Montag, 7. Oktober 2019

Ungleichheit bei Einkommen auf Rekordniveau – Wie bleibt die Bevölkerung ruhig?

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist so groß wie nie. Das geht aus dem neuen Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hervor. Während die Bevölkerung mit mittlerem Einkommen zugenommen habe, seien die Unterschiede zwischen Gering- und Vielverdienern auf ein Rekordmaß angestiegen.

"Hohe Einkommensgruppen haben von sprudelnden Kapital- und Unternehmenseinkommen profitiert und dadurch die große Mehrheit der Haushalte in Deutschland beim verfügbaren Einkommen deutlich hinter sich gelassen", erklärte das Institut. "Dabei entwickeln sich die Einkommen in Ostdeutschland deutlich schneller auseinander als im Westen."

Die Steuerpolitik der vergangenen zwei Jahrzehnte habe die Ungleichheit begünstigt. Dem Institut zufolge profitierten reiche Haushalte von der Senkung des Spitzensteuersatzes oder der Reform der Erbschaftsteuer, während ärmere Haushalte durch höhere indirekte Steuern zusätzlich belastet wurden. Das WSI forderte daher eine stärkere Tarifbindung und höhere Steuern auf Spitzeneinkommen, ebenso wie eine Erhöhung des Mindestlohns und der Hartz-IV-Regelsätze.

mehr:
- Ungleichheit bei Einkommen auf Rekordniveau (n-tv, 07.10.2019)
siehe auch:
Vertraut uns, wir erzählen Euch, wie es ist (Post, 03.10.2019)
USA: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist auf Rekordhöhe angestiegen (Post, 01.10.2019)
Vorsicht, Werbung: »Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.« (Post, 30.09.2019)
Die Gier der US-Elite: der Anstand scheint nicht nur in Wahlkampfzeiten Kopf zu stehen (Post, 28.09.2019)
40 Prozent aller «Investments» gehen in Briefkastenfirmen (Post, 25.09.2019)
»Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)
Steuerpolitik im Neoliberalismus: Attac nicht mehr gemeinnützig – Die Atlantik-Brücke schon (Post, 26.02.2019)
Cum-Ex: "Das ist ein steuerpolitischer Skandal" (ZON, 28.10.2018 … Beachte auch die Kommentare!)
Finanzsystem und Steuerbetrug: Wenn Finanzeliten die staatliche Kontrolle unterlaufen (Post, 18.10.2018)
Prof. Michael Hartmann: Die wirkliche Lage der Vermögensverteilung (27. Pleisweiler Gespräch) (Post, 15.08.2017)
Die dunkle Seite der Wikipedia (Post, 18.07.2017)


Die Abgeltungsteuer gilt als ungerecht, weil sie Kapitalbesitzer bevorteilt. Wer nachrechnet stellt fest, dass das so nicht stimmt.
[Mark Schieritz, Abgeltungssteuer: Zahlen Arbeiternehmer mehr Steuern als Aktionäre?, ZON, 19.04.2017]
Lieber Herr Schieritz, da verwechseln Sie aber aufs Übelste den Durchschnittssteuersatz mit dem Spitzensteuersatz. […] Sie vergessen auch, zu erwähnen, dass die 25 % gar kein Pauschsteuersatz sind, sondern nur ein Abschlag. […] Leider ist Ihr Artikel deshalb mehr Fake als Fakt.
[Kommentar eines Rechtsanwalts 
zum Schieritz-Artikel, #1 — 21. April 2017, 17:57 Uhr] 
Cum-cum/Cum-ex: Steuerbetrug unter den Augen des Staates (Post, 03.03.2016)
Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
Kapitalismus: Eine Firma mit null Angestellten vergibt Milliardenkredite (Post, 09.11.2014)

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:20 – Start bei 10:51
– Mausfeld: »Die Leute spüren, daß sich die Verantwortlichen mit ihrer Globalisierungsrhetorik ihrer Verantwortung entzogen haben.«}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
+++
KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google.
Hier der Link:
https://kenfm.de/kenfm-app/ +++
Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unters...


KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 36:01 
– Mausfeld: »Es gib keine bessere Revolutionsprophylaxe als Demokratie.«}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Begleittext: s.o.

Wayne Morse from War Made Easy {2:17}

ChallengingMedia
Am 19.07.2007 veröffentlicht
War Made Easy reaches into the Orwellian memory hole to expose a 50-year pattern of government deception and media spin that has dragged the United States into one war after another from Vietnam to Iraq. Narrated by actor and activist Sean Penn, the film exhumes remarkable archival footage of official distortion and exaggeration from LBJ to George W. Bush, revealing in stunning detail how the American news media have uncritically disseminated the pro-war line of one administration after another.
War Made Easy gives special attention to parallels between the Vietnam war and the war in Iraq. Driven by media critic Norman Solomon's meticulous research and tough-minded analysis, it sets stunning examples of propaganda and media complicity from the present within the context of rare footage from political leaders and leading journalists of the Vietnam era, including Presidents Lyndon Johnson and Richard Nixon, Defense Secretary Robert McNamara, dissident Senator Wayne Morse, and news correspondents Walter Cronkite and Morley Safer.
Norman Solomon's work has been praised by the Los Angeles Times as "brutally persuasive" and essential "for those who would like greater context with their bitter morning coffee." This film now offers a chance to see that context on the screen.


