Samstag, 3. August 2019

Arte hat in Syrien »unabhängige Journalisten« gefunden! 😂

Auf der Internet-Seite von Helmut Barth-Engelbarth habe ich folgenden Artikel gefunden:
Auch das arte-Journal bereitet den völkerrechtswidrigen BuWe-Einsatz in Syrien vor (barth-engelbart.de, 27.07.2019)

In dem verlinkten Arte-Film 
- Syrien: Idlib im Bombenhagel (Arte-Mediathek, verfügbar bis 02.06.2021)
wird Muaoya Hamoud sowohl als »syrischer Flüchtling« wie auch als »Aktivist der syrischen Revolution« bezeichnet, der »im täglichen Kontakt mit syrischen Journalisten« stehe.
Soweit so gut. 

Der Sprecher aus dem Off berichtet dann, »die Luftangriffe zielten auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur«. 24 Krankenhäuser und Kliniken seien durch die russische und syrische Luftwaffe zerstört worden.
Woher er das nur weiß…
Weiß er auch, daß die Rebellen gern Krankenhäuser als Standorte für ihre Luftabwehrraketen und MG-Nester suchen, da diese durch die Flagge des Roten Kreuzes »geschützt« sind?
Eine dieser »unabhängigen Journalistinnen«, Merna al Hassan, klagt, in dieser Gegend könne jeder jederzeit angegriffen werden.
Bis zu diesem Punkt steht Meinung gegen Meinung.
Jetzt aber:
Während Merna al Hassan redet, werden Video-Aufnahmen gezeigt, in der ein »Weißhelm« auf einer Baggerschaufel steht, und dann wird ein Verletzter auf einer Trage weggetragen. Telegen, ganz vorne, gehen dabei zwei Weißhelme; alle in ihrer typischen Kleidung mit dem »Weißhelme«-Logo auf ihrer Weste.
Bildquelle: Syrien / Unterstützung der Weißhelme (France Diplomatie, 22.07.2018)
Jetzt wird‘s mir zu blöde, an diesem Punkt ist für mich Schluß!
Wer sich nur aus den Mainstream-Medien informiert, ist der US-Propaganda hilflos ausgeliefert!

Gefälschte Rettungsaktion – Video wirft zahlreiche Fragen nach Glaubwürdigkeit der Weißhelme auf {3:49}

RT Deutsch
Am 23.11.2016 veröffentlicht 
Die westfinanzierte Zivilschutz-Organisation „Weißhelme“ hat ein Video veröffentlicht, welches die bereits in Frage stehende Glaubwürdigkeit der Organisation weiter erschüttert. Gegenüber RT verweist die Wissenschaftlerin und Journalistin Vanessa Beeley, auf den „außergewöhnlichen Soundtrack“ und das Make-up“, welche genauso aussähen wie in den vermeintlich „echten Videos“ der Weißhelme.
Die Organisation, welche behauptet „nicht-staatlich“ und „neutral“ zu sein, gab gegenüber RT zu, dass ihre Geldmittel fast ausschließlich aus westlichen Staaten stammen, vor allem den USA, Großbritannien und Deutschland. Auch weitere Aspekte werfen ein dubioses Licht auf die Organisation, die für den Friedensnobelpreis 2016 vorgeschlagen war. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

ZDF: Die Anstalt "7 Länder in 5 Jahren destabilisieren" - 20.10.2015 {12:27}

SelbstDenkerTV
Am 21.10.2015 veröffentlicht 

siehe auch:
- Zur Zeit hauptsächlich über Syrien (urs17982 – Facebook-basierte Bilder-Vergleiche)
- White Helmets: Helden oder Verbrecher? (Post, 23.12.2018)
- Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag in Aleppo weitet sich aus (Post, 09.12.2018)*
- „Weißhelme“: Die offizielle Version des Syrien-Kriegs bricht vor unseren Augen zusammen – endlich (Post, 02.08.2018)
- Weißhelm-Terroristen – eine Fotostrecke (Jens Wernicke, Blauer Bote, 23.07.2018)
zur Finanzierung der Weißhelme:
- Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)

Julian Assange – Ein Spion?

Nach zuvor nur einem Anklagepunkt haben die US-Justizbehörden nun 17 weitere Vorwürfe gegen den WikiLeaks-Gründer erhoben. Sie fallen unter das US-Spionagegesetz.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA liegt bei knapp 79 Jahren. WikiLeaks-Gründer Julian Assange, 47 Jahre alt, könnte nach US-amerikanischer Rechtsdefinition - theoretisch - aber noch mit 222 Jahren im Gefängnis sitzen.

Die US-Justizbehörden haben die Anklage gegen Assange um 17 weitere Anklagepunkte ausgeweitet, zuvor hatte es nur einen gegeben. Im Fall einer Auslieferung an die USA und einer Verurteilung in allen Punkten droht Assange eine Höchststrafe von insgesamt bis zu 175 Jahren Haft, teilte das Justizministerium in Washington mit. Nach der neuen Anklageschrift, die die bisherige ersetzt, wird Assange wegen der Veröffentlichung von Geheimmaterial nun auch unter dem US-Spionagegesetz angeklagt.

In Großbritannien ist Assange wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Die USA haben offiziell einen Auslieferungsantrag gestellt. Er hat angekündigt, sich dagegen mit allen juristischen Mitteln zu wehren. Auch die schwedische Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung beantragt.

Der gebürtige Australier war 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Er fürchtete, später an die USA ausgeliefert zu werden. Einen Auslieferungsantrag aus Amerika gab es damals aber noch nicht. Die amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning hatte Wikileaks 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente über US-Einsätze im Irak und in Afghanistan zukommen lassen.

mehr:
- Neue Anklage in den USA Julian Assange drohen bis zu 175 Jahre Haft (hba/dpa/AFP, SPON, 23.05.2019 – Hervorhebung von mir)
Zu dem fett hervorgehobenen Satz habe ich schon was geschrieben:
- Desinformation: Der Spiegel lügt nicht! (Er führt nur in die Irre!) (Post, 23.05.2019)

siehe auch:

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Laut den in den Global Intelligence Files veröffentlichten Aussagen eines ehemaligen Bundesagenten und damaligen Vizepräsidenten des amerikanischen Unternehmens Strategic Forecasting (Stratfor) bereitete die US-Regierung angeblich spätestens ab Januar 2011 eine ‚geheime Anklage‘ (‚sealed indictment‘) gegen Assange vor einer nicht öffentlich tagenden Grand Jury vor.[183] Das Justizministerium der Vereinigten Staaten nahm dazu zunächst keine Stellung. In den USA kann eine Anklageschrift versiegelt werden, um sie geheim zu halten.
Bis zum Sommer 2012 gelang es den Behörden der Vereinigten Staaten nicht, eine Anklage gegen Assange zu formulieren oder einen Auslieferungsantrag an Großbritannien zu stellen.[183] Auch das schwedische Justizministerium erklärte im August, von keinem US-Auslieferungsantrag zu wissen. Cecilia Riddselius, die zuständige Direktorin im schwedischen Justizministerium, betonte, dass gemäß der Grundrechte-Charta der EU eine Auslieferung in die USA nur dann möglich sei, wenn keine Gefahr für das Leben des Gefangenen bestehe.[184]
Im November 2013 erklärte das US-Justizministerium unter Obama, dass Assange nicht wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente angeklagt werden könne, da man sonst gleichzeitig auch Journalisten und Medien wie The Guardian oder die New York Times anklagen müsse, die ebenfalls vielfach im Rahmen ihrer Arbeit geheime Dokumente veröffentlicht hatten.[185] Angestellte oder Dienstleister des Staates wie Bradley Manning oder Edward Snowden, welche die geheimen Informationen dagegen entgegen ihren Verträgen entwendet hatten, konnten im Gegensatz dazu nach dem Spionagegesetz angeklagt werden. Nach dieser Stellungnahme des Justizministeriums liefen die Untersuchungen der Grand Jury zu WikiLeaks aber weiter und Assange konnte daher später noch für mögliche andere, kriminelle Aktivitäten angeklagt werden. Es wurde zudem offiziell erklärt, dass es zu dem Zeitpunkt keine ‚geheime Anklage‘ (‚sealed indictment‘) der Grand Jury gab.[186]
Nach der Amtseinführung Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten teilte der von ihm ernannte neue US-Justizminister Jeff Sessions am 20. April 2017 mit, dass die Festnahme Assanges sowie die Bekämpfung der Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen unter der neuen Regierung Priorität bekommen habe. Es sollten Anklagen gegen Assange vorbereitet werden – auch wegen Verstoßes gegen das Spionagegesetz. Durch irrtümlich im August 2018 vor Gericht eingereichte Justizakten wurde bekannt, dass bereits an der Erstellung einer Anklageschrift gearbeitet wurde.[187][188]
[Julian Assange, USA, Wikipedia, abgerufen am 08.11.2019 – Hervorhebungen und Korrektur der Fußnote 183 (1. Absatz) von mir] 

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Am 26. Januar 2011 sandte Fred Burton, der Vizepräsident von Stratfor, einem führenden privaten Geheimdienstunternehmen, das sich als eine Art Schatten-CIA ausgibt, eine aufgeregte E-Mail an seine Kollegen. "Text Not for Pub", schrieb er. "Wir" – das heißt die US-Regierung – "haben eine versiegelte Anklage gegen Assange. Bitte schützen Sie.“
Die Nachricht war, wenn sie wahr ist, eine Bombe. Zu dieser Zeit hat das Justizministerium seine Ermittlungen gegen Julian Assange, den Gründer der Anti-Geheimhaltungs-Gruppe WikiLeaks, intensiviert, die in den letzten Jahren Hunderttausende sensibler Regierungsdokumente veröffentlicht hat. Eine Anklage nach dem Spionagegesetz von 1917 wäre die bislang schwerwiegendste Maßnahme gegen Assange, die möglicherweise den Weg für seine Auslieferung in die USA ebnet (Assange befindet sich derzeit in Großbritannien unter Hausarrest und kämpft gegen die Auslieferung an Schweden wegen sexueller Übergriffe.)

