So, der letzte Patient für dieses Jahr ist aus der Tür raus. In dem ganzen Streß bin ich nicht dazu gekommen, mich nach einer stimmungsvollen und halbwegs anspruchvollen Weihnachtsgeschichte umzusehen. Deshalb poste ich unten Links zu meinen Posts aus den letzten Jahren.
Heute morgen erreichte mich dann ein kleines Gedicht von einer alten Schulkameradin, der ich hiermit ganz herzlich dafür danke, mich in die Lage versetzt zu haben, doch noch etwas aktuelles anbieten zu können:
Weihnachtsgedicht
When the snow falls wunderbar,
and the children happy are.
When the Glatteis on the street,
and we all a Glühwein need.
Then you know, es ist soweit.
she is here, the Weihnachtszeit.
Every Parkhaus is besetzt,
weil die people fahren jetzt.
All to Kaufhof, Mediamarkt,
kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things,
and the Christmasglocke rings.
Mother in the kitchen bakes,
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks.
Daddy in the Nebenraum,
schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum.
He is hanging off the balls,
then he from the Leiter falls.
Finally the Kinderlein,
to the Zimmer kommen rein.
And it sings the family
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And then jeder in the house,
is packing the Geschenke aus.
Mama finds unter the Tanne,
eine brandnew Teflon-Pfanne.
Papa gets a Schlips and Socken,
everybody does frohlocken.
President speaks in TV,
all around is Harmonie.
Bis mother in the kitchen runs,
im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr,
with Tatü, tata daher.
And they bring a long, long Schlauch,
and a long, long Leiter auch.
And they schrei - "Wasser marsch!",
Christmas now is in the Arsch.
Links zu Weihnachtsposts der letzten Jahre:
- Friede im Krieg
- Das Licht der Hoffnung
- Vorweihnachtliches
- Die Geschichte vom Lametta
- Ohne Worte beten
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Adventsrätsel (das achtzehnte von vierundzwanzig)
Der ist überall willkommen,
darf zur sprödsten Schönen kommen.
Die kann durch ein leises Drücken
zarte Liebe hoch beglücken.
Das zu finden ist oft schwer,
mancher trifft’s von ungefähr.
(Lösung zu Nr. 17)
darf zur sprödsten Schönen kommen.
Die kann durch ein leises Drücken
zarte Liebe hoch beglücken.
Das zu finden ist oft schwer,
mancher trifft’s von ungefähr.
(Lösung zu Nr. 17)
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Dienstag, 16. Dezember 2008
Adventsrätsel (das sechzehnte von vierundzwanzig)
Montag, 15. Dezember 2008
Sonntag, 14. Dezember 2008
Adventsrätsel (das vierzehnte von vierundzwanzig)
Im Mondschein schweben die Ersten
Und schwingen das Zweite im Tanze,
doch führen die Dicksten und Schwersten
als härteste Waffe das Ganze.
(Lösung zu Nr. 13)
Und schwingen das Zweite im Tanze,
doch führen die Dicksten und Schwersten
als härteste Waffe das Ganze.
(Lösung zu Nr. 13)
Samstag, 13. Dezember 2008
Adventsrätsel (das dreizehnte von vierundzwanzig)
Einer tut’s und schafft dir eine Welt:
Menschn, Tier und Gras und Laub.
Ein anderer tut’s, und ihm zerfällt
Das kleinste Körnchen gleich zu Staub.
(Lösung zu Nr. 12)
Menschn, Tier und Gras und Laub.
Ein anderer tut’s, und ihm zerfällt
Das kleinste Körnchen gleich zu Staub.
(Lösung zu Nr. 12)
Freitag, 12. Dezember 2008
Adventsrätsel (das zwölfte von vierundzwanzig)
Vorwärts am Menschfuß
und am Pferdehuf,
rückwärts dem Schützen
und dem Fährmann gilt der Ruf.
(Lösung zu Nr. 11)
und am Pferdehuf,
rückwärts dem Schützen
und dem Fährmann gilt der Ruf.
(Lösung zu Nr. 11)
Adventsrätsel (das elfte von vierundzwanzig)
Mit G, mit W und Z – drei Worte:
Mit G und W an hohem Orte,
mit Z am Ende stets und klein.
Welch Rätsl kann wohl leichter sein?
(Lösung zu Nr. 10)
Mit G und W an hohem Orte,
mit Z am Ende stets und klein.
Welch Rätsl kann wohl leichter sein?
(Lösung zu Nr. 10)
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Ohne Worte beten
Es gibt Schulen in Großbritannien und Nordamerika, bei denen fängt der Tag auf eine sehr besondere Weise an. Alle Schülerinnen und Schüler kommen in der Aula oder in der Schulkirche zusammen, nehmen Platz und schweigen. Eine ganze Schulstunde lang sitzen sie nur da und schweigen, jeden Morgen. Man stelle sich einmal vor, man würde das hierzulande versuchen. Doch in den Schulen der Quäker sind die Jungs und Mädchen daran gewöhnt, lange miteinander zu schweigen. Und sie tun dies nicht nur, weil sie so streng erzogen worden wären, sondern weil es ihnen wohltut, den Tag mit einer langen Zeit der Stille und des stillen Gebets zu beginnen.
Die Quäker sind eine kleine protestantische Freikirche. Sie haben keine großen Gotteshäuser. Sie feiern keine aufwendigen Gottesdienste. Sie haben keine Pastoren, die für die Gemeinde sprechen. Die Quäker sind eine Gemeinschaft von gleichberechtigten Schwestern und Brüdern. In ihren Gottesdiensten sitzt die Gemeinde zusammen und schweigt, bis einer das Empfinden hat, den anderen oder Gott etwas sagen zu müssen. Sie glauben, das menschliche Worte das Göttliche nie ganz angemessen beschreiben können, deshalb suchen sie vor allem im Schweigen die Nähe Gottes. So kann es passieren, dass ein einstündiger Gottesdienst zu Ende geht, ohne dass irgendjemand etwas gesagt hätte – und ohne dass jemand etwas vermisst hätte.
Die Quäker sind eine kleine protestantische Freikirche. Sie haben keine großen Gotteshäuser. Sie feiern keine aufwendigen Gottesdienste. Sie haben keine Pastoren, die für die Gemeinde sprechen. Die Quäker sind eine Gemeinschaft von gleichberechtigten Schwestern und Brüdern. In ihren Gottesdiensten sitzt die Gemeinde zusammen und schweigt, bis einer das Empfinden hat, den anderen oder Gott etwas sagen zu müssen. Sie glauben, das menschliche Worte das Göttliche nie ganz angemessen beschreiben können, deshalb suchen sie vor allem im Schweigen die Nähe Gottes. So kann es passieren, dass ein einstündiger Gottesdienst zu Ende geht, ohne dass irgendjemand etwas gesagt hätte – und ohne dass jemand etwas vermisst hätte.
Johann Hinrich Claussen (in: „O Gott!“, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, zitiert nach Christ in der Gegenwart 49, 7.12.2008
Dienstag, 9. Dezember 2008
Yoga und Chi Gong für Rheuma-Patienten
Empfehlen Sie doch Rheuma-Patienten zusätzlich zur Arzneitherapie Entspannungstechniken wie autogenes Training, Muskelrelaxation, Yoga oder Chi Gong! Diese Methoden reduzieren die Muskelspannung, erhöhen auf kognitiver Ebene die Konzentration, bessern emotional die Körperwahrnehmung und induzieren mental eine Haltung des Geschehenlassens. Die Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen ist in Studien nachgewiesen, etwa durch Messung mit Elektromyogram und EEG, von Ruhe-Energieumsatz, Thermoregulation, Stresshormonen, Atem- und Kreislaufreaktionen, wie Dr. Petra Georgiewa berichtet. Konkret bedeutet das: Bei vielen Patienten lassen die Schmerzen, Schlafstörungen oder Erschöpfung nach.
aus Ärztezeitung Nr. 221, 9. Dezember 2008
Früher, als die Welt noch in Ordnung war, waren die Amis böse und die Kommunisten nur ein bißchen neben der Spur. Wer die Amis gut fand, war konservativ und der Schlips nur hinter der nächsten Ecke, wer die Kommunisten nur ein bißchen neben der Spur fand, war einer von den Guten. Die sich selbst oder das Leben nicht auf die Reihe kriegten, waren auf der Suche nach sich selbst und machten Taiji, Chi Gong, Yoga und sonstwas, und die Erleuchtung wartete hinter der nächsten Ecke. Und die, die damals was zu sagen hatten, fanden diese Entspannungstechniken größtenteils bescheuert und ein billiges Mittel, seiner Persönlichkeit mittels Vollpumpen von realitätsferner Glückseligkeit den Saft abzudrehen. Und irgendwie hatten sie auch recht, weil wir wollten unser Ego ja loswerden, das uns wie ein Treibsatz in die Mitte der bürgerlichen Gesellschaft zu schießen drohte.
Jetzt werde ich langsam alt, die Gesellschaft verändert sich, jede bessere Reha-Klinik bietet Meditation an, und jetzt gehört es zum guten Ton einen VHS-Kurs Reiki zu belegen, und sogar in Ärztekreisen denkt man angesichts zunehmender fortbildungsgesicherter und qualitätsgemanagter Geldknappheit über alternative Einnahmensquellen nach.
Jetzt werde ich langsam alt, die Gesellschaft verändert sich, jede bessere Reha-Klinik bietet Meditation an, und jetzt gehört es zum guten Ton einen VHS-Kurs Reiki zu belegen, und sogar in Ärztekreisen denkt man angesichts zunehmender fortbildungsgesicherter und qualitätsgemanagter Geldknappheit über alternative Einnahmensquellen nach.
Focus, wie immer eng am Zahn der Zeit
MedReport 31/2008 downloadbar
Adventsrätsel (das neunte von vierundzwanzig)
Montag, 8. Dezember 2008
Adventsrätsel (das achte von vierundzwanzig)
Wer rät,
wie das letzte im Glas, ein Schrei
und eine Soldatenportion dabei
ein Ort zum Essen und Trinken sei?
(Lösung zu Nr. 7)
wie das letzte im Glas, ein Schrei
und eine Soldatenportion dabei
ein Ort zum Essen und Trinken sei?
(Lösung zu Nr. 7)
Sonntag, 7. Dezember 2008
Adventsrätsel (das siebente von vierundzwanzig)
Die erste heißt lateinisch hinten,
doch deutsch bewegt sie sich nach vorn;
die andre ist stets vorn zu finden,
als Schmuck und Waffe für den Zorn;
das Ganze ist bald vorn, bald hinten,
schweigt hinten und spektakelt vorn.
(Lösung zu Nr. 6)
doch deutsch bewegt sie sich nach vorn;
die andre ist stets vorn zu finden,
als Schmuck und Waffe für den Zorn;
das Ganze ist bald vorn, bald hinten,
schweigt hinten und spektakelt vorn.