==========
Perception Management ist ein Begriff, der vom US-Militär stammt . Das US-Verteidigungsministerium (DOD) gibt diese Definition:
"Wahrnehmung" ist definiert als der "Prozess, durch den Individuen die Eingabe von ihren Sinnen auswählen, organisieren und interpretieren, um der Welt um sie herum Bedeutung und Ordnung zu verleihen". [3] Diese Definition überschneidet sich mit den Wahrnehmungsprozessen höherer Ordnung, wie sie biologisch definiert sind (die biologischen Prozesse niedrigerer Ordnung sind in keiner Weise anfällig für Management; diese Prozesse niedriger Ebene umfassen einen großen Teil der zugrunde liegenden Wahrnehmungskategorisierung, die vor der bewussten Kategorisierung durchgeführt wird. [4] ). Komponenten der Wahrnehmung sind der Wahrnehmende, das Ziel der Wahrnehmung und die Situation. Faktoren, die den Wahrnehmenden beeinflussen:
  • Schema : Organisation und Interpretation von Informationen auf der Basis vergangener Erfahrungen und Kenntnisse
  • Motivationszustand: Bedürfnisse, Werte und Wünsche eines Betrachters zum Zeitpunkt der Wahrnehmung
  • Stimmung : Emotionen des Betrachters zum Zeitpunkt der Wahrnehmung
Faktoren, die das Ziel beeinflussen:
  • Mehrdeutigkeit : Unklarheit. Wenn die Mehrdeutigkeit zunimmt, kann es für den Wahrnehmenden schwieriger sein, eine genaue Wahrnehmung zu bilden
  • Sozialer Status : die tatsächliche oder wahrgenommene Position einer Person in der Gesellschaft oder in einer Organisation
  • Impression Management : ein Versuch, die Wahrnehmungen oder Eindrücke anderer zu kontrollieren. Ziele verwenden wahrscheinlich die Taktik des Impressionsmanagements, wenn sie mit Wahrnehmungspersonen interagieren, die die Kontrolle über sie haben.Verschiedene Taktiken für das Impressionsmanagement umfassen das Anpassen des Verhaltens zwischen dem Ziel der Wahrnehmung und dem Wahrnehmenden, die Eigenwerbung (sich selbst in einem positiven Licht darstellen), die Einhaltung von Situationsnormen, die Wertschätzung anderer oder die Konstanz. [3]
[Perception management, engl. Wikipedia, Google-Übersetzer, abgerufen am 06.10.2019 – Original: Klick rechts oben] 
==========

Die Propaganda und der Giftgasangriff - Michael Lüders bei Markus Lanz 05.04.2017   {11:01 – Start bei 7:02 – Lüders: »Dieses Photo ist weltweit veröffentlicht worden, verbunden mit der moralischen Anklage: Seht her, was dieses furchtbare Assad-Regime angestellt hat! […] Dieser kleine Omran wurde photographiert von einem Mann namens Mohammed Raslan […], und dieser Mohammed Raslan ist eng verbunden gewesen mit diesen Dschihadisten in Ost-Aleppo und hat sich wenige Tage, bevor er dieses Photo gemacht hat, gezeigt mit einer ominösen Dschihadisten-Miliz – zwei Leute auf diesem Photo, die nachweislich kurz zuvor für ein Propaganda-Video ein 12jähriges Kind geköpft haben. Also dieser Mann, der dieses Photo geschossen hat, ist eng verbunden mit den Dschihadisten. 
Lüders bei 8:45: »Und es ist perfide zu sehen, wie solche dubiosen Medien-Center, finanziert von uns […], wiederum instrumentalisiert werden von dschihadistischen Gruppierungen, die uns wiederum verkauft werden als Freiheitskämpfer«
bis 8:58 – Lüders: »Was mich sehr wundert ist, daß es keine deutsche Zeitung gibt, die diese Zusammenhänge mal darstellt. […] Man müßte doch denken, daß alle an Recherche interessierten Journalisten ein Interesse daran haben, diese Dinge aufzugreifen. […] und ich habe den Verdacht, daß es nicht darum geht, Aufklärung zu leisten sondern darum, Feindbilder am Leben zu erhalten«}

