Dienstag, 12. März 2019

USA: Raubrittertum im postfaktischen Zeitalter

Donald Trumps Nationaler Sicherheitsrat hat nachgedacht. Nachdem die USA den Kriegshaushalt auf die Rekordsumme von 716 Milliarden Dollar für das Jahr 2019 aufgestockt haben, suchen sie nach Möglichkeiten der Refinanzierung. Was dabei herauskommt, wenn ein Immobilienhai US Präsident ist, demonstriert ein Plan, über den Bloomberg und die Washington Post berichten. 

Länder wie Japan, Deutschland oder Südkorea sollen die Kosten der dort stationierten US Truppen übernehmen, plus einem Aufschlag von 50% dafür, dass ihre Sicherheit garantiert wird. Wie in der korrupten Bauwirtschaft üblich, gibt es aber die Möglichkeit für sogenannte Kickback-Geschäfte. Ein Land, dass sich so hauteng an die Machtpolitik der USA anpasst, dass man von einer Position im Enddarm sprechen kann, bekommt einen ordentlichen Rabatt. Trump hat seinen Stab beauftragt, beide Seiten zu berechnen: Wie viel soll Deutschland für die US Militärbasen bezahlen und wie viel Rabatt will man anbieten. 

Mit anderen Worten: Deutschland – von dem nur wahlweise rechtspopulistische oder linksradikale, antiamerikanische und antisemitische Verschwörungstheoretiker behaupten, dass es immer noch besetzt sei – hat eine Chance, seine zukünftigen Ausgaben für die Anwesenheit der amerikanischen Freunde auf ungefähr 4 Milliarden pro Jahr zu senken, gegenüber 6 Milliarden ohne Pudelrabatt. Ein echtes Freundschaftsangebot also. 

Zur Zeit bezahlt Deutschland nach Angaben einer US Quelle, nämlich der Rand Corporation, die der CIA sehr nahe steht, man könnte sogar sagen: sehr nahe, Deutschland also zahlt zur Zeit etwa 831 Millionen US Dollar Schutzgeld an die USA, was etwa 28% der Stationierungskosten entspricht. Oder, wenn man in der transatlantischen Enzyklopädie Wikipedia nachschaut, nur 41 Millionen Euro. Das ist die Zahl, bei deren öffentlicher Nennung sie nicht damit rechnen müssen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Wobei in der Wikipedia auch steht, dass der US Botschafter Holbrooke 2004 von 1 Milliarde sprach, die Deutschland heimlich still und leise löhnt. Diese Zahl sollten sie jedoch nur beim Grillen mit guten Freunden nennen. Ein guter Rat: Aufpassen, wer dabei zuhört!
mehr:
- Tagesdosis 12.3.2019 – USA und ZDF machen mobil (Kommentar Dirk Pohlmann, KenFM, 12.03.2019)
siehe auch:
- Verstorbener Autor: Was Philip Roth über Donald Trump schrieb (Manuel Gogos, Tagesspiegel, 23.05.2018)
- Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (Post, 25.04.2014)
- 27 000 PR-Berater polieren Image der USA (Post, 12.02.2009)
- Militär (observanteyes.blogspot.com, undatiert)
aktualisiert am 16.03.2019

Montag, 11. März 2019

NachDenkSeiten-Leserbriefe zu den deutschen Russland-Korrespondenten

Der Artikel „Hämische Grüße aus Moskau – Die Russland-Korrespondenten und ihr Werk“ hat einige Leser zu interessanten Briefen motiviert. Dort wurde auch angeregt, neben den festen Korrespondenten in Russland die von dort berichtenden freien Journalisten in den Blick zu nehmen. Konkret fiel dabei ein Name – der soll hier mit den Leserbriefen nachgereicht werden. Zusammengestellt von Redaktion.

Klaus Helge Donath lautet der Name, der mehrfach erwähnt wurde. Und tatsächlich ist jener Journalist beachtenswert. Donath berichtet etwa für die „taz“, die „Lausitzer Rundschau“ oder die „Schwäbische Zeitung“ aus Russland. Bereits einige Überschriften aus jüngerer Vergangenheit zeigen, dass in vielen Artikeln Donaths der eisige Wind der Konfrontation weht: „Der Zar und die Jugend“ („taz“), „Die Angst ist wieder da. (…) Bis 2024 darf Wladimir Putin in Moskau nun weiter regieren“ („Lausitzer Rundschau“), „Putin verbreitet Fake News“ („Schwäbische Zeitung“), „Putins Schatten“ („Sächsische Zeitung“), „Putin will den Längsten“ („taz“).

Die Beauftragung Donaths, das Russlandbild der eigenen Zeitung maßgeblich zu prägen, wirft auch ein Licht auf die Herausgeber und Redakteure der jeweiligen Blätter. Hier folgen nun einige Leserbriefe zum Artikel.

mehr:
- Leserbriefe zu den deutschen Russland-Korrespondenten (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 11.03.2019)
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„Lafontaine hat hingeschmissen“ – ein Musterbeispiel für die Möglichkeit totaler Manipulation

Heute vor 20 Jahren ist Oskar Lafontaine als Finanzminister und SPD-Vorsitzender zurückgetreten. Die Meinung der Medien und auch eines beachtlichen Teils der Öffentlichkeit zu diesem Vorgang ist ein wirklich eindrucksvolles Beispiel für die Möglichkeit, die öffentliche Meinung und vor allem die Meinung der Medien zu prägen – unabhängig von dem, was wirklich war und welches die Hintergründe für den Rückzug waren.

Man müsste über dieses Thema nicht mehr schreiben, wenn es nicht aktuelle Relevanz hätte


Lafontaines Äußerungen und Meinungen sind auch heute noch anstößig. Sie stören und bedrohen die in Gang befindliche Anpassung der Etablierten im linken Lager an den neoliberalen und militärisch geprägten Zeitgeist. Lafontaine wendet sich gegen militärische Interventionen. Lafontaine kritisiert eine europapolitische und wirtschaftspolitische Linie, die den Süden Europas abhängt. Er spießt die neoliberale Ideologie am konsequentesten auf. Das ist im letzten Teil eines Gespräches mit dem Saarländischen Rundfunk gegen Ende des Interviews ganz gut herausgeschält worden. Siehe hier: “20 Jahre nach dem Bruch mit der SPD“.