[…] Wie Glenn Greenwald von Salon im vergangenen Mai berichtete, hatte eine geheime Jury begonnen, in einem Gerichtssaal in Alexandria, Virginia, Aussagen von Wikileaks-Anhängern zu machen. Im Dezember versuchten die Staatsanwälte während der vorgerichtlichen Anhörungen von Bradley Manning, dem Army Private, der WikiLeaks angeblich 2009 eine riesige Menge an Verschlusssachen zur Verfügung gestellt hatte, den Richter wiederholt davon zu überzeugen, dass Assange sich mit Manning zusammengetan hatte, um die Daten freizugeben.

Assange, der hier in einer Erklärung auf die Enthüllung der Anklage reagiert, ist zu einer Obsession für US-Geheimdienste und Regierungsbeamte geworden, und die Mitarbeiter von Stratfor bilden da keine Ausnahme. Der Name des WikiLeaks-Gründers taucht in den letzten zwei Jahren 2102 Mal in seinen E-Mails auf . Das Gift, das Assange (und auch Bradley Manning) im internen E-Mail-Verkehr vorbehalten ist, ist hoch: "Erstaunliche Dummheiten", sagt ein Analyst in Bezug auf Assange. Ein anderer schreibt und bezieht sich auf die Anschuldigungen wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen Assange sowie auf seinen familiären Hintergrund: „Einen Vergewaltiger von der Straße zu holen heißt, einen Vergewaltiger von der Straße zu holen. Außerdem besitzt seine Mutter ein Marionettentheater. “Derselbe Analytiker fährt in einer weiteren E-Mail fort:„ Ich freue mich darauf, dass Manning und Assange mit tausendfacher Spionage konfrontiert werden. “Eine letzte Nachricht eines weiteren Sratfor-Analytikers, die nach der Verhaftung von gesendet wurde 16 Anonyme Hacktivisten letzten Juli: "Diese Arschlöcher sollten das Todesurteil bekommen, zusammen mit ihrem Helden Julian = Assange." 

[Michael Hasting, WikiLeaks Stratfor Emails: Eine geheime Anklage gegen Julian Assange?, Rolling Stone (Google-Übersetzer) – Original, 28.02.2012 – Die beiden Hervorhebungen am Ende des letzten Absatzes von mir]

WIKILEAKS: Ausweitung der US-Anklage gegen Assange stößt auf scharfe Kritik {0:38}

WELT Nachrichtensender
Am 24.05.2019 veröffentlicht 
Die US-Justiz hat die Anklage gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange drastisch verschärft und damit massive Kritik von Bürgerrechtlern ausgelöst. Assange droht nun im Fall einer Auslieferung an die USA und einer Verurteilung in allen Punkten eine Höchststrafe von bis zu 175 Jahren Haft, wie das das US-Justizministerium am Donnerstag mitteilte. Gemäß der neuen Anklageschrift wird der 47-Jährige wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten jetzt auch nach dem US-Spionagegesetz angeklagt. Kritiker sprachen von einem Angriff der Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Pressefreiheit.
Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU betonte, erstmals habe die Regierung Anklage gegen jemanden erhoben, der wahre Informationen veröffentlicht habe. «Das ist eine außergewöhnliche Eskalation der Angriffe der Trump-Regierung auf den Journalismus.» Damit werde ein «gefährlicher Präzedenzfall» geschaffen, der dazu genutzt werden könne, Medien anzugreifen, die geheime Informationen der Regierung veröffentlichten. Die Enthüllungsplattform Wikileaks sprach auf Twitter von einem «beispiellosen Angriff auf die freie Presse».
Jameel Jaffer vom Knight First Amendment Institute der Columbia University in New York sagte: «Die Anklage beruht fast ausschließlich auf dem Verhalten, das investigative Journalisten täglich an den Tag legen.» Das Reporter-Komitee für die Pressefreiheit (RCFP) kritisierte, die Anwendung des Spionagegesetzes, um Erhalt und Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu kriminalisieren, stelle eine «fatale Bedrohung» für Journalisten dar. Das gelte unabhängig davon, dass das Justizministerium Assange nicht für einen Journalist halte.
Der Leiter der Abteilung für Nationale Sicherheit im Justizministerium, John Demers, sagte, das Ministerium «nimmt die Rolle von Journalisten in unserer Demokratie ernst». Es werde nie Politik seines Hauses sein, Journalisten für deren Berichterstattung anzugreifen. Demers fügte hinzu: «Julian Assange ist kein Journalist.» Die US-Behörden argumentieren unter anderem, dass Wikileaks ohne Rücksicht auf Konsequenzen Geheimdokumente veröffentlichte, die Namen von US-Informanten enthielten.
Assange wurde in Großbritannien wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt. Die USA fordern seine Auslieferung. Allerdings hat auch die schwedische Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung beantragt.
In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen.
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Video 2019 erstellt
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Durch ein peinliches Versehen ist bekanntgeworden, dass die USA im Geheimen rechtliche Schritte gegen Julian Assange angestrengt haben. Der Wikileaks-Chef befindet sich wegen der Publikation von Geheimakten und seiner Kollaboration mit Russland im Visier der Behörden.
Die amerikanischen Justizbehörden haben eine Anklage gegen den Leiter der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, erhoben oder zumindest vorbereitet. Dies geht aus Justizakten hervor, die im August irrtümlich vor Gericht eingereicht worden waren und in der Nacht auf Freitag durch einen Zufall ans Licht kamen. Demnach hat die Bundesstaatsanwaltschaft in Virginia versehentlich die Akten zweier Fälle durcheinandergebracht. Eigentlich zur Geheimhaltung vorgesehene Papiere im Fall Assange leitete sie zusammen mit einer völlig anderen Eingabe an das zuständige Gericht weiter. Der Lapsus wurde von einem in Washington tätigen Wissenschafter entdeckt und über Twitter publik gemacht – mit einem Augenzwinkern: Das Studium von Gerichtsakten sei billiger als ein Zeitungsabonnement, meinte der Justizexperte.
Anklagepunkte unbekannt
Die Umstände der Enthüllung sind skurril, der Hintergrund des Strafverfahrens ist jedoch ernst: Die amerikanische Justiz hat den gebürtigen Australier Assange im Visier, weil er über seine Enthüllungsplattform Hunderttausende von diplomatischen Depeschen sowie geheimen Akten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlicht hat. Diese Dokumente waren Wikileaks vom amerikanischen Soldaten Bradley Manning (heute bekannt unter dem Namen Chelsey Manning) zugespielt worden.
Zudem veröffentlichte die Enthüllungsplattform vor zwei Jahren während des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei. Diese Dokumente waren laut Erkenntnissen der amerikanischen Justizbehörden von Hackern des russischen Militärgeheimdiensts GRU erbeutet und daraufhin an Wikileaks übermittelt worden. Assange, ein erklärter Gegner der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, liess sich auf diese Weise von Moskau einspannen und leistete dem heutigen Präsidenten Donald Trump indirekte Schützenhilfe. Welche konkreten Anklagepunkte Assange zur Last gelegt werden, geht aus den nun durchgesickerten Akten jedoch nicht hervor.[Andreas Rüesch, US-Staatsanwalt enthüllt irrtümlich Anklage gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange, NZZ, 16.11.2018]
Mein Kommentar:
Zu den beiden Sätzen in der NZZ:
»Diese Dokumente waren laut Erkenntnissen der amerikanischen Justizbehörden von Hackern des russischen Militärgeheimdiensts GRU erbeutet und daraufhin an Wikileaks übermittelt worden. Assange, ein erklärter Gegner der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, liess sich auf diese Weise von Moskau einspannen und leistete dem heutigen Präsidenten Donald Trump indirekte Schützenhilfe.«
kann ich nur den Kopf schütteln!
DIE US-JUSTIZBEHÖRDEN ERKENNEN REIN GARNICHTS! 
DIE BEKOMMEN EINFACH NUR INFORMATIONEN! – PUNKT!
UND VON WEM STAMMEN DIE?
ANTWORT: VON US-GEHEIMDIENSTEN! – PUNKT!
ERKENNTNISSE? DASS ICH NICHT LACHE!
Und: »-behörden« – klingt doch sowas von seriös!? 
siehe dazu:
- Die Tagesschau in transatlantischer Solidarität: Hexenjagd auf Julian Assange (Post, 25.07.2019)
- 👻 Der Geheimdienst informiert? 😜 (Post, 16.05.2019)
- Schweden: Wie man einen Staat umdreht (Post, 15.05.2019)
- Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 15.03.2019)
- Die Briten völlig von der Rolle: Integrity Initiative taucht ab (Post, 24.01.2019)
- Die Infokrieger im Dienste ihrer Majestät (Jens Berger, NachDenkSeiten, 20.12.2018 – empfohlen!)
- Integrity Initiative: Britische Beeinflussungskampagne gegen Russland? (Post, 26.11.2018)
- Die Propaganda-Fabrik (Thomas Röper, Rubikon, 10.10.2018)
- Desinformation über Desinformationskampagnen (Post, 10.10.2018)
- Unwort des Jahres: Lügenpresse (Post, 24.01.2016)
- Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)



Drei Jahre lang hatten die US-Demokraten, die bürgerlichen Medien und der Geheimdienst verbreitet, Assange sei ein „russischer Agent“. Dieser Verschwörungstheorie („Russiagate“) hat der Richter mit seinem Spruch, die Klage des DNC sei „mit Vorurteilen behaftet“, einen herben Rückschlag versetzt.