Bananenrepublik1
Am 06.04.2017 veröffentlicht 
Alter Info-Text:
Mit Rainer Langhans, Gisela Getty, Michael Lüders, Edmund Maser und Stephan Harbort. (Quelle: ZDF / Markus Lanz Videos)
Dazu: Giftgaseinsatz zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Umfeld von Konferenzen zu Syrien? Zynischer geht es nicht. – Siehe Lüders bei Lanz.
"Markus Lanz weist darauf hin, dass zur Zeit ein Wettkampf um die Deutungshoheit tobt. War es Assad, im Zusammenhang mit den Russen? Michael Lüders berichtete davon, dass auch ein früherer, massiver Giftgaseinsatz vom August 2013 Assad in die Schuhe geschoben worden war, tatsächlich aber der damalige Einsatz in der Nähe von Damaskus auf ein Zusammenspiel zwischen der Al Nusra-Front und dem türkischen Geheimdienst zurückging. In seinem aktuellen Buch „Die den Sturm ernten. Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ hat Michael Lüders den damaligen tödlichen Vorgang geschildert und belegt. (Näheres zum interessanten Buch von Michael Lüders siehe zum Beispiel)."
(siehe: http://www.nachdenkseiten.de/?p=37725)
Was geschah in Idlib? (Von Karin Leukefeld)
Syrien-Konferenz in Brüssel von vermeintlichem Giftgasangriff überschattet. Westen verurteilt Regierung – ohne Beweise
Eigentlich sollte es am Dienstag und Mittwoch in Brüssel darum gehen, wie Syrien und seine Nachbarländer in Zukunft unterstützt werden können. Eingeladen hatte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, »Kovorsitzende« waren Deutschland, Norwegen, Großbritannien, Katar und Kuwait sowie die Vereinten Nationen, die von dem Syrien-Beauftragten Staffan De Mistura vertreten wurde. Vertreter von insgesamt 70 Staaten und internationalen Hilfsorganisationen waren in die belgische Hauptstadt gereist, um darüber zu beraten, wieviel Geld für welche Gebiete in Syrien und in den Nachbarländern aufgebracht werden soll – und unter welchen Bedingungen.
Doch noch bevor die ersten Gespräche beginnen konnten, bestimmte ein Luftangriff in dem syrischen Ort Khan Scheikhun (Provinz Idlib) die Tagesordnung. Mehr als 70 Menschen waren dabei am Dienstag getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Ein Krankenhaus, das die Verletzten versorgte, wurde mit einer Rakete beschossen.
Die Nachrichten über einen angeblichen Giftgasangriff war von der bewaffneten Opposition in Khan Scheikhun verbreitet worden. Verantwortlich seien entweder »russische oder syrische Kampfjets«. Die »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte« in Großbritannien sorgte für die weltweite Verbreitung der Nachricht, die »Nationale Koalition« (Etilaf) in Istanbul forderte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. Unmittelbar darauf verurteilte Mogherini den Angriff und machte den syrischen Präsidenten verantwortlich. Frankreich, Großbritannien und die USA legten in Windeseile einen Resolutionsentwurf für den UN-Sicherheitsrat vor. US-Außenminister Rex Tillerson forderte Russland auf, den syrischen Präsidenten »zu stoppen«. Der UN-Beauftragte De Mistura forderte eine internationale Untersuchung und warnte vor vorschnellen Schuldzuweisungen. siehe: https://www.jungewelt.de/artikel/3085...

Lüders Auftritt bei Markus Lanz (04.04.2017) hatte übrigens noch ein Nachspiel:
“Pauschal diffamiert” – der umstrittene Nahost-Experte Michael Lüders wehrt sich gegen Medienvorwürfe (Stefan Winterbauer, meedia, 24.04.2017)

mein Kommentar:
Wenn ich nur schon den Begriff Aleppo Media Centre höre, wird mir übel!
Das Aleppo Media Centre ist sowas wie die Weißhelme, nur mit Kopfhörern!
zu dieser Fake-Truppe hat sich schon Peter Frey zweimal geäußert:
Terroristenstadel bei der Tagesschau (Peter Frey, Ped’s Ansichten, 08.02.2018)
- Kinder in Syrien, die al-Zenki-Brigaden und die Quellen der ARD (Peter Frey, Ped’s Ansichten, 18.12.2016)
Es ist ein UNDING, mit welcher Penetranz immer wieder mit dem angeblichen Zeitdruck argumentiert wird, wenn es um die Vermittlung belastbarer Informationen geht. Leute, wacht mal auf!

Die Antwort zu Michael Lüder’s Frage hat Dirk Pohlmann schon vor anderthalb Jahren geliefert:

Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Start bei 2:04:39 – Pohlmann: »Mit solchen Journalisten werden Sie Nie etwas in dieser Art rausbekommen!«}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
x
zum Thema Public relations siehe auch:
"Die Unkundigen": Lieblinge politischer Rhetorik (Post, 27.09.2019) 
Sind die Menschen zu blöd für eine Demokratie? (Post, 12.09.2019) 
Public Relations - Manipulation der Masse | Doku | ARTE (Post, 09.09.2019) 
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016) 
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016) 
- Edward Bernays und die praktische Anwendung der Psychoanalyse: Wie sich Emotionen in der Menge entladen und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016) 

Roland Kochs Lügen in der CDU-Spendenaffäre. NDR Panorama {7:20}

OeffiTV
Am 06.06.2009 veröffentlicht 
"Operation Machterhalt": Roland Koch schludert sich durch die Spendenaffäre ("jüdische Vermächtnisse"). Der brutalstmögliche Aufklärer (brutalstmöglicher Lügner?) wird dabei nicht nur von seiner Basis, sondern auch von der FDP unterstützt.
Abschließender Hinweis: Ich lade Beiträge von ARD und ZDF hoch, damit diese der Öffentlichkeit erhalten bleiben, wenn die Anstalten selbst die Beiträge aus ihren öffentlichen Mediatheken löschen müssen. Sollte es Probleme mit dem Copyright geben? Bitte senden Sie eine E-Mail an:
fritzle13041988 ÄT gmx PUNKT de

Preisfrage:
Was haben die Einkommensschere, die Globalisierungsrhetorik (siehe Mausfeld-Video), die Tonking-Resolution (Wayne-Morse-Video), Perception-Management und Roland Koch, die Syrien-Berichterstattung (Lüders-Interview bei Lanz) und die Verweigerung der Überflugrechte für Evo Morales (und der SPON-Artikel dazu! – Pohlmann-Vortrag über den Dualen Staat) miteinander zu tun?
Wem diese Frage zu schwierig ist, der schalte heute Abend um 20:15h auf RTLII!

