Donnerstag, 28. Februar 2019

Die Rede, die Kennedy das Leben kostete? – Mythos und Wirklichkeit

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Am 12. März 1947 gab der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman vor dem US-Kongress eine Erklärung ab, die als sogenannte Truman-Doktrin in die Geschichte einging. Nach dieser Doktrin sollte es zum außenpolitischen Grundsatz der Vereinigten Staaten von Amerika werden, „freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen“. Truman erklärte, dass die USA bereit seien, dem dringenden Appell der griechischen Regierung um wirtschaftliche und militärische Unterstützung im Griechischen Bürgerkrieg nachzukommen. Auch die Türkei, die sich in einer ähnlichen Situation wie Griechenland befand, solle amerikanische Hilfe erhalten.
Die Truman-Doktrin bedeutete das Ende der amerikanischen Kriegskoalition mit der Sowjetunion und markiert den Beginn des Kalten Krieges. Mit ihr beginnt das finanzielle Engagement der USA in der Containment-Politik.
[Truman-Doktrin, Wikipedia, abgerufen am 05.03.2019] 
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Washington trägt dem Regimewechsel auf Kuba Rechnung und erkennt am 7. Januar die neue Regierung in Havanna offiziell an. Außenminister John Foster Dulles übermittelt Präsident Dwight D. Eisenhower seine Einschätzung:
„Die Provisorische Regierung ist anscheinend frei von kommunistischem Anstrich, und es gibt Anzeichen dafür, dass sie beabsichtigt, freundliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu unterhalten.“
Doch sehr bald schon beginnt sich abzuzeichnen, dass sich Welten auftun zwischen dem revolutionären Kuba und den USA, dass es über kurz oder lang zu einer Konfrontation zwischen beiden Staaten kommen wird. Durch eine radikale Nationalisierungspolitik – die Enteignung vor allem amerikanischer Unternehmen – und eine immer stärkere Anlehnung an die Sowjetunion und das sozialistische Lager bringt Kuba die Vereinigten Staaten gegen sich auf.
In Washington befürchtet man, dass der revolutionäre Funke von Kuba auf andere Länder Lateinamerikas überspringen könnte. Und das soll mit allen Mitteln verhindert werden. Fortan detonieren Bomben in Havanna, Fabriken fliegen in die Luft, Zuckerrohrfelder brennen. Die USA praktizieren eine Politik des Staatsterrorismus gegenüber Kuba – gesteuert von der CIA, ausgeführt zumeist von Exilkubanern und Gegnern Castros auf der Insel. Schließlich kommt es im Januar 1961 – als Kuba eine drastische Reduzierung des Personals der US-Botschaft in Havanna verlangt – zum Bruch zwischen beiden Ländern.
Eisenhower nimmt sich fest vor, Castro zu stürzen, und in Havanna einem US-freundlichen Regime zur Macht zu verhelfen. Zu diesem Zweck wird von der CIA ein Invasionsplan ausgearbeitet, den Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy in die Tat umsetzen soll.
[Die gescheiterte Invasion, Henning von Löwis, Deutschlandfunk, 17.04.2011]
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Die Invasion in der Schweinebucht war ein von den Vereinigten Staaten organisierter militärischer Angriff kubanischer Exilanten auf Kuba. Sie wurde am 17. April 1961 mit verdeckter Unterstützung der CIA von rund 1300 seit 1959 aus Kuba geflohenen Freiwilligen von Guatemala aus durchgeführt und hatte den Sturz der Revolutionsregierung unter Fidel Castrozum Ziel. Die Invasion markierte einen ersten Höhepunkt der gegen die Castro-Regierung gerichteten Aktionen der USA. Nachdem die US-Regierung vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen zunächst jede Beteiligung an der Invasion abgestritten hatte, übernahm Präsident John F. Kennedy vier Tage später die volle Verantwortung.Die gescheiterte Invasion war nicht nur ein militärisches, sondern vor allem ein politisches Debakel für die Vereinigten Staaten. Neben scharfer Kritik im In- und Ausland und verlorenem Vertrauen in die nur 90 Tage alte Regierung unter Kennedy stärkte sie Castro, der die bereits 1959 eingeleitete kommunistische Ausrichtung der kubanischen Revolution nun offen vertrat. Befürchtungen eines zweiten Invasionsversuchs beschleunigten die weitere Annäherung Kubas an die Sowjetunion bis zur Eskalation in der Kubakrise 1962.[1]
[Invasion in der Schweinebucht, Wikipedia, abgerufen am 03.03.2019] 
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Zur Vorbereitung der Invasion bombardierten am 15. April 1961 B-26-Flugzeuge der US Air Force drei kubanische Flugplätze. Die Bomber waren mit kubanischen Hoheitszeichen versehen worden und sollten den Anschein einer Gegenrevolution erwecken. Fünf der US-Bomber wurden von kubanischen Flugzeugen abgeschossen. Der Luftkampf wurde sofort Diskussionsgegenstand in der Vollversammlung der Vereinten Nationen, wo US-Botschafter Adlai Stevenson Mühe hatte, die Linie der US-Regierung zu vertreten. Außenminister Dean Ruskstoppte daraufhin einen zweiten Luftangriff, den Esterline aber zwingend notwendig für einen Erfolg der Invasion hielt. Die CIA-Führung versuchte vergeblich, Präsident Kennedy zu erreichen, der bereits nach Glen Ora ins Wochenende gefahren war, und entschied sich, trotzdem mit der Invasion fortzufahren.[7]
Am 17. April landeten, von ihren Ausbildungslagern in Guatemala kommend, in der Schweinebucht etwa 1300 Exilanten der Brigade 2506unter dem Kommando von zwei CIA-Beamten und mit logistischer Unterstützung der US-Marine. Obwohl die Kubaner von dem Angriff überrascht wurden, gelang es ihnen, die beiden Munitionsschiffe der Angreifer aus der Luft zu versenken, da ihre Luftüberlegenheit intakt geblieben war. Am 18. und 19. April erhielten die Angreifer Luftunterstützung durch B-26-Flugzeuge. Dabei wurde auch Napalm eingesetzt. Zwei B-26 wurden von kubanischen Flugzeugen abgeschossen. Die Besatzungen der abgeschossenen Maschinen wurden als US-Bürger und Piloten der Air National Guard identifiziert. Nach drei Tagen waren die Invasionstruppen von der zahlenmäßig weit überlegenen kubanischen Armee aufgerieben.
Vom 18. April datiert ein Brief an Chruschtschow, in dem Kennedy versicherte: „I have previously stated, and I repeat now, that the United States intends no military intervention in Cuba.“[8]
[Invasion in der Schweinebucht, Ablauf, Wikipedia, abgerufen am 05.03.2019] 
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An dem Tage, an dem Präsident Kennedy eine Armee von Castro -Gegnern in der kubanischen Schweinebucht landen ließ, wetterte Stevenson vor der Uno gegen den Vorwurf, getarnte amerikanische Flugzeuge hätten Kuba gebombt. Tatsächlich waren es Amerikaner gewesen - nur: Stevenson hatte es nicht gewußt.
Noch schlimmer erging es Stevenson nach der zweiten Kuba-Krise im Herbst 1962, als Chruschtschow Raketen auf der Insel placierte und Kennedy den Rückzug der Sowjet -Waffen durch eine Blockade erzwang. Kurze Zeit später ließen die Kennedys in einem Zeitungsartikel durchsickern, Stevenson sei für ein Nachgeben gegenüber den Russen gewesen (SPIEGEL 51/1962). Er sei eine "Taube und kein, Falke" gewesen.
[NACHRUF ADLAI STEVENSON 5.II.1900 - 14. VII.1965, Spiegel, 21.07.1965] 
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Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.
Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ S-75 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht. Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.
Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.
[Kubakrise, Unmittelbare Vorgeschichte, Wikipedia, abgerufen am 14.12.2014 – Ich zitiere absichtlich eine alte Version, die war noch nicht transatlantisch aufpoliert – das mit dem atomaren Erstschlag ist irgendwann nach dem 14.12.2014 seltsamerweise verlorengegangen – Hervorhebung von mir]
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3/28/1961 JFK told Congress, "Our arms must be subject to ultimate civilian control and command at all times...The primary purpose of our arms is peace, not war...to deter all wars...to insure the adequacy of our bargaining power for an end to the arms race. The basic problems facing the world today are not susceptible to a military solution. Neither our strategy nor our psychology as a nation - and certainly not our economy - must become dependent upon the permanent maintenance of a large military establishment...Our arms will never be used to strike the first blow in any attack."  
“The SAC [Strategic Air Command] people never seemed to be satisfied that to kill once was enough. They want to kill, overkill, overkill, because all of this has built up the prestige of SAC, it created the need for more forces, for a larger budget. …. [T]hat’s the way their thinking went.” - Admiral Roy L. Johnson, USN (ret’d), Deputy Director of Joint Strategic Target Planning Staff (1961-1963) 6 December 1980
6/18/1961 NY Times reported, "The Pentagon is having its troubles with rightwingers in uniform. A number of officers of high and middle rank are indoctrinating their commands and the civilian population near their bases with political theories resembling those of the John Birch Society. They are also holding up to criticism and ridicule some official policies of the US Government. The most conspicuous example of some of these officers is Maj. Gen. Edwin A. Walker..."
[
The Military-Industrial Complex in the 50s and 60s (Tracy Riddle, deeppoliticsforum.com, 13.06.2013]

