Sonntag, 16. Dezember 2018

Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung
oder
Fehler oder Absicht?

Audio Evidence: John Kerry confirms arming Daesh{YouTube-Video, 36:57} Daesh means „Islamic State“, ISIS, IS, ISIG, ISIL. This is the complete conversation, not only the misleading „New York Times parts“.
„In the complete recording, we hear the Secretary of State – confirm that the strategic aim of the war that the Obama Administration led since 2011 against the Arab Syrian Republic is to topple the regime. – confirm that the Obama administration was hoping that [a subrogation would take place] and Daesh would be able to step into its place it take down the Syrian Arab Republic. – confirm that the Obama administration provided Daesh with arms to topple the Syrian Arab Republic.“
[Youtube: Begleittext] 

leicht korrigierte automatisierte PROMPT-Üersetzung:
„In der vollständigen Aufnahme hören wir, daß der Außenminister – bestätigt, dass das strategische Ziel des Krieges, den die Obama-Regierung seit 2011 gegen die arabische syrische Republik geführt hat, das Regime stürzen soll. – bestätigt, dass die Obama-Regierung hoffte, dass [eine Ersetzung] stattfinden würde und Daesch im Stande sein würde, seinen Platz einzunehmen und die syrische arabische Republik absetzen würde. – bestätigt, dass die Obama-Regierung Daesch mit Armen versorgt hat, um die syrische arabische Republik zu stürzen.“
Quelle:
- John Kerry: USA armed ISIS (Blauer Bote, 26.12.2018)
darin enthalten folgendes Youtube-Video:
Audio Evidence: John Kerry confirms arming Daesh {36:57}

VoltairenetTV
Am 13.01.2017 veröffentlicht 
On 30 September 2016, The New York Times published extracts of an audio recording of a conversation between the Secretary of State, John Kerry and members of the Syrian “opposition”. The conversation took place on 22 September 2016, at the sidelines of the UN General Assembly. We hear him berating the US Congress for refusing to send men to bring down the Syrian Arab Republic and advising the opposition to find another military power to take over from the US and to bring it to power.
The extracts chosen by the New York Times lead us to understand that the State Department could no longer support the National Coalition of Opposition and asked it to look to other sponsors.
The complete recording (36 minutes) was published on 1 January by The Last Refuge. It completely alters the sense of the conversation and accordingly is evidence that the extracts which the New York Times initially sought to publish do not actually seek to inculpate the Obama Administration but to protect it.
In the complete recording, we hear the Secretary of State
- confirm that the strategic aim of the war that the Obama Administration led since 2011 against the Arab Syrian Republic is to topple the regime.
- confirm that the Obama administration was hoping that [a subrogation would take place] and Daesh would be able to step into its place it take down the Syrian Arab Republic.
- confirm that the Obama administration provided Daesh with arms to topple the Syrian Arab Republic.
This recording dispels the myth of a so-called Syrian revolution and equally the myth that the West is fighting Daesh. It gives us a more meaningful understanding of the tensions within the Obama administration and why General Michael Flynn resigned. Under international law, supporting Daesh is a crime against Humanity.
siehe dazu auch:
- Audio-Beweis: US-Außenminister bestätigt, Daesch (ISIS) zu unterstützen und zu bewaffnen (Video) (pravda-tv, 18.01.2017)
Die Freigabe durch The Last Refuge der kompletten Aufnahme des Treffens zwischen Außenminister John Kerry und Mitgliedern der Nationalen Koalition (22. September 2016 in der Delegation der Niederlande bei den Vereinten Nationen) ändert, was wir von der US-Position zu Syrien zu verstehen glaubten.
Erstens, wir glaubten, dass wenn Washington die so genannte Operation des "arabischen Frühlings" ins Leben gerufen hatte, um die weltlichen arabischen Regimes zugunsten der Muslim-Bruderschaft zu stürzen, ließ es seine Verbündeten allein in dem zweiten Krieg gegen Syrien ab Juli 2012. Diese, die ihre eigenen Ziele verfolgten (Wiederkolonisierung für Frankreich und das Vereinigte Königreich, Eroberung des Gases für Katar, Ausbau des Wahhabismus und Rache gegen den libanesischen Bürgerkrieg für Saudi Arabien, Annexion des Nordens des Landes für die Türkei nach dem Zypern-Modell, usw.) hätten das ursprüngliche Ziel aufgegeben. Nun bestätigt John Kerry in dieser Aufnahme, dass Washington den Versuch nie aufgegeben hat, die syrische arabische Republik zu stürzen, was also bedeutet, dass er jeden Schritt der Arbeit seiner Verbündeten kontrolliert hat. In der Tat, in den vier letzten Jahren wurden die Dschihadisten durch das Allied LandCom (Heereskommando) der NATO mit Sitz in Izmir (Türkei) kommandiert, bewaffnet und koordiniert.
[Quelle: Das Geständnis des kriminellen John Kerry (Thierry Meyssan, Voltairenet, 17.01.2017)]
- Leaked John Kerry Audio Reveals Obama Ordered Rise Of ISIS (Sean Adl-Tabatabai, newspunch, 02.01.2017)
- US-Gefangenenlager Bucca: Hier entstand Daesch (Birgit Svensson, Weser-Kurier, 10.04.2016)
siehe auch:
- Die USA und ihr Tiefer Staat (Post, 24.09.2019)

Mein Kommentar:
Angesichts der geleakten Aussagen von John Kerry gewinnt der Artikel von Alex Christoforou (TheDuran, 06.04.2017) deutlich an Gewicht!
siehe dazu:
Der Giftgas-Anschlag in Ghuta/Duma, August 2013: West-Propaganda zu Syrien und eine vier Jahre alte Geschichte (Post, 17.04.2018)



Mausfeld: »Gigantische Programme zur Angstinduktion in der Bevölkerung«
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19; Start bei 1:15:09}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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Die geheime Geschichte des IS: Amerikas Fehler (Doku, 2016) {44:50, Start ab 0:56 – Off-Sprecher: »Sie tauchen auf wie aus dem Nichts.«}

John Doe
Am 05.01.2017 veröffentlicht 
https://filmblog.radio-metropolis.one/

Zitate aus dem Video [ab 1:12]:

»Sie tauchen auf wie aus dem Nichts« [Off-Sprecher]
»Uns wurde die Gefahr erst bewußt, als sie im Westirak ein Drittel des Landes unter Kontrolle gebracht hatten. […] Schockierend, daß die Armee nichts unternommen hat.«
[Chuck Hagel, US-Verteidigungsminister 2013-2015]


US-Gefangenenlager Bucca:
Nada Bakos: How Zarqawi Went From “Thug” To ISIS Founder (Jason M. Breslow, Weser-Kurier, 17.05.2016)
US-Gefangenenlager Bucca: Hier entstand Daesch (Birgit Svensson, Weser-Kurier, 10.04.2016)

»Nine members of the Islamic State’s top command did time at Bucca.«
[Quelle: Who is Islamic State leader Abu Bakr al-Baghdadi? (William McCants, BBC News, 08.03.2016)]
How the United States helped create the Islamic State (Juan Cole, Washington Post, 23.11.2015)
Camp Bucca: The US prison that became the birthplace of Isis (Terence McCoy, Independent.co.uk, 04.11.2014)
The radicalization of the prison population was evident to anyone who paid attention. Unfortunately, few military leaders did.
At Camp Bucca, the extremists forced moderate detainees to listen to clerics who advocated jihad. The majority of prisoners were illiterate, so they were particularly susceptible. Prisoners frequently refused medical attention and vocational training for fear of breaking religious rules. The prisons became virtual terrorist universities: The hardened radicals were the professors, the other detainees were the students, and the prison authorities played the role of absent custodian.
Policies changed in 2007, as American military leaders began placing more emphasis on understanding the detainee population. Where possible, the military tried to separate hard-line terrorists from moderates. Prisoners gained more access to programs that taught vocational skills, literacy and a moderate version of Islam.
Some of these reforms worked, but the damage had already been done. The terrorists had four years to network, recruit and impose their extreme version of Islam on thousands of detainees.
[How America Helped ISIS, Andrew Thompson and Jeremi Suri, NYTimes, 01.10.2014]
Camp Bucca: Military Closes Largest Detention Camp In Iraq (Jason Keyser, TheWorldPost, 16.11.2009, gefunden bei web.archive.org)