Georg Schramm | Wir leben in einem großen Krieg

Die Blaue Hand
Am 11.08.2019 veröffentlicht 
Georg Schramm | Wir leben in einem großen Krieg
Jetzt NEU der DBH Shop:
shop.dieblauehand.info/
oder
https://bit.ly/2DW0y5C
Hallo DBH´ler Bitte Unterstützt uns doch mit einer Spende oder einen monatlichen Beitrag.
Wir sind auf eure Hilfe angewiesen um die nächsten Projekte in Angriff zu nehmen.
Hier kannst Du uns unterstützen:
Paypal:
https://www.paypal.me/dieblauehand

==========
Im Zusammenhang mit der Spendenaffäre der Bundes-CDU wurde auch eine Affäre der hessischen CDU bekannt. Unter anderem hatten der ehemalige Innenminister Manfred Kanther und der frühere CDU-Landesschatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein mehrere illegale Parteispenden als angebliches Vermächtnis von verstorbenen Juden verbucht.
Roland Koch erklärte, diese Vorgänge seien ihm nicht bekannt gewesen, und er versprach die „brutalstmögliche Aufklärung“. Auf einer Pressekonferenz am 10. Januar 2000 verschwieg er trotz mehrfacher Nachfrage die Rückdatierung eines Kreditvertrags über 2 Mio. D-Mark, der Geldflüsse in der Parteibuchhaltung rechtfertigen sollte.
Unterstützt durch die CDU und die FDP Hessen verblieb Koch trotz diverser Rücktrittsforderungen im Amt. Der damalige Chef der Staatskanzlei, Franz Josef Jung, trat hingegen zurück, was von Beobachtern als Bauernopfer interpretiert wurde.[4] Die Opposition im hessischen Landtag kritisierte auch insbesondere, dass Kochs Wahlkampf 1998/1999 teilweise durch die schwarzen Kassen finanziert worden war, und klagte erfolglos für eine Annullierung der Wahl.[5]
Bei der Landtagswahl im Februar 2003 gewann die CDU mit Roland Koch erneut, diesmal mit einer absoluten Mehrheit. Ende 2003 entwarfen Koch und der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) einen Plan zum Abbau von Subventionen, das sogenannte Koch-Steinbrück-Papier.
Bei den Wahlen zum 17. Hessischen Landtag am 27. Januar 2008 verlor die Hessen-CDU unter seinem Vorsitz 12 Prozentpunkte, wurde aber mit 36,8 % der Wählerstimmen knapp vor der SPD (36,7 %) stärkste Kraft. SPD und CDU erhielten gleich viele Abgeordnetensitze im hessischen Landtag und beide Parteien hatten mit ihren traditionellen Koalitionspartnern keine absolute Mehrheit. Da keine Regierungsbildung erfolgte, blieb Koch laut Hessischer Verfassung als geschäftsführender Ministerpräsident im Amt.
Am 29. Oktober 2010 entschied der Aufsichtsrat des Baukonzerns Bilfinger Berger, Roland Koch ab 1. März 2011 als Vorstandsmitglied und zum 1. Juli 2011 als Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens zu berufen. Kritiker wandten ein, es bestehe möglicherweise ein Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für den Bau der neuen Landebahn Nordwest und anderer Bauprojekte des Frankfurter Flughafens, dessen Anteilseigner unter anderem das Land Hessen ist.[17] Im Jahr 2012 hat Roland Koch 1,5 Millionen Euro bei Bilfinger verdient.[18]
Am 9. November 2010 wurde mitgeteilt,[19] dass Koch zum 1. Januar 2011 auch Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen Tochter der Großbank UBS werden soll. Diese Funktion übt er bis heute (Stand November 2016) aus.[20]  
[aus: Roland Koch, Leben, Wikipedia, abgerufen am 07.10.2019 – Hervorhebungen von mir]
==========

Hypnotist gets out of speeding ticket!!! AMAZING!!! {4:30}

SpideyHypnosis
Am 23.12.2009 veröffentlicht 
International hypnotist, Spidey, uses hypnotis and NLP techniques to get out of a speeding ticket! People who want to learn hypnosis or NLP often use this video as a reference to hypnosis used in a conversational situation.
FOLLOW SPIDEY ON:
TWITTER: https://www.twitter.com/spideyhypnosis
INSTAGRAM: https://www.instagram.com/spideyhypnosis
FACEBOOK: https://www.facebook.com/SpideyMagic
WEBSITE: https://www.spideymagic.com
Spidey the hypnotist/magician uses NLP patterns to get out of a speeding ticket

Ich hörte, Sir Richard Dearlove, der Chef des MI6 (des britischen Auslandsgeheimdienstes), habe am 23. Juli 2002, acht Monate vor der Invasion, Tony Blair in einem Geheimmemo berichtet, in Washington habe man ihm gesagt, die USA würden „Saddam durch einen Militärschlag entfernen, der durch die Verbindung von Terrorismus mit Massenvernichtungswaffen gerechtfertigt werde“. Da jedoch „die Beweislage dünn ist, Saddam nicht seine Nachbarn bedroht und sein Potential an MVW geringer als das Libyens, Nordkoreas oder des Iran“ sei, würden „Erkenntnisse und Tatsachen der Politik angepaßt“.