Die Rede, die John F. Kennedy 1963 das Leben kostete {6:09}

Denkfabrik
Am 13.11.2016 veröffentlicht

Alter Info-Text:
Es gibt ganz, ganz wenige Menschen, die tief liegende Ungerechtigkeit erkennen und den Mut haben, etwas dagegen zu unternehmen. Und noch weniger, wenn sie eine gewisse Stellung und Macht in der Gesellschaft haben. Einer dieser Menschen war John F. Kennedy. Hören Sie jetzt hier seine Rede an der Rice University am 12. September 1962, die ihn das Leben kostete:  
Anmerkung von mir:
Die Rede, die in dem obigen Video zu hören ist, ist nicht die Rede an der Rice-University (12.09.1962 – deutsche Fassung zu finden hier) sondern die Rede, die er am 27.04.1961 vor Vertretern der US-amerikanischen Presse hielt (genannt »The President and the Press«)
Solche Fehler sollten nicht vorkommen!

Rede "The President and the Press", Bureau of Advertising, American Newspaper Publishers Association (New York, 27. April 1961)
[…] Wir entschieden schon vor langer Zeit, dass die Gefahren exzessiver, ungerechtfertigter Geheimhaltung sachdienlicher Fakten die Gefahren bei Weitem überwiegen, mit denen die Geheimhaltung gerechtfertigt wird. Selbst heute hat es wenig Wert, den Gefahren, die von einer abgeschotteten Gesellschaft ausgehen, zu begegnen, in dem man die gleichen willkürlichen Beschränkungen nachahmt.
Selbst heute hat es kaum Wert, das Überleben unserer Nation sicherzustellen, wenn unsere Traditionen, nicht mit ihr überleben. Und es gibt die schwerwiegende Gefahr, dass ein verkündetes Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit von den Ängstlichen dazu benutzt wird, seine Bedeutung auf die Grenzen amtlicher Zensur und Geheimhaltung auszuweiten. […]
Kein Präsident sollte eine öffentliche Prüfung seines Progamms fürchten. Denn aus so einer Prüfung kommt Verstehen und vom Verstehen kommt Unterstützung der Opposition und beides ist notwendig. Ich bitte Ihre Zeitungen nicht, die Regierung zu unterstützen, aber ich bitte Sie um Ihre Mithilfe bei der enormen Aufgabe, das amerikanische Volk zu informieren und zu alarmieren, weil ich vollstes Vertrauen in die Reaktion und das Engagement unserer Bürger habe, wenn sie über alles uneingeschränkt informiert werden. Ich will die Kontroversen unter Ihren Lesern nur nicht ersticken, ich begrüsse sie sogar. Meine Regierung will auch ehrlich zu ihren Fehlern stehen, weil ein kluger Mann einst sagte: "Irrtümer werden erst zu Fehlern, wenn man sich weigert, sie zu korrigieren". […]
Ohne Debatte, ohne Kritik kann keine Regierung und kein Land erfolgreich sein, und keine Republik kann überleben. […] Die Presse ist nicht deshalb das einzige Geschäft, das durch die Verfassung spezifisch geschützt wird, um zu amüsieren und Leser zu gewinnen, nicht um das Triviale und Sentimentale zu fördern, nicht um das Publikum immer das zu geben, was es gerade will, sondern um über Gefahren und Möglichkeiten zu informieren, um aufzurütten und zu reflektieren, um unsere Krisen festzustellen und unsere Möglichkeiten aufzuzeigen, um zu führen, zu formen, zu bilden, und manchmal sogar die öffentliche Meinung herauszufordern. Das bedeutet mehr Berichte und Analysen von internationalen Ereignissen, denn das alles ist heute nicht mehr weit weg, sondern ganz in der Nähe und zu Hause. Das bedeutet mehr Aufmerksamkeit für besseres Verständnis der Nachrichten sowie verbesserte Berichterstattung, und es bedeutet schließlich, dass die Regierung auf allen Ebenen ihre Verpflichtung erfüllen muss. Sie mit der bestmöglichen Information zu versorgen und dabei die Beschränkungen durch die nationale Sicherheit möglichst gering zu halten. […] 
So ist es die Presse, die Protokollführerin der Taten der Menschen, die Bewahrerin seines Gewissens, die Botin seiner Nachrichten, in der wir Stärke und Beistand suchen, zuversichtlich, dass mit Ihrer Hilfe der Mensch das sein wird, wozu er geboren wurde: frei und unabhängig.
[Rede "The President and the Press", Bureau of Advertising, American Newspaper Publishers Association (New York, 27. April 1961), john-f-kennedy.info]