Lafontaine gilt als Störfaktor beim Versuch, auch der Linkspartei die kritischen Zähne zu ziehen, und er stört immer wieder auch als Kritiker des Anpassungskurses der SPD. Die Entwertung und Schmähung seiner Gründe für den Rückzug vor 20 Jahren sind ein wichtiges Instrument zur Entwertung seiner Haltung von heute. Deshalb hier wieder einmal der Versuch, die Schlüssigkeit seiner Entscheidung von vor 20 Jahren zu begründen.

mehr:
- „Lafontaine hat hingeschmissen“ – ein Musterbeispiel für die Möglichkeit totaler Manipulation (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 11.03.2019)

SPIEGEL TV vor 20 Jahren: Lafontaine-Rücktritt {11:43}

SPIEGEL TV
Am 23.03.2019 veröffentlicht 
Warum nur, warum? Die Erklärung im März 1999 erklärte noch längst nicht das abrupte Ende einer politischen Männerfreundschaft, zwischen die angeblich kein Blatt passte. In Zukunft könne er sich auf seinen zweijährigen Sohn besinnen, sagte Oskar Lafontaine nur nach seinem überraschenden Rücktritt.

siehe auch:
- Oskar Lafontaine zu den falschen Argumenten der #Aufstehen-Gegner (Post, 28.08.2018)
- Auch Deutschland befindet sich im Rechtsschwenk, und der tiefe Staat wird faßbar (Post, 17.06.2018)

«Göttinger Friedenspreis» trotz aller Verhinderungsversuche feierlich übergeben

Trotz aller Verhinderungsversuche konnte der «Göttinger Friedenspreis» am Samstag feierlich übergeben werden. Was wurde erreicht? 

Infosperber hat darüber berichtet – hier und hier – und hätte fast drei Wochen lang jeden Tag darüber berichten können. Der von der Dr. Roland Röhl Stiftung gestiftete «Göttinger Friedenspreis», der seit 1999 jedes Jahr an eine Organisation oder an eine einzelne Person verliehen wird, sollte in diesem Jahr, so hat es die dafür zuständige Jury der Stiftung beschlossen, an die Vereinigung «Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.» gehen. Das aber sollte verhindert werden, so die Meinung des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und so die Meinung des Bundesbeauftragten gegen Antisemitismus Felix Klein. Und dies mit aktiver Unterstützung aus Göttingen selbst: Der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sperrte alle stadteigenen Lokalitäten für die Preisübergabe, die Georg-August-Universität sperrte ihre Räumlichkeiten für die bisher in ihren Räumen durchgeführten Preisübergaben ebenfalls, die Sparkasse Göttingen annullierte die der Veranstaltung jeweils zugesicherten 2000 Euros. Zum Glück alles vergeblich. Dank eines privaten Spendenaufrufs kamen anstelle der 2000 Euro der Sparkasse 28'000 Euro zusammen. Und dank der Zivilcourage von Gisela Hyllow und Jörg Dreykluft, die ihre Kunstgalerie Alte Feuerwache für die Feierlichkeiten zur Verfügung stellten, konnte am Samstag auch die Preisübergabe zeitgerecht stattfinden – sogar mit deutlich höherer Beachtung als in den vergangenen Jahren. 

Einen Widerspruch aushalten müssen 

Alle Versuche, die Übergabe des Göttinger Friedenspreises an die «Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost» zu verhindern, basierten auf derselben Argumentation: die Unterstützung der Bewegung BDS sei antisemitisch. Aber können Jüdinnen und Juden, die sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung wehren, antisemitisch sein?
mehr:
- «Israels Regierung spricht nicht in unserem Namen» (Christian Müller, InfoSperber, 11.03.2019)

Sonntag, 10. März 2019

NachDenkSeiten-Leserbriefe zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Attac und ein Leserbrief zu Rüstungsexporten

Der Artikel „‘In geistiger Offenheit’? – Zum Urteil des Bundesfinanzhofs über die Gemeinnützigkeit von attac“ rief wie so oft einige Leser und Schreiber auf den Plan, deren Kommentare die NachDenkSeiten hier teilweise veröffentlichen. Deutlich zeigt sich in der Meinung der Leser, dass hier Gemeinnützigkeit mit zweierlei Maß gemessen wird. Am selben Tag erschien in den Hinweisen des Tages ein Beitrag zu Rüstungsexporten, der von einem Leser aus einem interessanten Blickwinkel beschrieben wird. Zusammengestellt von Moritz Müller.
mehr:
- Leserbriefe zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Attac und ein Leserbrief zu Rüstungsexporten (NachDenkSeiten, 10.03.2019)
siehe auch:
- Steuerpolitik im Neoliberalismus: Attac nicht mehr gemeinnützig (Post, 26.02.2019)

«Diese Frau hat wohl keinen Humor»

Wer frauenfeindliche Witze kritisiert, stellt Machtstrukturen in Frage und fällt in Ungnade. Ein aktueller Fall ist beispielhaft.

Comedian Bernd Stelter machte sich an einem Karnevalsauftritt in Deutschland über den Doppelnamen der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer lustig. Im Publikum sass Gabriele Möller-Hasenbeck und ärgerte sich über die platten Witze auf Kosten einer Frau. Die Steuerberaterin pfiff zuerst, dann ging sie auf die Bühne und fragte Stelter:
«Fragt mal irgendjemand, was für ein Scheiss-Name ein Mann hat, den die Frau annimmt? Männernamen sind immer toll. Und Frauennamen sind immer Scheisse. Und Doppelnamen sind doppelt Scheisse.»

Stelter rechtfertigte sich:
«Wir machen hier ganz einfach Karneval. Und was ich mache, sind Witze.»
Dann wurde die Kritikerin vom Sicherheitspersonal des Saales verwiesen.

«Diskriminierend»
Stelter sagte später der «Kölner Rundschau», die Frau habe wohl einfach keinen Humor. Möller-Hasenbeck sagte im «Tagesspiegel», die Kritik an angeblich sperrigen Doppelnamen treffe meistens Frauen. «Ich konnte das nicht mehr hören und empfinde es als diskriminierend.» Möller-Hasenbeck und ihr Mann wurden danach im Netz massiv angefeindet.

mehr:
- «Diese Frau hat wohl keinen Humor» (Barbara Marti, InfoSperber, 10.03.2019)

And the winner is: Annegret Kramp-Karrenbauer | extra 3 | NDR {4:00}

extra 3
Am 13.12.2018 veröffentlicht 
Wer hat nicht mitgefiebert? Es war spannender als das WM-Finale. Ultraknapp gewinnt Annegret Kramp-Karrenbauer vor Friedrich Merz. Und dem anderen. Wie hieß der denn noch?