Ich hörte, dieses „Downing Street Memo“ habe in der britischen Presse einen Skandal ausgelöst, aber im amerikanischen Fernsehen habe ich zwei Monate lang nichts davon gehört. Während dieser zwei Monate brachte ABC 121 Berichte über Michael Jackson und 42 über Natalee Holloway, eine Gymnasiastin, die in ihren Ferien auf Aruba von einer Bar verschwunden war. CBS sendete 235 Berichte über Michael Jackson und 70 über Miss Holloway.

2003 hatte Dick Cheney gesagt: „Seit ich Halliburton verlassen habe, um George Bushs Vizepräsident zu werden, habe ich alle meine Verbindungen zu dem Unternehmen gekappt und mich aller finanziellen Interessen entledigt. Ich habe keinerlei finanzielle Interessen bei Halliburton und hatte seit über drei Jahren keine mehr.“ Ich hörte, er enthalte noch immer aufgeschobene Vergütungen und besitze ein Bezugsrecht von über 433 000 Aktien. Diese Aktien hatten 2004 einen Wert von 241 498 Dollar. 2005 waren sie über 8 Millionen Dollar wert. Zusätzlich zu den Verträgen im Irak über 10 Milliarden Dollar, die Halliburton ohne Ausschreibung erhielt, wurde die Firma mit der Erweiterung des Gefängnisses in Guantánamo beauftragt und gehörte zu den ersten, die einen nicht ausgeschriebenen Auftrag für Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Wirbelsturm Katrina erhielten.

[Eliot Weinberger, Was ich hörte vom Irak, Lettre international Nr. 72 – Frühjahr 2006 – zu finden in: Ich kann gar nicht so viel essen…, Post, 25.03.2006 – Hervorhebungen von mir]
mein Kommentar: 
Wie praktisch aber auch, daß das Gedächtnis der Menschen so kurz (und ihr Interesse so gering) ist…
noch eine Anmerkung:
Am Ende seines Terroristenstadel-Artikels (s.o.) bedankt sich Peter Frey bei urs1798 für ihre Fleißarbeit. Die Malerin Ursula Behr hat sich tatsächlich hingesetzt und bei Twitter Bilder von Weißhelm-mit Bildern von Al-Nusra-Aktivisten verglichen, und da ist einiges bei rausgekommen…
x

Sonntag, 6. Oktober 2019

Impeachmentstreit statt Diskussionen über politische Alternativen

Kommentar: Egal, wie das Verfahren ausgeht, Verlierer sind die, die auf einen Politik- und nicht nur auf einen Politikerwechsel setzen

Fast täglich werden wir jetzt via Medien über die Feinheiten des Impeachment-Verfahrens gegen Präsident Trump unterhalten. Welche Winkelzüge das Trumplager macht, und wie die die Demokraten darauf reagieren, sind dann der tägliche Stoff von Interviews. Wieder kommen im Deutschlandfunk die Interviewpartner zu Wort, die vor der letzten Wahl immer im Brustton der Überzeugung bekundeten, dass Trump überhaupt keine Chance hat.

Erst waren sie sicher, dass er nie Kandidat der Republikaner werden kann. Als sich das als offensichtlich falsche Prognose erwies, waren diese US-Experten ganz sicher, dass diese Partei nun überhaupt keine Chance mehr hat, die Wahlen zu gewinnen. Und bei jeder Trump-Äußerung schien sich die Partei mit den Kandidaten Trump weiter zu isolieren.

Nach der Wahlnacht herrschte im Lager dieser Experten Katzenjammer, aber bald erklärten sie, nun könnten die Wahlmänner noch immer verhindern, dass Trump Präsident würde. Auch hier lagen sie falsch und kaum war Trump Präsident, gab es Spekulationen, wie lange er im Amt bleiben würde. Der Begriff Impeachment kam bereits nach wenigen Wochen der Trump-Administration auf und bezog sich zunächst auf die angebliche Russland-Connection. Doch mag der Muller-Bericht auch Trump nicht entlasten – für ein Impeachment reichten die Ergebnisse nicht aus.

mehr:
- Impeachmentstreit statt Diskussionen über politische Alternativen (Peter Nowak, Telepolis, 06.10.2019)
siehe auch:
USA: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist auf Rekordhöhe angestiegen (Post, 01.10.2019)
Die Gier der US-Elite: der Anstand scheint nicht nur in Wahlkampfzeiten Kopf zu stehen (Post, 28.09.2019)
"Die Unkundigen": Lieblinge politischer Rhetorik (Post, 27.09.2019)
Der ukrainische Sumpf holt Washington ein – oder umgekehrt (Post, 26.09.2019)
- USA zeigen überraschende Merkmale eines Drittweltlandes (Post, 16.08.2019)

Irak: eskalierende Proteste von außen gesteuert?

