Donnerstag, 15. Oktober 2020

Das Ärzteblatt mit den gleichen Katastrophenmeldungen wie die anderen Medien auch, aber die Leser werden kritischer!

Berlin – Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hat in Deutschland einen Höchstwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Anga­ben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute 6.638 Fälle in 24 Stunden. Das sind 2.580 mehr als am Donnerstag der Vorwoche.

Das RKI appellierte „dringend“ an die Bevölkerung, sich für den Infektionsschutz zu enga­gieren. Der nun erreichte Rekordwert heißt Experten zufolge aber nicht, dass das SARS-CoV-2-Virus bereits schlimmer wütet als im Frühjahr. Die Lage in den Krankenhäusern sei weiterhin vergleichsweise entspannt.

Die bisherige Rekordzahl war am 28. März mit 6.294 neuen Ansteckungen erreicht wor­den. Harte Maßnahmen haben den Wert dann stark gedrückt, rund drei Monate lang wur­den weniger als 1.000 neue Coronainfektionen pro Tag registriert. Anfang August waren die Werte dann wieder gestiegen.

RKI-Chef Lothar Wieler sagte gestern, dass man das exponentielle Wachstum noch ver­hin­dern könne. „Aber dafür müssen wir uns auch anstrengen.“ Er halte die derzeitige Lage aber nicht für gefährlicher als die im Frühjahr.

Insgesamt sieht Wieler heute im Vergleich zum März viel mehr Erfahrung und Wissen im Umgang mit dem Virus, etwa um die Maßnahmen geschickter einzusetzen und um bei Ausbrüchen schnell zu reagieren. Sollten die Zahlen jedoch weiter steigen, werde die Gefahr größer.
mehr:

Zitat von Nobelpreisträger Kary Mullis, Erfinder des PCR-Tests: „Mit PCR, wenn man es gut macht, kann man ziemlich alles in jedem finden.“ – „Die Messung ist nicht exakt.“ – „PCR ist ein Prozess, der aus etwas eine ganze Menge macht. Es sagt Ihnen nicht, dass Sie krank sind. Und es sagt nicht, dass das Ding, das man findet, Ihnen Schaden zugefügt hätte.“ Wir brauchen andere Maßstäbe, wie z.B. die Belegung von Krankenhaus-Intensivbetten mit Corona-Patienten.
[Kommentar von Wie bitte?, Die PCR-Test-Positiven: Sind sie wirklich infiziert? Donnerstag, 15. Oktober 2020 um 19:10]

Was ist das hier, bitteschön? "Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hat in Deutschland einen Höchstwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Anga­ben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute 6.638 Fälle in 24 Stunden."

Über welche 24 Stunden reden wir? Lt. "Dashboard" gab es Fälle mit Meldedatum gestern, 14.10.20, 3047, zzgl. gestrigem Erkrankungsdatum 38.

Als "neu berichtet am 14.10." werden für den 14.10.20 insgesamt 4010 Fälle?! angegeben, 2169 für den 13.10., 300 für den 12.10., jeweils noch 15-40 für jeden Tag der letzten Woche, jeweils einige für viele Tage bis zurück zu Mitte September und immerhin einer für den 14.03.2020.

Wenn wir doch bitte wenigstens hier im Ärzteblatt eine detailliertere Beschreibung der Entwicklung der Infektionszahlen (sofern diese Bezeichnung zutrifft) erzielen könnten.

Des Weiteren: "Die bisherige Rekordzahl war am 28. März mit 6.294 neuen Ansteckungen erreicht wor­den." FALSCH! Die höchste Zahl an die Gesundheitsämter gemeldeter Fälle war am 2.4.2020 mit 6554. Die höchste Zahl mit validiertem Erkrankungsdatum (5003) bzw. ersatzweise dem Datum der Erstmeldung (483) ans Gesundheitsamt war der 16.03.2020 - just der Tag an dem die Schulen zugingen und bevor am 23.03. alles "Gelockdowned" wurde. Die höchste Zahl von "Neuansteckungen" - wie hier der Begriff verwendet wird - muss wohl eher noch eine Woche vorher gelegen haben. Es wird schon wieder vom "Exponentiellen Wachstum" geredet - auf Basis des Eingangs der Daten beim RKI. Herr Prof. Wieler sollte sich seine Zahlen bitte erst anschauen, dann reden. Dann sollte ihm auffallen, dass es seit voriger Woche, dem 07.10. keine "Zuwächse" gibt, sondern die gemeldeten Fälle stagnieren. Bitte nicht schon wieder die Exponentialfunktion in die Falliste mit Eingangsdatum am RKI legen. Das wird Unsinn.

A propos: Wenn 3047 und 38 Fälle gestern gemeldet bzw. als erkrankt gemeldet sind, wie können für diesen gestrigen Tag dann 4010 Fälle beim RKI gemeldet worden sein? Fragen, die nur das RKI beantworten kann. Sorry. So geht es nicht.

[Kommentar BB-DD, Die Zahlen und die Zuordnung beim RKI, Donnerstag, 15. Oktober 2020, 19:46]

siehe auch:
- xxx (Post, )
x
x

„Regieren durch Angst“: Renommierter Wissenschaftler rügt Merkel und Söder - und spricht von „Verbotswettbewerb“

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten stellen in Berlin Corona-Weichen. Die Kritik an konkreten Ideen und der allgemeinen Linie wächst - auch Markus Söder ist in der Schusslinie.

  • Am Mittwoch (14. Oktober) mühen sich Kanzlerin und Ministerpräsidenten um neue Corona-Regeln.
  • Nicht nur in den Beratungen im Kanzleramt knirschte es – ein renommierter Demokratie-Forscher übt Kritik an der Pandemie-Politik.
  • Der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel sieht einen „Überbietungswettbewerb“. Auch anderenorts ist von „Alarmismus“ die Rede.

Berlin/München – Zumindest ein Fakt ist unumstößlich: Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen wieder – und zwar massiv. Wie sinnvoll die aktuellen Gegenmaßnahmen der Politik sind, darüber gehen die Meinungen teils auch unter Virologen auseinander. Beherbergungsverbot und Sperrstunden sind alles andere als unumstritten. Am Mittwoch werden die Weichen im Kanzleramt gestellt. Die Stoßrichtung der Bundesregierung war früh klar: Mehr Maskenpflicht, mehr Sperrstunden, eventuell auch wieder Kontaktsperren. Doch genau an dieser Grundmarschroute gibt es Kritik sehr grundsätzlicher Art. Nicht aus verschwörungstheoretischer Ecke, sondern von einem renommierten Demokratietheoretiker.
mehr:

mein Kommentar:
Für wie sinnvoll ich das alleinige Erwähnen der »Fallzahlen« (ohne Melden der »Positivenquote«, die die Zahlen in ein verstehbares Verhältnis setzen würde), habe ich schon einigemale dargelegt…
siehe auch:
x
x

»Pandemie«, irreführende Sprache, PCR-Test und das Stieren auf »Neu-Infektionen«

Zum ersten Mal zeigt die NZZ auf der Frontseite die Spitalpatienten seit März 2020. Ein erster Anstieg, den es zu beobachten gilt.

Im März und April wurde der grosse Lockdown verhängt, um eine Überlastung der Spitäler, insbesondere der Intensivstationen, zu vermeiden. Wenn sich erneut innerhalb kurzer Zeit viele ältere Menschen mit Vorerkrankungen anstecken, wäre wieder eine Überlastung zu befürchten.