Abstract: In "The President and the Press," John F. Kennedy crafted a presidential crisis speech that attempted to explain and justify the failed Bay of Pigs invasion. In the process, Kennedy shifted at least some of the blame for the fiasco to the nation's press. Calling upon journalists to exercise more self‐restraint and presenting support for the president as a moral responsibility in times of crisis, Kennedy encouraged the press to voluntarily censor itself in the context of a Cold War melodrama pitting good against evil […]
In this essay, we analyze Kennedy's speech, "The President and the Press," which he delivered before the American Newspaper Publishers Association (ANPA) on April 27, 1961. Confronted with allegations that he deliberately misled the press and the people about the Bay of Pigs invasion, Kennedy crafted a presidential "crisis" speech that attempted to explain and justify the invasion, blamed the press for its failure, and pressured the news media to voluntarily censor itself on national security issues. We argue that Kennedy's speech was widely considered a failure because few bought into his "crisis" narrative and because the press refused to accept his attempt to scapegoat and censor them. Our analysis lends insight into how presidents may attempt to rhetorically exacerbate crisis situations in order to manage press coverage and cultivate public consent. […]
For many Americans and press professionals, the most troubling aspect of the Bay of Pigs situation was that the president had lied to them regarding America's policy toward Cuba. At a press conference on April 12, 1961, Kennedy had announced that "there will not be, under any conditions, an intervention in Cuba by the United States Armed Forces."27 Kennedy's White House counselor, Arthur M. Schlesinger, Jr., had warned Kennedy of the potential backlash in a memorandum: "When lies must be told, they should be told by subordinate officials."28 Given the context of the early 1960s, Graham makes the important point that "journalists like most Americans, still trusted government."29 "The President and the Press" provided Kennedy with an opportunity to repair the breach of trust with the press and the public. However, as we argue in our analysis, Kennedy miscalculated the rhetorical situation and delivered a presidential crisis speech in which he blamed the press for the Bay of Pigs debacle and advocated for journalistic self‐restraint.
Kennedy faulted the press for leaking information about the Bay of Pigs operation just days before its execution. The first report to uncover the president's plans was slated for publication in the New Republic magazine. Kennedy instructed Schlesinger to have the story killed, and Schlesinger succeeded in his mission.30 But a reporter for the New York Times, Tad Szulc, also had uncovered the story, and the Times ran the story after eliminating references to the CIA and the word "imminent." The Times’ publisher also downplayed Szulc's story by eliminating a four‐column banner headline and running it instead as a more routine single column story on the front page.31 Nevertheless, the damage was done. Kennedy reportedly complained in private that "Castro doesn't need agents over here. All he has to do is read our papers. It's all laid out for him."32 As a result, of course, the invaders no longer had the element of surprise, but Kennedy went ahead with the plan anyway. Amidst these lingering feelings of mutual distrust between the president and the press, Kennedy took to the podium. […] 
In "The President and the Press," Kennedy utilized rhetorical patterns characteristic of Cold War rhetoric to frame the melodrama of his speech. A defining characteristic of Cold War rhetoric—and of all war rhetoric, really—is its use of god and devil terms. Rhetorical critic John F. Cragan explains that in Cold War rhetoric, "evil was characterized as communistic slavery and the good was democratic freedom."54 Along those same lines, Robert L. Ivie explains that war rhetoric routinely depicts the enemy as "a savage" or "an aggressor, driven by irrational desires for conquest, who is seeking to subjugate others by force of arms."55 The savagery metaphor also contrasts the "image of the enemy" with the "image of the United States as a representative of civilization who is rational, tolerant of diversity, and pacific."56 The impact of Cold War rhetoric on American behavior has been significant, because it has justified armed conflict and increased military spending by dividing the world into representations of good and evil.57 As we illustrate in our analysis, Kennedy relied on the dualisms central to Cold War rhetoric to construct a melodrama of good versus evil that he hoped might pressure press professionals to censor themselves. The following analysis examines how John F. Kennedy's speech, "The President and the Press," followed a script of "crisis" and "good versus evil" to legitimate his call for more press restraint. (S. 28)
[JOHN F. KENNEDY, "'THE PRESIDENT AND THE PRESS,' BUREAU OF ADVERTISING, AMERICAN NEWSPAPER PUBLISHERS ASSOCIATION, 27 APRIL 1961", Amy L. Heyse, California State University, Long Beach Katie L. Gibson, Colorado State University, Voices of Democracy 9 (2014): 23‐40, 27.04.1961 – Hervorhebungen von mir – Google-Übersetzer]


Besonders der Aufbau dieser Rede ähnelt frappierend dem klassischen Muster der US-Demagogie, in der Version für schwierige Überzeugungsarbeit. Erst ein paar flotte Witzchen um die Stimmung aufzuheitern, dann der plötzliche Schwenk in das Gefährliche, Spannende und Bedrohliche - die Gefahr, die man gemeinsam mit dem Zuhörer teilt. Das Verbindende, die "Herausforderung", der Auftrag und die Pflicht, die man habe.
In der Mitte ein paar versteckte Drohungen.
Zum Schluss das Warmherzige, das Mitfühlen, das Streicheln. Das Applausfangen. Alles wird gut.

Letztendlich ist es sowohl eine Aufforderung zur Selbstzensur der zurecht als mächtigsten neuzeitlichen Waffe neben dem Schiesspulver anerkannten Presse, als auch eine hervorragende Analyse der Macht und ihrer Möglichkeiten.
Sie sollte uns in den Unabhängigen Medien eine Lehre sein.

Manche Passagen lassen tief blicken in einen hundertprozentig glaubwürdigen Abgrund, gerade wenn über den schier allmächtigen, immer gegenwärtigen Feind gesprochen wird.

Von Skeptikern des Glaubens an der offiziellen Legende des 11.Septembers ausgesprochen würden sie als paranoid bezeichnet werden.
Gerade deshalb sind sie Beweis für die mögliche Existenz eines System´s, "welches beträchtliche menschliche und materielle Ressourcen in das Gebäude einer engstens geknüpften, hocheffizienten Maschinerie verstrickt hat, welche diplomatische, geheimdienstliche, ökonomische, wissenschaftliche und politische Operationen kombiniert".

[
Daniel Neun, John F. Kennedy: „The President and the Press“ – Weltverschwörung, Geheimgesellschaften, der Krieg und die Presseradio-utopie.de, 02.06.2007]

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Präsident Kennedy distanzierte sich am 27. April 1961 in einer öffentlichen Ansprache vor der American Newspaper Publishers Association (Gesellschaft der amerikanischen Zeitungsverleger) von allen Geheimoperationen und Geheimorganisationen. Die Pressefreiheit sei ein hohes Gut und dürfe nicht eingeschränkt werden. Gleichzeitig bekräftigte er aber seine antikommunistische Grundhaltung und beschrieb den von Moskau gesteuerten internationalen Kommunismus als „monolithische und unbarmherzige Verschwörung, die in erster Linie mit verdeckten Aktionen ihre Einflusssphäre vergrößert“. Sie sei für den Kalten Krieg verantwortlich und stelle nicht nur seine Regierung, sondern auch die amerikanische Presse vor neue, große Herausforderungen.[16]
[Invasion in der Schweinebucht, Politische Reaktionen, Wikipedia, abgerufen am 10.08.2020] 
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Was sagte Kennedy wirklich? Teil 1 / 2 {10:13}  

