Mittwoch, 6. Februar 2019

Chemiewaffen, die Zweite

Im ersten Teil der Artikelserie auf Basis eines Essays habe ich über die Beweggründe gesprochen, die dazu führten, dass Tim Anderson und ich versuchten, dem normalen Medienkonsumenten das Handwerkszeug zu vermitteln, damit er selbst vergangene und zukünftige Kriegslügen des Establishments erkennen und bewerten kann. Die drei wichtigsten Bedingungen waren zunächst zu identifizieren, wer welche Interessen in dem Konflikt vertritt und dann nur Beweise von unabhängigen Quellen, die nicht „Kriegspartei“ oder deren Unterstützer sind, zuzulassen sowie Widersprüche in den Aussagen zu erkennen und zu bewerten. In diesem zweiten Teil beginne ich mit der Besprechung der am häufigsten genannten „Chemiewaffen“-Einsätze der Regierung Syriens.

Kahn al Asal


Der erste Fall der angeblichen Nutzung von Chemiewaffen durch die syrische Regierung fand im April 2013 bei Khan al A­sal statt, in den westlichen Außenbezirken von Aleppo. Die syrische Regierung berichtete der UNO, dass regierungsgegnerische, bewaffnete Gruppen Sarin-Gas genutzt hätten und damit 25 Menschen getötet und dutzende verwundet hatten. Darunter Soldaten der syrischen Armee als auch Zivilisten. Im Mai 2013 bestätigte die Ermittlerin Carla del Ponte, dass die UNO Beweise hätte, dass die „Rebellen“ Sarin-Gas benutzt hatten.(1) Sie gab ihr Amt jedoch auf, da sie der Meinung war, dass die UNO keine wirkliche Aufklärung betreiben wollte.

Ebenfalls im Mai 2013 berichtete die die türkische Polizei vom Fund eines Kanisters mit zwei Kilogramm Sarin bei der Razzia in einem Haus eines Mitglieds der Terrororganisation Jabhat al Nusra, eines Al-Kaida-Ablegers.(2)

Die UNO sandte dann endlich Waffen-Inspekteure im August 2013 nach Damaskus, nachdem die syrische Regierung über Monate (!) interveniert hatte.(3) Jedoch gerade als diese Inspektoren in Damaskus ankamen, wurde ein Sarin-Vorfall in Ost-Ghouta berichtet.

mehr:
Chemiewaffen, die 2. (Teil 2) (Jochen Mitschka, KenFM, 06.02.2019)
siehe auch:
Chemiewaffen, die 2. (Teil 1) (Jochen Mitschka, KenFM, 05.02.2019)
- Carla del Pontes Rückzug (Post, 25.08.2017)

KenFM im Gespräch mit: Jochen Mitschka ("Schattenkriege des Imperiums") {1:46:59}

KenFM
Am 26.10.2018 veröffentlicht 
(!) User-Info: Bitte aktiviert nach abgeschlossenem Abonnement unseres YouTube Channels das Glockensymbol rechts neben dem Abokästchen! Damit erhält jeder Abonnement automatisch eine Info nach Veröffentlichung eines Beitrags auf unserem Channel. Danke. Eure KenFM-Crew. (!)
Der Iran ist ein gebeuteltes Land. Seit nunmehr über 60 Jahren ist der Staat in Vorderasien auf dem Radar (neo-) kolonialer Kräfte, denen von illegalen Regime-Changes bis zu strangulierenden Sanktionsmaßnahmen kein Mittel zu schade ist, um das Land zu schwächen und politisch auf Kurs zu bringen.
Dass der Iran trotz alldem kein „Failed State“, sondern sich als besonders zäh und krisenresistent erwiesen hat, macht ihn in den Augen einiger Geostrategen besonders gefährlich und schürt deren imperiale Kriegsgelüste. Die geostrategische Lage und die großen Erdölvorkommen des Iran wecken dabei besondere Begehrlichkeiten.
Die gezielte Strategie der Spannung im nahen und mittleren Osten hat Jochen Mitschka in seinem neuen Buch „Schattenkriege des Imperiums: Der Krieg gegen den Iran“ eingehend analysiert. Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran ist dabei nur ein Beispiel für die beabsichtigte Destabilisierung der Region.
Im Gespräch mit KenFM zeigt er sich besorgt über die ständigen Zündeleien, die sich leicht zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand ausbreiten könnten, wenn nicht bald etwas Vernunft im Umgang mit dem regionalen Schwergewicht Iran einkehrt.
Dabei gäbe es für eine diplomatischere Herangehensweise allen Grund: So könnte der Iran, was eine tatsächliche „Demokratisierung“ der Region angeht, sogar eine Vorreiterrolle spielen.
Schwer zu glauben? Jochen Mitschka zeichnet ein Bild von dem Iran, wie man es in den Mainstream-Medien hierzulande nicht gezeigt bekommt.
Inhaltsübersicht:
0:06:05 Der Vertragsbruch der USA mit dem Iran
0:16:42 Revolutionen im Iran – Atombomben für den Irak
0:24:05 „Politik der konstruktiven Zerstörung“
0:29:56 Wie demokratisch ist die Republik Iran?
0:44:09 Das Kopftuch: Feminismus im Iran
0:56:59 Der Krieg ist beschlossene Sache
1:18:31 Hamas, Hisbollah und der Terror im Jemen
1:32:55 Deutschlands Position und deutsches Machtstreben
1:36:53 Wie lässt sich ein angekündigter Krieg verhindern?
+++
KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/
+++

Meinungsfreiheit in Ketten

Ein Interview mit John Pilger über das Potenzial des Journalismus – und seinen Missbrauch durch Machtinteressen.

John Pilger ist ein australischer Dokumentarfilmer und Investigativjournalist, der besonders für seine Berichterstattung über den Befreiungskrieg in Bangladesch Anerkennung erfahren hat. Außerdem gilt sein Film „Cambodia Year Zero“ über den Kambodschanischen Krieg als eine der wichtigsten Dokumentationen des 20. Jahrhunderts. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Friedenspreis der United Nations Association. In einem Exklusivinterview mit Eresh Omar Jamal vom Daily Star spricht Pilger unter anderem über den heutigen Zustand des Journalismus und den derzeitigen politischen Wandel im Westen.


„Echte Journalisten handeln als Vertreter der Menschen, nicht der Macht.“ (…)

mehr:
- Meinungsfreiheit in Ketten (Yavuz Sariyildiz, Rubikon, 06.02.2019; Zitat:)
Die größte Herausforderung ist eindeutig
die Befreiung des Journalismus aus seiner
unterwürfigen Rolle
als Stenograph großer Macht.