(Lösung zu Nr. 6)
Samstag, 6. Dezember 2008
Adventsrätsel (das sechste von vierundzwanzig)
Freitag, 5. Dezember 2008
Renaud – La Mère À Titi
Renaud - La Mère A Titi von Yentime
|
Sur la tabl' du salon
Qui brille comme un soulier Y a un joli napp'ron Et une huitr'-cendrier
Y a des fruits en plastique
Vach'ment bien imités Dans une coupe en cristal Vach'ment bien ébréchée
Sur le mur, dans l'entrée
Y a les cornes de chamois Pour accrocher les clés D' la cave où on va pas
Les statuettes africaines
Côtoient sur l'étagère Les p'tites bestioles en verre Saloperies vénitiennes
C'est tout p'tit, chez la mère à Titi
C'est un peu l'Italie C'est l' bonheur, la misère et l'ennui C'est la mort, c'est la vie
Y a une belle corrida
Sur un moche éventail Posé au d'ssus du sofa Comme un épouvantail
Sur la dentelle noire
Y a la mort d'un taureau Qui a du mal à croire Qu'il est plus sous Franco
Y a une pauvre vierge
Les deux pieds dans la flotte Qui se couvre de neige Lorsque tu la gigotes
Le baromètr' crétin
Dans l'ancre de marine Et la photo du chien Tirée d'un magazine
C'est tout p'tit, chez la mère à Titi
Mais y a tout c' que j' te dis C'te femme là, si tu la connais pas T'y crois pas, t'y crois pas
Sur la télé qui trône
Un jour j'ai vu un livre J' crois qu' c'était Le Grand Meaulnes Près d' la marmite en cuivre
Dans le porte-journeaux
En rotin tu t'en doutes Y a Nous-Deux, l' Figaro L' Catalogue d' la Redoute
Pi au bout du couloir
Y a la piaule à mon pote Où vivent ses guitares Son blouson et ses bottes
Sa collec' de B.D.
Et au milieu du souk Le mégot d'un tarpé Et un vieux New Look
C'est tout p'tit, chez la mère à Titi
Le Titi y s'en fout Y m' dit qu' sa vie est toute petite aussi Et qu' chez lui, c'est partout
Quand y parle de s' barrer
Sa mère lui dit qu'il est louf' Qu'il est même pas marié Qu' ses gonzesses sont des pouffes
Et qu' si y s'en allait
Pas question qu'y revienne Avec son linge sale à laver A la fin d' chaque semaine
Alors y reste là
Ettouffé mais aimé S'occupe un peu des chats En attendant d' bosser
Y voudrait faire chanteur
Sa mère y croit d'ailleurs Vu qu'il a une belle voix Comme avait son papa
C'est tout p'tit, chez la mère à Titi
C'est un peu l'Italie C'est l' bonheur, la misère et l'ennui C'est la mort, c'est la vie |
Auf dem Wohnzimmertisch,
Der wie einen Schuh glänzt Liegt ein schönes Deckchen Und ein Austern-Aschenbecher
Es gibt Plastikfrüchte
Tierisch gut nachgemacht In einer Kristallschale Tierisch gut angeschlagen
An der Wand, im Eingang,
Gibt’s die Gemshörner Um die Schlüssel aufzuhängen Zum Keller, wo man nie hingeht.
Die afrikanischen Statuetten
Kommen auf dem Wandbrett in Berührung Mit den kleinen Glastierchen, Venezianischem Schund
Es ist echt klein bei Titis Mutter
Es ist ein bißchen wie Italien Es ist das Glück, das Elend und die Langeweile Es ist der Tod, es ist das Leben
Da gibt’s einen schönen Stierkampf
Auf einem hässlichen Fächer Über dem Sofa aufgelegt Wie eine Vogelscheuche
Auf der schwarzen Spitze
Gibt’s den Tod eines Stiers Der nicht glauben kann Dass er nicht mehr unter Franco ist
Es gibt eine arme Jungfrau
Die beiden Füße im Wasser Die sich mit Schnee bedeckt Wenn du sie schüttelst
Das blöde Barometer
Im Schiffsanker Und das Bild des Hundes Aus einer Zeitschrift ausgeschnitten
Es ist echt klein bei Titis Mutter
Aber es gibt alles, was ich dir sage Die Frau da, wenn du sie nicht kennen würdest, Du würdest es nicht glauben, du würdest es nicht glauben
Auf dem thronenden Fernsehgerät
Habe ich eines Tages ein Buch gesehen Ich glaube, es war „Der große Meaulnes“, Neben dem Kupfertopf
Im Zeitungsständer
Aus Rattan, wie du vermuten kannst, Liegen „Nous-Deux“, der „Figaro“ Der Katalog von „La Redoute“
Dann am Ende des Flurs
Gibt’s die Bude meines Freunds Wo seine Gitarren leben Seine Jacke und seine Stiefel
Seine Comicssammlung
Und inmitten dieses Basars Die Kippe eines Joints Und eine alte „New Look“-Ausgabe
Es ist echt klein bei Titis Mutter
Dem Titi ist es Wurst Er sagt mir, sein Leben ist auch ganz klein Und daß es bei ihm so ist wie überall
Wenn er drüber redet, abzuhauen,
Sagt ihm seine Mutter, er sei bekloppt Daß er noch nicht mal verheiratet ist Und daß seine Freundinnen Dummerchen sind
Und daß er, wenn er ginge,
Nicht mehr zurückkommen braucht, keine Frage, Mit seiner zu waschenden schmutzigen Wäsche Am Ende jeder Woche
Also bleibt er da
Erstickt, aber geliebt Kümmert sich ein bisschen um die Katzen Während er auf die Maloche wartet
Er würde gern Sänger werden
– Seine Mutter glaubt außerdem auch dran – Denn er hat eine schöne Stimme So, wie sein Vater eine hatte
Es ist echt klein bei Titis Mutter
Es ist ein bißchen wie Italien Es ist das Glück, das Elend und die Langeweile Es ist der Tod, es ist das Leben |
Wer seinen Partner pflegt, lebt länger
In einer US-Studie wird seit 1993 eine repräsentative Stichprobe amerikanischer Senioren begleitet. Forscher haben jetzt die Daten von zu Hause lebenden Ehepaaren (n=1688) ausgewertet, unter anderem im Hinblick darauf, ob einer der Partner den anderen pflegen mußte und wie viel Zeit er dafür aufwendete. Im Beobachtungszeitraum verstarben 909 Probanden dieser Gruppe. Die niedrigste Mortalität fand sich erstaunlicherweise bei den Personen, die ihren Ehepartner pro Woche 14 Stunden und länger pflegen mußten. Altruismus wird, so scheint es, mit Langlebigkeit belohnt. (Psychological Science)
aus MMW-Fortschritte in der Medizin Nr. 49-50/2008
Loreens Rätsel
Martin steht vor der Tür und sagt: »Ich habe zwei Murmeln in der Hand, eine ist weiß, die andere schwarz. Wer die weiße Murmel zieht, der kann auf meine Party. Wer aber nicht, der muß mir drei Euro geben. Jeder der beiden Jungs zieht die schwarze Murmel. Wie schafft es Martin, daß jeder die gleiche nimmt?
Adventsrätsel (das fünfte von vierundzwanzig)
Rate, was ich hab vernommen:
Es sind achtzehn kleine Gesellen zur Welt gekommen.
Von Angesicht gar säuberlich, keiner doch dem ander’n glich,
all’ ohne Fehler und Gebrechen,
nur konnte keiner ein Wort sprechen;
und damit man sie sollte versteh’n,
hatten sie fünf Dolmetscher mit sich geh’n.
Das waren hochgelehrte Leut’.
Der erst’ erstaunt, reißt’s Maul auf weit,
der zweite wie ein Kindlein schreit,
der dritte wie ein Mäuslein pfiff,
der vierte wie ein Fuhrmann rief,
der fünfte gar wie ein Uhu tut.
(Lösung zu Nr. 4)
Es sind achtzehn kleine Gesellen zur Welt gekommen.
Von Angesicht gar säuberlich, keiner doch dem ander’n glich,
all’ ohne Fehler und Gebrechen,
nur konnte keiner ein Wort sprechen;
und damit man sie sollte versteh’n,
hatten sie fünf Dolmetscher mit sich geh’n.
Das waren hochgelehrte Leut’.
Der erst’ erstaunt, reißt’s Maul auf weit,
der zweite wie ein Kindlein schreit,
der dritte wie ein Mäuslein pfiff,
der vierte wie ein Fuhrmann rief,
der fünfte gar wie ein Uhu tut.
(Lösung zu Nr. 4)
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Taijiquan-Demo in Mainz
Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, planen einige Mainzer Bootze eine Demonstration zur Einführung von Taijiquan in der Schule. In einem Doppelblindversuch sollen einige stadtbekannte Alkoholiker gegen Eurhythmie-Lehrer der örtlichen Waldorfschule antreten, die ein dreiwöchiges Taijiquan-Training absolviert haben. Beide Gruppen sollen in volltrunkenem Zustand auf einem Strich vom Bahnhof zur Goldgrube laufen. Der Sieger darf dann bei der nächsten Kommunalwahl gegen Andrea Ypsilanti antreten. Schiedsrichter ist der bekannte Taijiquan-Lehrer, Parteienforscher und Polit-Berater Mathias Richling.
Völklingen tut schon was gegen den Schulschwindel, und die Universität Bielefeld bietet sogar schon Unterrichtsmaterialien an. Zur Zeit gibt es Überlegungen, arbeitslose Bankmanager mit einer Abfindungssumme von weniger als einer Million als Taiji-Lehrer auszubilden, wogegen aber der Betriebsrat der Opel-Werke Widerstand angekündigt hat. Begründung: technisch seien die Opelaner nicht zu schlagen. Auch die bekannte Kinderbuchautorin und Taiji-Lehrerin Barbara Reiki (vierter Dan), die ihre Übungen gern in der Nähe von Wasser absolviert, meint, die Opelaner, denen das Wasser bis zum Hals stünde, seien dieser Aufgabe wohl eher gewachsen. Erik Vogel und Sebastian Krol haben schon Vorträge zum theoretischen Hintergrund von schulischen Entspannungsübungen bei Lehrer- und Chi-Mangel und 12 Schuljahren vorgestellt. Man darf auf die Auswirkungen der Mainzer Bildungsinitiative gespannt sein.
Adventsrätsel (das vierte von vierundzwanzig)
Noch sitzt auf halbverfallnem Throne
noch hält die längst bestrittne Krone
die alte Königin der Welt.
Ob sie wohl je vom Throne fällt?
Villeicht; doch liest Du sie von hinten,
so wirst Du einen König finden,
der herrscht, seitdem die Welt besteht,
des Reich nur mit der Welt vergeht;
sie schießt nicht ewig Donnerkeile,
doch treffen ewig seine Pfeile.
(Lösung zu Nr. 3)
noch hält die längst bestrittne Krone
die alte Königin der Welt.