Dieter Nuhr darüber, wie man in hysterischen Zeiten überlebt {18:58}

3nach9
Am 08.03.2019 veröffentlicht 
Sexismus, Politik, Erziehung, Digitalisierung: Dieter Nuhr hat zu fast allen Themen eine fundierte Meinung und vor allem einen guten Ratschlag parat. Jetzt gibt der Kabarettist und Autor auch noch Lebenshilfe: Wie man in hysterischen Zeiten überlebt und warum 2019 das Jahr der Veränderungen wird, erzählt der gebürtige Rheinländer bei 3nach9.

Dirty Harry {0:09}

MrsCalahan
Am 10.07.2007 veröffentlicht 
Meinungen sind wie Arschlöcher

Dirty Harry on feminism and women's quotas {4:33}

det pekande fingret
Am 05.02.2016 veröffentlicht 
Must see: https://www.youtube.com/watch?v=eieVE...


Schweiz: aufrechter Ombudsmann gesichtet!

Der Pestizid-Konzern Syngenta fuhr gegen einen Beitrag von «10vor10» schweres Geschütz auf und fiel ziemlich unsanft auf die Nase.

Mehrere Todesopfer forderte 2017 der Pestizideinsatz im indischen Distrikt Yavatmal, 800 Menschen mussten mit Vergiftungen ins Spital. Darüber berichtete das SRF-Magazin «10vor10» am 17. September 2018 und ging dem Vorwurf nach, der Basler Pestizid-Konzern Syngenta gehöre mit seinem Pestizid Polo zu den Mitverursachern.

Syngenta heulte auf…

Rund drei Wochen nach der Ausstrahlung des Beitrages fuhr Syngenta schweres Geschütz gegen das SRF-Magazin «10vor10» auf, und zwar mit einer Beanstandung beim Ombudsmann der SRG Deutschschweiz. Darin spricht Syngenta von «vorsätzlicher und konstruierter Rufschädigung», von «extrem rufschädigender Unterstellung», von «falschen Fakten», von «Vorwürfen», die «wie ein Kartenhaus» in sich zusammenfallen, von «fahrlässigem und verwerflichem Thesenjournalismus», von «Verschleierung», von «reiner Polemik», von unterstellter «Illegalität», von «polemischer Pseudo-Recherche», von der «Verletzung grundlegender journalistischer Regeln» und von «fehlender Fairness».

…und krebste zurück

Inzwischen fielen die happigen Vorwürfe des Syngenta-Konzerns gegen «10vor10» wie ein Kartenhaus zusammen, wie dem Bericht des Ombudsmanns Roger Blum vom 8. Januar 2019 zu entnehmen ist. Blum kommt nämlich zum Schluss: «Keine Rufschädigung im Syngenta-Bericht von ‚10vor10‘.» Und: «Der Beitrag war, wie die Redaktion in Ihrer Stellungnahme nachweist, sachgerecht – mit geringfügigen Ausnahmen.»

mehr:
- Syngenta-Rohrkrepierer gegen SRF-Magazin «10vor10» (Kurt Marti, InfoSperber, 08.03.2019 – Zitat:)
Mit der Behauptung Syngentas, Polo sei in der Schweiz nicht verboten, bekommt auch der folgende Vorwurf von Syngenta Schlagseite:
«Der Bericht (von «10vor10»; Anm. d. Red.) suggeriert, Syngenta verkaufe in Schwellenländern etwas Gefährliches, das man in der Schweiz weder der Umwelt noch den Bauern zumuten könne. Das ist zwar eine süffige Geschichte, doch sie ist falsch. Und die Unterstellung ist extrem rufschädigend.»
Fakt ist: Das Syngenta-Produkt Polo mit seinem Wirkstoff Diafenthiuron darf «in der Schweiz wegen der Gesundheits- oder Umweltrisiken nicht in Verkehr gebracht werden», wie der Bundesrat auf eine Frage der SP-Nationalrätin Claudia Friedl im September 2018 erklärte. Gleichzeitig hielt der Bundesrat fest, dass es in der Schweiz «weder ein Herstellungs- noch Ausfuhrverbot für das Produkt Polo und seinen Wirkstoff Diafenthiuron» gibt.
siehe auch:
- Keine Rufschädigung im Syngenta-Bericht von «10vor10» (SRG Deutschschweiz, 08.01.2019)
- Stellungnahme: Medienberichterstattung – Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Yavatmal (Indien) (Syngenta, 18.09.2018)
- Syngenta exportiert in der EU verbotenes Pestizid (S. Strittmatter, 20min.ch, 18.09.2018)
- In der Schweiz produziertes Pestizid mitver­ant­wortlich für Vergiftungs­welle in Indien (Public Eye, 18.09.2018)
- Syngenta macht hinter den Kulissen Druck gegen Brasiliens Paraquat-Verbot – mit Unterstützung der Schweiz (Public Eye, 17.11.2017)
- Biodiversität 65‘000 Menschen gegen Syngenta-Patent (Schweizer Bauer, 12.05.2016)

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Syngenta ist weltweit einer der grössten Konzerne im Agrargeschäft und eine Tochtergesellschaft der ChemChina. Das Unternehmen ist in der Sparte chemische Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide: Syngenta Crop Protection) Marktführer und in der Sparte «kommerzielles Saatgut» (Mais, Soja, Sonnenblumen, Raps, Zuckerrüben, Getreide: Syngenta Seeds) auf Platz drei. Der Umsatz 2015 (2014) betrug 13,4 (15,1) Milliarden US-Dollar. Syngenta beschäftigt derzeit 28'700 Mitarbeiter in über 90 Ländern. Der grösste Mitbewerber ist Monsanto. Syngenta ist ebenso in der Biotechnologie tätig. 
[Syngenta, Wikipedia, abgerufen am 10.03.2019]
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Syngenta brand video: We all have to eat {3:03}

Syngenta
Am 24.08.2017 veröffentlicht 
We’re inspired by plants’ amazing ability to provide food, clothing and energy. Driven by their power to meet some of humanity’s most pressing needs, we constantly find new ways of bringing plant potential to life. By improving crop productivity and farming methods, we enable growers to feed a growing global population safely and sustainably.
For more information, visit our website at www.syngenta.com