Richter John Koeltl vom US Bezirksgericht New York-Süd wies die Verleumdung, der WikiLeaks-Gründer habe mit Russland „konspiriert“, ausdrücklich zurück. Diese Entscheidung stellt Assanges Ruf als Journalisten und Herausgeber wieder her und widerlegt die Behauptung, die Veröffentlichung von durchgesickerten E-Mails der DNC durch WikiLeaks im Jahr 2016 sei ein illegaler Akt gewesen.

Trotz der Bedeutung dieses Urteils und seiner klaren Aussagekraft hat die gesamte Medienwelt in den USA und weltweit die Entscheidung fast vollkommen ausgeblendet.

Das allgemeine Schweigen über die Gerichtsentscheidung reicht von der New York Times (die gerade mal sechs Absätze auf Seite 25 darüber brachte), der Washington Post und den Abendnachrichtensendungen im Fernsehen bis hin zu den „alternativen“ Websites wie „Intercept“ und den Veröffentlichungen der Pseudolinken. Man kann es nur als koordinierte politische Verschwörung bezeichnen.

Das Schweigen der Medien soll jede Diskussion über das Urteil unterdrücken, denn es entlarvt alle Lügen, mit deren Hilfe Assange verleumdet und isoliert worden ist. Eine Fortsetzung der internationalen Kampagne gegen Assange – der mit WikiLeaks die Kriegsverbrechen, Lauschangriffe und diplomatischen Verschwörungen der USA entlarvt hat – ist sonst nicht länger zu rechtfertigen. Gnadenlos haben die New York Times, die Washington Post und andere Medien Assange als „russischen Agenten“ verleumdet und ihn als Dreh- und Angelpunkt einer Verschwörung hingestellt, die ihren Ursprung in Moskau habe. Diese Veröffentlichung, so die Medien, habe die Demokratische Kandidatin Hillary Clinton bei den US-Wahlen 2016 um die Präsidentschaft gebracht.

Nun sind diese Behauptungen einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen worden, und wie sich zeigte, sind sie nichts weiter als ein Gespinst aus Lügen und Erfindungen. Und auf einmal tritt Funkstille ein. Wäre das Urteil zugunsten der DNC ausgefallen, dann wäre es fraglos mit dicken Schlagzeilen und seitenlangen Berichten gefeiert worden.

Diese Art der Reaktion entlarvt die Medien als staatliche Propagandaorgane. Sie beteiligen sich aktiv an der Treibjagd der Demokratischen Partei, der Trump-Administration und der gesamten herrschenden Elite. Weil Assange das „Verbrechen“ begangen hat, die Wahrheit zu veröffentlichen, wollen sie ihn für den Rest seines Lebens hinter amerikanischen Gittern sehen.

[Oscar Grenfell, US-Demokraten mit Klage gegen Julian Assange gescheitert – Medien schweigen zum Gerichtsurteil gegen DNC, WSWS, 03.08.2019 – Hervorhebungen von mir]
 

mein Kommentar:
Das erinnert mich an 
- Der Giftgasangriff in Chan Schaichun, April 2017 – Propagandakrieg oder Massenhysterie? (Post, 13.05.2018)
Die OPCW-Ermittler sind nicht vor Ort und bekommen von irgendwelchen Leuten irgendwelche Bodenproben. Und heraus kommt: Es war mal wieder Assad!
Und oben mit der NZZ dasselbe: Irgendwelche Geheimdienste tischen irgendwelche Lügen auf (mich wundert ja, daß man auf Assanges Computer noch keine Kinderpornos gefunden hat – aber das kommt vielleicht noch), erzählen die irgendwelchen Juristen, und heraus kommt: Erkenntnisse der Justiz!


Die Schriftsteller-Vereinigung PEN hat US-Präsident Barack Obama aufgerufen, die Klage gegen den US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden einzustellen. Snowden habe den USA und der Welt einen großen Dienst erwiesen, begründete Josef Haslinger, Präsident des PEN-Zentrum Deutschland das Schreiben.

Das Spionagegesetz, nach dem Snowden verfolgt werde, sei völlig veraltet und gar nicht auf Whistleblower ausgerichtet, sagte Haslinger. Es sei daher unsinnig, das Gesetz als Grundlage der Anklage zu nehmen. Er verstehe den PEN-Brief als weltweite Unterstützung für Snowden und die Debatte, die auch in den USA zu seinen Gunsten geführt werde. 

[PEN-Zentrum fordert in offenem Brief Schutz für Snowden, Deutschlandfunk Kultur, 05.08.2013 – Hervorhebung von mir]
Catch-22 (4/10) Movie CLIP - I'm Desperate (1970) HD {2:40 – Start bei 1:17}
Movieclips
Am 23.11.2011 veröffentlicht 
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CLIP DESCRIPTION:
When Yossarian (Alan Arkin) is injured, his desperation to leave the military is increased.
FILM DESCRIPTION:
Director Mike Nichols and writer-actor Buck Henry followed their enormous hit The Graduate (1967) with this timely adaptation of Joseph Heller's satiric antiwar novel. Haunted by the death of a young gunner, all-too-sane Capt. Yossarian (Alan Arkin) wants out of the rest of his WW II bombing missions, but publicity-obsessed commander Colonel Cathcart (Martin Balsam) and his yes man, Colonel Korn (Henry), keep raising the number of missions that Yossarian and his comrades are required to fly. After Doc Daneeka (Jack Gilford) tells Yossarian that he cannot declare him insane if Yossarian knows that it's insane to keep flying, Yossarian tries to play crazy by, among other things, showing up nude in front of despotic General Dreedle (Orson Welles). As all of Yossarian's initially even-keeled friends, such as Nately (Art Garfunkel) and Dobbs (Martin Sheen), genuinely lose their heads, and the troop's supplies are bartered away for profit by the ultra-entrepreneurial Milo Minderbinder (Jon Voight), Yossarian realizes that the whole system has lost it, and he can either play along or jump ship. Though not about Vietnam, Catch-22's ludicrous military machinations directly evoked its contemporary context in the Vietnam era. Cathcart and Dreedle care more about the appearance of power than about victory, and Milo cares for money above all, as the complex narrative structure of Yossarian's flashbacks renders the escalating events appropriately surreal. Confident that the combination of a hot director and a popular, culturally relevant novel would spell blockbuster, Paramount spent a great deal of money on Catch-22, but it wound up getting trumped by another 1970 antiwar farce: Robert Altman's MASH. With audiences opting for Altman's casual Korean War iconoclasm over Nichols' more polished symbolism, the highly anticipated Catch-22 flopped, although the New York Film Critics Circle did acknowledge Arkin and Nichols. Despite this reception, Catch-22's ensemble cast and pungent sensibility effectively underline the insanity of war, Vietnam and otherwise.
CREDITS:
TM & © Paramount (1970)
Cast: Alan Arkin, Anthony Perkins
Director: Mike Nichols
Producers: John Calley, Martin Ransohoff, Clive Reed
Screenwriters: Joseph Heller, Buck Henry

Even playing Donald Rumsfeld Steve Carell can’t resist from laughing. vicemovie stevecarell {0:36}
Daniel Fort
Am 08.01.2019 veröffentlicht 
Steve Carell laughing 
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Mit der Tech-Oligarchie in die Knechtschaft

„Es scheint keinen stichhaltigen Grund zu geben, dass eine durch und durch wissenschaftliche Diktatur je gestürzt werden sollte.“ (Aldous Huxley, Wiedersehen mit der Schönen Neuen Welt.)
Die jüngsten Bemühungen, einen kritischen Blick auf die sogenannte „Tech-Oligarchie“ zu werfen, oder sie sogar zu zerschlagen, konnten auf beiden Seiten des Atlantiks Unterstützer gewinnen. Sie konnten sogar die tiefe Spaltung in der amerikanischen Politik überwinden. Die unmittelbaren Bedenken beziehen sich auf Dinge wie die Kontrolle von Schlüsselmärkten durch eine oder zwei Firmen oder die enorme Konzentration von Reichtum in den Händen der Tech-Elite. Zunehmend wird auch die Kontrolle und Manipulation von Informationen durch die Oligarchie thematisiert.
Was aber nicht ansatzweise so viel diskutiert wird, ist das Endziel der Oligarchen. Was für eine Welt schwebt ihnen für uns vor? Ihre gesellschaftliche Vision ist eine, welche die meisten Menschen – egal, ob sie sich als links oder konservativ betrachten – wohl nicht gerne sehen würden. Und dennoch könnte sie Realität werden – für uns, und noch viel mehr für unsere Kinder – wenn wir ihr nicht Einhalt gebieten.
Vor über 40 Jahren beschrieb der Futurist Alvin Toffler in seinem Buch „Die dritte Welle“ die Technik als das „Morgengrauen einer neuen Zivilisation“. Er betrachtete neue Technologien als riesige Chance für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und der Menschheit. Tatsächlich bewegen wir uns Schritt für Schritt auf das zu, was Taichi Sakaiya „hochtechnologisiertes Mittelalter“ genannt hat. In seinem wegweisenden Werk „The Coming of Post-Industrial Society“ von 1973 hat Daniel Bell vorhergesagt, was passieren würde, wenn wir einer kleinen Zahl von Technikern und Finanziers die ultimative wirtschaftliche und kulturelle Macht übergeben, die Möglichkeit, jeden Aspekt des menschlichen Lebens und der menschlichen Gefühle zu monetarisieren. Wir würden diesen Menschen die Chance geben, den Traum eines „Sozial-Alchemisten“ zu erfüllen – der Traum „die Massengesellschaft zu ordnen“.
mehr:
- Mit der Tech-Oligarchie in die Knechtschaft (Joel Kotkin, AchGut, 03.08.2019)

Stalin at War - Stephen Kotkin {54:00}

Institute for Advanced Study
Am 09.04.2019 veröffentlicht 
More videos on http://video.ias.edu
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Kinoempfehlung: Der unverhoffte Charme des Geldes

Der neueste Film des Kanadiers Denys Arcand über den Untergang des amerikanischen Imperiums
"Das Universum des Geldes ist unendlich groß. Niemand kann Ihnen sagen, wieviel genau davon im Umlauf ist. Wir sprechen hier von Milliarden, wenn nicht Billionen" - schon dieser Dialogsatz ist eine Fabel, denn genau genommen müsste man von Trilliarden sprechen. Allein die Bargeldsumme der Welt liegt bei einer zweistelligen Billiardenzahl. In jedem Fall aber gilt: Der eigentlich Hauptdarsteller dieses Films ist das Geld. Es gibt ziemlich viel davon, aber ziemlich wenige haben wirklich genug.