Ob sie wohl je vom Throne fällt?
Villeicht; doch liest Du sie von hinten,
so wirst Du einen König finden,
der herrscht, seitdem die Welt besteht,
des Reich nur mit der Welt vergeht;
sie schießt nicht ewig Donnerkeile,
doch treffen ewig seine Pfeile.
(Lösung zu Nr. 3)
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Adventsrätsel (das dritte von vierundzwanzig)
Er hat einen Kamm und kämmt sich nicht,
er hat Sporen und ist kein Ritter,
er hat eine Sichel und ist kein Schnitter.
(Lösung zu Nr. 2)
er hat Sporen und ist kein Ritter,
er hat eine Sichel und ist kein Schnitter.
(Lösung zu Nr. 2)
Dienstag, 2. Dezember 2008
Adventsrätsel (das zweite von vierundzwanzig)
Das erste Paar freut sich am Flug,
das zweite Paar freut sich am Pflug,
das Ganze ist des ersten Fluch.
(Lösung zu Nr. 1)
das zweite Paar freut sich am Pflug,
das Ganze ist des ersten Fluch.
(Lösung zu Nr. 1)
Autisten sehen scharf
CAMBRIDGE – Die Sehschärfe autistischer Menschen reicht fast an die eines Habichts heran. Forscher um Emma Ashwin der University of Cambridge berichten in GEO von 15 Probanden, die eine mittlere Sehschärfe von 207 aufwiesen. Das heißt, sie erkannten Details aus 20 Metern Entfernung, die ein Nichtautist erst aus einer Distanz von etwa sieben Metern identifizieren kann. Greifvögel erreichen einen Wert von 20:6. Autisten verfügen nicht nur über eine höhere Sensibilität, sondern das besondere Interesse an Details beruht auf körperlichen Eigenschaften.
aus Der Kassenarzt Nr. 21, November 2008
Das das physiologisch überhaupt geht, finde ich höchst interessant!
Glatt im Trend
LEIPZIG – Haare ja, aber nur dort, wo sie hingehören: auf den Kopf! Andere Körperregionen werden eifrig rasiert und epiliert, und das nicht, um dem Filzlausbefall vorzubeugen. Einer Untersuchung der Psychologen um Prof. Elmar Brähler und Dr. Aglaja Stirn der Universität Leipzig zufolge entfernen mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer – die Bartrasur nicht einbezogen – regelmäßig Körperhaar. Fast die Hälfte der Frauen entledigen sich ihrer Bein-, Achsel- und Genitalbehaarung sowie der Augenbrauen. Auch die Hälfte der Männer rasieren sich den lästigen Pelz der Achselhöhle, des Genitalbereichs und auf dem Oberkörper.
Der Anteil der 314 im Schnitt rund 23 Jahre alten Probanden, die überhaupt kein Körperhaar entfernen, befand sich auf interferenzstatistisch nicht verwertbarem Niveau. Personen, die sich die Arbeit der aufwendigen Haarentfernung machen, leiden nicht an einer Störung ihres Selbstwerts, so Brähler. Ferner konnten die Wissenschaftler kein ausgeprägtes Persönlichkeitsmerkmal des „Sensation Seekings“ – des Bedürfnisses nach ständig neuer Stimulation und hoher Erregung – beobachten. Brähler geht davon aus, dass das aktuelle Modeideal der „glatt rasierten Scham“ wie jedes andere auch wieder an der Mode kommt. „Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten.“
Der Anteil der 314 im Schnitt rund 23 Jahre alten Probanden, die überhaupt kein Körperhaar entfernen, befand sich auf interferenzstatistisch nicht verwertbarem Niveau. Personen, die sich die Arbeit der aufwendigen Haarentfernung machen, leiden nicht an einer Störung ihres Selbstwerts, so Brähler. Ferner konnten die Wissenschaftler kein ausgeprägtes Persönlichkeitsmerkmal des „Sensation Seekings“ – des Bedürfnisses nach ständig neuer Stimulation und hoher Erregung – beobachten. Brähler geht davon aus, dass das aktuelle Modeideal der „glatt rasierten Scham“ wie jedes andere auch wieder an der Mode kommt. „Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten.“aus Der Kassenarzt Nr. 21, November 2008
Schmiss wirkt verwegen
LIVERPOOL – Frauen fühlen sich von Männern mit markanten Narben im Antlitz magisch angezogen, vor allem wenn sie nur auf die schnelle Nummer aus sind Biologen um Hob Burriss der University of Liverpool erklären in PERSONALITY AND lNDIVIDUAL DIFFERENCES, dass Frauen die „Kriegsverletzungen“ mit Mut, Verwegenheit und einem hohen Testosteronspiegel assoziieren. Suchen die Damen allerdings den Partner zur Familiengründung, hat Scarface ausgedient und die Damen bevorzugen das glatte Exemplar (siehe oben). Das stehe für Fürsorglichkeit und Umsicht. Burriss fand anhand von Fototests heraus, dass Männer in dieser Hinsicht weniger wählerisch sind: Sie bevorzugten schlicht die unversehrten Damen sowohl für die flüchtige Affäre als auch für die beständige Partnerschaft.
aus Der Kassenarzt Nr. 21, November 2008
Cheerleading ist mörderisch
CHAPEL HILL – Über die Hälfte aller schweren Sportverletzungen ziehen sich amerikanische Schülerinnen beim Cheerleading zu. Wie GEO berichtet, nehmen seit Mitte der 1990er-Jahre die Unglücksfälle in dieser Disziplin überproportional zu. Denn längst besteht Cheerleading nicht mehr nur aus dem rhythmischen Winken mit bunten Puscheln. Immer gewagtere Salti, Flickflacks und Wurffiguren erfordern perfekte Körperbeherrschung. Schwere Stürze aus mehreren Metern Höhe sind die Hauptursache für kompliziertere Frakturen. Sogar Todesfälle tauchen in der Statistik auf. Laut einer Erhebung des National Center for Catastrophic Sport Injury Research der University of North Carolina für den Zeitraum zwischen 1982 und 2007 verursachte das Cheerleading 55 Prozent aller Unfälle an High Schools, gefolgt von Turnen und Leichtathletik. An Colleges beträgt der Anteil an schweren Verletzungen sogar 59,4 Prozent, weit vor Unglücksfällen beim Feldhockey und beim Turnen.
aus Der Kassenarzt Nr. 21, November 2008
Cheerleading Incidents [1:17]
Cheerleading Incidents [1:17]
Hochgeladen am 11.10.2007
StuffedInbox.com presents this video about cheerleading mishaps, accidents, collisions and other tragic, but funny, situations.
Schlechte Balance – schlechte Noten
Neue Innenohruntersuchungen der Hochschule Aalen an über 3.000 hessischen Schülern der Klassen 1 bis 10 belegen, dass Schulkinder fundamentale Defizite bei Gleichgewichtstests aufweisen. Und: Kinder mit schlechtem Gleichgewicht haben signifikant schlechtere Schulnoten
Hör-, Seh- und Gleichgewichtsprüfungen bei 3.338 Schülerinnen und Schülern ergaben, dass Gleichgewichtsdefizite bei Haupt- und Realschülern besonders ausgeprägt sind: Hier weist nur jeder vierte Schuler und jede dritte Schülerin die zu erwartende Gleichgewichtsleistung auf. Aber auch in Gymnasien und Gesamtschulen zeigen nur rund 60 Prozent der Schüler und 70 Prozent der Schülerinnen angemessene Gleichgewichtsergebnisse. Kinder mit schlechtem Gleichgewicht haben über die gesamte Schullaufbahn schlechtere Noten in Mathematik und Deutsch, tendenziell auch in Sport. Der durchschnittliche Unterschied zu den Schülern mit gutem Gleichgewicht beträgt je nach Fach bis zu 0,7 Notenstufen. Leistungsdifferenzen in dieser Größenordnung entscheiden oft darüber, ob ein Kind zum Beispiel eine Realschule oder ein Gymnasium besucht.
Die Erkennung von Beeinträchtigungen des sensorischen Systems ist notwendig, um Kindern die Chance zu geben, den Lernstoff uneingeschränkt aufzunehmen. Die Maßnahmen, um den betroffenen Kindern zu helfen, reichen von Diagnostik mit anschließender Therapie, einer Hilfsmittelversorgung mit Brille oder Hörgerät über die Sitzordnung im Klassenzimmer, raumakustische Maßnahmen bis hin zu unterstützenden pädagogischen Maßnahmen.
Hör-, Seh- und Gleichgewichtsprüfungen bei 3.338 Schülerinnen und Schülern ergaben, dass Gleichgewichtsdefizite bei Haupt- und Realschülern besonders ausgeprägt sind: Hier weist nur jeder vierte Schuler und jede dritte Schülerin die zu erwartende Gleichgewichtsleistung auf. Aber auch in Gymnasien und Gesamtschulen zeigen nur rund 60 Prozent der Schüler und 70 Prozent der Schülerinnen angemessene Gleichgewichtsergebnisse. Kinder mit schlechtem Gleichgewicht haben über die gesamte Schullaufbahn schlechtere Noten in Mathematik und Deutsch, tendenziell auch in Sport. Der durchschnittliche Unterschied zu den Schülern mit gutem Gleichgewicht beträgt je nach Fach bis zu 0,7 Notenstufen. Leistungsdifferenzen in dieser Größenordnung entscheiden oft darüber, ob ein Kind zum Beispiel eine Realschule oder ein Gymnasium besucht.Die Erkennung von Beeinträchtigungen des sensorischen Systems ist notwendig, um Kindern die Chance zu geben, den Lernstoff uneingeschränkt aufzunehmen. Die Maßnahmen, um den betroffenen Kindern zu helfen, reichen von Diagnostik mit anschließender Therapie, einer Hilfsmittelversorgung mit Brille oder Hörgerät über die Sitzordnung im Klassenzimmer, raumakustische Maßnahmen bis hin zu unterstützenden pädagogischen Maßnahmen.
aus Der Kassenarzt Nr. 21, November 2008
Die Geheimnisse der Marathon-Maus
Fehlt Mäusen ein Gen für ein bestimmtes Muskelprotein, so entwickeln sie sich zu „Marathonläufern“. Im Lauftest sind sie deutlich ausdauernder als normale Mäuse. Sie laufen weiter und auch schneller.