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Eine Reihe von Anführern des IS waren Häftlinge in diesem Gefängnis, darunter von Februar bis Dezember 2004 Abu Bakr al-Baghdadi, der im Gefängnis wesentlich an der Entwicklung der Organisation arbeitete und ihr heute unter dem im Juni 2014 angenommenen Titel „Kalif Ibrahim“ vorsteht.[6][7]
[Camp Bucca, Geschichte, Wikipedia, abgerufen am 9.01.2019]
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Nach der vollständigen Besetzung des Irak wurden am 23. Mai 2003 die Streitkräfte des ehemaligen Regimes unter Saddam Hussein durch die Übergangsverwaltung aufgelöst und alle Soldaten entlassen. Eine große Anzahl der militärischen Hinterlassenschaften wurden zerstört.
Nach kurzer Zeit wurden die neuen irakischen Sicherheitskräfte mit Unterstützung der USAGroßbritanniensAustraliens und Jordaniens wieder aufgestellt. […]
Der Wiederaufbau der Streitkräfte folgte oft nach Vorstellungen der USA, d. h. eine Verringerung der Mannstärke zugunsten eines besser ausgestatteten und professionelleren Militärs. […]
Die zunächst aufgebaute Irakische Nationalgarde (Iraqi National Guard) wurde bis Dezember 2004 wieder von den USA aufgelöst, da es sich zeigte, dass Teile davon zu Aufständischen übertraten oder desertiertenSiehe: 1. Schlacht von Falludscha - Operation Vigilant Resolve Am 18. April 2007 wurde den irakischen Streitkräften Maysan als vierte von 18 Provinzen des Landes zur souveränen Sicherheitswahrung übergeben.[10]
[Streitkräfte nach der Niederlage im Irakkrieg, Wikipedia, abgerufen am 16.02.2019]
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Mein Kommentar:
Nach fünf Jahren Recherche zum Ukraine-Konflikt, den Medienberichten, die sich auf Giftgas-Meldungen der Weißhelme berufen und der britischen Skripal-Hysterie glaube ich weder an Zufall noch an Schusseligkeit! Es genügt einfache Mathematik.
Was passiert, wenn 
1. man eine Armee von an die 400.000 Männern auflöst und diese dann von heute auf morgen auf der Straße sitzen?
2. sich der größte Teil der irakischen Bevölkerung von den Besatzern drangsaliert fühlt (zum Gebaren der US-Besatzer siehe gleich) und 
3. man alle möglichen Verdächtigen in ein Lager (Camp Bucca) sperrt und sich nicht näher ansieht, was da passiert?

zum Gebaren der US-Besatzungsmacht siehe:
Ich kann gar nicht so viel essen… (Post, Eliot Weinberger in Lettre International, Was ich hörte vom Irak, 25.03.2006)
Irakkrieg, Kulturgüter (Wikpedia)
Roots of ISIS traced to American prison {3:05}

CBS Evening News
Am 04.11.2014 veröffentlicht 
ISIS seemed to come from nowhere as it grabbed territory in Iraq and Syria. But where did it start? Clarissa Ward traces the terror group’s inception back to a U.S. military prison.

Mausfeld Warum schweigen die Lämmer, mit besserer Tonqualität. Herzlichen Dank an Wolfgang Bley. {1:05:08; Start ab 34:48}

Reiner Heyse
Am 15.09.2015 veröffentlicht 
Vortrag an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015:
Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.
Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Der Vortrag beschäftigt sich mit einem oftmals als ‚Paradoxon der Demokratie‘ bezeichneten Spannungsverhältnis zwischen Volk und Eliten: Demnach könne es in einer Demokratie beispielsweise passieren, daß, wie Aristoteles bemerkte, „die Armen, weil sie die Mehrheit bilden, das Vermögen der Reichen unter sich teilen.“ Aus Sicht der jeweils herrschenden Eliten sind Demokratien daher mit einem besonderen ‚Stabilitätsproblem‘ behaftet....


Sehen wir uns parallel dazu die Ukrainekrise an:
Schon damals [Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft, 1997, Wikipedia] sagte Brzezinski voraus: Die Ukraine wird der Schlüssel sein, für Russlands Zukunft und den Frieden. Denn in der Ukraine entscheide sich, ob Russland sich nach Europa orientiert oder in imperiales Auftrumpfen zurückfällt.
„Allein schon die Existenz einer unabhängigen Ukraine hilft, Russland zu verändern. Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein. Es kann zwar immer noch imperialen Status beanspruchen, würde dann aber in Konflikte mit den zentralasiatischen Staaten verwickelt. Auch China würde sich erneuter russischer Dominanz in Zentralasien entgegenstellen. Wenn Russland aber die Kontrolle über die Ukraine zurückgewinnt, wäre es wieder eine Imperialmacht.“
All die westlichen Hoffnungen, dass Russland sich öffnet und modernisiert, dass es zu einem demokratischen Partner eines demokratischen Amerika wird, sind aus Brzezinskis Sicht davon abhängig, dass Russland den Herrschaftsanspruch über die Ukraine aufgibt.
[Zbigniew Brzezinski – Rückblick in die Konflikte der Zukunft
Christoph von Marschall, Deutschlandfunk, 03.08.2015]

Ein einfaches Modell:
Ich nehme mir im Jahr 2014 ein Kochbuch von Johannes Lafer aus dem Jahr 1997 und backe nach seinem Rezept einen Kirschkuchen.
Dann kann der Christoph von Marschall (siehe obiges Zitat) 2015 sagen: »Ist doch unglaublich, wie der Lafer diesen Kirschkuchen vor 20 Jahren so exakt vorausgesagt hat!« Eine Täter-Theorie ist ihm aber zu verschwörungstheoretisch: »Das wirkt aber weit hergeholt.«


Während der Lektüre ist man immer wieder versucht, zum Copyright-Vermerk zu blättern: Ist dieses Buch wirklich 1997 erschienen? Es liest sich wie eine brandaktuelle Analyse, welche geopolitischen Triebkräfte die internationale Politik heute bestimmen. Geschrieben hat Zbigniew Brzezinski „The Grand Chessboard“ – wörtlich: „Das große Schachbrett“ – aber vor 18 Jahren! Damals regierte Bill Clinton, der Weltwirtschaft ging es gut, die Bundesregierung bereitete den Umzug von Bonn nach Berlin vor. Islamistischer Terror war noch nicht im allgemeinen Bewusstsein, 9/11 kam ja erst vier Jahre später. Der Ost-West-Konflikt war beendet. Polen, Tschechien und Ungarn bereiteten sich auf den Beitritt zu EU und NATO vor. Man hoffte, dass Russland mit etwas Verspätung ebenfalls zu Demokratie und Rechtsstaat findet und ein Friedenspartner wird. […]
Manche nehmen solche Weitsicht zum Anlass für den Verdacht, Brzezinski habe diese Entwicklung als Strippenzieher mit herbeigeführt. Das wirkt aber weit hergeholt. Er hatte seit Jahrzehnten kein Regierungsamt und steuert auch nicht die US-Geheimdienste.
Vielmehr kommen bei ihm Biografie, präzise Analyse und treffsichere Instinkte zusammen. Er ist gebürtiger Pole, war Sicherheitsberater des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter, ist bis heute einer der angesehensten außenpolitischen Denker der westlichen Hemisphäre. Sein Buch beginnt mit der Frage, welche geostrategischen Imperative die USA berücksichtigen müssen, wenn sie die ihnen zugefallene Vorrangstellung behalten wollen. Sie sind die erste Weltmacht der Geschichte, die nicht auf dem eurasischen Kontinent zuhause ist. Dort werde aber auch in Zukunft die Machtfrage entschieden.  
[Zbigniew Brzezinski – Rückblick in die Konflikte der Zukunft
Christoph von Marschall, Deutschlandfunk, 03.08.2015, Hervorhebung von mir]

In der Politik geschieht nichts zufällig.
Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein,
dass es auch auf dieser Weise geplant war.
[Franklin D. Roosevelt (1882-1945)] 


Dann gibt es da noch die Geschichte einer Befehlsverweigerung während des Kosovokrieges…
"Sir, ich werde für Sie nicht den dritten Weltkrieg anfangen", raunzt General Mike Jackson, Kommandeur der britischen Kfor-Truppen. Am 12. Juni 1999 rücken Tausende Nato-Soldaten in den Kosovo ein. Doch am Flughafen Pristina müssen sie verblüfft feststellen: Die Russen sind schon da. 200 Fallschirmjäger haben in den Morgenstunden das Gelände besetzt. Sie verwehren nun den Nato-Einheiten den Zutritt. US-General Wesley Clark ist düpiert - die russische Einheit ist unbemerkt aus Bosnien vorgerückt, dreieinhalb Stunden Vorsprung genügen, um den strategisch wichtigen Flughafen vor der Nato unter russische Kontrolle zu bringen - ein verwegenes Manöver.
Clark setzt auf Konfrontation. Jacksons Männer sollen die Landebahnen mit ihren Panzerfahrzeugen blockieren. Den Russen soll kein weiterer Coup gelingen, Clark will die kleine Einheit vom Nachschub aus der Luft abschneiden. Doch Jackson widersetzt sich: "Das werde ich nicht tun." Eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den Russen will er unbedingt vermeiden.
[Russischer Einmarsch 1999 – Showdown in Pristina, Benjamin Bidder, SPON, 17.02.2008]