Brasilien – Der Korruptionssumpf des Bolsonaro-Clans und seine Involvierung in das organisierte Verbrechen

Kaum ist die Regierung Jair Bolsonaro einen Monat im Amt, schon steht sie im Mittelpunkt eines Skandals, der von massiver Geldwäsche bis zur Verbindung mit Verbrecher-Syndikaten reicht, die mehrheitlich von ehemaligen oder noch beamteten Polizisten der berühmt-berüchtigten und verfilmten “Elitetruppe” der Polizei Rio de Janeiros kontrolliert werden. 

Schlimmer noch: Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und kritischen Medien beweisen vielfältige Verstrickungen des Präsidenten-Sohns und gerade gewählten Senators Flávio Bolsonaro in den Mitte März vergangenen Jahres verübten Mordanschlag auf die Stadtverordnete Marielle Franco. Allerdings, als selbst konservative brasilianische Medien den Fall wochenlang als Aufmacher ihrer TV-Nachrichtensendungen und ihrer Titelseiten beharrlich der Öffentlichkeit präsentierten, kamen seiner Klärung, insbesondere der längst fälligen Anklage des Präsidentensprößlings, zwei rettende Ereignisse in die Quere, die mit dem Skandal vorübergehend um die Schlagzeilen konkurrierten.

Zum einen der Dammbruch von Brumadinho mit seinen mehr als 300 Todesopfern, zum anderen die Einlieferung des Präsidenten zur chirurgischen Entfernung eines Kolostomiebeutels, den Jair Bolsonaro seit dem auf ihn angeblich ausgeübten Attentat vom September 2018 als künstlichen Darmausgang benutzte. Die einschränkende Wortwahl „angeblich“ ist deshalb empfohlen, weil selbst an der vermeintlichen Messerattacke auf den damaligen Präsidentschaftskandidaten in Brasilien mittlerweile ernsthafte Zweifel gehegt werden. Keine Blutspuren, umso mehr viele offene Fragen, weswegen ein akribisch-investigativer Dokumentarfilm die Möglichkeit einer politisch-medialen Inszenierung erwägt, die die Wahl des seit Jahren darmerkrankten Bolsonaro befördern sollte.

Was aber bedeutet das Schweigen und die Untätigkeit des Ex-Richters und seit dem 1. Januar 2019 amtierenden Justizministers Sérgio Moro? Mehrfach von lokalen Medien auf den Fall Flávio Bolsonaro angesprochen, redete sich die Ikone der Korruptionsbekämpfung bereits Anfang Januar mit dem fadenscheinigen Hinweis heraus, der Präsident habe „den Fall geklärt“. Was absolut nicht stimmte. Im Gegenteil: Je mehr der frischgewählte, rechtsradikale Ex-Hauptmann die Affäre von sich abzuwenden versuchte, umso konfuser und suspekter wirkte sie danach.

„Er ist über die Maßen zynisch!“, kommentierte der nordostbrasilianische Richter im Ruhestand, Marcelo Tadeu Lemos de Oliveira, die Haltung des neuen Justizministers. Nach Meinung Oliveiras sollte Moro sich schämen und seinen Hut nehmen, wenn er seine Legende retten wolle. „Entweder die falsche Legende oder den scheinheiligen Glanz. Weil er jetzt wegen seiner Haltung völlig demoralisiert wird. Dieser Richter Sergio Moro hat mich nie getäuscht!”, warnte der Kollege im Ruhestand.

mehr:
- Brasilien – Der Korruptionssumpf des Bolsonaro-Clans und seine Involvierung in das organisierte Verbrechen (Frederico Füllgraf, NachDenkSeiten, 06.02.2019)

Faktenfreie Qualitäts-Hetze im ARD-Faktenfinder

vorab:
- Donald Trump – Eine Marionette Putins? (Silvia Stöber, ARD Faktenfinder, 06.02.2019)
- Neue Medien in Deutschland – Russlands linke Offensive (Patrick Gensing, Silvia Stöber, ARD Faktenfinder, 28.11.2018)
dagegen:
- Der Kampf gegen Desinformation gebiert weitere Desinformation (Florian Rötzer, Telepolis, 08.01.2019)
Frage:
Was sind in den beiden oben verlinkten Faktenfinder-Artikeln die Fakten?
oder in folgendem Artikel:
- US-Geheimdienste zum Wahl-Hack – "Putin befahl eine Kampagne" (Rolf Büllmann, Tagesschau, 05.12.2018)
siehe dazu auch meinen Kommentar:
Russlandfeindliches Tagesschau-Geschwurbel zum Fremdschämen: "Putin befahl eine Kampagne" (Post, 05.12.2018)

aus dem Tagesschau-Artikel von Rolf Büllmann zwei Zitate:
Russlands Präsident Putin soll laut den US-Geheimdiensten persönlich die Beeinflussung der US-Wahl befohlen haben, um die Siegchancen der Demokratin Clinton zu schmälern. […] Worauf genau die Geheimdienste ihre Einschätzung stützen, bleibt für die Öffentlichkeit unklar. […] Dafür war die Schlussfolgerung des Berichtes umso eindeutiger. So eindeutig, dass sie im amerikanischen Fernsehen immer wieder wörtlich zitiert wurde: "Russlands Präsident Putin hat 2016 eine Kampagne zur Einflussnahme auf die US-Wahlen befohlen", hieß es darin.
James Clapper, der Nationale Geheimdienstdirektor, hatte sich vor wenigen Tagen bei einer Aussage im Senat ausdrücklich geweigert zu sagen, ob der Hackerangriff Einfluss auf die Wahlen gehabt habe oder nicht. Die Geheimdienste seien nicht in der Lage zu messen, wie die Wähler beeinflusst wurden, so Clapper  
Mein Kommentar:
Zum Fremdschämen…

Nach diesem russophoben Nebel hören wir uns Johannes Voggenhuber an:
Ukraine-Krise: Dirk Müller vs. Eric Frey {1:27:19 – Start bei 19:17 – Voggenhuber: »Und das ist die Freie Welt? Das ist ja absurd…«}

陳炫志
Am 13.11.2017 veröffentlicht 
Corinna Milborn diskutieren mit Dirk Müller, Eric Frey und Johannes Voggenhuber über den Ukraine-Konflikt. Puls4 Pro&Contra vom 24.11.2014.
Dirk Müller (Autor und Börsenexperte) vs. Eric Frey (Journalist und Kriegshetzer) Quelle 1 (komplett): Quelle 2 .
Pro und Contra - der PULS 4 News Talk vom 24.11.2014:Dirk Müller vs. Eric Frey, Journalist bei der österreichischen Tageszeitung "DER STANDART".
ric Frey wurde 1963 als Sohn jüdischer Eltern, die dem Nationalsozialismus durch Flucht entkommen waren, in Wien geboren.[1] Er ging 1981 in die Vereinigten .
Dirk Müller im Schlagabtausch mit dem pro-amerikanischen Journalisten Eric Frey, welcher derartig abstruse Theorien in den Raum wirft,dass dem Dirk Müller . [Anmerkung von mir: Rechtschreibfehler und fehlende Worte im Original]