Deshalb sollten drastische Massnahmen in Zukunft davon abhängen, ob Spitäler und namentlich Intensivstationen an die Grenzen ihrer Kapazitäten kommen könnten – und nicht in erster Linie von der Zahl der neu positiv Getesteten. Trotz der gestiegenen Zahl der positiv Getesteten in den letzten vier Monaten blieben die Spitaleinweisungen bis vor wenigen Tagen nämlich auf sehr tiefem Niveau. Das ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass seit diesem Sommer hauptsächlich Personen im Alter von unter 60 Jahren positiv getestet wurden – die meisten von ihnen ganz ohne oder ohne ernsthafte Krankheitssymptome. Vom Zeitpunkt einer Ansteckung vergehen bei schweren Krankheitsverläufen lediglich 8 bis 12 Tage, bis eine Spitaleinlieferung nötig wird. Offensichtlich haben diese Jüngeren über längere Zeit nur sehr wenige ihrer betagten Verwandten angesteckt.
mehr:
- Corona: Endlich rückt die Spitalbelegung in den Vordergrund (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 15.10.2020)
siehe auch:

Lagebericht des RKI vom 16.09.2020, Tabelle 4 auf Seite 10

Meine Frage lautet:
Wenn 
1. die Positivenquote seit der 23. KW ständig um 0,9% herum pendelt
und
2. die in der 24. und der in der 37. KW ermittelte Positivenquote gleich sind (0,86%)
Was berechtigt dann zu der Aussage: »Die Zahlen steigen«?

Es ist die Viruslast, die über die nächsten Schritte des infizierten Patienten bestimmen sollte. “Es ist wirklich unverantwortlich, denke ich, die Tatsache zu übergehen, dass es sich um ein quantitatives Problem handelt”, sagte Dr. Mina. 
[Apoorva Mandavilli, Your Coronavirus Test Is Positive. Maybe It Shouldn’t Be., NY Times, 29.08.2020 – eigene Übersetzung – Hervorhebung von mir]

- Coronavirus: Irreführung bei den Fallzahlen nun belegt (Paul Schreyer, multipolar, 28.03.2020)
x
x

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Der Krieg gegen die Wahrheit, den Dissens und die Meinungsfreiheit

Syrien, die OPCW-Untersuchung zu Duma und die "Working Group on Syria, Propaganda and Media" – Vorbemerkung der Redaktion: Der britische Politikwissenschaftler und Propagandaforscher Piers Robinson beschreibt hier, mit welcher Vehemenz einige Leitmedien eine kritische Auseinandersetzung mit dem fragwürdigen Giftgasangriff in Duma im Jahr 2018 behindern und wie unliebsame Wahrheiten dennoch Stück für Stück ans Licht der Öffentlichkeit kommen.

Am Samstag, dem 13. Juni 2020, veröffentlichte die Zeitung The Times ihren dritten Angriff auf Forscher, die sich mit der Untersuchung britischer Regierungspropaganda und dem Krieg in Syrien befassen. Dieses Mal konzentrierte sich der Angriff darauf, Professor David Miller und mich zu verleumden, mit dem Ziel, eine von uns gegründete akademische Organisation, die Organisation for Propaganda Studies (OPS), die Forschung und Veröffentlichungen über Propaganda fördern soll, zu diskreditieren.

Der Artikel enthielt zahlreiche Unwahrheiten und Verzerrungen und ähnelte in seinem Stil früheren Angriffen, die hauptsächlich durch den Einsatz des Begriffs "Verschwörungstheoretiker" auf Rufmord abzielten. Am auffälligsten war, dass die Artikel die Arbeit von Mitgliedern der Working Group on Syria, Propaganda and Media (WGSPM), der auch Miller und ich angehören, mit der OPS in irreführender Weise vermischten. Formelle Beschwerden der OPS sind im Gange und die Times sah sich bereits gezwungen, eine Reihe von Korrekturen vorzunehmen.

Natürlich sind Rufmordangriffe als Propagandataktik weit verbreitet und es gibt sogar ein akademisches Routledge-Handbuch zu diesem Thema, das "Routledge Handbook of Character Assassination and Reputation Management", das 2019 veröffentlicht wurde und etwa 30 Kapitel enthält. Die Angriffe der Times wurden durch ähnliche Artikel, die Chris York für die Huffington Post geschrieben hat, noch verstärkt.

Insgesamt wurden etwa 20 Artikel verfasst, in denen diejenigen von uns angegriffen werden, die sich mit dem Krieg in Syrien befassen und wichtige Aspekte der britischen Propagandaoperationen in Frage stellen. Der größte Teil dieser Artikel wurde von nur zwei Journalisten verfasst, Dominic Kennedy für die Zeitung The Times und Chris York für die Huffington Post. Dies stellt eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Kampagne gegen uns dar.

Warum in aller Welt sind wir in solche Schwierigkeiten geraten?
mehr:
- Der Krieg gegen die Wahrheit, den Dissens und die Meinungsfreiheit (Piers Robinson, multipolar, 14.10.2020)
siehe auch:
- Merkel-Show im Bundestag: Die Chancen auf eine fünfte Amtszeit steigen (Thomas Siegmund, Handelsblatt, 13.05.2020)
x
x

Streeck zu Corona: »20.000 Neuinfektionen pro Tag sollten uns keine Angst machen!«

Virologe Hendrik Streeck bei maischberger. die woche 14.10.2020 {13:29 – Start bei 2:26 – Maischberger: »Sie haben letzte Woche gesagt, 20.000 Neuinfektionen pro pro Tag sollten uns keine Angst machen«}

maischberger  
Am 14.10.2020 veröffentlicht 
Ausgerechnet zu Beginn der Herbstferien haben die meisten Bundesländer ein Beherbergungsverbot für Reisende aus deutschen Risikogebieten verhängt. Hoteliers, Gastronomen und Wirtschaftsverbände laufen dagegen Sturm. Am Mittwoch wollen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin noch einmal darüber beraten. Wie sinnvoll ist die Einschränkung der Reisefreiheit – sogar innerhalb von Deutschland? Und welche Maßnahmen helfen im Kampf gegen die steigenden Infektionszahlen? Dazu im Gespräch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und der Virologe Hendrik Streeck.
x
x

x

Die Drosten-Dissertation – manche sind halt gleicher als gleich…

Seit Wochen kursieren in diversen Verschwörungstheorie-Blogs Gerüchte, die bislang nicht verifiziert, aber auch nicht komplett ausgeräumt werden konnten. Ein Kommentar

Kommentar:

Es begann am 30.06.2020 mit der Frage in einem YouTube-Video: "WO ist nur die Doktorarbeit?" Gemeint war jene von keinem Geringeren als Christian Drosten. Am 12.08.2020 wurde ein weiteres Video auf YouTube eingestellt, das beweist, dass die Doktorarbeit nunmehr gefunden wurde.

Bereits am 07.07.2020 berichtete die österreichische Fakejäger-Plattform Mimikama, dass die Doktorarbeit existiere. Die Meldung, dass sie nicht auffindbar sei, sei also Fake News.

"Es gibt eine Doktorarbeit. Aber nicht aus dem Veröffentlichungsjahr!"

Plagiatsgutachten

Interessanterweise hat auch Mimikama nicht genau genug hingesehen: Zu dem Zeitpunkt der Recherche war die Doktorarbeit von Christian Drosten zwar schon entlehnbar, aber sie war noch taufrisch. Sie wurde in der Tat erst im Jahr 2020 produziert und in die Bibliotheken aufgenommen, sowohl an der Universität Frankfurt am Main, an der Herr Drosten im Jahr 2003 promoviert wurde, als auch in der Deutschen Nationalbibliothek. Es könnte also durchaus sein, dass frühere Rechercheure sie noch nicht gefunden haben. Mimikama interessierte sich nicht für die Bibliothekssignatur der Exemplare. Ich habe in meinem "Blog für wissenschaftliche Redlichkeit" am 07.10.2020 berichtet:
Es gibt eine Doktorarbeit. Aber nicht aus dem Veröffentlichungsjahr! Die Signaturen der Dissertation von Christian Drosten beweisen, dass neue gebundene Exemplare der Doktorarbeit im Jahr 2020 in die Bibliotheken aufgenommen wurden. Zwei Exemplare an der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main tragen die Signaturen "D 126/1286" und "D 126/1342". Wie ein einfacher Vergleich zeigt (siehe etwa für das Jahr 2020 hier und für das Jahr 2013 hier), ist die fortlaufende Nummer "D 126" eine, die auf das laufende Jahr verweist. Die PPC und die MARC21-Darstellung des Katalogeintrags zeigen ebenfalls deutlich, dass der Datensatz im laufenden Jahr angelegt und abgeändert wurde.