1234proximus
Am 21.10.2010 veröffentlicht 
War die Rede vom 27. April 1961 Kennedys Todesurteil? Warnte er in dieser Rede vor Verschwörungen? Vor den illuminaten oder den Geheimdiensten? Die Verschwörer sagen ja und Präsentieren einen kurzen Zusammenschnitt dieser Rede der tatsächlich diesen Eindruck erweckt. Wird dieser Eindruck immer noch vorhanden sein wenn man die ganze Rede hörte? Hören sie selbst!
siehe dazu auch:

- Operation Mongoose (Wikipedia, zuletzt abgerufen am 10.08.2020)
John F. Kennedy: „The President and the Press“ – Weltverschwörung, Geheimgesellschaften, der Krieg und die Presse (Daniel Neun, radio-utopie.de, 02.06.2007)
- Kennedy fordert die Medien zur Selbstzensur auf (in: Informationspolitik während der Kennedy-Administration, in: Bruch, Christoph, Akteneinsichtsrecht in den USA: Ein Bürgerrecht wird durchgesetzt, Dissertation 2002, S. 180 – refubium.fu-berlin.de)
Mein Kommentar:
Noch Fragen?
Wenn man oberflächlich hört, was JFK sagt und dann den Inhalt seiner Rede analysiert, so stehen die beiden Aussagen (die oberflächliche und die tiefe) in völligem Widerspruch:
The impact of Cold War rhetoric on American behavior has been significant, because it has justified armed conflict and increased military spending by dividing the world into representations of good and evil.57 As we illustrate in our analysis, Kennedy relied on the dualisms central to Cold War rhetoric to construct a melodrama of good versus evil that he hoped might pressure press professionals to censor themselves. The following analysis examines how John F. Kennedy's speech, "The President and the Press," followed a script of "crisis" and "good versus evil" to legitimate his call for more press restraint.
[siehe den letzten Absatz aus dem obigen Zitat der Rede-Analyse]

Für mich ist die Person JFK eine einzige Doppel-Botschaft
siehe auch:
US-Leader: Sie meinen es nicht gut (Sheldon Richman, Kritisches Netzwerk, 15.01.2014)
- Propaganda, Medien und die Kriege der Guten (Post, 15.01.2014)
Originalartikel:
- They Don’t Mean Well (Sheldon Richman, The Future of Freedom Foundation, 15.01.2014)
dazu paßt:
- CNN Chief Orders 'Balance' in War News (Howard Kurtz, Washington Post, 31.10.2001)

Für mich unterscheiden sich Kennedy und Obama kaum. So erlaube ich mir einen Video-Ausschnitt eines Gesrächs mit Prof. Mausfeld. Was er über Obama sagt, kann man auch über Kennedy sagen:

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 50:06}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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Mittwoch, 27. Februar 2019

Top Ten der vergessenen Nachrichten 2019

Die Jury der Initiative Nachrichtenaufklärung e. V. präsentiert jährlich zehn Nachrichten oder Themen, die in der medialen Berichterstattung zu kurz gekommen sind. Es handelt sich um Sachverhalte, die für die deutsche Öffentlichkeit relevant sind, über die aber bislang in Presse, Funk, Fernsehen und Internet kaum Debatten geführt werden. Hier können Sie einen eigenen Themen-Vorschlag einreichen.

Die Top Ten des Jahres 2019 wurden am 27. Februar zusammen mit der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks in Köln vorgestellt. Wir freuen uns immer über die Weiterverbreitung unserer Top Ten und stellen Ihnen auf Anfrage gerne weiterführende Informationen zur Verfügung.

mehr:
- Top Ten der vergessenen Nachrichten 2019 (DerBlindeFleck, undatiert)

Dienstag, 26. Februar 2019

Tagesdosis 26.2.2019 – Wikipedia-Manipulationen

Tagesdosis 26.2.2019 - Wikipedia-Manipulationen {12:08}

KenFM
Am 26.02.2019 veröffentlicht 
Den vollständigen Tagesdosis-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier:
https://kenfm.de/tagesdosis-26-2-2019...
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Feliks darf nach Gerichtsurteil wieder mit Klarnamen genannt werden
Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.
Sie erinnern sich? In monatelanger Detektivarbeit hatten Markus Fiedler und ich herausbekommen, wer sich hinter dem Wikipedia Pseudonym „Feliks“ verbirgt und ähnlich hyperaktiv wie der zuvor enttarnte Nutzer „Kopilot“ Wikipedia mit Artikeln und „Edits“ flutet.
Kurz vor der angekündigten Veröffentlichung seines Klarnamens wurden wir über einen seiner Anwälte gewarnt, dass er seine Deanonymisierung nicht hinnehmen würde.
Nach unserer Veröffentlichung seiner Identität veranlasste er eine einstweilige Verfügung über die Pressekammer des Landgerichts Hamburg, die den Ruf hat, in solchen Verfahren häufiger als andere Gerichte gegen Journalisten und Medien zu entscheiden. Wir mussten deshalb eine Reihe von Veröffentlichungen zurückziehen und ich wurde auch bei einem Streitwert von 216.000 Euro entsprechend kostenintensiv abgemahnt, weil ich übersehen hatte, dass z.B. Free21 ohne mein Wissen eine Tagesdosis von mir bei KenFM übernommen hatte. Es gab eine Vereinbarung des verstorbenen Chefredakteurs, des auch von mir sehr geschätzten Tommy Hansen mit Ken Jebsen, von der ich nichts wusste und gegen die ich nichts habe, nur in diesem Fall war sie eben eine vertrackte Sache.
Nach der mündlichen Verhandlung am 15. Februar hat das gleiche Landgericht Hamburg, dass die einstweilige Verfügung erließ, nun entschieden, dass nur ein für uns unbedeutender Punkt der Einstweiligen Verfügung Bestand hat, alle anderen aber aufgehoben werden.
Damit können wir wieder darüber berichten, welche Zustände bei der angeblichen Online Enzyklopädie Wikipedia herrschen und wofür Feliks/Egerer/Grünewald dort seine Anonymität nutzen kann.
Feliks ist Jörg Egerer alias Jörg Mathias Claudius Grünewald, wie er sich nach einer Heirat hieß. Warum hatten wir den Klarnamen von Feliks veröffentlicht? Weil wir Antisemiten mit Vernichtungswillen sind, wie von Mitgliedern seiner immer noch anonymen und kriminellen Unterstützergang in Wikipedia behauptet wird? Die Wikipedia Junta hat angesichts der Manipulationen, der er zu verantworten hat, mit einer Wagenburgmentalität geantwortet und Solidaritätsadressen abgegeben statt aufzuräumen.
Nun, uns interessierte, warum sich ein Wikipedia Editor vor allem mit zwei Themengebieten beschäftigt: mit 51 Abgeordneten und Politikern der Linken und mit israelischer Außen- und Militärpolitik sowie dem Vorwurf des Antisemitismus an z.B. die Kabarettisten Uwe Steimle, Max Uthoff und Klaus von Wagner von der Anstalt, um nur einige besonders groteske Fälle zu nennen.
Aus dem Nutzerprofil von Feliks gab es Hinweise, dass Feliks Jude sein könnte. Wir fanden heraus, dass Feliks/Egerer/Grünewald ein Mitglied der Linken im Ortsverband München Süd ist und konnten nachweisen, dass er sich 1994 als Bundestagskandidat der PDS aufstellen ließ. Wir fanden weiter heraus, dass Feliks/Egerer/Grünewald vor wenigen Jahren vom katholischen zum jüdischen Glauben konvertierte, was nach jüdisch-orthodoxer Ansicht nicht möglich ist. Er ist jetzt aber sogar Vorstand in einer liberal-jüdischen Gemeinde, die Konvertiten zulässt. Feliks hatte aber bereits vor seiner Konversion Anfang der 2000er Jahre als Freiwilliger der israelischen Streitkräfte bei der Einheit Sar El Dienst geleistet. Feliks editiert also federführend in zwei Bereichen, in denen er politisch aktiv ist, nach seinen parteiischen Ansichten...weiterlesen hier:

https://kenfm.de/tagesdosis-26-2-2019...
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siehe dazu auch:
- Hamburger Gericht entscheidet im Wikipedia-Gerangel: »Politbüro« gegen Dirk Pohlman u.a. (Post, 14.08.17)

Steuerpolitik im Neoliberalismus: Attac nicht mehr gemeinnützig – Die Atlantik-Brücke schon

Sven Giegold: "Ein schwarzer Tag für die Demokratie"

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat heute entschieden, die Gemeinnützigkeit der Nichtregierungsorganisation Attac aufzuheben. In seiner Begründung stellt das Gericht fest, dass die "Einflussnahme auf politische Willensbildung und Gestaltung der öffentlichen Meinung […] keinen gemeinnützigen Zweck erfüllt". Damit hob das BFH das Urteil der ersten Instanz über die Gemeinnützigkeit von Attac auf.

Die Nichtregierungsorganisation setzte sich vor allem für die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen und eine demokratische Kontrolle der internationalen Finanzmärkte ein. Attac kritisiert dabei die neoliberale Globalisierung und versucht mit Demonstrationen und Bildungs- und Aufklärungsarbeit gegen Armut und Ausbeutung zu kämpfen. Als gemeinnützige Organisation genoss Attac wie etwa wie etwa Greenpeace oder Amnesty International Steuervorteile, hatte leichteren Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und konnte Spendenbescheinigungen ausstellen.

Viele Jahre war Attac als gemeinnützig anerkannt. 2014 entzog das Finanzamt Frankfurt mit der Behauptung, Attac sei zu politisch, der Organisation die Gemeinnützigkeit. Insbesondere der Einsatz für eine Finanztransaktionssteuer oder eine Vermögensabgabe diene keinem gemeinnützigen Zweck, hieß es zur Begründung. Seit dieser Zeit kann der Verein keine Spendenbescheinigungen mehr ausstellen, wodurch Spenden nicht mehr steuerlich absetzbar sind.

Die Globalisierungsgegner klagten daraufhin vor dem Hessischen Finanzgericht in Kassel gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit, das Attac in erster Instanz Recht gab. Die Arbeit von Attac sei als "Volksbildung" einzustufen, die nach Paragraph 52 Abgabenordnung als gemeinnützig gelte. Trotz des klaren Richterspruchs wies das Bundesfinanzministerium das Finanzamt an, beim Bundesfinanzhof in München Revision zu beantragen. Im Januar 2018 trat das Ministerium dem Revisionsprozess auch offiziell als Verfahrensbeteiligter bei.

Es sei ein Skandal, wenn ein Finanzministerium gegen eine Organisation klagt, die sich für mehr Steuergerechtigkeit einsetzt, wie Dirk Friedrichs vom Vorstand des Attac-Trägervereins feststellte: "Vor kurzem hat eine Studie erneut gezeigt, dass Konzerne in der EU viel zu wenig Steuern zahlen. Es ist skandalös, dass der Bundesfinanzminister einer Organisation die Gemeinnützigkeit abspricht, die sich für Steuergerechtigkeit einsetzt. Stattdessen sollte er dafür sorgen, dass sich sein Ministerium um die wirksame Bekämpfung von Konzernsteuertricks und Steueroasen kümmert."

Heute nun entschied der BFH, das Urteil der ersten Instanz über die Gemeinnützigkeit von Attac aufzuheben und an das Hessische Finanzgericht zurück zu verweisen. Der BFH kam zu dem Schluss, dass zwar die unter Volksbildung zu fassende politische Bildungsarbeit als gemeinnützig gelte, nicht aber deren Einsatz für allgemeinpolitische Forderungen zur Tagespolitik und dazu durchgeführte Kampagnen. Erkennbar setzt der BFH darin den Rahmen für politisches Engagement von gemeinnützigen Organisationen sehr viel enger als das Finanzgericht in Kassel.

mehr:
- Bundesfinanzhof entzieht Attac die Gemeinnützigkeit (Andreas Krebs, Telepolis, 26.02.2019) – ein Zitat aus dem Artikel:
Es sei ein Skandal, wenn ein Finanzministerium gegen eine Organisation klagt, die sich für mehr Steuergerechtigkeit einsetzt, wie Dirk Friedrichs vom Vorstand des Attac-Trägervereins feststellte: "Vor kurzem hat eine Studie erneut gezeigt, dass Konzerne in der EU viel zu wenig Steuern zahlen. Es ist skandalös, dass der Bundesfinanzminister einer Organisation die Gemeinnützigkeit abspricht, die sich für Steuergerechtigkeit einsetzt. Stattdessen sollte er dafür sorgen, dass sich sein Ministerium um die wirksame Bekämpfung von Konzernsteuertricks und Steueroasen kümmert." […]
Der BFH kam zu dem Schluss, dass zwar die unter Volksbildung zu fassende politische Bildungsarbeit als gemeinnützig gelte, nicht aber deren Einsatz für allgemeinpolitische Forderungen zur Tagespolitik und dazu durchgeführte Kampagnen.  

Die taz zitiert:
Das Hessische Finanzgericht in Kassel gab den Globalisierungsgegnern noch recht. Die Arbeit von Attac sei als „Volksbildung“ einzustufen, die als gemeinnützig anzusehen sei. Doch dem widersprach nun der BFH. Die Abgabenordnung weise 25 gemeinnützige Zwecke auf, wie den Verbraucherschutz, den Tierschutz, Umwelt, Sport und auch die politische Bildung, zu der auch die Volksbildung gehört.
Die Volksbildung, so das Gericht, müsse aber eigenständig und in „geistiger Offenheit“ betrieben werden. Das sei bei Attac nicht der Fall. Der Trägerverein habe ganz konkrete Lösungsvorschläge zu bestimmten allgemeinpolitischen Themen durchsetzen wollen, etwa zum Sparpaket der Bundesregierung, der Bekämpfung der Steuerflucht oder zum bedingungslosen Grundeinkommen. [Bundesfinanzhof zu Attac: Ende der Gemeinnützigkeit, taz, 26.02.2019]