Zur Zeit der Barroso-Kommission sagte Brüssel den Ukrainern kategorisch, sie müssten sich entscheiden: Russland oder Europa. Die Kommission wollte das Gesicht der Ukraine nach Westen drehen und dann sehen, was passiert. Auf russischer Seite wurde das als Schlag ins Gesicht wahrgenommen; auf ukrainischer Seite dagegen als Belohnung für strategische Westorientierung. Die EU, fast ohne es zu bemerken, hatte aus einer mit Russland langfristig verhandelbaren und durch Ausgleich der Interessen gestaltbaren Kommerzfrage eine strategische Richtungsentscheidung gemacht.
[
Wem gehört die Ukraine?, Michael Stürmer, Welt, 22.12.2015]
mein Kommentar:
Wie diskutiert man mit jemandem wie Eric Frey, der zur Alternative, vor die Kommissions-Chef Barroso die Ukraine gestellt hat (und die in x Mainstream-Medien berichtet wurde), einfach behauptet: »Dieser Satz ist nie gefallen.«???

Und wenn Eric Frey ungerührt behauptet, man finde in den Medien alle Meinungen, sehe man sich folgenden Video-Ausschnitt an
ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken {13:46 – Start bei 1:41}

Newskritik Archiv
Am 22.12.2014 veröffentlicht 
Like http://www.facebook.com/newskritik - Das stärkt uns.
Kein Wunder sinkt das Vertrauen der Leute in die Medien. Es wird überall manipuliert, unkontrolliert abkopiert, Nachrichten von Agenturen abgekauft, usw.
Inzwischen weiss ein jeder, dass man den Massenmedien nicht bei Allem glauben sollte. Daran sind die Massenmedien vielfach selber Schuld.


Das ZAPP-Video wurde auf YouTube inzwischen gelöscht. 


Hier ist es noch zu finden:

- ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken ( Sinje Stadtlich, Torben Börgers, Daniel Bröckerhoff, NDR, ZAPP, 17.12.2014 23:30 Uhr – siehe ab Min. 01:12)
aus dem Video zur ZAPP-Studie (ab Min. 01:12)
Sprecher: »Autor Matthias Bröckers meint, die Medien würden verschweigen, worum es im Ukraine-Konflikt wirklich geht.«
Bröckers: »Wir, der Westen, haben das Interesse, die Ukraine aus dem Verband mit Russland rauszubrechen.«
Off-Sprecher: »Nicht alle, aber einige, teilen diese These.[3] Das Publikum: Künstler, Juristen, Journalisten, Beamte – Bildungsbürgertum.«
Ein Mann aus dem Publikum: »Man hat den Eindruck, daß die deutschen Medien, sowohl die Printmedien, wie auch die elektronischen, daß die … ein Verstärkungsorgan, ein Propagandainstrument der Regierung sind. Es gibt überhaupt keine kritische Stimme mehr!«
Ein anderer Zuhörer beim Bröckers-Vortrag: »Ich möchte wissen, wer an welchen Stellschrauben dreht, daß Süddeutsche, SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine, nur um drei zu nennen, alle im Tenor mehr oder weniger das Gleiche sagen und es praktisch bei uns keine Alternative dazu gibt.«
Ein weiterer Zuhörer: »Wir werden ständig nur angelogen. Bei der Ukraine war’s ganz besonders schlimm. Das ist die reinste Kriegshetze gewesen. Und leider bis in die taz hinein. Da war ich sehr entsetzt.«
Off-Sprecher:
»Nach einer represäntativen Umfrage im Auftrag von ZAPP haben nur 29 % der Befragten großes oder sehr großes Vertrauen in die Medien insgesamt, 54 % haben wenig Vertrauen, 15% gar keins.…« 

x


Was soll man da noch sagen??



ZAPP - "Das darf nicht sein" (NDR) 16.04.2014 {24:12 – Start bei 0:56}

ggwporg
Am 17.04.2014 veröffentlicht 
Bei der Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gebe es "entlarvende Automatismen", erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.
»Wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und es auch verkünden müssen, daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.«
siehe dazu auch:


Fake-News in der ARD

Was passiert, wenn eine Journalistin vom Schlage Silvia Stöber für eine publizistische Peinlichkeit wie den „Faktenfinder“ der ARD-aktuell auf kritische Faktensuche geht – und keine Fakten findet?

Richtig, sie schreibt, dass da nichts ist, der Kaiser aber trotzdem sein Recht nicht verloren habe - und wie gemein das doch im Grunde sei:

"Die Sorgen waren groß, dass Russland Einfluss auf den Wahlkampf in Frankreich nehmen würde. Doch angekündigte Enthüllungen blieben bislang aus. Sichtbar ist jedoch eine langfristige Strategie.“
Die Sorgen waren groß? Nein. Die Journaille hat hemmungslos und faktenfrei Ängste inszeniert vor russischen Cyberattacken auf die „freien Wahlen" im Westen, u.a. in Frankreich. Sie hat diese Ängste geschürt, hat stromlinienförnige Politiker davon tönen lassen, sie damit zitiert und das Ganze maßlos aufgeblasen. Antirussische Hetze, und wer da Henne und wer Ei spielte, bleibt gleichgültig angesichts dieser widerlichen Kumpanei von Politik und Medien. Appelle, Maß und Vernunft zu wahren wurden bestenfalls überhört, häufiger aber niedergebügelt von Medienbossen, die ihr eigenes Narrativ der Öffentlichkeit als das allein richtige Weltbild aufzwingen wollen.

(Nicht nur) russische Journalisten haben immer wieder darauf hingewiesen, dass es nicht russische Produkte seien, die Einfluss auf Wahlverläufe im Westen nehmen, sondern allenfalls die Enthüllungen von WikiLeaks &Co über das Unwesen, das Politiker, Banker, Militärs und Geheimdienstler treiben. Ob solche Enthüllungen erfolgen, welchen Wert sie haben und welche Wirkung sie erzielen, liege nicht in in russischer Hand.

