie angewendet; man versuchte, selbst die elementaren Grundsätze menschlicher Moral aus „vernünftigen“ Überlegungen abzuleiten, die so zwingend seien wie geometrische Beweise (Ethica, ordine geometrico demonstrata, 1677).
Bei dem Theorietyp des Empirismus werden nur solche Hypothesen anerkannt, die sich auf „sinnliche Wahrnehmung“ zurückführen lassen. Ihm verpflichtet waren u. a. Thomas Hobbes, John Locke und David Hume. Das Prinzip der Ableitung aller Erkenntnis aus Sinneserfahrungen hat als Grundlage des naturwissenschaftlichen Arbeitens eine überragende Bedeutung bis in die Gegenwart. So ist auch die analytische Philosophie in dieser Denktradition verwurzelt.
Die emanzipatorisch-bürgerliche Bewegung der Aufklärung erhob die Vernunft zur Grundlage aller Erkenntnis und zum Maßstab allen menschlichen Handelns. Sie forderte die Menschenrechte ein und dachte über die Wiederherstellung einer „unverfälschten natürlichen Lebensweise“ nach. Sie trat für staatliche Gewaltenteilung(Montesquieu) und Mitspracherechte insbesondere des Bürgertums ein. Eine theoretische Basis dafür war die Idee eines Gesellschaftsvertrags (z. B. bei Jean-Jacques Rousseau); Verfassungen sollten die neuen Rechte absichern. Die französischen Aufklärer Voltaire und Diderot kritisierten die Macht der Kirche und der absolutistischen Monarchen. Die Enzyklopädisten (d'Alembert) versuchten erstmals, das gesamte Wissen ihrer Zeit in einem Lexikon zusammenzufassen. Radikalere Vertreter der französischen Aufklärung waren Holbach, der erstmals eine naturalistische Sicht des Menschen im Sinne der Naturwissenschaft ohne Gott und Metaphysik entwarf, La Mettrie, der den Menschen als Maschine und Lust als Lebensziel ansah, und Sade, der aus beiden die Konsequenz zog, jegliche allgemein verbindliche Ethik zu verneinen.
Schließlich erarbeitete einer der zentralen Philosophen der Neuzeit, Immanuel Kant, seine von vielen Zeitgenossen als revolutionär empfundene Erkenntniskritik. Sie besagt, dass wir nicht die Dinge selbst erkennen können, sondern immer nur deren Erscheinungen, die von den Möglichkeiten, die der Verstand und die Sinne bieten, vorgeformt werden. Danach ist jede Erkenntnis immer vom erkennenden Subjekt abhängig. Auch Kants weitere Arbeiten u. a. zur Ethik („kategorischer Imperativ“), Ästhetik und zum Völkerrecht (Zum ewigen Frieden, 1795/96) hatten erhebliche Bedeutung für die nachfolgenden Jahrhunderte.
[Philosophie, Geschichte, Frühe Neuzeit, Wikipedia, abgerufen am 04.02.2019]
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