… und eben jener Wesley Clark, ehemaliger Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), hat 2007 vor den Mitgliedern eines kalifornischen Think-Tanks einen Vortrag gehalten:
2007 hielt Wesley Clark eine Rede auf einer Veranstaltung des US-amerikanischen Think-Tanks Commonwealth Club of California. Clark ist ein General a. D. der US Army. Er berichtete unter anderem von einer Militärstrategie, die die Jahre nach den Terroranschlägen des 11. Septembers entwickelt wurde. Im wesentlichen ging es darum in mehreren Staaten der arabischen und afrikanischen Welt einzumarschieren und deren Regierungen zu stürzen. Die 2007 von Clark aufgezählten Länder sind heute entweder bereits militärisch unterworfen oder gerade im Fokus westlicher Militärstrategien.
Als Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) war Wesley Clark 1999 Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte im Kosovokrieg. Im Jahre 2004 bemühte er sich Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei zu werden. Von da an engagierte er sich politisch. Seine Rede am 10.03.2007 in San Francisco klingt wie eine Prophezeiung für die nächsten 5-10 Jahre. Er erzählt von der Zeit nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001. […]
Sechs Wochen später ging Clark, nach eigenen Angaben, erneut zu jenem Pentagon-Offizier und fragte nach, wieso der Irak nicht bereits angegriffen wurde. Der Offizier soll geantwortet haben: „Wir haben vor den Irak anzugreifen. Aber Sir, es ist schlimmer als das“. Anschließen soll er Clark ein Dokument gezeigt haben mit den Worten: „Ich habe gerade diesen Merkzettel aus dem Büro des Verteidigungsministers bekommen, und hier steht wir werden 7 Länder angreifen und deren Regierung in innerhalb von 5 Jahren stürzen. Wir werden mit dem Irak beginnen, und dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, den Sudan, Libyen, Somalia und den Iran. Sieben Länder in fünf Jahren.“
[Ex-NATO-Chef prophezeite 2007 kommende US-Kriege: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“, Wilhelm von Pax, NeoPresse, 07.04.2015 – Mit dem Vortrags-Video; siehe dazu auch:
- Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“, Post, 07.04.2015
]

zurück zur Ukraine:
Während die ehemalige ARD-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz kritisierte, …
»Wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und es auch verkünden müssen, daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt!«
▶ Putinversteher & Lügenpresse - aus: Die Anstalt vom 29.04.2014 {7:07; Start: 0:27}

FreiBILDfuerAlle
Am 04.09.2014 veröffentlicht 
Claus von Wagner & Max Uthoff, mit einem kleinen Einspieler mit Gabriele Krone-Schmalz zum Assoziierungsabkomen mit der Ukraine.

gab sich die transatlantische Liana Fix in einem Interview mit dem deutsch-türkischen Journal überrascht:
War die Ukrainekrise vorhersehbar?
Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde. Hier wurde unterschätzt, welche Bedeutung die Ukraine für Russland hat.
[Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen!, Post, 09.12.2014]
dazu auch:
- Die Ukraine und die russische Sprache, Versuch eines zeitlichen Überblicks (Post, 08.02.2019)



Hier ein Auszug aus der Rede Wladimir Putins auf der Waldai-Konferenz in Sotschi 2014:

Wie ist es zu erklären, daß diese berüchtigte sogenannte ISIS zu einer gewaltigen de facto Armeegruppierung werden konnte? 

Was deren finanzielle Zuströme angeht, so sind das zum heutigen Tag nicht nur Einkünfte aus dem Drogengeschäft, deren Produktion übrigens im Verlauf der Stationierung der internationalen Kräfte in Afghanistan nicht nur um ein paar Prozent, sondern um das Vielfache gestiegen ist. Das wissen wir alle. Sondern diese Finanzen resultieren auch aus dem Verkauf von Erdöl, das in Gebieten das von Terrosten kontrolliert wird, gefördert wird. Sie verkaufen es zum Spottpreis. Sie fördern und transportieren es ungehindert. Aber es gibt ja solche, die es kaufen, weiterverkaufen und daran verdienen, ohne darüber nachzudenken, daß sie damit Terroristen finanzieren, die früher oder später auch auf ihr Gebiet kommen werden. Und sie werden kommen, um die Saat des Todes in ihren Ländern auszusäen. 

Und woher kommen neue Rekruten? Im Irak sind infolge des Sturzes Saddam Husseins staatliche Institutionen, einschließlich der Armee, zerstört worden. Wir haben es damals noch gesagt: Seid vorsichtig! Wohin habt ihr diese Leute vertrieben? Auf die Straße. Und was sollen sie dort machen? Vergeßt nicht: Ob es gerecht oder ungerecht war, aber sie saßen an den Hebeln eines nach regionalem Maßstab durchaus großen Staates.


Und wohin treibt ihr sie? Was haben wir als Ergebnis? Zehntausende Soldaten und Offiziere, ehemalige Baath-Partei-Aktivisten, die auf die Straße gesetzt worden sind. Und sie sind es, die heute die Einheiten der Rebellenbanden auffüllen. Vielleicht ist es ja das, worin das Geheimnis der Operationsfähigkeit der ISIS besteht. Sie handeln vom militärischen Gesichtspunkt aus sehr effektiv. Wir haben es mit wirklichen Profis zu tun. Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.

Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen.

[Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede und die Rede vor der UN-Vollversammlung, Post, 26.10.2014 – Transkript der im Video vorgelesenen deutschen Übersetzung ab 11:30]

Zusammenfassung:
Ich kann eine US-Strategie nicht hunderprozentiger Sicherheit beweisen, aber die Parallelen fallen doch auf:
- Es gibt ein Kochrezept (oder nennen wir es »Plan«)
siehe zum Ukraine-Konflikt:
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014) oder
siehe zum Irak/IS:
Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (07.04.2015)

- die Umsetzung hat eine Krisensituation zum Ergebnis, und es heißt von transatlantischer Seite

zur Rechtfertigung:
»Wir waren erstaunt« oder
»Wir konnten das nicht voraussehen« oder
»Wir haben das nicht bedacht«
Aber das wichtigste Ergebnis ist ein neuer Feind, gegen den sich der Westen (bzw. der Militärisch-industrielle Komplex) verteidigen muß:
"Stoppt Putin jetzt!"-Cover war nur halbschlimm (Post, 11.09.2014)
Das Ergebnis im Irak ist
- das Entstehen des IS mit der Folge:
- die USA »müssen« den »Krieg gegen den Terrorismus« fortsetzen
Das Ergebnis in der Ukraine ist:
- die angebliche Notwendigkeit, Truppen und schwere Waffen an der Grenze zum »expansionistischen« Russland zu stationieren
Und um die Bevölkerung dazu zu bringen, da mitzuspielen, sind die Medien ein zentrales und unverzichtbares Element!

zum Prinzip der Herstellung einer Situation, in der man zu einer bestimmten Handlung »gezwungen« wird:
In dem folgenden Video ist Atlas, ein Bühnenmagier, »gezwungen«, ein auf dem Tisch liegendes Handy an sich zu nehmen – um es später verwanzen zu können.
Now You See Me: Atlas's Interrogation {1:14}
thebestmoviequotes
Am 01.09.2013 veröffentlicht
Atlas: "First rule of magic: Always be the smartest guy in the room."
I do not own this video.

für weitergehende Erklärungen zum Alternativlosigkeits-Prinzip siehe:
- Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 und das Herstellen von Alternativlosigkeit (Post, 18.01.2016)

Ein Blick in die Geschichte – die Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Schweden mit Hilfe der Konstruktion einer russischen Bedrohung:
KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Deutsche U-Boote im Kampf gegen Schwedens Neutralität?) {48:35}