„Sichtbar ist eine langfristige Strategie“, schreibt Stöber. Ach ja? Keine Fakten erkennbar, aber dahinter steckt eine Strategie? Welche Art Brille braucht man für diesen Durchblick? Die Russen nehmen Einfluss auf Wahlen im Westen – solcher Schwachsinn ist ARD-aktuell-Standard. Noam Chomsky, Sprachforscher und Philosoph von Weltrang, im Gespräch mit dem Österreichischen Rundfunk:

„Worauf konzentrieren sie sich? Nicht darauf, wie etwa Arbeitnehmerrechte ausgehöhlt werden oder auf den Klimawandel. Sie konzentrieren sich auf die triviale Frage, ob die Russen versucht haben, in den heiligen amerikanischen Wahlprozess einzugreifen, während die halbe Welt darüber in Gelächter ausbricht. Schauen Sie sich an, wo die USA überall nicht nur Wahlen manipuliert, sondern Regierungen gestürzt haben!“
mehr:
- Faktenfinder betreibt faktenfreie antirussische Hetze (Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam, Rubikon, 26.04.2017)

Mein Kommentar:
Wortgebilde wie »Die Sorgen waren groß […] Sichtbar ist jedoch eine langfristige Strategie«
sind völlig faktenfreie Feststellungen, die kunstvoll so zusammengebastelt werden, daß ein angstmachender Nebel erzeugt wird. Trump wurde im Januar 2017 US-Präsident. Seither geistert der Verdacht, Russland habe durch irgendwelche digitalen Manipulationen die Wahl beeinflusst, durch die Medien – und zeigt durch ständige Wiederholung Wirkung.
Auf bewundernswert perfide Art und Weise wird von massiven innenpolitischen demokratiegefährdenden US-Problemen abgelenkt (siehe »Dark Money«, Koch-Brüder und Scott Walker [1])
Ich vermag eine langfristige Strategie der Russen nicht zu erkennen. 
Aber ich erkenne eine transatlantische Strategie: 
Die Russen bei jeder sich bietenden Gelegenheit schlechtzumachen und in der Bevölkerung Angst vor Putins angeblichem Expansionismus zu schüren! [2]
Und diese transatlantische »Wahrheit« bekommt Otto Normalverbraucher fast täglich »subliminal« in kleinen Häppchen aufs Brot geschmiert!
Dieser »Informations-Nebel« hat schon religiöse Qualitäten: 
Wissen tun wir nichts, wir müssen glauben… [Fußnoten am Post-Ende]
Die Aussagen in den Artikeln der Süddeutschen Zeitung sind erschreckend flach, eindimensional und undifferenziert. Kompensiert wird dies für die Rezipienten mit wort- und bildreichen Überredungskünsten seitens der Verfasser, dass der Westen den anti-westlichen Aggressionen Russlands härter begegnen müsse. Wie genau sehen diese Überredungskünste aus? Hierbei bewegen sich die Autoren im sprachlich-rhetorischen Bereich, in dem den Elementen Kollektivsymbol sowie Anspielung eine entscheidende Rolle zukommt. Beide Elemente arbeiten mehr oder minder verdeckt mit dem als bekannt vorausgesetzten Wissen oder Weltbild der Leser sowie den damit verbundenen Werten und Normen.
[Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama,  Mirjam Katharina Zwingli, NachDenkSeiten, 09.03.2019]

Der ARD Faktenfinder ist nicht die einzige Institution, die mit der Produktion russophoben Nebels Geld verdient:
Schlagzeilen machte dieser Tage schließlich die Meldung, dass der US-Investor und Milliardär George Soros, der sein Geld vor allem durch Währungsspekulationen verdient haben soll, den Fact-Checker des gemeinnützigen Recherchebüros Correctiv mit 100.000 Euro finanzieren will. Das Geld fließt über Soros‘ Open Society Foundations und soll die Arbeit von fünf Journalistinnen bezahlen, die Fake News im Netz recherchieren…
[Kampf gegen Fake News nimmt an Fahrt auf, Menschen machen Medien – Verdi, 05.04.2017]
Mein Kommentar:
Der Fact-Checker vom Correctiv kriegt von Soros 100.000 EUR.
Wetten: Die finden was!!!
Und alles natürlich strengobjektivundausverlässlichenQuellen! 😜

siehe dazu auch:
Geheimdienste: Russland will mit geänderter Taktik Europawahl beeinflussen (dpa, Heise News, 13.04.2019)
Gegen die Macht um Acht (Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, Neue Rheinische Zeitung, 18.03.2019)
Mangelnde Qualifikation: ARD-Faktenfinder verbreitet Fake News (ScienceFiles, 10.01.2019)
OPCW-BERICHT: Russland war’s! Die Geschichte einer vergifteten Eilmeldung (Boris Rosenkranz, Über Medien, 13.04.2018)
Nach ScienceFiles-Kritik: ARD-Faktenfinder korrigiert klammheimlich seine Fehler und macht neue (ScienceFiles, 22.06.2018)
In den Fußstapfen von Kaiser und Führer: Die Russland-Hetze deutscher Medien (Propagandaschau, 20.03.2018)
Jetzt bewiesen: ARD-Faktenfinder sind vollkommen unabhängig! (Paul Schreyer, paulschreyer.wordpress.com, 02.11.2017)
Der „Faktenfinder“ der Tagesschau wäscht Soros als „Wohltäter der Menschheit“ rein (Quelle: KOPP exklusiv Nr. 19/2017)
- ARD-Projekt: Von Fakten sprechen und dabei vermuten (Marcus Klöckner, Telepolis, 06.04.2017)
Aleppo, Ukraine, Krim: Die Hetze gegen Russland geht weiter (Wolfgang Bittner, Hintergrund, 19.08.2016)
KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Deutsche U-Boote im Kampf gegen Schwedens Neutralität?) (17.06.2016)
Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
Eine CIA-NGO im Great Game: Das National Endowment for Democracy (Post, 19.02.2016)
- Ukraine Crisis Media Center (Post, 22.08.2015)
- ZDF-Skandal: Berichte im Auftrag Kiews? (L. Applebaum, Freitag-Community, 07.04.2014)

noch einmal Johannes Voggenhuber:
Ukraine-Krise: Dirk Müller vs. Eric Frey {1:27:19 – Start bei 1:17:18}

陳炫志
Am 13.11.2017 veröffentlicht 
Corinna Milborn diskutieren mit Dirk Müller, Eric Frey und Johannes Voggenhuber über den Ukraine-Konflikt. Puls4 Pro&Contra vom 24.11.2014.
Dirk Müller (Autor und Börsenexperte) vs. Eric Frey (Journalist und Kriegshetzer) Quelle 1 (komplett): Quelle 2 .
Pro und Contra - der PULS 4 News Talk vom 24.11.2014:Dirk Müller vs. Eric Frey, Journalist bei der österreichischen Tageszeitung "DER STANDART".
ric Frey wurde 1963 als Sohn jüdischer Eltern, die dem Nationalsozialismus durch Flucht entkommen waren, in Wien geboren.[1] Er ging 1981 in die Vereinigten .
Dirk Müller im Schlagabtausch mit dem pro-amerikanischen Journalisten Eric Frey, welcher derartig abstruse Theorien in den Raum wirft,dass dem Dirk Müller .