Das im Frankfurter Bibliothekseintrag verlinkte PDF-File mit Deckblatt und Inhaltsverzeichnis der Dissertation wurde am 08.06.2020 mit der Software ABBYY FineReader 12 erstellt. Den Nachweis, dass auch das Exemplar der Deutschen Nationalbibliothek erst in diesem Jahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, hat Markus Kühbacher ja bereits erbracht.

All dies verwundert bei einer Dissertation aus dem Jahr 2001 und gibt Anlass für Verschwörungstheorien. Eine Dissertation kann doch nicht knapp 20 Jahre später neu gedruckt und abgegeben werden? Sind die Exemplare von 2020 und 2001 vollkommen identisch? Wo sind die alten Exemplare geblieben? Gab es sie überhaupt?"

Stefan Weber
Und ab diesem Punkt gibt es zwei Wirklichkeiten: die offizielle Version und jene der Verschwörungstheoretiker:
mehr:
siehe auch:

Eine Schieflage: Gutachter beurteilen ihre eigenen Arbeiten

Das größte Kuriosum einer medizinischen Promotionsschrift Drostenscher Art ist aber wohl, dass Begutachter ihre eigenen Arbeiten bewerten (ähnlich hier). Der Erstgutachter der Dissertation von Christian Drosten, W. K. Roth, war auch Ko-Autor aller drei Papers, die die Basis der Dissertation bildeten, in einem Fall sogar Erstautor.

W.K. Roth benotete also Arbeiten, die er selbst schon für sehr gut befunden haben muss, sonst hätte er ja kaum mitgearbeitet. Eine etwaige Ehrenautorschaft ist zumindest bei jenem Paper, bei dem er als Erstautor genannt ist, auszuschließen.

Ich komme zum Schluss: Ich weiß nicht, wann und warum und wo das medizinische Promotionswesen in Deutschland eingeführt wurde. Aber zumindest der Fall Drosten zeigt alle Probleme dieses Promotionswesens auf und warum man es wohl in dieser Form besser abschaffen sollte.  

[Stefan Weber, Aus Anlass der „Drosten-Papers“: Gedanken zur mutmaßlichen Unsinnigkeit des medizinischen Promotionswesens in Deutschland, Blog für wissenschaftliche Redlichkeit, 13.10.2020]

 

Die Seiten 2 und 3 der Promotion wiederum geben an, dass die mündliche Prüfung am 22.3.2003 erfolgte  
[VG, Dissertation von Prof. Christian Drosten erst seit Sommer 2020 im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek, corona-transition.org, 28.09.2020]  


mein Kommentar:
Das wundert mich. Das ist das erste Mal, daß ich von einer mündlichen Prüfung höre, die an einem Samstag stattfindet… 
Aber: Ist vielleicht nur ein Schreibfehler, kann ja mal vorkommen… 
x

Es gibt Wissenschaft, und es gibt Mai Thi…

maiLab liebt die Technokratie {26:20}

Gunnar Kaiser  
Am 14.10.2020 veröffentlicht 
Text, Links: YouTube
x



x
Mentalist Lior Suchard Bends Harry Connick Jr. & Alice Eve's Minds {10:55 – Start bei 7:06}
The Late Late Show with James Corden  
Am 01.11.2016 veröffentlicht 
James welcomes mentalist Lior Suchard to demonstrate his abilities, guessing Harry Connick Jr's pin number and getting the audience to draw the same image.
x
siehe auch:
- Befinden wir uns alle in Corona-Hypnose? (ankeprecht.de, undatiert) 

x

Russlandfeindliche Schmierenkomödie – von Merkel über Maas bis Lesch

Es gab ja und gibt wohl immer noch Menschen, die Bundeskanzlerin Merkel und damit auch unser Land für vermittelnd und ausgleichend halten. Dieser Eindruck war beispielsweise beim Konflikt um die Ukraine und die Krim entstanden. Aber dieser Eindruck täuscht. Die Bundeskanzlerin und ihre Beauftragten und Mitstreiter heizen den neuen West-Ost-Konflikt an. Herausragende Belege dafür sind: 1. die einseitige Parteinahme und Dauer-Rolle im Fall Nawalny. 2. das Verhalten des deutschen UNO-Botschafters und Merkel-Vertrauten Heusgen im UN-Sicherheitsrat. 3. das Drängen des deutschen Außenministers auf neue Sanktionen gegen Russland und 4. im Zusammenspiel mit den Offiziellen in Berlin auch Harald Lesch vom ZDF Terra X. – Die Scharfmacherei nimmt inzwischen gefährliche Dimensionen an. Albrecht Müller.

Es tritt ein, was wir auf den NachDenkSeiten schon seit Längerem beschrieben und befürchtet haben: Die vom Westen betriebene Konfrontation führt zu einer Verhärtung auf russischer Seite – offen geäußert jetzt vom russischen Außenminister Lawrow hier. Innerhalb Russlands wird das zu Verhärtungen und Veränderungen führen, die wir nicht wollen können. Es geht zulasten notwendiger und fruchtbarer Zusammenarbeit. Es geht zulasten unseres Rufes. Es geht zulasten der Sympathie, die sehr viele Russen für uns Deutsche empfinden. Bald wird man sagen müssen: empfunden haben. Ein Wunder ist es nicht, wenn man sich die Scharfmacherei auf deutscher Seite anschaut:
mehr:
- Scharfmacher Deutschland – von Merkel über Maas bis Lesch (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 14.10.2020)
siehe auch:
- Abgedreht: Merkel, Scholz, Maas, Nawalny (Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam, Ken FM, 14.10.2020)
- Der Krieg gegen die Wahrheit, den Dissens und die Meinungsfreiheit (Piers Robinson, multipolar, 14.10.2020)
mein Kommentar:
Irgendwoher kenne ich das…

a) Das Märchen vom einsamen Putin auf dem G20-Gipfel in Brisbane
b) Tagesthemen: Wie man aus 500 Zehntausende macht
c) Zensur durch Weglassen – das Putin-Interview von Thomas Roth 2008
die drei und noch mehr auf:
aber macht nichts:
Das wird keinem deutschen Couch-Potato auffallen!
x
x

Eliten-Gebaren im Corona-Windschatten: Kanzleramt-Luxusanbau

Eine Erweiterung des Baus soll den Steuerzahler mehr kosten als das Berliner Stadtschloss

Ein "Anbau" klingt nicht nach einer großen Sache. Vor allem dann nicht, wenn es sich dabei um einen "nüchternen, auf Funktionalität ausgerichteten Zweckbau" handelt, wie die Bundesregierung gegenüber dem Bundestag und der Öffentlichkeit eine geplante Erweiterung im letzten Jahr darstellte. Nun kam über den Bundesrechnungshof heraus, dass das Bundesinnenministerium die Kosten für diesen Anbau auf mehr als 600 Millionen Euro schätzt - wobei die Rechnungsprüfer in ihrem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages noch vor zusätzlichen "hohen Kostenrisiken" warnen.