KenFM
Am 17.06.2016 veröffentlicht 
Geschichte wiederholt sich doch. Wie in den 80er Jahren wird jetzt erneut mit Hilfe von Falschmeldungen über russische U-Boote in den schwedischen Schären Außenpolitik gemacht.
Damals wie heute wird unter Zuhilfenahme der Medien eine Konfrontationspolitik mit Russland durchgesetzt. Damals wie heute wird dabei mit der Gefahr eines 3. Weltkrieges gespielt.
Damals, um die „Gemeinsame Sicherheitspolitik“ von Olof Palme, Egon Bahr, Willy Brandt und später Michail Gorbatschow zu verhindern. Mit dem Amtsantritt von Gorbatschow war die „Gefahr“ eines Erfolges der sozialdemokratischen Entspannungspolitik massiv angewachsen. Denn Gorbatschow war bereit, diese Ideen auch zur sowjetischen Sache zu machen.
Der Mord an Olof Palme 1986 beendete die Möglichkeit einer neuen Weltordnung, die auf einer Herrschaft des Rechts in einer blockfreien Welt zielte, statt auf imperiale Politik einer einzigen Supermacht.
Heute wird erneut versucht, mit angeblich russischen U-Booten Politik zu machen. Und wieder sind es PsyOps, Operationen der psychologischen Kriegsführung.
Der schwedische Verteidigungsminister hat vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Radio offiziell mitgeteilt, dass es sich bei den U-Boot-Sichtungen von 2014 und 2015 nicht um russische U-Boote handelte, sondern um ein schwedisches und ein deutsches!
Tagelang hatten die deutschen Medien und Rundfunksender über die angeblich russischen U-Boote berichtet, in aller Ausführlichkeit und Ähnlichkeit. Dementis aus Moskau wurden höhnisch kommentiert. Die gültige Weisheit in den Redaktionen hieß: „Dem Russen ist alles zuzutrauen!“
Jetzt, angesichts der Tatsachen schweigen die deutschen Medien, der Gleichschritt ist befremdlich, keine einzige Publikation schert aus.
Was steckt hinter dieser Tatsachenverweigerung? Eine Frage, die die deutschen Medien beantworten müssen. Es geht nicht mehr um Interpretationen. Es geht um Tatsachen, um die Wahrheit. Die Qualitätsmedien haben eine üble Verschwörungstheorie verbreitet, eine Lügengeschichte, die große Wirkung erzielt hat. In Schweden wird jetzt ein NATO-Beitritt diskutiert, er gewann angesichts der russischen U-Boot-Bedrohung immer mehr Anhänger, der schwedische Verteidigungshaushalt wurde um 600 Millionen Euro aufgestockt und wie zufällig zeigt das schwedische Fernsehen gerade eine eigenproduzierte Serie, in der Norwegen von den Russen besetzt wird.
Russland und sein Präsident Putin werden in den westlichen Medien täglich dämonisiert. Warum? Was soll damit erreicht werden?
Das alles erinnern doch sehr an die „Perception Management“ Kampagnen, die dem Vietnamkrieg, dem ersten Golfkrieg oder der Invasion des Irak vorausgingen. „Perception Management“ und „Strategic Communication“, andere Wörter für Kriegspropaganda gehören zum Werkzeugkasten aller Streitkräfte und Geheimdienste.
Warum gehören sie auch zum Werkzeugkasten der deutschen Mainstreammedien?
Damit steht zwei Fragen im Raum:
1. Warum machen die deutschen Medien als willige Helfer bei der Eskalation mit und verschweigen die Wahrheit, die deeskalierend wirken würde?
2. Welche Rolle spielen das deutsche Verteidigungsministerium und die Bundeswehr? Nehmen sie an Operationen der psychologischen Kriegsführung teil, die die Spannungen mit Russland verschärfen und letztlich die Kriegsgefahr in Europa erhöhen?
Da die deutschen Medien zurzeit flächendeckend versagen und eine Desinformations-Querfront gebildet haben, übernimmt jetzt KenFM mit diesem Gespräch zwischen Ken Jebsen und Dirk Pohlmann kommissarisch die Grundversorgung der Bevölkerung mit wahrheitsgemäßer Information zum Thema „Schwedische U-Boot-Affäre reloaded“
Bitte beachten: Mehr als 8 Milliarden GEZ-Gebühren bekommen ARD und ZDF für ihre Propagandatätigkeit und Kriegsvorbereitung.
Die journalistische Arbeit erledigen wir. Mit Bordmitteln.
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https://www.twitter.com/TeamKenFM
https://www.youtube.com/wwwKenFMde
dazu auch:
- Projekt 613, Die Strandung von S-363 (Wikipedia)
- Tiefer Staat (Post, 06.01.2019)
- 1981: Pupsende Heringe und Whiskey on the rocks auf Schwedisch (Georg Klietz, Nordbayern, 22.10.2011)
„Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte auch irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, daß er mit heilen Knochen zurückkommt? Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Rußland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar.
Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. […]
Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“ 

[Hermann Göring, 18. April 1946, Nürnberg, abends in seiner Zelle, „achselzuckend“(vgl. G.M. Gilbert, „Nürnberger Tagebuch“, Fischer Frankfurt a. M., 1962, S. 270)
(Gilbert war ehemaliger Gerichts-Psychologe beim Nürnberger Prozess gegen Hauptkriegsverbrecher) 
Zitat gefunden in: Hermann Göring: Natürlich will das Volk keinen Krieg, ABER …, Wissensspeicher, orbit9]


Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede.
Ich habe noch niemanden gekannt,
der sich zur Stillung seiner Geldgier
auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte.
Die beutegierige Canaille
hat von eh und je auf Krieg spekuliert.
(Carl von Ossietzky, 1882 - 1945, in der Weltbühne vom 8. Dezember 1931;
gefunden bei ossietzky.net)



Fazit:
Die USA haben 
- beim Tonkin-Zwischenfall gelogen (1964, Vietnamkrieg),
- beim Zweiten Golfkrieg gelogen (1990, Brutkastenlüge),
- beim Dritten Golfkrieg (Irakkrieg, 1993) gelogen (Massenvernichtungswaffen)
und 
- sie lügen aktuell beim Syrienkrieg (»Schlächter Assad wirft Giftgas-Bomben auf sein eigenes Volk«)

Großereignissen wie 9/11 fällt dabei eine ähnliche Funktion zu wie dem Reichstagsbrand 1933 (=> Reichstagsbrandverordnung; USA: PATRIOT Act)

Die Medien in ihrer Aufgeregtheits-Bereitschaft werden benutzt, um das Volk kriegswillig zu machen,
Medien: intellektuelle Korruption in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)
und die Journalisten fügen sich!
Willy Wimmer: »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 23.01.2016)
Rehabilitationsversuch in der »Welt«: Warum Bush jr. mit seinem Irak-Feldzug richtig lag (Post, 20.12.2015)
Beispiel Kosovo-Krieg: Anteil der Medien an der Vorbereitung, Begleitung und Auswertung der NATO-Angriffe (Post, 25.03.2015)
Wimmer: Für USA geht Macht vor Recht (Post, 28.11.2014)

Die Aufgabe von uns Lämmern besteht darin, sich (über die Leitmedien hinaus!) kundig zu machen:
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)
Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Medien (wird ständig aktualisiert!)
kritisch zu prüfen:
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
Das Skripal-Labyrinth (Post, 20.10.2018)
Die Lügen der „Weißhelme“ (Post, 14.11.2017)
und vor allem SELBST zu DENKEN!
- Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (Wikipedia)
Britische Seltsamkeiten im postfaktischen Zeitalter – Die Skripals und ihr Dach (Post, 09.01.2019)
Wir geben ihnen Macht 1 (Post, 14.03.2013)


Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin,
weder von der Macht der anderen, noch
von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
[Theodor W. Adorno, Minima Moralia, 1951]


Adventsrätsel, das Sechzehnte von vierundzwanzig


Das Erste ist weniger als mehr,
das Zweite klein an Stärke und Gewicht,
Vereint ist es so ungefähr
ein Streit um Hoffnung und Verzicht.



Samstag, 15. Dezember 2018

Eine anonyme Denunziation der »Anständigen«

Wir (und vermutlich die übrigen Nachbarn in der "Anonym”-Str.) haben eine Mitteilung im Briefkasten vorgefunden, dass die Staatsanwaltschaft gegen Vorname XY wegen des Besitzes und Vertreibens von kinderpornographischen Bildern und Filmen ermittelt.

Das ist dermaßen abscheulich und widerlich, dass uns die Worte fehlen. Sie haben doch selbst Kinder!

Wir, die Eigentümer in der "Anonym”-Straße, möchten mit solchen Leuten wie Ihnen nichts zu tun haben. Sie, Frau XY, rennen doch sowieso ständig zu Nachbarn und anderen Leuten, um Ihrem Mann zu entfliehen, der sich überwiegend bei seiner Geliebten aufhält. Vermutlich wissen Sie, dass Ihr Mann Kinderpornos vertreibt.

Wir sind in unserer Straße anständige Leute, die eine gute Schulbildung genossen und Universitäten besucht haben*. Solche Mieter, wie Sie es sind, gehören hier nicht her. Wir haben nichts gegen "Beruf"söhne, da kann XY nichts für, aber dass wir wegen Ihrer Sauereien jetzt womöglich mit in den Schmutz gezogen werden, wenn das Ermittlungsverfahren publik wird, das geht zu weit.

Wir fordern Sie auf, Ihren Anhänger zu nehmen, zu kündigen und bitte ganz schnell aus unserer Straße zu verschwinden. Asoziale haben hier nichts zu suchen! Sollten Sie dieser Forderung nicht nachkommen, werden wir nicht ruhen, bis auch der letzte Bewohner von Ihren widerlichen Taten Kenntnis erlangt hat und einen großen Bogen macht, wenn er Sie sieht. Das werden Sie nicht lange aushalten.


Obiges Schreiben habe ich vorgestern in meinem Briefkasten gefunden.
Mein Kommentar
*Wie sagte AlterMann auf seinem Blog so teffend:
- Dummheit kann man nicht wegstudieren (AlterMannBlog, 20.07.2017)
Das Schöne an den Guten und an den Anständigen ist, daß sie sich alles erlauben dürfen, weil sie ja die gerechte Empörung auf ihrer Seite haben!
Aber was soll’s! 
Die da oben machen’s uns ja vor:
- Gutachten des Bundestags: Luftangriffe in Syrien nicht vom Völkerrecht gedeckt (Thomas Pany, 20.04.2018)
- Völkerrechtsverletzungen und das Narrativ deutscher Medienberichterstattung (Post, 21.12.2014)
- Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)
- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 22.11.2014)
- ZAPP: Vertrauen in Medien ist gesunken (Post, 22.12.2014)
- Realität, Interpretationen und Koordinatensysteme (Post, 05.11.2014)
- Begründung des Irakkriegs [2003] (Wikipedia)
- Irakkrieg – Powell: „Schandfleck meiner Karriere“ (FAZ, 09.09.2005)
Brutkastenlüge [1990] (Wikipedia)
- Tonkin-Zwischenfall [1964] (Wikipedia)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« [1951] (Post, 01.05.2012)

Adventsrätsel, das Fünfzehnte von vierundzwanzig


Man braucht sie, um den Reim zu bauen,
und kann damit die Post betrauen.