________________________
Fußnoten zum Kommentar oben:
[1] 
[2] 

[3]
siehe dazu:
- Was wird Deutschland tun? (Post, 08.02.2020 - Beachte die Zitate aus dem Artikel von Christoph von Marschall)
x

Venezuela: Der Wandel muss von innen kommen

Die ganze Welt mischt mit, seit Juan Guaidó sich zum Übergangspräsidenten erklärt hat. Aber das globale Tauziehen ist gefährlich und alles andere als hilfreich

Alle Krisen sind global, alle Lösungen lokal – und Venezuela ist das jüngste Beispiel dafür. Kaum hatte der junge Thronbewerber Juan Guaidó sich im vergangenen Monat selbst zum Übergangspräsidenten erklärt, um den korrupten alten Revolutionär Nicolás Maduro aus dem Amt zu drängen, da mischte sich die Welt ein.

Die Regierung Trump bestand darauf, dass alle Länder sich „für eine Seite entscheiden“ und die „Kräfte der Freiheit“ unterstützen müssten. Russland prangerte einen von den USA gestützten „Coup“ an. China, lateinamerikanische Nachbarländer, Großbritannien und die EU – alle beeilten sich, sich je nach ihren Interessen und Vorurteilen zu positionieren.

Während sich Demonstranten und Sicherheitskräfte auf den Straßen gegenüber treten und das politische Patt sich verschärft, ist dieses internationale Tauziehen um Venezuelas Zukunft in der vergangenen Woche zunehmend gefährlich geworden. Es hilft zudem nicht weiter.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton drohte „ernste Konsequenzen“ an (im Klartext: militärische Intervention), sollte Oppositionsführer Guaidó etwas geschehen oder Unterstützer der Opposition angegriffen werden. Maduro dagegen warnt davor, dass die US ein zweites Vietnam erwarten könnte. Bolton sowie US-Vizepräsident Mike Pence und der konservative republikanische Senator Marco Rubio sind die Zugmaschinen in Washingtons jüngstem Regimewechsel-Abenteuer. Als Irak-Kriegsfalke und führender Neokonservativer hat Bolton ein ideologisches Eigeninteresse. Seitdem in Irak und Nordkorea angeblich alles in Ordnung gebracht ist, verläuft seine neueste „Achse des Bösen“ durch Kuba, Nicaragua und Venezuela (wobei er sich weiter auch für Iran wappnet).

mehr:
- Der Wandel muss von innen kommen (Simon Tisdall, der Freitag, 06.02.2019)
siehe auch:
Willkürliche Werte (Rüdiger Rauls, Rubikon, 06.02.2019)
Leserbriefe zu den Vorgängen in Venezuela (NachDenkSeiten, 06.02.2019)
Fahrt alle zur Hölle (Susanne Puschner, der Freitag, 05.02.2019)
Die gelähmte Opposition (Susanne Puschner, der Freitag, 05.02.2019)
- Venezuela geht uns nichts an (Reynaldo Riobueno, Rubikon, 01.02.2019)

Loveparade: „Chef, was hast du für ’ne Scheiße gemacht?“

Porträt Richard Bannert war beim Loveparade-Unglück einer der ersten Helfer. Vor den Planungsfehlern hatte er gewarnt

Es ist am 24. Juli 2010 kurz vor fünf Uhr, als die Feuerwehrleitstelle bei Richard Bannert anruft. „Hör’ mal zu, wir haben da ein Problem“, sagt jemand am anderen Ende der Leitung. Er soll zum Güterbahnhof kommen. Bannert zieht seine Einsatzkleidung an, keine halbe Minute später sitzt er im Auto und fährt los. Als er ankommt, sieht es dort aus „wie im Krieg“, wird er mir Jahre später erzählen.

Ich selbst bin damals 17, am frühen Nachmittag jenes 24. Juli tanze ich mehr schlecht als recht zum Beat der Elektromusik, im Rucksack Wodka in Plastikflaschen, Orangensaft und Pappbecher. Alle warten auf David Guetta, dessen Musik ich nicht mag. Aber auch ich warte, tanze, trinke. Einer sagt, wir sollten uns mal ansehen, was drüben an der „Rampe“ los sei. Wir folgen ihm, schauen von oben auf die wankende Menschenmasse, genau dort, wo sich der einzige Ein- und Ausgang befindet. Es ist laut, einige schreien. Auch wir haben uns auf dem Hinweg durch ein schieres Chaos gekämpft, sind über einen Zaun auf das Veranstaltungsgelände geklettert, um dem Gedränge zu entkommen. Jetzt stehen wir hier oben und starren hinab. Wir sind zu jung, zu naiv, zu betrunken, um zu verstehen, was dort unten geschieht – und feiern weiter. Irgendwann geht die Musik aus. Wir sollen nach Hause gehen, heißt es. Nicht über die Rampe und durch den Tunnel, sondern über die A59, sie sei gesperrt worden. Handyempfang habe ich erst wieder, als ich spätnachts zu Hause ankomme. Und langsam verstehe ich, was auf der Loveparade passiert ist, während ich mich amüsiert habe.

mehr:
- „Chef, was hast du für ’ne Scheiße gemacht?“ (Dorian Baganz, der Freitag, 06.02.2019)

USA: Höhere Besteuerung der Reichen ist plötzlich mehrheitsfähig

Die demokratischen Politikerinnen Elisabeth Warren, Ilhan Omar und Alexandria Ocasio-Cortez haben mit ihren Forderungen plötzlich nach Umfragen eine Mehrheit hinter sich

Es braucht anscheinend nicht so viel, um die Stimmung in einem Land umschlagen zu lassen. In den Midterm-Wahlen sind eine Reihe von jungen Politikern gewählt worden, die die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus umgedreht haben. Nachdem die Occupy-Proteste gegen die reichsten 1 Prozent sich schnell zerschlugen, die Präsidentschaft von Barack Obama und schließlich die Präsidentschaftskandidatur von Hilary Clinton eine linke Bewegung nicht aufkommen ließ oder wie mit Bernie Sanders unterdrückte, hat die Wahl des Milliardärs Donald Trump offenbar einen Umschwung in den USA bewirkt.