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Das Herbizid Atrazin wurde in der EU 2004 verboten, weil seine Rückstände häufig im Grundwasser nachweisbar waren.[12] In den USAwurden 2003 jährlich noch etwa 34'500 Tonnen Atrazin eingesetzt.[13] 
Kritiker warfen dem Unternehmen sein Engagement auf dem Gebiet der Gentechnik vor. Zudem wurde Syngenta bezichtigt, durch den Verkauf des Herbizids Paraquat Vergiftungs- und Todesfälle von Landarbeitern in Kauf zu nehmen.[14][15] Dieses Produkt sollte beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Paraquat ist in der EU und der Schweiz auch wegen seiner hohen Humantoxizität verboten.[16] Im Jahr 2012 wurde der Konzern deshalb für die Negativ-Auszeichnung Public Eye Award nominiert.[17]

Im Rahmen von Protestaktionen gegen das Unternehmen kam es zu Erstürmungen von Syngenta-Anlagen durch die Bauernbewegung Via Campesina, im Oktober 2006 im Süden Brasiliens und im Dezember 2007 im Nordosten in der Nähe von Cajazeiras; dabei wurden Teile der Firmeneinrichtung zerstört, zwei Menschen starben.[18] Um den Konflikt zu beenden, übergab Syngenta im Oktober 2008 die Forschungsfarm an die brasilianische Regionalverwaltung, die erklärte, künftig Saatgut von Regionalsorten auf dieser Farm zu produzieren.[19]
[Syngenta, Produkte und Auswirkungen – Kritik, Wikipedia, abgerufen am 10.03.2019]
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Endocrine disruption, environmental justice, and the ivory tower | Tyrone Hayes | TEDxBerkeley {15:45}

TEDx Talks
Am 08.03.2018 veröffentlicht 
Dr. Tyrone Hayes discusses his journey as a scientist: initially just a “young boy who really liked frogs,” he would go on to earn worldwide fame for his work on the harmful effects of the pesticide atrazine. Arguing that “those who have the privilege to know, have the duty to act,” Dr. Hayes details his decade-long feud with Syngenta, the manufacturer of atrazine, as well as his acute observation that those who suffer most from the environmental impacts of harmful chemicals tend to be the socioeconomically-disadvantaged and racial or ethnic minorities.
At the University of California, Berkeley, and in ponds around the world, professor Tyrone Hayes studies frogs and other amphibians. He's become an active critic of the farm chemical atrazine, which he's found to interfere with the development of amphibians' endocrine systems. This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community. Learn more at https://www.ted.com/tedx
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»Gelbwesten«, »Aufstehen«: Ist die Luft raus?

Gründerin und Galionsfigur Sahra Wagenknecht zieht sich aus der Bewegung "Aufstehen" zurück. War es das?

Beim Leipziger Bundesparteitag der Linken vom 08.-10. Juni 2018 hielt Sahra Wagenknecht diese Rede, in der sie ihre der Parteilinie widersprechende Position zur Zuwanderung begründete und mit den Positionen von Bernie Sanders und Jeremy Corbyn gleichsetzte. In diesem Video sieht man ab Minute 26:04 die wütende Reaktion der Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach. Unter großem Applaus forderte Breitenbach, dass sich Wagenknecht der Parteilinie der offenen Grenzen zu unterwerfen habe. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Janine Wissler und viele andere Redner machten deutlich, dass sie die Zuwanderungsfrage ebenso wie Breitenbach fundamental anders als Wagenknecht sehen.

In diesem Moment könnte Sahra Wagenknecht realisiert haben, dass ihre Wiederwahl als Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion eher unwahrscheinlich ist. Falls dies nicht der Auslöser der Gründung von "Aufstehen" war, trug dieser Parteitag doch sicherlich nicht unwesentlich zu Wagenknechts Entschluss bei, neue Wege zu versuchen.

Das offizielle Ziel der Aufstehen-Bewegung, zusammen mit den Grünen, den Erzrivalen der SPD und mit den Gegnern in der eigenen Partei (siehe Leipziger Parteitag) ein gemeinsames Parteienbündnis zu schmieden, war nie realistisch. Die Parteiführungen von SPD, Grünen und der Linken lehnten eine Zusammenarbeit mit "Aufstehen" kategorisch ab. Dementsprechend schlossen sich unter anderem mit Marco Bülow (MdB, damals noch bei der SPD) und Ludger Volmer / Antje Vollmer (Grüne) auch nur wenige Politiker, die zudem in ihren Parteien isoliert sind, der Bewegung an.

mehr:
- Kommentar: "Aufstehen" ohne Wagenknecht am Ende? (Kommentar von Jörg Gastmann, Telepolis, 10.03.2019 – Beachte auch die Kommentare)
siehe auch:
- Was ist los mit den Gelbwesten? (Christian Schmeiser, Telepolis, 10.03.2019)
- Sahras realistischer Traum (Rainer Balcerowiak, Cicero, 07.08.2018)

Mein Kommentar:
Eine Loose-Loose-Situation…
Ich habe den Eindruck, daß in beiden Fällen (»Gelbwesten«, »Aufstehen«) die Medien nicht unbeteiligt sind…
Ich habe immer mehr den Eindruck, daß es weniger darum geht, was IST, sondern darum, wie es gesehen und interpretiert wird.
Der letzte Satz von Jörg Gastmanns Kommentar ist eine Frage:
»Was muss passieren, damit der deutsche Michel aufsteht?«
Prof. Mausfeld hat sie vor drei Jahren beantwortet…
Mein Erklärungsversuch: Privat-Fernsehen (mit unterirdischen Exhibitionisten-Shows), billige Nahrungsmittel plus angenehme Narrative (»Wir sind die Guten!«) – Weiterschlafen!

Wildgewordene Kühe jagen RC Auto Tiere {3:15}

nivaldo nunes
Am 09.08.2014 veröffentlicht 

Australien macht teure Hepatitis-C-Arzneien für alle bezahlbar

Erste US-Bundesstaaten wollen nachziehen. In der Schweiz blieben die guten Medikamente wegen exorbitantem Preis lange rationiert.

Als der Pharmakonzern Gilead im Jahr 2013 neue, wirksame Medikamente für Hepatitis C-Patientinnen und -Patienten auf den Markt brachte, war die öffentliche Empörung riesig. Eine 12-wöchige Behandlung hatte damals in den USA zwischen 84'000 und 94'500 Dollar und in der Schweiz ebenfalls über 80'000 Franken gekostet. Bis Ende 2017 erzielte Gilead mit seinem Hepatitis C-Medikament Harvoni einen Umsatz von 30 Milliarden Dollar.