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:20 – Start bei 10:51}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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Die Atlantik-Brücke e. V. wurde 1952 als privater, überparteilicher und gemeinnütziger Verein mit dem Ziel gegründet, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu schlagen.
Zu den Mitgliedern der Atlantik-Brücke zählen heute etwa 500 führende Persönlichkeiten aus Bank- und Finanzwesen, Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft. Die Atlantik-Brücke fungiert als Netzwerk und privates Politikberatungsinstitut. Sitz des Vereins ist das Magnus-Haus in Berlin.[2][3][4]
 Verein und Zweck
Der Verein hat seinen Sitz in Berlin [5] verfolgt laut Satzung „Bildungs-, wissenschaftliche, kulturelle und mildtätige Zwecke sowie die Förderung der Völkerverständigung. Hierbei will der Verein die Berufs- und Volksbildung auf nationaler und internationaler Ebene, hier insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Kanada und in Europa fördern. Darüber hinaus will der Verein das Verständnis für Deutschland in anderen Staaten, insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Kanada sowie den europäischen Staaten, ebenso das Verständnis für die vorgenannten Staaten in Deutschland fördern und damit einen Beitrag zur Freundschaft zwischen Deutschland und anderen Staaten leisten.“[6]Die Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung sowie der Vorstand (§ 5), der von einem International Advisory Council in der Ausübung seiner Aufgaben unterstützt wird (§ 8).Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge. Einzelne Veranstaltungen werden selektiv gefördert durch Firmen und Institutionen wie die Deutsche Bank, das Privatbankhaus M.M.Warburg & CO, die Nomura Holdings Investment-Bank, die Deutsche Bundesbank, die DZ Bank, den Technologiekonzern IABG, die Volkswagen AG und das Auswärtige Amt.[7]
[Atlantik-Brücke, Wikipedia, abgerufen am 27.02.2019] 
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Die Atlantik-Brücke wurde bereits 1952 als gemeinnütziger Verein von US-amerikanischen Bankiers gegründet. Ziel, so zitiert Uwe Krüger das Vereinsselbstverständnis, war es, »eine Brücke zwischen dem Nachkriegsdeutschland und der Siegermacht USA zu schlagen«. Die Mutterorganisation ist dabei gewissermaßen die US-amerikanische Denkfabrik American Council on Germany. Bis heute veranstaltet die Brücke Seminare und »Begegnungen im kleinen Kreis« – Anliegen ist weiterhin die »Förderung des gegenseitigen Verständnisses«; anders gesagt: Abgleichung der Standpunkte nach US-affiner Lesart. Heute zählt die Atlantik-Brücke circa 500 Mitglieder, darunter etwa 100 »Meinungsmacher« aus Chefredaktionen (von Welt bis ZEIT) und TV-Sendern. Die weiteren 400 Mitglieder kommen aus dem wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Leben. Die Lobbygruppe umfaßt daher alle relevanten Bereiche gesellschaftlicher Prägung, wobei – laut Website – die meisten Mitglieder der Wirtschaft und der etablierten Politik entstammen. Vorstand des Vereins war beispielsweise Kai Diekmann (Bild), weitere prominente Mitglieder stammen aus Unionskreisen, aber auch aus den Vorstandsetagen einiger Großkonzerne (RWE, Bertelsmann, Bayer Schering Pharma etc.) oder Banken (Goldman Sachs, Deutsche Bank). Diekmann durchlief wie beispielsweise Cem Özdemir (Grüne), Thomas de Maizière (CDU), Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) oder Christian Wulff die Kaderschule des »Young-Leaders«-Programms der Atlantik-Brücke. Die Spannbreite der Atlantik-Brücke reicht dabei bis zum Linkspartei-Spitzenpolitiker Stefan Liebich, der für seine Partei im Auswärtigen Ausschuß des Bundestages sitzt.  
[Transatlantische Netzwerke, Gastbeitrag, Sezession, 09.06.2016 – Hervorhebung von mir] 
Mein Kommentar:
Da gibt es einiges an Interpretationsspielraum: 
Die Volksbildung, so das BFH, muß eigenständig und in geistiger Offenheit betrieben werden. »Das sei bei Attac nicht der Fall«.
Laut Einschätzung des BFH darf Attac keine konkreten Lösungsvorschläge zur Steuerflucht oder zum bedingungslosen Grundeinkommen machen.
Inwiefern die geistige Offenheit im Gegensatz dazu bei der Atlantik-Brücke gegeben ist, darüber läßt sich wohl eifrig bis zum Sanktnimmerleinstag diskutieren… 
Und Anne Zetsche, die ihre Doktorarbeit über die Atlantik-Brücke geschrieben hat, sieht das Wirken der Atlantik-Brücke ziemlich kritisch:
- Atlantik-Brücke: Nicht-legitimierte Privatpersonen nehmen Einfluss auf die Politik Deutschlands und den USA (Interview mit Anne Zetsche, NachDenkSeiten, 07.12.2017) Am Ende des Interviews verweist Frau Zetsche auf den Journalismusforscher Uwe Krüger:
- Der Einfluss der Eliten auf deutsche Journalisten und Medien (Michael Voregger interviewt Uwe Krüger, NachDenkSeiten, 03.06.2013)

zum Einfluß transatlantischer Netzwerke siehe auch:
- Uwe Krüger Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten (kurze Zusammenfassung, Antaios-Verlag, Datum unbekannt)

Daß Attac die Gemeinnützigkeit abgesprochen wird, während die Atlantik-Brücke weiterhin als gemeinnützig gilt, da nölt nur Putins Propaganda-Organ Sputnik-News rum:

zum Thema Steuern siehe auch:
- Kommentar: Eine Alternative zum versagenden Steuersystem (Jörg Gastmann, Telepolis, 26.02.2019)
«Amazon»: Steuergutschrift trotz Milliardengewinn (Tobias Tscherrig, InfoSperber, 23.02.2019)
„Ein Selbstbild der Verachtung“ (Post, 13.02.2019)
Lasst uns endlich über Steuern sprechen! (Post, 11.02.2019)
Beratung verboten Finanzministerium untersagt Verdi, Lohnsteuerhilfe für Mitglieder anzubieten (Post, 05.02.2019)

Jahrhundertcoup: Angriff auf Europas Steuerzahler | Panorama | NDR {29:44 – Start bei 0:05}

ARD
Am 19.10.2018 veröffentlicht 
"Größter Steuerraub der Geschichte Europas": Ein Insider spricht erstmals über den organisierten Griff in die Steuerkassen, auch als Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte bekannt. Bei den in der Finanzbranche auch als "Tax Deals" bekannten Geschäften werden kurzfristig riesige, oft milliardenschwere Aktienpakete hin- und hergeschoben, um sich Steuern zu Unrecht erstatten zu lassen. Bei Cum-Ex-Geschäften und seinen Varianten wird eine einmal abgeführte Steuer sogar mehrfach erstattet.
Mehr Infos:
-- https://daserste.ndr.de/panorama/cume...