Sechzehnmal so groß wie das Weiße Haus

Ein wichtiger Grund dafür ist, dass es sich bei diesem als "Anbau" und "Erweiterung" verkauften Projekt in Wirklichkeit um eine Verdoppelung des Bundeskanzleramts von jetzt etwa 25.000 auf dann 50.000 Quadratmeter handelt. Der neue Sitz des deutschen Regierungsoberhaupts wäre dann statt achtmal sechzehnmal so groß wie der des US-Präsidenten, statt zehnmal zwanzigmal so groß wie der die Nummer zehn in der Londoner Downing Street, und statt dreimal sechsmal so groß wie der Pariser Élysée-Palast, in dem Emmanuel Macron herrscht.

Statt nur einer 200 Quadratmeter großen Kanzlerwohnung soll es darin eine zweite mit 250 Quadratmeter geben, die für vom Rechnungshof geschätzte 225.000 Euro auf Kosten des Steuerzahlers eingerichtet wird. Doppelt gibt es danach auch die Verbindung über die Spree, die für 18,1 Millionen Euro mit einer zweiten 176 Meter lange Kanzlerbrücke überbaut wird.
mehr:
- Kanzleramt: Regierung plant Tebartz-van-Elst-Anbau (Peter Mühlbauer, Telepolis, 14.10.2020)
siehe auch:
- xxx (Post, )
x
x

Dienstag, 13. Oktober 2020

Das altbekannte Spiel – »Stoff liefern«: Ablenkung und Nebelkerzen

Wer ist eigentlich Michael Wendler? Wer den Schlagersänger und RTL-Dschungelcamp-Promi bislang nicht kannte, ist heute „schlauer“. Von BILD bis zum Neuen Deutschland war man sich am Freitag redaktionell einig, dass ein schräges Video dieses „Prominenten“ so relevant sei, dass es zur Top-Meldung hochgejazzt wurde. Klar, es ging um „Coronaleugner“, „Schwurbler“, „Aluhüte“ und den ebenfalls jeglicher Relevanz unverdächtigen, mit Wendler befreundeten Koch Atilla Hildmann, den der SPIEGEL jüngst auf einem Waldspaziergang begleitete und daraus eine zweiseitige Story machte – frei von jedem Anflug von Erkenntnisgewinn für den Leser. Früher wurden derart skurrile Existenzen belächelt, heute stehen sie im medialen Rampenlicht. Und das sicher nicht ohne Grund, kann man an ihnen doch ganz hervorragend ein Exempel statuieren und differenziertere Prominente abschrecken, sich öffentlich kritisch zu äußern. Von Jens Berger.
„Es ist und bleibt die Aufgabe von Reportern, Stoff für die Debatten der Zeit zu liefern.”
So beschrieb einst Christian Krug, seines Zeichens Chefredakteur des Sterns, sein Idealbild des Journalismus. Vielleicht sollte man Herrn Krug und seine Kollegen einmal fragen, welche herausragende Relevanz ein Video eines Schlagersängers für die gesellschaftliche Debatte hat, dass der Stern binnen drei Tagen ganze siebzehn Artikel zum „Wendler-Eklat“ veröffentlicht hat. Im Video erklärt der Sänger seinen Abschied aus einer RTL-Show, weil er die Maßnahmen der Bundesregierung auf die „angebliche Corona-Pandemie“ kritisiert. Nun ja, viele Menschen kritisieren die Maßnahmen und haben dafür auch gute Gründe, die sie häufig differenziert und gut formuliert äußern. Warum ausgerechnet so ein Bohei um das intellektuell ungelenke Statement eines Schlagersängers gemacht wird, der ohnehin nicht eben in Verdacht steht, etwas Substantielles zu gesellschaftspolitischen Fragen beitragen zu können, ist eigentlich unerklärlich.

Wahrscheinlich war Wendlers Verbindung zum ebenfalls nicht gerade als großen Intellektuellen bekannten Koch Atilla Hildmann hier ausschlaggebend. Der bekam schließlich nicht nur eine Doppelseite im SPIEGEL, sondern kommt im Onlinearchiv des SPIEGEL immerhin auf stolze 175 Treffer. Ihr gemeinsamer Bekannter, der Musiker Xavier Naidoo, kommt sogar auf 538 Treffer und gilt dem SPIEGEL in den letzten Monaten zusammen mit dem Koch Hildmann immer wieder als zitierfähiger „Corona-Kritiker“. Das ist erstaunlich, haben deren Statements, vornehm ausgedrückt, doch eher eine überschaubare inhaltliche Qualität.

Geht es hier nur um eine bedauerliche Verschiebung der Relevanzkriterien? Keinesfalls. Die Medien geben den Takt an und die willfährige Leserschaft tanzt dazu. An diesem Wochenende war der „Wendler-Eklat“ – wie leider nicht anders zu erwarten – dann auch das bestimmende Thema in den sogenannten Sozialen Netzwerken und die Schlagrichtung war deutlich. So haben die Medien es geschafft, dass ausgerechnet Personen wie Hildmann, Naidoo und nun Wendler zu den „Gesichtern“ der Kritik an den Corona-Maßnahmen wurden und vor allem sich selbst als linksliberal begreifende Bürger reflexhaft mit der „Schwurbler-Keule“ schwingen, wenn sie auf kritische – auch differenzierte – Positionen stoßen.

mein Kommentar:
überschaubare inhaltliche Qualität? Mal ein bißchen langsam bitte! Die Leute haben anderes zu tun, als sich täglich bei Telepolis, Rubikon oder multipolar über die neusten »Zahlen« und ihre Einordnung zu informieren.
Außerdem kann sie der Mainstream besser runtermachen. Lieschen Müller aus Niederknackersbach ist da eine eher undankbare Figur. Und an Wodarg und Konsorten wird zu leicht sichtbar, wie wenig kompetent die Faktenchecker sind.

mehr:
siehe auch:
- ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken (Annette Leiterer, NDR/ZAPP, 17.12.2014)
Anmerkung:
Ab Min. 1:00 des in dem ZAPP-Artkel eingebetteten Videos erfährt man den Titel der Bröckers-Lesung: »Wir sind die Guten«, und dann kommen noch einige Zuhörer (»Bildungsbürgertum«) zu Wort…
x
x

Trump: Die negativsten Corona-Tests aller Zeiten – und die Fachleute wundern sich

WUNDER VON WASHINGTON: Trumps negative Corona-Tests erstaunt Experten {3:45}

WELT Nachrichtensender  
Am 13.10.2020 veröffentlicht 
Text und Links bei YouTube
x
siehe auch:
- Corona-Zahlen: Kritik am RKI (Berlin direkt vom 10.10.2020)

mein Kommentar:
Die gleichen Stiefel fährt die ARD. 
Taktik…
Nennt man »Verwirrung«…
x

Rektorin einer Berliner Grundschule schlägt Alarm: Die Bedingungen nach den Corona-Schliessungen seien «absolut furchtbar»

Die Pädagogin erkennt ihre Schüler kaum wieder. Schon unter den Kleinsten gebe es zunehmend Gewalt. Die Eltern würden zu Aggressionen beitragen – und die unterschiedlichen Herkunftsmilieus die Konflikte zusätzlich anheizen.

Wegen der Infektionsgefahr in Schulen schlagen zwei Bundestagsabgeordnete vor, die Weihnachtsferien zu verlängern. Um die Zahl der Corona-Infektionen zu senken, könne man die Ferien um zwei oder drei Wochen ausdehnen, sagte der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploss. Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger sprach sich für eine Verlängerung von vier Wochen aus, denn das Wohl der Schüler und Lehrer müsse im Vordergrund stehen. Der Vorstoss der beiden Unionspolitiker wurde von mehreren Bildungsministerien in den Bundesländern kritisiert, da verlängerte Ferien womöglich nicht viel zur Eindämmung der Pandemie beitragen würden. Die Situation an den Schulen ist ohnehin angespannt – auch weil wegen des Lockdowns im Frühjahr lange kein Unterricht stattfand. Die NZZ konnte mit einer Berliner Schulleiterin über die angespannte Lage reden. Sie war nur anonym bereit, sich frei zu äussern. Ihre Identität ist der Redaktion bekannt.
mehr:
siehe auch:
x
x

Im Corona-Windschatten: E-Rezept kommt ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Die Einführung des E-Rezepts ist für 2022 geplant, allerdings ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Auf Seiten der Telematik-Infrastruktur kann mitgelesen werden.