Ums Geld dreht sich alles

Ums Geld dreht sich alles, es steht im Zentrum der Handlung. Die wichtigste menschliche Hauptfigur heißt Pierre-Paul. Der ist ein junger und hochintelligenter Mann, zugleich aber eine Art lebensfremder Stadtneurotiker, wie ihn Woody Allen nicht präziser und lustiger zeichnen könnte. 
Er arbeitet für einen Billiglohn als Paket-Kurierfahrer im kanadischen Montreal, und in seiner Freizeit liest er Philosophen. Seine Freundin Linda ist Bankangestellte, ihr hält er beim gemeinsamen Date lange Vorträge in einer Mischung aus Verzweiflung und Intellektuellenhochmut:
"Die großen Schriftsteller waren alle dumm wie Stroh. Dostojewski hat die Pelze seiner Frau versetzt. Er war spielsüchtig. Er war sicher zu gewinnen und blind gegenüber den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit. Tolstoi hat seinen Dienern verboten, sich impfen zu lassen, und Louis Ferdinand Celine floh aus Frankreich und kam bei der SS unter - ein Vollidiot. Hemingway sah sich selbst als Boxer - was für tolle Genies!"
Berechtigte Rückfrage: "Wenn du so schlau bist, warum leitest du dann keine Bank oder arbeitest in der Universität?"
mehr:
- Die fabelhafte Welt des Kapitalismus (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 03.08.2019)
siehe auch:
- Aspasia von Milet (Lexikon der Philosphinnen, undatiert)
- Globales Finanzcasino (Ernst Wolff, Telepolis, 02.08.2019)
- Armut als Schicksal? (Thomas Pany, Telepolis, 01.08.2019)
- Armut als Schicksal? (Werner Vontobel, Info-Sperber, 31.07.2019)
- Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn arbeitet künftig für ukrainische Bank (Manager Magazin, 05.02.2016)
- Freispruch für Dominique Strauss-Kahn (Alex Veiel, FR, 12.06.2015)
Der Therapeut, der behauptet zu wissen,
was sich im Dunklen des Unbewußten seiner Patienten verbirgt,
gleicht dem Jungen, der im Keller singt,
damit er nicht so viel Angst hat.
[Wolfgang Schmidbauer]

Denys Arcand - 28 minutes - ARTE {3:45}

28 minutes - ARTE
Am 13.02.2019 veröffentlicht 
Sandrine le Calvez troque la « Mise au point » pour dresser le portrait de notre invité spécial, le réalisateur québécois Denys Arcand. 
28' est le rendez-vous quotidien d'actualité sur ARTE, 100% bimédia, du lundi au vendredi dès 20h05. Retrouvez toutes les informations sur notre site : http://www.arte.tv/28minutes.

Der Niedergang des amerikanischen Imperiums - Trailer {2:25}

YouTube-Filme
Am 17.12.2017 veröffentlicht 
Was denken Frauen wirklich über Männer? Worüber reden sie, wenn keine Männer in der Nähe sind? Und was ist mit Männern, worüber reden sie? Phantasien, Versuchung, Begierde, Affären, Untreue, Geständnisse, Akrobatik, und alles andere, was Sex zum einzigen Thema macht, über das es sich zu sprechen lohnt. Jedes Tabu wird in diesem unvergesslichen Klassiker über moderne Beziehungen auf höchst amüsante Art gebrochen.

DER UNVERHOFFTE CHARME DES GELDES | Trailer & Filmclips [HD] {4:38}

vipmagazin
Am 02.07.2019 veröffentlicht 
http://youtube.com/vipmagazin | "Der unverhoffte Charme des Geldes" (Trailer deutsch german) | Kinostart: 01.08.2019
--- Bitte ABONNIEREN/LIKEN nicht vergessen:
• http://www.youtube.com/vipmagazin
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Offizieller deutscher Kino-Trailer zu dem Film "Der unverhoffte Charme des Geldes".
Originaltitel: La Chute de l’Empire américain
Krimikomödie, CA 2019
Filmverleih: MFA/FilmAgentinnen
Filmlänge: 123 Minuten
FSK-Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Kinostart (DE): 01.08.2019
Schauspieler/Darsteller: Alexandre Landry, Maripier Morin, Rémy Girard, Louis Morisette, Maxim Roy, Pierre Curzi u.a.
Regisseur: Denys Arcand
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Was passiert, wenn ein eingefleischter Kapitalismusgegner buchstäblich an Säcke voller Kohle kommt, zeigt "Der unverhoffte Charme des Geldes", der neue Film des für DIE INVASION DER BARBAREN mit dem Oscar ausgezeichneten Kanadiers Denys Arcand. Nach einigen anfänglichen, nicht ausschlagbaren Annehmlichkeiten stellt sich für den Protagonisten Pierre-Paul bald die Frage: Wohin mit dem vielen Geld? Denn nicht nur die Mafia und das Finanzamt, sondern auch zwei gewiefte Polizisten haben ein verdächtig großes Interesse an seinem neuen Reichtum. Doch mithilfe eines gerade erst aus dem Knast entlassenen Finanzgenies, eines Offshore-Bankers und einer neuen, teuren Freundin gelingt es ihm, ein System auszutricksen, in dem alles nur auf Erfolg und Geld ausgerichtet ist.
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DER UNVERHOFFTE CHARME DES GELDES Kritik Review (2019) {5:43}

Robert Hofmann
Am 17.07.2019 veröffentlicht 
"Der unverhoffte Charme des Geldes" Kritik Review 2019 | Abonnieren ➢ http://bit.ly/DVDKritik | (OT: La Chute de l’Empire américain) Filmkritik & Review 2019
Schaut hier den gesamten Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=OnDyo...
Mit: Alexandre Landry, Maripier Morin, Rémy Girard
Inhalt: Was passiert, wenn ein eingefleischter Kapitalismusgegner buchstäblich an Säcke voller Kohle kommt, zeigt DER UNVERHOFFTE CHARME DES GELDES, der neue Film des für DIE INVASION DER BARBAREN mit dem Oscar® ausgezeichneten Kanadiers Denys Arcand. Nach einigen anfänglichen, nicht ausschlagbaren Annehmlichkeiten stellt sich für den Protagonisten Pierre-Paul bald die Frage: Wohin mit dem vielen Geld? Denn nicht nur die Mafia und das Finanzamt, sondern auch zwei gewiefte Polizisten haben ein verdächtig großes Interesse an seinem neuen Reichtum. Doch mithilfe eines gerade erst aus dem Knast entlassenen Finanzgenies, eines Offshore-Bankers und einer neuen, teuren Freundin gelingt es ihm, ein System auszutricksen, in dem alles nur auf Erfolg und Geld ausgerichtet ist.
➝ Weitere mit den Hauptdarstellern: Alexandre Landry https://amzn.to/2SkWf90 | Maripier Morin https://amzn.to/2XOmQBp | Rémy Girard https://amzn.to/2Y6h7Gn |
INFOS ZUM FILM
➝ auf IMDb: https://www.imdb.com/title/tt7231342/
Titel:
Originaltitel: La Chute de l’Empire américain
Deutscher Kinostart: 01. August 2019
Lauflänge: 123 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Genre: Krimi, Komödie
Im Verleih von MFA

DER UNVERHOFFTE CHARME DES GELDES | Trailer & Filmclips [HD] {3:27}

vipmagazin
Am 10.07.2019 veröffentlicht 
s.o.