Die Zahl der Toten steigt auf fast 100. Weder der Regierungschef Abdul Mahdi noch der einflussreiche Ayatollah Ali Sistani konnten die Lage beruhigen. Zeichen einer Einmischung von außen häufen sich

Die Proteste im Irak eskalieren. Mehrere Anzeichen deuten darauf hin, dass die von der aussichtslosen Lage der Jugend angestoßenen Proteste, wie befürchtet (Irak: Die Jugend stellt die Systemfrage), von Kräften geschürt werden, die die Gelegenheit nutzen, um eigene politische Ziele zu verfolgen.

Beobachter, die über Kontakte zur irakischen Regierung verfügen, stellen die These auf, dass der "stille Krieg zwischen den USA und Iran nun in einen irakischen Aufstand transformiert" wurde.

Mittlerweile zählt die Bilanz der Opfer laut Reuters beinahe 100. Die UN ruft zum Ende des sinnlosen Blutvergießens auf. Festzustellen ist, dass weder der 17-Punkte-Plan, den Regierungschef Adel Abdul Mahdi nach einer eilig einberufenen Kabinettssitzung zur Besänftigung der Proteste vorschlug, noch der deeskalierende Aufruf aus dem Umkreis des einflussreichen Ayatollahs Ali Sistani einen beruhigenden Effekt auf die Proteste ausüben konnten.

Einsatz von Scharfschützen, Angriffe vermummter Gruppen auf TV-Sender

Bilder vom Wochenende, wie sie von Reporting Iraq dokumentiert werden, die mit Mobiltelefonen inmitten von Protesten aufgenommen wurden, zeigen, dass Demonstranten gezielt von Scharfschützen (snipers) getötet wurden. Dazu kamen über Twitterkonten verbreitete Nachrichten, wonach mehrere Sendestationen von bewaffneten Gruppen angegriffen wurden. Auch die Washington Post, Al-Arabyia und RT berichteten darüber.

Es kursieren Beobachtungen, die sich auf Augenzeugen stützen, wonach die Gewalt gegen die meist jugendlichen Protestierer nicht nur von den Sicherheitskräften der Regierung stammt, sondern von anderer, "dritter" Seite kommt, die Opfer sowohl unter den Protestierern wie unter den irakischen Sicherheitskräften verursacht.

Unter den irakischen Militärs wie auch unter den Polizeikräften gebe es ein großes Maß an Verständnis und Solidarität für die Motive der jugendlichen Protestierer, wird zumindest im Fall von Basra behauptet.

Für diese Behauptung - die an anderer Stelle allerdings dahingehend relativiert wird, dass Sicherheitskräfte dennoch mit Härte gegen Protestierer vorgehen - sprechen Äußerungen aus dem Umkreis des Premierministers Adel Abdul Mahdi und von ihm selbst, die auf eine Position des grundlegenden Verständnisses für die Nöte der Jugendlichen und der Bevölkerung schließen lassen.

Allerdings kommen von Regierungsseite auch Interpretationen, wonach die Proteste schon seit Monaten geplant waren. Der Tod von 16 Mitgliedern der Sicherheitskräfte sowie das Inbrandsetzen von Regierungsgebäuden und Gebäuden von Parteien wird nach Informationen von Elijah J. Magnier in Bagdad als Zeichen dafür gewertet, dass die "echten Klagen der Bevölkerung" von Kräften umdirigiert wurden.

mehr:
- Irak: Proteste eskalieren (Thomas Pany, Telepolis, 06.10.2019)
siehe auch:
Was US-Stiftungen in Russland fördern (Friedrich Homann, 11.10.2016)
Eine CIA-NGO im Great Game: Das National Endowment for Democracy (Post, 19.02.2016)
- Putin und die USA: unpassende »Umtriebe«, FARA und die NGOs (Post, 17.08.2015)

Samstag, 5. Oktober 2019

Glyphosat: Ein kleines gallisches Dorf leistet Widerstand

Ein französischer Bürgermeister verbietet Glyphosat. Ein Gericht pfeift ihn zurück – 40 Bürgermeister solidarisieren sich.
In der französischen Gemeinde Langouët leben 600 Einwohnerinnen und Einwohner – und rund 700 Kühe. Nichts an dem ruhigen Dorf, das 18 Kilometer nordwestlich von Rennes inmitten von Mais- und Weizenfeldern am Fluss Flume liegt, war bisher von nationalem Interesse. Am ehesten noch die historisch bedeutungsvolle Kirche Saint-Armel. Und trotzdem ist Langouët in ganz Frankreich berühmt geworden. Berühmt für den Widerstand gegen das Herbizid Glyphosat, der sich inzwischen über die gesamte Republik ausbreitet.