Obwohl der Deutsche Apotheker Verband (DAV) sich für eine durchgehende Verschlüsselung bei elektronischen Rezepten ausgesprochen hat, wird diese anscheinend nicht kommen. Andere Gesellschafter hätten sich laut eines Berichts gegen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgeprochen. Dadurch werden die Rezeptinformationen auf den Servern der Telematik-Infrastruktur zu lesen seien.

"Die technische Basis für eine Auswertung jeglicher Art bestehen – im Rahmen der Spezifikation der Gematik – bereits jetzt", heißt es beim Medical Tribune. So könne etwa das Verordnungsverhalten der Ärzte ausgewertet werden, wird Sören Friedrich von der Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände zitiert. Offen bleibt dabei, welche Formen und Zwecke der Auswertung gemeint sind.
mehr:
- E-Rezept kommt ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (Eva-Maria Weiß, heise-Online, 13.10.2020)
siehe auch:
-  Bitte Ruhe bewahren, Hirn einschalten und dann werten (Hartmut Semken, Kommentar, 13.10.2020  16:05h)
- Ich bin dagegen, den Five Eyes nachzugeben: (mm72, Kommentar, 13.10.2020  11:06h)

x
Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder (DSK) lehnt die von der Bundesregierung in Betracht gezogene Nutzung von einheitlichen, verwaltungsübergreifenden Personenkennzeichen zur direkten Identifizierung von Bürgerinnen und Bürgern ab. Bei den zum Anschluss von Arztpraxen an die Telematik Infrastruktur des Gesundheitswesens (TI) verwendeten Konnektoren, sieht die DSK eine datenschutzrechtliche Mitverantwortung von Arztpraxen und der Gesellschaft für Telematikanwendungen (gematik).

Wichtigstes Thema der DSK-Zwischenkonferenz am 12.09.2019 in Mainz war die von der Bundesregierung geplante Modernisierung der Registerlandschaft in Deutschland und der in diesem Zusammenhang diskutierten Einführung von verwaltungsübergreifenden Personenkennzeichen bzw. Identifikatoren. […]

Da es die gesetzliche Aufgabe der gematik ist, den operativen und sicheren Betrieb der TI zu gewährleisten und sie in diesem Rahmen die Mittel für die Datenverarbeitung in der TI wesentlich bestimmt, kam die DSK zu der Auffassung, dass der gematik neben den Betreibern der Arztpraxen eine datenschutzrechtliche Mitverantwortung für die Konnektoren zufällt. Um diese Verantwortungsteilung künftig rechtssicher zu regeln, empfiehlt die DSK dem Gesetzgeber, hier eine normenklare gesetzliche Regelung zu schaffen. 

[DSK positioniert sich zu Personenkennzeichen und Verantwortlichkeit in der Telematik Infrastruktur, bfdi.bund.de, 13.09.2019 – Hervorhebungen von mir]

Maaßen zum Breitscheidplatz-Anschlag: Alle haben Schuld, nur der Verfassungsschutz nicht

Die Vernehmung des früheren BfV-Präsidenten im Untersuchungsausschuss des Bundestags zeigt immerhin, dass die Causa Amri ganz oben angesiedelt war

Die Frage sei nicht mehr, ob der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Parlament und Öffentlichkeit belogen habe, sondern: Warum. Das sagte die Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag, Martina Renner, im Rahmen der Fraktionsstatements vor Beginn der Sitzung des Untersuchungsausschusses gegenüber der Presse.

Nach dem Anschlag vom 19. Dezember 2016 hatte Hans-Georg Maaßen mehrfach erklärt, Anis Amri, in offizieller Lesart der Attentäter, sei ein "reiner Polizeifall" gewesen, der Verfassungsschutz sei höchstens am Rande mit ihm befasst gewesen. Diese Darstellung pflegen BfV-Verantwortliche im Grundsatz bis heute. Im Ausschuss dagegen herrscht weitgehende Einigkeit, dass die These vom reinen Polizeifall "komplett widerlegt" (Fritz Felgentreu, SPD) sei.

Damit war die Front gezogen, entlang der Maaßen vernommen werden sollte. Das Grundproblem ist allerdings: Der Ausschuss kann inzwischen zwar darlegen, wie der Anschlagskomplex Breitscheidplatz und seine Hintergründe nicht waren. Aber wie es sich tatsächlich abgespielt hat, das bleibt im Dunklen. Und zwar nicht zuletzt auch dadurch, dass den Abgeordneten verweigert wird, Führungsbeamte von V-Leuten in der Szene zu vernehmen.

Das lässt den Geheimen Spielraum. Und Maaßen nutzte ihn in geradezu schamloser Weise. Dazu gehörten zunächst sogar Aussagen aus seiner politischen Agenda. Er verknüpfte islamistisch motivierten Terrorismus mit der Flüchtlingsbewegung und erklärte vor allem muslimische Männer zu einem Sicherheitsrisiko.

Mit Flucht, offenen Grenzen und dem Recht auf Schutz und Asyl hatte der Anschlag vom Breitscheidplatz in Berlin nichts zu tun. Die Tätergruppierung bestand nach allem, was man inzwischen weiß, mutmaßlich aus einem "deutschen" Teil in und um die Berliner Fussilet-Moschee sowie einem "ausländischen, tunesischen" Teil professioneller reisender Dschihadisten. Hinzu kommt ein bislang unbekannter dritter Teil von Personal des Sicherheitsapparates.

Maaßen, in Desinformationspolitik geübt, operierte im Ausschuss nach dem Motto "Haltet den Dieb!" und verteilte umfangreich Schuldzuweisungen an andere Stellen. In einer Mischung aus Wahrem und Unwahrem proklamierte er in rhetorischer Weise: Wie habe es sein können, dass sich Amri in Italien nach seiner Haftentlassung frei bewegen konnte; dass er dann nicht aus Deutschland nach Italien zurückgeschoben wurde; dass er nicht in Abschiebehaft kam; dass keine räumliche Aufenthaltsbeschränkung für ihn verhängt wurde; dass man hinnahm, dass sich Tunesien mit der Ausstellung der Papiere Zeit ließ; dass nicht der Botschafter des Landes einbestellt wurde; dass Amri nicht verboten wurde, ein Smartphone zu benutzen; dass Amri nicht in Haft genommen wurde; dass er am 19. Dezember 2016 noch in Deutschland gewesen sei. Das mache ihn fassungslos.
mehr:
siehe auch:
- xxx (Post, )
x
x

Sucharit Bhakdi: "Corona-Impfstoff ist zum Scheitern verurteilt!"