Pauschale für sämtliche Patientinnen und Patienten


Australien hat vor fast vier Jahren einen innovativen Weg gefunden, um hochpreisige Medikamente der ganzen Bevölkerung zugänglich zu machen. 2015 schloss die Regierung mit verschiedenen Medikamentenherstellern Vereinbarungen ab: Für eine Pauschale von einer Milliarde Australische Dollar (706 Millionen CHF) kann Australien über fünf Jahre so viele Hepatitis C-Medikamente beziehen wie es braucht. Jetzt können alle Patientinnen und Patienten profitieren, für die der Einsatz dieser Medikamente medizinisch zweckmässig ist. Die «New York Times» informierte Anfang März darüber.

Das «New England Journal of Medicine» publizierte jüngst eine Studie, die zeigt, dass die Kosten einer Behandlung in Australien damit auf durchschnittlich 7'352 US-Dollar pro Patient sinken. Insgesamt konnten sieben Mal mehr Kranke behandelt werden als vorher. Die Regierung hofft, dass Australien das erste Land der Welt ohne das ansteckende Hepatitis C wird.

mehr:
- Australien macht teure Hepatitis-C-Arzneien für alle bezahlbar (Christa Dettwiler, InfoSperber, 10.03.2019)

Samstag, 9. März 2019

Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama

Mirjam Zwingli hat eine 140-seitige Masterarbeit zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung während der Ukraine-Krise geschrieben. Für die NachDenkSeiten hat sie nun eine gekürzte kritische Analyse der Darstellung Putins und Obamas mit Bezug zur Ukraine-Krise in der Süddeutschen Zeitung verfasst. Wird die selbsterklärte Sachlichkeit des Qualitätsmediums eingehalten oder aber in erster Linie die redaktionelle Sichtweise vermittelt?
„Our ability to shape world opinion helped isolate Russia right away. (…) Because of American leadership, the world immediately condemned Russian actions.“[2]
Diese Worte sind einer Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama bezüglich der Ukraine-Krise im Mai 2014 in der US-Militärakademie West Point, einer der renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten, entnommen. Selbstredend sagen sie viel über die Berichterstattung unserer deutschen Leitmedien aus. Dies wird die Analyse eines Leitmediums in Bezug auf die Darstellung der beiden Politiker Putin und Obama zeigen.[3]

Die Ukraine-Krise und stellvertretend dafür der Absturz des Fluges MH17 über der östlichen Ukraine wird im Folgenden untersucht, da dieses Ereignis die Einseitigkeit des Leitmediums Süddeutsche Zeitung in besonderer Weise manifestierte und immer noch manifestiert. Auf der Basis von Siegfried Jägers Kritischer Diskursanalyse im Gefolge des französischen Soziologen und Philosophen Michel Foucault wird das vermittelte Wissen der SZ herausgearbeitet. Ist das Credo der journalistischen Neutralität und Sorgfaltspflicht nur noch Lippenbekenntnis? Eine geradezu indoktrinierte Ausrichtung des Feindbildes Russland unter Putin wirkt in der Berichterstattung und den damit verbundenen Bewusstseinsinhalten. Wie ist das nun im Detail zu verstehen?

Die noch recht junge Diskurstheorie Foucaults (1926-1984) analysiert die Mechanismen und Institutionen in kapitalistischen und sozialistischen Gesellschaften, die Geschriebenes wie Gesprochenes restringieren, kontrollieren und determinieren, also Macht ausüben. Es geht dabei im Wesentlichen um den Macht-Wissens-Komplex und darum, mit welchen Bildern im menschlichen Bewusstsein oder dem Diskurs Normalitäten erzeugt werden. Je stärker jemand oder etwas sich im Fluss des „Normalen“ befindet, umso mehr Macht ist damit letztendlich verbunden. Dabei spielen die Medien unserer Zeit eine immer zentralere Rolle.

mehr:
- Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama (Mirjam Katharina Zwingli, NachDenkSeiten, 09.03.2019)
siehe auch:
- Qualitäts-Fakes in der ARD (Post, 06.02.2019)
- Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2015)
- Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe der »freien Presse« (Post, 21.04.2014)
- Tendenzöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse (Mirjam Zwingli, Bachelor-Arbeit, Oktober 2012)
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Fassadendemokratie: Die Opposition mit ins Boot holen und den außerparlamentarischen den Geldhahn zudrehen…

Gemeinnützigkeit Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs kann die Regierung ihren Kritikern einfacher den Geldhahn zudrehen

Für die Gemeinnützigkeit ist das globalisierungskritische Netzwerk Attac zu politisch – so lässt sich das jüngst ergangene Urteil des Bundesfinanzhofs in einem Satz zusammenfassen. Das oberste Gericht für Steuerfragen sendet damit ein fatales Signal, zahlreiche Nichtregierungsorganisationen fürchten nun um ihre Existenz. Nach dem Urteil kann die Bundesregierung missliebigen Kritikern leichter den Geldhahn zudrehen. Wer zu aufmüpfig ist, riskiert die Gemeinnützigkeit. Für eine lebendige Demokratie ist diese Situation unhaltbar. Daher muss der Bundestag dringend die Rechtsgrundlage ändern.

Derzeit wird eine Organisation als gemeinnützig anerkannt, wenn sie die Voraussetzungen erfüllt, die in der Abgabenordnung festgelegt sind. Die Tätigkeiten müssen das Ziel haben, „die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern“. Anschließend werden verschiedene Zwecke aufgeführt, zum Beispiel Umweltschutz, Flüchtlingshilfe oder Entwicklungszusammenarbeit. Es gibt aber auch Aufgaben, die derzeit nicht ausdrücklich erwähnt sind, etwa der Einsatz für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit oder Frieden. Viele Organisationen haben daher in ihrer Satzung unter anderem die „Förderung der Bildung“ als gemeinnützigen Zweck angegeben, auch der Trägerverein von Attac.

mehr:
- Diese Attacke ist nur der Anfang (Felix Werdermann, der Freitag, 09.03.2019)
siehe auch:
- Die heimlichen Herrscher (Ulrich Mies, Rubikon, 07.03.2019)
- Gelbwesten-Aufstand in Frankreich: Macron und die „Speck-Klasse“ (Veronika Bohrn Mena, der Freitag, 04.03.2019)
- Steuerpolitik im Neoliberalismus: Attac nicht mehr gemeinnützig (Post, 26.02.2019)

Freitag, 8. März 2019

The Wolff of Wall Street: Der Petrodollar (Podcast)

Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld? 

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag um 12:00 Uhr Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Der Petrodollar“. 