Finanzsystem und Steuerbetrug: Wenn Finanzeliten die staatliche Kontrolle unterlaufen (Post, 18.10.2018)
Olaf Scholz knickt bei Google-Steuer offenbar ein (managermagazin, 05.09.2018)
Ausgebremste Steuerfahnder (Post, 19.01.2018)
Leserbriefe zu „Anzunehmen, dass Parteien und Medien unterwandert sind, ist keine Verschwörungstheorie. Es ist Tatsache.“ (Moritz Müller, NachDenkSeiten, 05.04.2018)
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)
Ein transatlantischer Rehabilitationsversuch von George W. Bush (Post, 20.12.2015)
Die EU, Steuer-Oasen und schlechte Prognosen (Post, 06.11.2014)
Rudolf Schmenger im Interview (Post, 30.07.2013)

Öffentliche Strafanzeige gegen den Behördenleiter der Staatsanwa {0:40}

wok1234567
Am 10.07.2009 veröffentlicht 
Diese öffentliche Strafanzeige wurde am 1. Juli 2009 bei dem zuständigen Verfassungsorgan - dem Ministerpräsident Hessens - Roland Koch CDU - eingereicht.

Roland Kochs Lügen in der CDU-Spendenaffäre. NDR Panorama {7:20}

OeffiTV
Am 06.06.2009 veröffentlicht 
"Operation Machterhalt": Roland Koch schludert sich durch die Spendenaffäre ("jüdische Vermächtnisse"). Der brutalstmögliche Aufklärer (brutalstmöglicher Lügner?) wird dabei nicht nur von seiner Basis, sondern auch von der FDP unterstützt.
Abschließender Hinweis: Ich lade Beiträge von ARD und ZDF hoch, damit diese der Öffentlichkeit erhalten bleiben, wenn die Anstalten selbst die Beiträge aus ihren öffentlichen Mediatheken löschen müssen. Sollte es Probleme mit dem Copyright geben? Bitte senden Sie eine E-Mail an:
fritzle13041988 ÄT gmx PUNKT de


HB-Männchen das Orginal {0:40 – Start bei 0:22}

Karl Schlofi
Am 27.10.2008 veröffentlicht 
HB-Männchen in orginaler Länge

Montag, 25. Februar 2019

Die Beziehung zum Großen Bruder: Immer nur Buckeln?

Außenpolitik Der kühle Blick auf die USA fällt Berlin und Brüssel immer noch schwer. Das hat Gründe, aber sie sind nicht gut

Zu den großen Mysterien der Berliner und Brüsseler Politik gehört die Lust an der Selbstkasteiung. Liegt es im Interesse Deutschlands, dass deutsche Autoimporte als Sicherheitsgefahr für die USA eingestuft werden? Dass die deutsch-russische Erdgaspipeline Nord Stream 2 von Washington dämonisiert und uns stattdessen der Kauf überteuerten amerikanischen Fracking-Gases aufgenötigt wird? Dass die USA den INF-Vertrag mit Russland aufgekündigt haben, der die Stationierung von atomaren Mittelstreckenwaffen an Land verbietet – was zwangsläufig einen atomaren Rüstungswettlauf auch in Europa zur Folge haben wird?

Hiesige Entscheidungsträger reagieren auf diese und alle anderen Zumutungen der Regierung Trump in erster Linie willfährig, kopflos und bar jeder politischen Strategie. Wäre der Begriff nicht historisch belastet und vergeben, träfe das Wort Appeasement die europäische Haltung gegenüber Washington sehr genau. Natürlich wird niemand ernsthaft für einen Konfrontationskurs gegenüber den USA plädieren. Was aber hindert Berlin und Brüssel daran, selbstbewusst eigene Interessen zu vertreten und sich Einmischungen in ihre inneren Angelegenheiten zu verbitten? Woher rührt diese geradezu masochistische Lust, freiwillig den militärischen Juniorpartner der USA etwa im Nahen und Mittleren Osten zu spielen, neudeutsch umschrieben als „mehr Verantwortung übernehmen“?

Eine Antwort liegt in der Selbstwahrnehmung der überaus einflussreichen „transatlantischen“ Netzwerke in Politik, Wirtschaft und den Medien. Aus deren Sicht sind die USA, die NATO und die EU eine „Wertegemeinschaft“, die weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einstehe. Sie halten Trump für einen Elefanten im Porzellanladen, für ein singuläres Übel, das es auszusitzen gelte. Sie erkennen nicht, dass die USA eine Weltmacht im Niedergang sind, die sich einem Dialog auf Augenhöhe mit Russland und China verweigert und stattdessen auf „Druck“ setzt, um verlorenen Einfluss wettzumachen, ganz unabhängig von Trump. Gerade deutsche „Transatlantiker“ leiden erkennbar unter einem ödipal anmutenden „Übervaterverlust“ – sie können nicht länger einfach nur Regieanweisungen aus Washington befolgen, im Namen einer höheren Moral, sondern müssen lernen, selbst zu denken und zu handeln. Das schmerzt, vor allem bei fehlendem Rückgrat.

mehr:
- Ödipale Transatlantiker (Michael Lüders, der Freitag, 25.02.2019)
siehe auch:
USA: Die verrückten Neocons (Post, 02.03.2019)
Aufmerksamkeitsmanagement: Immer neue Bedrohungsszenarien und immer wieder Aufrüstung – Wozu? (Post, 23.02.2019)
- Syrien: Kein Plan für eine bessere Zukunft? (Post, 22.02.2019)
 Der Einfluss der US-Netzwerke auf Politik und Medien in Deutschland (Post, 02.02.2019)
Die Amis spielen mal wieder mit dem Roten Knopf (Post, 02.02.2019)
Konfrontationspolitik und Aufrüstung – ein Rückblick (Post, 28.12.2018)
Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung (Post, 16.12.2018)
Hama – die Geschichte einer Lüge (Post, 16.12.2018)
Moralische Hysterie, missionarische Außenpolitik und falsche Kriege (Post, 24.01.2017)
Sie meinen es nicht gut (Sheldon Richman, Kritisches Netzwerk, 15.01.2014)
Gysi, EU und NATO – „Rechts um!“ Richtung Europa (Hannes Hohn, InfoMail 723, Kritisches Netzwerk, 14.01.2014)

Oskar Lafontaine spricht Klartext über den Terrorstaat USA brillante Rede! YouTube 360p {2:53}

trasicor zymbalta
Am 19.10.2014 veröffentlicht 

Venezuela-Narrativ als Falle


Washington und Guaidó sind mit dem Umsturzversuch gescheitert, aber das Narrativ, mit dem der Regime-Change-Plan legitimiert werden soll, ist medial erfolgreich. Ein Kommentar
Es kommt immer darauf an, wie man aus der Ferne auf einen Konflikt schaut, zumal wenn er wie in Venezuela keine so eindeutigen Gut-Böse-Positionen ermöglicht, wie sie die Kontrahenten natürlich malen. Viele im Westen wollen unter Führung der US-Regierung, wo man im Gegensatz zu vielen anderen Themen nun den Vorgaben von Donald Trump glaubt und sie weiter verbreitet, mit dem selbst ernannten Präsidenten einen Regime Change erzwingen und haben die humanitäre Hilfe am Samstag, dem propagierten Ultimatum und "Tag der Entscheidung", perfide als Mittel inszeniert, um diesen einzuleiten. Toleriert oder auch gutgeheißen wird von den Guaidó-Unterstützern, dass es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, wie sie auch letztes Wochenende provoziert, aber natürlich nur der Maduro-Regierung zugeschrieben wurden.
Mittlerweile gibt es im alt-neuen Schema des Kalten Kriegs keine ausdifferenzierten Haltungen mehr, sondern nur noch Freund oder Feind. Positionen wie die, einen Putsch, einen Bürgerkrieg oder eine gewaltsame Intervention von außen abzulehnen und auf eine friedliche Lösung zu setzen, werden gleich als Pro-Maduro abgewertet, obgleich die letzten Jahre deutlich gezeigt haben, dass militärische Interventionen, wie sie von den USA mit den Koalitionen der Willigen gestützt auf die Vereinten Nationen oder auch völkerrechtswidrig ausgeführt wurden, nichts Besseres bewirkt haben, sondern - vielleicht von den Sicherheitsapparaten und der Rüstungsindustrie auch erwünscht - nur auf Dauer gestellte schwelende oder offene Konflikte hinterließen.
mehr:
- Venezuela-Narrativ als Falle (Florian Rötzer, Telepolis, 25.02.2019)
siehe auch:
US-Polizei dringt in venezolanische Botschaft in Washington vor (Post, 14.05.2019)
- USA vs. Venezuela: Die Liste (Post, 14.05.2019)