Freitag, 14. Dezember 2018

"Rechtsstaat" in Aktion

Unfähigkeit, Kapitulation, oder schon Kollaboration? Ein aktueller Überblick über Pleiten, Pech und Pannen der deutschen Justiz beim Umgang mit Rechtsextremismus

Die Hamburger Staatsanwaltschaft scheint weiterhin entschlossen, bei der strafrechtlichen Aufarbeitung der Ausschreitungen während des G20-Gipfels mit größtmöglicher Härte vorzugehen. Richter, die dieser extremen Linie nicht folgen, sollen kaltgestellt werden. Nachdem das Landgericht Hamburg am 9. November die Untersuchungshaft für zwei angeklagte Demonstrationsteilnehmer ausgesetzt hatte, stellte die Staatsanwaltschaft einen Befangenheitsantrag gegen die beteiligten Richter. Zudem hat das Oberlandesgericht Hamburg die Entscheidung der Vorinstanz binnen kurzer Zeit revidiert - die des schweren Landfriedensbruchs Angeklagten Demonstranten bleiben weiterhin in Haft.

Das Landgericht hätte die "Dimension der Taten" der Angeklagten aus den Augen verloren, die "Leid und Schrecken" über die Elbchaussee gebracht hätten, in der am 7. Juli 2017 vermummte Randalierer Autos und Geschäfte beschädigten. Überdies hätte das Gericht die "Opfer verhöhnt", indem es den Angeklagten - denen eine direkte Beteiligung an den Sachbeschädigungen nicht nachgewiesen werden kann - eine Freiheitsstrafe von drei Jahren in Aussicht stellte. Sie sollen als "Gehilfen" die vermummten Täter "psychisch" unterstützt haben. Die Staatsanwaltschaft und das Oberlandesgericht fordern hingegen eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, berichtete die Tageszeitung.

Damit entsteht der Eindruck, dass die Hamburger Justiz weiterhin der politischen Vorgabe des damaligen ersten Bürgermeisters Olaf Scholz folgt, der in Reaktion auf die Ausschreitungen, die durch eine brutale Eskalationsstrategie der Polizei angefacht wurden, möglichst "harte Strafen" forderte.

Bisheriger Höhepunkt der Strafkampagne, die der umstrittenen Eskalationsstrategie des inzwischen beförderten Polizeichef Dudde folgte, ist die Verurteilung eines Angeklagten zu dreieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung - wegen eines Flaschenwurfs. Das Einnehmen einer "Embryonalstellung" durch einen 21-jährigen Demonstranten bei seiner Verhaftung, der ebenfalls Flaschen geworfen haben soll, hatte eine Verurteilung von zweieinhalb Jahren ohne Bewährung zur Folge.

mehr:
- "Rechtsstaat" in Aktion (Tomazs Konicz, Telepolis, 14.12.2018)
siehe auch:
- G20-Randale an der Elbchaussee: Prozessbeginn (NDR, 18.12.2018)
- Immer noch G20: Die Verfolgung von Aktivisten (Post, 13.10.2018)
- „Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“ (Post, 07.10.2017)
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Mein Kommentar:
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier eine Machtdemonstration stattfindet.

Adventsrätsel, das Vierzehnte von vierundzwanzig


Es ist dunkel, springend, schwach, tot und wund.



Donnerstag, 13. Dezember 2018

Unterschriftenaktion gegen Diskriminierung von Psychotherapiepatienten endet heute

Helfen Sie mit, dass psychisch kranke Menschen nicht diskriminiert und in ihrem Erstzugangsrecht beschnitten werden! Der bvvp fordert, gemeinsam mit anderen Verbänden für alle Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in der Petition 85363:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den von der Bundesregierung am 26.09.2018 eingebrachten Entwurf zum Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz – TSVG) abzulehnen und an das zuständige Fachministerium zurück zu verweisen.“ (Auszug aus der Petition)


Die vollständige Petition sowie Unterschriftenlisten und einen Flyer zum Download finden Sie in der Box unter diesem Text.

Machen Sie mit und unterstützen Sie uns. Die Zeit drängt:

mehr:
- Bundestagspetition läuft noch bis 13.12.2018. Jetzt unterschreiben! (Bundesverband der Vertrags-Psychotherapeuten)
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Adventsrätsel, das Dreizehnte von vierundzwanzig


Das Haus ist vorbildlich belichtet,
alle Seiten sind nach Süden gerichtet.
nur eine Frage wär’:
welche Farbe hat der Bär?



Mittwoch, 12. Dezember 2018

Katze Fum und Eule Gerba


[Quelle: daily-story.com]
Katze Fum und Eule Gerba entpuppen sich als beste Freunde! Das Duo kennt sich schon von klein auf und spielt regelmäßig. Sie leben auf der gleichen Farm in der spanischen Stadt Tarragona und sind Freunde fürs Leben.

Adventsrätsel, das Zwölfte von vierundzwanzig


Diese Kultur unbürgerlich,
mit Stanzen aber wesentlich,
im Altern gar anbiederlich
und die Version ganz fürchterlich.



Dienstag, 11. Dezember 2018

Die Demokratie-Illusion

Kämpfer in Zivilkleidung misshandeln und verschleppen im Auftrag des französischen Staates Demonstranten.

Bei den Protesten der Gelbwesten in Frankreich setzt der französische Präsident Emmanuel Macron auch auf möglicherweise zur Brigade Anti-Criminalité (BAC) gehörende Einheiten in Zivilkleidung mit roten Armbinden. Diese greifen einzelne nicht-gewalttätige Gelbwesten plötzlich an, prügeln auf sie ein und verschleppen sie, wie Videos zeigen (1).

In einem Video ist zu sehen, wie ein einzelner Gelbwesten-Demonstrant sich mit diesen Einheiten ein Wortgefecht liefert. Unvermittelt beginnen die irregulären Turnschuh-Kämpfer mit den „roten Polizeiarmbinden“ auf den unbewaffneten Mann einzuschlagen, bringen ihn zu Fall, schleifen ihn über den Boden und bringen ihre „Beute“ zur Gefangenenannahme.

Ein weiteres Video, welches wie das oben erwähnte am 8. Dezember verbreitet wurde, zeigt ebenfalls eine solche Jagdszene auf einen Demonstranten. Mehrere vermummte Rotbinden gehen auf einen einzelnen Mann los, bringen ihn zu Fall, greifen dann filmende Journalisten mit Reizgas an und verschleppen ihr Opfer. Die Gelbwesten werden bei solchen Aktionen offenbar immer von mehreren Personen über den Boden geschleift.

Der Einsatz der Rotbinden-Kämpfer scheint aus Sicht des französischen Präsidenten Macron wohl dringend geboten, schließlich erklärte sich beispielsweise die französische Polizeigewerkschaft VIGI mit den Gelbwesten-Demonstranten solidarisch und erklärte, man habe dieselben Forderungen wie die Gelbwesten. VIGI kündigte deshalb am 5. Dezember einen unbefristeten Streik an, der am 8. Dezember beginnen sollte (2, 3).

Des Weiteren unterstützen Umfragen zufolge 77 Prozent der Franzosen die Gelbwesten — trotz massiver Falschberichterstattung der Macron-treuen Medien über die Gelbwesten (4). Mit brutalen Aktionen gegen die demonstrierende Bevölkerung wird diese Zustimmung wohl eher wachsen als zurückgehen. Eltern mit schulpflichtigen Kindern dürften beispielsweise kaum darüber erfreut sein, dass Polizisten Schüler wie Schwerverbrecher behandeln.

mehr:
- Die Demokratie-Illusion (Jens Bernert, Rubikon, 11.12.2018)
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Adventsrätsel, das Elfte von vierundzwanzig


Es eint und heilt, was klafft und was versehrt,
Es hilft dem Buche, daß es sein Leben fristet.
Was daraus geht, ist schon nicht mehr viel wert,
und wer darauf geht, der wird überlistet.



Montag, 10. Dezember 2018

„Unverhohlene Kriegshetze“

Nach dem Vorfall im Asowschen Meer haben Medienvertreter für eine härtere Gangart gegenüber Russland plädiert. Im Presseclub wurde selbst von einer „militärischen Option“ gesprochen. Die ehemalige Russlandkorrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz, ordnet im NachDenkSeiten-Interview die aktuelle Entwicklung zwischen der Ukraine und Russland ein und kritisiert die „aggressive Grundstimmung“, die in den Medien vorherrscht.

Frau Krone-Schmalz, die Lage zwischen der Ukraine und Russland hat sich mit dem Vorfall im Asowschen Meer zugespitzt. Wie haben Sie den Vorfall wahrgenommen?