Freitag, 2. August 2019

Hans-Joachim Maaz – Die normopathische Gesellschaft

M-PATHIE – Zu Gast heute: Hans-Joachim Maaz – Die normopathische Gesellschaft {1:05:38}

KenFM
Am 02.08.2019 veröffentlicht 
Dr. Hans-Joachim Maaz ist Mediziner, Psychiater, Psychoanalytiker und Autor zahlreicher Bücher. Maaz war Chefarzt einer psychotherapeutischen und psychosomatischen Klinik in Halle. Heute arbeitet er in der Hans-Joachim Maaz - Stiftung für Beziehungskultur. Gerade im Bereich der Gesellschaft weiß Maaz Wichtiges herauszuarbeiten und dies leicht verständlich zu erklären. Maaz ist einer der führenden Gesellschaftskritiker in diesem Land geworden, den auch die Öffentlich-rechtlichen Medien einladen.
In diesem Gespräch geht Hans-Jochim Maaz tief in die Krankheit unserer Konsum- und Wettbewerbsgesellschaft hinein. Er erklärt vom Kleinkind bis hin zum Erwachsenwerden die möglichen Störungen, denen wir alle mehr oder weniger unterliegen könnten und zeigt auf, wie diese Störungen die Identität und Sinnstiftung der Menschen und seine Gesellschaft bilden und auch abbilden. Eines der wichtigen Merkmale gesunder Erwachsener sieht Hans-Joachim Maaz in den Beziehungen, denen wir durch die Zielsetzungen der Gesellschaft selbst unterliegen.
Wenn einem Kind vorgegeben wird, wie es handeln soll, was richtig und was falsch ist, was es zu tun oder zu lassen hat, dann entwickelt sich eine Beziehung oft zeitlebens als eine Subjekt-Objekt-Beziehung, in der das Subjekt als Autorität dem Objekt als Gehorchendem vorschreibt, was es zu tun und was es zu lassen hat. Hier beginnt die Störung, da dem Kind abtrainiert wird, dass es selbst Subjekt, also Akteur seines Lebens ist.
Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Störungsbilder greifen in alle Schichten menschlicher Kultur hinein und bilden sich bis in die Strukturen der Demokratie und können dann destruktive Muster politischen Handelns ausprägen (strukturelle Gewalt). So wird aus dem inneren Störungsbild eine äußere gestörte Welt. Ein Abbild, in der die Projektionen des inneren Zerrissenseins vorherrschen und auf diese Weise nach Kanalisierung streben. Und genau so verhält sich die Gesellschaft und vor allem die Politik. Sie irrationalisiert das humanistische Menschenbild und die Demokratie und hat auch keine wirklichen Antworten auf die Probleme dieser Gesellschaft.
Wer eine andere Meinung hat, wird so zum Bösen gemacht und abgewertet, damit auf diese Abwertung möglichst viel der eigenen inneren negativen Energien abgeladen werden können. Die Gewaltspirale entsteht. Das alles ist zurückzuführen auf eine frühkindliche Bindungsschwäche. An ihr entlang bilden sich im Laufe des Lebens immer weitere Probleme (Kollaterale) zu größeren Konfliktherden aus, die dann in einer Gesellschaft unbewusst das Handeln aller bestimmen. Bindungsschwächen erhöhen angstbindendes Verhalten und es führt dazu, dass die Welt angststiftend aufgefasst wird. Diese überhöhte Angst sucht quasi nach Angstbindungen im Außen, was wiederum die Störungsmuster verhärtet. Ein unsäglicher Kreislauf, aus dem man selbst nur sehr schwer wieder herausfindet.
Auf diese Weise spiegeln sich die soziale Gewalt, die militärische Gewalt und die Gewalt gegen die Umwelt wider. Und exakt hier haben wir das Hauptproblem aller Probleme. Wir stehen kurz vor einem Implodieren unserer Gesellschaft, wenn wir nicht erkennen, dass unsere inneren Störungen die Störungen in der Außenwelt mitproduzieren. Daher braucht es eine völlig neue Beziehungs- und Bindungskultur, die nicht ausgrenzt, sondern eine, die einlädt und einbindet.
Im Herbst erscheint sein neues Buch zu diesem Thema.
Infos zu Hans-Joachim Maaz: https://hans-joachim-maaz-stiftung.de
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Lou Andreas-Salomé: »Ich verliere nie die Gewissheit, dass hinter mir Arme geöffnet sind, um mich aufzunehmen.« – Materialsammlung

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Lou Andreas-Salomé (geborene Louise von Salomé; gelegentliches Pseudonym Henri Lou; in jungen Jahren auch Ljola von Salomé genannt) (* 12. Februar 1861 in St. Petersburg; † 5. Februar 1937 in Göttingen) war eine weitgereiste Schriftstellerin, Erzählerin, Essayistin und Psychoanalytikerin aus russisch-deutscher Familie. Die Art ihrer persönlichen Beziehungen zu prominenten Vertretern des deutschen Geisteslebens – in erster Linie zu Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud – war und ist bis heute Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen.[Lou Andreas-Salomé, Wikipedia, abgerufen am 02.08.2019]
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Intelligenz, robuste Gesundheit, Charisma, erotische Ausstrahlung, Tatkraft, günstige Lebensumstände – all das gehorcht in seiner Verteilung keinen demokratischen Prinzipien. Andreas-Salomé hatte alles im Übermaß. Das gehätschelte späte Kind eines französisch-stämmigen, russischen Generals und Intimus des Zaren geht lange vor dem großen Umbruch in den Westen, trifft die großen Geister ihrer Zeit ( als 21jährige!), wandert in alpinen und geistigen Höhen mit Nietzsche. Später wird sie Rilke als ersten Mann an sich heran lassen, nachdem sie ihren Freunden Nietzsche und Rée einen Korb gegeben hat, ebenso wie dem Orientalisten und Sprachgenie Andreas, mit dem sie, zuletzt in Göttingen, eine gute, freundschaftlich-platonische Ehe führt. Die Schärfe ihres Verstandes und ihr Urteil in künstlerischen Fragen lassen neben Bewunderung großer Geister deren Kritik und Relativierung nicht zu kurz kommen. Rilke streicht sie sein René und macht einen Rainer aus ihm. Wo Rilke schwül, pathetisch und zu prätentiös ist, wo er ein schlechter Lyriker ist, sagt sie es ihm unverblümt. Aber natürlich begreift sie sein Talent und seine Größe. Die Machtverhältnisse sind klar. Sie hat bald genug von seiner Dauerekstase und entzieht sich ihm. Er muss schmachten und darf antichambrieren. Ab und zu lässt sie ihn vor. Später, als sie sich für Freunds Psychoanalyse interessiert, kündigt sie ihr Kommen an und nimmt ohne Umstände in der Mittwoch-Gesellschaft Platz. Selbstverständlich gilt ihr Wort mindestens so wie das der Anderen, auch wenn sie noch keine psychoanalytische Ausbildung gemacht hat. Wo sie anderer Meinung als Freud ist, verbessert sie ihn. Kein anderer hätte das gedurft.
mehr:
- Lou Andreas-Salomé: Der bittersüße Funke Ich (Rezension Übermädchen, Amazon, 22.11.2018)
siehe auch:
- Lou Andreas-Salomé – Die Frau mit der Peitsche (Katja Iken, SPON, 29.06.2016 – mit Bildstrecke)
- Treulos, schön und sehr gescheit (Simone Meier, TagesAnzeiger, 02.07.2016)
- LOU ANDREAS-SALOMÉ (ZEIT Campus Nr. 4/2016, 7. Juni 2016)
- Hilfe, ich habe Friedrich Nietzsche geschrumpft (Barbara Möller, Welt, 13.02.2011)



LOU ANDREAS-SALOMÉ - WIE ICH DICH LIEBE RÄTSELLEBEN | Trailer & Filmclips [HD] {4:47}

vipmagazin
Am 06.06.2016 veröffentlicht 
http://youtube.com/vipmagazin | "Lou Andreas-Salomé - Wie ich dich liebe Rätselleben" (Trailer deutsch german) | Kinostart: 30.06.2016
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Bitte ABONNIEREN/LIKEN nicht vergessen:
• http://www.youtube.com/vipmagazin