Ukraine-Konflikt: „Es geht nicht um Fakten, es geht um eine große Erzählung“

„Es geht nicht um Fakten, es geht um eine große Erzählung“ – Bestsellerautor Mathias Bröckers {42:29}

Der Fehlende Part
Am 25.02.2019 veröffentlicht
Anlässlich des 5. Jahrestages des ukrainischen Regierungswechsels bzw. Putschs veröffentlichte Bröckers eine Neuauflage seines Buches mit dem Titel „Wir sind immer die Guten“. Darin wird die Ukraine-Krise aufgedröselt, aber auch die Arbeit der Medien, von der Bröckers sehr enttäuscht war und immer noch ist. „Der Fehlende Part“ widmet sich diese Woche dem Thema und Herr Bröckers erläutert dazu im Interview unter Anderem, was die europäischen Ziele in der Ukraine sind und was man eigentlich hätte tun müssen um diesen Konflikt zu vermeiden.
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Sonntag, 24. Februar 2019

Heute vor 148 Jahren – 24. Februar 1871: »Die Abstammung des Menschen« erscheint

Von Menschen und Affen 

Kaum ein Forscher des 19. Jahrhunderts schien – so jedenfalls das Urteil vieler Zeitgenossen – die Menschheit derart zu beleidigen wie Charles Darwin (1809-1882). Nach ausgiebigen Naturstudien auf einer Expeditionsreise mit der HMS Beagle (1831-36) entwickelte er seine Evolutionstheorie, deren Grundlagen auch der Naturforscher Alfred Russel Wallace unabhängig von Darwin formuliert hatte. 
Charles Darwins bahnbrechende Erkenntnis zur
Entstehung der Arten, auch der Gattung Mensch,
wird missverstanden und ruft beißende Kritik hervor,
englische Lithografie um 1871
Bereits »Über die Entstehung der Arten« (1859) hatte einen Gelehrtenstreit entfacht. Mit dem 1871 erschienenen zweibändigen Werk »Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl« aber brachte Darwin einen Großteil der Öffentlichkeit gegen sich auf. Diese verkürzte seine These über einen gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch zur Behauptung, der Menschen stamme vom Affen ab. Gegen die bei Darwin fehlende Trennung von Körper und Geist (Seele) liefen Philosophen und Theologen Sturm, galten doch Geist bzw. Seele als typisch menschlich und von Gott eingegeben. Ebenso kritisierten sie, dass der Mensch bei Darwin keine eigenständige Schöpfung ist, sondern ein Evolutionsprodukt wie Millionen anderer Arten. Rassisten wiederum verdammten Darwins später bestätigte Annahme, der Mensch habe sich in Afrika entwickelt. Vonseiten der Naturwissenschaften erfuhr Darwins Buch jedoch auch große Zustimmung. Heute gilt Darwin als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler überhaupt. Seine Evolutionstheorie ist das grundlegende Paradigma für die Biologie. 


Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019
siehe auch:
- Die drei «Kränkungen der Menschheit» (aus: Imago. Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften V (1917), zit. in: Prof. Dr. Gerhard Vollmer, Die vierte bis siebte Kränkung des Menschen, aus: Aufklärung und Kritik 1/1994., gefunden in: Materialien zum Gymnasialen Literaturunterricht – PDF)
- Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse (Sigmund Freud, Transkription aus: Imago. Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften V (1917). S. 1-7. – Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen. – gefunden bei archive.org)
- Gesammelte Werke Elfter Band, Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (S. 294ff. – PDF)

Wer den Wind sät (1960) {3:45}

Filme - wahre Begebenheiten
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Wer den Wind sät (Inherit the Wind) - Filmclip Englisch.
https://filmewahrebegebenheiten.wordp...

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Der Scopes-Prozess, auch als Scopes Monkey Trial (Scopes-Affenprozess) bekannt, war ein Gerichtsverfahren vor dem Criminal Court in DaytonTennessee, in dem der Lehrer John Thomas Scopes 1925 zu 100 Dollar Bußgeld verurteilt wurde, weil er Darwins Evolutionstheorie an öffentlichen Schulen gelehrt hatte. Der Prozess wurde zum Testfall für ein neues Gesetz, das im selben Jahr vom Staatsparlament von Tennessee verabschiedet worden war. Danach war es in dem US-Bundesstaat verboten, im Schulunterricht Theorien zu behandeln, die dem Schöpfungsbericht der Bibel über die Entstehung des Menschen widersprechen.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte eine sich selbst als Fundamentals bezeichnende konservative christliche Bewegung in den USA erheblichen Einfluss erlangt. Diese Bewegung, die nach heutigen Begriffen eher dem Evangelikalismus als dem Fundamentalismus zuzuordnen ist, lehnte die Evolutionstheorie ab und vertrat die Ansicht, dass die Bibel bezüglich der Schöpfung wörtlich zu verstehen sei. Der Einfluss der Bewegung reichte weit genug, dass in den Bundesstaaten FloridaOklahoma und Tennessee Gesetze erlassen wurden, die es untersagten, an öffentlichen Schulen Auffassungen zu unterrichten, die von der biblischen Schöpfungstheorie abwichen. Das am 13. März 1925 in Tennessee erlassene Gesetz (Butler Act)[1] war dabei das einzige, welches eine strafrechtliche Bestimmung enthielt. Die American Civil Liberties Union bot an, die Prozesskosten für jeden zu übernehmen, der aufgrund dieses Gesetzes angeklagt würde.
Eine Gruppe von Geschäftsleuten aus Dayton (Tennessee) hielt einen Prozess in dieser Sache für geeignet, ihre Stadt bekannter zu machen. Sie überredeten den Biologielehrer John T. Scopes, sich wegen dieses Gesetzes anklagen zu lassen. Scopes unterrichtete im April 1925 auf Grund des vom Staate Tennessee nicht untersagten Lehrbuches „Civic Biology“ von Hunter[2] in einer Unterrichtsstunde an der Rhea County High School die Evolutionstheorie. Ein eingeweihter Bürger erstattete daraufhin Anzeige.[Scopes-Prozess, Wikipedia, abgerufen am 22.03.2019]

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