Die Verteufelung der Linken, was in den USA in der Regel bedeutet, einer gemäßigten sozialdemokratischen Richtung, hat einen dialektischen Umschwung provoziert. In Deutschland ist dieser noch nicht angekommen. Hier ist eine Reichensteuer oder die Anhebung des Steuersatzes für Wohlhabende und Gutverdiener noch immer des Teufels, obwohl die SPD mit in der Regierung sitzt. In den USA hingegen scheint nun die Anhebung der Steuern für die Superreichen mehrheitsfähig zu sein. Das läuft natürlich strikt gegen den Kurs der Republikaner, die seit langem auf neoliberale Steuersenkungen für die Reichen, den imaginären Trickle-Down-Effekt und den schwachen Staat, abgesehen von Sicherheitskräften für den Schutz des Eigentums und der Profitinteressen, setzen.

Sollte ausgerechnet in den USA, die auch Europa mit in den Neoliberalismus getrieben haben, eine Umkehr oder Rückkehr in Zeiten geschehen, als durch Steuern versucht wurde, die Kluft in den Gesellschaften nicht zu stark anwachsen zu lassen? Steuererhöhungen für die Reichen, deren Reichtum immer größer geworden ist, bedeutet ja nicht, eine Nivellierung der Einkommensverhältnisse, sondern nur, dass mit zunehmenden Einkommen einfach mehr an die Gemeinschaft gezahlt werden muss. In den USA gab es bereits Steuersätze bis 90 Prozent, allerdings mit vielen Abzugsmöglichkeiten, ohne dass deswegen der Kapitalismus oder die Wirtschaft zusammengebrochen wären. Noch 1980 wurden Einkommen von über 200.000 US-Dollar mit einer Steuer von 70 Prozent belegt.

mehr:
- USA: Höhere Besteuerung der Reichen ist plötzlich mehrheitsfähig (Florian Rötzer, Telepolis, 06.02.2019)

Dienstag, 5. Februar 2019

Noch ein wenig an der neoliberalen Schraube drehen: Gewerkschaftsleistungen einschränken…

Der Lohnsteuerservice der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi steht vor dem Aus. Die Beschäftigtenvertretung bietet ihren Mitgliedern seit 50 Jahren Hilfe bei der Erstellung der Steuererklärung an und vertritt sie bei Bedarf gegenüber dem Finanzamt. Nach dem Willen des Bundesfinanzministeriums (BMF) soll damit jetzt Schluss sein. Das von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) geführte Ressort vertritt die Auffassung, dass die offerierte Unterstützung nicht durch die gesetzlichen Bestimmungen gedeckt und deshalb zu untersagen ist. Demnach dürfe die Gewerkschaft lediglich Beratungsleistungen erbringen, die das Arbeitsverhältnis der Hilfesuchenden unmittelbar betreffen. In Frage kämen beispielsweise Sachverhalte wie Werbungskosten, Arbeitslohn, Arbeitslosen- oder Krankengeld.

Anfang Januar fand zum Thema eine Unterredung zwischen Verdi-Vertretern im Berliner BMF-Sitz statt. Die Gewerkschaft beruft sich bei ihrer Praxis auf Paragraph 4 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG). Demnach dürfen als »Berufsvertretung oder auf ähnlicher Grundlage gebildete Vereinigungen (…) im Rahmen ihres Aufgabenbereichs ihren Mitgliedern Hilfe in Steuersachen leisten«. Das Ministerium meint nun allerdings, Verdi habe die Vorgaben zu weit ausgelegt. Beratungen, etwa zu Renteneinkünften, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen bis hin zur Ausfertigung von Einkommensteuererklärungen, markierten eine unerlaubte Hilfeleistung und seien bei Verstößen mit hohem Bußgeld zu ahnden.

mehr:
- Beratung verboten – Finanzministerium untersagt Verdi, Lohnsteuerhilfe für Mitglieder anzubieten (Ralf Wurzbacher, junge Welt, 05.02.2019, Hervorhebungen von mir)

Liam Neeson und die medial angestachelte politisch korrekte (und gedankenlose) Empörung

Liam Neeson reveals he wanted to kill a black person following rape of friend – audio {2:20}  

Guardian News
Am 05.02.2019 veröffentlicht 
The actor Liam Neeson has told the Independent that many years ago he walked around with a cosh hoping to get into an altercation with a black person in order to kill them, upon learning that his friend had been raped. Neeson was promoting his new film, Cold Pursuit, in which he plays a man avenging the murder of his son, when he recounted the story to a journalist
Liam Neeson: after a friend was raped, I wanted to kill a black man

Spike Lee 2019 on Liam Neeson,USA etc {4:57}

gc
Am 10.02.2019 veröffentlicht 

John Barnes: 'Liam Neeson deserves a medal' {7:05}

Sky News
Am 05.02.2019 veröffentlicht 
Ex-footballer John Barnes has praised Liam Neeson for speaking the 'truth' about his feelings after the actor admitted that he wanted to 'kill a black man' after a close friend of his was raped.
The actor - who was speaking in an interview with the Independent - revealed that he walked the streets armed with a weapon, hoping to be approached so that he could lash out.
The Hollywood actor’s comments have brought an angry reaction on social media, with some people calling for a boycott of his films.

Bob Dylan ist etwas ähnliches passiert:
Auf dem englischen Wikipedia (abgerufen am 28.02.2019) gibt es im Artikel zum Song »My Back Pages« einen sehr interessanten Link zu drei Dokumenten bezüglich einer Veranstaltung am Freitag, den 13. Dezember 1963, bei der Bob Dylan der Tom-Paine-Preis verliehen wurde. Gegen Ende seiner Dankesrede sagte Dylan folgendes:
»I got to admit that the man who shot President Kennedy, Lee Oswald, I don't know exactly where — what he thought he was doing, but I got to admit honestly that I too – I saw some of myself in him. I don't think it would have gone – I don't think it could go that far. But I got to stand up and say I saw things that he felt, in me – not to go that far and shoot. (Boos and hisses) You can boo but booing's got nothing to do with it. It's a – I just a – I've got to tell you, man, it's Bill of Rights is free speech […]« [Quelle: folgender Link]

Bob Dylan and the NECLC (Corliss Lamont Website, Verfasser und Datum unbekannt)
The National Emergency Civil Liberties Committee (NECLC), founded in 1951 and known for many years simply as the Emergency Civil Liberties Committee (ECLC), annually held a Bill of Rights Dinner which gathered together members and friends of the organization and provided a setting for the presentation of the group's Tom Paine Award (As I Went Out One Morning, Wikipedia – Link von mir hinzugefügt), given once yearly since 1958 in recognition of distinguished service in the fight for civil liberty. The recipient of the 1963 award was singer/songwriter Bob Dylan who accepted the award on December 13 at the Dinner in New York, which also featured noted author James Baldwin.
What follows here is a most remarkable set of three documents: first, Bob Dylan's extemporaneous speech, probably typed out later from an audio tape, then an eloquent letter in defense of Dylan and of youth itself from Corliss Lamont, who was then Chairman of the ECLC, and finally, a most beautiful and poetic explanation by Dylan himself analyzing and expressing his tumult of feelings on the occasion. 