Sucharit Bhakdi: "Corona-Impfstoff ist zum Scheitern verurteilt!" {4:46}

FPÖ TV  
Am 13.10.2020 veröffentlicht 
Der deutsche Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie Sucharit Bhakdi bringt es auf den Punkt: 99,9% der Menschen werden an Corona nicht sterben. Trotzdem spricht die schwarz-grüne Regierung immer wieder von einem Corona-Impfstoff. Doch ist ein Impfstoff gegen dieses Virus überhaupt notwendig? Wie gefährlich kann ein derartiger Impfstoff sein? Und kann dieser überhaupt wirksam sein?
Diese und spannende weitere Fragen klärt Prof. Bhakdi in diesem Video!
x
Sensation! Prof. Sucharit Bhakdi im MDR! {1:59}
Andreas Patzwahl  
Am 12.10.2020 veröffentlicht 
ENDLICH❗️Sensation im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk❗️
Prof. Sucharit #Bhakdi erklärt dem MDR Journalisten, „daß der Lockdown Quatsch ist. Die Regierung muß aufhören zu testen. Die Epidemie ist zuende.“
👉🏼 https://www.mdr.de/nachrichten/audio/... (4:59min)
x
mein Kommentar:
Die nächste Stufe der Verwirrung. Heute so, morgen wieder so

x

Montag, 12. Oktober 2020

Prof.Dr. Stefan Homburg: »Die Lockdowns haben im Ländervergleich überhaupt nichts gebracht«

Die Lockdowns haben im Ländervergleich überhaupt nichts gebracht-null - Prof.Dr. Stefan Homburg {1:13}

Ritsch Amateur  
Am 12.10.2020 veröffentlicht 
Corona: wie sinnvoll sind die EU-Massnahmen?,
Die Corona-Maßnahmen der Regierung waren unnötig und unwirksam, das zeigt die Reproduktionszahl des Virus,
Stefan Homburg ist ein deutscher Finanzwissenschaftler. Er ist Professor für Öffentliche Finanzen und Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen der Leibniz Universität Hannover. Darüber hinaus ist er nebenberuflich als Steuerberater tätig WENIGER ANZEIGEN

also gut, nochmal:
Die Lockdowns haben im Ländervergleich überhaupt nichts gebracht-null - Prof.Dr. Stefan Homburg {1:13}
Dieter Ritter Covid-20  
Am 12.10.2020 veröffentlicht 
7773
x

Corona-Zahlen: Kritik am RKI im ZDF ("Berlin direkt") ... WAS ist bloß los?!

Corona-Zahlen: Kritik am RKI im ZDF ("Berlin direkt") ... WAS ist bloß los?! {2:00}

Lehrer MaPhy  
Am 12.10.2020 veröffentlicht 
Text u. Links: YouTube
x
x

x

Coronahysterie, die neue deutsche Werteorientierung bei den Essener Stadtwerken, die Blockwarte bei der »Freien christlichen Schule«
– und der Geschmack von »Anschwärzen«

Als vertrauenswürdiges Unternehmen ist es unser Ziel, die für uns geltenden Kodizes in unserer täglichen Arbeit umzusetzen. Dabei handeln wir stets werteorientiert und den gesetzlichen Vorschriften entsprechend.

Dennoch können sich Situationen entwickeln, in denen der Eindruck entsteht, als würden diese Regeln nicht eingehalten. Der Schutz unseres Unternehmens, unserer Mitarbeiter, unserer Kunden und der Essener Bürger ist uns wichtig. Daher stellen wir ein Hinweisgebersystem zur Verfügung, über das vermutete Regelverstöße mitgeteilt werden können.

Wir nehmen eingehende Hinweise sehr ernst. Wir vertrauen darauf, dass nur wahrheitsgetreue Aussagen getroffen werden.

Bitte verwenden Sie das System nur bei vermuteten Regelverstößen. Anregungen und oder Kritik zu bzw. an uns und unseren Dienstleistungen äußern Sie bitte über das Kontaktformular „Anregungen & Kritik“.
mehr:
- Mit dem Hinweisgebersystem einen Verstoß melden (stadtwerke-essen.de, undatiert, abgerufen am 13.10.2020, 16:10h)

mein Kommentar:
Werte? WERTE?
Welche Werte?

mein Kommentar:
Falls schon vergessen: Der Duden definiert »Kodex« als 
»(3) Sammlung von Normen, Regeln eines Sachbereichs oder 
(4) ungeschriebene Regeln des Verhaltens, des Handelns, an denen sich eine [gesellschaftliche] Gruppe orientiert; Verhaltenskodex«.
Also: auch in den KZs und den Gaskammern im Dritten Reich wurde sich an Kodizes gehalten!
Ich frage mich immer häufiger, ob SARS-CoV-2 nicht wirklich das Gehirn angreift.

siehe auch:

Denunzianten und Coronastreß {10:02}
AURICH.TV 
Am 12.10.2020 veröffentlicht 
x
Der Wahnsinn geht weiter {26:06 - Start bei 17:20}
AURICH.TV 
Am 01.10.2020 veröffentlicht 
Text und Links bei YouTube
x
Nach Corona-Test: Schule lehnt Jungen ab {5:51 – Start bei 5:09}
AURICH.TV 
Am 12.09.2020 veröffentlicht 
Text und Links bei YouTube 
x

- xxx (Post, )
x
x

Neuer Fachaufsatz von John Ioannidis über die Covid-Pandemie

John Ioannidis, Epidemiologe an der Universität Stanford, ist ein renommierter, aber manchmal unbotmäßiger Wissenschaftler. Weil er deswegen gern wie ein Quacksalber ausgegrenzt und seine Erkenntnisse kaum berichtet werden, will ich hier auf seinen sehr interessanten und abgewogenen jüngsten Artikel hinweisen.

Das European Journal of Clinical Investigation hat den Aufsatz “Global perspective of COVID-19-epidemiology for a full-cycle pandemic” nach gutachterlicher Beurteilung zur Veröffentlichung angenommen und vorab am 7. Oktober online veröffentlicht. Der Aufsatz ist dort ohne Bezahlschranke zugänglich (direkter Link).

Den Abstract habe ich etwas gekürzt übersetzt (mit Unterstützung von DeepL.com):

Im Oktober 2020 gab es über eine Million dokumentierte Todesfälle mit COVID-19. Überzählige Todesfälle können sowohl durch COVID-19 als auch durch die ergriffenen Maßnahmen verursacht werden. COVID-19 zeigt eine extrem starke Risikostratifizierung [unterschiedlich große Risiken N.H.] in Bezug auf Alter, sozioökonomische und klinische Faktoren.

Viele frühe Todesfälle könnten auf ein suboptimales Management, schlecht funktionierende Gesundheitssysteme, [die Gabe von] Hydroxychloroquin, die Einweisung von COVID-19-Patienten in Pflegeheime und Krankenhausinfektionen zurückzuführen sein; solche Todesfälle sind künftig teilweise vermeidbar.

Bis Oktober 2020 könnten etwa 10% der Weltbevölkerung infiziert sein. Die globale Sterblichkeitsrate durch Infektionen liegt bei 0,15-0,20%, (für unter 70-jährige bei 0,03-0,04%), wobei die Variabilität zwischen den Standorten sehr groß ist, in Abhängigkeit von unterschiedlicher Altersstruktur, Institutionalisierungsraten, sozioökonomischen Ungleichheiten, dem klinischen Risikoprofil der Bevölkerung, Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens und der Gesundheitsversorgung.

Es wird diskutiert, ob mindestens 60% der Weltbevölkerung infiziert sein müssen, um eine Herdenimmunität zu erreichen, oder ob die Vermischung von Heterogenität und bereits bestehender Kreuzimmunität wesentlich niedrigere Schwellenwerte erlauben könnte. (…)

Es werden Simulationen mit insgesamt 1,58-8,76 Millionen COVID-19 Todesfällen über 5 Jahre weltweit vorgestellt. Das wären 0,5-2,9% aller Todesfälle weltweit. Das untere Ende dieser Spanne wäre erreichbar, wenn Hochrisikogruppen bevorzugt mit niedrigeren Infektionsraten geschützt werden können als die übrige Bevölkerung. (…) Ein gezieltes, präzises Management der Pandemie und die Vermeidung von Fehlern der Vergangenheit würden [auch] dazu beitragen, die Mortalität zu minimieren.
mehr:
siehe auch:
- xxx (Post, )
x
x

Sonntag, 11. Oktober 2020

Die virtuelle Epidemie und ihre Toten

Covid-19 Die Zahl der Covid-19 zugerechneten Todesfälle wird steigen – auch dann, wenn niemand mehr an einer Neuinfektion stirbt.