Dies haben Wissenschafter am Universitätsklinikum Heidelberg im Tiermodell an genetisch veränderten Mäusen gezeigt, deren Muskeln das Protein Calsarcin 2 nicht bilden können. Der Grund der Ausdauerleistung: Der Mangel am Protein Calsarcin 2 führt dazu, dass die Muskeln der „Marathon-Maus“ sich aus überdurchschnittlich vielen langsamen Muskelfasern zusammensetzen. Diese können zwar nicht schnell reagieren, dafür aber ausdauernd arbeiten. Im Gegensatz dazu sind schnelle Muskelfasertypen sofort einsatzbereit, ermüden aber schneller. Normalerweise ist der Anteil der Fasertypen streng reguliert, damit sich die Muskeln stets optimal an wechselnde Anforderungen anpassen können.Wichtig für diese Anpassungsprozesse ist das Zusammenspiel von Calsarcin 2 mit dem Muskelprotein Calcineurin, das die Ausbildung der langsamen und ausdauernden Muskelfasern fordert. Ist kein Calsarcin 2 vorhanden, verstärkt sich die Wirkung von Calcineurin, und es entwickeln sich mehr ausdauernde Muskelfasern. Da es große Ähnlichkeiten zwischen der Herz- und der Skelettmuskulatur gibt, untersuchen jetzt Kardiologen, ob es auf molekularer Ebene Zusammenhänge gibt zwischen der Fitness von Herz- und Skelettmuskel.
aus Der Kassenarzt Nr. 21, November 2008
Montag, 1. Dezember 2008
Adventsrätsel (das erste von vierundzwanzig)
Atemlos lebt es, kalt wie der Tod schwebt es,
kennt keinen Durst, doch dennoch trinkt es,
trägt ein Kettenhemd, doch nie klingt es.
kennt keinen Durst, doch dennoch trinkt es,
trägt ein Kettenhemd, doch nie klingt es.
Montag, 24. November 2008
Sonntag, 16. November 2008
Was Pavianpos und Frauen gemein haben
ROCHESTER – Männliche primitive Vorlieben sollten umsichtige Frauen als Styling-Tipp verstehen. Die Lady in Red ist für Männer attraktiver. Das ergab die Studie der Psychologen Andrew Elliot und Daniela Nieste der University in Rochester. Die männlichen Probanden begehrten eine auf einem Foto abgebildete Frau dann besonders, wenn diese rote Kleidung trug – oder das Foto lediglich rot gerahmt war Dieser Farbeffekt hatte auf die Bewertung von Sympathie und Intelligenz keinen Einfluss. Die Forscher schreiben im JOURNAL OF PERSONALITY AND SOCIAL PSYCHOLOGY, dass die Beziehung von roter Farbe und sexueller Anziehung nicht anerzogen sei, sondern biologische Wurzeln habe. Denn dieser Schlüsselreiz funktioniert auch bei Affen. Weibliche Schimpansen und Paviane signalisieren durch ihr rotgefärbtes Hinterteil ihre Empfängnisbereitschaft. Frauen hingegen beurteilten die Attraktivität ihrer Geschlechtsgenossinnen unabhängig davon, ob Rot auf dem Bild vorhanden war oder nicht.
aus Der Kassenarzt Nr. 20, November 2008
Hier sitzt der Hass
LONDON - Liebe und Hass liegen dicht beieinander – das ist nicht nur ein Sprichwort. Die Neurowissenschaftler Semir Zeki und John Romeya vom University College London haben herausgefunden, welche Hirnbereiche aktiv sind, wenn Menschen leidenschaftlich hassen. Hass aktiviere andere Hirnlegionen als ähnliche Gefühle wie Angst oder Wut, schreiben die Forscher in PLoS ONE. Überraschenderweise teile sich Hass zwei Bereiche des Großhirns mit der Liebe. Das Putamen bereite Bewegungen vor. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Inselrinde bei Hassgefühlen aktiviert werde, um einen Angriff oder eine Flucht einzuleiten Das sei derselbe Impuls, wenn ein Rivale um die angebetete Person rumschleiche, denn sowohl geliebte als auch verhasste Gesichter beunruhigten.
aus Der Kassenarzt Nr. 20, November 2008
Freitag, 7. November 2008
Dokumentarfilm »Hidden Heart«
Am 3. Dezember wird sich die erste erfolgreich durchgeführte Herztransplantation zum 41. Mal jähren: Der kapstädter Herzchirurg Christiaan Barnard transplantierte dem 55jährigen Louis Washkansky ein Spenderherz und schrieb damit Medizingeschichte.
Was jahrzehntelang nicht beachtet wurde: Der schwarze Südafrikaner Hamilton Naki, dem aufgrund seiner Hautfarbe ein Studium verwehrt blieb und der vom Klinikgärtner zum Leiter der Tierversuchsanstalt der Medizinischen Klinik geworden war, hatte alle an der Operation teilnehmenden Ärzte ausgebildet. Als später Barnard wegen seines Rheumas nicht mehr operieren konnte, wurde Nani sein ausführender Arm am OP-Tisch.
Der Film erzählt die unterschiedliche Geschichte der beiden Mediziner und das Deutsche Ärzteblatt vom Film.
Was jahrzehntelang nicht beachtet wurde: Der schwarze Südafrikaner Hamilton Naki, dem aufgrund seiner Hautfarbe ein Studium verwehrt blieb und der vom Klinikgärtner zum Leiter der Tierversuchsanstalt der Medizinischen Klinik geworden war, hatte alle an der Operation teilnehmenden Ärzte ausgebildet. Als später Barnard wegen seines Rheumas nicht mehr operieren konnte, wurde Nani sein ausführender Arm am OP-Tisch.
Der Film erzählt die unterschiedliche Geschichte der beiden Mediziner und das Deutsche Ärzteblatt vom Film.
Dienstag, 4. November 2008
Syriana, Kino at it’s best!

Sie führen Krieg ums Öl. Mit allen Mitteln…
Politthriller mit den Superstars George Clooney und Matt Damon
Prinz Nasir will Reformen
Bob Barnes (Oscar für George Clooney) ist Nahostexperte der CIA. Er soll den reformorientierten arabischen Thronfolger Prinz Nasir (Alexander Siddig) ausschalten, der sein ölreiches Land von den USA unabhängig machen will…
Bryan Woodman zweifelt
Nach dem tragischen Tod seines kleinen Kindes wird Wirtschaftsexperte Bryan Woodman (Matt Damon) zum Berater eben dieses Prinzen Nasir…
Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright) erhält einen delikaten Auftrag: er soll die Fusion zweier US-Ölfirmen auf Korruption hin überprüfen. Ohne den Deal zu gefährden…
Gleichzeitig gerät der bettelarme Ölarbeiter Wasim Khan unter die Fuchtel radikaler Islamisten…
All diese Handlungsfäden (und mehr!) verwebt Regisseur Gaghan zu einem hochkomplexen Thriller.
Gaghan und seine Produzenten Goerge Clooney und Steven Soderbergh („Traffic“) wollen zeigen, wie Profitgier, Ölabhängigkeit, Armut und Terrorismus global zusammenhängen. Differenziert, anspruchsvoll, großes Kino!

Stephen Gaghan: Kino für eine komplizierte Welt
Ein früherer Alkoholiker und Crack-Junkie ist heute einer der gefeiersten Kino-Autoren: Stephen Gaghan, 43, landte mit dem Oscar-prämierten „Traffic“-Skript (2000) seinen großen Wurf. „Traffic“ faszinierte mit der Idee, das ganze komplizierte Geflecht der Drogenökonomie als nicht lineares Epos zu schildern. „Syriana“ inspiriert von einem Buch des CIA-Agenten Robert Baer, treib diese Erzählweise auf die Spitze. Die verwirrend zahlreichen Handlungsstränge sind nur lose verkünpft und oft lückenhaft. Gaghan: „Nach 9/11 bin ich allmählich zur Überzeugung gekommen, daß unsere westliche Gesellschaft süchtig ist – nach billigem Öl.“
Gestern abend (3.11.08) im ZDF, vielleicht kommt’s ja wieder…
Politthriller mit den Superstars George Clooney und Matt Damon
Prinz Nasir will ReformenBob Barnes (Oscar für George Clooney) ist Nahostexperte der CIA. Er soll den reformorientierten arabischen Thronfolger Prinz Nasir (Alexander Siddig) ausschalten, der sein ölreiches Land von den USA unabhängig machen will…
Bryan Woodman zweifeltNach dem tragischen Tod seines kleinen Kindes wird Wirtschaftsexperte Bryan Woodman (Matt Damon) zum Berater eben dieses Prinzen Nasir…
Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright) erhält einen delikaten Auftrag: er soll die Fusion zweier US-Ölfirmen auf Korruption hin überprüfen. Ohne den Deal zu gefährden…
Gleichzeitig gerät der bettelarme Ölarbeiter Wasim Khan unter die Fuchtel radikaler Islamisten…
All diese Handlungsfäden (und mehr!) verwebt Regisseur Gaghan zu einem hochkomplexen Thriller.
Gaghan und seine Produzenten Goerge Clooney und Steven Soderbergh („Traffic“) wollen zeigen, wie Profitgier, Ölabhängigkeit, Armut und Terrorismus global zusammenhängen. Differenziert, anspruchsvoll, großes Kino!

Stephen Gaghan: Kino für eine komplizierte Welt
Ein früherer Alkoholiker und Crack-Junkie ist heute einer der gefeiersten Kino-Autoren: Stephen Gaghan, 43, landte mit dem Oscar-prämierten „Traffic“-Skript (2000) seinen großen Wurf. „Traffic“ faszinierte mit der Idee, das ganze komplizierte Geflecht der Drogenökonomie als nicht lineares Epos zu schildern. „Syriana“ inspiriert von einem Buch des CIA-Agenten Robert Baer, treib diese Erzählweise auf die Spitze. Die verwirrend zahlreichen Handlungsstränge sind nur lose verkünpft und oft lückenhaft. Gaghan: „Nach 9/11 bin ich allmählich zur Überzeugung gekommen, daß unsere westliche Gesellschaft süchtig ist – nach billigem Öl.“
aus TV-Spielfilm
Gestern abend (3.11.08) im ZDF, vielleicht kommt’s ja wieder…
Gehirnforschung, Geld und Rettungspakete
In der Zeitschrift Nervenheilkunde fragt sich Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, wie »aus dem Homo oeconomicus ein sein Glück wissenclich und sinnlos verspielender Homo irrationalis« wurde, und findet interessante Antworten.
Editorial der Zeitschrift Nervenheilkunde, kostenloser Download
Falls der Links nicht mehr funktioniert, hier nach Heft 11/2008 suchen, in der sich öffnenden Seite auf »Editorial« (zweiter Artikel von oben) klicken.
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Samstag, 1. November 2008
Fernsehen vor den 68ern
Jochen Malmsheimer in der Anstalt (Danke an kunfusius und Xiamo für den Tip)
»Wo sind die erotisierenden Wachmacher?«
Warum der Fußball und der Papst mehr Leute mobilisieren als die Politik. Fragen an den Psychoanalytiker Micha Hilgers
Politik reißt niemanden vom Hocker: Schüler auf der Besuchertribüne des Deutschen Bundestages schon gar nicht
__________________
Von Wolfgang Kessler
Publik-Forum: Die Deutschen scheinen politikmüder denn je – oder trügt der Schein?