Die Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem!
mehr:
- The Wolff of Wall Street: Der Petrodollar (Ernst Wolff, KenFM, 08.03.2019)
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NATO-Sprech-Verweigerer Wehrschütz darf nicht in die Ukraine einreisen

ORF-Korrespondent: "Wenn Darstellung von Korruption Propaganda ist, nähern wir uns einer Ideologie der Volksfeinde" 
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Wien – Für das Weltjournal schneidet Christian Wehrschütz gerade eine Doku über die Ukraine fünf Jahre nach dem Aufstand auf dem Kiewer Maidan und der russischen Annexion der Halbinsel Krim. Ins Land kann der ORF-Korrespondent vorerst nicht: Donnerstag erfuhr er, dass ihm der Geheimdienst der Ukraine die Einreise vorerst verweigert. 

Wehrschütz will dagegen mit rechtlichen Mitteln vorgehen, sagt er am Freitag dem STANDARD. Sobald er das Verbot schriftlich hat – und Erklärungen dafür. Bisher warfen ihm ukrainische Behörden – und ukrainische Onlineportale – Propaganda gegen die Ukraine, illegale Grenzübertritte zwischen Krim und Ukraine sowie in die ostukrainischen Rebellengebiete von Donezk und Luhansk vor. 

"Ideologie der Volksfeinde" 

"Ich habe Grenzen immer nur rechtmäßig überquert", sagt Wehrschütz. Der Propagandavorwurf sei lächerlich: "Wenn man sehen will, mit welchen Problemen und Herausforderungen die Ukraine konfrontiert ist, braucht man nur jede Woche die 'Kiew Post' lesen", verweist der ORF-Korrespondent auf die englischsprachige "Global Voice" der Ukraine. Aber, so Wehrschütz: "Wenn die Darstellung von Korruption und sich verschlechternder Medienfreiheit, wie sie Amnesty und Freedom House feststellen, anti-ukrainische Propaganda sind, dann nähern wir uns einer Ideologie der Volksfeinde."
mehr:
- Wehrschütz will rechtlich gegen Einreiseverbot der Ukraine vorgehen (der Standard, 08.03.2019)

Mein Kommentar:
kann ich gar nicht verstehen…
😂
3 Fragen an ORF-Journalist Christian Wehrschütz {3:11}

wochenblick.at
Am 09.02.2017 veröffentlicht 
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Christian Wehrschütz an der MH17-Unglücksstelle | 8 {3:32}

UndSieBewegt
Am 20.07.2015 veröffentlicht 
Diesen Freitag vor einem Jahr hat der Krieg in der Ostukraine einen traurigen Höhepunkt erreicht. Damals ist eine malaysische Passagiermaschine abgeschossen worden - und alle 298 Insassen sind dabei ums Leben gekommen.
Quelle
ORF 2 «ZiB 2» vom Freitag den 17. Juli 2015 um 22꞉10 Uhr
Die Sendung hatte laut Mediaresearch 470.000 Zuseher

Christian Wehrschütz: Flughafen von Donezk vorher und heute. Das Symbol der Krise! {2:06}

uncutnews.ch
Am 16.02.2015 veröffentlicht 
16.02.2015: Der Flughafen von Donezk als Symbol der Krise
Neben dem Flughafen in Kiew war der Flughafen von Donezk zweifellos der modernste in der Ukraine. Er symbolisierte auch die große Bedeutung des Donezbeckens für die Wirtschaft des Landes. Viel zu wenig beachtet wurde, dass die übrige Infrastruktur, vor allem die Straßen, in extrem schlechten Zustand waren und sind. In noch schlechterem Zustand ist nun der Flughafen, der nach monatelangen Kämpfen wohl gerade noch den Wert des verbliebenen Altmetalls hat. Davon konnte sich heute unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz überzeugen, der den Flughafen gemeinsam mit einer Gruppe von Journalisten besuchen konnte.
Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Donezk
Quelle: http://x2t.com/348554

Christian Wehrschütz in Donezk: Propagandakrieg geht munter weiter {1:11}

uncutnews.ch
Am 04.11.2014 veröffentlicht 
4. November 2014:Schärfere Tone zwischen Kiew und Donezk und neuer Beschuss.
Nach den Wahlen in den Rebellengebieten am Sonntag wurden deren Führer heute in Donezk und Lugansk zu den Präsidenten ihrer sogenannten Volksrepubliken angelobt. An der Zeremonie nahmen auch Abgeordnete aus Russland teil. Die Ukraine regaierte mit scharefn Worten auf Wahl und Angelobung. Außerdem sollen zusätzliche Soldaten in die Ostukraine verlegt werden, um mögliche Angriffe auf die Hafenstadt Mariupol und andere Städte abwehren zu können. In Mariupol und Donezk war auch heute wieder Geschützlärm zu hören, von einer Feuerpause kann kaum mehr die Rede sein:
Christian Wehrschütz Facebook:http://x2t.com/330602

Christian Wehrschütz in Donezk: Flughafen in trümmern, Kämpfe dauern an, OSZE-Beobachter vor Ort! {3:00}

uncutnews.ch
Am 15.10.2014 veröffentlicht 
15.Oktober 2104: Christian Ferdinand Wehrschütz aus der Ukraine!!!
Quelle: http://x2t.com/327861

Mainstream und Geopolitik: „Einem moralischen Diskurs wird alles Weitere untergeordnet“

Wir haben es mit einer Feindbildbetrachtung zu tun, die „politisch verstärkt“ wird. Das sagt der Nahost-Experte Michael Lüders im NachDenkSeiten-Interview zum Krieg in Syrien. Menschen tendierten generell dazu, die Welt in “Gut” und “Böse” zu unterteilen, aber sowohl Politik als auch Medien reduzierten den Konflikt ebenfalls auf ein einfaches Feindbildschema. Eigene machtpolitische Interessen, die auch in der westlichen Politik zu finden seien, würden einer moralischen Erzählung untergeordnet, nach der alles, was der Westen tue, sich lediglich an hohen moralischen Maßstäben orientiere. Der Bestseller-Autor verweist auf einen Vorfall, der im Januar bekannt wurde, wonach der Nationale Sicherheitsberater der USA einen Angriff unter falscher Flagge auf die US-Botschaft in Bagdad vorschlug, um so einen Vorwand für einen Krieg gegen den Iran zu schaffen – ein Vorschlag, dem die Militärs aber nicht folgten. Ein Interview von Marcus Klöckner.
mehr:
- Michael Lüders zur Geostrategie: „Einem moralischen Diskurs wird alles Weitere untergeordnet“ (Marcus Klöckner interviewt Michael Lüders, NachDenkSeiten, 08.03.2019)
von Michael Lüders siehe auch:
- Die Beziehung zum Großen Bruder: Immer nur Buckeln? (Post, 25.02.2019)
- Wie die Massenmedien Meinung lenken (Post, 25.02.2019)
- Moral als Speerspitze des Imperialismus oder Was nicht ins Narrativ paßt, wird durch Etikettierung »weggemacht« (Post, 26.04.2017)
- Moral als Speerspitze des Imperialismus oder Was nicht ins Narrativ paßt, wird durch Etikettierung »weggemacht« (Post, 26.04.2017)
- Giftgasangriff in Chan Schaichun (Syrien): Täter sind noch unbekannt (Post, 08.04.2017)