Bürgermeister erliess regionales Glyphosat-Verbot

Am Ursprung der Vorreiterrolle, die die Gemeinde Langouët aktuell im Kampf gegen Glyphosat einnimmt, steht ihr Bürgermeister Daniel Cueff. Der 64-jährige parteilose Cueff setzt sich seit Jahrzehnten für die Umwelt ein, er sprach sich in der Vergangenheit zum Beispiel wiederholt gegen Atomreaktoren aus. Ausserdem war er 2003 der erste Bürgermeister der Bretagne, der Solarmodule an öffentlichen Gebäuden installieren liess. Nur wurden Umweltaktivisten von der Mehrheit damals nicht für voll genommen, sie galten als Aussenseiter und Träumer. Aber die Zeiten sind andere. Der menschengemachte Klimawandel schreitet voran – Frankreich spürte die massiven Auswirkungen etwa in Form von Hitzewellen, die langanhaltende Rekordtemperaturen brachten.

Am 18. Mai erliess Cueff eine Verordnung, die den Einsatz von Glyphosat in einem Umkreis von 150 Metern zu Schulen, Kindergärten und Wohnhäusern verbietet. Sein Verbot begründete er mit dem Verfassungsrecht, dass es unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, Massnahmen zu ergreifen um «vorbeugend Schaden abwenden zu können». Weiter verwies Cueff auf eine EU-Richtlinie von 2009, derzufolge die Bevölkerung am Rande von Agrarflächen vor Chemikalien zu schützen seien. Französische Medien berichteten, ebenso die «New York Times

Für sein Verbot hatte Cueff Gründe: Bei Urinproben der Einwohnerinnen und Einwohner von Langouët wurden Rückstände des Herbizids gefunden. Die empfohlenen Grenzwerte wurden bis zu 30-mal überschritten. Speziell bei Kindern waren die gefundenen Rückstände deutlich zu hoch.

Eigentlich dürfen die ansässigen Bauern ihre Pestizide nur bei mässigem Wind versprühen – eine Regelung, die nicht funktioniert. Immerhin ist die Bretagne eine Halbinsel, wo der Wind vom Meer kommt und stark ins Land weht. Cueff reagierte und sagte gegenüber französischen Medien, dass er nicht für unterlassene Hilfestellung verantwortlich sein wolle.

mehr:
- Glyphosat: Französische Bürgermeister trotzen dem Staat (Tobias Tscherrig, Info-Sperber, 05.10.2019 – Hervorhebungen von mir)
siehe auch:
Wissenschaft: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ (Post, 04.05.2019)
«Bayer-Monsanto-Konzern verdient an Krebsleiden gleich doppelt» (Post, 23.02.2019)
Politik vs. Großkonzern: Zulassungsentscheidung über Glyphosat erneut vertagt (Post, 10.11.2017)
- Fernsehhinweis: Roundup – das Tribunal in Den Haag (Post, 17.10.2017)

Arrêté anti-pesticides : le maire de Langouët applaudi à sa sortie du tribunal {1:47}

Le Parisien
Am 22.08.2019 veröffentlicht 
Plusieurs centaines de personnes ont acclamé Daniel Cueff, le maire de Langouet, à sa sortie du tribunal administratif de Rennes où il était convoqué pour avoir mis en place un arrêté interdisant les pesticides à proximité des habitations. L'État plaide l'incompétence de l'élu à prendre des décisions dans un domaine qui incombe aux ministres de l'Agriculture, de la Santé et de l'Environnement.
Retrouvez toute l’info sur Le Parisien : http://www.leparisien.fr/

Langouët, petit village Gaulois résistant aux pesticides ! {2:10}

Guillaume Bodin
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Daniel CUEFF, chef de ce petit village breton a fait interdire les pesticides à moins de 150 mètres de toute habitation ce qui provoque la colère de la Préfète ! Il est convoqué au Tribunal pour avoir fait interdire les pesticides sur sa commune…
RDV devant le Tribunal Administratif de Rennes le jeudi 22 août 2019 à 9h30 ou laissez un message de soutien sur le site de Agir Pour l'Environnement qui sera remis à la Préfète https://soutien-langouet.agirpourlenv… ;-)

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Ukraine: Einigung der Minsker Kontaktgruppe