In einem bemerkenswerten Beitrag auf Telepolis hat Christof Kuhbandner argumentiert, dass es infolge der drastisch gesunkenen Sterberate unter den SARS-Cov2-Infektionen nicht länger gerechtfertigt ist, die Maßnahmen aufrechtzuerhalten, die eine Verbreitung des Virus in der Gesamtbevölkerung verhindern sollen. Dabei hat er auch die Argumentation des Robert-Koch-Instituts widerlegt, das Sinken der Sterberate sei allein oder hauptsächlich auf einen geringeren Anteil älterer Menschen unter den Infizierten zurückzuführen. Ich muss hier seine sorgfältig durchgeführte und mit Daten unterlegte Analyse nicht wiederholen. Prof. Dr. Christof Kuhbandner ist an der Universität Regensburg Inhaber eines Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie und der Gedanke liegt nicht fern, dass seine Argumentation gegen die Aufrechterhaltung der Maßnahmen professionell motiviert ist – er weiß um den Schaden, den sie bei Kindern anrichten.

Ich selbst hatte vor zwei Wochen argumentiert, dass die PCR-Tests auf SARS-Cov2, so wie sie derzeit in Westeuropa durchgeführt werden, keine tragfähigen Aussagen über den Epidemieverlauf zulassen und das unter anderem auch mit den völlig verschiedenen Kurvenverläufen bei positiven Tests und Covid-19 zugeordneten Todesfällen begründet. Die Verteidiger von Zwangsmaßnahmen beginnen daher selbst wieder, mit Todesfällen zu argumentieren, wie ich vor einer Woche anhand des Schweizer Kantons Waadt gezeigt habe. Auffällig war dort, dass alle seit dem 17. August gemeldeten Todesfälle in Alters- und Pflegeheimen aufgetreten waren, die eigentlich mittlerweile gute Schutzkonzepte gegen Neuinfektionen haben sollten und dass die NZZ in ihrer Berichterstattung zu den neuen Maßnahmen im Kanton Waadt explizit darauf verwiesen hatte, dass die „Waadtländer Alters- und Pflegeheime... im Frühling besonders stark betroffen waren“ (Hervorhebung von mir). Das legt den Gedanken nahe, dass Personen, die im Frühjahr eine Covid-19-Infektion überstanden haben, aufgrund des positiven Tests aus der damaligen Zeit bei ihrem Ableben im August oder September als aktuelle Covid-19-Todesfälle gezählt wurden.

Wie lange impliziert ein positiver SARS-Cov2-Test einen Covid-19-Stebefall?

In seinem Telepolis-Beitrag hat Christof Kuhbandner auf die ominöse Art der Zuweisung von Todesfällen zu Covid-19 verwiesen, die auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschrieben ist: „Als Todesfälle werden Personen gezählt, die mit und an SARS-CoV-2 verstorben sind, sowie Personen, bei denen die Ursache unbekannt ist. Mit SARS-CoV-2 verstorben bedeutet, dass die Person aufgrund anderer Ursachen verstorben ist, aber auch ein positiver Befund auf SARS-CoV-2 vorlag.“ (Hervorhebung vom Bayerischen Landesamt). Das Bayerische Landesamt führt weiter aus, dass in 99% der Fälle Informationen zur Todesursache vorliegen, woraus folgt, dass die Fehlzuweisungen in vollem Bewusstsein und absichtlich erfolgen: „Informationen zur Todesursache bei gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen liegen bei etwa 99 % der Fälle vor, von denen wiederum etwa 89 % an COVID-19 und 11 % an einer anderen Ursache verstorben sind.“ Ob der Anteil der Fehlzuweisungen zeitlich konstant ist, bleibt dabei dahingestellt.

Annehmen würde man aus statistischen Gründen, dass dieser Anteil ansteigt, zumindest dann, wenn die Zuweisung aufgrund positiver Tests erfolgt, die beliebig weit zurückliegen. Das war zumindest in England bis in den August hinein der Fall, wie aus einem Artikel des British Medical Journal vom 13. August hervorgeht. Die Praxis war übrigens bis etwa Mitte August in England verschieden von derjenigen in Schottland, Wales und Nordirland, wo nur bis zu 28 Tage zurückliegende positive SARS-Cov2-Tests zur Zuweisung des Sterbefalls zu Covid-19 führten.

Die Situation in Deutschland ist unklar und kann auch anhand der Homepage des Bayerischen Landesamts nicht geklärt werden. Dort ist zwar erläutert, dass wegen Covid-19 hospitalisierte Personen und solche, bei denen unbekannt ist, ob sie hospitalisiert wurden, nach 28 Tagen (oder 7 Tage nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus) als genesen erklärt werden. Berücksichtigt man aber alle anderen Inkonsistenzen in der Covid-19-Datenerfassung und den Unwillen der Gesundheitsbehörden, diese abzustellen, so kann man daraus nicht schließen, dass als genesen erklärte Personen nicht nachträglich doch noch als Covid-19-Sterbefälle erfasst werden. Anfragen werden fast schon grundsätzlich nicht beantwortet, recht oft mit dem Hinweis, dass man zu beschäftigt mit den Tagesaufgaben sei, um Auskunft über die Datengrundlage zu geben.
mehr:
- Die virtuelle Epidemie und ihre Toten (Gunnar Jeschke, Freitag-Community, 26.09.2020)
siehe auch:
- Auch ohne neue Corona-Fälle steigen die «Fallzahlen» weiter! (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 19.06.2020)
x
x

Elementare Defizite der Berichterstattung:
Sie meinen es nur gut mit uns!

"Desinfektionsjournalismus" hat unser Autor seine umfassende Kritik an der Corona-Berichterstattung des deutschen Journalismus betitelt, die gerade in der Fachzeitschrift "journalistik" erschienen ist. In mehreren Teilen wird er auf Telepolis anhand von Fallbeispielen seine Position untermauern, die Medien seien vor allem zu Beginn der Pandemie nicht nur weit hinter ihren Möglichkeiten geblieben, sondern hätten mit unprofessioneller Arbeit eine demokratiegefährdende Diskursverengung betrieben. Zum Auftakt stellt Timo Rieg die bislang umfassendste Studie zur Qualität des "Corona-Journalismus" vor, die in der Schweiz entstanden ist.

Dass in der Berichterstattung zur Corona-Pandemie und deren politisch-bürokratischer Bekämpfung alles optimal gelaufen ist, darf man für äußerst unwahrscheinlich halten. Schließlich leidet der Journalismus an vielen systemischen, längst bekannten und intensiv untersuchten Problemen. Etwa seinem permanenten Spagat zwischen Aufklärungsanspruch und kommerziellen Interessen (die selbstverständlich auch gebührenfinanzierte Sender haben). Journalismus leidet unter seinem wenig heterogenen Personal, das überwiegend in gleichen Biotopen lebt und den großen Rest der Welt von außen bestaunt (oder auch ignoriert). Er leidet an den üblichen Problemen hierarchischer Entscheidungsstrukturen ("Peter-Prinzip"). Er leidet an einem stark unterentwickelten Qualitätsmanagement.

Und der Journalismus leidet daran, dass ausgerechnet die Kritiker vom Dienst, die sich in einem Anfall von Hybris bis heute gerne als "Vierte Gewalt" bezeichnen, äußerst beleidigt auf jede Kritik an ihrer Arbeit reagieren. Es ist also äußerst unwahrscheinlich, dass die Berichterstattung zur Corona-Pandemie perfekt war oder inzwischen wurde.