Grautöne Ep.#20 - Michael Lüders - Syrien: Krieg der Werte {1:06:50}

Grautöne
Am 26.09.2018 veröffentlicht 
▼Thema
Wir haben den Islam- und Politikwissenschaftler Michael Lüders getroffen, um mit ihm über sein neues Buch "Armageddon im Orient" zu sprechen: was hat das jahrzehntelange Engagement des Westens und insbesondere der USA für die Region gebracht? Wie ehrlich ist der öffentlich mediale Diskurs über den Krieg in Syrien und inwiefern spielen moralische Maßstäbe eine Rolle bei geopolitischen Entscheidungen?
▼Gast
Dr. Michael Lüders ist Islamwissenschaftler, Politologe und Publizist. Er gilt als Experte zu dem Themenkomplex Naher und Mittlerer Osten. Als Sachbuchautor hat er zahlreiche Bücher zu den Kriegen in Syrien, Irak und Afghanistan mit großem Publikumserfolg veröffentlicht. Sein neuestes Buch "Armageddon im Orient" ist kürzlich im C.H. Beck Verlag erschienen.
▼Mehr von Michael Lüders
Homepage: http://michael-lueders.de/
„Armageddon im Orient“ C.H. Beck Verlag: https://www.chbeck.de/lueders-armaged...
Michael Lüders über die Iran-Politik der USA: https://www.deutschlandfunk.de/trump-...
Foto Copyright © Christoph Mukherjee
http://www.grautoene.net
Chapters:
00:00:00
00:01:10 Sind Sie ein Zyniker, Herr Lüders?
00:06:30 Was bleibt nach Ihrer Analyse außer Resignation?
00:11:25 Welche legitimen geopolitischen Handlungsoptionen hat der Westen in Syrien?
00:22:50 Wie konnte sich Assad an der Macht halten?
00:38:00 Warum ist die arabische Welt in politischer Stagnation gefangen?
00:45:45 Wie soll der Westen auf Giftgasangriffe auf Zivilbevölkerung reagieren?
00:56:00 Warum gibt es einen Backlash in der deutschen Debatte über Islam, Flüchtlinge und Migration?
zum Giftgasangriff in Chan Schaichun siehe:
- Giftgasangriff in Chan Schaichun (Syrien): Täter sind noch unbekannt (08.04.2017)
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Daniele Ganser: Illegale Kriege in den Medien

Dr. Daniele Ganser: Mediennavigator (Erfurt 20.8.2018) {2:11:50}

Daniele Ganser
Am 25.02.2019 veröffentlicht 
Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 20. August 2018 in Erfurt über illegale Kriege, und wie diese in den Medien dargestellt werden.
Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich Kriege seit 1945 verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.
Trotzdem werden in den Medien immer wieder Texte und Bilder publiziert, die Angriffskriege unterstützen. Ganser zeigt konkrete Beispiele, darunter der Angriff auf Irak durch US-Präsident George Bush 2003 und die Bombardierung von Syrien durch US-Präsident Donald Trump 2017. Beide Angriffe wurden durch Medien wie Bild unterstützt, obschon sie illegal waren.
Ganser erklärt, dass es rund 80 bekannte Medienmarken gibt im deutschsprachigen Raum, darunter ARD, ZDF, NZZ, Bild, KenFM, Rubikon und RT. Auf dem Medien-Navigator kann die geopolitische Ausrichtung dieser Medien eingesehen werden. ARD, Spiegel und Bild sind NATO-konform, sie berichten über Kriege von NATO-Mitgliedstaaten oft unkritisch oder sogar unterstützend. KenFM, Rubikon und RT sind hingegen NATO-kritisch.
Ganser zeigt, dass gerade auch zum sensiblen Thema Terroranschläge vom 11. September 2001 die NATO-konformen Medien das Narrativ von US-Präsident George Bush blind übernommen haben, während NATO-kritische Medien wie Rubikon diese Erzählung als «Fake» betiteln.
Daniele Ganser ruft in seinem Schlusswort dazu auf, die Achtsamkeit zu stärken und das UNO-Gewaltverbot zu achten.
Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch
https://twitter.com/danieleganser
https://www.facebook.com/DanieleGanser
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Ein selten gewordener Genuß: Georg Schramm

Georg Schramm: "Ist die Zeit der Hofnarren vorbei?" L. Dombrowski kondoliert M. Sonneborn {51:49}

Martin Sonneborn
Am 06.03.2019 veröffentlicht 
Am 18. Februar war Georg Schramm auf Einladung des fraktionslosen Abgeordneten Martin Sonneborn (Die PARTEI) zu Gast im EU-Parlament.
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Männer sollten aufhören, über Frauen zu reden!

Frauentag Wie gut uns diese Geschichten tun: Wenn Männer endlich anfangen, über sich zu sprechen, wackelt das Patriarchat

Ich streike. Am 8. März ist Frauenstreik, und ich mache mit. Ich mag nicht mehr über unbezahlte Sorgearbeit schreiben, die Frauen verrichten – Kindererziehung, Putzen, Kochen, Beziehungsarbeit, wie satt habe ich alleine diese Aufzählung! Über die 21 Prozent, die Frauen weniger verdienen, über die rund 150 Frauenmorde pro Jahr. Ich will nicht mehr. Über das Geschlechterverhältnis schreiben.

Weil das alles doch bekannt ist. Es ist längst bekannt, weil Frauen schon genug Arbeit geleistet haben: Emanzipationsarbeit. Mir scheint, dass ein Punkt erreicht ist, an dem das Patriarchat wackelt. Ein Punkt, an dem die Frage aufkommt, wie sich die Männer nun verhalten. Nicht jene, die am Patriarchat festhalten, die laut zur Verteidigung wehrhafter Männlichkeit aufrufen wie Donald Trump oder Björn Höcke. Sondern jene, die deren Männlichkeit als giftig empfinden. Wie Jack Urwin.