"Nie wird es einen freien und wirklich aufgeklärten Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher all seine Macht und Gewalt sich ableitet, und solange er den Einzelmenschen nicht entsprechend behandelt."
(engl.: "There will never be a really free and enlightened State until the State comes to recognize the individual as a higher and independent power, from which all its own power and authority are derived, and treats him accordingly.")
[Henry David Thoreau, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, Wikiquote, abgerufen am 01.03.2019]
[Zitat am Fuß des Deckblatts der Einladung zum Bill of Rights Dinner, siehe obigen Link zur Corliss Lamont Website

zu dem Vorfall bei der Preisverleihung siehe auch die deutsche Übersetzung in:
Nur eine Stimme die singt (in: Robert SheldonBob Dylan - No Direction Home: Sein Leben, seine Musik 1941-1978, GoogleBooks)

==========
"As I Went Out One Morning" is a song written by Bob Dylan, released on his 1967 album John Wesley Harding. He has only performed this song live once, in the early phase of the Bob Dylan and The Band 1974 Tour
The lyrics to "As I Went Out One Morning" tell about a man who offers a hand to a woman in chains, but realizes that she wants more than he is offering, and that "she meant to do [him] harm." A character identified as Tom Paine then appears, "command[s] her to yield," and apologizes to the narrator for the woman's actions. Tom Paine as a figure may represent common sense or civil liberties, which the historical Tom Paine championed. However, it is also likely that this song references the prestigious Tom Paine Award that Dylan received in 1963 from the National Emergency Civil Liberties Committee. Dylan delivered an acceptance speech and was booed and rushed from the stage when he claimed to have empathy for some of Lee Harvey Oswald feelings.[1] The song bears a resemblance to the W. H. Auden poem As I Walked Out One Evening, including sharing the same iambic meter and quatrain form.
[As I Went Out One Morning, engl. Wikipedia, abgerufen am 01.03.2019]
==========

As I went out one morning Bob Dylan (original version) {2:51} Text (songtexte.com)   Übersetzung (songtext-ubersetzung.com)  Interpretation (Greil Marcus, Über Bob Dylan: Schriften 1968-2010, GoogleBooks)

suadachaim
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Bob Dylan, "John Wesley Harding" (1967)
x

Montag, 4. Februar 2019

Heute vor 100 Jahren – 4. Februar 1919: Die Bremer Räterepublik wird niedergeschlagen

Ein kurzes Experiment

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg waren die Sozialdemokraten in Bre­men politisch stark links orientiert. In der Novemberrevolution 1918 bildete sich ein Arbeiterrat, der von den »Bremer Linksradikalen« unter Johann Knief (1880-1919) dominiert wurde, unabhängigen Kommunisten, die ihre Machtbasis unter den Arbeitern der Weser AG hatten. Der Soldatenrat dagegen war SPD-orientiert, was zu Aus­einandersetzungen über die Haltung zur Reichsregierung in Berlin sowie zur Bewaffnung von Arbeitern führte. 
Regierungstruppen und Freikorps kämpfen Anfang 1919 in Bremen
gegen die Räterepublik
Die Bremer Kommunisten riefen am 10. Januar 1919 die Räterepublik aus und bildeten einen Rat der Volksbeauftragten, der den Achtstun­dentag und die erste Arbeitsvermittlung im Reich einführte. Zu den geplanten Verstaatlichungen kam es aber nicht mehr, da die Banken der Räterepublik Geld und Kredit verweigerten. Nach den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung, bei der die SPD die stärkste Partei wurde, standen im März Wahlen zur Bremer Volksvertretung an. Reichswehrminister Gustav Noske hatte inzwischen Truppen zur Entwaffnung der Bremer Arbeiter in Marsch gesetzt. Als am 4. Februar das Militär in Bremen einmarschierte, gab es nur verein­zelt Widerstand – die Räterepublik löste sich auf. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019

Neue Wege des Demokratiemanagements – Rainer Mausfelds neuer Vortrag als Video

Am Montag, den 4. Februar 2019 hielt Professor Rainer Mausfeld auf einer gemeinsamen Veranstaltung von den NachDenkSeiten und dem Westend Verlageinen Vortrag mit dem Titel „Warum schweigen die Lämmer? Neue Wege des Demokratiemanagements. Wie sich Machtverhältnisse unsichtbar machen lassen“. Wir freuen uns, Ihnen nun das Video vom Vortrag präsentieren zu dürfen.

Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements {1:27:52}

Westend Verlag
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Vortrag und Diskussion mit Rainer Mausfeld, Autor des Buchs "Warum schweigen die Lämmer?"
Weitere Infos zum Buch und Leseprobe finden Sie hier:
https://www.westendverlag.de/buch/war...

ab 5:25 extreme soziale Ungleichheit

Walter Scheidel:

==========
Walter Scheidel (born 9 July 1966) is an Austrian historian who teaches ancient history at Stanford UniversityCalifornia. Scheidel's main research interests are ancient social and economic history, pre-modern historical demography, and comparative and transdisciplinary approaches to world history.[1]
[Walter Scheidel, engl. Wikipedia, abgerufen am 14.02.2019]
==========

zu Walter Scheidel, „Nach dem Krieg sind alle gleich. Eine Geschichte der Ungleichheit“ siehe:
Die vier apokalyptischen Reiter der Gleichheit (Hans von Trotha, Deutschlandfunk Kultur, 14.01.2019)
Nach dem Krieg sind alle gleich – Eine Geschichte der Ungleichheit (Rezensionsnotizen, Perlentaucher, 15.01.2019)
Nur Gewalt bringt Gleichheit – aber stören sich die Menschen überhaupt an Ungleichheit? (Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2018)
- Krieg und Gewalt, die grossen Gleichmacher Thesen zu einer Weltgeschichte der materiellen Ungleichheit (Josef Tutsch, scienzz, 13.12.2018)
›Piketty für Historiker‹ – ein Gespräch mit Althistoriker Walter Scheidel über die Geschichte der Ungleichheit, Revolutionen, alte Fehler und heutige Chancen (Walter Scheidel, wbg-WissenVerbindet, 03.08.2018)
Walter Scheidel: The Great Leveler (Lennart Gilhaus, Sehepunkte.de, Juli/August 2018)
Warum „linke” Staaten nicht weniger ungleich sind (Jordan P. Peterson, AchGut.ch, 24.05.2018)
"Eine friedliche Senkung der Ungleichheit gibt es nicht" (Oliver Grimm interviewt Walter Scheidel, diePresse, 19.03.2016)