Das bestätigt nun auch eine erste große Qualitätsstudie — allerdings für die Schweiz. Am "Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft" (fög) wird seit 2010 die Qualität der Schweizer Medien gemessen und in einem Jahrbuch veröffentlicht. Mit ähnlicher Methodik hat das Forschungszentrum der Uni Zürich Ende Juli Befunde zur "Qualität der Medienberichterstattung zur Corona-Pandemie" vorgelegt. Die Inhaltsanalysen erfassen dabei stets nur allgemeine Ausprägungen der Berichterstattung, etwa wie viele verschiedene Akteure zu Wort kommen. Nicht gemessen werden u.a. so wichtige Qualitätskriterien wie die Richtigkeit oder Vollständigkeit von Berichten. Die Studie misst die Medienleistung in den Dimensionen Vielfalt, Relevanz und Deliberationsqualität.

Erster auffälliger Befund: Corona hat in der Berichterstattung nicht nur dem Eindruck nach alles beherrscht. Bis zu 75 Prozent aller Artikel in den Zeitungen und aller Rundfunknachrichten der Stichprobe beschäftigten sich mit der Pandemie. Eine vergleichbare Themendominanz hat es wohl lange nicht gegeben. Zum Vergleich: Das dominante Thema Klimawandel erreicht im vergangenen Wahljahr zur Spitze kaum mehr als 10 Prozent der Gesamtberichterstattung, so die Forscher Mark Eisenegger (Direktor fög), Franziska Oehmer, Linards Udris und Daniel Vogler.
mehr:
- Elementare Defizite der Berichterstattung (Timo Rieg, Telepolis, 11.10.2020)

mein Kommentar:
Was soll’s?! 
99 Prozent der Bundesdeutschen Nachrichten-Konsumenten werden diesen Artikel NIE zu Gesicht bekommen!
Für die ist der nächste DSDS oder das nächste Trump-Fettnäpfchen wichtiger…
siehe auch:
x
x

Samstag, 10. Oktober 2020

Berlin, 10.10.2020 - Der Schweigemarsch. Das Konzept geht auf!

Berlin, 10.10.2020 - Der Schweigemarsch. Das Konzept geht auf! {2:06}

KenFM  
Am 10.10.2020 veröffentlicht 
Text u. Links: YouTube

Deutschland hilft beim Querschießen mit:
José Bustani, erster OPCW(OVCW)-Generaldirektor:
Redeverbot im UN-Sicherheitsrat
Werdet Ihr darüber in den Leitmedien informiert?

Wer etwas über die deutsche und europäische Außenpolitik in Sachen Syrien erfahren möchte, sollte die Debatten im UN-Sicherheitsrat verfolgen. Der Sicherheitsrat ist das höchste politische Entscheidungsgremium der Vereinten Nationen, in dem fünf Staaten – Russland, China, Frankreich, Großbritannien, USA – dauerhaft vertreten sind und über ein Veto-Recht verfügen. Weitere zehn Staaten haben jeweils für zwei Jahre einen Sitz als nicht-ständige Mitglieder. Deutschland ist seit 2019 als nicht-ständiges Mitglied noch bis Ende 2020 im Sicherheitsrat vertreten. Von Karin Leukefeld

Die meisten Mitgliedsstaaten bemühen sich entsprechend der Bedeutung des Sicherheitsrates, ihre Aufgabe ernst zu nehmen. Sie verhalten sich respektvoll und appellieren an die Solidarität und Einheit des Sicherheitsrates, um Lösungen für die zahlreichen internationalen Kriege und Krisen zu finden.

Die so genannten P 3 (Permanent 3) Frankreich, Großbritannien und die USA liefern allerdings immer häufiger ein unwürdiges Schauspiel. Läuft die Debatte nicht so, wie man es sich in den westlichen Hauptstädten vorstellt, treten die UNO-Botschafter mit verteilten Rollen auf, um diejenigen, die andere Positionen vertreten, zu beeinflussen oder offen zu beleidigen. Dann geht es nicht um Inhalte, sondern darum wie man den anderen demütigen, vorführen, behindern und dessen Anliegen verhindern kann. Seit Jahren und insbesondere seit Beginn des Krieges in Syrien ist das Lieblingsziel der P3 Russland.

„Um den Druck auf Russland zu erhöhen, wenn es das Regime nicht ausliefert, wie wir es erhoffen, sollten wir fortsetzen, was wir bereits tun“, heißt es in einem bekannt gewordenen Protokoll der „Kleinen Syriengruppe“, die sich auf Einladung von David Satterfield, Staatssekretär für Nahostfragen im US-Außenministeriums, am 11. September 2018 in Washington traf. „Die schreckliche humanitäre Lage und Russlands Mittäterschaft bei der Bombenkampagne auf zivile Ziele hervorheben“, notierte der britische Protokollführer.

Der kleinen Syriengruppe gehörten damals die so genannten P 3 USA, Großbritannien, Frankreich sowie Saudi-Arabien und Jordanien an. Kurz darauf erweiterte sich die Gruppe um Deutschland und Ägypten. Dieser „Ritterschlag“ dürfte die Haltung des deutschen UN-Botschafters und seiner Vertreter beim Thema Syrien im UN-Sicherheitsrat erklären. Der „deutsche Mann“ bei der UNO heißt Christoph Heusgen und war zwölf Jahre lang der außenpolitischer Berater und internationale Krisenmanager von Angela Merkel im Kanzleramt. 2017 wechselte er als Botschafter zu den Vereinten Nationen in New York. Heusgen und seine Vertreter lassen im UN-Sicherheitsrat keine Gelegenheit aus, „Russlands Mittäterschaft“ in Syrien anzuprangern.

Jüngstes Beispiel war die 8764. Sitzung des UN-Sicherheitsrates am vergangenen Montag (5.10.2020) in New York.
mehr:
siehe auch:
- ZAPP Studie: Vertrauen in Medien ist gesunken (Annette Leiterer, NDR/ZAPP, 17.12.2014)
Anmerkung:
Ab Min. 1:00 des in dem ZAPP-Artkel eingebetteten Videos erfährt man den Titel der Bröckers-Lesung: »Wir sind die Guten« (Weiterhören lohnt sich, versprochen!)

x
2001 hatte der damalige Außenminister Colin Powell einen Brief an Bustani [Direktor der OPCW] gesandt, in dem er sich bei ihm für seine „sehr eindrucksvolle“ Arbeit bedankte. Im März 2002 jedoch kam Bolton — in seiner Eigenschaft als Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit — persönlich in den OPCW-Hauptsitz in Den Haag, um gegenüber dem Chef der Organisation eine Warnung auszusprechen. Und, laut Bustani, hat Bolton kein Blatt vor den Mund genommen. “Cheney will Sie”, sagte Bolton Bustani, sich auf den damaligen Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten [Dick Cheney] beziehend. “Wir können Ihr Führungsstil nicht akzeptieren.” 
Laut Bustanis Erinnerungen fuhr Bolton fort: “Sie haben 24 Stunden, um die Organisation zu verlassen, und wenn Sie diese Entscheidung von Washington nicht erfüllen, haben wir Mittel, uns an Ihnen zu rächen.”
Es gab eine Pause.
“Wir wissen, wo Ihre Kinder leben. Sie haben zwei Söhne in New York.”
In 2001, then-Secretary of State Colin Powell had penned a letter to Bustani, thanking him for his “very impressive” work. By March 2002, however, Bolton — then serving as under secretary of state for Arms Control and International Security Affairs — arrived in person at the OPCW headquarters in the Hague to issue a warning to the organization’s chief. And, according to Bustani, Bolton didn’t mince words. “Cheney wants you out,” Bustani recalled Bolton saying, referring to the then-vice president of the United States. “We can’t accept your management style.”
Bolton continued, according to Bustani’s recollections: “You have 24 hours to leave the organization, and if you don’t comply with this decision by Washington, we have ways to retaliate against you.”
There was a pause.
“We know where your kids live. You have two sons in New York.” 
 
[“WE KNOW WHERE YOUR KIDS LIVE”: HOW JOHN BOLTON ONCE THREATENED AN INTERNATIONAL OFFICIAL, Mehdi Hasan, The Intercept, 29.03.2018 – Übersetzung von mir]

x