Micha Hilgers: Enttäuschung ist etwas anderes als Müdigkeit. Mit Beginn von Rot-Grün herrschten Hoffnung und Aufbruchstimmung. Roman Herzogs Wort vom Ruck, der durch das Land gehen müsse, schien Realität zu werden. Doch unter Schröder war das Gegenteil der Fall: kein Ruck, sondern soziales Rollback. Familienpolitik als Gedöns, das Eigenheim als Pfand für eine eventuelle Arbeitslosigkeit oder pflegebedürftige Angehörige, Hartz IV. Dazu gigantische Steuerentlastungen für das Großkapital. Müdigkeit? Eher Erschöpfung, Enttäuschung über zerbrochene Hoffnungen und die Folgen massenhafter Verarmung durch sinkende Reallöhne.
Publik-Forum: Das müsste die Leute doch eher dazu motivieren, endlich etwas zu ändern?
Hilgers: Ach, kommen Sie, wie soll denn die Arithmetik einer anderen Politikkonstellation nach der Bundestagswahl aussehen! Die SPD hat sich selbst jede Chance verbaut, eine soziale Politik zu realisieren, indem sie ein Bündnis mit den Linken auf Bundesebene ausschloss. Mit Westerwelles FDP und den Grünen in einem Jamaika-Bündnis ist der Mindestlohn ausgeschlossen, eine neue Energiepolitik auch, ganz zu schweigen von der Bildung und der Förderung von Minderheiten, die weitgehend Ländersache ist. Was bleibt, ist eine schwarz-gelbe oder eine schwarzrote Koalition. Soll das etwa als erotisierender Wachmacher wirken?
Publik-Forum: Das Netzwerk attac und andere Organisationen beklagen das Fehlen der Dreißig- bis Fünfzigjährigen. Wo sind die?
Hilgers: Zu Hause, im Job und auf der Autobahn zwischen beiden. Seit Jahren lesen wir in den Shell-Jugendstudien, dass junge Erwachsene Karriere im Beruf mit Familie in Einklang bringen wollen. Das ist allerdings bei der verheerenden Situation in der Kinderbetreuung und ständigem berufsbedingten Ortswechsel nicht einfach.
Micha Hilgers
____________
ist Psychoanalytiker und Publizist in Aachen. Er berät regelmäßig poltische Organisationen.
Publik-Forum: Also haben die mit der Politik jetzt abgeschlossen?
Hilgers: Mitnichten. Es ist nur gegenwärtig keine Konstellation im Bund denkbar, die für innovative Politik stünde. Verständlich mag sein, dass viele Leute die Machtspiele der Politik satt haben. Die Basisbewegungen hängen auch durch.
Publik-Forum: Warum?
Hilgers: Eine Lehre der außerparlamentarischen Opposition war, dass man Verbündete in den Institutionen braucht. Minderheiten bleiben relativ erfolglos, wenn sie nicht durch diese Verknüpfung auch auf Mehrheiten einwirken können. Es fehlt diese Allianz, für die die Grünen nicht mehr stehen – spätestens nach ihren Todsünden unter Schröder.
Publik-Forum: Ist es denn wirklich so, dass man politisch nichts ändern kann?
Hilgers: Ich nenne das erlernte Hilflosigkeit: ein Abwehrmechanismus gegen Enttäuschungen, Misserfolge und Ohnmachtserfahrungen. Wenn man angeblich weiß, dass Engagement nichts bringt, steht man psychologisch sozusagen auf der Seite der Mächtigen und Gewinner; es kann einem scheinbar nichts Negatives zustoßen. Der sozialpsychologische Hintergrund. Immer mehr Menschen sind mit schlichtem Überleben bis zum Monatsultimo beschäftigt. Weder sind sie bereits so verarmt, dass sie nichts mehr zu verlieren haben, noch gibt es eine Aufbruchstimmung mit einem gemeinsamen, verbindenden und erreichbar erscheinenden attraktiven politischen Ziel.
Publik-Forum: Was können Bewegungen tun, um die Menschen zu mobilisieren?
Hilgers: Charismatische, überzeugende Persönlichkeiten müssen möglichst konkrete Ziele formulieren. Wir benötigen Entwürfe für die Zukunft, die keine politische Partei mehr bietet: Wie wollen wir leben? Was gibt es zu gewinnen, persönlich und kollektiv an Lebensqualität und Sinnhaftigkeit? Was müssen wir dafür leisten? Die Antworten der etablierten Parteien auf diese Fragen sind ebenso banal wie unterschiedslos.
Publik-Forum: Fußballspiele und Papstbesuche bringen Zehntausende auf die Straße. Können nur große Events Leute bewegen?
Hilgers: Mit Fußballvereinen können sich mehr Leute über alle Differenzen hinweg identifizieren als mit Münte, Angie oder Bütikofer. Es fehlen charismatische Politiker, die nicht für das Ego, sondern für Überzeugungen und Gerechtigkeit stehen. Lafontaine ist charismatisch, hat Erfolg, die richtigen Fragen, aber keine Antworten. Der Papst ist ein fundamentalistischer Charismatiker, der die Sehnsucht nach Harmonie bedient – unter Ausblendung aller Widersprüche, die jeder Einzelne zu Positionen der Kirche empfinden mag. Der Wunsch nach Identifikation und politischer Vereinigung ist vorhanden – fragt sich nur, wer ihn bedient. Wehe, wenn die NPD solche Persönlichkeiten findet. ■
Politik reißt niemanden vom Hocker: Schüler auf der Besuchertribüne des Deutschen Bundestages schon gar nicht__________________
Von Wolfgang Kessler
Publik-Forum: Die Deutschen scheinen politikmüder denn je – oder trügt der Schein?
Micha Hilgers: Enttäuschung ist etwas anderes als Müdigkeit. Mit Beginn von Rot-Grün herrschten Hoffnung und Aufbruchstimmung. Roman Herzogs Wort vom Ruck, der durch das Land gehen müsse, schien Realität zu werden. Doch unter Schröder war das Gegenteil der Fall: kein Ruck, sondern soziales Rollback. Familienpolitik als Gedöns, das Eigenheim als Pfand für eine eventuelle Arbeitslosigkeit oder pflegebedürftige Angehörige, Hartz IV. Dazu gigantische Steuerentlastungen für das Großkapital. Müdigkeit? Eher Erschöpfung, Enttäuschung über zerbrochene Hoffnungen und die Folgen massenhafter Verarmung durch sinkende Reallöhne.
Publik-Forum: Das müsste die Leute doch eher dazu motivieren, endlich etwas zu ändern?
Hilgers: Ach, kommen Sie, wie soll denn die Arithmetik einer anderen Politikkonstellation nach der Bundestagswahl aussehen! Die SPD hat sich selbst jede Chance verbaut, eine soziale Politik zu realisieren, indem sie ein Bündnis mit den Linken auf Bundesebene ausschloss. Mit Westerwelles FDP und den Grünen in einem Jamaika-Bündnis ist der Mindestlohn ausgeschlossen, eine neue Energiepolitik auch, ganz zu schweigen von der Bildung und der Förderung von Minderheiten, die weitgehend Ländersache ist. Was bleibt, ist eine schwarz-gelbe oder eine schwarzrote Koalition. Soll das etwa als erotisierender Wachmacher wirken?
Publik-Forum: Das Netzwerk attac und andere Organisationen beklagen das Fehlen der Dreißig- bis Fünfzigjährigen. Wo sind die?
Hilgers: Zu Hause, im Job und auf der Autobahn zwischen beiden. Seit Jahren lesen wir in den Shell-Jugendstudien, dass junge Erwachsene Karriere im Beruf mit Familie in Einklang bringen wollen. Das ist allerdings bei der verheerenden Situation in der Kinderbetreuung und ständigem berufsbedingten Ortswechsel nicht einfach.
Micha Hilgers____________
ist Psychoanalytiker und Publizist in Aachen. Er berät regelmäßig poltische Organisationen.
Publik-Forum: Also haben die mit der Politik jetzt abgeschlossen?
Hilgers: Mitnichten. Es ist nur gegenwärtig keine Konstellation im Bund denkbar, die für innovative Politik stünde. Verständlich mag sein, dass viele Leute die Machtspiele der Politik satt haben. Die Basisbewegungen hängen auch durch.
Publik-Forum: Warum?
Hilgers: Eine Lehre der außerparlamentarischen Opposition war, dass man Verbündete in den Institutionen braucht. Minderheiten bleiben relativ erfolglos, wenn sie nicht durch diese Verknüpfung auch auf Mehrheiten einwirken können. Es fehlt diese Allianz, für die die Grünen nicht mehr stehen – spätestens nach ihren Todsünden unter Schröder.
Publik-Forum: Ist es denn wirklich so, dass man politisch nichts ändern kann?
Hilgers: Ich nenne das erlernte Hilflosigkeit: ein Abwehrmechanismus gegen Enttäuschungen, Misserfolge und Ohnmachtserfahrungen. Wenn man angeblich weiß, dass Engagement nichts bringt, steht man psychologisch sozusagen auf der Seite der Mächtigen und Gewinner; es kann einem scheinbar nichts Negatives zustoßen. Der sozialpsychologische Hintergrund. Immer mehr Menschen sind mit schlichtem Überleben bis zum Monatsultimo beschäftigt. Weder sind sie bereits so verarmt, dass sie nichts mehr zu verlieren haben, noch gibt es eine Aufbruchstimmung mit einem gemeinsamen, verbindenden und erreichbar erscheinenden attraktiven politischen Ziel.
Publik-Forum: Was können Bewegungen tun, um die Menschen zu mobilisieren?
Hilgers: Charismatische, überzeugende Persönlichkeiten müssen möglichst konkrete Ziele formulieren. Wir benötigen Entwürfe für die Zukunft, die keine politische Partei mehr bietet: Wie wollen wir leben? Was gibt es zu gewinnen, persönlich und kollektiv an Lebensqualität und Sinnhaftigkeit? Was müssen wir dafür leisten? Die Antworten der etablierten Parteien auf diese Fragen sind ebenso banal wie unterschiedslos.
Publik-Forum: Fußballspiele und Papstbesuche bringen Zehntausende auf die Straße. Können nur große Events Leute bewegen?
Hilgers: Mit Fußballvereinen können sich mehr Leute über alle Differenzen hinweg identifizieren als mit Münte, Angie oder Bütikofer. Es fehlen charismatische Politiker, die nicht für das Ego, sondern für Überzeugungen und Gerechtigkeit stehen. Lafontaine ist charismatisch, hat Erfolg, die richtigen Fragen, aber keine Antworten. Der Papst ist ein fundamentalistischer Charismatiker, der die Sehnsucht nach Harmonie bedient – unter Ausblendung aller Widersprüche, die jeder Einzelne zu Positionen der Kirche empfinden mag. Der Wunsch nach Identifikation und politischer Vereinigung ist vorhanden – fragt sich nur, wer ihn bedient. Wehe, wenn die NPD solche Persönlichkeiten findet. ■
aus Publik-Forum Nr. 18•2008
Freitag, 31. Oktober 2008
Drahtzieher hinter den Kulissen – der Einfluss des Bertelsmann-Konzerns auf die Hochschulen
Nachdenken, wenn’s weh tut
Erwin Wagenhofer hat einen Dokumentarfilm über Geld, seine Vermehrung, Heuschrecken und die Auswirkungen des globalen Zockens auf die Sozialsysteme und die Entwicklungsländer gemacht. (Wahrscheinlich ist die Aufzählung nicht vollständig.)