Denn der Begriff „toxische Männlichkeit“ stammt ja nicht von Feministinnen. Es war der britische Autor Urwin, der 2017 über seinen Vater schrieb: einen Mann, der am Herzinfarkt starb, weil er sich nicht um die Herzschmerzen gekümmert, nicht darüber gesprochen hatte. Weil es ja „unmännlich“ gewesen wäre, darüber zu sprechen.

Männlich hingegen scheint es, über Frauen zu sprechen, denn das tun Männer viel. Sie sprechen darüber, ob eine Frau sich in Burka kleiden oder abtreiben darf und wie sie sich gegen Übergriffe wehren sollte. „Männern würde es guttun, zu kapieren, worin die männliche Rede schon ewig lange bestanden hat: im Verfassen von Gesetzen und Regeln insbesondere für Frauen“, sagte der Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit, als Mladen Gladić und ich ihn fragten, was Männer für die Emanzipation tun können. „Das Erste, was passieren muss, damit sich etwas ändert, ist: Männer sollten aufhören, über Frauen zu reden! Ganz egal, in welcher Weise. Auch nicht lobpreisend. Sie sollen die Klappe halten!“ 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung von Theweleits Männerphantasien sind seine Analysen nötiger denn je: weil Männer eine Orientierung gebrauchen können, wie Männlichkeit denn bitte aussehen soll, wenn nicht toxisch. Dafür müssen sie reden lernen, sagt Theweleit: über sich.

mehr:
- Ein Kerl wie ein Pfirsich (Els Koester, der Freitag, 08.03.2019)


[Bildquelle: Die Deutschen leben immer länger, Demografie Portal] 

mein Kommentar:
Männer sind soundso, Männer sind soundso, Männer tun dies, Männer tun das, Männer sollten dies, Männer sollten jenes…
Ich kann’s nicht mehr hören.

siehe auch:
- Sei dein Mann (Leander F. Bandura, der Freitag, 08.03.2019)
- Kate Manne im Interview "Sexismus ist die Theorie, Misogynie die Praxis" (Meredith Haaf interviewt Kate Manne, Süddeutsche, 07.03.2019)
- Das Zeitalter des Patriarchats (Charlotte Higgins, der Freitag, 24.12.2018)
- “Down girl” – die Logik der Misogynie (Charlotte Higgins, der Freitag, 14.08.2018)
- Sexismus: "Frauenfeindlichkeit hat eine soziale Funktion" (Claudia Steinberg, ZON, 24.11.2017)

Ein Schmankerl zum Frauentag: Knapp daneben ist auch vorbei!

Solche Absurditäten passieren auch, wenn man zementierte Geschlechterrollen vorlebt und gedankenlos an die nächste Generation weitergibt.
[Internationaler Frauentag. Ein Zwischenruf von der einzigen Frau im NachDenkSeiten-Team 😊, Anette Sorg, NachDenkSeiten, 08.03.2019]

Anette Sorg: Fünf Tatsachen stören mich gewaltig am Internationalen Frauentag.
1. Dass die Blumenhändler erst kürzlich entdeckt haben, dass man Frauen am 8.März mehr als eine Rose auf dem Marktplatz schenken kann, dass auch richtige Blumensträuße an diesem Tag auf neue Besitzerinnen warten. So viele Jahre musste ich also zwischen Valentinstag und Muttertag ohne Blumensträuße durchs Leben wandeln. Mit viel zu großer Verspätung wird mir jetzt erst die Zeit zwischen diesen beiden Hoch-Tagen des Blumenhandels versüßt. So viele trostlose, blumenlose Frühlinge liegen wegen solch verschlafener Händler hinter mir. Unentschuldbar!
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau {11:48}

Jürgen von der Lippe
Am 03.09.2018 veröffentlicht 
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau - aus dem Bühnenprogramm "Alles was ich liebe".

Der Bachelor und seine Objekte
So lange Frauen sich nicht entblöden, an primitiven Kuppelshows à la „Der Bachelor“ teilzunehmen und sich dort zur vom Manne auserwählten Ware degradieren zu lassen, ist ein Tag, an welchem auf erkämpfte – keinesfalls geschenkte – Rechte von Frauen aufmerksam gemacht wird, offensichtlich dringend notwendig. Wer sich als Objekt zur Verfügung stellt, muss sich nicht wundern, wenn sie als Objekt behandelt wird. Vermutlich drehen sich die vier Mütter des Grundgesetzes angesichts solcher Rückschritte im Grabe rum.
Mein Kommentar:
Wieso fokussiert die einzige Frau im NachDenkSeiten-Team nur auf die Frauen, die sich in solchen Shows zur Ware degradieren lassen?

Jürgen von der Lippe - Evolutionsbiologie {7:53}

Jürgen von der Lippe
Am 05.12.2016 veröffentlicht 
Aus der DVD - Das Beste aus 30 Jahren! http://amzn.to/2gEhyiH


Heute vor 109 Jahren – 8. März 1910: Die erste Pilotenprüfung einer Frau

Furchtlose Flugpionierin

In der Erinnerung an die frühen Flugpioniere darf auch eine Frau nicht fehlen: Elise Deroche (1886-1919), die sich als Schauspielerin Baronin Raymonde de Laroche (oder La Rache) nannte, suchte ab 1908 die Nähe zu den »Männern in fliegenden Kisten«. Der Konstrukteur Charles Voisin gab ihr ab 1909 Unterricht in seinem Einsitzer-Flugzeug. Am 22. Oktober des Jahres sollte Laroche nur das Rollfeld entlangfahren. Doch plötzlich hob sie – als erste Pilotin im Alleinflug – mit ihrem Fluggerät 270 m vom Boden ab. Nach weiteren Flugstunden absolvierte sie am 8. März 1910 als erste Frau der Welt die Pilotenprüfung. 
Pionierin der Luftfahrt: Raymonde de La Roche mit ihrem Doppeldecker
Ab 1910 nahm Laroche erfolgreich an mehreren Flugwettbewerben teil, doch im Juli 1910 verunglückte sie bei einer Flugschau in Reims schwer. Bei einem Autounfall im September 1912, bei dem Charles Voisin starb, erlitt sie erneut schwerste Verletzungen. Sie erholte sich wieder und gewann 1913 den Frauenpokal des Aero-Club de France für vier Stunden Nonstop-Flug. 1918 verbesserte Laroche den Frauenweltrekord im Dauerflug (423 km) und 1919 den Frauenweltrekord im Höhenflug (4800 m). Bei dem Versuch, als erste Frau eine Profikarriere als Testpilotin zu starten, starb sie am 18. Juli 1919 in Le Crotoy (Picardie) bei einem Absturz.

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019