In letzter Zeit lag der Focus der Berichterstattung nicht so sehr auf dem Thema Krim und das Asowsche Meer liegt ohnehin nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Aber es handelt sich natürlich um einen sehr sensiblen Punkt, der nach dem Bau der russischen Brücke über die Meerenge von Kertsch noch sensibler geworden ist. Danach hat sich die Lage insgesamt verschärft. Vor kurzem war im ukrainischen Parlament die Rede davon, dass diese Brücke beseitigt werden müsse und der Abgeordnete Igor Mossejtschuk, ein Nationalist und früher stellvertretender Kommandeur des berüchtigten Bataillons Asow, hat vor dem Parlament sogar eine Sprengung der Brücke ins Spiel gebracht. Russland hat darauf offiziell reagiert und der russische Außenminister Lawrow hat deutlich gemacht, dass Russland diese Drohung sehr ernst nimmt. Es hat eine gewisse Logik, dass Russland nach dieser Vorgeschichte Schiffe der ukrainischen Marine, die sich der Brücke nähern, nicht so ohne weiteres passieren lässt, sondern auf einer Kontrolle besteht. Wie so oft ist der genaue Ablauf der Geschehnisse umstritten. Die ukrainische Seite beharrt darauf, nachts um 3 diese Schiffe angemeldet zu haben, die russische Seite sagt, es habe keinerlei Ankündigung gegeben und die ukrainischen Schiffe hätten auf Anruf nicht reagiert. Jedenfalls hat die russische Küstenwache eines dieser Schiffe gerammt und beschossen – das entsprechende Video haben die Russen ja selbst ins Netz gestellt – und alle drei schließlich aufgebracht und die Besatzung festgesetzt. Bei solchen Vorkommnissen stellen sich immer zwei Fragen: warum jetzt? Und wer hat welche Interessen?

mehr:
- Krone-Schmalz: „Ich empfinde das als unverhohlene Kriegshetze“ (Gabriele Krone Schmalz interviewt von Marcus Klöckner, NachDenkSeiten, 10.12.2018)
siehe auch:
- Gezielte Provokation (Post, 06.12.2018)
siehe auch:
- Das US-Imperium überzieht die Welt mit Krieg. Absichtlich. Zwei aufschlussreiche Belege. (Alois Klees, Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 18.12.2018)
- Krone-Schmalz kritisiert mangelnde Pressefreiheit in Deutschland (Stefan Korinth, Telepolis, 15.10.2015)

aktualisiert am 18.12.2018

Von der umweltethischen Indifferenz der Wirtschaftsführer

Das Beispiel Glencore

Man muss die Zeitung zuweilen schon sehr genau studieren, um von aufschlussreichen Aussagen von Spitzenmanagern der Wirtschaft zu erfahren, die einem über das Denken der Unternehmensführer zu drängenden Fragen unserer Welt einen weit tieferen Eindruck verschaffen als alle Leitartikel und Kommentare von Journalisten. Oft stolpert man dann über Sätze und Aussagen, die zunächst sehr harmlos klingen und auch keine unmittelbaren Wahrheitsverdrehungen darstellen, bei näherer Betrachtung indes in ihrer Unverfrorenheit und Selbstgerechtigkeit keinen Vergleich zu scheuen haben.

So ergab sich für aufmerksame Leser kürzlich die Möglichkeit, Zeuge eines besonders unverhohlenen Beispiels der ethischen Indifferenz eines Unternehmensführers zu werden. In den Wirtschaftsseiten der Tageszeitungen war von einer Aussage des Chefs der hochumstrittenen Rohstofffirma Glencore aus dem beschaulichen Baar im Schweizerischen Kanton Zug die Rede. Auf einer Investorenkonferenz hatte sich Ivan Glasenberg zu den Aussichten seiner Firma, die es an Skandalen und unethischem Verhalten in den letzten Jahren so ziemlich an nichts hat fehlen lassen, geäußert.

Korruptionsvorwürfe, Verstöße gegen Umweltauflagen, Ausbeutung von Land und Bevölkerung in Drittwelt-Staaten, umstrittene Geschäfte im Kongo oder in Venezuela, entsprechende Untersuchungen der US-Justiz und kanadischer Behörden, Klagen von Aktionären - die Liste der Vergehen, derer sich Glasenbergs Konzern angeklagt sieht, ist unüberschaubar lang. Zugleich setzt Glencore in seinem Geschäftsmodell sehr stark auf die Förderung und den Vertrieb von Kohle, was aufgrund der damit verbundenen Klimaerwärmung sehr umstritten ist. So investiert eine wachsende Zahl von Anlegern und Vermögensverwaltern, die auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein setzen, schon längst nicht mehr in die Aktie von Glencore.

mehr:
- Von der umweltethischen Indifferenz der Wirtschaftsführer (Lars Jaeger, Telepolis, 10.12.2018)

Harald Schmidt im Interview (2017): "Inhalte belasten nur" {2:05}

profil online
Am 17.07.2017 veröffentlicht 
Entertainer Harald Schmidt (zum Interview: https://goo.gl/KFMNDA) erzählt im Interview mit profil von seiner Karriere nach der Late-Night, warum Drehort vor Inhalt geht und er nie seine Memoiren schreiben wird.
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Von Nürnberg nach Den Haag – Die Geschichte der Kriegsverbrecherprozesse

1945 wird Nürnberg Schauplatz eines historisch bis dahin einmaligen Ereignisses. Beim internationalen Militärtribunal sitzen Richter der Alliierten über Nazi-Tyrannen zu Gericht. Für die Nürnberger Prozesse, die schon ein halbes Jahr nach der Kapitulation Deutschlands beginnen, schaffen die Alliierten in Windeseile völkerrechtliche Grundlagen, die als Modell für den heutigen Umgang mit Kriegsverbrechern gelten. Bei den Tribunalen gegen die Verantwortlichen der Verbrechen in Ruanda und dem früheren Jugoslawien orientiert sich die Völkergemeinschaft an den Grundsätzen der Nürnberger Prozesse. Und auch für die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag spielt der Ausgangspunkt Nürnberg eine wichtige Rolle. Für die 45-minütige Dokumentation hat das BR-Reporterteam in Nürnberg, Bochum, Berlin und Den Haag gedreht und wochenlang in den Archiven der ARD nach authentischem Bildmaterial recherchiert. Herausgekommen ist ein genauso analytischer wie emotionaler Film.
mehr:
- Von Nürnberg nach Den Haag – Die Geschichte der Kriegsverbrecherprozesse (ARD, 10.12.2018, 21h – in der ARD Mediathek noch nicht zu finden…)
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Lauv und Julia Michaels, das neue Pop-Traumpaar

Beide gelten als hochtalentierte Songwriter ihrer Generation. Dann tun sich Lauv und Julia Michaels für ein Lied zusammen - und es funkt nicht nur bei der Musik. Mit n-tv.de sprechen sie über "There's No Way", Liebe, Erwartungsdruck, Demi Lovato, Ed Sheeran und Pink.
mehr:
- Sarah und Pietro waren gestern – Sie sind das neue Pop-Traumpaar (n-tv, 10.12.2018)
siehe auch:
Lauv feat. Julia Michaels – There’s No Way (Michael Schmich, Radioszene, 28.10.2018)
- JULIA MICHAELS MACHTS MIT LAUV AUF “THERE'S NO WAY” (bigFM Staff, bigFM, 28.09.2018)

Lauv ft. Julia Michaels - There's No Way [Official Video] {3:00}   Text   Übersetzung

Lauv
Premiere am 27.09.2018

Lauv - I Like Me Better [Official Video] {3:25}

Lauv
Am 10.08.2017 veröffentlicht 
Listen to Lauv’s latest single “There’s No Way” featuring Julia Michaels here: http://lauv.lnk.to/theresnoway
I met you when I was 18. is a collection of songs, a story. about making a big move, falling in love for the first time, and figuring out your own identity while being with someone else. listen to the entire playlist at: http://lauv.lnk.to/imywiw18
"I Like Me Better" available now: http://smarturl.it/lauv_ilmb
Pre-Save on Spotify: http://smarturl.it/lauv_subscribe
Get a Behind the Scenes Look at the Music Video: https://lauv.lnk.to/ilmb_bts
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Adventsrätsel, das Zehnte von vierundzwanzig


Er ist wohl und nackt und nass,
man begießt ihn, weiß auch, dass
er den Keglern wenig nütze.
Dennoch hat er Kern und Mütze.



Sonntag, 9. Dezember 2018

Tim Anderson: das neue Opfer der Gleichschaltung der politischen Wissenschaft

Wer den USA oder Israel widerspricht, ist in Gefahr.

Mein Freund und Co-Autor Tim Anderson (auf Twitter @timand2037) wurde von der australischen Universität, an der er seit 20 Jahren lehrte, mit sofortiger Wirkung suspendiert. Grund war „beleidigende“ Kritik an den Streitkräften Israels während des letzten kurzen Krieges gegen Gaza. Deutlicher kann man kein Exempel gegen kritische Geister und solche, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, es zu werden, statuieren.

Die Presseerklärung des Liepsen-Verlages, das sein erstes deutschsprachiges Buch veröffentlichte, erwähnt außerdem, dass er vom zuständigen Vizekanzler ein Hausverbot erhalten hatte. Außerdem heißt es darin: „Der bekannte Autor des in zehn Sprachen übersetzten Buches „Der Schmutzige Krieg gegen Syrien“ (Originaltitel: The Dirty War on Syria – Washington, Regime Change and Resistance) Tim Anderson ist am 3. Dezember 2018 von seinem Lehrstuhl für Politik und Ökonomie an der Sydney-Universität in Australien suspendiert worden.“

Noch einmal zum Verdeutlichen: Anderson hatte keine Dienstpflichten verletzt, sondern der Vizekanzler machte Tim Anderson seine Kritik an den israelischen Streitkräften im Gaza-Streifen zum Vorwurf. Damit ist klar, dass die Wissenschaft nicht mehr als Ausbildungsort für kritische Geister, die den Status Quo hinterfragen, existiert, sondern als Schule, die angepasste Arbeitskräfte für die Wirtschaft erzieht.