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Ein Empfehlungsschreiben verschaffte Lou von Salomé Zugang zum Bekanntenkreis der Schriftstellerin, Pazifistin und Frauenrechtlerin Malwida von Meysenbug, die einst wegen ihrer offenen Sympathien für die Revolutionäre von 1848 aus Berlin ausgewiesen worden war und inzwischen in Rom einen Zirkel von Künstlern und Intellektuellen in der Tradition der Berliner Salons etabliert hatte. In diesem Kreis verkehrten der Philosoph Paul Rée, ein Freund Friedrich Nietzsches, und auch Nietzsche selbst. Rée verliebte sich umgehend in Lou von Salomé, hielt um ihre Hand an und wurde abgewiesen; zwischen beiden entwickelte sich aber eine enge Freundschaft. Als Nietzsche im April 1882 Rom erreichte, war er durch enthusiastische Briefe von Rée auf die Begegnung mit von Salomé vorbereitet. Auch er war von der „jungen Russin“ entzückt und machte ihr einen Heiratsantrag, ausgerechnet durch Rée als Vermittler. Auch er wurde zurückgewiesen, war aber als Freund, Lehrer und Gesprächspartner hochwillkommen.
Denn sie hatte inzwischen, ohne ihn persönlich zu kennen, das Wunschbild einer intensiven Arbeitsgemeinschaft (der von ihr so genannten „Dreieinigkeit“) mit Nietzsche, Rée und sich selbst entworfen. Man würde in Wien oder Paris freundschaftlich zusammenleben, studieren, schreiben und diskutieren. Diese ihre Idealvorstellung, die zu dritt eifrig besprochen wurde, ließ sich nicht verwirklichen. Sie scheiterte letztlich an der Eifersucht der beiden Männer – sie wollten sich nicht auf die ihnen zugedachten Rollen festlegen lassen (andererseits hatte Nietzsche mehrfach die Befürchtung geäußert, dass jede wirklich enge, dauerhafte Bindung ihn an der Vollendung seines Lebenswerkes hindern könne). Die Freundschaft zwischen von Salomé und Paul Rée war relativ unkompliziert, dabei enger und vertrauter als die zu Nietzsche – man duzte sich, schickte sich Tagebuchblätter zu und beriet sich über den jeweiligen Stand der Dinge im Verhältnis zu Nietzsche, der von alledem nichts wusste.Dessen Situation wurde zunehmend unbefriedigender. Anfang Mai 1882 hatte er allein mit von Salomé einen langen Ausflug am Sacro Monte di Orta in Oberitalien gemacht – seither Anlass für Mutmaßungen darüber, wie nahe sich die beiden dabei gekommen waren. Mitte Mai folgte dann in Luzern ein neuer Heiratsantrag, der wieder abgewiesen wurde. Hier entstand das bekannte Foto, von Nietzsche selbst in allen Einzelheiten arrangiert, auf dem von Salomé ihn und Rée vor ihren Karren spannt. Wenig später begann Nietzsches Schwester Elisabeth, sich in die Angelegenheiten ihres Bruders einzumischen. Sie berichtete ihm von dem angeblich „leichtfertigen“ und „skandalösen“ Verhalten seiner Freundin während der Festspiele in Bayreuth und unterrichtete auch ihre Mutter über die aus ihrer Sicht moralisch bedenkliche Affäre. Nietzsche war empört über die Einmischung seiner Familie, litt aber auch unter den Details, die ihm zugetragen worden waren. Den Sommer 1882 verbrachten Nietzsche und von Salomé philosophierend in Tautenburg. Die Beziehung der beiden wurde von manchen Zeitgenossen kritisch gesehen, so etwa von dem in Tautenburg ansässigen Pfarrer Hermann Otto Stölten.[3]
Nietzsches Beziehung zu Lou von Salomé endete schließlich nach einer letzten Begegnung mit ihr und Rée im Herbst 1882 in Leipzig, von wo von Salomé abreiste, ohne sich von ihm zu verabschieden. Danach änderten sich Nietzsches Einstellung und Verhalten beiden gegenüber. In einem Briefentwurf vom Dezember 1882 äußerte er Verzweiflung und Selbstmitleid: „An jedem Morgen verzweifle ich, wie ich den Tag überdaure … Heute Abend werde ich so viel Opium nehmen, dass ich die Vernunft verliere: Wo ist noch ein M(ensch) den man verehren könnte! Aber ich kenne Euch alle durch und durch“.[4] In unbeherrschter Eifersucht machte er Rée und Lou schwere Vorwürfe und verstieg sich zu wilden Beschimpfungen und Beleidigungen auch gegenüber Dritten. Danach sah man sich nie wieder.
Später bedauerte Nietzsche in einem Brief an seine Schwester sein Verhalten – und zwar sowohl in Hinblick auf die verlorene Freundschaft als auch aus grundsätzlichen Erwägungen: „Nein, ich bin nicht gemacht zu Feindschaft und Hass: und seit diese Sache so weit fortgeschritten ist, dass eine Versöhnung mit jenen beiden nicht mehr möglich ist, weiß ich nicht mehr, wie leben; ich denke fortwährend dran. Es ist unverträglich mit meiner ganzen Philosophie und Denkweise …“[4] Im Januar 1883 schrieb er in Rapallo den ersten Teil des Zarathustra, überwand so seine akute Krise und hatte sich, wie er anmerkte, „einen schweren Stein von der Seele gewälzt“. Aus den Kapiteln, die sich auf das Wesen der Frauen beziehen, kann man Spuren seiner Erfahrungen mit von Salomé herauslesen, zugleich aber auch Abschluss und Bewältigung dieser Episode seines Lebens. Er blieb bis zu seinem Lebensende allein; nach seinem völligen geistigen Zusammenbruch im Januar 1889 wurde er von Mutter und Schwester gepflegt, bis er am 25. August 1900 starb. In ihrem Buch „Nietzsche in seinen Werken“ von 1894 versuchte von Salomé, auf der Grundlage ihrer genauen Textkenntnis und ihrer persönlichen Erfahrungen mit dem schwierigen Freund, den „Denker durch den Menschen zu erläutern“. Anna Freud sprach später davon, Lou Andreas-Salomé habe mit diesem Buch über Nietzsche die Psychoanalyse vorweggenommen.
Lou von Salomé und Paul Rée lebten drei Jahre lang freundschaftlich zusammen in Berlin und trennten sich 1885. Rée kam 1901 bei einer Bergwanderung ums Leben; ungeklärt blieb, ob durch einen Unfall oder durch Suizid.[Lou Andreas-Salomé, Paul Rée und Friedrich Nietzsche, Wikipedia, abgerufen am 02.08.2019]

Nietzsche / Doku {51:24}

Der Klassiker
Am 23.02.2015 veröffentlicht 
Info zur Doku:
Aufklärer, Visionär, Vordenker totalitärer Systeme - ist Nietzsche wirklich der, für den wir ihn halten? Was waren seine Ideen, und was wird dafür gehalten? Und welchen Einfluss hatte seine Schwester auf ihren Bruder? „Wahnsinn! Nietzsche!“ bringt einen Fälschungsskandal ans Licht, der in der deutschen Geistesgeschichte beispiellos ist.
Nach einem Zusammenbruch verbringt der bis dahin nahezu unbekannte Philosoph sein Dasein in vollkommener geistiger Umnachtung. Seltsam ist: Nietzsche wird nach seinem Zusammenbruch plötzlich über Nacht berühmt. Seine Bücher finden reißenden Absatz, Millionen erklären Gott endgültig für tot und Nietzsche zum Propheten ihrer schöpferischen Befreiung. Nicht nur das linke, auch das rechte Spektrum beruft sich auf Nietzsche. Der aufstrebende Adolf Hitler beruft sich auf den Philosophen als seinen ideologischen Vordenker.
Das prägt das Bild Nietzsches: Bis heute gilt er als der große Blut- und Bodenphilosoph, als Autor des Werks „Der Wille zur Macht“. Doch gerade hier gibt es Zweifel: Wann soll Nietzsche das Buch verfasst haben, das unmittelbar nach seinem Tod auf den Markt kam? Nach seinem Zusammenbruch? Vorher? Oder ist das einflussreiche Werk eine Fälschung? Und ist Nietzsches eigene Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche dafür verantwortlich?
„Wahnsinn! Nietzsche!“ ermittelt die Hintergründe und Folgen einer kriminellen Werkfälschung im Stil eines modernen Untersuchungsverfahrens. Die Geschichte führt aber auch in die Abgründe einer ungewöhnlich engen Geschwisterbeziehung und macht den Philosophen Friedrich Nietzsche als Menschen spürbar.

Lou Andreas Salomé se despide de Friedrich Nietzsche - Cavani {7:18}

Siglo XX
Am 23.02.2015 veröffentlicht 
Secuencia, para uso en clase dentro del proyecto académico "Centuria XX", de la película de Liliana Cavani: Más allá del bien y del mal". Libre acceso al proyecto desde la dirección http://angarmegia.com/Centuria/Entrad...