In einem Bericht der Tagesschau sagte Wagenhofer: »Jeder, mit dem wir gesprochen haben, wirklich jeder, hat die Finanzkrise kommen sehen«.
Deutscher Trailer:
Links:
– Inhaltsangabe bei hr3
– Inhaltsangabe bei ZEIT-Online
– Bericht bei der Tagesschau (Video)
– Tagesschau (Interview mit Wagenhofer), leichter lesbar bei Michael Boksch
– Konsumpf-Blog (mit Kritiken)
– weitere Links beim Bembelkandidat
– Ansichten eines Bankers (bei ZEIT-Online)
– Ich gegen den Dax (bei ZEIT-Online)
– Mein Gott, ist das aufregend (bei Egon Kreuzer)
Siegerposen für alle gleich
HAMBURG – Die typische Geste des Triumphes kennen selbst Sieger, die blind sind und die Pose niemals gesehen haben. Wie das Magazin GEO meldet, hat die Psychologin Jessica Tracy das spontane Verhalten von blinden Judoka bei der Behindertenolympiade 2004 untersucht und mit jenem normalsichtiger Judokämpfer verglichen Dabei entdeckte die Forscherin der University of British Columbia, dass die Triumphgesten von sehenden und blinden Sportlern aus völlig verschiedenen Kulturkreisen fast identisch waren.
Immer rissen Sieger die Arme v-förmig in die Höhe, immer streckten sie ihre Köpfe nach oben und leicht nach hinten, immer bahnen sie ihre Brust auf. Nicht so deutlich fiel das Ergebnis bei Gesten der Scham nach einer Niederlage aus. Während blinde Athleten sowie sehende aus Asien offenkundig niedergeschlagen waren, kaschierten sehende Judoka aus Europa und den USA oft ihre Enttäuschung. Die Wissenschaftlerin vermutet daher, dass die Gesten der Scham kulturell beeinflusst sind, stolzes Gebaren ist dagegen angeboren. •
Immer rissen Sieger die Arme v-förmig in die Höhe, immer streckten sie ihre Köpfe nach oben und leicht nach hinten, immer bahnen sie ihre Brust auf. Nicht so deutlich fiel das Ergebnis bei Gesten der Scham nach einer Niederlage aus. Während blinde Athleten sowie sehende aus Asien offenkundig niedergeschlagen waren, kaschierten sehende Judoka aus Europa und den USA oft ihre Enttäuschung. Die Wissenschaftlerin vermutet daher, dass die Gesten der Scham kulturell beeinflusst sind, stolzes Gebaren ist dagegen angeboren. •
aus Der Kassenarzt Nr. 19 | Oktober 2008
Dienstag, 21. Oktober 2008
Wie die Luft auf die Erde kam
In einer aufwendigen Doku-Reihe erzählt Deutschlands bekanntester Astronaut Thomas Reiter die Geschichte der Erde neu. Hier schreibt er vorab, wie das Leben zu atmen lernte.
THOMAS REITER
DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -entwicklung
Die zarte Lufthülle, die unseren wunderschönen Planeten umgibt – wer. sie als Astronaut aus dem Weltall betrachtet, fragt sich unweigerlich: Wie kam eigentlich der Sauerstoff auf die Erde, dieses ganz besondere Gas, das das heutige Leben überhaupt erst ermöglicht? Für die neue ZDF-Reihe „Expedition Erde“ wollten wir das Rätsel lösen – und die Antwort fanden wir in Australien.
40 Grad Celsius. Die Sonne brennt, kein Baum weit und breit spendet Schatten. Die Geländewagen unseres Drehteams quälen sich stundenlang durch die staubige Einöde der westaustralischen Wüste. Eine holprige Tortur bis ans Ende des sechsten Kontinents – doch als wir endlich die Lagune von Shark Bay am Indischen Ozean erreichen, hat sich alle Mühe gelohnt: Wir stehen vor einer der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der Erde – den ältesten Lebewesen der Welt. Und den wichtigsten Revolutionären der Geschichte.

Der Umweltfrevel der Urzeit
Eine neue Erfindung ändert alles
Shark Bay ist einer der wenigen Orte, an denen noch heute geschieht, was man als den größten Umweltfrevel in der Vergangenheit unseres Planeten bezeichnen darf: Hunderte Millionen Jahre lang haben die ersten Bakterien auf der Ur-Erde schon Mangan gefressen, Schwefel verdaut und Zucker vergoren, auf Vulkanen Kohlendioxid und Ammoniak geatmet – kurzum, alles getan, um in einer lebensfeindlichen Ur-Atmosphäre mit intensiver UV-Strahlung irgendwie auszukommen. Doch dann, vor 3,5 Milliarden Jahren, geschah es: Ein paar einfallsreiche Cyanobakterien (früher Blaualgen genannt) erfanden die Photosynthese. Das bedeutet: Sie produzierten, ganz nebenbei, Sauerstoff als Abgas und verpesteten damit ihre Umgebung. So lange, bis das aggressive Gas nicht nur alles Gestein verwittert (oxidiert), sondern sich sogar in der Atmosphäre angereichert hatte
Sanft kräuselt sich das warme Wasser im Wind. Wie Streusel auf einem riesigen Kuchen liegen die Stromatolithen in der Lagune: Millionen Polstersteine, aufgebaut von Cyanobakterien, den Schöpfern der Luft. Bis zu metergroße knollen- oder säulenförmige Gebilde vor allem aus Kalkstein, oft mit Lagen aus Eisenerz oder Feuerstein, die die Mikroben bei ihrem Wachstum aus dem Meereswasser heraus eingelagert haben. Korn für Korn, Schicht für Schicht.
Wie an die Küste gespülte Gesteinsbrocken sehen die Stromatolithen aus – aber das sind sie nicht. Sondern lebende Organismen. So unspektakulär sie aussehen mögen – alle Pflanzen und Tiere und jeder einzelne Mensch verdanken ihnen ihre Existenz. Diese Bakterien waren zwei Milliarden Jahre lang alles, was unsere Erde an Lebensformen zu bieten hatte – und wenn nicht eine Menge an Zufällen zusammengekommen wäre, dann wäre unser Planet noch heute eine Welt von Mikroben. An der Shark Bay ist sie erhalten geblieben.
Cyanobakterien sind die Erfinder der Photosynthese. Es gibt 2000 Arten - vom Einzeller bis zu langen Fäden (wie bei der Gattung Phormidium, Aufnahme mit dem Raster- Elektronenmikroskop, 900-fache Vergrößerung).
Mit Treibkörnchen aus dem Meerwasser bauen sie die Stromatolithen der Shark Bay auf - die lebenden Steine Westaustraliens.
Ein Blick auf diese Bucht ist wie ein Schnappschuss aus der Urzeit: Seit 3,5 Milliarden Jahren bauen diese Winzlinge an den seichten Ufern der Meere ihre Pilztürme auf – dunkle Strukturen im Flachwasser. Sogar aus dem Weltraum konnte ich das türkisgrüne Wasser der Shark Bay erkennen. Mithilfe des Sonnenlichts erzeugten sich diese Revolutionäre des Lebens die Rohstoffe ihres Wachstums plötzlich selbst – durch Aufspaltung des Wassers aus dem Meer und des Kohlendioxids aus der Luft. Eine geniale neue Methode, die alle Vorläufer in Rückzugsnischen verdrängte – in Vulkanschlote, Höhlen und die Tiefsee.
Noch heute ist auf allen Kontinenten – aber besonders schön in den roten Weiten des australischen Outbacks – zu sehen, was der neue Luft-Sauerstoff schuf: oxidiertes Gestein, gewaltige Gebirge aus Rost, die zu Eisenerz wurden – von dem unsere Zivilisation heute zu großen Teilen abhängt. Faszinierend: Der Abfall der natürlichen Revolution von damals bildet die Grundlage der technischen Revolution unserer Gegenwart. Die wunderbare Erfindung der winzigen Bauherren der Stromatolithen war so erfolgreich, dass sich der Sauerstoff in der Atmosphäre sammelte – und schließlich unseren Planeten auch mit einem ganz besonderen Schutz umgab: der Ozonschicht. Sie bewahrt ihn bis heute vor den tödlichen UV-Strahlen der Sonne. Und das Vorhandensein von Sauerstoff zum Atmen ermöglichte das Entstehen der ganzen Fülle von Leben auf dem Land.
Wir alle sind Kinder dieser Bakterien. Das hat auch die UNO erkannt und die Stromatohithen, die lebenden Steine Australiens, zum Welterbe der Menschheit erklärt.
THOMAS REITERDLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -entwicklung
Die zarte Lufthülle, die unseren wunderschönen Planeten umgibt – wer. sie als Astronaut aus dem Weltall betrachtet, fragt sich unweigerlich: Wie kam eigentlich der Sauerstoff auf die Erde, dieses ganz besondere Gas, das das heutige Leben überhaupt erst ermöglicht? Für die neue ZDF-Reihe „Expedition Erde“ wollten wir das Rätsel lösen – und die Antwort fanden wir in Australien.
40 Grad Celsius. Die Sonne brennt, kein Baum weit und breit spendet Schatten. Die Geländewagen unseres Drehteams quälen sich stundenlang durch die staubige Einöde der westaustralischen Wüste. Eine holprige Tortur bis ans Ende des sechsten Kontinents – doch als wir endlich die Lagune von Shark Bay am Indischen Ozean erreichen, hat sich alle Mühe gelohnt: Wir stehen vor einer der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der Erde – den ältesten Lebewesen der Welt. Und den wichtigsten Revolutionären der Geschichte.