„Der Gegendruck, den Anderson zunehmend erfuhr, artikulierte sich nach seinem entschiedenen Eintreten für die Rechte des syrischen Volkes auf Selbstbestimmung und sein Engagement gegen jegliche Einmischung von außen in die innersyrischen Angelegenheiten. Durch sein bedingungsloses Eintreten für diese Sache gelang es Anderson, das bis dahin höchst einseitige Narrativ vom Terrorherrscher Assad und den humanitären Motiven der ‚westlichen Wertegemeinschaft‘ in der Öffentlichkeit hinterfragbar zu machen.“ So die Presseerklärung seines Verlages. Und natürlich waren seine Aktivitäten, mit denen auch australische Verbrechen in Syrien angeprangert wurden, schon lange ein Dorn im Auge des bedingungslos hinter den USA stehenden Establishments Australiens.

mehr:
- Tim Anderson: das neue Opfer der Gleichschaltung der politischen Wissenschaft (Jochen Mitschka, KenFM, 09.12.2018)
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Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag in Aleppo weitet sich aus

Die USA werfen Russland und Syrien vor, den Anschlag inszeniert zu haben und stellen sich damit auch schützend vor die "Extremisten" wie HTS in Idlib

Am 24. November haben die syrische und die russische Regierung berichtet, es habe Giftgasangriffe in Aleppo gegeben. Mit Chlorgas gefüllte Granaten seien aus der Pufferzone um Idlib abgefeuert worden, also aus dem von "Rebellen", die sich unter der Bezeichnung der "Nationalen Befreiungsfront" (NLF) unter die Leitung von Ankara gestellt haben, und Islamisten, vor allem dem al-Qaida-Ableger HTS, kontrollierten Gebiet. Über die Zahl der Verletzten gab es unterschiedliche Angaben (Angebliche Giftgasangriffe aus Idlib auf Aleppo).

Um eine drohende Offensive der Regierungstruppen zu verhindern, hatten Anfang September Russland und Iran mit der Türkei für Idlib ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, das eine 10-15 km breiten, demilitarisierte Pufferzone umfasst. Die Türkei sollte für die Einhaltung der Pufferzone und den Abzug der islamistischen Kämpfer sorgen.

Russland ließ bislang die vereinbarten Fristen verstreichen, wies aber immer wieder darauf hin, dass sich islamistische Kämpfer weiter in der Pufferzone aufhalten, Angriffe ausführen und sich keineswegs unter das Kommando der NFL, d.h. der Türkei, stellen. Nach Berichten weitet vor allem HTS seinen Einfluss aus und versucht die NFL zurückzudrängen, um selbst eine bessere Verhandlungsposition mit der Türkei zu erreichen, die mit der fortgesetzten Unterstützung der Rebellen versucht, Idlib wie zuvor schon Afrin und die Region um al-Bab unter Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig drängt die Türkei darauf, sein Einflussgebiet mindestens bis zum Euphrat auszudehnen, aber auch die von Kurden kontrollierten Gebiete an der türkischen Grenze zu besetzen. Hier gibt es seit langem einen Konflikt mit den USA, die die Kurden brauchen, um ihrerseits Kontrolle über syrische Gebiete auszuüben und Stützpunkte zu erhalten.


Die britische Charity Commission bestätigte gerade den großen Einfluss von HTS, indem sie Hilfsorganisationen am 3. Dezember warnte, dass sie indirekt "Terroristen" unterstützen könnten, wenn sie Hilfslieferungen über den Grenzübergang bei Bab Al-Hawa machen. Der Grenzübergang, der einzige offene aus der Türkei nach Idlib, werde seit September von HTS kontrolliert. Die Dschihadisten kontrollieren auch weitere Grenzübergänge.

Der behauptete Giftgasangriff auf ein von Damaskus kontrolliertes Gebiet war von russischer Seite vorangekündigt worden. Mehrmals hat das russische Militär erklärt, dass Giftgas aus der Türkei nach Idlib gebracht worden sei und dort von HTS und den Weißhelmen ein Angriff geplant werde, um ihn Russland und Assad zu unterschieben (Russisches Verteidigungsministerium warnt weiter vor inszeniertem Giftgasangriff.

mehr:
- Konflikt über behaupteten Giftgasanschlag in Aleppo weitet sich aus (Florian Rötzer, Telepolis, 09.12.2018)
siehe auch:
- Die Kriegstrommler (Felix Feistel, Rubikon, 08.12.2018)
Der Kindermord-Skandal (Post, 16.09.2018)
- „Weißhelme“: Die offizielle Version des Syrien-Kriegs bricht vor unseren Augen zusammen – endlich (Post, 02.08.2018)
- Propagandakrieg oder Massenhysterie? – Der Giftgasangriff in Chan Schaichun, April 2017 (Post, 13.05.2018)
- Der Giftgas-Anschlag in Ghuta (August 2013): West-Propaganda zu Syrien und eine vier Jahre alte Geschichte (Post, 04.05.2018)
- Giftgas: Wundert sich keiner? (Post, 03.05.2018)
- Die Lügen der „Weißhelme“ (Post, 14.11.2017)

Giftgasangriff auf Aleppo – wo bleibt die globale Empörung? {4:31}

RT Deutsch
Am 26.11.2018 veröffentlicht 
In den letzten Jahren ist es im Syrien-Krieg immer wieder zu Chemiewaffenangriffen gekommen. Und immer war sich die sogenannte Internationale Gemeinschaft darin einig, dass solche Angriffe geächtet und ihre Urheber strengstens bestraft gehören. Der Kanon der globalen Empörung richtete sich dabei wie selbstverständlich gegen den syrischen Präsidenten Bashar Assad. Es brauchte weder Beweise, noch wurde der Beschuldigte gehört.
Der jetzige Chlorgas Angriff auf Aleppo lässt sich nicht Assad zuschreiben. Als Urheber kommen mal wieder nur die jahrelang verharmlosten Rebellengruppen in Frage. Doch weil Assad diesmal ausfällt, reagiert die globale Berichterstattung verdächtig zurückhaltend. Chemiewaffen sind eben nur dann ein Verbrechen, wenn man die richtigen Leute beschuldigen kann. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/
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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.

Die Weißhelme: The Making of…🤔😜🍾
فيديو مسرب يظهر تحضير إرهابيي "الخوذ البيضاء" لحادثة مفبركة لاستخدام السلاح الكيميائي في #إدلب

سلطنه jamly
Am 21.09.2018 veröffentlicht 
gefunden in:
- Die gefälschten Videos der Weissen Helme aus Idlib (Freeman, AllesSchallundRauch, 23.09.2018)

Gutmenschen-Diktatur im Vormarsch: Tumblr verbietet Porno-Bilder

Mitte Dezember verschwinden bei Tumblr fast alle Bilder mit sexuellen Darstellungen und Videos. Genau dafür war der Dienst aber bekannt.

Ab 17. Dezember verbittet sich der Blogging-Dienst Tumblr sexuelle Darstellungen. Das hat die Verizon-Tochter am Montag mitgeteilt. Auch bereits seit Jahren zulässig gehostete Bilder werden dann nur noch für den Kontoinhaber selbst sichtbar sein.

Tumblr war seit jeher vor allem für freizügige Bilder bekannt, setzte aber branchenübliche Filter gegen Kinderpornographie und bestimmte andere Darstellungen ein. Mitte des Vorjahres wurde dann ein allgemeiner Porno-Filter aktiviert. Seither sind sexuelle Darstellungen nur noch für volljährige Kontoinhaber zugänglich, auch die Webcrawler von Suchmaschinen müssen draußen bleiben.

Im November ist die Tumblr-Software aus Apples App Store geflogen. Der Kinderporno-Filter soll nicht alles einschlägige Material erkannt haben. Mit dem totalen Porno-Verbot möchte Tumblr sich offenbar wieder Zugang zu Apples App Store verschaffen.

mehr:
- Tumblr verbietet Porno-Bilder (Daniel AJ Sokolov, heise IT, 04.12.2018)
siehe auch:
- Zensur? Tumblr muss alle nicht jugendfreien Inhalte entfernen (Turn On, 05.12.2018)
Nutzerinnen erzählen, warum das Sex-Verbot auf Tumblr eine Katastrophe für das Internet ist (Theresa Locker, Motherboard, 04.12.2018)
Nach App-Store-Rauswurf: Tumblr verbannt Porno (MacTechNews, 04.12.2018)
Blogging-Plattform: Tumblr verbietet Pornografie und Nacktheit (SPON, 04.12.2018)
- Tumblr zukünftig ohne Erwachsenen-Inhalte (Caschy, Caschys Blog, 03.12.2018)
Deutschland erweckt fatale Traditionen wieder: Volle Zensur, jetzt offiziell – und für die ganze EU (Judith Bergmann, Philosophia perennis, 24.10.2017)
- Porno-Filter: Tumblr schafft sich ab (Daniel Berger, heise IT, 21.06.2017)


- Petition: Allow NSFW Content on Tumblr (Change.org)

Adventsrätsel, das Neunte von vierundzwanzig


Er gibt eine Frist, er hat Humor,
er hat einen Vogel und ein Seil davor.