==========
Mit Minsk II, auch Minsker Abkommen genannt,[1] wird der vom französischen Präsidenten François Hollande, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sowie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgehandelte und von den Teilnehmern der Trilateralen Kontaktgruppe am 12. Februar 2015 unterzeichnete Maßnahmenkomplex zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen bezeichnet.Vertragspartner als Unterzeichnende sind: der frühere Präsident der Ukraine Leonid Kutschma, der Botschafter der Russischen Föderation in der Ukraine Michail Surabow, die Milizenführer der selbstproklamierten und international bislang nicht anerkannten „Volksrepubliken“ Luhansk bzw. Donezk Igor Plotnizki bzw. Alexander Sachartschenko sowie die OSZE-Beauftragte Heidi Tagliavini.[2][3][4]
Das Abkommen zielt auf eine Deeskalation und Befriedung des seit 2014 in der Ost-Ukraine herrschenden Kriegs und eine politische Beilegung des Konflikts. Es konkretisiert mit dem vereinbarten Maßnahmenkomplex den Weg der Umsetzung von Minsk I.
Vor dem Gipfeltreffen hatte US-Präsident Barack Obama mit Wladimir Putin und Petro Poroschenko telefoniert.[5] Zeitweise nahmen auch die Delegationen der Verhandlungspartner mit den Außenministern der vier Länder an dem Gespräch teil: der französische Außenminister Laurent Fabius,[6] der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin,[7] der russische Außenminister Sergei Lawrow[5] sowie der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier.
Beobachter bezweifelten schon früh, dass das Abkommen durchdacht sei: Bereits kurz nach der Unterzeichnung der Vereinbarung traten russlandtreue Kämpfer zum Sturm auf Debalzewe an, eroberten den Ort drei Tage nach der offiziell verkündeten Waffenruhe, womit das Abkommen bereits gebrochen war. Im weiteren Verlauf schwelte der Konflikt mit wechselnder Intensität weiter. Im Juni griffen die regierungsfeindlichen Truppen den Ort Marjinka westlich von Donezk an, im August 2015 kam es im Frontabschnitt von Mariupol zu einem schweren Angriff.[8][9][10] Der Historiker Juri Felschtinski analysierte: „Die Minsker Verträge sind für Putin eine militärische List zur Umgruppierung der Streitkräfte und zum Überdenken der Situation. Sie sind so zusammengestellt, dass Russland zu nichts verpflichtet wird. Sämtliche Verpflichtungen übernehmen die „Separatisten“ oder Kiew, und sogar Europa – aber nicht Russland. Die Interpretation der Verträge ist beliebig – von jeder der beteiligten Seiten. Es ist absolut unmöglich herauszubekommen, wer gegen was verstoßen hat, die „Separatisten“ tragen keine Verantwortung, vor niemandem.“[11]
[Minsk II, Wikipedia, abgerufen am 03.10.2019]
==========



Vertreter der Ukraine, der "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk und Russlands einigten sich auf Wahlen und einen Sonderstatus der Gebiete Donezk und Lugansk, doch Präsident Selenski stellt neue Bedingungen
W
Ist das der Anfang vom Ende eines fünf Jahre dauernden Krieges, der bereits 13.000 Menschenleben gekostet hat? Oder ist es nur ein weiterer Luftballon, der bald platzt? Das fragen sich Beobachter in der Ukraine, nachdem am 1. Oktober Vertreter der Ukraine, der international nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk sowie Russlands in der Minsker Kontaktgruppe als ersten Schritt zur Umsetzung des Minsker Abkommens die sogenannte "Steinmeier-Formel" beschlossen haben.

Nur trockene Berichte über eine historische Einigung

Die Einigung der Minsker Kontaktgruppe hat historische Bedeutung. Es ist das erste Mal seit 2015, dass der Mechanismus für einen Frieden in Gang gesetzt wird. Doch die ARD-"Tagesschau", die 2014 und 2015 noch in ständigen Live-Schaltungen über die Ukraine berichtete, brachte über den am Dienstag zustande gekommenen Kompromiss von Minsk nur eine 30-Sekunden-Meldung ohne O-Ton, was auffällig war, denn es gab einen O-Ton. Präsident Selenski hatte die Einigung von Minsk am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in Kiew vorgestellt und auch Fragen beantwortet. Aber offenbar wollen die großen deutschen Medien den Kompromiss von Minsk nicht hochhängen. Weil man an seine Umsetzung nicht glaubt?

Das russische Portal Ukraina.ru schrieb, die Vereinbarung der Minsker Kontaktgruppe sei in Absprache zwischen Berlin, Paris und Washington zustande gekommen.

Die Vereinbarung der Minsker Kontaktgruppe, die vom Vertreter der Ukraine - dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma und dem Vertreter Russlands - Wladislaw Surkow - unterschrieben wurde - enthält nur zwei Punkte:

An dem Tag, an dem in den Gebieten um Donezk und Lugansk unter Aufsicht der OSZE Wahlen stattfinden, tritt nach Beendigung der Wahlen, um 20:00 Uhr, ein vorläufiger Sonderstatus für diese Gebiete in Kraft, der mit einem ukrainischen Gesetz geregelt wird. Das ukrainische Gesetz über einen Sonderstatus der Gebiete Donezk und Lugansk tritt endgültig in Kraft, nachdem die OSZE die Wahl als demokratisch anerkannt hat. Wie die Presssprecherin von Leonid Kutschma, Daria Olifer, mitteilte, wurde der Text des am Dienstag unterzeichneten Kompromisses bereits am 11. September von den Regierungen der Ukraine, Deutschlands, Frankreichs und Russlands vereinbart.

Bei einem Treffen der Minsker Kontaktgruppe am 20. September hatte der Vertreter der Ukraine in der Kontaktgruppe, Leonid Kutschma, dem Kompromiss noch nicht zugestimmt. Dass er es dann am 1. Oktober 2019 tat, ist nach Meinung des regierungskritischen, ukrainischen Internet-Portals Strana.ua Folge des Drängens von Donald Trump.

mehr:
- Durchbruch für den Frieden in der Ost-Ukraine? (Ulrich Heyden, Telepolis, 03.10.2019)
siehe auch:
Die Gier der US-Elite: der Anstand scheint nicht nur in Wahlkampfzeiten Kopf zu stehen (Post, 28.09.2019)
- Der ukrainische Sumpf holt Washington ein - oder umgekehrt (Post, 26.09.2019)
x
x
x