Der Umweltfrevel der Urzeit
Eine neue Erfindung ändert alles
Shark Bay ist einer der wenigen Orte, an denen noch heute geschieht, was man als den größten Umweltfrevel in der Vergangenheit unseres Planeten bezeichnen darf: Hunderte Millionen Jahre lang haben die ersten Bakterien auf der Ur-Erde schon Mangan gefressen, Schwefel verdaut und Zucker vergoren, auf Vulkanen Kohlendioxid und Ammoniak geatmet – kurzum, alles getan, um in einer lebensfeindlichen Ur-Atmosphäre mit intensiver UV-Strahlung irgendwie auszukommen. Doch dann, vor 3,5 Milliarden Jahren, geschah es: Ein paar einfallsreiche Cyanobakterien (früher Blaualgen genannt) erfanden die Photosynthese. Das bedeutet: Sie produzierten, ganz nebenbei, Sauerstoff als Abgas und verpesteten damit ihre Umgebung. So lange, bis das aggressive Gas nicht nur alles Gestein verwittert (oxidiert), sondern sich sogar in der Atmosphäre angereichert hatte
Sanft kräuselt sich das warme Wasser im Wind. Wie Streusel auf einem riesigen Kuchen liegen die Stromatolithen in der Lagune: Millionen Polstersteine, aufgebaut von Cyanobakterien, den Schöpfern der Luft. Bis zu metergroße knollen- oder säulenförmige Gebilde vor allem aus Kalkstein, oft mit Lagen aus Eisenerz oder Feuerstein, die die Mikroben bei ihrem Wachstum aus dem Meereswasser heraus eingelagert haben. Korn für Korn, Schicht für Schicht.
Wie an die Küste gespülte Gesteinsbrocken sehen die Stromatolithen aus – aber das sind sie nicht. Sondern lebende Organismen. So unspektakulär sie aussehen mögen – alle Pflanzen und Tiere und jeder einzelne Mensch verdanken ihnen ihre Existenz. Diese Bakterien waren zwei Milliarden Jahre lang alles, was unsere Erde an Lebensformen zu bieten hatte – und wenn nicht eine Menge an Zufällen zusammengekommen wäre, dann wäre unser Planet noch heute eine Welt von Mikroben. An der Shark Bay ist sie erhalten geblieben.
Cyanobakterien sind die Erfinder der Photosynthese. Es gibt 2000 Arten - vom Einzeller bis zu langen Fäden (wie bei der Gattung Phormidium, Aufnahme mit dem Raster- Elektronenmikroskop, 900-fache Vergrößerung).
Mit Treibkörnchen aus dem Meerwasser bauen sie die Stromatolithen der Shark Bay auf - die lebenden Steine Westaustraliens.Ein Blick auf diese Bucht ist wie ein Schnappschuss aus der Urzeit: Seit 3,5 Milliarden Jahren bauen diese Winzlinge an den seichten Ufern der Meere ihre Pilztürme auf – dunkle Strukturen im Flachwasser. Sogar aus dem Weltraum konnte ich das türkisgrüne Wasser der Shark Bay erkennen. Mithilfe des Sonnenlichts erzeugten sich diese Revolutionäre des Lebens die Rohstoffe ihres Wachstums plötzlich selbst – durch Aufspaltung des Wassers aus dem Meer und des Kohlendioxids aus der Luft. Eine geniale neue Methode, die alle Vorläufer in Rückzugsnischen verdrängte – in Vulkanschlote, Höhlen und die Tiefsee.
Noch heute ist auf allen Kontinenten – aber besonders schön in den roten Weiten des australischen Outbacks – zu sehen, was der neue Luft-Sauerstoff schuf: oxidiertes Gestein, gewaltige Gebirge aus Rost, die zu Eisenerz wurden – von dem unsere Zivilisation heute zu großen Teilen abhängt. Faszinierend: Der Abfall der natürlichen Revolution von damals bildet die Grundlage der technischen Revolution unserer Gegenwart. Die wunderbare Erfindung der winzigen Bauherren der Stromatolithen war so erfolgreich, dass sich der Sauerstoff in der Atmosphäre sammelte – und schließlich unseren Planeten auch mit einem ganz besonderen Schutz umgab: der Ozonschicht. Sie bewahrt ihn bis heute vor den tödlichen UV-Strahlen der Sonne. Und das Vorhandensein von Sauerstoff zum Atmen ermöglichte das Entstehen der ganzen Fülle von Leben auf dem Land.
Wir alle sind Kinder dieser Bakterien. Das hat auch die UNO erkannt und die Stromatohithen, die lebenden Steine Australiens, zum Welterbe der Menschheit erklärt.
Thomas Reiter in TV Hören und Sehen, Nr. 38, 2008
Montag, 20. Oktober 2008
Chauvis haben volle Taschen
TALLAHASSEE - Chauvinistischer Machismo zahlt sich aus. Männliche Traditionalisten, die die Frauen am liebsten mit ihren Blagen am Rockzipfel an den Kochtopf verbannen, haben auf einer im JOURNAL OF APPLIED PSYCHOLOGY veröffentlichten Studie ein deutlich höheres Gehalt als Männer mit einem liberalen Rollenverständnis. Die Autoren der Studie, Beth A. Livingston und Timothy Judge von der University of Florida, glauben, dass dar Geschlechterunterschied nicht nur durch ökonomische und soziale Faktoren bestimmt sei. Den Unterschied im Verdienst von traditionellen und liberalen Männern erklären sie sich damit, dass die Machos besser verhandeln könnten und auf Vorgesetzte träfen, die egalitäre Männer als Weicheier begriffen. Vermutlich haben to männlichen verheirateten Alleinverdiener für die berufliche Entwicklung auch einfach den Rücken frei. Zudem zementiere sich die Trennung von beruflicher und häuslicher Arbeit durch das höhere Gehalt. Bei Frauen verhält es sich genau anders herum. Berufstätige Frauen mit traditionellem Rollenverständnis verdienten weniger als jene mit einer emanzipierten Sichtweise. •
Schisser wählen rechts
LINCOLN – Schreckhafte Menschen gehören öfter dem rechten politischen Spektrum an als gelassene und souveräne Zeitgenossen Die politische Orientierung scheint aber nicht nur von persönlichen Erfahrungen abzuhängen, sondern könnte auch mit bestimmten physiologischen Reaktionen einhergehen, schreiben die Psychologen um Douglas Oxley von der University of Nebraska im Fachmagazin SCIENCE. Dazu befragten die Psychologen 1310 US-Bürger zu ihren politischen Einstellungen. Von den „Extremisten“ nahmen 46 an weiteren Untersuchungen teil. Ihnen wurden Ekelbilder mit lauten und überraschend auftretenden Geräuschen präsentiert.
Messungen zeigten, dass die schreckhaftesten Probanden sich für mehr Militärausgaben, mehr Durchsuchungsrechte und die Todesstrafe ausgesprochen hatten. Zudem – welch Wunder – traten sie für Gehorsam und Patriotismus ein, befürworteten den lrakkrieg und Schulgebete. Nicht weniger überraschend waren selbstredend auch Gegner der Reglementierung von Waffenbesitz und der Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Weniger schreckhafte Testpersonen tendierten zu pazifistischen Einstellungen, einer liberalen Einwanderungspolitik, dem Recht auf Abtreibung und der Homosexuellen-Ehe. •aus Der Kassenarzt Nr. 17 • Oktober 2008
Wir werden nicht schöner
NEUCHÂTEL – Die Biologin Katharina Foerster von der Schweizer Université de Neuchâtel hat bei Forschungen an Rotwild herausgefunden, dass jeweils dar stattlichste Platzhirsch die am wenigsten anziehenden weiblichen Nachkommen hat. Damit hat Foerster einen Grund entdeckt, weshalb der Anteil der Attraktiven in einer Population nicht zunimmt, schreibt GEO. Nach Darwin wäre eigentlich zu erwarten, dass Gutaussehende ihre Gene erfolgreicher verbreiten als andere, weil sie als Väter und Mütter stärker begehrt sind. Dass dies nicht der Fall ist, dürfte der Biologin zufolge an entgegengesetzt wirkender Erbinformation liegen. „Gute“ Gene eines Elterntiers haben im jeweils anderen Geschlecht der nächsten Generation häufig einen negativen Effekt.
So waren die Töchter jener Hirsche, welche die meisten Nachkommen zeugten, kaum begehrt und setzten weniger Kinder in die Welt als die weiblichen Nachkommen „unattraktiver“ Väter. Die Erbanlagen, die ein attraktiver Elternteil weitergibt, wirken sich nur an Kindern seines Geschlechts positiv aus Möglicher Sinn dar antagonistischen Gene: Bei allzu vielen Schönlingen litte die genetische Vielfalt. Und dies schwäche eine Spezies.
So waren die Töchter jener Hirsche, welche die meisten Nachkommen zeugten, kaum begehrt und setzten weniger Kinder in die Welt als die weiblichen Nachkommen „unattraktiver“ Väter. Die Erbanlagen, die ein attraktiver Elternteil weitergibt, wirken sich nur an Kindern seines Geschlechts positiv aus Möglicher Sinn dar antagonistischen Gene: Bei allzu vielen Schönlingen litte die genetische Vielfalt. Und dies schwäche eine Spezies.
aus Der Kassenarzt Nr. 17 • Oktober 2008
Sonntag, 19. Oktober 2008
Paulo Coelho über Castaneda

In jedem Jahr ist mindestens eine Kolumne Carlos Castaneda gewidmet, einem Autor, der meine Generation geprägt hat und den vor dem Vergessen zu bewahren ich mir zur Pflicht gemacht habe. Im Folgenden gebe ich ein paar seiner Gedanken wieder:
Die Stimmung des Kriegers
Es gibt nichts Schwierigeres auf der Welt, als sich in die Stimmung eines Kriegers zu versetzen. Es bringt nichts, traurig zu sein und zu klagen - und zu glauben, dass immer irgendjemand uns irgendetwas angetan hat. Niemand tut jemandem etwas an, am wenigsten einem Krieger.
Nicht, wie man erzogen wurde, spielt eine Rolle. Entscheidend für die Art, wie man etwas tut, ist der Wille. Ein Mensch ist nur die Summe seiner Wünsche und seines Willens, und diese Summe entscheidet darüber, wie er lebt und wie er stirbt. Persönliche Kraft ist eine Begabung, etwas, das uns Begeisterung schenkt. Etwas wie Glücklichsein. Persönliche Kraft ist etwas, das man durch den lebenslangen Kampf gewinnt. Vom Tag unserer Geburt an wird uns gesagt, die Welt sei so und so beschaffen, und natürlich bleibt uns eine Zeit lang nichts anderes übrig, als zu glauben, was uns gesagt wird. Doch wir müssen diese Vorstellungen aufgeben und unsere eigene Sicht der Welt finden.
Demut und Bewusstsein
Die Demut eines Kriegers ist nicht die Demut eines unterwürfigen Menschen. Der Krieger beugt vor niemandem sein Haupt, doch zugleich erlaubt er niemandem, sich vor ihm zu verneigen. Ein unterwürfiger Mensch hingegen fällt bei jeder Gelegenheit auf die Knie und kriecht vor jedem im Staub, den er höher gestellt wähnt. Zugleich verlangt er aber, dass ein Geringerer vor ihm im Staub kriecht.
Der Krieger und die Worte
Das Schlimme an Worten ist, dass sie uns glauben machen, wir seien erleuchtet, wir verstünden alles. Doch wenn wir uns der Welt stellen, lassen sie uns stets im Stich, und wir sehen, dass die Welt in Wirklichkeit ganz anders ist als die mit Worten beschriebene Vorstellung von ihr. Aus diesem Grund handelt ein Krieger lieber und verliert keine Zeit mit unnützem Reden. Durch das Handeln erfährt er die Bedeutung dessen, was in seinem Alltag geschieht, und trifft kreative und originelle Entscheidungen.