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Im August 1886 lernte Lou von Salomé in Berlin den Orientalisten Friedrich Carl Andreas kennen. Er war fünfzehn Jahre älter als sie, dunkelhaarig, temperamentvoll und bald fest entschlossen, sie zu heiraten. Seine entschiedene Absicht unterstrich er durch einen Selbstmordversuch vor ihren Augen. Nach längeren inneren Kämpfen willigte sie 1887 in die Eheschließung ein, stellte aber Bedingungen. Die Hauptsache: Sie werde sich niemals bereitfinden, die Ehe sexuell zu vollziehen. Aus welchen Gründen Andreas dies akzeptierte, ist nicht bekannt. Falls er hoffte – wie meist vermutet wird –, dass sie es damit nicht dauerhaft ernst meinen werde, sah er sich enttäuscht. In den ersten Ehejahren gab es immer wieder Eifersuchtsszenen wegen ihrer Beziehungen zu anderen Männern. Dennoch lehnte Andreas es mehrmals ab, sich scheiden zu lassen. In Berlin bewohnte das Paar nacheinander verschiedene Wohnungen, zeitweilig hatte Andreas berufliche Schwierigkeiten und nur sehr geringe Einnahmen, so dass die ebenfalls recht begrenzten Einkünfte, die seine Frau als Schriftstellerin erzielte, dringend gebraucht wurden.
Lou Andreas-Salomés Leben bestand aus einer konventionellen, bürgerlichen Hälfte mit Ehemann, hausfraulicher Pflichterfüllung und geistiger Arbeit – und einem anderen Bereich, in dem sie weder Pflichten noch engere Bindungen akzeptierte und mit gelegentlichen, inoffiziellen Liebhabern unterwegs war. Gleichzeitig warf sie ihrem Mann anfangs dessen Beziehung zu ihrer Haushälterin Marie vor. Doch kümmerte auch sie sich um das Kind aus dieser Verbindung, nachdem die Mutter früh gestorben war, und setzte es später als Haupterbin ein. Auf lange Sicht erwies sich die schwierige, widersprüchliche Ehe als unerwartet haltbar. Seit Friedrich Carl Andreas im Frühjahr 1903 auf den Lehrstuhl für Westasiatische Sprachen an der Universität Göttingen berufen worden war, lebte das Paar dort im eigenen Haus (von ihr „Loufried“ genannt, wie schon ein früherer Aufenthaltsort) – er mit der Haushälterin im Erdgeschoss, sie im Stockwerk darüber. Sie betreute, wenn sie in Göttingen war, den Garten am Haus, sie baute Gemüse an und hielt Hühner, führte aber im Wesentlichen weiterhin ein unabhängiges, reisefreudiges Leben. In ihren Tagebuchnotizen erscheint dieser Lebensabschnitt, insbesondere das Verhältnis zu ihrem Mann, wesentlich entspannter als die Zeit zuvor.
[Lou Andreas-Salomé, Die Ehe, Wikipedia, abgerufen am 02.08.2019]
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Rainer Maria Rilke hatte sich seit 1896 in München aufgehalten und war mit literarisch noch recht anspruchslosen Gedichten und Erzählungen einigermaßen erfolgreich. Als Lou Andreas-Salomé im Frühjahr 1897 von Berlin aus ihre Freundin Frieda von Bülow in München besuchte, wurde ihr Rilke bei Jakob Wassermann vorgestellt. Was sie zu jenem Zeitpunkt nicht wusste: Schon vorher hatte er ihr eine Reihe von anonymen Briefen mit beigefügten Gedichten zukommen lassen. Nun versicherte er ihr, wie überaus beeindruckt er von ihrem religionsphilosophischen Essay „Jesus der Jude“ gewesen sei, in dem sie „mit der gigantischen Wucht einer heiligen Überzeugung so meisterhaft klar ausgesprochen“ habe, was er selbst in einem Gedichtzyklus ausdrücken wollte; er lief „mit ein paar Rosen in der Stadt und dem Anfang des Englischen Gartens herum …, um Ihnen die Rosen zu schenken“,[6] las ihr aus seinen Arbeiten vor, widmete ihr ein eigenes Gedicht – wenig später hatte er mit seiner intensiven Werbung Erfolg.
Es folgten einige gemeinsame Sommermonate in der Marktgemeinde Wolfratshausen im Isartal nahe München. Sie bewohnten drei Kammern in einem Bauernhaus und nannten die Unterkunft „Loufried“. Als Lou Andreas-Salomé zurück nach Berlin ging, folgte Rilke ihr dorthin. Er war 21 Jahre alt. Andreas-Salomé, die er als mütterliche Geliebte überschwänglich verehrte, war 36. Auch sie war heftig verliebt, behielt aber, ihrem Wesen entsprechend, gleichzeitig die Kontrolle über sich und die Situation. Sie veranlasste ihn, an seinem sprachlichen Ausdruck zu arbeiten, den sie als übertrieben pathetisch empfand. Ihrem Vorschlag entsprechend änderte er seinen eigentlichen Vornamen René zu Rainer. Sie machte ihn mit dem Denken Nietzschesbekannt und lenkte sein Interesse auf ihre Heimat Russland; er lernte Russisch und begann, Turgenjew und Tolstoi im Original zu lesen. Dies alles geschah vorwiegend in der engen Berliner Wohnung des Ehepaares Andreas-Salomé. Rilke hatte sich ganz in der Nähe eingemietet, hielt sich aber meist bei Lou Andreas-Salomé auf, die in der Küche ihren Wohn- und Arbeitsraum hatte, während ihr Mann im Wohnzimmer arbeitete. Andreas-Salomé stellte bald fest, dass die innere Abhängigkeit des jungen, psychisch labilen Dichters ihr gegenüber ständig zunahm – eine unerwünschte Entwicklung. So drängte sie ihn im Frühjahr 1898 zu einer Italienreise, auf der sie ihn nicht begleitete.
In den Jahren 1899 und 1900 unternahmen sie dann gemeinsam zwei Reisen nach Russland, die erste, kürzere (25. April bis 18. Juni 1899) noch in Begleitung von Andreas. Die zweite Reise dauerte vom 7. Mai bis zum 24. August 1900 und gilt als Wendepunkt in der Beziehung zwischen Andreas-Salomé und Rilke (eine dritte Reise wurde für 1901 geplant, kam aber nicht zustande). Die Pfingstwoche verbrachten beide in Kiew. Die starken Eindrücke und Empfindungen dieser Zeit sollen ihren Niederschlag in seinem berühmten Stundenbuch gefunden haben (geschrieben von 1899 bis 1903). Sie gaben ihm aber auch Anlass zu Weinkrämpfen, zu „Angstverfassungen und körperlichen Anfällen“, wie Andreas-Salomé sich in ihrem Lebensrückblick erinnerte. Sie war erschrocken und besorgt, vermutete als Hintergrund eine ernsthafte psychische Erkrankung. Während eines Abstechers im August 1900 zum Urlaubsort ihrer Familie in Finnland beschloss sie, sich von Rilke zu trennen. Tatsächlich beendete sie die Liebesbeziehung dann erst mit einem Abschiedsbrief vom 26. Februar 1901. In der Zwischenzeit bekräftigte sie ihren Vorsatz in Tagebuchnotizen: „Was ich will vom kommenden Jahr, was ich brauche, ist fast nur Stille, – mehr Alleinsein, so wie es bis vor vier Jahren war. Das wird, muss wiederkommen“ – „Mich vor R. mit Lügen verleugnet“ – „Damit R. fortginge, ganz fort, wäre ich einer Brutalität fähig (Er muss fort!)“[6]
Die leidenschaftliche Beziehung ging über in eine enge Freundschaft, die bis zu Rilkes Tod im Jahre 1926 anhielt. 1937 erinnerte Sigmund Freud in seinem Nachruf auf Lou Andreas-Salomé daran, „dass sie dem großen, im Leben ziemlich hilflosen Dichter Rainer Maria Rilke zugleich Muse und sorgsame Mutter gewesen war“.
[Lou Andreas-Salomé, Rainer Maria Rilke, Wikipedia. abgerufen am 02.08.2019]
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Rainer Maria Rilke – Biographie eines Lyrikers der Moderne {1:16:12}

ZYX Music Hörbuch
Am 29.01.2019 veröffentlicht 
H 50000 Rainer Maria Rilke – Biographie eines Lyrikers der Moderne GELESEN VON SVEN GÖRTZ 9783959952521 Amazon: https://goo.gl/yH1S7T zyx.de: https://goo.gl/HiUoRx Rainer Maria Rilke (1875 –1926)
Wenn das eigene Leben Themen, Motive und Bilder für das schriftstellerische Werk vorgibt, dann kommt man an der Biographie von Rainer Maria Rilke, Lieblingslyriker der Deutschen, nicht vorbei: Die Kindheit in Mädchenkleidern, die jäh beendet wird durch den Besuch der Militärrealschule, seine – milde ausgedrückt - unkonventionellen Beziehungen zu Frauen wie Lou Andreas-Salomé, Paula Becker und seiner späteren Gattin Clara Westhoff, sämtlich Künstlerinnen, sein Aufenthalt in der Künstlerkolonie Worpswede, seine Beziehung zu Auguste Rodin, sein Ruf als „höflicher Schnorrer“, der bei reichen Gönnern gern gesehener Gast ist, die kräftezehrende Arbeit an den „Duineser Elegien“ sowie sein früher Tod im Sanatorium in der Schweiz: 28 Kapitel, davon 9 integrierte Werkbeispiele, zeigen, dass für ein solches Werk ein ganz besonderes Leben nötig war.
Gelesen von Sven Görtz, dem Autoren.
1. Intro
2. Geburt und Kindheit
3. Auf der Militärschule
4. Ende einer Liaison
5. „Ich bin so jung“ (vollständige Lesung)
6. In München mit Lou Andreas - Salomé
7. Russlandreisen
8. „Du Nachbar, Gott“ (vollständige Lesung)
9. Rilkes kommerziell erfolgreichstes Werk „Die Weise von Liebe und Tod des Cornetts Christoph Rilke“ 10. „Die Weise von Liebe und Tod des Cornetts Christoph Rilke“ (Auszug)
11. Trennung von Lou Andreas - Salomé
12. In Worpswede
13. Heirat mit Clara Westhoff
14. Das Gefühl der Heimatlosigkeit
15. „Herbsttag“ (vollständige Lesung)
16. Bei Rodin in Paris
17. „Der Panther im Jardin des Plantes“ (vollständige Lesung)
18. „Archaischer Torso Apolls“ (vollständige Lesung)
19. Rilkes einziger Roman “Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge”
20. „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ (Lesung des Romananfangs)
21. Schaffenskrise und Leben im Luxus
22. Die Inspiration auf Schloss Duino 1912
23. Großer künstlerischer Fixpunkt: die Duineser Elegien
24. Die Arbeit an den Duineser Elegien
25. „Die Sonnette an Orpheus“
26. Tod Rilkes am 29.12.1926
27. Die erste „Duineser Elegie“ (vollständige Lesung)
28. „Die Sonnette an Orpheus“: Das dritte Gedicht (vollständige Lesung)


zur Beziehung zu Rilke siehe auch:

- „Lou, liebe Lou“ – Über die Brieffolge von Rainer Maria Rilke an Lou Andreas-Salomé, die jetzt ins Deutsche Literaturarchiv Marbach gelangte. (Ulrich von Bülow, Kulturstiftung der Länder, undatiert)



Reisen.  […] Während ihrer zweiten, ausführlicheren Russlandreise, die vom 7.5. bis zum 26.8.1900 gedauert hat, waren sie in der Pfingstwoche in Kiew. Hier soll Rilke Eindrücke gesammelt, Erfahrungen gemacht und Empfindungen gehabt haben, die wesentlich zu seinem Stundenbuch beigetragen haben, das in der Weltliteratur zu der Spitzenklasse gehört. Aber er hat zugleich, vielleicht in einem tieferen Zusammenhang mit seiner Fähigkeit zu solchen Eindrücken, Erfahrungen und Empfindungen, auch Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die den Anfang vom Ende der Liebesbeziehung gebildet haben. Er soll bei dem gewohnten Spaziergang durch einen schönen Akazienwald in Kiew nicht in der Lage gewesen sein, an einem bestimmten Baum vorbeizugehen und habe sich aus Angst davor zu Boden geworfen, habe Weinkrämpfe und "Angstverfassungen und körperliche Anfälle" dargeboten [Lebensrückblick, S. 145 und 277]. Lou war erschrocken und entsetzt. Eine innere Distanzierung von dieser bizarr anmutenden Person, die sie für krank hielt, kündigte sich in ihr allmählich an.
[Rainer Maria Rilke, Wann ist das Ende einer Liebe? Kazem Sadegh-Zadeh, lou-andreas-salome.de, undatiert]