Samstag, 8. Dezember 2018

Der Aufstand

Die sogenannten Gelbwesten handeln aus Notwehr gegen die französische Staatsgewalt.

Als Echo auf die Erklärungen des Präsidenten verurteilen Minister und Medien „die Gewalt“, die sich vor dem Hintergrund der Massenmobilisierung der Gelbwesten ausbreitet, und schieben die Verantwortung auf „gewalttätige Demonstranten“, die versuchen, Chaos auf den Straßen unserer Städte anzurichten. Jean Lévy, vier Jahrzehnte lang engagiert für die französische Gewerkschaft CGT, rückt dieses schiefe Bild zurecht.

Das französische Volk erhebt sich gegen die Gewalt der Regierung
von Jean Lévy

Scheinheilig fordern sie die Gelbwesten auf, von jeglicher Form öffentlichen Protests Abstand zu nehmen, brav mit den Behörden zu verhandeln, und appellieren an die Protestierenden, ihre Protestaktionen im Interesse der öffentlichen Ordnung einzustellen.

Die Strategie von Emmanuel Macron ist klar: Isolierung der Gelbwesten gegenüber der Bevölkerung, die deren Kampf massiv – zu 84 Prozent - unterstützt.

Die Franzosen stellen sich dennoch Fragen.

Zunächst einmal möchten sie wissen, wer Gewalt ausübt und wer darunter leidet.
Die Hunderttausenden von Demonstranten, die Straßensperren auf Autobahnen errichten, Raffinerien blockieren, sich auf den Parkplätzen der großen Einkaufzentren versammeln, sich in ihren Städten die Hacken ablaufen, tun dies nicht zum Vergnügen.

Es ist ihr letztes Mittel, sich Gehör zu verschaffen, ihr Elend herauszuschreien und einer Macht, die davon nichts wissen will, eine andere Politik aufzuzwingen. Sie haben genug, diese Millionen ausgepressten Franzosen, die mit ansehen mussten, wie ihr soziales Gefüge aufgelöst wurde, ihre Bahnstation und ihr Postamt verschwunden sind, für die das schwierige Monatsende schon in der Mitte des Monats beginnt. Sie sind es leid, geschoren, geopfert zu werden für die Milliardäre, die Macron in den Élyséepalast gehievt haben.

Immer mehr Gelbwesten müssen erfahren, dass Anteilseigner großer Unternehmen Jahr für Jahr Milliarden zusätzlicher Dividenden scheffeln und die Vermögensteuer auf Großvermögen abgeschafft wurde.

Daraus erwächst ein immenser, manchmal verzweifelter Zorn, der in Frankreichs Städten und Dörfern angesichts der durch die Finanzmächte im Élyséepalast programmierten Ungerechtigkeit aufsteigt.

Und die wirkliche, „ausufernde“ Gewalt – sind ihr nicht Millionen Menschen ausgesetzt, die in verfallenden Häusern leben müssen? Nicht die Körper, die in eisigen Nächten auf dem Gehsteig liegen? Ist nicht das Weihnachtsfest ohne Apfelsinen und Spielzeug für die Kinder armer Familien „ausufernde“ Gewalt? Nicht die 800-Euro-Rentner? Nicht die jungen Leute, die arbeitslos sind, ohne jemals gearbeitet zu haben?

Es komme zu „Ausuferungen“, schreiben die Medien.

Zweifellos kamen am letzten Samstag (am 1. Dezember; Anmerkung der Übersetzerin) Protestierende, um „alles kurz und klein zu schlagen“. Für einige von ihnen bleibt Gewalt der letzte Weg, um sich Gehör zu verschaffen. Andere betrachten sie als die einzige Waffe einer notwendigen Revolution. Und schließlich mischen sich unter die Demonstranten auch noch Gruppen, die Vandalismus ausüben, nur weil sie sich davon für sich selbst einen Gewinn versprechen. Beim Versuch, die Gelbwesten-Bewegung zu diskreditieren, versteckt sich die Macht hinter den angerichteten Schäden.

mehr:
- Der Aufstand (Jean Lévy, Rubikon, 08.12.2018)
siehe auch:
Sozialbericht für Hannover: In diesen Stadtteilen ist die Kinderarmut am größten (Gunnar Menkens, HAZ, 07.12.2018)
Tagesdosis 6.12.2018 – Die Gelben Westen. Protest mit Potential? (Podcast) (Kommentar von Bernhard Loyen, KenFM, 06.12.2018)
- Stéphane Hessel ist tot (Post 07.06.2013)
Das geistige Milieu unserer Zeit und wir (Anagarika Kassapa, Der Mittlere Weg, Nr. 3, September-Dezember 2012, Buddhistischer Bund Hannover, S. 24ff., PDF)

Gezielte Zersetzung

Die von den Eliten organisierten gesellschaftlichen Spaltungen dienen der Herrschaftssicherung.

Schon vor mehr als 250 Jahren drückte der große schottische Philosoph David Hume seine Verwunderung über die Leichtigkeit aus, mit der eine Minderheit von Besitzenden über die Mehrheit der Nichtbesitzenden herrschen kann. Nur durch Beherrschung der Meinung könne es, Hume zufolge, zu einer solchen Situation kommen. Diese Einsicht hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren. Denn demokratische Gesellschaftsformen sind für die tatsächlichen Zentren der Macht nur akzeptabel, wenn sie sich so gestalten lassen, dass sie für die Machtausübenden risikofrei sind. Dies setzt voraus, dass diese die öffentliche Meinung in allen politisch relevanten Bereichen beherrschen können. Folglich stellt ein Meinungsmanagement in kapitalistischen Demokratien, die empirischen Studien zufolge in Wirklichkeit Wahloligarchien sind, eine der wichtigsten Herrschaftstechniken dar, meint Prof. Rainer Mausfeld in seinem Kommentar.

Nun kann es Situationen geben, in denen Meinungsmanagement allein nicht mehr ausreicht, Demokratie für die wirklichen Zentren der Macht risikofrei zu gestalten. Daher wurde seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts mit großem Aufwand und unter wesentlicher Beteiligung von Psychologie und Sozialwissenschaften versucht, Techniken zu entwickeln, durch die sich auch andere psychische Bereiche beeinflussen und kontrollieren lassen.

Schon früh erkannte man, dass sich in der Bevölkerung trotz systematischer Manipulation von Meinungen ein politisches Veränderungsbedürfnis aufstauen kann, das sich gegen die Zentren der Macht zu entladen droht. Daher mussten Techniken entwickelt werden, durch die sich eine solche Veränderungsenergie neutralisieren, noch besser: spalten und zersetzen lässt.

Derartige Techniken wurden bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehr erfolgreich eingesetzt, um die Arbeiterklasse sozial zu spalten und Gewerkschaften zu zersetzen. Über eine systematische Erzeugung von Falschidentitäten lassen sich soziale Spaltungen besonders wirksam bewerkstelligen. Beispielsweise wurden damals raffinierte Methoden entwickelt, die dem Ziel dienten, dass Arbeiter sich nicht mehr mit ihrer sozialen Klasse identifizieren, sondern mit ihrem Arbeitgeber. Seitdem wurden diese psychologischen Techniken beständig erweitert und verfeinert — eine Entwicklung, die im Neoliberalismus einen neuen Höhepunkt erreicht hat.

Eine ausgesprochen wirksame Methode, emanzipatorisches Veränderungspotential durch Spaltung zu neutralisieren, beruht auf einer recht einfachen Methode der Verklammerung. Wenn man nämlich Maßnahmen und Ziele, die mit moralischen und humanitären Werten verbunden sind, in geeigneter Weise mit Maßnahmen verklammert, die im Dienste imperialer oder ökonomischer Interessen stehen, so lassen sich humanitäre Maßnahmen gleichsam als Trojanische Pferde nutzen, um in nahezu unsichtbarer Weise Maßnahmen durchzusetzen, die ansonsten keine öffentliche Zustimmung finden würden. Beispiele einer solchen Verklammerungsmethode sind der „Kampf für Demokratie und Menschenrechte“, der „Kampf gegen den Terror“ oder das „Recht humanitärer Interventionen“.

Das Gemeinsame an diesen Beispielen ist, dass sie gleichsam humanitäre Mogelpackungen sind. Sie verklammern nämlich aktuelle ernsthafte humanitäre Anliegen mit längerfristigen imperialen oder ökonomischen Interessen zu einem kaum mehr aufzuschlüsselnden Maßnahmenpaket. Der Öffentlichkeit wird dann vorgegaukelt, dass beide Aspekte unauflöslich verknüpft seien und die humanitären Ziele nur zu dem Preis zu verwirklichen seien, dass sie das Gesamtpaket akzeptiert.

mehr:
- Gezielte Zersetzung (Kommentar von Rainer Mausfeld, Rubikon, 08.12.2018)