Der Krieger und die Zweifel
Ein gewöhnlicher Mensch glaubt, es sei ein Zeichen von Sensibilität und Spiritualität, sich Zweifeln und Sorgen zu überlassen. Tut er dies, entfernt er sich vom wahren Sinn des Lebens, denn sein kleiner Verstand macht ihn zu dem Heiligen oder zu dem Monster, für die er sich hält, und er tappt, ehe er sich versieht, in die Falle, die er sich selber gestellt hat. Solche Menschen lieben es, wenn man ihnen sagt, was sie tun sollen, doch noch lieber schlagen sie gute Ratschläge in den Wind – nur um die großzügige Seele jener zu ärgern, die sich irgendwann um sie kümmern.
Nur ein Krieger kann den Weg des Wissens ertragen. Ein Krieger, der nicht klagt und für den Herausforderungen weder gut noch schlecht sind. Herausforderungen sind einfach nur Herausforderungen.
Die unergründliche Kunst, zu leben
Die Welt ist unergründlich und geheimnisvoll, und wir alle sind es auch. Es ist die Kunst des Kriegers, zwischen dem Schrecken, ein Mensch zu sein, und dem Wunder, ein Mensch zu sein, das Gleichgewicht zu halten.
Die Stimmung des Kriegers
Es gibt nichts Schwierigeres auf der Welt, als sich in die Stimmung eines Kriegers zu versetzen. Es bringt nichts, traurig zu sein und zu klagen - und zu glauben, dass immer irgendjemand uns irgendetwas angetan hat. Niemand tut jemandem etwas an, am wenigsten einem Krieger.
Nicht, wie man erzogen wurde, spielt eine Rolle. Entscheidend für die Art, wie man etwas tut, ist der Wille. Ein Mensch ist nur die Summe seiner Wünsche und seines Willens, und diese Summe entscheidet darüber, wie er lebt und wie er stirbt. Persönliche Kraft ist eine Begabung, etwas, das uns Begeisterung schenkt. Etwas wie Glücklichsein. Persönliche Kraft ist etwas, das man durch den lebenslangen Kampf gewinnt. Vom Tag unserer Geburt an wird uns gesagt, die Welt sei so und so beschaffen, und natürlich bleibt uns eine Zeit lang nichts anderes übrig, als zu glauben, was uns gesagt wird. Doch wir müssen diese Vorstellungen aufgeben und unsere eigene Sicht der Welt finden.
Demut und Bewusstsein
Die Demut eines Kriegers ist nicht die Demut eines unterwürfigen Menschen. Der Krieger beugt vor niemandem sein Haupt, doch zugleich erlaubt er niemandem, sich vor ihm zu verneigen. Ein unterwürfiger Mensch hingegen fällt bei jeder Gelegenheit auf die Knie und kriecht vor jedem im Staub, den er höher gestellt wähnt. Zugleich verlangt er aber, dass ein Geringerer vor ihm im Staub kriecht.
Der Krieger und die Worte
Das Schlimme an Worten ist, dass sie uns glauben machen, wir seien erleuchtet, wir verstünden alles. Doch wenn wir uns der Welt stellen, lassen sie uns stets im Stich, und wir sehen, dass die Welt in Wirklichkeit ganz anders ist als die mit Worten beschriebene Vorstellung von ihr. Aus diesem Grund handelt ein Krieger lieber und verliert keine Zeit mit unnützem Reden. Durch das Handeln erfährt er die Bedeutung dessen, was in seinem Alltag geschieht, und trifft kreative und originelle Entscheidungen.
Der Krieger und die Zweifel
Ein gewöhnlicher Mensch glaubt, es sei ein Zeichen von Sensibilität und Spiritualität, sich Zweifeln und Sorgen zu überlassen. Tut er dies, entfernt er sich vom wahren Sinn des Lebens, denn sein kleiner Verstand macht ihn zu dem Heiligen oder zu dem Monster, für die er sich hält, und er tappt, ehe er sich versieht, in die Falle, die er sich selber gestellt hat. Solche Menschen lieben es, wenn man ihnen sagt, was sie tun sollen, doch noch lieber schlagen sie gute Ratschläge in den Wind – nur um die großzügige Seele jener zu ärgern, die sich irgendwann um sie kümmern.
Nur ein Krieger kann den Weg des Wissens ertragen. Ein Krieger, der nicht klagt und für den Herausforderungen weder gut noch schlecht sind. Herausforderungen sind einfach nur Herausforderungen.
Die unergründliche Kunst, zu leben
Die Welt ist unergründlich und geheimnisvoll, und wir alle sind es auch. Es ist die Kunst des Kriegers, zwischen dem Schrecken, ein Mensch zu sein, und dem Wunder, ein Mensch zu sein, das Gleichgewicht zu halten.
aus TV Hören und Sehen, Nr. 38, 2008
Freitag, 17. Oktober 2008
Jogi Löw, ein Technokrat
Normalerweise würde ich keinen Post über Fußball schreiben. Aber hier geht es um die Deutsche Nationalmannschaft und um den Zeitgeist. Wie geht man mit Menschen um? Als Kevin Kuranyi aus der Nationalmannschaft flog, waren den meisten Medien die Hintergründe ziemlich egal. Daß Kuranyi Löw einen Tag vor dem Rußland-Spiel um die Erlaubnis gebeten hatte, sich das Spiel zuhause ansehen zu dürfen, ging in der auf angepaßtes Intelligenzniveau herunterberichteten Kontroverse zwischen Trainer und Spieler unter.
Wieviel Anpassung ist nötig? Jetzt ist der Nächste dran: Thorsten Frings, der letzte Langhaarige. „Ich habe ihm meine Wertschätzung mitgeteilt“, berichtete Löw und ergänzte: „Logischerweise sind Spieler unzufrieden, wenn sie nicht spielen. Aber das ist eine Situation, die ich möchte.“ Leistung ist alles, immer und unter allen Umständen abrufbar. Wenn jemand drei Jahre lang um einen Stammplatz (Stammplatz, was ist ein Stammplatz?) kämpft und es dann nicht aushält zum wievielten Mal noch nicht mal auf der Ersatzbank zu sitzen, kann man da nicht Verständnis haben? Muß man das als Trainer nicht sogar?
Wie gesagt: Normalerweise würde ich über Fußball nicht posten, aber hier läßt sich etwas erkennen, was in unserer Gesellschaft inzwischen wie ein Schimmelpilz breit gemacht hat: bedingungslose Unterwerfung unten und keinerlei Fürsorgepflicht oben. Über Jahre war Timo Hildebrand Nummer drei im Deutschen Fußballtor, nach Lehmanns Rücktritt durfte er hoffen, belohnt zu werden. Pustekuchen! Nun hat Löw ihm gnädig mitgeteilt, daß er weiterhin „zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft“ gehört und daß er einer der besten deutschen Torhüter sei. Na, da hat Timo bestimmt gleich eine Flasche Sekt aufgemacht. Leere Worte, wahrscheinlich in ein paar Motivations- oder Management-Kursen angelernt, in der Hoffnung, die Hündchen springen weiterhin nach der Wurst. Es werden noch ein paar Jahre vergehen, bis nicht nur im deutschen Fußball deutlich werden wird: Leistung ist nicht alles.
Löw: „Ich weiß, dass er seine Leistung noch bringen kann und bringen wird. Jetzt muss er diese Pille eben auch mal schlucken. Ich setze weiter auf ihn.“ Frings: „Ich bin keine beleidigte Leberwurst. Aber ich weiß, was ich kann, was ich für den DFB und auch für Jogi Löw geleistet habe – und damit weiß ich auch, dass ich so nicht mit mir umspringen lassen möchte.“ Interessant ist das Statement von Bremens Sportdirektor Klaus Allofs: „Es gibt für Torsten keine Veranlassung zurückzutreten. Ich würde ihm davon abraten. Er ist ein sportlich wichtiger Teil der Nationalmannschaft. Das weiß auch Joachim Löw - und wenn nicht, wird er dies noch merken."
Am 21.10.08 ging auch Michael Ballack auf Konfrontationskurs: bei der ARD
Wieviel Anpassung ist nötig? Jetzt ist der Nächste dran: Thorsten Frings, der letzte Langhaarige. „Ich habe ihm meine Wertschätzung mitgeteilt“, berichtete Löw und ergänzte: „Logischerweise sind Spieler unzufrieden, wenn sie nicht spielen. Aber das ist eine Situation, die ich möchte.“ Leistung ist alles, immer und unter allen Umständen abrufbar. Wenn jemand drei Jahre lang um einen Stammplatz (Stammplatz, was ist ein Stammplatz?) kämpft und es dann nicht aushält zum wievielten Mal noch nicht mal auf der Ersatzbank zu sitzen, kann man da nicht Verständnis haben? Muß man das als Trainer nicht sogar?
Wie gesagt: Normalerweise würde ich über Fußball nicht posten, aber hier läßt sich etwas erkennen, was in unserer Gesellschaft inzwischen wie ein Schimmelpilz breit gemacht hat: bedingungslose Unterwerfung unten und keinerlei Fürsorgepflicht oben. Über Jahre war Timo Hildebrand Nummer drei im Deutschen Fußballtor, nach Lehmanns Rücktritt durfte er hoffen, belohnt zu werden. Pustekuchen! Nun hat Löw ihm gnädig mitgeteilt, daß er weiterhin „zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft“ gehört und daß er einer der besten deutschen Torhüter sei. Na, da hat Timo bestimmt gleich eine Flasche Sekt aufgemacht. Leere Worte, wahrscheinlich in ein paar Motivations- oder Management-Kursen angelernt, in der Hoffnung, die Hündchen springen weiterhin nach der Wurst. Es werden noch ein paar Jahre vergehen, bis nicht nur im deutschen Fußball deutlich werden wird: Leistung ist nicht alles.
Löw: „Ich weiß, dass er seine Leistung noch bringen kann und bringen wird. Jetzt muss er diese Pille eben auch mal schlucken. Ich setze weiter auf ihn.“ Frings: „Ich bin keine beleidigte Leberwurst. Aber ich weiß, was ich kann, was ich für den DFB und auch für Jogi Löw geleistet habe – und damit weiß ich auch, dass ich so nicht mit mir umspringen lassen möchte.“ Interessant ist das Statement von Bremens Sportdirektor Klaus Allofs: „Es gibt für Torsten keine Veranlassung zurückzutreten. Ich würde ihm davon abraten. Er ist ein sportlich wichtiger Teil der Nationalmannschaft. Das weiß auch Joachim Löw - und wenn nicht, wird er dies noch merken."
Am 21.10.08 ging auch Michael Ballack auf Konfrontationskurs: bei der ARD
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