Dr. Walter Scheidel — The Great Leveler (Science Salon # 13) {1:00:47}

Skeptic
Am 16.06.2017 veröffentlicht 
Listen to the Podcast (audio) version:
https://goo.gl/CLtNGa
Are mass violence and catastrophes the only forces that can seriously decrease economic inequality? To judge by thousands of years of history, the answer is yes. Tracing the global history of inequality from the Stone Age to today, the Stanford University historian Walter Scheidel shows that inequality never dies peacefully. Inequality declines when carnage and disaster strike and increases when peace and stability return. The Great Leveler is the first book to chart the crucial role of violent shocks in reducing inequality over the full sweep of human history around the world.
Ever since humans began to farm, herd livestock, and pass on their assets to future generations, economic inequality has been a defining feature of civilization. Over thousands of years, only violent events have significantly lessened inequality. The “Four Horsemen” of leveling—mass-mobilization warfare, transformative revolutions, state collapse, and catastrophic plagues—have repeatedly destroyed the fortunes of the rich. Scheidel identifies and examines these processes, from the crises of the earliest civilizations to the cataclysmic world wars and communist revolutions of the twentieth century. Today, the violence that reduced inequality in the past seems to have diminished, and that is a good thing. But it casts serious doubt on the prospects for a more equal future.
An essential contribution to the debate about inequality, The Great Leveler provides important new insights about why inequality is so persistent—and why it is unlikely to decline anytime soon.
Order the book from Amazon
https://goo.gl/ZhhpS6
This event was recorded on June 11, 2017 at Science Salon, hosted by The Skeptics Society, in California.
x

»Die Anstalt«: Lachen in der Lücke

»Die Anstalt« feiert in diesen Tagen ihren fünften Geburtstag und hat sich inzwischen als die Institution etabliert, deren Insassen sich um Aufklärung und Durchblick im alltäglichen Wahnsinn von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hervortun. »Die Anstalt« leistet Journalismusersatz und ist politisches Theater – stets mit scharfem und hintergründigem Humor im Dienste der Augen öffnenden Wahrheitsfindung. Zum Geburtstag ist nun ein von Dietrich Krauß – neben Max Uthoff und Claus von Wagner der dritte Kopf hinter der Anstalt – herausgegebenes Buch über die Anstalt erschienen, “Die Rache des Mainstreams an sich selbst“, aus dem wir einen Auszug bringen.
mehr:
- Lachen in der Lücke (Dietrich Krauß, NachDenkSeiten, 04.02.2019)

Gewerkschaften und Gelbwesten rufen zum Streik auf

Die CGT und Unterstützer der Gilets Jaunes hoffen auf eine "Konvergenz der Kämpfe". Die größte französische Gewerkschaft CFDT geht auf Abstand

Die große linke Gewerkschaft in Frankreich, die CGT, hat für den morgigen Dienstag zu einem landesweiten Streik aufgerufen. Dem Aufruf kommt dieses Mal eine besondere Aufmerksamkeit durch die Rolle der Gilets jaunes (Gelbwesten) zu. Denn von deren Seite hat Eric Drouet zu einem Generalstreik für den morgigen Tag aufgerufen.

Damit ist das politische Stichwort gegeben, auf Französisch lautet es: "La convergence des luttes", was man mit Zusammengehen der Kämpfe übersetzen könnte. Für den Generalssekretär der CFDT, Laurent Berger, ist das für den größten Gewerkschaftsbund morgen nicht möglich. Der Aufruf sei unklar, es gebe eine politische Vereinnahmung und Eric Drouet sei kein Umgang.

"Die Gewerkschaften haben meiner Auffassung nach keinen Grund, sich in die Abgründe von Beziehungen mit dieser Art von Personen zu begeben", sagte Laurent Berger gegenüber France Info. Laut einem Papier der Internationalen Gewerkschaftsvereinigung vom November 2017 hat der von Berger geführte Gewerkschaftsbund CFDT 860.000 Mitglieder und der von Philippe Martinez geführte Gewerkschaftsbund CGT 676.000 Mitglieder.

In Zusammenhang mit politischer Vereinnahmung nennt Laurent Berger die "extreme Linke", womit vermutlich La France Insoumise gemeint ist, unter Führung von Jean-Luc Mélenchon, die den Streikaufruf von Eric Drouet schon seit dem 23. Januar unterstützt. Zu den weiteren Unterstützern gehören Teile der Gewerkschaft Force Ouvrière (FO), die Kommunistische Partei (PCF), die Neue antikapitalistische Partei (NPA), unter Führung von Olivier Besancenot, die ziemlich neu gegründete Partei Générations.s, die von Benoît Hamon, dem früheren Präsidentschaftskandidaten des sozialdemokratischen PS, gegründet wurde.

Die Unterstützerliste hat eine deutliche linke Färbung, erkennbar auch am Chef der CGT, Philippe Martinez, und sichtbar am Aufruf zum Streik, an dem die auch in Deutschland bekannte Schriftstellerin Annie Ernaux ("Der Oberbegriff für das alles ist: die Schnauze voll haben") federführend mitwirkt (wie auch der Ökonom Thomas Coutrot).

In dem Appell wird einmal auf die Forderungen aus den Basisversammlungen der Gelbwesten in Commercy verwiesen, auf die Möglichkeiten eines sozialen Sieges durch die Konvergenz gehofft und gegen die Vereinnahmung seitens der rechten Extremisten angeschrieben. Der Aufruf ist von mehreren Parteien, Gewerkschaften und Organsationen wie z.B. Attac unterzeichnet.

mehr:
- Gewerkschaften und Gelbwesten rufen zum Streik auf (Thomas Pany, Telepolis, 04.02.2019)
siehe auch:
Französischer Gegenpräsident wirbt um Partner (Satire von Wolfgang Bittner, NachDenkSeiten, 05.02.2019)
„Aufruf der ersten Generalversammlung der gelben Westen“ (Post, 29.01.2019)
Gelbwesten: Das elfte WE in Folge, postfaktische Teilnehmerzahlen, Mißhandlungen und ein Beispiel rar gewordener sozialer Intelligenz (Post, 27.01.2019)
»Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)
Gummigeschosse zur Disziplinierung der Gelbwesten (Post, 18.01.2019)
- Spielt Macron einfach nur auf Zeit? (Post, 16.01.2019)