Wann ist das Ende einer Liebe? Diese Frage erhält einige Antworten aus Lous Tagebuchnotizen ab Silvesterabend 1900. Jede(r) mag sie selbst interpretieren. Dem tragischen Verstehen wird sich jedoch niemand entziehen können. An dem genannten Silvesterabend notiert Lou in ihrem Tagebuch: "Was ich will vom kommenden Jahr, was ich brauche, ist fast nur Stille, - mehr Alleinsein, so wie es bis vor vier Jahren war. Das wird, muss wiederkommen" (RMR-Brw S. 49). Und am 10. Januar 1901: "Schlecht war ich auch gegen Rainer, aber das tut mir nie weh" (RMR-Brw S. 50). Zehn Tage später, am 20.1.1901, schreibt sie: "Damit R. fortginge, ganz fort, wäre ich einer Brutalität fähig. (Er muß fort!)". Und wir lesen einen Tag danach: "Mich vor R. mit Lügen verleugnet" (RMR-Brw, S. 51). [Hier steht die Abkürzung "RMR-Brw" für "Rainer Maria Rilke und Lou Andreas-Salomé]. → Eintrag Nr. 15 in Briefwechsel.]
[Rainer Maria Rilke, Wann ist das Ende einer Liebe? Kazem Sadegh-Zadeh, lou-andreas-salome.de, undatiert]

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Bei einem Aufenthalt in Schweden begann Lou Andreas-Salomé ein intensives Verhältnis mit einem 15 Jahre jüngeren Mann, dem Nervenarzt und Freudianer Poul Bjerre. Als er 1911 zum Kongress der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung nach Weimar fuhr, begleitete sie ihn und traf dort erstmals mit Sigmund Freud zusammen. Er wurde zur entscheidenden Bezugsperson ihrer letzten 25 Lebensjahre. Sie ahnte und hoffte, dass die neue Denkschule der Psychoanalyse – mit Freud als Vaterfigur – ihr Zugang verschaffen könnte zum Verständnis der eigenen seelischen Verfassung. Von Oktober 1912 bis April 1913 hielt sie sich in Wien auf, später folgten viele weitere Besuche. Sie hörte im Wintersemester 1912/1913 Freuds Vorlesung in der Psychiatrischen Klinik über „Einzelne Kapitel aus der Lehre von der Psychoanalyse“ und nahm an seinen „Mittwochssitzungen“ und „Samstags-Kollegs“ teil. Mit ausdrücklicher Zustimmung Freuds beteiligte sie sich aber auch an den Diskussionsabenden Alfred Adlers, der sich 1911 von der orthodoxen psychoanalytischen Schule Freuds distanziert und mit seinem Verein für Individualpsychologie eine eigene tiefenpsychologische Schule begründet hatte.
Sigmund Freud hielt sehr viel von seiner Schülerin. In einer engen, rein platonischen Beziehung wurde sie für ihn durch ihren Wissensdurst, ihre Neugier auf menschliche Verhaltensweisen und die intensive Suche nach deren Verständnis eine hochgeschätzte Diskussionspartnerin. Sogar ihre eigenwillige Ausdeutung psychoanalytischer Konzepte, denen sie eine vorwiegend poetische und literarische Form gab, akzeptierte er ohne Widerspruch. Er fand, sie sei die „Dichterin der Psychoanalyse“, während er selbst Prosa schreibe. In der „Schule bei Freud“ (so der Titel ihres postum veröffentlichten Tagebuches der Jahre 1912/1913) lernte Lou Andreas-Salomé, ihr eigenes Leben besser zu verstehen und zu beherrschen, darauf legte sie in Hinblick auf ihr fortgeschrittenes Alter besonderen Wert.
Freud riet ihr zum Beruf der Psychoanalytikerin. Sie schrieb Aufsätze für die psychoanalytische Zeitschrift „Imago“ und war schon 1913 Gastrednerin beim Psychoanalytischen Kongress in Berlin. 1915 eröffnete sie in ihrem Göttinger Wohnhaus die erste psychoanalytische Praxis der Stadt. 1921 begann ihre Freundschaft mit Anna, einer der drei Töchter Freuds, ein Jahr später wurde sie zusammen mit Anna Freud in die Wiener Psychoanalytische Vereinigung aufgenommen. 1923 ging sie auf Bitten Sigmund Freuds für ein halbes Jahr als Lehranalytikerin nach Königsberg, fünf Ärzte absolvierten bei ihr eine Lehranalyse (die sie selbst nie durchlaufen hatte). Zum 75. Geburtstag ihres Freundes und Lehrers am 6. Mai 1931 schrieb sie den offenen Brief „Mein Dank an Freud“. Der Adressat antwortete ihr: „Es ist gewiss nicht oft vorgekommen, dass ich eine psa. [psychoanalytische] Arbeit bewundert habe, anstatt sie zu kritisieren. Das muss ich diesmal tun. Es ist das Schönste, was ich von Ihnen gelesen habe, ein unfreiwilliger Beweis Ihrer Überlegenheit über uns alle.“[7]
[Lou Andreas-Salomé, Sigmund Freud und die Psychoanalyse, Wikipedia, abgerufen am 02.08.2019]
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Nun ist ja die Psychoanalyse ihrem historischen Werdegang nach praktische Heilmethodik, und als ich ihr beitrat, war gerade erst die Ermöglichung klar geworden, aus den Zuständen des Kranken auf die Struktur des Gesunden zu schließen, indem hier, wie unter einer Lupe, entziffert werden konnte, was unserm Blick innerhalb des Normalen sonst fast unlesbar bleibt. Mit unendlicher Umsicht und Vorsicht der methodologischen Hantierung hatte analytische Grabearbeit von Schicht zu Schicht Ursprünglicheres zutage gefördert, und vom allerersten der grandiosen Freudschen Spatenwürfe an bewährte sich die Unwiderleglichkeit ihrer Funde. Aber je tiefer man grub, desto mehr ergab sich, daß nicht etwa nur im pathologischen, sondern auch gerade im gesunden Menschen der psychische Untergrund sich als eine förmliche Ausstellung dessen erwies, was uns »Gier«, »Roheit«, »Gemeinheit« usw. heißt, kurz alles Ärgsten, dessen man sich am heftigsten schämt; ja, daß selbst von Motiven der leitenden Vernunft kaum Besseres auszusagen sei, als was Mephisto von ihr behauptet. Denn führt allmähliche Kulturwerdung – durch Nöte und Vorteile der praktischen Erfahrungen – darüber hinaus, so doch nur infolge von Triebabschwächungen überhaupt, also von Einbuße an Fülle und Kraft, so daß ans Ende schließlich ein recht ausgemergeltes Menschentier zu stehen kommt, demgegenüber die Kreatur in ihrer unbeschnittenen Kulturlosigkeit nahezu als Großgrundbesitzer imponieren könnte. Der trübe Ausblick von solcher Sachlage her – vom Gesunden aus demnach kaum angenehmer als vom Kranken, der doch wenigstens von seiner Heilung träumen durfte – stieß wahrscheinlich noch mehr Leute von der Tiefenforschung ab: weckte er doch einen ähnlichen Pessimismus wie den des hoffnungsarmen Neurotikers, den sie zu korrigieren unternahm.
Wenn ich von mir persönlich was dazu bemerken soll, so muß ich zunächst feststellen, etwas wie Wichtiges ich gerade dieser schon frühen Geisteshaltung der Psychoanalyse verdanke: diesem Sich-nicht-stören-lassen von allgemeinen Erwägungen über unerfreuliche Endergebnisse, dieser unverkürzten Bezugnahme auf exakte Untersuchung des jeweiligen Einzelobjekts und Sonderfalles, welches auch immer deren Resultat sein möge. War es doch eben dies, dessen ich bedurfte. Meine Augen, noch ganz erfüllt von den vorangegangenen Eindrücken, die an einem primitivem Menschentum wiederzuerkennen glaubten, was tieferhin unser aller unverwischbare Kindlichkeit sei und – als heimlicher Reichtum hinter aller Reife – auch verbliebe, mußten sich zwingen, davon hinwegzusehen und statt dessen sich mit rationaler Kleinarbeit am gegenständlich Menschlichen abzugeben; sie mußten dies, um sich der Gefahr zu entziehen, in einen bloßen blinden, weil blickblendenden Schwarm zu geraten: in den der »angenehmen Psychologie«, aus der kein Zugang zur Wirklichkeit führt, sondern die uns nur in unserm eigenen Wunschgarten herumtummeln läßt.
Mir ist kein Zweifel, daß es – wenn auch von ganz verschiedenen Stellen aus – Analoges war, was uns Gegner schuf und Anhänger abfallen ließ: dies an sich ganz natürliche Bedürfnis, nicht so grundsätzlich in der Schwebe lassen zu müssen, was man am liebsten beantwortet sehen möchte, oder richtiger: dessen erfreuliche Beantwortung man eigentlich schon vorweg weiß. Das wird vermutlich auch dann noch so bleiben, nachdem die »anstößigsten« der psychoanalytischen Enthüllungen sich durch Gewöhnung den Menschen längst verharmlost haben werden. Es erscheint ja auch so gerechtfertigt, wenn man zwar »triebrein« zu denken versucht in Fragen bloßer logischer Denkanwendungen, jedoch in den sogenannten »Geisteswissenschaften« – unausweichlich gespalten in Beobachter und Gegenstand sich versucht fühlt, ins Denkergebnis ein wenig eigenen Senf hineinzutun, um es mundgerechter zu machen.
[Lou Andreas-Salomé, Lebensrückblick - Kapitel 9, Das Erlebnis Freud gutenberg.spiegel.de]


Quelle: Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse XXIII 1937 Heft 1 (archive.org) ,